Erzwungene Maßnahme gefolgt von erzwungenem Praktikum (unentgeltlich)

Lobotomy

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Hallo

bei meinem letzten Standardtermin bei meinem Vermittler, wurde mir eine Aktivierungsmaßnahme bei der DAA aufs Auge gedrückt über 6 Monate a 2 Mal Vollzeit in der Woche.
Die Maßnahme heißt "Baukastensystem Aktivierung und Vermittlung - BKAV". Habe zu diesem Zweck ein Schreiben namens "Angebot einer Maßnahme zur Aktivierung und beruflichem Eingliederung bei einem Träger" bekommen und sollte mich dann bei der DAA melden. Eingliederungsvereinbarung per VA wurde nicht erneuert oder entsprechend angepasst.

Hab mich jetzt die ersten 1,5 Monate da durchkämpft und musste immer haufenweise Zeugs unterschreiben, wenn man nachgefragt hat wurde mit Abbruch der Maßnahme und Sanktionen gedroht.

Mittlerweile sind wir bei dem Punkt angekommen wo die Teilnehmer der Maßnahme per "unentgeltlichem Praktikum" für 4 Wochen abgeschoben werden sollen, da der Haupt-Dozent Urlaub hat in der Zeit.

Dazu sollte ich jetzt auch eine "Zielvereinbarung" mit der DAA unterschreiben, damit die mich einem Betrieb zuweisen können egal wie sinnfrei das Praktikum sein wird. Ich habe gesagt ich möchte das erst mit meinem Vermittler besprechen und dafür jetzt einen Termin bekommen. Habe die Befürchtung das er mir nur sagen wird, das ich das Praktikum machen muss da es Bestandteil der Maßnahme ist und wenn ich es nicht antrete bzw. den Wisch bei der DAA nicht unterschreibe, das als Abbruch der Maßnahme gewertet und sanktioniert wird.

Was kann beim Gepräch mit meinem Vermittler sagen oder tun um ein sinnloses (nicht zweckgebundenes Praktikum durch Zuweisung seitens der DAA) zu vermeiden und keine Sanktion zu bekommen?

In wie weit ist das Schreiben mit dem "Angebot einer Maßnahme.." als Rechtsgrundlage zur Sanktionierung zulässig, da ja die EGV nicht angepasst bzw. erneuert wurde?

Mit freundlichem Gruß

Lobotomy
 

Merse

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Bitte......merk dir bitte eins für jetzt und für alle Zukunft:

Wenn du etwas unterschreiben sollst, ist das freiwillig, es geht um deine freiwillige Zustimmung, deine freiwillige Erklärung, etwas zu tun.

Wenn du irgendwas "musst", ist das ohnehin bereits gesetzlich geregelt, sonst würdest du es nicht müssen. Für bereits gesetzlich geregelte Dinge bedarf es keiner Unterschrift.

Einen Weiterbewilligungsantrag oder ein Verbot der Datenweitergabe kannst du unterschreiben, denn hier willst du etwas, es liegt in deinem Interesse, es bringt dir einen Vorteil. Alles vom Maßneträger vorgelegte steht nicht in deinem Interesse und wird folglich nicht unterschrieben.

Wenn der Maßnahmeträger seine Maßnahme nicht ohne Zusatzvereinbarungen durchführen kann, ist das sein Problem. Das JC ist dafür verantwortlich, den rechtlichen Rahmen vorzugeben.
 

Lobotomy

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Hallo,

das ist mir schon klar nur wollte ich mir nicht von Anfang an eine Sanktion einhandeln, indem ich die ganzen Verträge nicht unterschreibe.
Trotz allem wird mein Vermittler mit der Sanktionskeule schwingen wenn ich mich weigere das Praktikum anzutreten. Das möchte ich verhindern.

Btw.: Wenn du wegen jeder Scheiß Unterschrift erst zur Sozialarbeiterin der DAA zitiert wirst und wenn man nachfragt, sofort von der für die Maßnahme zuständigen Sachbearbeiterin belagert und bedroht wirst, mit Maßnahmeabbruch und Sanktionierung, dann wird dir auch ganz anders. Einmal wurde ich schlußendlich sogar zur stellvertretenden Geschäftsführerin(oder so ähnlich) geschickt und von der ich dann belabert wurde, das das alles für deren Arbeit notwendig wäre und dann wurde wieder schön gedroht.

