Erwerbsunfähigkeitsrente und Selbständigkeit

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Larissa93

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Hey,

ich bin seit 3,5 Jahren Krankgeschrieben, und war vom Amtsarzt des Jobcenters 3x 6 Monate und jetzt 1x 12 Monate (gilt noch bis Okt' 2019) Erwerbsunfähig geschrieben worden.
Grund sind Depressionen.

Ich bin aktuell in Therapie, aber das ganze wird noch dauern. Nächste Ziele sind für 2 Jahre angesetzt in der Therapie.
Ich habe keine Lust die ganze Zeit nur rum zu sitzen und möchte etwas tun, soweit ich das kann.

Deshalb zwei Fragen:
1.) Gäbe es die Möglichkeit für mich Erwerbsunfähigkeitsrente oder Erwerbsminderungsrente zu beantragen? Ich habe vor den 3,5 Jahren Krankschreibung etwa 2,5 Jahre eine Ausbildung gemacht, wovon jedoch 1 Jahr vom Arbeitsamt bezahlt wurde. Davor habe ich unregelmäßig gejobbt. Soweit ich das sehe habe ich damit die Wartezeit nicht erfüllt, ist das richtig?

2.) Ich programmiere sehr gerne und könnte das auch ein paar Stunden am Tag machen, mal mehr mal weniger. Ich würde mir gerne damit etwas dazu verdienen und mich (wenn ich eines Tages wieder fit bin) vielleicht auch ganz Selbständig machen.
Gibt es eine Möglichkeit was ich jetzt schon tun kann um dieses Ziel zu verfolgen?
Ich kann ja schlecht jetzt ein Gewerbe Gründen um was damit zu verdienen, weil ich ja Erwerbsunfähig geschrieben bin, oder?

Danke schonmal für eure Antworten!
LG
Larissa
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

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2.) Ich programmiere sehr gerne und könnte das auch ein paar Stunden am Tag machen, mal mehr mal weniger. Ich würde mir gerne damit etwas dazu verdienen und mich (wenn ich eines Tages wieder fit bin) vielleicht auch ganz Selbständig machen.
Gibt es eine Möglichkeit was ich jetzt schon tun kann um dieses Ziel zu verfolgen?
Ich kann ja schlecht jetzt ein Gewerbe Gründen um was damit zu verdienen, weil ich ja Erwerbsunfähig geschrieben bin, oder?

Danke schonmal für eure Antworten!
LG
Larissa

Was programmierst du denn so? Hast du das schon mal beruflich bzw. für professionelle/gewerbliche Anwendungen gemacht?

Um mit Programmieren als „1. Personen-Show“ soviel Geld verdienen zu können, um davon Leben zu können, mußt du schon etwas sehr spezielles können.
 

Larissa93

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Was programmierst du denn so? Hast du das schon mal beruflich bzw. für professionelle/gewerbliche Anwendungen gemacht?

Um mit Programmieren als „1. Personen-Show“ soviel Geld verdienen zu können, um davon Leben zu können, mußt du schon etwas sehr spezielles können.
Computerspiele, da muss es garnicht so speziell sein, gibt heutzutage viele kleine Entwicklerteams.
 
E

ExUser 2606

Gast
Ob du die Bedingungen für eine EM Rente erfüllst, kannst du leicht prüfen. Fordere eine Renteninformation an, das geht ganz einfach online bei der DRV.

Ich sehe ein anderes Problem. Du bist schon lange krank und eine Genesung ist nicht wirklich absehbar.

Kannst Du wirklich verlässlich regelmäßig was machen? Ich sehe das bei meiner Bekannten, Vorsätze hat sie viele, aber an vielen Tagen wird daraus nichts, weil sie nichtmal aus dem Bett kommt. Ihr Mann ist froh, wenn sie das nötigste im Haushalt schafft. Sie schaffft es nicht, ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen und Auch Termine kann sie oft nicht einhalten. Muss alles bei dir nicht sein, jede Depression ist anders, aber der äD hat dich ja nicht ohne Grund aus der Vermittlung genommen.

Selbständig sein heiss aber auch Termine einzuhalten. Und wenn Du in einem kleinen Team arbeitest, dann ist da auch niemand, der das auffangen kann, wenn Du es nicht geschafft hast.

