Es gibt noch Solidarität

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ExitUser

Gast
Nicht nur Zyniker behaupten ja gern, dass die Welt im Zeitalter der Globalisierung kälter geworden ist. Legt man das Gebaren mancher Großkonzerne und Hegdefonds zugrunde, mag das sogar eine gewisse Berechtigung haben. Normale Menschen, die in anderen Kategorien als Shareholder-Value und Gewinnmaximierung denken, strafen die These von der Entsolidarisierung gerade in diesen Tagen aber massenhaft Lüge. Wer sich in dieser Woche allein bei den drei Tafeln in Leverkusen, Leichlingen und Burscheid umgesehen hat, gewinnt nämlich einen völlig anderen Eindruck. Ganze Heerscharen von Spendern aus allen Bevölkerungsgruppen standen da Schlange, um ihre Geschenkpakete für Bedürftige abzugeben, damit auch weniger Begüterte ein halbwegs versöhnliches Weihnachtsfest feiern können.

Und das mitten in einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, in der vielen, die jetzt noch Arbeit und Einkommen haben, womöglich schon bald Kurzarbeit oder Schlimmeres droht. Vielleicht spielt der Gedanke, irgendwann selbst zu den Bedürftigen zu zählen, dabei eine Rolle. Vielleicht, nein, sehr wahrscheinlich ist Armut in Zeiten von Hartz IV aber auch längst kein gesellschaftlicher Makel mehr.
Es gibt noch Solidarität - Kölner Stadt-Anzeiger

es scheint sich doch ein Umdenken anzubahnen.

Bescheidenes Glück zum Fest - Kölner Stadt-Anzeiger
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
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Hi,

Solidarität. Mag sein. Es geht ja auch Weihnachten zu. Vielleicht hat auch bei dem ein oder anderen das Denken wieder eingesetzt. Bei manch anderem aber denke ich, dass man sich sein Gewissen rein waschen möchte indem man seinen kleinen Obulus leistet. Ich denke, dass Angst vor dem was noch kommen mag auch eine Rolle spielt. Angst davor auch mal da zu landen oder Angst davor....

Gruss

Paolo
 
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Gast
Hi,

Solidarität. Mag sein. Es geht ja auch Weihnachten zu. Vielleicht hat auch bei dem ein oder anderen das Denken wieder eingesetzt. Bei manch anderem aber denke ich, dass man sich sein Gewissen rein waschen möchte indem man seinen kleinen Obulus leistet. Ich denke, dass Angst vor dem was noch kommen mag auch eine Rolle spielt. Angst davor auch mal da zu landen oder Angst davor....

Gruss

Paolo

Möglich, aber irgendwie hat das auch schon länger vor Weihnachten angefangen, wenn man so die Zeitungsartikel verfolgt,

Organisationen, Verbände und vereinzelt sogar Gewerkschaften fordern schon höhere Sozialleistungen (ALG2 und Renten), damit sich auch die Ärmsten etwas mehr leisten können, als nur ihr Leben.

Ob die es ernst damit meinen, kann ich nicht sagen, aber die Aufrufe und Kommentare helfen trotzdem.
 

MrsNorris

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Hier gibts die Aktion auch zum dritten Mal. Habe beim ersten Mal von einer Helferin erfahren, dass mehr Leute als Pakete da waren. Sie mussten die Pakete echt aufmachen und aufteilen.
Ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Ich finde es traurig, dass es so etwas in Deutschland gibt.
 

Arania

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Wir haben schon seit 10 Jahren auf dem Weihnachtsmarkt einen Geschenkebaum, der immer gut gefüllt wird
 

Kaleika

Redaktion
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Die Ausgabe von Lebensmitteln ist allein nicht geeignet, die individuellen oder strukturellen Ursachen von Armut zu bekämpfen.

Dass „Tafeln“ als gemeinnützige Organisationen, die qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die von Händlern und Läden nicht mehr verwendet werden, sammeln und in Ausgabestellen an Bedürftige verteilen, helfe zwar eine Notsituation zu überbrücken, führe aber nicht aus der Not heraus.

Im Laufe der letzten Monate habe ich persönlich auch meine Meinung in diese Richtung verändert, weil ich verstanden habe, dass es nicht mehr einfach nur darum gehen kann, unmittelbare Not zu lindern, sondern dass die Politik nicht aus der Verantwortung genommen werden darf, die Grundsicherung dahingehend zu verändern, dass die Hilfebedürftigen keine Bittsteller in Schlangen und mit Bezugsscheinen werden, sondern die notwendigen Mittel dazu erhalten müssen, um ebenso normal einkaufen zu können wie andere Bürger auch!

Es muss endlich aufhören, dass Erwerbslose wegen ihrer Situation individuell an den Pranger gestellt werden, statt das gesellschaftliche Problem zu realisieren, dass es nun mal nicht mehr Arbeit für alle geben kann und wird!

Leider versuchen die „Tafeln“, die Armut scheinbar zu lindern, nicht aber ihre Ursachen zu bekämpfen. Die Problematik geht noch weiter: Man kann das ALG II sogar kürzen und stattdessen Bezugsscheine ausgeben, nicht nur für Lebensmittel. Sobald Deutschland flächendeckend mit „Tafeln“ bestückt ist, kann man dies machen und noch mehr Geld sparen.
Von wegen weihnachtlich....(!)

Kaleika
 

MenschMaier

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Hier gibts die Aktion auch zum dritten Mal. Habe beim ersten Mal von einer Helferin erfahren, dass mehr Leute als Pakete da waren. Sie mussten die Pakete echt aufmachen und aufteilen.
Ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Ich finde es traurig, dass es so etwas in Deutschland gibt.

