EU-Rente, GdB 60 -> Wiedereinstieg bei aus Minijob bekannter Firma (1 Betrachter)

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Sevenpriest

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Hallo Liebe Mitglieder,

ich habe eine Frage, auf die ich bisher für meine Situation keine Antwort fand.

Folgende Situation:
Ich (25 Jahre, männlich) bin seit über 5 Jahren vollständig erwerbsunfähig, wegen einer Psychischen Krankheit (Sozio-Phobie).
Wegen eben jener habe ich auch eine Schwerbehinderung mit einem GdB von 60, welche sich ggf. noch erhöht durch eine anstehende Asperger Diagnose.
Diese psychische Krankheit ist in Teilen noch vorhanden, jedoch in anderen Teilen komplett verschwunden, was ich mir hart erkämpft habe.

Um mich zu testen, nahm ich vor ca. einem Jahr, nach langer Suche einen Nebenjob im Rahmen der Bedingungen vom Sozialamt auf (unter 15 Stunden/Woche).

Die Firma ist für mich perfekt, ich habe dort mit der Zeit die Ängste verloren, habe aufgehört von zu Hause aus zu arbeiten und bin in die Firma gegangen um dort mit den anderen zusammen zu arbeiten.
Heute sprach ich dann mit meinem Chef, ob ich mehr arbeiten könnte.

Im Zuge dieses Gesprächs, bot er mir eine Teilzeitstelle an, mit 25 Stunden / Woche, welche ich flexibel legen kann.
Weiterhin habe ich ihm von meiner Schwerbehinderung erzählt und gefragt ob man das mit einbeziehen könnte, zum einen als Schutz für mich zum anderen wegen der ggf. bereitgestellten Zuschüsse für die Firma.

Ich habe jetzt alle rausgesucht die infrage kämen und würde morgen bei den Ämtern nochmal nachfragen..

Meine Frage an euch:

Kann ich aus einer Erwerbsunfäigkeitsrente austreten um eine Stelle in dieser Firma, ggf. mit Schwerbehindertenförderung anzunehmen?
Oder streikt da das Sozialamt?

Teilhabe am Arbeitsleben ist für mich bewilligt, ich frage mich nur ob der Wechsel von Rente in Arbeit einfach möglich ist, bzw. was ich dafür tun muss und ob die Firma dadurch den Anspruch auf die Zuschüsse verlieren oder ich die Stelle garnicht annehmen dürfte.

Mir ist bewusst, dass viele für diese Rente hart kämpfen.
Aber ich kämpfe seit 4 Jahren dafür wieder den Weg in ein normales Leben zu finden und Arbeitstechnisch gäbe es für mich vielleicht keine besser passende Chance als diese.

Ich bin dankbar für jede Hilfe!
Liebe Grüße
Seven
 

Buchfan

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Grundsätzlich ja, Du kannst den Job annehmen. Bei 25 Std. wirst Du wohl aus dem SGB XII herausfallen und vollständig auf eigenen Füßen stehen (müssen).

Wenn Du diese Gedanken durchspielst, solltest Du auch miteinbeziehen, dass es schief gehen könnte. Dh Du oder der AG findet heraus, dass Du den Anforderungen nicht genügst.

Was dann? Du kannst dann nicht in die Rente zurück, sondern mußt Dich dem unbarmherzigen JC zur Verfügung stellen.

Hast Du soviel Selbstwertgefühl, -vertrauen und Entspanntheit aufgebaut, dass es Dich nicht zurückwirft?
 

Wolllaus

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ist deine erwerbsminderungsrente denn unbefristet? kann ich mir in deinem alter gar nicht vorstellen und auch wenn, kann man aus der rente wieder raus in die arbeitsfähigkeit, weil die gesundheit sich ja auch verbessern kann.

ich würde die chance wahrnehmen, wer weiß schon, was mal ist, du willst ja nicht ewig die kröten zusammenkratzen und nix machen. ich mein, du kennst die firma, du weißt, was dich erwartet und ich denke mal, die rente wird nicht wirklich hoch sein in deinem alter.

normalerweise meldet man der drv einfach, dass man wieder arbeiten geht und ab wann. vielleicht könnte man es sogar in eine teilweise erwerbsminderungsrente umwandeln, da du ja nur einen teilzeitjob annimmst.

vielleicht kann dir da noch jemand was zu schreiben.
 

