Eure Erfahrungen mit Alg II als Behinderter

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Sani73

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solange die Zuständigkeit nicht feststeht bekommt man gar nichts von der BA.
So war es zumindestens bei mir. Erst wird einem alles so toll vorgegaukelt und dann wird einem immer und immer wieder was von der Zuständigkeit erzählt und das man keine Hilfe bekommt solange die nicht fest steht.

Ich habe bisher nur schlechte Erfahrung gemacht. Meine erste SB, obwohl Rehaberaterin, hat meine Behinderung nicht interessiert. War so dumm und habe sogar eine EGV unterschrieben in der Stand das ich mich auf meinen Beruf bewerben soll, obwohl ich ihr da schon sagte das ich das nicht mehr machen kann.
Als mir das nach einigen Wochen so richtig bewusst wurde, hat man mir dann die Schuld gegeben weil ich das ja alles so wollte. Ja Ja

Der 2. SB war aber auch nicht besser. Weil ich den Gesundheitsfragebogen und meine Befunde ihm nicht vorlegen wollte, hat er mich in die Vermittlungsbörse aufgenommen. Dabei wusste er genau das der Psychologische Dienst davon abgeraten hatte.
Hinterher wieder das gleiche. Der SB hätte das mit mir so abgesprochen und ich wollte das ja so.
 

Achim_

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Hallo liebe Mitleidende !
Da ich versuche die Verbände, Politiker und die Öffentlichkeit auf die Probleme Behinderter mit Alg II hinzuweisen und zu sensibilisieren würde ich Eure Mithilfe brauchen. Sicherlich haben wir hier im Bereich Schwerbehinderte schon einiges an Problemen und Fragen die ich auch immer Zusammenfasse und schildere.
Ich möchte hier aber auch gerne eine "Datenbank" schaffen über den Umgang der Argen, Sozis und AfA´s mit Behinderten.
Wie gehen die mit Euch um?
Freundlichkeit.
Sachverstand.
Problemlösungen.
Förderungen oder nur Forderungen?

Das alles wäre für die Arbeit mit den oben genannten Personen sehr hilfreich. Ich würde mich freuen, wenn Ihr hier Eure Erfahrungen und Erlebnisse einstellen würdet. Nicht auf einzelne Probleme wie sonst, sondern Eure allgemeinen Erfahrungen. Ihr würdet mir und Euch damit sehr helfen.
Ich bin gespannt.
Viele Grüße aus Meck-Pomm
Kalle
Hallo Kalle,
um eine Antwort nach Norm von mir zu verlangen, hast du eine falsche Adresse.
Es geht um die Unterstützungsleisungen des Staates. Da ich gegen den Staat wegen einer Nichtdurchführung der Rehabilitierung vom DDR-Unrecht klage, bekomme ich vom Staat auch keine weitere Förderung.
 

Nimschö

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Mache man sich keine Illusionen: Als Schwerbehinderter wird man am JC genauso unempathisch und ineffizient abgefrühstückt wie alle anderen zu Verarschenden auch.

Da bringt einem der grüne Wisch mit den Prozenten garnichts. OK, woanders bringt der einem auch nichts...
 

Kerstin_K

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Das Problem ist doch eigentlich ganz einfach. Dieser Bürokratieriese Arbeitsargentur bzw. Jobcenter kann nur nach Standard arbeiten. Menschen sind aber kein Standard, erst recht nicht mit Behinderung. Also kann das micht funktionieren.
 
E

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Hallo Katzenfreak,
danke für die ausführliche Antwort.
Da brauche ich mir ja für den Ernstfall JC keine große Sorgen machen.

Sorgen macht mir aber die DRV.
Ich hoffe, dass sie mir eine richtige Umschulung genehmigen.

Laut andeutung des ersten Rehaberaters, soll ich wohl ert mal einen Berufsfindungskurs mitmachen.
Wie immer der auch aussieht.
 

Jenie

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Na dann will ich auch mal :)

Also als ich 2006 das erste Mal Rente bekommen sollte, war es absolut chaotisch mit dem JC. Während der Rentenantrag lief, den die Klinik damals stellte, versuchte das JC mich immer wieder dahingehend zu nötigen eine EGV zu unterschreiben.

