EU-Nachbarn sichern Arbeitslose besser

wolliohne

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Das einkommensabhängige Arbeitslosengeld wird in Deutschland nur relativ kurze Zeit gezahlt. Deshalb sind Arbeitslose hierzulande stärker von Armut bedroht als in anderen europäischen Staaten. In der Bundesrepublik liegt das Einkommen von 70 Prozent der Menschen ohne Job unterhalb der Armutsgrenze. Im EU-Durchschnitt beträgt die Quote dagegen lediglich 45 Prozent. Sozialstaatsforscher Seils nennt drei Gründe für die hohe Armutsgefährdung in Deutschland: Viele Menschen, die ihren Job verloren haben, können die Anspruchsvoraussetzungen für das einkommensbezogene Arbeitslosengeld I (ALG I) nicht erfüllen. Zudem fällt die Höhe des ALG I im internationalen Vergleich nicht übermäßig aus. Den wichtigsten Grund sieht der Forscher aber in der vergleichsweise kurzen Anspruchsdauer auf ALG I. So erhält etwa ein 40-Jähriger, der seit seinem 18. Lebensjahr durchgängig gearbeitet hat, nur maximal 52 Wochen Arbeitslosengeld. In den Niederlanden sind es hingegen 96 Wochen, in Frankreich oder Norwegen 104 und in Dänemark 208 Wochen.
Quelle: Böckler Impuls [PDF - 230 KB]
 

2010

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Mit dieser Studie, vor allem mal der Tabelle, sollten sich Merkel u. v.d.Leyen mal auseinander setzen.

D ist aber dermaßen verbohrt u. arrogant, daß ohne Rücksicht auf das eigene Volk der auch noch so asozialste Weg überheblich weiter verfolgt wird.
 

Regelsatzkämpfer

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Nur ist das absichtlich genau so und daher kein Grund für die ReGIERung irgendetwas zu ändern.
 

hartaber4

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Vor allem beschränkt sich die bessere Absicherung nicht nur auf Leistungen bei Arbeitslosigkeit.....
 

2010

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Der Deutsche ist ja bekannt dafür, sich alles so lange gefallen zu lassen , bis zum kompletten Zusammenbruch.

D D über alles.
Es läuft alles wie damals, nur ohne Waffengewalt.
 

arbeitslos in holland

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Vor allem beschränkt sich die bessere Absicherung nicht nur auf Leistungen bei Arbeitslosigkeit.....
.....das ist richtig :icon_daumen:

konstellationen wie in d-land, dass zb zu niedriges alg mit alg II aufgestockt werden muß, sind durch mindestlöhne in den NL ausgeschlossen. es würde auch niemand verstehen :icon_mad:

desweiteren werden auch gearbeitete jahre anders gewichtet, sodaß man nicht nach 12 monaten in der sozialhilfe landet. das würde hier auch niemand verstehen und schon gar nicht wollen :icon_kinn:

in den skandinavischen ländern, in denen alg wesentlich höher ist, ist die bezugsdauer von alg beschränkt. aber keiner ist so bescheuert, dass die höhe des alg abhängt vom ehemaligen einkommen, davon eine vergleichsweise geringere quote ausgezahlt wird, es keinen mindestlohn gibt und noch das risiko besteht, nach 12 monaten im finanziellen abseits zu landen: so bescheuert ist nur d-land
 

hartaber4

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Nicht zu vergessen das "Risiko" im finanziellen Abseits zu laden, wenn man Rente bezieht und pflegebedürftig wird! Hier mal in der Annahme, dass die "Durchschnittsrente" NICHT reichen wird um das alleine zu bezahlen...... und in Zeiten von "Brüchen" in der Erwerbsbiografie....noch wahrscheinlicher....achja.....wenn demnächst die "Babyboomer" in Rente/pension gehen..... kommt nochmal die halbe Staatsverschuldung drauf zu....... kann man ja bei den Hartz4-Beziehern "einsparen"......

Dänemark löst das z.B. so:

Die verschiedenen Einrichtungen sind im Gegensatz zu Deutschland eher klein gehalten, d.h. es ist nicht selten, dass es in den Heimen gerade mal 18, 30 oder 50 Bewohner gibt.
Die Bewohner zahlen im Monat wesentlich weniger für ihren Heimplatz als in Deutschland. In dem Heim wo ich demnächst arbeiten werde gibt es z.b. 43 Wohnungen und jeder Bewohner zahlt gerade mal 5000 Kronen was umgerechnet ca. 660 Euro sind. Der Rest wird von den Kommunen getragen.

