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Eurojob vs Minijob

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Seelchen

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#1
Hallo,

ich hab ein großes Problem... und zwar wäre gestern mein erster Tag in einen Euro-Job in einem Altenheim (wohl in der Küche) gewesen, bin dann aber "krank" geworden, sodass ich erst gar nicht hingegangen bin. AU habe ich gestern auch direkt in den Briefkasten der ARGE eingeworfen und auch beide Stellen per Mail über meine "Krankheit" vorab informiert.
Ich bin gelernte Einzelhandelskauffrau und möchte einfach nicht in einem Altenheim arbeiten.
Nun habe ich ein Angebot für einen Minijob auf 150€ Basis bekommen, den ich ab Anfang März antreten könnte.
Kann die ARGE mir das verbieten?
Was kann ich machen um aus dem Euro-Job rauszukommen?

Fragen über Fragen... ich hoffe ihr könnte mir ein wenig weiterhelfen :icon_smile:
 

vagabund

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#2
Der Minjob mindert Deine Hilfebedürftigkeit, somit ist kein Ein-Euro-Job erforderlich.
 
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#3
Der Minjob mindert Deine Hilfebedürftigkeit, somit ist kein Ein-Euro-Job erforderlich.
Nach dem neuen Gesetz ab 1.1.09 bin ich mir nicht mehr ganz so sicher. U.U. muss man nämlich auch beide machen.

Kannst du die Zuweisung zum EEJ hier mal eintippen? Evlt. kann man den noch ablehenen. Hast du denn eine EGV unterschrieben, die diesen EEJob enthält? D.h. hast du dich durch die Unterschrift freiwillig erklärt, diesen Job zu machen?
 

Seelchen

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#4
Ja, ich hab leider diese EGV am 12.02. unterschrieben... Kann ich später auch gern mal abtippen.

Naja , von freiwillig kann man ja nicht wirklich sprechen wenn zwei Bearbeiter einem zig verschiedene Eurojobs rauskramen und man quasi dazu genötigt wird einen davon anzunehmen... -.-
 
E

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#5
Das war jetzt schon mal nicht so gut mit der EGV. Man müsste mal sehen, ob es da etwas zu beanstanden gibt. Und man müsste auch die Zuweisung zum EEJ sehen. Vermutlich ist die nicht in Ordnung und man kann hier abweisen.
 

Seelchen

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#6
Hier meine Zuweisung:

Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (Zusatzjob)
gemäß § 16 Abs. 3 Satz 2 Sozialgesetzbuch - Zweites Buch - Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II )


Sehr geehrte Frau xxx,

im Rahmen einer öffentlich geförderten Beschäftigung schlage ich Ihnen folgende zusätzliche und im öffentlichen Interesse liegende Arbeit vor:

Bezeichnung der Tätigkeit: Hilfsarbeiter/in ohne nähere Tätigkeitsangabe
Beschreibung/Anforderungen: Mitarbeit im Bereich Betreuung und Pflege in verschiedenen Einrichtungen der Caritas
Tätigkeitsort: xxx
Mehraufwandsentschädigung: Gehalt: 1,00 Euro/h Euro je Stunde
Lage und Verteilung: Teilzeit - flexibel
Dauer der Tätigkeit: von 12.02.2009 bis 12.08.2009
Maßnahmennummer: xxx
Kurzbezeichnung der Maßnahme: AGH Caritas - Pflege und Betreuung -
Träger der Maßnahme: Caritasverband xxx (Adresse)

Bitte setzen Sie sich umgehend mit dem Träger der Maßnahme in Verbindung. Wenden Sie sich bei dem oben genannten Träger bitte an: Herr xxx
Und eben der ARGE umgehend das Ergebnis mitteilen.

Meine AGH:

Ziel(e)

Integration in den 1. Arbeitsmarkt - Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit im Bereich Pflege um berufliche Kenntnisse zu erlangen

1. Ihr Träger für Grundsicherung ARGE xxx unterstützt Sie mit folgenden Leistungen zur Eingliederung

[...]Er bietet folgende Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung gemäß § 16 Abs. 3 SGB II an. Art der Tätigkeit: Mitarbeit im Bereich Pflege und Betreuung; Tätigkeitsort: xxx; zeitlicher Umfang: 30Std./Woche, Mo-Fr; zeitliche Verteilung: Beginn und Ende wird die Caritas Ihnen mitteilen; Höhe der Mehraufwandsentschädigung pro Stunde: 1,00€; individuell verfolgtes Maßnahmeziel: Intregation in den 1. Arbeitsmarkt / Stabilisierung / Erlangung von beruflichen Kenntnissen.
Kommt der zuständige Träger seinen in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Pflichten nicht nach, ist ihm innerhalb einer Frist von 4-6 Wochen das Recht der Nacherfüllung einzuräumen. Ist eine Nachbesserung tatsächlich nicht möglich, muss er folgende Ersatzmaßnahme anbieten: nach individueller Absprache in einem erneuten Beratungsgespräch.


2. Bemühungen von Frau xxx zur Eingliederung in Arbeit

Sie bewerben sich zeitnah, d.h. spätestens am dritten Tage nach Erhalt des Stellenangebotes, auf Vermittlungsvorschläge, die Sie von der Agentur für Arbeit erhalten haben.
Sie nehmen an folgender Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung teil: Art der Tätigkeit Mitarbeit im Bereich Pflege und Betruung (steht genauso da drin) bei der Caritas xxx e.V.; Tätigkeitsort xxx; zeitlicher Umfang: 30 Std./Woche, Mo-Fr; zeitliche Verteilung: Beginn und Ende teilt Ihnen die Caritas mit.; Höhe der Mehraufwandsentschädigung pro Stunde: 1,00€; individuell verfolgtes Maßnahmeziel: Integration in den 1.Arbeitsmarkt / Stabilisierung / Erlangung von beruflichen Kenntnissen.
Sie stellen sich am 17.02.2009 bei der Caritas xxx vor, Adresse und Telefonnummer haben Sie erhalten.
 