Dies tat ich nicht und verwies auf die Krankmeldung meines Arztes. In Rente kam ich wegen einer PTBS. Man warf mir vor ich sei Schauspieler und wirke nicht Krank etc. Man versuchte mir mit der damaligen Rehaabteilung des JC ein Blatt unterzuschieben auf dem ich eine konkrete Aussage tätigen sollte mit Unterschrift, wann ich wieder gesund sei. ]

Auch dies bügelte ich immer wieder ab und wies daraufhin das mein Arzt entscheidet wann ich gesund bin und nicht ich hier unter Druck von 5 Personen.

Als die Rente dann durch war, waren sie plötzlich sehr freundlich.

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Andere Umstände wie immer wieder fehlende Unterhaltszahlungen meines Exmannes führten Zeitweise immer wieder dazu das ich für die Kinder Leistungen beantragen musste.
Hier erlebte und erlebe ich Freundlichkeit. Allerdings erlebe ich auch laufend dass ich immer wieder auf Minus sitzenbleibe. SB länger Krank, Antrag kommt nicht an etc.
Diese Vorfälle erlebe ich oft, da mein Ex mal ein Monat zahlt dann wieder einen nicht, dann zahlt er wieder ein halbes Jahr und dann mal wieder drei Monate nicht oder nur einen Teil etc. Jedes Mal bleibe ich so auf mindestens einen Monat 400 bis 600 Euro fehlenden Unterhaltes sitzen, da SB Krank etc.

Selbst die Beistandschaft beim Jugendamt als sie lief, konnte mir ja auch nur immer das weitergeben was er zahlte. Das JC meinte dann die sollten den fehlenden Unterhalt Pfänden, was das Jugendamt nicht tat. Dann riet man mir die Beistandschaft zu kündigen und zum Anwalt zu gehen. Tat ich auch und legte zum Beweis meiner Bemühungen wie gefordert den Schriftsatz des Anwaltes vor. Dies wurde in der Leistungsbewilligung verlangt mit Androhung auf Leistungskürzung.

Beim Anwalt erlebe ich langes hin und her gepinselt mit dem Ex und die Pfändung muss ich selbst bezahlen bei säumigen Unterhalt. Auch habe ich mich auf anraten des JC am Amtsgericht an die Pfändungsstelle und die Beratung gewendet gehabt und die schoben mein Problem zwischen dem Gericht hier und dem Gericht am Wohnort des Exmannes hin und her. Geholfen hat mir letztlich keiner. Ich sollte mir dann Online einen Pfändungsantrag laden und alles selbst machen. Konnte ich aber nicht alles ausfüllen und somit war ich wieder na? :icon_party:Klaro beim Anwalt...
Auf die Pfändung warten wir nun schon 8 Wochen...

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Zum Thema Arbeiten, ich suchte Beratung bezüglich Kleingründung oder ähnliches und bekam gesagt: Entweder ganz oder gar nicht. Vollzeit oder nichts. Das kleinste Kind kann ja bald in Kindergarten und dann könne ich ja auch ganzen Tag arbeiten. Die PTBS interessierte die Beraterin nicht. Also hier gab es für mich keine Auskunft mit der ich etwas anfangen hätte können. Freundlich war sie aber dabei immerhin.

Insgesamt habe ich den Eindruck - Freundlich und bestimmt.
Beratung nur zu ihrem eigenen Vorteil, manchmal auf Nachfrage bekommt man dann aber auch mal eine Möglichkeit wie beim Bildungspaket.
Dennoch muss man sich immer in allem selbst schlau machen und sich selbst kümmern und wenn man etwas nicht besser weiß hat man halt Pech gehabt.
Und wenn man JC oder das Jugendamt die Missstände sagt – wie ich gerate durch derart Verfahren immer wieder in Mietschulden dann höre ich: Ja ich weiß das ist alles nicht zufriedenstellend für Sie, aber wir können da nicht mehr tun…

Im endeffect bin ich gezwungen zu arbeiten um nicht irgendwann aus der Wohnung zu fliegen mit den Kindern was ich aber momentan aufgrund der Kleinen kaum kann, mal davon ab das ich eigentlich EU Rente bekomme.
Als ich dies dem Arzt und Rententräger erzählte und um eine Teilrente bat um Arbeiten gehen zu können war die Antwort: Und warum gehen sie nicht schwarz arbeiten?
Im Grunde gut gemeint - aber ich gewinne immer mehr den Eindruck das man regelrecht alleingelassen wird - genötigt wird Dinge zu tun die man gar nicht will etc. Und das alles nur weil wir ein besch. System haben von Niedriglöhnen, über Verwaltung der Leistungsbezieher mit dem Druck möglichs Gelder einzusparen.