Die Einrichtungen haben zum grössten Teil Einzelzimmer aber auch Doppezimmer z.b. für Eheleute. Jedes Zimmer hat seinen eigenen Briefkasten.
Darüber hinaus sind die einzelnen Zimmer sehr gross und verfügen über einen Deckenlifter. Die Baderäume, welche im Zimmer integriert sind, sind gross und haben Türen, durch welche man bequem das Pflegebett schieben kann um auch Bettlägerige Bewohner wie gewohnt im Bad zu versorgen.
Der Stellenschlüssel ist höher als in Deutschland, so dass es normal ist, das z.b. 6 Pflegekräfte im Früh und im Spätdienst sind, auch wenn die Einrichtung nur über 18 Bewohner verfügt.
Da in Dänemark fast jeder einen eigenen Lifter hat, ist die Pflege weitgehend auch weniger anstrengend als in Deutschland, nicht zuletzt, weil es verboten ist den Personenlifter alleine zu benutzen, es müssen immer zwei Pflegekräfte vor Ort sein.

Jedes Pflegeheim hier in Dänemark verfügt über einen Fitnessraum, den sowohl Bewohner als auch das Personal nutzen können. In dem Fitnessraum gibt es z.b. Crosstrainer und Gymnastikutensilien.

Viele Einrichtungen haben eine Tagespflege im Konzept und auch pflegende Angehörige können in den dänischen Einrichtungen eine Auszeit nehmen. Es wurden extra Ruheräume geschaffen für Angehörige, welche ihre Liebsten zu Hause pflegen.

In Dänemark wird sehr viel Wert auf Beschäftigung gelegt, dh. die Bewohner werden täglich aktiviert, z.b. durch das Spielen von Bingo oder Karten. Das Personal hat viel Zeit, um sich mit den Bewohnern zu unterhalten oder andere Beschäftigungen durchzuführen.

Von der Bezahlung her verdienen Altenpfleger weit aus mehr als in Deutschland und es hat jeder ein extra Urlaubskonto, auf welches automatisch Geld vom Gehalt eingezahlt und beim nächsten Urlaub ausgezahlt werden kann.

In Dänemark arbeitet man maximal 5 Tage hintereinander, da es hier verboten ist, länger als 5 Tage zu arbeiten. Beim Vorstellungsgespräch kann man sich aussuchen welche Schichten man gerne machen möchte, so dass man nicht zwingend alle 3 Schichten arbeiten muss. Auch kann man sich aussuchen ob man an den Wochenenden arbeiten möchte oder nicht.

In Dänemark gibt es keine 40 Stunden Verträge, hier arbeitet man im Durchschnitt 27 - 30 Stunden und maximal 37 Stunden pro Woche.

Dadurch, dass hier die Arbeitsbedingungen um einiges besser sind, zählt Dänemark auch einen geringeren Krankenstand als in meinem Heimatland.

In Dänemark muss man auch nicht, wie in Deutschland, für alle Verbandsmaterialien Rezepte anfordern, da die Einrichtungen über einen Extraraum verfügen, in dem sich alle erdenklichen Verbandsmaterialien und andere Behandlungspflegeutensilien befinden.

Ausserdem gibt es ein anderes Dokumentensystem, welches bereits nur noch mit Computer erstellt wird z.b. die Pflegeplanung. In Deutschland gibt es das zwar auch schon, jedoch ist es dort viel weniger vertreten, als in Dänemark.

Pflegestufen und Pflegestandards gibt es in Dänemark nicht.

So gut wie alle Pflegeheime verfügen über eine extra Station für an Demenz erkrankte Menschen.

Bisher kann ich von mir behaupten, dass ich es nicht bereue nach Dänemark gegangen zu sein, aber die Bewohner und einige Kollegen von meinem letzten Arbeitsplatz bzw. Ausbildungsplatz vermisse ich trotzdem sehr.


Quelle:

Pflege der Zukunft: Altenpflege in Dänemark
 

physicus

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43 Wohnungen und jeder Bewohner zahlt gerade mal 5000 Kronen was umgerechnet ca. 660 Euro sind
diese kosten könnte in schland niemand aufbringen der jahre von H4 dahin vegetieren musste, also wäre bei uns überhaupt nur utopie.

nur mal so ein gedankengang...
 

hartaber4

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Mal recherchiert was hier ein Pflegeplatz im Heim kostet?

660 € reichen da eine Woche in der untersten Pflegestufe....

Wer hier mit (dank?) Hartz4 sich eine Erwerbsbiografie mittels 1€ Job etc. zusammennageln konnte...... der wird auch im Alter nur das Vorzeichen wechseln (SGB II zu XII).

Ich denke Massenschlafsaal ist das wieder salonfähig.... wie man sich bettet...so liegt man - "Gute Nacht.. eure UvdL"..
 
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