MfG Lobotomy
 
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Individualist

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Hallo,

das ist mir schon klar nur wollte ich mir nicht von Anfang an eine Sanktion einhandeln, indem ich die ganzen Verträge nicht unterschreibe.
Trotz allem wird mein Vermittler mit der Sanktionskeule schwingen wenn ich mich weigere das Praktikum anzutreten. Das möchte ich verhindern.
Das ist genau die Angst, mit der die JobCenter und Erfüllungsgehilfen beim MT arbeiten, damit die Leute sich freiwillig ins Hamsterrad begeben. Runde 1 hast du also schon mal verloren.

Mündliche Drohungen von deinem Vermittler kannst du getrost ignorieren und ihn das nächste Mal einfach bitten, dir die Tatbestände, welche er zu sanktionieren gedenkt, schriftlich auszuhändigen, inklusive Rechtsgrundlage. Alles andere ist heiße Luft. Vom Maßnahmeträger sowieso, weil der dich gar nicht sanktionieren kann – er kann höchstens beim JobCenter Lügen über dich verbreiten und deine Weigerung anzeigen. Wenn er dir im Vorfeld damit droht, wäre das dann Nötigung und kann entsprechend geahndet werden.

Deshalb ist es ratsam sich die Unterlagen immer allesamt vorab als Kopie zur Prüfung aushändigen zu lassen. Wenn du sagst "ich unterschreibe generell nicht, weil Vertragsfreiheit" hört das JobCenter nur "Weigerung" und verhängt eine Sanktion. Hast du dir die Unterlagen hingegen mit geheucheltem Interesse aushändigen lassen und dann nach der Prüfung einen begründeten, schriftlichen Einwand wird das sehr viel schwieriger. Auch sollte man sich beim MT immer eine schriftliche Bestätigung einholen, dass ER dich nach Hause geschickt hat, weil Unterschriften fehlen. Aufgrund der vorliegenden EG-VA müsste das normalerweise auch ohne gehen. Rechtsstaat, wo bist du?

Ein Praktikum brauchst du nur anzutreten, wenn es in der EG-VA mit Rechtsfolgebelehrung geregelt ist und eine schriftliche Zuweisung vorliegt. Auf Angebote des MT brauchst du nicht zu reagieren.

Falls deine EG-VA entsprechend angepasst wurde, würde ich – sofern du es nicht schon getan hast – umgehend Widerspruch erheben, parallel dazu einen Antrag auf aufschiebende Wirkung beim SG erwirken. Notfalls Feststellungsklage. Gegen Sanktionen kannst du genauso vorgehen -> Widerspruch -> Klage.

Wenn du dir einen Spaß machen möchtest, kannst du dem MT die Weitergabe und Speicherung deiner Daten schriftlich untersagen und ein eventuell durch konkludentes Handeln getätigtes Einverständnis widerrufen.

Edit: Hast du eine Eingliederungsvereinbarung (EGV) unterschrieben oder einen die Eingliederungsvereinbarung ersetzenden Verwaltungsakt (EG-VA) ohne deine Unterschrift erhalten? Und hast du diese(n) hier anonymisiert eingestellt? Das wäre durchaus relevant.
 
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Lobotomy

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Ich habe wie immer meine Unterschrift verweigert und einen schriftlichen VA statt EGV erhalten.
Nein, ich habe diesen noch nicht hier eingestellt, da ich zum 1. keinen Drucker oder Smartphone zum Foto machen habe und zum 2. ich auch meine "Pflichten" immer erfüllt habe und dementsprechend mit meinem Vermittler einigermaßen gut ausgekommen bin. Er wollte mich zwar immer sanktionieren aber ich habe ich nie eine Gelegenheit dazu gegeben.

Edit: Mein "aktueller VA ist vom 21.07.2017" und wurde nie aktualisiert da ich nie Anlässe dafür gegeben habe.

Edit 2: Hast du einen Beispieltext für den Widerspruch für den Maßnahmeträger? Das würde ich zu gerne tun.

Bis es dann zu dieser Maßnahme kam.

MfG Lobotomy
 

Pixelschieberin

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[...] nur wollte ich mir nicht von Anfang an eine Sanktion einhandeln, indem ich die ganzen Verträge nicht unterschreibe. [...]
Hast du gelesen oder geblickt was Merse dir geschrieben hat?