Mario Nette

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#7
Na wow, die Caritas regelt also alles? Und die ARGE meint tatsächlich, das Ziel der Integration in den 1. Arbeitsmarkt mithilfe einer MAE-AGH zu erreichen? Also ganz ehrlich: Was sitzen dort für Deppen?

Das AGH-Angebot selbst ist nicht derart eindeutig bestimmt, dass du davon ausgehen kannst, dass es etwas taugt. Niedlich: da schreibt doch tatsächlich jemand was von "Gehalt", obgleich es bei einer MAE-AGH gar kein Gehalt gibt, sondern nur Mehraufwandsentschädigung.

Problematisch könnte jetzt das sein: Obgleich in der EGV die MAE nur rudimentär angesprochen ist, ließe sich dies von der ARGE heilen, indem sie dir einen eindeutig bestimmten AGH-Vorschlag zuschicken (nicht den Wisch, den du schon hast). Das heißt also auch, man kann nicht einfach so sagen, man habe die AGH nach der Krankheit nicht angetreten, weil sie nicht bestimmt genug ist. Dann schicken sie sofort ein ausführliches neues AGH-Angebot und du bist dran.

Lösung habe ich noch keine, überlege noch.

edit: Du könntest ja trotzdem den Minijob annehmen. Das Ziel deiner EGV ist ja die Integration in den 1. Arbeitsmarkt, das du mit dem Minijob jedenfalls wesentlich besser erreichst als mit der AGH.

Mario Nette
 
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#8
Schau Seelchen, nachdem du die EGV so brav unterschrieben hast und deiner SB damit schriftlich gegeben hast: "Ja, ich will irgendeinen EEJ als Mitarbeiterin im Bereich Pflege und Betreuung machen", kann man aus deiner Situation nun nur noch das beste machen. Eine Patentlösung ist das nicht. Ich würde an die SB mal eine kleine "Ablehnung" für den EEJ schreiben, weil er nicht richtig bestimmt ist. Weder in der EGV (der du ja schon zugestimmt hast), noch in der Zuweisung.

Ein EEJ sollte immer richtig bestimmt sein, Teil deiner Integrationsstrategie sein, zusätzlich sein und er sollte dich in Arbeit bringen bzw. weiterbringen. Wenn er aber nicht einmal richtig bestimmt ist, kannst du den gesamten Rest nicht erkennen.

Dadurch, dass er weder in der EGV noch in der Zuweisung richtig beschrieben wird, ist die EGV m.E. rechtswidrig. Das müsste aber ein Richter erst feststellen, und das dauert zu lange. Die Zuweisung ist unzulässig. Dafür gibt es mehrere Urteile. Dann packen wir das erstmal bei der Zuweisung an, denn mit der EGV und einer Feststellungsklage ist es komplizierter.

Ich würde an deine SB jetzt folgendes Briefchen schreiben:

"Ihr Angebot für eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (Zusatzjob) gemäß § 16 Abs. 3 Satz 2 Sozialgesetzbuch - Zweites Buch - Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II )

Ich lehne diese Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung aus folgendem Grund ab:

Ihr "Angebot" bestimmt die Arbeitsgelegenheit nicht. "Hilfsarbeiter ohne nähere Tätigkeitsangabe" ist keine Berufsbezeichung. Die Beschreibung "Mitarbeit im Bereich Betreuung und Pflege in verschiedenen Einrichtungen der Caritas" lässt völlig offen, um welche Betreuungs- und Pflegearbeiten es sich handelt. Gem. einem Beschluss des Landessozialgerichts Hamburg
vom 11.07.05, Aktenzeichen: L 5 B 161/05 ER AS. muss das "Angebot" einer Arbeitsgelegenheit so bestimmt sein, dass der Arbeitssuchende seine Rechtmäßigkeit (Zumutbarkeit) überprüfen und sich nötigenfalls dagegen wehren kann. Deswegen ist es nicht zulässig, ihn nur pauschal einem Beschäftigungsträger zuzuweisen und diesem die Bestimmung über konkrete Tätigkeiten und deren zeitliche Lage zu überlassen. Entspricht ein Angebot einer Arbeitsgelegenheit diesen Anforderungen nicht, dann stellt dies einen wichtigen Grund dar, das Angebot abzulehnen, so dass das ALG II nicht nach § 31 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Bst. d) SGB II abgesenkt werden darf.

Ich sehe deshalb keinen Anlass, nach meiner Genesung diese Arbeitsgelegenheit anzutreten.

Mit freundlichen Grüßen"


Nun gibt es hier im Anschluss mehrere Möglichkeiten:

1) Die SB schickt dir eine neue Zuweisung für den EEJ, die besser beschrieben wird. Bitte trete diesen Job nicht an, sondern stelle diese Zuweisung gleich hier ins Forum. Wenn es nicht der gleichte Job ("Betreuungs- und Pflegearbeiten..") ist, beanstanden wir die EGV, die das ja so vorgibt. EGV und EEJ müssen gleichlautend sein. Du hast nur für diesen Job eine EGV abgeschlossen, und nciht für irgend etwas anderes. Unterschreibe der SB bitte nichts sofort. Evtl. legt sie dir nämlich eine neue EGV vor! Immer einstecken und zur Prüfung mitnehmen!