Grüße Jenie
 

Anarchie79

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Hallo liebes Eloforum,


ich habe mit Interesse gelesen welche Erfahrungen Behinderte in Deutschland mit den Job Centern gemacht haben und ich finde es eine Schande für Deutschland das so mit Leuten umgegangen wird die Hilfe und Verständnis bräuchten und keine Schikanen vom Job Center!


Nun zu mir, ich lebe leider wegen einer chron. Depression mit Angst und Anpassungsstörung und einigen Traumatas von ALG2, seit März diesen Jahres wurde mir vom Sozialgericht ein GdB von 40 zugesprochen! Im Gutachten steht der schöne Satz, das ich unter Druck suizidgefährdet wäre und seit dem meine SB das Gutachten kennt, bekomme ich keine Einladungen mehr von ihr! Obwohl meine letzte EGV heute ausläuft mal sehen ob ich von ihr noch Post bekommen werde? Die Frage die ich mir stelle ist, was ich mit meiner Krankheit und dem GdB 40 noch machen kann? Meine SB ist da total überfodert mit mir und das einzige was sie mir bis jetzt angeboten hat, war ein Termin beim sozial psychatrischen Dienst und ein 1,50 Job aber da auch nur dort, wo ich eben einigermaßen klar komme! Ich war heute bei meinem Psychater gewesen und der meinte das ich eine Perespektive bräuchte weil ich Zuhause ständig am grübeln über mein Leben bin aber wie gesagt, Das Job Center bietet mir da keine Hilfe oder Unterstützung an weil die nicht wissen wo hin mit mir! Das zweite Problem das ich habe ist, das ich keine Antidepressiva mehr verschrieben bekomme da meine Leberwerte sehr schlecht sind und ohne Tabletten geht es bei mir sehr schlecht mit der Arbeit aber ich kann auch nicht mehr weiter Zuhause rum sitzen und nichts tun und mein Leben zieht an mir vorüber! Ich bin jetzt im Oktober 34 Jahre alt geworden und ich hab drei abgebrochene Ausbildungen ohne Berufsabschluss vorzuweisen dazu kommt dann noch meine Krankheit und der GdB 40! Da stellt mich doch kein Arbeitgeber ein! Ich würde gerne was mit Tieren machen besonders mit Hunden oder Pferden weil mir der Umgang mit Tieren sehr gut tut! Ich hab ja selber einen Hund mir angeschafft weil mir das sehr gut tut und das mein Arzt auch befürwurdet hat!


Ich kann eh nur noch 4-6 Stunden arbeiten gehen wenn überhaupt aber ich will mich noch nicht aufgeben auch wenn das der Staat schon längst getan hat bei mir und die Arbeitgeber auch!


Ich weis nicht, ob es Sinn machen würde über den Rententräger eine schulische Ausbildung mit Praktikum zum Tierheilpraktiker als berufliche Reha anerkannt zu bekommen oder nicht? Was würdet ihr dazu sagen? Ich muß noch dazu sagen, das ich eine Ausbildung als Tierwirt die ich aus gesundheitlichen Gründen nicht zu Ende machen konnte gemacht hatte, wo ich auch Zertifikate habe und die Vorprüfung hatte ich mit einer 3 auch bestanden gehabt! Mich ärgert es, das ich es damals nicht zu Ende machen konnte aber wegen den Depressionen ging es damals nicht mehr bei mir aber der Beruf des Tierheilpraktikers hat zwar Paralleln zum Tierwirt, denoch ist dieser Beruf nicht so arbeitsintensiv und stressig wie der Tierwirt! Ich hab an einer Privatschule nachgefragt, ob ich dort den Tierheilpraktiker machen könnte? Das würde gehen wurde mir gesagt aber eben nur mit Schulgeld und das kann ich mir eben als ALG2 Empfänger nicht leisten! Daraufhin gab mir die Schulleiterin den Tipp, es mal bei der Rentenstelle zu versuchen, ob ich es dort finanziert bekomme! Die Frage ist eben nur, ob das Sinn macht dort mal nachzufragen oder hab ich damit keine Chance? Wer hat damit Erfahrung und kann mir da weiter helfen? Übrigens ist diese Ausbildung nicht zertifiziert und deshalb übernimmt weder die Agentur für Arbeit noch das Job Center die Kosten dafür! Deshalb ist der Rententräger der letzte Strohhalm den ich jetzt noch habe! Ansonsten werde ich bis zu meinem Renteneintrittsalter egal wann das sein wird von ALG2 und Sinnlosmaßnahmen leben müssen! Soviel zum födern und fodern und meinen Erfahrungen mit einer Erkrankung oder Erkrankungen die meine Lebensqualität sehr eingeschränkt haben und die Schikanen und das Desintresse vom Job Center haben mein Krankheitsbild bis her nicht besser gemacht! Ich hoffe sehr das ich diese Chance noch bekommen werde was den Tierheilpraktiker angeht, ansonsten weis ich nicht mehr was ich tun soll! Aber aufgeben ist keine Option für mich, darüber würde sich nur das Job Center freuen und den Gefallen werde ich ihnen nicht tun!


