Eure Erfahrungen mit Sinnlosmaßnahmen

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Celeste

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Mich würde mal interessieren, was für schlechte Erfahrungen ihr so in Sinnlosmaßnahmen gemacht habt, ich fasse hier mal meine zusammen:

DAA:
kein eigener Raum vorhanden, da wurde eine Trennwand aufgestellt, und so aus dem Pausenraum ein Arbeitsraum geschaffen, 2 PCs aufgestellt für 10 Teilnehmer, mittags ging es dann in die Übungsfirma, wo man nur herumsaß und die Zeit totschlug.

Bürgerhaus meiner Stadt:

Ein Euro Job, ein halbes Jahr lang, an veralteten PCs waren die Teilnehmer sechs Stunden am Tag sich selbst überlassen, der sogenannte Kursleiter sagte "Surft ruhig im Internet, oder macht was ihr sonst wollt, das Geld für euch bekommen wir auch so, und so wird es hier für uns alle angenehmer."

Club Aktiv:

2 monatige Maßnahme von 8 bis 12 Uhr täglich, uralte Laptops, vermutlich aus den späten 90 ern, jeweils 2 Teilnehmer mussten sich so einen Schrott PC teilen, und ich finde das geht gar nicht, wenn man seinen Lebenslauf unter den Augen einer wildfremden Person erstellen muss, man durfte eine völlig fehlerfreie Bewerbung erst nach einer STunde, wenn einer der Dozenten Zeit hatte sie anzuschauen, abschicken. Dann gab es noch eine sogenannte Stilberatung, bei der wir vor allen vorgeführt wurden, und uns gnadenlos gesagt wurde, was wir an unserer Kleidung und Frisur verbessern könnten, fast jeder wurde da heruntergemacht.

2 montatiges Bewerbertraining vom Bürgerservice:

uralt PCs, die ständig abstürzten, Ausmalen von Mandalas, Schreiben von Aufsätzen nach dem Motto "Wie stelle ich mir meine Zukunft vor", ansehen von Bewerbungstrainingsvideos.
 

BiancaBerlin

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Mich würde mal interessieren, was für schlechte Erfahrungen ihr so in Sinnlosmaßnahmen gemacht habt.

Ich selbst noch keine, obwohl meine SB vor einigen Monaten großes Interesse zeigte, mich bei Context unterzubringen. :icon_evil: Allerdings hat es einen Bekannter von mir gerade erwischt, und er sitzt genau bei diesem Maßnahmträger schon seit Monaten seine Zeit ab. Mehr als die Hälfte haben inzwischen aus verschiedenen Gründen (Krankheit, Abbruch trotz Sanktion etc.) aufgehört. Er will auch schon seit längerem weg, aber zögert noch.
 
E

ExitUser

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Eure Erfahrungen mit Sinnlosmaßnahmen
steht hier als Überschrift !

@ Früchtle , @ BiancaBerlin
Warum schreibt ihr hier wenn ihr nichts zum Thema beitragen könnt ? :icon_dampf:= Spam

Meine letzte Maßnahme hat zwei Wochen ( 2007 ) gedauert . Wo die SB meine Arbeitswiliigkeit testen wollte . :icon_party:

Beim https://www.bfw-hamburg.info/ . Ein Gewerkschaftsbetrieb !

Mit dem Ergebnis konnte ich mich vor sinnlosen Bewerbungen schützen : " Herr ..... ist belastbar für mittelschwere Tätigkeiten in möglichst wechselnder Körperhaltung " .

Den nachfolgenden " Kurs" von acht Monaten konnte ich erfolgreich verhindern .
---------------------
Schlussendlich für das JC ein Eigentor ! :cool:
 

Celeste

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@all

Danke für eure Postings, ich finde es interessant zu sehen, was ihr so für Erfahrungen gemacht hat, und interessant finde ich auch, dass einige von euch bisher Maßnahmen erfolgreich abwehren konnten.