Dazu kommt, dass man als Selbständiger noch einige zusätzliche Pflichten hat: Buchführung, Steuern, Aquise von neuen Aufträgen, Werbung.... Als Angestellter kannst Du meistens nach der vereinbarten Arbeitszeit die Tür hinter Dir zumachen, in der Selbständigkeit geht das nicht.

Stell Dir erstmal kritisch die Frage, ob Du das bewältigen kannst, bevor Du dich da in irgend etwas reinstürzt.

ZUdem müsstest Du beim JC die Einnahmen angeben. DAs bedeutet noch mehr Papierkram. Und das JC könnte ganz schnell auf die Idee kommen, den äD mal überprüfen zu lassen, ob die Einschätzung, dass man dich derzeut nicht vermitteln kann, noch stimmt.
 

Realist2005

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Die Bedenken teile ich. Sollte allerdings die DRV Erwerbsminderungsrente bewilligen, so wäre auch das Jobcenter an die Einschätzung des medizinischen Dienstes der DRV gebunden und könnte nicht selbst (noch einmal) die Erwerbsfähigkeit durch den äD der BA prüfen lassen.
 

HermineL

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so wäre auch das Jobcenter an die Einschätzung des medizinischen Dienstes der DRV gebunden und könnte nicht selbst (noch einmal) die Erwerbsfähigkeit durch den äD der BA prüfen lassen.
Das Jobcenter ist an die Einschätzung der DRV gebunden die per Bescheid erfolgt. Entweder pro EMR oder Contra EMR.
Der sozialmedizinische Dienst der DRV gibt nur intern bei der DRV eine Bewertung ab auf der dann die Sachbearbeiter zu verbescheiden haben.
An diesen Bescheid ist das Jobcenter oder andere Leistungsträger gebunden wenn dieser Rechtskraft erlangen sollte.

Nur um einmal mehr die Begrifflichkeiten zu sortieren:

ÄD = Ärztlicher Dienst der Bundesagentur für Arbeit
MDK = Medizinischer Dienst der Krankenkasse
SMD = Sozialmedizinischer Dienst der DRV
 
E

ExUser 2606

Gast
Wenn die DRV erwerbsminderungsrente bewilligt, ist der TE wahrscheinlich weg vom JC. Ausser bei Arbeitsmarktrente. Und wenn die Rente nicht reicht, geht es ins SGB XII.

Ich denke, dass, wenn die Beitragszeiten nicht erfüllt sind, das JC da eh bald eine Prfung bei der DRV beantragen wird.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Ich sehe da ganz viele Fragen, und ganz viel Papierkram auf dich zukommen. Bist du dem gewachsen?

Wenn es dir darum geht etwas zu tun, und von zu Hause raus zu kommen, dann überlege doch mal ob eine ehrenamtliche Tätigkeit für dich in Frage kommt.
 

Vetter aus Dingsda

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Der DRV ist es ein Widerspruch, selbständig zu arbeiten (wozu nicht nur die angepeilte Arbeit selbst zählt… wie ja schon geschrieben wurde) und dem Antragsteller eine Rente zu zahlen.

Erwerbsunfähigkeit heißt, dass die gesundheitlichen Einschränkungen es nicht zulassen, mehr als 3 Stunden täglich seine Brötchen zu verdienen.

Geht aus dem Gutachten eine teilweise Erwerbsminderung hervor, lenkt die DRV ein und zahlt unter Umständen eine Arbeitsmarktrente.

Deine persönlichen und finanziellen Umstände kenne ich nicht. Wenn Du von einer Teilrente und Deiner Arbeit leben kannst…

Das Programmieren ist nicht sehr Kostenintensiv. Ich hatte als Handwerker zu tun, fixe Kosten des Gewerbes zu bezahlen; noch etwas für mich zu haben und es ständig allen, die das Recht hatten, Rechenschaft zu fordern, Rede und Antwort (alles in Schriftform) zu stehen.

Wer z.B. teilweise Erwerbsgemindert ist, noch am Tropf des Jobcenters hängt und einmal die Anlage EKS ausgefüllt hat, der weiß, was er sich mit Selbständigkeit übergeholfen hat.

Ich habe mein Gewerbe lieber an den Nagel gehängt und beziehe eine Arbeitsmarktrente, als dass ich ständig und vor allen „die Hose runterlassen“ und neben der Arbeit auch noch stundenlang alles offenlegen und rechtfertigen musste:
107118

Sämtliche behandelnde Ärzte und ärztlicher Dienst der AfA halten mich wegen "aufgehobener Leistungsfähigkeit" für weniger als 3 Stunden täglich arbeitsfähig und der äD hat mich im Gegensatz zur DRV "ausgemustert".

