Es besteht eine außerordentliche Belastung durch Kosten für Verbandsmaterial und Salben nach einer Operation. Muss das JC einen Sonderbedarf bewilligen?

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SavioDutschke

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Moin und frohes neues Jahr! :)

Ich bin schwerbehindert (50%), wohne in Hamburg und wurde im November 2019 operiert. Die Wunde muss seither offen abheilen. Täglich spüle ich die Wunde und wechsle die Kompressen und Vorlagen.
An Verbandsmaterial und Salbe habe ich bislang ca. 130 Euro ausgegeben. Es handelt sich um Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, keine Zuzahlungen sind und die ich nicht vom Regelbedarf zu decken vermag [musste mir Geld leihen, um über die Runden zu kommen].

Der Antrag auf Sonderbedarf wurde mit folgender Begründung vom SB des JC abgelehnt:
"Ihrem Antrag [...] auf Beihilfe kann leider nicht entsprochen werden.
Die beantragte Leistung ist keine Leistung nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch. Eine Zahlung ist daher nicht möglich.
Ein Mehrbedarf nach §21 Absatz 6 SGB II ist nicht gegeben, da hier nicht ein laufender, sondern ein einmaliger Sonderbedarf gemäß Ihres Antrages besteht."

1. Wieso sollte in diesem Fall nach SGB II kein Sonderbedarf genehmigt werden? Meines Erachtens ist hier doch eine außerordentliche Belastung gegeben.
2. Handelt es sich bei der Aussage des SB um eine Falschaussage, um Vortäuschen falscher Tatsachen und um Nötigung (aufgrund der daraus resultierenden finanziellen Notlage)?

Danke für eure begründete Einschätzung der Sachlage.

Viele Grüße,
SavioDutschke
 

Curt The Cat

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Moinsen SavioDutschke und willkommen hier ...

Überleg Dir bitte eine aussagekräftigere Überschrift als Kein Sonderbedarf für Verbandsmaterial und Salbe nach Operation (11/2019)? [Außerordentliche Belastung]. Am besten einen vollständigen Satz, verbunden mit einer Frage - soviel Zeit sollte sein. Ergänzend verweise ich dazu auf Forenregel 11. Du kannst deinen Beitrag insgesamt eine Stunde lang nach Erstellung bearbeiten, also jetzt noch gute 50 Minuten.

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein zusammenhangloses Sammelsurium von acht Worten rein ...

Im Editor der Überschrift findest du zudem auch den Hinweis:
Themen-Überschrift, bitte den Themeninhalt (nicht zu) kurz beschreiben ...
Folge bitte diesem Link ...! Hier erläutert @Admin2, weshalb ein aussagekräftiger Thementitel wichtig ist:

Danke für Deine Mitwirkung und ich wünsche dir noch einen angenehmen Aufenthalt im Forum.


:icon_wink:
 
E

ExUser 12040

Gast
Nötigung , arglistige Täuschung usw. lass mal außen vor.
Du kannst gegen die Ablehnung Widerspruch einlegen.
Voraussetzungen für einen (evtl) Sonderbedarf:
der Bedarf ist unabweisbar
der Bedarf ist laufend
der Bedarf ist nicht nur einmalig
Diese Voraussetzungen müssen insgesamt vorliegen.

Besser ist es, du versuchst es mit einem Anwalt.
 

Nena

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Die Wunde muss seither offen abheilen. Täglich spüle ich die Wunde und wechsle die Kompressen und Vorlagen.
Die nächste Arztpraxis ist zu weit entfernt für tägliches Behandeln? So habe ich mir schon mehrfach diese Kosten "erspart" (klar, hat viel Zeit gekostet), wenn es ein Mediziner macht, zahlt das die Krankenkasse.
 
E

ExUser 12040

Gast
Da musst man aber einen Hausarzt finder der heutzutage noch täglich bei einem pat. den Verband wechselt. Kann der kaum noch abrechnen oder muss
ggf. noch die Kosten an die KK selber zurückerstatten.
 

SavioDutschke

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Danke erstmal für die Ideen und Hinweise.