Für mich sind das Suppenküchen.
Das ist krank!
Suppenküchen sind die Brosamen, die die Reichen uns hinschmeissen, damit wir nicht auf die Strasse gehen.

In der Kirche von Krilo/Jesenice, Yugoslavien, hatten die eine riesige, goldene Schale, juwelenbesetzt; ein Hammer das Ding. Auf meine Frage was die auf einem Nebenaltar so rumsteht bekam ich die Antwort: Das ist die Brotschale. Jeden Sonntag wird darin gebrochenes Brot für die Armen ausgelegt. WENN sie in die Kirche kommen, müssen sie nicht hungern!!!
Mein Einwand, daß es sinnvoller sei diese Schale zu verkaufen und den Armen das Geld zu geben wurde verständnislos zur Kenntnis genommen.
mm
 
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Gast
Stelt euch mal folgendes vor: Es gäbe die Tafel nicht. Aber wir hätten immer noch die Hungersätze der Regel im SGBII-Vollzug. So. Und auch die Sanktionen nach dem Straf(sozial?)GesetzBuch-II.

Dann hätten wir bei Sanktionen, genau, was ?
Nichts zu essen !

Jetzt stellen wir uns mal vor, die Arbeitsagentur respektive Sozialleistungsbehörde bekäme all die überflüssigen Lebensmittel, die die Tafel heute noch bekommt. Weil sie uns ja die höheren Regelsätze vorenthalten. So. Bei einer Sanktion könnten die dann ganz direkt entscheiden.
Todesurteil, oder nicht ?

Hart, oder ?:eek:

Die Tafeln sind ein Projekt. Kein Helfer.

Übrigens. Ein netter schlauer Mensch sagte mal zu mir.
"Wenn die Tafeln doch expandieren, dann müsste auch der letzte bald merken, das es sich um ein gewinnorientiertes Unternehmen handelt. Die haben kein Interesse, sich selbst zu ruinieren"
 

Donauwelle

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Ich glaube nicht, dass die Tafeln das sind, was einem bei einer Sanktion hilft. Ich denke, dass sind dann eher die Leute im Umfeld der Betroffenen.
 

Kleeblatt

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Stelt euch mal folgendes vor: Es gäbe die Tafel nicht. Aber wir hätten immer noch die Hungersätze der Regel im SGBII-Vollzug. So. Und auch die Sanktionen nach dem Straf(sozial?)GesetzBuch-II.

Dann hätten wir bei Sanktionen, genau, was ?
Nichts zu essen !

Jetzt stellen wir uns mal vor, die Arbeitsagentur respektive Sozialleistungsbehörde bekäme all die überflüssigen Lebensmittel, die die Tafel heute noch bekommt. Weil sie uns ja die höheren Regelsätze vorenthalten. So. Bei einer Sanktion könnten die dann ganz direkt entscheiden.
Todesurteil, oder nicht ?

Hart, oder ?:eek:

Die Tafeln sind ein Projekt. Kein Helfer.

Übrigens. Ein netter schlauer Mensch sagte mal zu mir.
"Wenn die Tafeln doch expandieren, dann müsste auch der letzte bald merken, das es sich um ein gewinnorientiertes Unternehmen handelt. Die haben kein Interesse, sich selbst zu ruinieren"

Da die Tafeln eben (noch) nicht überall präsent sind, zudem nicht mehr alle Bedürftigen annehmen können, außerdem (wie ich hier in Berlin hörte) man sich bei dem Andrang wochenlang vorher anmelden muß um dann vielleicht 1 Mal pro Woche für kurze Zeit (Rotationsprinzip)das nehmen zu müssen was gegeben wird (nicht Jeder verträgt alles),
- kann davon ausgegangen werden das die überwiegende Mehrheit der Arbeitslosen für den Fall einer Sanktion, wie gedacht seitens der Politik, wirklich ehrlich und ganz in der Realität hungern.

Nicht nur das, - sie können ihren monatlichen Stromabschlag nicht mehr zahlen, ebenfalls keine Telefongebühren oder Fahrkarten.

Zugleich allerdings bleiben die EGV-Inhalte bestehen, also bewerben ect.
Das bedeutet sich zu waschen ohne sich naß zu machen.
Etwas zu nutzen was zuvor bezahlt sein muß (Telefon) , etwas per Porto zu bezahlen was man zuvor auf einem Drucker ohne Strom gedruckt hat, schwarzfahren müssen und sich damit strafbar machen müssen, da kein Fahrgeld vorhanden ist. Also entweder persönliche Bewerbung ohne Geld = vorbestraft oder nicht persönliche Bewerbung = weitere Sanktion.

Dieser ganze § 31 ist ...., man kann es drehen wie man möchte.
 
E

ExitUser

Gast
da hast du natürlich recht Kleeblatt. Für mich käme die Tafel zudem eh nicht in Frage. Eher sterbe ich, bevor ich mich dazu bringen lasse, Sachen zu mir zu nehmen, die durch den Tod anderer enstanden. Alleine deshalb hat die Tafel für mich kene Daseinsberechtigung. Aber ich habe es oben mehr gesamt als "Wir-Arbeiter" gemeint. Viele bekommen ihr Essen momentan von dort und können nicht ohne, weil die Regelsätze deutlich zu niedrig sind! Und nicht nur das.

Grüße
Zid
 

NureineNummer

Elo-User*in
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Nach meiner Meinung sind das Faschistoide Methoden, welche die Untertanen zum absoluten gehorsam zwingen sollen!!!

Leider funktioniert das ganze ja anscheinend!
 
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