@Früchtle

Konntest du Maßnahmen wirklich alleine durch das Befolgen der tipps hier im Forum abwehren? Dann sollte ich das auch mal ausprobieren...vielleicht ist es ja wirklich so, dass die SB nur Leute in diese Maßnahmen schicken, die nicht dagegen widersprechen, und die anderen aus Angst vor Gerichtsverfahren lieber in Ruhe lassen.
 

Buerosklave

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FAW

Maßnahme "Berufliches Integrationszentrum". Da hockt man 2 Tage in der Werkstatt,wo man meist irgendwelche Holzarbeiten für Vereine oder Kommunen in der Umgebung macht. Z.B. "Pokale" für einen Ski-Langlauf-Wettbewerb oder Wegweiser mit eingefrästen Buchstaben usw. Die anderen 3 Tage hockt man im Unterrichtsraum am Computer und surft mehr oder weniger planlos im Internet rum. Offiziell soll man da mit Hilfe einiger stupider Selbstlern-Module im Internet so eine Art "Eignungsprüfung" für anschließende andere Maßnahmen machen. Die dort gestellten Aufgaben sind aber so einfach, daß ich 90% davon schon nach nichtmal 1,5 Wochen fertig hatte (vorgesehen sind dafür 10 Monate!). Darüber,wie es weitergeht, gibts unterschiedliche Aussagen: Das JC sagt,daß es anschließend angepasste Fortbildungen in gesonderten Maßnahmen gibt. Der Maßnahmeträger sagt, daß er selbst die passenden Fortbildungen im Rahmen dieser Maßnahme macht. Soweit ich das von den anderen Teilnehmern erfahren habe (die schon 7 Monate da sind), haben aber nur 2 der insgesamt 17 Teilnehmer tatsächlich weitergehende Kurse bekommen (und die mussten hart drum kämpfen). Den Grund kann man sich denken: Die Aufbaukurse sind nicht kostenlos und diese Kosten würde der Maßnahmeträger gern sparen. Das werden also noch 9 lange Monate für mich.
Unterricht im klassischen Sinne findet gar nicht statt. Es kommt zwar 1x pro Woche ein "Pseudo-Dozent", aber der ist nicht mehr als anwesend, Unterricht macht der nicht. Dafür schlägt fast jede Woche irgendein Hansel von irgendeiner Zeitarbeitsfirma da auf und will uns anwerben. Manchmal bin ich richtig froh, auf dem Land zu wohnen und kein Auto zu haben....und die Nummer mit den Fahrgemeinschaften brauchen sie gar nicht erst anfangen,das funktioniert sowieso nur selten.
 

Celeste

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@Bürosklave

Deine Maßnahme dauert 10 Monate? :eek::icon_kotz:
Meine dauerten immer ca. 3 Monate, und die ein Euro Jobs ein halbes jahr.
10 Monate Maßnahme, das hält man ja nicht aus..hast du mal über einen oder mehrere Arztbesuche nachgedacht? Ich an deiner Stelle würde mich krankschreiben lassen, anstatt in dieser Sinnlosmaßnahme meine Zeit abzusitzen.
Wie viele Stunden am Tag musst du denn dorthin?
Versuch es doch mal mit Sehnenscheidenentzündung, kann bis zu vier Wochen Attest geben, und für den Arzt ist es nicht ersichtlich, ob du die wirklich hast oder nicht. Kriegst dann zwar einen Gips, kannst aber dafür einen Monat zuhause bleiben.
In einer der Maßnahmen in denen ich war, war auch so ein Dozent, der kam nur zweimal die Woche und machte gar nichts, surfte selbst im Internet rum und sagte uns, dass wir das auch tun könnten.
 

hartz4shredder

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Hallo,

u.a. war ich schon in einer Maßnahme(MaE) zur Erstellung einer Broschüre.Das Ding lief ein Jahr und 3 Monate, 40 Std/ Woche.Dort wurden oft Leute zugewiesen, die überhaupt nicht zur Maßnahme passten, u.a. auch Leute, die nicht mal richtig Deutsch konnten(bitte nicht missverstehen, ich beziehe mich alleine nur darauf, dass die Maßnahme für Leute die kein Deutsch können völlig sinnlos war).Da ging es nämlich nur darum die Maßnahme voll zu bekommen.

