Essen: Die gespaltene Stadt

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wolliohne

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Der Trend zur Spaltung der Städte in Reich und Arm zeigt sich in allen deutschen Großstädten. „Über die Jahrzehnte hat die Teilung zugenommen: Die Reichen bleiben unter sich, die Armen ballen sich in Problemvierteln“, erklärt der Soziologe Jürgen Friedrichs. Der Professor an der Universität Köln beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Frage, ob und wie das räumliche Milieu, in dem man aufwächst, sich auf das Schicksal des Einzelnen auswirkt. Dabei kommt er zu dem Schluss: Deutschland ist weit entfernt von amerikanischen Verhältnissen, in denen die Gesellschaft räumlich und sozial immer weiter auseinanderdriftet. „Aber auch hierzulande fallen die schlechten Wohnviertel immer weiter zurück.“
Das sieht in Essen nicht anders aus als in Köln, Berlin, Hannover, Leipzig oder auch München. In einer Studie hat Friedrichs in mehreren Großstädten zwischen den Jahren 1991 und 2005 verfolgt, in welchen Vierteln Sozialhilfeempfänger leben und wie hoch ihr Anteil an den Bewohnern des Quartiers ist. Dabei offenbart sich: Mischgebiete werden weniger, arme Wohnviertel, in denen bald jeder Vierte oder Fünfte Sozialhilfe bezieht, nehmen zu. Es ist demnach ein Trugschluss zu denken: Wer in Essen aufwächst, ist benachteiligt, wer dagegen in München wohnt, ist auf der Sonnenseite des Lebens. Das Hasenbergl in der Isarstadt gleicht dem Essener Norden, die Bewohner beider Bezirke drohen von der Gesellschaft abgehängt zu werden. Der Essener Süden dagegen ist wohlhabend, voller Pracht. Hier lebt eine sehr privilegierte, kleine Oberschicht, reich wie die Grünwald-Bewohner in München oder in Hamburg-Blankenese. Um sie herum schart sich die gehobene Mittelschicht.Und zwischen Nord und Süd, zwischen Arm und Reich in Essen, zieht sich wie eine Grenzlinie die Stadtautobahn A 40. Sie wird selten überschritten von den Bewohnern der Stadt. Die Fußball-Knirpse im Norden spielen gegen andere Vereine im Norden, die im Süden gegen die Teams der Nachbarviertel. Die Menschen im Norden kennen kaum den Reiz des grünen Ruhrtals im Süden, waren nie am Baldeneysee, dem Naherholungsidyll der Wohlhabenden, die hier Tennis spielen und segeln. Der Soziologe Friedrichs weiß: „Die Chancen, die unsere Gesellschaft bietet, sind für Kinder aus guten Vierteln viel höher als die von Kindern aus schlechten.“ Denn ein schlechtes Wohnviertel führt häufig zu einer schlechten Schulbildung, das zieht eine schlechte Ausbildung nach sich und steigert die Wahrscheinlichkeit späterer Arbeitslosigkeit. … Ist ja Essen-Altendorf. Im Essener Norden. Da, wo mittlerweile jeder dritte Bewohner „existenzsichernde Leistungen“ bezieht. Wie im Ostviertel, Nordviertel, in Altessen-Süd, in Bergeborbeck. Alles keine guten Gegenden.
Quelle: FAZ
 

mein h4

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also jetzt nicht mehr, jetzt bin ich in dortmunf, aber auch gut
 
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