Jesus Christus hat mal gesagt, die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten Erste! Das lässt mich hoffen!


Lg Anarchie79
 

Shiba

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Wäre es für dich möglich ein Gegengutachten zu erstellen, denn wenn es dir tatsächlich wesentlich schlechter geht würde ich dieses Gutachten vom Amtsarzt nicht hinnehmen ?

nach diesem Gutachten, hatte ich eine Höllenzeit mit dem Jobcenter. Ich habe dann den 1 EUR-Job abgelehnt mit Attesten von der Uni Regensburg und meinem Hausarzt.
Trotzdem wurde ich dann 60% Sanktioniert.

Die Sachbearbeiterin hat alles ignoriert und hat sich von den Attesten nicht beeindrucken lassen.

Als ich kurz vor der Obdachlosigkeit war bin ich zu einem Anwalt in Passau gegangen und ohne Ihn wäre ich 100% Obdachlos geworden.

Er war es dann der mir einen neuen Termin bei einer staatlichen
Gutachterin besorgte.
Bei diesem Termin fragte mich die Ärztin warum ich das nicht schon vor 30 Jahren getan habe. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht
dass man Rente schon so früh beantragen kann also habe ich es nicht gemacht.

Die Ärztin hat mir dann ein Gutachten ausgestellt das auch zum SG geschickt wurde und darin war unmissverständlich aufgeführt
warum ich zu keiner Zeit arbeitsfähig war.

Mit diesem Gutachten bin ich dann zum Versorgungsamt und habe auch anstandslos 10% mehr und das G für meinen Schwerbehindertenausweis erhalten, nachdem mir der Antrag ein paar Monate zuvor vom Versorgungsamt abgelehnt wurde.
 

Eli42

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Auch ich kann sagen, dass es seit unbefristet 50 % SB und befristeter Berentung beim JC nicht besser geworden ist - im Gegenteil.

Wenn bekannt ist, dass Behinderung vorliegt scheint das beinahe eine Einladung zu sein, dass man immer wieder neue Schwierigkeiten bekommt. Es gibt doch so eine Geschichte von einem Drachen, wo immer wieder neue Köpfe nachwachsen ...Im letzten Jahr alles nur noch mit Widerspruch und Klage. Ich seh da Parallelen. Die Anwaltschaft, die damit beschäftigt war, wurde überhäuft und hat langsam auch die Faxen dick.
Ich werde auch behandelt wie arbeitsfähig. Obwohl ich berentet bin und mein Sohn Schüler, wurde Zahlung erst mal eingestellt. Vorher wurde angekündigt, eine Weiterbewilligung würde nur erfolgen, wenn wir uns existenzsichernden Job suchen.
Jeder Tag ist längst kein Leben mehr, sondern nur noch "Überleben".
 

saldina

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hallo ich wäre bereit daran mit zu machen,selber im moment grosse probleme,gdb 60 mit verschlimmerungsantrag,fallmanagerin kannte nicht mal den ausweis und deren gültigkeit.
will weitere kostenintensive untersuchung anregen
 

Spinnenfreund

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AW: Eure Erfahrungen mit ALG II als Behinderter

Also ich bin körperlich relativ stark eingeschränkt und hab sehr oft starke Schmerzen und leichte Lähmungserscheingen. Ich leide unter einem sehr schweren Bandscheibenvorfall, starker Wirbelsäulenverkrümmung mit Beckenschiefstand. Das ist für die schonmal gar keine Einschränkung zu arbeiten. Sind ja nur Peanuts. Weiterhin leide ich unter einer sehr starken chronischen Depression mit krankhaften Panikattacken, die sich auch stark körperlich auswirken mit Anfällen und Atemnot. Mein Psychologe sagt, das ist leider inzwischen chronisch weil sehr spät entdeckt und nicht heilbar, nur linderbar, dass man halbwegs dami leben kann. Für die von der ARGE beauftragte Amtsärztin auch eigentlich kein Problem. Halbes Jahr Tagesklinik und ich sei geheilt und topfit für den Arbeitsmarkt meint sie. War schonmal in ner Tagesklinik und geheilt war ich da nicht wirklich. Okay man lernt da mit der Erkrankung zu leben aber Wunderheiler praktizieren da auch nicht. Mit anderen Worten. Die versuchen mich nun mit allen Mitteln für den Arbeitsmarkt aufzupuschen und reden jede Krankheit einfach schön.
 