Nötigung , arglistige Täuschung usw. lass mal außen vor.
Wenn ich eine Straftat begehe, muss ich dafür gerade stehen? Ja. Warum sollte dies bei diesem SB des JC anders sein? Ist er gleicher als andere Menschen? Nein, er handelt im vollen Maße eigenverantwortlich und haftet dafür.

Du kannst gegen die Ablehnung Widerspruch einlegen.
Ja, werde ich. Dennoch will ich hinreichend fürs Widerspruchsverfahren vorbereitet sein und baue auf eure bisherige Erfahrungen zu diesem Thema.

Voraussetzungen für einen (evtl) Sonderbedarf:
der Bedarf ist unabweisbar
der Bedarf ist laufend
der Bedarf ist nicht nur einmalig
Diese Voraussetzungen müssen insgesamt vorliegen.
Es geht hier um einen einmaligen Sonderbedarf. In bestimmten Lebenssituationen kann dieser mit den Mitteln des § 24 SGB II befriedigt werden. Vorausgesetzt, er wird nachgewiesen und die Leistungserbringung ist erforderlich, um den Lebensunterhalt des Hilfsbedürftigen zu sichern.

Besser ist es, du versuchst es mit einem Anwalt.
Wird wohl leider darauf hinauslaufen. [Leider ist hier in Hamburg die ÖRA die erste Anlaufstelle -- und die ist erfahrungsgemäß sehr parteiisch.]
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Die nächste Arztpraxis ist zu weit entfernt für tägliches Behandeln? So habe ich mir schon mehrfach diese Kosten "erspart" (klar, hat viel Zeit gekostet), wenn es ein Mediziner macht, zahlt das die Krankenkasse.

Ist in meinem Fall nicht möglich. [Wunde muss bspw. direkt nach jedem größeren Toilettengang ausgespült werden.]
Der Hinweis nützt mir zudem leider nichts, weil die Kosten für die Wundversorgung, die ich durch Rabattangebote (Onlinerecherche) beim Einkauf sogar bewusst niedrig gehalten habe, bereits vorhanden sind.
 
Zuletzt bearbeitet:

Helga40

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SavioDutschke

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Hast du die Ablehnung der Krankenkasse schriftlich? Hiernach ist Verbandsmaterial durchaus Kassenleistung:
Das wird dann wohl der gesuchte Volltreffer sein, den ich brauchte. Danke.
Nein, bislang nicht beantragt, weil ich davon ausging, dass es keine Kassenleistung der gesetzlichen Krankenversicherung ist, wenn Verbandsmaterial & Co. nicht vom Arzt verschrieben werden.
 

SavioDutschke

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Ich habe nach meiner OP das benötigte Verbandsmaterial vom Arzt auf rosa Kassenrezept verschrieben bekommen. Somit wurde es auch von der Kasse übernommen. Sprich mit deinem Arzt.
Freut mich für Dich, dass es geklappt hat. :)
Nützt mir in meinem Fall jedoch gar nichts, wenn der Arzt mir grünfarbige Rezepte mitgibt. Das sind lediglich Empfehlungen des Arztes und müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

Meine (vor)letzte Hoffnung bleibt also bei einem Antrag bei der BKK.
 

little

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Nein, nur Schwerbehinderung (Grad: 50).

Das ist schade (und vielleicht nachholbar?), weil ich durch meinen PG und dem beauftragten Pflegedienst auch Zugang zu Wundschwestern habe, die bei Wunden (ich habe schon länger mit chronischen Wunden zu tun) sich mit meinem HA kurz schliessen und dort alles besorgen, was nötig ist! Im verganenen Jahr habe ich genau 2x 5€ für Prontosan ausgegeben (Wundspülspray), ansonsten lief alles über die KK durch das Wundmanagement!

Alles Gute!
 
E

ExUser 12040

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Freut mich für Dich, dass es geklappt hat. :)
Nützt mir in meinem Fall jedoch gar nichts, wenn der Arzt mir grünfarbige Rezepte mitgibt. Das sind lediglich Empfehlungen des Arztes und müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.
Meine (vor)letzte Hoffnung bleibt also bei einem Antrag bei der BKK.

Dann würde ich den Arzt mal auf die Gesetzeslage der GKV aufmerksam machen und um ein anderes Rezept bitten.
Vielleicht zahlt die KK auch rückwirkend.
 
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