Sollte es der gleiche Job, aber nur besser beschrieben sein, ist er garantiert nicht zusätzlich bzw. passt nicht in die Integration. Dann packen wir das nochmal mit einer Ablehnung wegen fehlender Zusätzlcihkeit an.

2) Die SB schickt dir einen Anhörungsbogen zur Prüfung, ob die Leistung gesenkt werden muss. Bitte keine Bange, das ist kein Sanktionsbescheid!!! Nur eine Anhörung! In diesen Anhörungsbogen schreibst du den gleichen Text wie aus dieser Ablehung rein (d.h. du hast den Job abgelehnt, weil er nicht richtig bestimmt ist, und erwähnst noch das Urteil dazu).

Meistens akzeptieren die Ämter die Anhörung, weil es ja nun mal wirklich stimmt. Manchmal probieren sie es trotzdem mit einer Sanktion und schicken dir einen Sanktionsbescheid. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, dann gehe bitte zum Fachanwalt für Sozialrecht. Der schreibt den Widerspruch und eine Klage im Eilantrag für das Sozialgericht, weil durch die Kürzung deine Existenz nicht gesichert ist. In ca. 4 Wochen wirst du vom Richter die Kürzung (105 Euros über 3 Monate) zurückerhalten. Für den Anwalt benötigst du einen Beratungsschein vom Amtsgericht. Dann kostet er dich alles nur 10 Euros.
 

Seelchen

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#9
Vielen Dank für eure Antworten.

Kann ich den Euro-Job denn auch ablehnen, wenn ich mich bereits bei der Caritas vorgestellt habe?
Ich musste ja am 17.02. dort erscheinen und so eine Art Bewerbungsbogen ausfüllen. Allerdings keinen richtigen Vertrag und ich selbst habe auch nichts schriftliches von der Einrichtung erhalten.

Wie verhält es sich mit dem Minijob?
Morgen habe ich ein erneutes Gespräch mit dem Arbeitgeber. Ich könnte 3x die Woche vormittags für 2 Stunden dort arbeiten, was ich auch gern machen würde.
Kann ich die ARGE einfach vor vollendete Tatsachen stellen? Oder können die mich zwingen den Minijob wieder aufzugeben?
 

Seelchen

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#10
Ich habe soeben eine E-Mail von meiner SB bekommen:

Hallo Fr. xxx,

Leider kann ich Sie telefonisch nicht erreichen. Ich bitte Sie mir ihre aktuelle Telefonnummer zu übermitteln. Ich habe noch ein paar Fragen bzgl. des Mini Jobs.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen


xxx

ARGE xxx
Geschäftsstelle xxx
Wie sollte ich mich nun am besten verhalten?
 

redfly

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#11
Mit der Telefonnummer musst du natürlich selber wissen. Besser ist es, wenn der ARGE gar keine Rufnummer vorliegt. Da du eine EGV unterschrieben hast, sehe ich hier wenig Möglichkeiten. Das war der "Freifahrtschein" zur Sklavenarbeit.
 
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#12
Zitat:
AW: Eurojob vs Minijob
Vielen Dank für eure Antworten.

Kann ich den Euro-Job denn auch ablehnen, wenn ich mich bereits bei der Caritas vorgestellt habe?
Ich musste ja am 17.02. dort erscheinen und so eine Art Bewerbungsbogen ausfüllen. Allerdings keinen richtigen Vertrag und ich selbst habe auch nichts schriftliches von der Einrichtung erhalten.
______________________________________________________________


Der Träger bzw. die Caritas wird Dir bei Antritt zur Unterschrift vorlegen:
Vereinbarung zum Einsatz in Arbeitsgelegenheiten.

Die Vereinbarung mit der Caritas beinhaltet eine Tätigkeitsbeschreibung.
Unbedingt darauf bestehen, dass folgender Zusatz vor Unterschrift noch hineingeschrieben wird:
Ausgeschlossen sind Tätigkeiten, und die Vermittlung von Kenntnissen, die z.B. in der Pflege abrechnungsfähig mit den Kassen sind.

Unterm Strich bleibt dann für Dich in diesem Job nicht mehr zu tun, als Vorlesen oder Spazierengehen, Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen usw.
Alles anderen Tätigkeiten sind nicht zusätzlich und sind nicht zulässig.







______________________________________________________________



Ebenso in der Eingliederungsvereinbarung auf diesen Zusatz bestehen.


Zitat:
Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (Zusatzjob)
gemäß § 16 Abs. 3 Satz 2 Sozialgesetzbuch - Zweites Buch - Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II )



Bezeichnung der Tätigkeit: Hilfsarbeiter/in ohne nähere Tätigkeitsangabe
Beschreibung/Anforderungen: Mitarbeit im Bereich Betreuung und Pflege in verschiedenen Einrichtungen der Caritas. Ausgeschlossen sind Tätigkeiten, und die Vermittlung von Kenntnissen, die z.B. in der Pflege abrechnungsfähig mit den Kassen sind.