An Deiner Stelle würde ich mich nicht in Selbständigkeit stürzen, bevor die DRV Dich zu einem Gutachter bestellt hat.

Der fragt nach Deinem Tagesablauf. Sagst Du, dass Du Dich gleich morgens mit einem Pott Kaffee an den PC setzt und programmierst, runzelt der nicht nur die Stirn.

Mit dem Gedanken an Selbständigkeit kannst und sollst Du Dich aber beschäftigen.
 

Larissa93

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Ob du die Bedingungen für eine EM Rente erfüllst, kannst du leicht prüfen. Fordere eine Renteninformation an, das geht ganz einfach online bei der DRV.

Die Renteninfo werd ich mal anfordern.
Hab bisher noch nie was mit der DRV zu tun gehabt, weil man mir immer gesagt hatte, das man warten soll bis die sich bei einem melden und nicht umgekehrt.

Ich sehe ein anderes Problem. Du bist schon lange krank und eine Genesung ist nicht wirklich absehbar.

Kannst Du wirklich verlässlich regelmäßig was machen? Ich sehe das bei meiner Bekannten, Vorsätze hat sie viele, aber an vielen Tagen wird daraus nichts, weil sie nichtmal aus dem Bett kommt. Ihr Mann ist froh, wenn sie das nötigste im Haushalt schafft. Sie schaffft es nicht, ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen und Auch Termine kann sie oft nicht einhalten. Muss alles bei dir nicht sein, jede Depression ist anders, aber der äD hat dich ja nicht ohne Grund aus der Vermittlung genommen.

Selbständig sein heiss aber auch Termine einzuhalten. Und wenn Du in einem kleinen Team arbeitest, dann ist da auch niemand, der das auffangen kann, wenn Du es nicht geschafft hast.

Dazu kommt, dass man als Selbständiger noch einige zusätzliche Pflichten hat: Buchführung, Steuern, Aquise von neuen Aufträgen, Werbung.... Als Angestellter kannst Du meistens nach der vereinbarten Arbeitszeit die Tür hinter Dir zumachen, in der Selbständigkeit geht das nicht.

Stell Dir erstmal kritisch die Frage, ob Du das bewältigen kannst, bevor Du dich da in irgend etwas reinstürzt.

Ich bin seit bald 2 Jahren in dauerhafter Therapie, eine meiner ersten Aufgaben in der Therapie war einen geregelten Tagesablauf zu bekommen. Mir fällt es nicht jeden tag gleich leicht aufzustehen das geb ich zu, aber ich zwinge mich dann einfach dazu.

Die Termine die ich sonst so habe nehme ich immer war.

Was zur Selbständigkeit an Pflichten dazugehört, hab ich zumindest so grob in einer früheren Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann gelernt, da wurde uns im 3. Jahr auch beigebracht, was alles dazu gehört, wenn man sich Selbständig machen möchte (zwar als EHK aber zumindest ein paar Grundlagen sollten da ja gleich sein).

Ich habe mir bei der IHK auch schon ein Seminar rausgesucht für Leute die sich Selbständig machen wollen, Businessplan erstellen lernen usw.
Das würde ich auch gerne noch vorher machen.

ZUdem müsstest Du beim JC die Einnahmen angeben. DAs bedeutet noch mehr Papierkram. Und das JC könnte ganz schnell auf die Idee kommen, den äD mal überprüfen zu lassen, ob die Einschätzung, dass man dich derzeut nicht vermitteln kann, noch stimmt.

Aktuell bin ich nicht beim JC sondern beim Sozialamt (SGB XII). Wie sieht es da aus?


Die Bedenken teile ich. Sollte allerdings die DRV Erwerbsminderungsrente bewilligen, so wäre auch das Jobcenter an die Einschätzung des medizinischen Dienstes der DRV gebunden und könnte nicht selbst (noch einmal) die Erwerbsfähigkeit durch den äD der BA prüfen lassen.

Das Jobcenter ist an die Einschätzung der DRV gebunden die per Bescheid erfolgt. Entweder pro EMR oder Contra EMR.
Der sozialmedizinische Dienst der DRV gibt nur intern bei der DRV eine Bewertung ab auf der dann die Sachbearbeiter zu verbescheiden haben.
An diesen Bescheid ist das Jobcenter oder andere Leistungsträger gebunden wenn dieser Rechtskraft erlangen sollte.