Sevenpriest

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Guten Morgen und danke für die Antworten :)

Ich weiß nicht, nach Abzügen von allem bleiben mir monatlich ca. 135 euro für freizeitgestalung + benzin.

Was ich mich derzeit frage ist, da ich ja zum einen die Schwerbehinderung habe und zum anderen bei der Sozialhilfe gelandet bin und HzL beziehe:

1. Kann ich überhaupt einen Arbeitsplatz für behinderte Menschen annehmen und die Zuschüsse dafür erhalten?
Ich habe mich heute mal erkundigt und mir wurde gesagt, da ich überlegt habe einen Gebrauchtwagen zu kaufen, dass ich ggf. KFZ Hilfe beantragen könnte, da ich wegen meiner Behinderung, die halt seelischer Natur ist keinen Öffentlichen Nahverkehr nutzen kann und irgendwie die 15 Kilometer zur Arbeit kommen muss.

Aber meine Befürchtung ist ja, dass diese ganzen Sachen, ebenso wie die Arbeitsstelle für Behinderte für mich trotz bewilligter Teilhabe am Arbeitsleben wegfallen, weil ich EU Rente beziehe und meine Bearbeiterin mir mal sagte, dass es dort wo ich bin, nicht vorgesehen ist, je wieder in Arbeit zu kommen.

Diese Aussage verunsichert mich etwas und ich will mir nicht umsonst Hoffnungen machen.

Ich kenne die Firma jetzt seit einem Jahr und musste im Januar und Februar weniger arbeiten, wo mich der Chef bat nicht ganz aufzuhören und mir jede Form von eigener Zeiteinteilung möglich machte, desweiteren wurden mir Ausbildungsstellen angeboten, die ich jedoch wegen der nicht völlig verschwundenen Sozialen Phobie nicht annehmen will weil das Risiko mir zu hoch ist, da zuviele unsicherheitsfaktoren.

Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt.
Liebe Grüße
 

Buchfan

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Ja, Du hast Dich durchaus verständlich ausgedrückt.

Aus der Aussage Deiner SB bei der RV schließe ich, dass Du unbefristete EMR bekommst. Ist das so richtig?

Es ist nicht verboten, bei Rente arbeiten zu gehen. 450€ Zuverdienst sind erlaubt. Was Du jedoch vorhast, ist eine Art Verselbständigung. Eine Arbeit, die es Dir erlauben würde, ohne öffentliche Leistungen zu leben, würde aber auch bedeuten, dass Du keinen weiteren Rentenanspruch hast. Wenn die RV Dir vermittelt hat, dass nicht vorgesehen (doofes Wort - was ist eine Vorsehung?) ist, dass Du wieder arbeitest, dann deswegen, weil die Gutachten eine dementsprechende Schlußfolgerung zuließen. Zu Deiner eigenen Sicherheit rufe bei der DRV an und frage, ob die Aussage von früher so zu verstehen sei!

Das mit dem Wagen weiss ich nicht so genau. Wie machst Du es denn im Moment? Das Ding heißt Mobilitätshilfe und kann grundsätzlich beantragt werden. Da gibt es dann aber keine 3000€ für einen tauglichen Untersatz, sondern einen Zuschuß in Höhe x beim Kauf desselben. Wenn es nicht abgelehnt wird, weil Öffies zumutbar sind. Wichtig in dem Zusammenhang: Kein Auto kaufen, bevor nicht klar ist wovon. Antrag beim Soz stellen und begründen. Abwarten. Erst dann, wenn alles gebongt ist, ggf. AV unterschreiben.

Viel Glück! :icon_daumen:
 

Muzel

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Mit deiner Schwerbehinderung kannst sogar Vollzeit arbeiten. Das tun viele Schwerbehinderte auch.
Deine EM ist natürlich ein Problem.
Du kennst ja den Spruch von dem Spatz in der Hand (...).
 
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