EU empfiehlt Hartz-Reformen als Vorbild

wolliohne

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In vielen EU-Ländern ist die Jugendarbeitslosigkeit ungebrochen groß. Die EU-Kommission kennt ein Mittel dagegen: den deutschen Verwaltungsumbau im Zuge der Hartz-Reformen als Vorbild nehmen.
Bei ihrem Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa sollten betroffene Länder die Reform der deutschen Arbeitsverwaltung als “Blueprint” nehmen, sagte Detlef Eckert, Direktor der Abteilung Beschäftigungspolitik in der Europäischen Kommission, in Berlin. Viele EU-Staaten müssten ihre Arbeitsverwaltungen “auf Vordermann” bringen.
Die Jugendlichen müssten von den Verwaltungen besser erreicht werden, und deren Mitarbeiter müssten mehr Anreize bekommen, damit sie sich den Jugendlichen überhaupt widmeten. “Die Mitarbeiter der Behörden müssen auch dazu ausgebildet werden, den Jugendlichen Orientierung geben zu können”, sagte Eckert.
Quelle: Die Welt
 

wolliohne

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Dazu: Christoph Butterwegge – Hintertür für Hartz V?
„Bereits nach der zweiten „Pflichtverletzung“ (z.B. der Weigerung, einen 1-Euro-Job anzunehmen oder Eigenbemühungen zur Überwindung der Hilfebedürftigkeit nachzuweisen) droht Heranwachsenden neben dem Entzug der Regelleistung die Verweigerung der Übernahme von Miet- und Heizkosten durch das Jobcenter, was für sie absolute Verarmung bedeuten kann. Zweifel, ob eine solche Totalsanktionierung bzw. die Drohung damit verfassungskonform ist, drängen sich geradezu auf. Obwohl der Sozialstaat nach dem Grundgesetz (Art. 1 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 1 GG) die Pflicht hat, ein „menschenwürdiges Existenzminimum“ (Bundesverfassungsgerichtsurteil vom 9. Februar 2010) für alle Transferleistungsbezieher/innen zu gewährleisten, tritt er dieses Verfassungsgebot ausgerechnet bei jungen Menschen mit Füßen.“
 
E

ExitUser

Gast
Nicht alle Europäer sind blöd :biggrin:
Die Franzosen veröffentlichten in ihren Offline- und auch Onlinemedien einige Stellungnahmen der Inge Hannemann und mahnten Solidarität grenzübergreifend an. Die wissen eben in Frankreich noch nicht, dass nicht mal innerhalb Deutschlands Solidarität möglich ist. Sollte also Peter Hartz seinen neuen Exportschlager in der Grande Nation platzieren, wird den Franzosen der Kragen platzen, denn sie sind erstens gewarnt und zweitens keine permanenten Onlinekrieger, sondern praktische und pragmatische Menschen mit der entsprechend notwendigen Energie.
In der Schweiz, ja, Schweizer sind auch Europäer :biggrin:, wurde am 30.06 das Gleichnis zu Hartz IV (TAP), als im Kanton Bern berüchtigtes Workfare Projekt sang- und klanglos eingestellt. Verhungern inmitten der Fülle bleibt also vorzugsweise der deutschen Einfalt als Klotz am Bein. Aber nach anstehenden geplanten Erleichterungen in Form von Rechtsverdrehungen, soll ja Verhungern in Deutschland demnächst in der beheizten Wohnung stattfinden können :icon_motz:
Ich erinnere an die Petition gegen Sanktionen und der ersten Anhörung in Berlin in diesem Jahr:
Das Schild Bannmeile war formalverwaltungstechnisch abgebaut, eine Demonstration des Willen und der eigenen Stärke in breiter Solidarität war möglich. Selbst wenn jemand Fahrgeld nicht hätte sparen können, waren rund 250.000 direkt Betroffene unmittelbar mit Wohnsitz in Berlin in der Stadt.
Vor Ort erschienen ganze 75 Betroffene, in Worten: FÜNFUNDSIEBZIG. Da staunte ich recht wortlos vor Ort!
So schlecht kann also in Deutschland Hartz IV gar nicht sein, wenn von Millionen Betroffenen nur 75 offiziell dagegen sind, oder sehe ich das falsch?
Die Rechtsverdrehungen, von Politikern auch Rechtsvereinfachungen genannt, die viele Probleme neu verschärfen, in der Folge erstrittene Grundsatzurteile erneut in Frage stellen, sind alle in der Pipeline. Wer nicht handelt, sind in Einigkeit die Betroffenen ...
Also weitermachen! Es muss eben noch schlimmer kommen, als es seit gestern und heute schon ist. Satt geht eben nicht auf die Straße, auch nicht ihr!
 
E

ExitUser

Gast
den Jugendlichen Orientierung geben...
Guter Witz! Wohin soll sich denn der spanische Jugendliche orientieren? Einzige Möglichkeit z. Zt.: Auswandern!

In Griechenland gibt es dem Vernehmen nach (bei Anspruch) höchstens ein Jahr ALG. Danach kann man im Straßengraben verrecken. Interessiert niemanden.
 
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