Kurz:
Es gibt keinen gesetzlich verankerten Zwang, Sondervereinbarungen mit Dritten zu treffen, die mir obendrein fremdbestimmt angedient werden.

Wenn du NICHT von Drückern ins Bockhorn gejagt worden bist, wirst du uns sicher erklären können, auf welcher Rechtsgrundlage du sanktioniert werden darfst.
Fragen zum Selbst-Nachdenken:
- WESHALB sollte es eine Sanktion geben wenn du nichts unterschreibst?
- WO steht geschrieben, daß ein mündiger Bürger Verträge eingehen muß?
[...] Btw.: Wenn du wegen [...] und [...] , dann wird dir auch ganz anders.[...]
Falls du heraus finden solltest, wie du dich waschen kannst, ohne dich naß zu machen, sag uns bitte Bescheid. :biggrin:
[...] Einmal wurde ich schlußendlich sogar zur stellvertretenden Geschäftsführerin(oder so ähnlich) geschickt und von der ich dann belabert wurde, das das alles für deren Arbeit notwendig wäre und dann wurde wieder schön gedroht. [...]
Ehe hier für dich ellenlanger Text formuliert wird, den du mit dem beliebten "Ja - aber" Spielchen erdest, wäre dir zu empfehlen, dich zunächst in die Grundlagen der Manipulationsabwehr einzuarbeiten.
Das Netz stellt ausreichend kostenlose Lektüre bereit.

Dieser Faden hat ein vergleichbares Thema.
Möglicherweise kannst du daraus Nutzen ziehen, ohne daß bei Adam und Eva begonnen werden muß.
[...] Auf Angebote des MT brauchst du nicht zu reagieren. [...]
Mit solch pauschalisierenden Statements wäre ich ganz vorsichtig.
Weißt DU etwa, was der TE alles beim MT unterschrieben hat?
[...] Hast du einen Beispieltext für den Widerspruch für den Maßnahmeträger? Das würde ich zu gerne tun.[...]
Guck mal dort:
Sonstige Mustertexte / Vorlagen / Informationen
Hier im Elo-Forum gibt es ein Unterforum namens ► Vorlagen sortiert. :icon_wink:
Dort werden zahlreiche Informationen, Hilfestellungen und auch anzupassende Mustertexte bereitgestellt.
Eine schematische Hilfe bietet der ► Leitfaden. Dort kannst Du im Index auch begriffsorientiert suchen.
 

Merse

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nur wollte ich mir nicht von Anfang an eine Sanktion einhandeln, indem ich die ganzen Verträge nicht unterschreibe.
Gerade durch das Unterschreiben hast du freie Bahn für Sanktionen geschaffen. Wer sich freiwillig dem Maßnahmeträger unterwirft und alle möglichen Pflichten anerkennt, muss diese dann wohl leider auch einhalten.

Solange du dich von irgendwelchen unhaltbaren Drohungen einschüchtern lässt, weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie wir dir helfen könnten. Es ist ja leider absehbar, dass du auch den neuen Vertrag wieder unterschreiben wirst, sobald das Wort "Sanktion" fällt.
 

Lobotomy

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Ja ich hab gelesen was Merse geschrieben hat. In der Theorie mag das auch gut und schön klingen aber die Praxis in Jobcentern bzw. bei Maßnahmeträgern sieht deutlich anders aus.

WESHALB sollte es eine Sanktion geben wenn du nichts unterschreibst?

Antwort: Wegen Abbruch der Maßnahme (und ich weiss leider nicht soviel ob die damit durchkommen wenn ich meine Unterschrift verweigere oder nicht)

Und nein, ich wüsste nicht auf welcher Grundlage man mich sanktionieren könnte - daher auch meine Frage inwiefern dieses Schreiben, "Angebot einer Maßnahme" (mit Rechtsfolgebelehrung), höher steht als eine EG-VA.

Und nein, ich wollte keinen ellenlangen Text sondern nur eine kurze und präzise Antwort.

Ich weiss das ich an sich nichts unterschreiben muss aber ist leider nur die Theorie. Wenn man das offen verweigert handelt man sich schnell Sanktionen ein. (wie von Individualist beschrieben)

Wenn du zum 1. Mal in einer solchen Maßnahme bist und dann "bedroht" wirst kannst du mich sicher verstehen. Ich bin ja ein friedlicher Mensch.