Nur um einmal mehr die Begrifflichkeiten zu sortieren:

ÄD = Ärztlicher Dienst der Bundesagentur für Arbeit
MDK = Medizinischer Dienst der Krankenkasse
SMD = Sozialmedizinischer Dienst der DRV
Wenn die DRV erwerbsminderungsrente bewilligt, ist der TE wahrscheinlich weg vom JC. Ausser bei Arbeitsmarktrente. Und wenn die Rente nicht reicht, geht es ins SGB XII.

Ich denke, dass, wenn die Beitragszeiten nicht erfüllt sind, das JC da eh bald eine Prfung bei der DRV beantragen wird.

Soll ich mich dann mal durch die DRV beurteilen lassen?


Ich sehe da ganz viele Fragen, und ganz viel Papierkram auf dich zukommen. Bist du dem gewachsen?

Wenn es dir darum geht etwas zu tun, und von zu Hause raus zu kommen, dann überlege doch mal ob eine ehrenamtliche Tätigkeit für dich in Frage kommt.
Ich würde gerne etwas tun was ich auch wirklich machen will und was ich evtl. sogar mein ganzes Leben machen kann / will.
Zuhause raus komme ich auch so immer wieder, aber bei mir stellt sich mehr so die Frage: Ich weiß nicht wie lange ich noch krank bin und wie lange sich das hinzieht und ab wann ich wirklich wieder richtig Vollzeit arbeiten gehen könnte. Und ich will aber bis dahin gerne etwas tun wo ich auch einen Sinn sehe. Ja klar man könnte sagen ehrenamtliche Tätigkeiten geben natürlich auch Leuten einen Sinn, aber ich möchte gerne mir etwas aufbauen, etwas schaffen können, um nicht immer nur auf das reduziert zu werden was mich krank macht, sondern um zu zeigen das ich trotz meiner Krankheit etwas schaffen kann. Und Programmieren bereitet mir sehr viel Freude, ich habe auch während meiner Depression noch ein Fernstudium abgeschlossen.

Der DRV ist es ein Widerspruch, selbständig zu arbeiten (wozu nicht nur die angepeilte Arbeit selbst zählt… wie ja schon geschrieben wurde) und dem Antragsteller eine Rente zu zahlen.

Erwerbsunfähigkeit heißt, dass die gesundheitlichen Einschränkungen es nicht zulassen, mehr als 3 Stunden täglich seine Brötchen zu verdienen.

Geht aus dem Gutachten eine teilweise Erwerbsminderung hervor, lenkt die DRV ein und zahlt unter Umständen eine Arbeitsmarktrente.

Deine persönlichen und finanziellen Umstände kenne ich nicht. Wenn Du von einer Teilrente und Deiner Arbeit leben kannst…

Das Programmieren ist nicht sehr Kostenintensiv. Ich hatte als Handwerker zu tun, fixe Kosten des Gewerbes zu bezahlen; noch etwas für mich zu haben und es ständig allen, die das Recht hatten, Rechenschaft zu fordern, Rede und Antwort (alles in Schriftform) zu stehen.

Wer z.B. teilweise Erwerbsgemindert ist, noch am Tropf des Jobcenters hängt und einmal die Anlage EKS ausgefüllt hat, der weiß, was er sich mit Selbständigkeit übergeholfen hat.

Ich habe mein Gewerbe lieber an den Nagel gehängt und beziehe eine Arbeitsmarktrente, als dass ich ständig und vor allen „die Hose runterlassen“ und neben der Arbeit auch noch stundenlang alles offenlegen und rechtfertigen musste:Anhang anzeigen 107118
Sämtliche behandelnde Ärzte und ärztlicher Dienst der AfA halten mich wegen "aufgehobener Leistungsfähigkeit" für weniger als 3 Stunden täglich arbeitsfähig und der äD hat mich im Gegensatz zur DRV "ausgemustert".

An Deiner Stelle würde ich mich nicht in Selbständigkeit stürzen, bevor die DRV Dich zu einem Gutachter bestellt hat.

Der fragt nach Deinem Tagesablauf. Sagst Du, dass Du Dich gleich morgens mit einem Pott Kaffee an den PC setzt und programmierst, runzelt der nicht nur die Stirn.