Tätigkeitsort: xxx
Mehraufwandsentschädigung: Gehalt: 1,00 Euro/h Euro je Stunde
Lage und Verteilung: Teilzeit - flexibel
Dauer der Tätigkeit: von 12.02.2009 bis 12.08.2009
Maßnahmennummer: xxx
Kurzbezeichnung der Maßnahme: AGH Caritas - Pflege und Betreuung -
Träger der Maßnahme: Caritasverband xxx (Adresse)





Um zu verhindern, daß reguläre Arbeitsplätze weiterhin mit 1-€-Kräften besetzt werden,
sollten 1€-Kräfte in den Pflegeeinrichtungen ab sofort keine regulären Arbeiten mehr ausführen. :icon_evil:


In die Eingliederungsvereinbarung der ARGE und der Vereinbarung mit dem Maßnahmeträger muß stehen:

Ausgeschlossen sind Tätigkeiten, und die Vermittlung von Kenntnissen, die z.B. in der Pflege abrechnungsfähig mit den Kassen sind. :icon_razz:







..... viel Glück. Und falls Du den Job nicht abwehren kannst, bitte wie oben erklärt.



.
 

vagabund

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#13
Kann ich den Euro-Job denn auch ablehnen, wenn ich mich bereits bei der Caritas vorgestellt habe?
Ich musste ja am 17.02. dort erscheinen und so eine Art Bewerbungsbogen ausfüllen. Allerdings keinen richtigen Vertrag und ich selbst habe auch nichts schriftliches von der Einrichtung erhalten.
Warum macht ihr sowas? Entweder ist es eine Zuweisung, dann bedarfs es keiner Bewerbung oder es ist ein Stellenangebot, dann muss man sich bewerben.
 
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#14
Vielen Dank für eure Antworten.

Kann ich den Euro-Job denn auch ablehnen, wenn ich mich bereits bei der Caritas vorgestellt habe?
Ich musste ja am 17.02. dort erscheinen und so eine Art Bewerbungsbogen ausfüllen. Allerdings keinen richtigen Vertrag und ich selbst habe auch nichts schriftliches von der Einrichtung erhalten.

Wie verhält es sich mit dem Minijob?
Morgen habe ich ein erneutes Gespräch mit dem Arbeitgeber. Ich könnte 3x die Woche vormittags für 2 Stunden dort arbeiten, was ich auch gern machen würde.
Kann ich die ARGE einfach vor vollendete Tatsachen stellen? Oder können die mich zwingen den Minijob wieder aufzugeben?

War nicht so gut, dass du dich schon vorgestellt hast, denn jetzt wird deine SB argumentieren: "Die haben Ihnen dort den Job doch beschrieben". Trotzdem: in der Zuweisung hat eine korrekte Beschreibung zu stehen! Nix "Hilfsarbeiter" oder "Assistent" oder "Mitarbeiter". Zum Glück hast du aber nichts unterschrieben! Hast du denn die Ablehnung nachweislich abgegeben? Die SB wird sowas nämlich nicht gerne erhalten wollen.

Bitte vergiss diesen EEJ! Du hast ihn schriftlich abgelehnt und jetzt musst du abwarten, wie die SB auf die Ablehnung reagiert. Gehe zur Caritas nicht mehr hin. Wenn du schon einen Termin bei der Caritas zugesagt hast, dann sage ihn telefonisch wieder ab, mit der Begründung "Die ARGE hat mir keine korrekte Zuweisung für diesen Job gegeben".

Wenn du einen Minijob bekommst, um so besser. Trotzdem hast du deiner SB unterschrieben, dass du den EEJ machen willst und die wird evtl. nicht stillstehen.

Im Prinzip ist der EEJ immernoch gem. Gesetz nachrangig. Da sich aber ab 1.1.09 einiges geändert hat, weiss inzwischen kaum einer darüber genau Bescheid. Es ist nämlich so, dass wenn eine SB es so sieht, dass dich eine "Leistung" von ihr in Arbeit bringen kann, diese Vorrang hat und sie von dir fordert, dass du den Minijob aufgibst, um ihren EEJ anzutreten, weil dich dieser in Arbeit bringen wird.

Jetzt mach dich aber wegen solchen Möglichkeiten nicht verrückt. Sollte das so kommen, kann man dagegen noch vieles tun. Notfalls per Anwalt. Mach mal deinen Minijob und warte, ob und was kommt. Am besten ist, du denkst gar nicht an diesen EEJ.
 
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#15
Warum macht ihr sowas? Entweder ist es eine Zuweisung, dann bedarfs es keiner Bewerbung oder es ist ein Stellenangebot, dann muss man sich bewerben.



Ergänzung hierzu:



Viele Beschäftigungsträger verlangen bei Zuweisung von 1 € Jobbern personenbezogene Daten über einen Bewerbungsfragebogen. Der Bewerbungsvordruck wird als Bestandteil der Zuweisung zur Arbeitsgelegenheit angesehen.



http://www.elo-forum.org/euro-job-m...n-bewerbungsfrageb%F6gen-%FC-euro-jobber.html





:icon_evil: seit wann bewirbt man sich für eine Arbeitsgelegenheit, also um einen rechtlosen Zwangsjob?
Weil der 1€ Job kein Arbeitsverhältnis ist, wozu soll man dann einen Fragebogen wie für eine Bewerbung ausfüllen.


Füllen Betroffene den Bogen
nicht aus, erfolgt eine Meldung an die ARGE :icon_kinn:
 
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#16
Ich habe soeben eine E-Mail von meiner SB bekommen:

Wie sollte ich mich nun am besten verhalten?
Ich würde ihr per mail antworten und schreiben, dass dein Telefon nicht funktioniert (dann ist die erstmal nicht beleidigt). Und dann würde ich Sie gleich per mail bitte, sie möchte bitte alle Telefonnummern aus ihrer Datenbank löschen, da du keine Anrufe wünschst. Sie möchte sich bitte schriftlich an dich wenden. Du beantwortest ihr das auch gerne schriftlich per mail, damit es ganz schnell geht.
 