EDV Geräte waren für die Maßnahme sehr notwendig aber völlig veraltet(noch mit Win95 und 98,mehrmalige PC-Abstürze am Tag garantiert!) und auch die musste man sich mit anderen teilen.

Da über ein Jahr lang für die Erstellung einer Broschüre selbst für Laien völlig überzogen ist, mussten wir die überwiegende Zeit auch "todschlagen", d.h. 8 Stunden absitzen und mit den veralteten PC's im Web surfen.Zu Arbeiten gab es kaum was, wenn hochkam höchstens 1-2 Stunden pro Tag.Viele haben garnichts gemacht ausser Surfen, was ich aber auch verstehen konnte, weil die meisten Teilnehmer überhaupt nicht zur Maßnahme passten.
Da haben das Hartz 4 und die 150 Euro Entgeltzuschlag auch nicht darüber hinweg getröstet.Meine Gesundheit und Psyche waren danach nämlich ganz unten.Vor allem wenn man hautnah erfährt, dass es dem MT nur um die Zuschüße geht und dem Jobcenter nur um das Drücken der Arbeitslosenzahlen.

Außerdem war ich auch davor bei einer Bewerbungsmaßnahme des bbw's(völlig nutzlos!).2 Wochen Bewerbungstraining plus Praktikum(1 Monat), was man sich selbst suchen musste oder durfte.
Das Bewerbungstraining war völlig für die Katz, vor allem für mich.Ich war davor schon bei einem anderen MT für 2 Wochen Bewerbungstraining.Dieses Bewerbungstraining (davor) war auch sehr nützlich für mich bzw. gab es individuelle Betreuung der zuständigen Pädagogin.Und sie hatte auch Ahnung von Bewerbungen, die Gruppe war relativ klein, EDV Geräte nicht veraltet.Zudem hatte ich davor auch einen Bedarf an Bewerbungstraining.

Das Bewerbungstraining beim bbw(danach) war eher das Gegenteil.Eine "selbstständige", junge Dozentin(wahrscheinlich ohne die Arbeit im Zeitraum beim bbw sonst auch arbeitslos) wollte unsere Bewerbungen optmieren, schien aber nicht so viel Ahnung davon zu haben, auch wenn sie ganz freundlich war.
Die Maßnahmenleiterin(auch Chefin der dortigen Zweigstelle) hat auch manchmal "den Unterricht" übernommen, wirkte aber sehr unfreundlich und lustlos.Ich habe jedenfalls schnell bemerkt, dass es kaum um eine spätere Arbeitsaufnahme ging.Das ausgesuchte Praktikum war nämlich völlig egal, hauptsache jeder hat ein Praktikum.
Dort (beim bbw) waren auch überwiegend Leute, die keine Lust/Bedarf auf die Maßnahme hatten bzw. viele Arbeitslose denen von ihren SB's eine Umschulung für danach versprochen wurde(auch ein Anzeichen dafür, dass eine spätere Arbeitsaufnahme durch die Maßnahme eher zweitrangig war).Ob sie danach ihre gewünschte Umschulung bekamen, ist nochmal eine andere Frage oder ein dickes Fragezeichen wert.

MFG

Hartz4shredder
 
G

gast_

Gast
Dort wurden oft Leute zugewiesen, die überhaupt nicht zur Maßnahme passten, u.a. auch Leute, die nicht mal richtig Deutsch konnten(bitte nicht missverstehen, ich beziehe mich alleine nur darauf, dass die Maßnahme für Leute die kein Deutsch können völlig sinnlos war)
Das habe ich vor gar nicht langer Zeit erst einem SB, der jemanden, der kein deutsch spricht, in eine Maßnahme gesteckt hat, wo er ohne Deutschlenntnisse absolut fehl am Platz war, klar gemacht.