Spinnenfreund

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AW: Eure Erfahrungen mit ALG II als Behinderter

Ja. Da kann das ja auch sein, dass die einen noch zu ner REHA-Kur zwingen wenn die Tagesklinik nichts bringt.
 
E

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AW: Eure Erfahrungen mit ALG II als Behinderter

ich bin nach einem Schlaganfall mit damals 44 Jahren schwerbehindert 50%, früher war ich mal 70%. Da ich nun ohne Rollator laufen kann, hat man gekürzt.
Ich habe einen unbefristeten Ausweis, weil ich eine Spastik im rechten Arm habe (dauerhaft Ergotherapie seit 7 Jahren, kann rechts nicht mehr schreiben und indem Arm überhaupt feinmtorisch behindert) und auch leichte Gleichgewichtsstörungen beim Laufen habeKann nicht mehr Rad fahren und nicht mehr rennen, dauerhaft Krankengymnastik weil mein Körper immer sehr angespannt ist. Daneben habe ich als Folgeerscheinung meines Hirninfarktes eine eingeschränkte psychische Belastbarkeit, meine Scheidung kurz nach der Krankheit, die mich dann auch in H4 fallen lies und der jahrelange Rosenkrieg, damit mein Ex nichts zahlen musste und der nun 7jährige Kampf mit dem Jobcenter haben mich fast völlig zermürbt.
Aber man wird mich leider weiter quälen mindestens bis ich 63 bin das sind noch fast 10 Jahre. Eine Rente steht mir erst mit fast 69 Jahren zu. EW Rente wurde wiederholt abgelehnt.
Ich habe übrigens mittlere Reife und bin ausgebildete Großhandelskauffrau. Aber ich habe nur Absagen bekommen. Mittlerweile fehlen mir zussätzlich die Kraft und die Nerven für eine Arbeit. Aber TZ-Stellen für Schwerbehinderte in meinem Alter gibts sowieso nicht. Und bei meiner Krankheit verheimliche ich AGn nicht, dass ich schwerbehindert bin. Ich nehme Marcumar und reichlich Blutdruckmittel und ich kann nicht ohne festhalten Treppen steigen, das kann und will ich nicht einfach weglügen. Auch wenn mir auf dem Jobcenter früher mal gesagt wurde, ich solle meinen SW-Ausweis wegwerfen, wäre nicht gut für die Jobsuche.

Das Jobcenter führt mich zwar in ihrer Schwerbehinderten-Leistungsabteilung und der Rehaabteilung der Vermittlung. Aber es interessiert niemanden. Habe durchgekämpft beim ÄD, dass ich nur noch 3-unter
6 Stunden arbeitsfähig bin. Die Arge-Gutachter haben sich weder für mich noch für meine Befunde interessiert, sondern gleich gegen mich entschieden. Wäre vollschichtig und 8 Stunden arbeitsfähig.

Fazit: Beim Jobcenter wird man als Schwerbehinderter wie der letzte Dreck behandelt. Man hat seine Würde und sein Recht auf Existenz abgegeben, wenn man auf dieses Amt mal angewiesen ist und es gibt keinen Weg raus für mich.
Momentan bin ich krank geschrieben, weil ich nicht mehr kann.
 
E

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AW: Eure Erfahrungen mit ALG II als Behinderter