Seelchen

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#17
Ich hätte dieses Forum viel eher finden müssen...


Der Träger bzw. die Caritas wird Dir bei Antritt zur Unterschrift vorlegen:
Vereinbarung zum Einsatz in Arbeitsgelegenheiten.

Die Vereinbarung mit der Caritas beinhaltet eine Tätigkeitsbeschreibung.
Unbedingt darauf bestehen, dass folgender Zusatz vor Unterschrift noch hineingeschrieben wird:
Ausgeschlossen sind Tätigkeiten, und die Vermittlung von Kenntnissen, die z.B. in der Pflege abrechnungsfähig mit den Kassen sind.

Unterm Strich bleibt dann für Dich in diesem Job nicht mehr zu tun, als Vorlesen oder Spazierengehen, Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen usw.
Alles anderen Tätigkeiten sind nicht zusätzlich und sind nicht zulässig.
Leider habe ich dieses Formular der Caritas bereis unterschrieben.... -.-

Und wie man mir mitteilte, sollte meine Arbeit hauptsächlich in der Küche sein - Essensausgabe, -einteilung, Aufräumen... und Küche putzen ("Wir achten sehr auf Hygiene und somit sollte der Kühlschrank auch alle paar Tage ausgewaschen werden")
Vielleicht irgendwann viel später könnte ich auch mal mit jemanden Spazieren gehen, dafür müssten die Bewohner erstmal Vertrauen zu mir gefasst haben usw., so der Wortlaut der Caritas.



Warum macht ihr sowas? Entweder ist es eine Zuweisung, dann bedarfs es keiner Bewerbung oder es ist ein Stellenangebot, dann muss man sich bewerben.
Tja, bis ich dieses Forum gefunden und so einiges gelesen hatte, dachte ich noch es wäre alles "rechtens" so, es ist meine erste Eurojob-Zuweisung.

Und gegenüber der ARGE hatte ich leider bisher immer Probleme mich durchzusetzen... wusste bis gestern nicht mal, das ich mir einen Beistand zum Termin mitnehmen darf.
 
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#18
......
Bitte vergiss diesen Ein-Euro-Job! Du hast ihn schriftlich abgelehnt und jetzt musst du abwarten, wie die SB auf die Ablehnung reagiert.

.........
Im Prinzip ist der Ein-Euro-Job immernoch gem. Gesetz nachrangig. Da sich aber ab 1.1.09 einiges geändert hat, weiss inzwischen kaum einer darüber genau Bescheid. Es ist nämlich so, dass wenn eine SB es so sieht, dass dich eine "Leistung" von ihr in Arbeit bringen kann, diese Vorrang hat und sie von dir fordert, dass du den Minijob aufgibst, um ihren Ein-Euro-Job anzutreten, weil dich dieser in Arbeit bringen wird.

Jetzt mach dich aber wegen solchen Möglichkeiten nicht verrückt. Sollte das so kommen, kann man dagegen noch vieles tun. Notfalls per Anwalt. Mach mal deinen Minijob und warte, ob und was kommt. Am besten ist, du denkst gar nicht an diesen Ein-Euro-Job.


http://www.elo-forum.org/euro-job-m...esregelung-weiterhin-vorrang-gegen%FCber.html

Zitat:

Außerdem vermute ich, dass so manchem Fallmanager es egal ist, ob ein Mini-Job eher die Hilfebedürftigkeit beendet als ein Ein-Euro-Job: denn die FM's wurden vielleicht angewiesen, so viele ALG-II-Bezieher wie möglich aus dem Status

  • ALG-II-Bezieher mit Mini-Job
    • wobei Mini-Job weniger als 15 Stunden pro Woche
in den Status

  • Ein-Euro-Jobber
zu bringen, weil der Mini-Jobber dann zwar immer noch ALG II bezieht, dabei zwar mehr Kosten verursacht als ohne Ein-Euro-Job, aber nicht mehr als arbeitslos in der Arbeitslosenstatistik erscheint.

Auch wenn der FM in so einem Fall sich nicht an den Inhalt von §10, Satz 2, Punkt 5 hält.

(In diesem Jahr finden mehrere Landtags- und die Bundestagswahlen statt ...)


[Zitat Ende]





Vielleicht kannst Du gegenüber der ARGE überzeugend darlegen, dass bei dem Mini-Job Aussicht auf Festvertrag besteht. :icon_daumen:
 
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17 Jan 2009
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#19
Ich hätte dieses Forum viel eher finden müssen...



Leider habe ich dieses Formular der Caritas bereis unterschrieben.... -.-

Und wie man mir mitteilte, sollte meine Arbeit hauptsächlich in der Küche sein - Essensausgabe, -einteilung, Aufräumen... und Küche putzen ("Wir achten sehr auf Hygiene und somit sollte der Kühlschrank auch alle paar Tage ausgewaschen werden")
Vielleicht irgendwann viel später könnte ich auch mal mit jemanden Spazieren gehen, dafür müssten die Bewohner erstmal Vertrauen zu mir gefasst haben usw., so der Wortlaut der Caritas.




:icon_neutral: wieder ein Fall von Ausbeutung von 1 Euro Kräften in Pflegeeinrichtungen.



Ausgeschlossen sind Tätigkeiten, und die Vermittlung von Kenntnissen, die z.B. in der Pflege abrechnungsfähig mit den Kassen sind.
Mit diesem Standardsatz jede reguläre Tätigkeit ablehnen. Mit einem Lächeln naiv stellen und sagen: ich darf nicht putzen, weil ...., ich darf nicht Essen ausgeben, weil ...., ich darf nicht dies und das, weil .....
:icon_daumen: stark bleiben, auch wenn es Stress gibt.
Vorlesen oder Spazierengehen macht mehr Freude als Kartoffeln schälen.