Mal wieder eine Sinnlosmaßnahme abgewehrt!

Der SB hat gewußt bzw. wissen müssen, daß sie kein Deutsch sprach.

Warum wurde kein Deutschkurs angeboten? :icon_neutral:
 
E

ExitUser

Gast
@ Celeste = Konntest du Maßnahmen wirklich alleine durch das Befolgen der tipps hier im Forum abwehren?
Wer hier seit 2008 unterwegs ist mit 21.290 Beiträgen sollte sich mit allen Facetten der Gegenwehr auskennen !

Sollte man meinen ! :cool:

Doch mein Eindruck ist ein anderer . :icon_kotz: Beitrag Maximierung steht hier im Vordergrund und Informationen sammeln .

Und nicht darum anderen wirklich helfen zu wollen . :icon_dampf:

Auf der anderen Seite stehend ( JC ) ist hierbei nur eine Vermutung ? :icon_neutral:
 

Buerosklave

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@Bürosklave

Deine Maßnahme dauert 10 Monate? :eek::icon_kotz:
Meine dauerten immer ca. 3 Monate, und die ein Euro Jobs ein halbes jahr.
10 Monate Maßnahme, das hält man ja nicht aus..hast du mal über einen oder mehrere Arztbesuche nachgedacht? Ich an deiner Stelle würde mich krankschreiben lassen, anstatt in dieser Sinnlosmaßnahme meine Zeit abzusitzen.

Die Maßnahme begann eigentlich im September, aber ich war gleich zu Beginn schon 2 Monate krank (Gallen- und Nierenprobleme,sowie Verdacht auf Herzinfarkt). Als "Dank" hat meine FM diese 2 Monate gleich an die Maßnahme drangehängt. Eine andere Teilnehmerin ist schon seit August Krankgeschrieben, ohne daß sie aus der Maßnahme rausgenommen wurde. Momentan wäre die einzige Chance auf medizinischem Wege, daß ich's mal auf die Psychoschiene versuche. Die Maßnahme belastet mich nervlich extrem. Das geht soweit,daß ich mit schöner Regelmäßigkeit Herzprobleme bekomme, wenn ich nur an diese Maßnahme denke. Ich hab den gleichen Mist ja vor 2 Jahren schonmal gemacht und hatte schon damals die gleichen Probleme, was so schlimm war,daß ich nichtmal meinen Minijob mehr vernünftig ausüben konnte, da ich abends nervlich am Ende war. Und seitdem wurden die Bedingungen in der Maßnahme verschärft und auch mein Arbeitspensum ist gestiegen. Es ist also keine Frage, OB ich irgendwann wieder zusammenklappe, sondern nur, WANN das der Fall ist. Aber wie fängt man sowas am Besten an ? Normale Hausärzte sind für stressbedingte psychische Probleme kaum empfänglich und wenn ich mich direkt an einen Psychologen warte,gibts da meist monatelange Wartelisten. Ob ich das bis dahin aushalte ?
 

Celeste

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@Bürosklave

Mir gehts genau wie dir, mir machen diese maßnahmen so sehr zu schaffen, dass auch ich körperliche Probleme habe, Kreislaufprobleme, Ohnmachtsanfälle..in einer Maßnahme wäre ich mal beinahe umgekippt, aber kein Arzt hat etwas gefunden, ich bin offiziell kerngesund, das muss also psychisch sein.
Du hast dagegen ernsthafte Herzprobleme, und ich finde, in diesem fall ist dir so eine Maßnahme nicht zuzumuten, deine Gesundheit geht schließlich vor.
Du solltest versuchen, dir einen verständnisvollen Hausarzt zu suchen, selbst wenn du zu mehreren Ärzten gehen musst, wenn du den richtigen findest, schreibt der dich auch mal ein halbes Jahr und länger krank.
Was für eine bittere Ironie das doch ist...wir Elos sollen mit den Maßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden..aber das GEgenteil ist der fall, gerade diese Maßnahmen sind es, die uns psychisch krank und arbeitsunfähig machen.