Mit dem Gedanken an Selbständigkeit kannst und sollst Du Dich aber beschäftigen.

Aktuell bekomme ich von der DRV nichts und hatte uach noch nie mit denen zu tun.

Mein Tagesablauf sieht auch nicht so aus das ich jeden Morgen hoch motiviert bin, aber ich denke das bringt einfach die Krankheit mit sich.
Ich würde gerne deshalb auch Selbständig sein, weil ich dann das machen kann, wenn ich es kann. Ich weiß das ich jeden Tag "gute Momente" hab, in denen es mir besser geht und ich etwas schaffen kann, manchmal sogar ein paar Tage am Stück.
Und in dieser Zeit würde ich gerne etwas schaffen können.
Was nicht heißt, das ich aufhören würde daran zu arbeiten, wenn es mir mal nicht so gut geht, obwohl noch Arbeit ansteht.


Vielen Dank schonmal an alle für eure Antworten!
 

Larissa93

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Erwerbsminderungsrente und selbständige Tätigkeit schließen sich nicht grundsätzlich aus. Wenn du selbständig tätig sein willst, führt allerdings kein Weg an einer Gewerbeanmeldung vorbei.
Dafür braucht man aber erst die Erwerbsminderungsrente, also nicht wie ich nur eine Erwerbsunfähigkeit beim Sozialamt und kann dann erst das Gewerbe anmelden, richtig?
 

Doppeloma

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Hallo Larissa93,

Habe mir gerade mal dein Thema durchgelesen und es bleiben schon noch einige wichtige Fragen offen, ganz unabhängig davon was du so für berufliche Pläne hast.

Die Renteninfo werd ich mal anfordern.
Hab bisher noch nie was mit der DRV zu tun gehabt, weil man mir immer gesagt hatte, das man warten soll bis die sich bei einem melden und nicht umgekehrt.

Warum sollten die sich bei dir melden wollen, dort gehen deine Beiträge ein wenn du Versicherungspflichtig beschäftigt bist (oder Lohnersatz-Leistungen beziehst) und man muss sich dort schon selber melden wenn man den Stand der Dinge dazu wissen möchte.

Bisher habe ich das so verstanden, dass du vom JC (wegen langer Krankheit) an das Sozial-AMT "abgeschoben" wurdest und eine (eigentlich gesetzlich erforderliche) Prüfung deiner Erwerbsfähigkeit (durch die DRV) noch gar nicht vorgenommen wurde. :icon_kinn:
Das wäre jedenfalls der rechtlich einwandfreie Weg nach § 44a SGB II gewesen, in der Regel bekommt man auch vorher gar kein Geld vom Sozial-AMT und die (beim Sozial-AMT) sind berechtigt das (jederzeit) selber zu veranlassen.

Es mag dir (aus deiner Sicht) so "angenehmer" gewesen sein aber das wird auf die Dauer nicht so bleiben ohne Überprüfung durch die DRV, auch das Sozial-AMT möchte dich irgendwann mal wieder los werden aus dem Leistungsbezug ...
Im Bezug von Leistungen des SGB XII erwirbt und bewahrt man übrigens auch keinerlei Renten-Ansprüche mehr, seit wann bekommst du denn schon dein Geld vom Sozial-AMT wegen der (bisher offenbar einzigen "amtlichen") Feststellung des JC-ÄD, dass du Erwerbsunfähig sein sollst ... ???

Selbst wenn es mal Ansprüche auf eine EM-Rente gegeben haben sollte sind die nach mehr als 2 Jahren Bezug von Sozial-HILFE real nicht mehr vorhanden. :icon_evil:
Auch die DRV möchte Geld sparen und wird sich das zu Nutze machen, wenn deine Erwerbsfähigkeit (früher oder später) doch mal dort regulär überprüft werden soll ...

Ich bin seit bald 2 Jahren in dauerhafter Therapie, eine meiner ersten Aufgaben in der Therapie war einen geregelten Tagesablauf zu bekommen. Mir fällt es nicht jeden tag gleich leicht aufzustehen das geb ich zu, aber ich zwinge mich dann einfach dazu.