Wenn es ganz hart kommt, folgendes Formular im Anhang hier ausdrucken, die/den Vorgesetzte(n) um Hilfe beim Ausfüllen bitten.



Leider befürchte ich, den Job hast Du nun an der Backe.


 

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#20
Leider habe ich dieses Formular der Caritas bereis unterschrieben.... -.-

Und wie man mir mitteilte, sollte meine Arbeit hauptsächlich in der Küche sein - Essensausgabe, -einteilung, Aufräumen... und Küche putzen ("Wir achten sehr auf Hygiene und somit sollte der Kühlschrank auch alle paar Tage ausgewaschen werden")
Vielleicht irgendwann viel später könnte ich auch mal mit jemanden Spazieren gehen, dafür müssten die Bewohner erstmal Vertrauen zu mir gefasst haben usw., so der Wortlaut der Caritas.
:icon_hmm: Schau Seelchen, das was alles nicht so gut, was du da gemacht hast. Aber der Vertrag mit der Caritas ist nicht so wichtig. Wichtig ist die ARGE, der du unterschrieben hast, dass du den EEJ machen willst, und wichtig ist, dass du bei der Caritas schon angetreten bist.

Jetzt gib mal das Schreiben mit der Ablehnung aus Posting 8 ab, das ich dir geschrieben habe. Und morgen würde ich die Caritas anrufen und denen sagen: "Ich kann bei Ihnen vorerst nicht anfangen, weil die Zuweisung der ARGE zum EEJ nicht korrekt war. Außerdem habe ich eine Beschäftigung gefunden".

Im Anschluss wird die ARGE dir Ärger machen:

1. Weil du die EGV schon unterschrieben hast
2. Weil du den Job abgelehnt hast
3. Weil du bei der Caritas angetreten bist und abgesagt hast.

Mag ja alles stimmen. Aber:

1. Die Zuweisung, die man dir übergab, war wirklich nicht korrekt
2. Der Job stellte sich im nachhinein als "nicht zusätzlich" heraus (d.h. er ist rechtswidrig, den gem. dem Gesetz darf er keine Arbeitsplätze verdrängen. Küchenarbeit kann nicht liegenbleiben; sie verdrängt einen Arbeitsplatz)
3. Du hast einen Minijob, der Vorrang hat.

Nun kann ja ein Amt sehr hartnäckig sein und die werden auf deren Argumente pochen, damit sie dich sanktionieren können. Mit aller Wahrscheinlichkeit werden sie dir eine "Anhörung zur Prüfung, ob die leistung gesenkt werden muss" schicken, damit du erklärst, weswegen du nicht angetreten bist. Da schreibst du dasselbe wie in der Ablehnung aus POsting 8 nochmal rein. Die wollen es eben 2 x hören.

Ich vermute, die werden trotzdem einen Sanktionsbescheid schicken, weil du ja schließlich schon bei der Caritas warst. Stimmt ja auch; das rechtfertigt aber nicht, dass du einen rechtswidrigen Job antreten musst. Wenn du den Sanktionsbescheid hast, dann gehe bitte sofort zum Fachanwalt für Sozialrecht. Mit einem Beratungsschein vom Amtsgericht kostet dich das alles 10 Euros und keinen Pfennig mehr. Der schreibt dir den Widerspruch und eine Klage im Eilverfahren, "weil deine Existenz durch die Kürzung nicht gesichert ist". In ca. 4 Wochen hast du das Geld der Kürzung wieder zurück. DAs kann ich dir so ziemlich sicher sagen.

Das ist alles ein nerviger Weg. Du hast dich aber schon zu sehr in diesen Job reingekniet. Das wäre viel leichter gewesen, das gleich am Anfang, als nur die Zuweisung vorlag, abzuwehren. Bitte scheue auch nicht den Anwalt. Lass dir das nicht gefallen, denn das ist alles nicht so schwer. Nur nervig.
 

redfly

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#21
Wenn du den Sanktionsbescheid hast, dann gehe bitte sofort zum Fachanwalt für Sozialrecht. Mit einem Beratungsschein vom Amtsgericht kostet dich das alles 10 Euros und keinen Pfennig mehr. Der schreibt dir den Widerspruch und eine Klage im Eilverfahren, "weil deine Existenz durch die Kürzung nicht gesichert ist". In ca. 4 Wochen hast du das Geld der Kürzung wieder zurück. DAs kann ich dir so ziemlich sicher sagen.
Gegen eine Kürzung läuft erstmal nur ein Widerspruch, evtl. ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim Sozialgericht. Dafür bekommt man bei uns keine Beratungshilfe mehr. Die Rechtsantragstelle schickt die Betroffenen erstmal zu Sozialberatungsstellen, z.B. bei der Diakonie. Und ob ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz überhaupt Erfolg hat, hängt von vielen Faktoren ab. Sollte bei einer Kürzung i. H. v. 30% der massgeblichen Regelleistung zusätzlich Erwerbseinkommen vorhanden sein (Freibeträge), oder Mehrbedarfe, ist keine Eile mehr geboten.

Also, so einfach ist das mit der Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe nicht mehr. Ich schreibe das hier aus eigener Erfahrung!
 