MfG

Lobotomy
 
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Lade doch mal EGV-VA und "Angebot" hinreichend anonymisiert hoch!
 

Lobotomy

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Ich selber habe dazu keine Möglichkeit, da kein Scanner bzw. Smartphone mit Kamera in meinem Besitz ist. Außerdem ist mein EG-VA vom 21.07.2017 und da war nur von normalen Bemühungen zur Arbeitsaufnahme die Rede und mehr nicht.

Aber ich werde Anfang der neuen Woche mal versuchen jemanden zu finden der mir beides einscannen bzw. ablichten kann. Dann lade ich es hoch.

MfG Lobotomy
 
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Bist du im Besitz von Kopien/Abschriften der Unterlagen, die du bisher beim Maßnahmeträger unterschrieben hast?
 

Lobotomy

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Nein, da uns so etwas nie ausgehändigt wurde. Also zum Behalten. Zum lesen und unterschreiben kurz ja aber danach wurde es wieder eingesammelt.

MfG Lobotomy
 

Hexe45

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Nein, da uns so etwas nie ausgehändigt wurde. Also zum Behalten. Zum lesen und unterschreiben kurz ja aber danach wurde es wieder eingesammelt.

MfG Lobotomy
Oje, dann hoffe ich mal. daß eine deiner Unterschriften nicht unter einem Schrieb der Art ---....verpflichte ich mich an einem kostenfreien Praktikum teilzunehmen....--steht.

Auch wenn ich selbst nicht von Hartz IV betroffen bin, habe ich mir hier folgenden Satz einer Userin gemerkt.
- Nämlich, daß es 10 Mal einfacher ist gegen eine EGV, VA und ähnliches zu klagen, als gegen die eigene Unterschrift.

Hoffe du kommst ohne Sanktion aus dieser Nummer raus.
 

Lobotomy

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Ja, das sehe ich jetzt auch das mich zu leicht habe unter Druck setzen lassen und es ein Fehler war den Teilnehmervertrag der DAA zu unterschreiben. Auch wenn dabei unter Druck gesetzt, genötigt und bedroht wurde, wird es wahrscheinlich schwer den Vertrag anzufechten. Bei jeder Unterschrift waren es 4-Augen-Gespräche bzw. wurden Leute vom Maßnahmeträger hinzugeholt. Ich hatte als keinen Zeugen.

Stimmt es wirklich das man ein unentgeltliches Praktikum sanktionsfrei abbrechen kann? Wenn ja, wie gestalte ich einen solchen kontrollierten Abbruch eines unentgeltlichen Praktikums?

MfG Lobotomy
 
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Pixelschieberin

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Um es auf den Punkt zu bringen - mit willfährig abgeleisteten Unterschriften ist der HE in die Grube gehopst, die MT-Träger im Schulterschluß mit deren Amigos ausgehoben und mit fadenscheinigem "Teilnahmevereinbarungs-Blattwerk" abtarnen.

Wer vorgefertigte Willenserklärungen unterzeichnet - ohne selbst in Vertragsverhandlungen einzusteigen, katapultiert sich halt in die Fremdbestimmung.
Ach was - "Häschen in der Grube" macht so gar keinen Spaß und bringt auch gar nichts für die eigene Karriere?
Das wissen deine Spiele-Organisatoren - werden es jedoch niemals zugeben.

Beim "Häschen hüpf" will der HE die Garantie, daß dabei keine Schrammen entstehen?
DIE kann hier keiner geben.

Erschwerend kommt hinzu, wenn der Ratsuchende den typischen "Ja - Aber"-Spieler gibt.
Das sind die, die stets einen meist irrationalen Einwand finden, warum was auch immer NICHT gehen soll.
An solchen Spielern können sich Leute mit Helfersyndrom prima abarbeiten.
[...] In der Theorie mag das auch gut und schön klingen aber die Praxis in Jobcentern bzw. bei Maßnahmeträgern sieht deutlich anders aus. [...]
DU willst den Forenten über die Praxis berichten?
Das nenne ich mal "Eulen nach Athen tragen".
Ich habe keine Ahnung von welchen Theorien du schreibst - meine Ratschläge entspringen allesamt aus dem Nähkästchen eigener Erfahrungen.