In einem anderen Forum gab mir übrigens jemand den Tipp, dass die Arge jeden Elo ein halbes jahr von Maßnahmen und Terminen freistellen könnte, wenn man seinen SA daraf anspricht...in diesem halben Jahr würde man nicht belästigt werden und hätte seine Ruhe und Zeit, sich einen Therapieplatz zu suchen, und wieder zur Ruhe zu kommen. Die SA würden das ihren Kunden aber nicht sagen, weil sie es nicht wollen, dass davon Gebrauch gemacht wird. Ich weiss nicht, ob das stimmt, aber die Person schrieb mir, das wäre auf jeden Fall so. FAlls es stimmen sollte, wäre dieses halbe jahr Ruhe doch auch für dich eine Option.
 

Buerosklave

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@Bürosklave

aber kein Arzt hat etwas gefunden, ich bin offiziell kerngesund, das muss also psychisch sein.

Ja...so in etwa gehts mir auch. Ich habe diese körperlichen Symptome, die aber meist genausoschnell weggehen, wie sie gekommen sind. 2 Tage nach Einlieferung ins Krankenhaus ließ sich noch was feststellen,danach war alles wie weggeblasen. Daß es psychisch sein muss,hab ich insbesondere in der Phase der Krankschreibung gemerkt, die im Wochentakt verlängert wurde. Wenn ich Montags wieder zum Doc musste und eventuell eine Gesundschreibung "drohte", fingen am Samstag davor die Probleme wieder an...und waren schnell verschwunden,wenn ich eine weitere Woche krankgeschrieben wurde. Wenn das kein eindeutiges Indiz für die Ursache ist, dann weiß ich's nicht. Jede Faser meines Körpers sträubt sich gegen diese Maßnahme,weil sie nicht mehr als Beschäftigungstherapie ist.


Was für eine bittere Ironie das doch ist...wir Elos sollen mit den Maßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden.

Wenn einem wenigstens was beigebracht würde,ginge es ja noch. Was mich an solchen Maßnahmen annervt ist die Tatsache,daß man nur rumsitzt und die Zeit totschlägt. Desweiteren nervt einen das Gefühl, ständig irgendwie unter Beobachtung zu stehen,weil die Maßnahmeleitung natürlich nur auf Verfehlungen wartet und sofort an die FM schreibt, welche dann selbst nur auf einen Sanktionsgrund wartet. Das stresst ungemein. Das ist das,was einem die Öffentlichkeit nie wirklich abnimmt: Elo zu sein,kann krank machen.


In einem anderen Forum gab mir übrigens jemand den Tipp, dass die Arge jeden Elo ein halbes jahr von Maßnahmen und Terminen freistellen könnte,

Gute Idee, wusste bislang nicht,daß es sowas gibt. Werde mich da mal schlau machen.
 

hartz4shredder

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@Celeste
Mir gehts genau wie dir, mir machen diese maßnahmen so sehr zu schaffen, dass auch ich körperliche Probleme habe, Kreislaufprobleme, Ohnmachtsanfälle..in einer Maßnahme wäre ich mal beinahe umgekippt, aber kein Arzt hat etwas gefunden, ich bin offiziell kerngesund, das muss also psychisch sein.
Das kann ich selber nur bestätigen.Ich hatte selber nicht nur körperliche sondern vor allem auch psychische Probleme, was ich immernoch nicht ganz überwunden habe(z.B. sind bei mir enorme Schlafstörungen die Regel).


@Früchtle
Es ging halt nur darum die Maßnahme aufzufüllen.Ob die Maßnahme für die Teilnehmer(mit geringen bis garkeinen Deutschkenntnissen) zumutbar war, war wohl völlig irrelevant.
 

BiancaBerlin

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Es ging halt nur darum die Maßnahme aufzufüllen.Ob die Maßnahme für die Teilnehmer (mit geringen bis garkeinen Deutschkenntnissen) zumutbar war, war wohl völlig irrelevant.