Weil mir ein paar Jahre fehlen, dadurch dass die Kinder nur zwei Jahre auseinander sind im Alter, werden statt 20 Jahre nur 12 Jahre angerechnet und so komme ich auch nicht auf die 35 Jahre und muss die vollen 45 Jahre abwarten. Angeblich sind so die Gesetze und die 14 Jahre die ich gearbeitet habe und Ausbildung gemacht habe und auch das letzte Schuljahr, das ja als Rentenzeit irgendwie zählt nützt nichts. Man hängt sich an den 5 Jahren vor meinem Schlaganfall auf, wo ich ja nur einen 450€ Job hatte, 10 Jahre lang und blöderweise nicht einbezahlt habe. Habe dummerweise meinem damaligen Mann vertraut.
Mir steht also erstmal die nächsten fast 15 Jahre nichts zu. Bis ich 68,5 Jahre alt bin, schwerbehindert zählt gar nichts. Wenn ich Glück habe wird mich aber das JC mit 63 rauswerfen und dann kriege ich Sozialhilfe/Grundsicherung, aber da darf man ja gar nichts mehr haben, kein Schonvermögen bzw. glaube ich 1500€ nichts.
Wenn ich damals gewusst hätte, dass mich diese Krankheit und die Scheidung von einem akademischen Selbständigen derart in den Abgrund reisst, hätte ich besser vorgesorgt. Aber dumm gelaufen.
Aber trotz Prozesskostenhilfe und ganz gutem Anwalt, er musste gar nichts bezahlen und seine Rentenanwartschaften sind auch derart minimal, dass ich keinen Versorgungsausgleich bekomme.

Kann mir jemand sagen was EU-Rente ist? Besteht da ein Unterschied zur EM-Rente?



Bitte kann mir jemand erklären was EU-Rente ist im Gegensatz zu EM-Rente?
 

Wutbuerger

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AW: Eure Erfahrungen mit ALG II als Behinderter

EU Rente und EM Rente sind mE das gleiche .Allerdings gibt es beim Geburtsjahr eine Grenze , ich meine bis Geburtsjahr 1960 und älter gelten andere Regeln
 

AndreasB

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AW: Eure Erfahrungen mit ALG II als Behinderter

Weil mir ein paar Jahre fehlen, dadurch dass die Kinder nur zwei Jahre auseinander sind im Alter, werden statt 20 Jahre nur 12 Jahre angerechnet und so komme ich auch nicht auf die 35 Jahre und muss die vollen 45 Jahre abwarten. Angeblich sind so die Gesetze und die 14 Jahre die ich gearbeitet habe und Ausbildung gemacht habe und auch das letzte Schuljahr, das ja als Rentenzeit irgendwie zählt nützt nichts.
Die 35 bzw. 45 Beitragsjahre sind nur wichtig, wenn man vorzeitig in Rente gehen möchte. Wer mindestens 5 Beitragsjahre hat, kann mit Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gehen. Für nach 1964 geborene ist die Regelaltersgrenze mit 67 Jahren erreicht, für die Jahrgänge davor ist die Regelaltersgrenze etwas niedriger (Die Erhöhung erfolgte stufenweise ab Jahrgang 1947) .

Die EU-Rente (Erwerbsunfähigkeitsrente) wurde 2001 durch die EM-Rente (Erwerbsminderungsrente) abgelöst. EU-Rente gibt es also nur noch als Bestandsrente für Rentner, die vor 2001 erwerbsunfähig wurden. Zusammen mit der EU-Rente wurde auch die BU-Rente (Berufsunfähigkeitsrente) abgeschafft. Dabei gibt es aber für Menschen, die vor 1961 geboren sind, noch einen Vertrauensschutz. Wer diesen Vertrauensschutz genießt, kann bei Berufsunfähigkeit eine teilweise EM-Rente bekommen.
 
E

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AW: Eure Erfahrungen mit ALG II als Behinderter

Ich bin 1962 geboren und bei mir heisst es, dass meine Regelarbeitszeit mit 68,5 Jahren erreicht ist. Schwerbehindertenausweis zählt nicht. Erst dann kann ich Rente bekommen. So hat es mir meine Sachbearbeiterin beim VdK erklärt.
Die fünf Beitragsjahre :icon_evil:müssen genau vor Eintritt der Krankheit sein, also wäre in Besuch beim Wahrsager vermutlich ratsam gewesen:icon_hihi:
Einbezahlt habe ich 14 Jahre voll und ein Jahr für Halbtagstätigkeit und dann zählen noch die Kindererziehungszeiten für zwei Kinder.
Aber meine EM-Rente wurde bereits dreimal abgelehnt. Einmal vor sieben Jahren plus Widerspruch, der auch abgelehnt wurde und einmal vor einigen Monaten. Und der VdK bei dem ich Mitglied bin meinte, ein Widerspruch wäre zwecklos. Ich überlege beim Vdk wieder auszutreten, weil wirkliche Hilfe habe ich da bisher nicht bekommen. Ich glaube die Beiträge kann ich anderweitig besser gebrauchen.
 
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