Zugegeben - eine gewisse Konflikt- und Riskobereitschaft gehört dazu wenn ich mich solch dubioser Zeitgenossen zu erwehren gedenke.
Wattebäuschchen werfen hätte mich auf DER Spielwiese nicht zum gewünschten Ergebnis geführt.
Du kannst natürlich versuchen, deine Gegner mit Arglosigkeit zu zermürben.
[...] WESHALB sollte es eine Sanktion geben wenn du nichts unterschreibst?

Antwort: Wegen Abbruch der Maßnahme [...]
Deutsch ist eine ausgesprochen präzise Sprache.
Sie läßt nicht so viele Mehrfachdeutungen zu wie z. B. im EN zu beobachten.
In Begriffe und Definitionen nichts hinein interpretieren, sondern sie tatsächlich wortwörtlich zu nehmen, sowie Grundkenntnisse in Logik gehören in den Werkzeugkasten für Händel, die vor Gericht enden können.

Hier greift z. B. die Erkenntnis:
Wenn (noch) gar nicht begonnen wurde, kann doch gar nichts abgebrochen werden.

Seit Unterschrift-Erteilung jedoch ist die Willenserklärung ziemlich eindeutig in Richtung "begonnen" zu interpretieren.
[...] Und nein, ich wüsste nicht auf welcher Grundlage man mich sanktionieren könnte - daher auch meine Frage inwiefern dieses Schreiben, "Angebot einer Maßnahme" (mit Rechtsfolgebelehrung), höher steht als eine EG-VA.[...]
Jetzt wirfst du gleich zwei Diktate (Verwaltungsakte) in einen Topf.
Wobei das JC behaupten wird, die als "Angebot" etikettierte Zuweisung sei gar kein VA.
Zu DER trickreichen Zwickmühle ausgklügelt-perfiden Verwaltungshandelns weiß Schlaraffenland Genaueres zu erläutern.
Bei Interesse suchst du dir die Beiträge selbst raus.
Die Maßnahme-Abwehr-Fäden, in denen Schlaraffenland postet, könnten für dich auch sonst interessant sein.


Merke:
Ein VA, der eine EGV ersetzt - ohne Maßnahme-Tralala - schützt den HE NICHT vor einer sinnlosen Maßnahmezuweisung.
Das sind zwei Paar Schuhe, die es getrennt anzugreifen gilt - sofern sie sich nicht im Kontext (des VAs oder einer EGV) aufeinander beziehen.
Wer mehr darüber erfahren möchte, sucht sich die Beiträge von Makale raus.
[...] Und nein, ich wollte keinen ellenlangen Text sondern nur eine kurze und präzise Antwort. [...]
Dein Wunsch in Gottes Ohr. :biggrin:
[...] Ich weiss das ich an sich nichts unterschreiben muss aber ist leider nur die Theorie. [...]
Die in folgende Praxis einmündet:
Mit DEINER Unterschrift willigst du in alles ein, was du unterschreibst.
Das ist doch keine Theorie mehr.

Vor Gericht ist auch ziemlich Jacke, ob du dich während der Verhandlungen bedroht oder hinterher ins Bockshorn gejagt gefühlt hast.
NOCH wirst du - spätestens ab Erreichen der Volljährigkeit - als mündiger und geschäftsfähiger Bürger betrachtet - sozusagen ein freier Mensch in einem freien Land.
Für die gilt VERTRAGSFREIHEIT.

Was vermutest denn du, warum der Gesetzgeber (GG) der Möglichkeit vorgebaut hat, daß deine Rechte von Dritten - z. B. Maßnahme-Träger beschnitten werden können?
Der GG verlangt doch ausdrücklich, daß Sonderregelungen, die z.B. am geltenden Gesetz vorbei gehen, es unterlaufen, es aushöhlen, von real sheeps abgenickt zu werden haben.

Entgegen dem Rechtsverständnis vom deutschen Michel:
Sich selbst ins Knie zu schießen, ist NICHT rechtswidrig.

Wenn das scheue Reh jedoch zaudert - gar nicht unterschreibt - ja was denn dann?
Dann müssen die bösen Buben es halt "so" mitspielen lassen.
So wie es vom GG auch vorgegaukelt wird.
Den nehme ich dann wieder ganz wörtlich.