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ExitUser

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#22
Gegen eine Kürzung läuft erstmal nur ein Widerspruch, evtl. ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim Sozialgericht. Dafür bekommt man bei uns keine Beratungshilfe mehr. Die Rechtsantragstelle schickt die Betroffenen erstmal zu Sozialberatungsstellen, z.B. bei der Diakonie. Und ob ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz überhaupt Erfolg hat, hängt von vielen Faktoren ab. Sollte bei einer Kürzung i. H. v. 30% der massgeblichen Regelleistung zusätzlich Erwerbseinkommen vorhanden sein (Freibeträge), oder Mehrbedarfe, ist keine Eile mehr geboten.

Also, so einfach ist das mit der Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe nicht mehr. Ich schreibe das hier aus eigener Erfahrung!
Es trifft zu, dass einige Kommunen etwas anders handeln. Bitte entmutige hier aber deswegen nicht einen User, denn in den meisten Orten funktioniert dss noch mit dem Beratungsschein und dem Anwalt. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann wendet sich Seelchen mit Sicherheit hier wieder ans Forum und so einen Widerspruch mit EA schaffen wir hier ja wohl noch mit links. Oder hattest du vor, einen hilfesuchenden Leistungsempfänger hängen zu lassen? Der Anwalt ist eben eine Person, vor der ein Amt etwas mehr Respekt hat und wir wollen hier im Forum den Anwälten auch nicht die Arbeit wegnehmen. Dürfen wir auch gar nicht.
 

redfly

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#23
Die Hilfe und Unterstützung steht natürlich an erster Stelle. Aber, hier im Forum wird immer schnell dazu geraten sich einen Beratungsschein zu besorgen. Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass es in den letzten 3 Jahren immer schwieriger wurde. Damals funktionierte alles noch problemlos, beim zweiten Mal gab es schon dumme Rückfragen vom Amtsgericht, und beim dritten Mal gab es gar keine Beratungshilfe mehr. Dabei bezog sich das Amtsgericht per Beschluss auf das Beratungshilfegesetz.
 
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#24
Im Anschluss wird die ARGE dir Ärger machen:

1. Weil du die EGV schon unterschrieben hast
2. Weil du den Job abgelehnt hast
3. Weil du bei der Caritas angetreten bist und abgesagt hast.

Mag ja alles stimmen. Aber:

1. Die Zuweisung, die man dir übergab, war wirklich nicht korrekt
2. Der Job stellte sich im nachhinein als "nicht zusätzlich" heraus (d.h. er ist rechtswidrig, den gem. dem Gesetz darf er keine Arbeitsplätze verdrängen. Küchenarbeit kann nicht liegenbleiben; sie verdrängt einen Arbeitsplatz)
3. Du hast einen Minijob, der Vorrang hat.
[ Zitat:
1. Die Zuweisung, die man dir übergab, war wirklich nicht korrekt ]

Der Heranziehungsbescheid zur MAE muss inhaltlich hinreichend bestimmt sein
(§ 33 SGB X) und mindestens folgendes beinhalten: Erlassende Behörde, durchführenden Träger, Beschreibung der Tätigkeit, Arbeitsort, Arbeits-Zeiten, Gesamtdauer der Maßnahme und die Höhe der Aufwandsentschädigung.


So kann etwa eine mangelhafte Beschreibung der angebotenen Tätigkeit Grund genug sein, die Stelle abzulehnen.
hier lt. EGV: Beschreibung/Anforderungen:
Mitarbeit im Bereich Betreuung und Pflege in verschiedenen Einrichtungen der Caritas.

// Eine genauere Beschreibung der Tätigkeit wurde dem Träger/Caritas überlassen u. dort wurde die Art der Tätigkeiten hinreichend erklärt.

Es wird allgemein so verfahren, ob korrekt ist eine andere Sache. Den Job bei der ARGE abzulehnen, weil der ganz Klumpatsch von Verrichtungen/Tätigkeiten nicht in der EGV steht, halte ich persönlich für sehr hoch gepokert.

________________________________________________________

[ Zitat:
2. Der Job stellte sich im nachhinein als "nicht zusätzlich" heraus (d.h. er ist rechtswidrig, den gem. dem Gesetz darf er keine Arbeitsplätze verdrängen. Küchenarbeit kann nicht liegenbleiben; sie verdrängt einen Arbeitsplatz) ]

Grundsätzlich ist der Job erst mal nicht rechtswidrig. Die Vermutung liegt natürlich nahe u. in der Realität wird es auch so sein.
Aber noch wurde der Job nicht ausgeführt, der Kühlschrank nicht geputzt, das Essen noch nicht ausgegeben.

Mit dem Argument (2.) können entsprechende Tätigkeiten abgelehnt werden. Auf das Kriterium der Zusätzlichkeit kann gepocht werden und statt Essen ausgeben ist Spazierengehen angesagt.

__________________________________________________________

3. Du hast einen Minijob, der Vorrang hat.

Vielleicht nicht wirklich. Alles eine Frage der Auslegung.


___________________________________________________________




:icon_kinn: sollte alles vorher gut überlegt werden
auch der Beitrag von redfly sollte berücksichtigt werden


:icon_daumen: Seelchen, .... eine Entscheidung kann Dir keiner abnehmen aber du hast hier sicher genug Anregungen bekommen, um für Dich eine Lösung zu finden.


Learning by Doing
 

Seelchen

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#25
Es geschehen doch noch Wunder.....

Ich habe mich vorhin dazu durchgerungen bei der ARGE anzurufen und der Dame dort ganz freundlich von meinem Minijob erzählt, wie wichtig er für mich ist, das ich dort evtl. die Chance habe irgendwann mehr Stunden zu arbeiten (stimmt allerdings leider nicht...), jedoch auch sehr variable Arbeitszeiten hätte - habe eigentlich durchweg nur positives von dem Minijob erzählt.