Das kann ich bestätigen, daß es - in diesem Fall wieder bei Context - nur darum geht, die Maßnahme aufzufüllen, also die Anzahl der Teilnehmer konstant zu halten, für die das JC in dem eingekauften Zeitraum bezahlt. Zum Beispiel bei mir wäre das der Zeitraum vom 27. August 2012 bis 22. Mai 2013, in dem mich meine SB verzweifelt aber bisher erfolglos versucht, beim MT zwölf Wochen unterzubringen. Immer, wenn jemand "freiwillig" abbricht oder sich aus Verzweiflung in einen ungeliebten und prekären Job flüchtet, werden aus den zugewiesenen, aber noch nicht untergebrachten Elos neue Opfer gesucht.

Zu einigen Maßnahmeteilnehmern wußte mein Bekannter vorhin noch zu berichten, daß nicht wenige Dozenten aus Angst sich nicht trauen, ihnen Anweisungen zu erteilen, weil sie um die schwelende Wut und die aufladene Atmosphäre durch die Zwangsmaßnahme wüßten. In seiner Gruppe wäre von den Leuten teilweise gemacht worden, was ihnen Spaß macht. Tja, es schien niemand riskieren zu wollen, nach Feierabend noch den Reifen an seinem Auto wechseln zu müssen. :icon_wink:
 

Buerosklave

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Immer, wenn jemand "freiwillig" abbricht oder sich aus Verzweiflung in einen ungeliebten und prekären Job flüchtet,

Genau das scheint das Ziel derartiger Zuweisungen zu sein. Offiziell heißt das dann "Motivationssteigerung" und wird oft genug sogar als Erfolg der Maßnahme gewertet.

Die schlimmsten Dozenten sind die, die ins gleiche Horn reinblasen wie die Knalltüten in den Jobcentern und Medien. Ihr wisst schon: die Arbeitslosen sind alle selbst Schuld an ihrer Lage, wer arbeiten will,findet Arbeit usw.
Die Krönung sind aber die Dozenten, die meinen, daß man für jeden noch so lächerlichen Betrag, den das Jobcenter einem zahlt, jederzeit durch jeden brennenden Reifen springen müsse.
 

bigjoker591

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Aktivierungsmaßnahme

Ich habe von 10.12.12 bis 29.01.2013 eine Aktivierungsmaßnahme gemacht.

Naja unsere Gruppe bestand aus 4 Personen. in unseren raum saßen noch 2 andere maßnahmen einmal eigentlich 10 personen (davon kam 1 regelmäßig und 2 ab und zu und rest gar nicht) und die andere gruppe waren ca. 8-10 personen im alter von 30 - 55 jahre.

unser mentor hatte kein plan von computer und deren umgang. die ersten 3 Tage hat er mit mit uns unsere bewerbungsunterlagen auf sein aktuellen stand gebracht.

danach saßen wir den ganzen tag vorm rechner und surften bei facebook und co. email bewerbungen konnte man keine verschicken da das internet ISDN geschwindigkeit (ca. 27 kbps download) hatte, also sehr langsam. ab und zu durften wir denn irgendwelche test lösen und für irgendwelche bekannte von mentor durfte ich mal eine bewerbung schreiben, das unser mentor nicht computer umgehen konnte.

dann wurden wir mal in einen anderen raum vesetzt mit rechner von den jahren 2000 - 2003. und da saßen wir 7h ohne mentor rum.

dann sollten wir uns ein praktikumplatz suchen für 16 tage. gesagt getan. das auch noch absolviert mit bewertung und dann nochmal 2 tage rumsitzen und maßnahme war vorbei.
 

Buerosklave

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AW: Aktivierungsmaßnahme

unser mentor hatte kein plan von computer und deren umgang. die ersten 3 Tage hat er mit mit uns unsere bewerbungsunterlagen auf sein aktuellen stand gebracht.