Was? Die wollen das Reh nicht?
Was ein Pech aber auch.

Damit Zwangszugeführte gar nicht auf die Idee kommen, ihre Rechte wahrnehmen zu wollen, wird Gesundheitswässerchen-Verkäufer-Druck aufgebaut.
Wer DEM nicht Stand hält, hat halt die Ar**hkarte gezogen.

So ist das in Praxis UND heimlicher Theorie.

Wir schreiben in unseren Katechismus:
keine Ahnung meinte:
Der Staat ist kalt.
Vereinbarungen, die gemeinsam getroffen wurden, nicht einzuhalten, ist Vertragsbruch.
Deshalb unterschriebe ich noch nicht mal was, wo mir die Konsequenzen - bei Vertragsbruch - nicht mitgeteilt wurden.
Immerhin geht's in Maßnahmen um GELD.
Geld, was der Träger an mir verdienen möchte.
Sollte der mich nicht besser wie eine jungfräuliche Braut umwerben und nicht mit Drohgebärden brüskieren?
[...] Wenn man das offen verweigert handelt man sich schnell Sanktionen ein. (wie von Individualist beschrieben) [...]
Ich weiß nicht, wie ich meine Unterschrift "nicht offen" verweigern sollte.

Wobei wir wieder bei "Wasch mich aber mach mich nicht naß" wären.
Meine Vorgehensweise habe ich in zahlreichen Posts hineinkopiert. Du wirst sie - bei Interesse - finden.
[...] Wenn du zum 1. Mal in einer solchen Maßnahme bist und dann "bedroht" wirst kannst du mich sicher verstehen. [...]
Wenn es an MEIN Eingemachtes - meine Lebenszeit - geht - trete ich kurz aus der Szene heraus und betrachte sie von außen.
Dann schalte ich meine Gehirnmaschine ein und frage mich, ob DAS ein Vertragspartner für mich sein soll, der mich schon VOR Eingehen eines Vertrags "bedroht".
[...] Ich bin ja ein friedlicher Mensch. [...]
Das würde ich - in DEM Zusammenhang - mit "konfliktscheu" übersetzen.
Nein, da uns so etwas nie ausgehändigt wurde. Also zum Behalten. Zum lesen und unterschreiben kurz ja aber danach wurde es wieder eingesammelt. [...]
Sag mal, du bist doch geschäftsfähig, oder?

Verinnerliche, daß immer ZWEI zum Tango gehören.

Will heißen:
Ich unterzeichne doch keinerlei Schriften, die ich nicht für MEINE Akten mit bekomme!

Grund:
Weder vermöchte ich - noch hätte ich Lust darauf, DAS alles auswendig zu lernen, um womöglich Wochen, Monate, gar Jahre später daherbeten zu können, was ich irgendwann mal unterzeichnet habe.

Fordere dir doch die Duplikate ein.
Dann können deine Ratgeber auch aufhören, die Glaskugeln zu polieren.
Ach ja - sowas "erbitte" ich nicht, die WILL ich haben.

Sobald MIR die Aushändigung von Vertrags-Dokumenten verweigert würde, wüßte ICH, daß hier etwas oberfaul ist!
Sei es zwecks Prüfung oder damit ich sie zu meinen Akten nehmen kann.

Die Erfahrung zeigt - sozialmafiöse Strukturen finden sich mit einigen "Huuhuuu-Rufen" den schulbuchmäßigen - weil "friedfertigen" - Goldesel.
[...] Stimmt es wirklich das man ein unentgeltliches Praktikum sanktionsfrei abbrechen kann? [...]
Das ist eine Radio-Eriwan-Frage.
Im Prinzip ja.
Aaaaber.... es kommt darauf an, was DU dem MT unterschrieben und zugesichert hast.

***
Wie du mittlerweile vielleicht erahnst - wenn diese Suppe bereits eingebrockt ist, gibt es in DER Kampfzone keine kurzen knackigen Antworten mehr.
Dafür gibt es im Forum viel Lesestoff - da das Spiel erst BEGRIFFEN werden muß - sollte sich der HE tatsächlich zur Wehr setzen wollen.
 