Dann kam der Moment als sie meinen Eurojob erwähnte den ich doch antreten sollte.... da habe ich ihr einfach ganz klar erklärt, das der Minijob Vorrang für mich hätte und er mich wesentlich weiter bringen würde als der Job bei der Caritas usw.
Scheinbar muss ich dermaßen überzeugend gewirkt haben, das sie dann irgendwann meinte "Okay, dann werde ich gleich bei der Einrichtung anrufen und sagen, das sie einen Minijob aufnehmen und dort nicht mehr erscheinen werden"
Da fiel mir ein echt riesiger Stein vom Herzen...

Hätte sie anders reagiert, dann wäre nächste Woche das Schreiben von "Mobydick" auf ihrem Schreibtisch gelandet.

Ich danke euch jedenfalls sehr, das ihr mir alle so geholfen habt, denn ohne einiges Wissen was ich hier erlangt habe, wäre das Gespräch vielleicht doch ganz anders ausgefallen....
 
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#26
Das klingt ja alles sehr positiv und ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber das war alles nur mündlich! Mit einer SB kommuniziet man schriftlich. Hast du denn den Job bei der Caritas bei der SB schriftlich abgelehnt? Dann teile der SB jetzt auch schriftlich mit, dass du einen Job gefunden hast, der Vorrang hat. Kannst dich ja auf das geführte Telefonat beziehen ("Wie telefonisch bereits mitgeteilt, wollte ich nur noch verbindlich mitteilen, dass ich ab Montag eine geringfügige Beschäftigung aufnehmen werrde, die sich zeitlich nicht mit dem EEJ vereinbaren lässt. Diese Job hat Vorrang. Ich bitte Sie, die entsprechen Verfahren für den Nicht-Antritt der Maßnahme einzuleiten").

Wenn es nämlich hart auf hart geht, kann sich die Frau an nichts mehr erinnern! Und gebe das bitte nachweislich ab.
 

Mario Nette

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#27
Und nenne das Ding im Schreiben "Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung" und nicht "Ein-Euro-Job". Wir sind doch alle fachlich kompetent. Das können wir ruhig zeigen :icon_smile:

Mario Nette
 
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Gast
#28
Wenn ich ganz ehrlich sein soll: Ich nenne es bewusst "Ein-Euro-Job". Ich entwerte es dorthin wo es hingehört.
 
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#30
Gegen eine Kürzung läuft erstmal nur ein Widerspruch, evtl. ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim Sozialgericht. Dafür bekommt man bei uns keine Beratungshilfe mehr. Die Rechtsantragstelle schickt die Betroffenen erstmal zu Sozialberatungsstellen, z.B. bei der Diakonie. Und ob ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz überhaupt Erfolg hat, hängt von vielen Faktoren ab. Sollte bei einer Kürzung i. H. v. 30% der massgeblichen Regelleistung zusätzlich Erwerbseinkommen vorhanden sein (Freibeträge), oder Mehrbedarfe, ist keine Eile mehr geboten.

Also, so einfach ist das mit der Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe nicht mehr. Ich schreibe das hier aus eigener Erfahrung!

Wenn es um Anträge auf eine Einstweilige Anordnung vorm Sozialgericht geht, den ein Anwalt beantragen soll, ist sowieso kein Beratungshilfeschein mehr nötig. Hier greift nämlich sofort die Prozesskostenhilfe. Daher braucht man bei einer Klage oder einer EA keinen Beratungshilfeschein, sondern Prozesskostenhilfe. Das macht dann sowieso der Anwalt. Also muss man sich keine Gedanken machen. Ein Anwalt der eine EA bei Gericht über die PKH in Betracht zieht, wird dies nur tun, wenn die Sache Aussicht auf Erfolg hat. Denn nur dann wird die PKH vom Gericht genehmigt.
 
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#31
Und wie man mir mitteilte, sollte meine Arbeit hauptsächlich in der Küche sein - Essensausgabe, -einteilung, Aufräumen... und Küche putzen ("Wir achten sehr auf Hygiene und somit sollte der Kühlschrank auch alle paar Tage ausgewaschen werden")
Das sind exakt die Tätigkeiten, die ich hhmmmm `95 (?) in meiner SVpflichtigen Tätigkeit als Stationshilfe ausgeführt hatte.

Hab damals rund 2000,- DM netto ! verdient.

Unbedingt melden und öffentlich machen....... da werden ja noch mehr von der Sorte "beschäftigt" sein.

Wer hatte hier kürzlich den link eingestellt, wo das zu melden ist ? ! ? :confused:

Guckt Seelchen hier überhaupt noch rein....???
 
E

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Gast
#32
Und wie man mir mitteilte, sollte meine Arbeit hauptsächlich in der Küche sein - Essensausgabe, -einteilung, Aufräumen... und Küche putzen ("Wir achten sehr auf Hygiene und somit sollte der Kühlschrank auch alle paar Tage ausgewaschen werden")

Das sind exakt die Tätigkeiten, die ich hhmmmm `95 (?) in meiner SVpflichtigen Tätigkeit als Stationshilfe ausgeführt hatte.

Hab damals rund 2000,- DM netto ! verdient.

UNbedingt melden und öffentlich machen....... da werden ja noch mehr von der Sorte "beschäftigt" sein.

Wer hatte hier kürzlich den link eingestellt, wo das zu melden ist ? ! ? :confused:
Kundenreaktionsmanagement oder BA?
 
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