Das ist ein großes Problem: Mach 10x Bewerbungstraining bei 10 verschiedenen "Dozenten",dann erhältst du auch 10 verschiedene Meinungen, wie die optimale Bewerbung auszusehen hat. Denn immerhin gibts offiziell es keinen verpflichtenden Standard, sondern lediglich "Empfehlungen", was auf jeden Fall in einer Bewerbung drinstehen sollte und was nicht. Die Ergebnisse in den Bewerbungstrainings sind entsprechend. Überspitzt gesagt ist da von "Erzähl einfach nur Bla bla und bloß keine Fakten!" bis hin zu "Natürlich muss der Personalchef wissen, wie der Mädchenname deiner Oma war!" alles dabei.

dann sollten wir uns ein praktikumplatz suchen für 16 tage

Sinn eines Praktikums ist es, erlerntes auch mal in der Praxis anzuwenden. In Wirklichkeit sieht es so aus,daß man als kostenlose Arbeitskraft in den ganz normalen Arbeitsablauf der Firma integriert wird, was eigentlich nicht zulässig ist. Offiziell wird das als "Probearbeiten" tituliert, was aber auch nicht zulässig ist.Denn für ebendiesen Zweck sieht der Gesetzgeber die (zu bezahlende!) Probezeit vor.
 

berlinerbär

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Also wenn keine Weiterbildung/Umschulung in Frage kommt und es den Fallmanagern nur um die geschönte Statistik ankommt, damit sie ihr befristetes Arbeitsverhältnis lange behalten, heisst es im Klartext und Zweifelsfall: schön und immer wieder krankschreiben und ohne Ende, ist leider so im Alg2-System.
Hauptsache nicht durchdrehen und versuchen noch einigermassen normal zu bleiben.Also irgendwie versuchen der Verblödung entgegenzuwirken. Bestes Beispiel und grosses Vorbild unter den Langzeitpatienten: Arno Dübel, er ist ein Meister, der Junge hat es jahrelang geschafft und wirkt auch nach Jahren noch normal, wie kann man sowas aushalten, er beweist aber, dass es geht.l:icon_neutral:
Wer Langzeitpatient ist, ist nicht unnormal, eher ist die Frage, wie man damit umgeht, bzw. es verkraftet.
Dass Arno für krank gehalten wird, ist eine dumme,feige Ausrede für`s Versagen der Politik.
Arno Dübel und Lucky Diamond Rich bei MTV home 08 10 2010 TEIL 1 - YouTube
 

Buerosklave

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Also wenn keine Weiterbildung/Umschulung in Frage kommt und es den Fallmanagern nur um die geschönte Statistik ankommt, damit sie ihr befristetes Arbeitsverhältnis lange behalten, heisst es im Klartext und Zweifelsfall: schön und immer wieder krankschreiben und ohne Ende, ist leider so im Alg2-System.

Wie die Maßnahmeträger darauf reagieren, scheint von der Art der Maßnahme abzuhängen und welche Vertragsmodalitäten zwischen Maßnahmeträger und dem Jobcenter vereinbart wurden. In meiner letzten Maßnahme wurde beispielsweise zwischen MT und JC vereinbart, daß die Maßnahme ohne Zustimmung des Teilnehmers um bis zu 3 Monate verlängert werden kann, wenn das Maßnahmeziel nicht in der normalen Zeit erreicht werden kann. Dadurch ist es dem Maßnahmeträger ziemlich egal, ob ein Teilnehmer zwischenzeitlich erstmal ein paar Monate krank macht. In der Maßnahme davor (gleicher Maßnahmeträger) gabs so eine Klausel nicht, da wurde man nach genau 6 Wochen Krankheit rausgeschmissen.
 

berlinerbär

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Ja, aber da scheint es sich um eine Billigmassnahme zu handeln. Mir hat man aber eine richtig teure Massnahme(Weiterbildung) genehmigt, auf eigenem Wunsch und Argumentation: Merke: Billigmassnahmen und wieder und wieder um den Quengler loszuwerden, das ist auch normale Taktik, aber nicht mit mir.:icon_evil:
 
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