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Lobotomy

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Ich habe in meinem letzten Post ja schon bemerkt, das ich mich am Maßnahmeanfang zu leicht unter Druck setzen lassen habe. Am Anfang der Maßnahme habe ich gar nicht gewusst was auf mich zukommt und erst zu spät realisiert das man sich dagegen wehren muss. Einige andere Teilnehmer nehmen alles hin und machen alles mit. Und danach wenn Probleme auftauchen beschweren diese sich im Kurs beim Dozenten, der nur vermitteln kann, das er nur der Überbringer der Botschaften ist und keinen Einfluss auf die Gestaltung hat.

Ich habe hier auch nur meine persönliche Erfahrung dargelegt und bin kein besonders erfahrener Mensch in solchen Konfliktsituationen mit dem Jobcenter oder einem Maßnahmeträger. Daher ist es für euch "Wissende" leicht mir jeden meiner Fehler aufzuzeigen (oder in meiner Argumentation).

MfG Lobotomy
 

Sonne11

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Wenn man sich sehr eingeschüchtert fühlt dann sollte man sich mit kleinen Sachen helfen:

Halte immer einen Block und Stift bereit, egal was Dir merkwürdig vorkommt oder Du Dich gezwungen fühlst, schreibe auf, was Dein Gegenüber Dir sagt. Es wird sofort helfen, verspreche ich Dir!

Es ist dann egal wie viele Personen man dazu holt und wie wichtig diese in ihrer kleinen Welt sind, ihnen wird immer bewusst, dass Du es aufschreibst. Immer nur sagen, es sind Notizen. Notizen musst Du denen nicht zeigen oder aushändigen.

Und dann bleibt noch, sich anzueignen zu wiederholen "geben Sie mir das schriftlich" -wenn seltsame Aussagen fallen.

Und übrigens, wenn man Dir sagt, DU sollst zum Chef, zum Kanzler, zum König, dann musst DU es nicht wirklich wenn DU es nicht willst. Sollen die doch kommen?

Du wirst irgendwann merken, dass die Einschüchterung inc. Befehl wirkungslos sein werden, wenn erst der König in den Raum geholt werden muss, damit der König Dir persönlich sagt, DU sollst ihm folgen. :biggrin:

Es sind kleine Sachen, mache sie!
-Mitschreiben, es Notizen nennen wenn gefragt wird
-"geben Sie mir das schriftlich"
-"warum soll ich zum König/Büro/Chef? Soll König mich das selbst bitten, wenn es sein muss"

Einfach nicht aufzustehen und hinzulaufen, wo man es Dir befiehlt ist auch kein unfreundliches Benehmen. Wer bist Du? Wer sind die? Mache Dir das immer bewusst. Sonst hört es nie auf. Viel Erfolg.
 

Lobotomy

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Jetzt mal eine ganz "dumme" Zwischenfrage: Wenn mir von meinem Vermittler bei meinem nächsten Termin gesagt wird ich muss das Praktikum absolvieren und demnach auch beim MT einen Praktikumsvertrag unterschreiben - kann ich dann sofort sanktioniert werden, wenn ich den Praktikumsvertrag nicht unterschreibe? Mit dem Grund "fehlende Mitwirkung" oder sowas?

MfG Lobotomy
 

swavolt

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Wegen Praktikum kann nicht sanktioniert werden.
 

hartzerkaese

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... ja, denn ein Praktikum vermindert nicht deine Hilfsbedürftigkeit. Ergo ist ein Praktikum freiwillig. Selten kann ein Praktikum dir dienlich sein (am ehesten noch während eines Studiums, einer Umschulung, sinnvollen Weiterbildung) - ansonsten ist es eine Zeitklau-Null-Euro-Luftnummer - und wozu eine Zeitklau-Null-Euro-Luftnummer machen wollen?

Angenommen man will dir ein Getränkekistenverschiebe-Regalauffüllungspraktikum reinwürgen, mal den Chef fragen - ob man auch umsonst in seinem Laden einkaufen kann :icon_hihi:


ps. nach 7 Praktikas - auch wenn 6 von den sogar in sehr freundlicher/konstruktiver Atmosphäre waren - alles sinnlose Zeitverschwendung bei mir. Nur in einer einzigen Firma - da war die Chefin Megaunfreundlich zu mir.

Also du siehst, auch ich war "dumm" ... ich glaube nicht, dass ich so schnell oder jemals wieder ein Prkatikum Nr. 8 machen will. Also sei nicht so wie der alte HartzerKäse :D
 
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