Na-Ja, auch gesunden Menschen fällt es nicht jeden Tag leicht aufstehen (zu müssen) ... das darfst du mir glauben ... und einen geregelten Tagesablauf bekommt man schon "automatisch" wenn man seinen Lebensunterhalt selber verdienen muss ...
Erwerbsgemindert / Erwerbsunfähig ist man (nach Rentenrecht) NUR wenn es nicht möglich ist (aus rein gesundheitlichen Gründen) dafür wenigstens 3 Stunden täglich / 15 Wochenstunden zu arbeiten, dabei ist es egal, ob man das Selbstständig macht oder in einem Arbeitsverhältnis bei einem AG.

Das genügt (zumindest am Beginn einer Selbsständigkeit) zwar meist auch noch nicht für den gesamten Lebensunterhalt ABER, man gehört dann wieder zum JC (SGB II) und NICHT mehr zum Sozial-AMT wenn das gesundheitlich möglich ist ...

Ich habe mir bei der IHK auch schon ein Seminar rausgesucht für Leute die sich Selbständig machen wollen, Businessplan erstellen lernen usw.
Das würde ich auch gerne noch vorher machen.

Und wer soll dir das finanzieren, vom Sozial-AMT bekommt man üblicherweise keine berufliche Förderung bezahlt, das Vermittlungs-Budget gibt es nur bei der AfA und beim JC ... und das soll vorrangig einer Vermittlung in eine versicherungspflichtige Stelle dienen.

Aktuell bin ich nicht beim JC sondern beim Sozialamt (SGB XII). Wie sieht es da aus?

Damit sieht es dort also schlecht aus, denn wer weniger als 3 Stunden Erwerbsfähig sein soll bekommt keine berufliche Förderung für den Aufbau einer Selbstständigkeit UND jedes zusätzliche Einkommen ist natürlich auch dort anzugeben und wird dann vom laufenden Leistungsbetrag (überwiegend = 70 € von 100 € aus Erwerbseinkommen werden angerechnet) in Abzug gebracht ...

Beruflich bedingte Ausgaben sollen anerkannt werden aber die musst du dann dem Sozial-AMT auch jeweils gut nachweisen und belegen können.
Die Sozial-HILFE (SGB XII) soll ja nur ausgleichen was du selbst eben wegen (nachgewiesener) Krankheit NICHT verdienen KANNST für mehr ist das gar nicht vorgesehen. :icon_evil:

Soll ich mich dann mal durch die DRV beurteilen lassen?

Das wird man schon vom Sozial-AMT aus in Gang bringen wenn du regelmäßig Angaben dazu machst was du (in welcher Zeit ca.) verdient hast und dazu bist du verpflichtet.
Du selbst kannst nur eine Renten-Information anfordern (wie es dir schon angeraten wurde), um mal zu sehen ob und welche Ansprüche du überhaupt an die Rentenkasse haben würdest.

Du kannst natürlich auch einfach mal "testweise" den Antrag auf EM-Rente stellen, dann wirst du das auch sehr schnell mitgeteilt bekommen, ob deine Versicherungszeiten dort für eine EM-Rente reichen können.

Wenn nicht, dann untersucht dich die DRV NUR auf Anforderung des Sozial-AMTES, wenn die mal nicht mehr weiter für dich zahlen wollen.
Bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit mit einem Umfang von mehr als ca. 15 Wochenstunden wird das nicht lange dauern ... denn damit gehörst du ja wieder zum JC (= wenigstens 3 Stunden Erwerbsfähigkeit genügen dort ja schon für den Anspruch auf ALGII).

Ich würde gerne etwas tun was ich auch wirklich machen will und was ich evtl. sogar mein ganzes Leben machen kann / will.

Das kann ich durchaus verstehen aber das Sozial-AMT ist üblicherweise nicht für Berufsförderung zuständig und aus den entsprechenden Ansprüchen bei der DRV dafür hat man dich (sehr wahrscheinlich) schon mit dieser unzulässigen "Abschiebung" herausgedrängt.

Das JC wird (leider) wenig Interesse haben, dich wirklich in die Richtung zu fördern in die du gerne möchtest, die wollen auch nur, dass du möglichst schnell dann beginnst etwas (mehr) Geld zu verdienen, um deine Leistungen kürzen oder mal ganz einstellen zu können ...

Hast du einen Behindertengrad / Schwerbehinderten-Ausweis ?

Aktuell bekomme ich von der DRV nichts und hatte uach noch nie mit denen zu tun.

Von der DRV bekommt man auch so leicht NIX, schon gar nicht wenn man dort (eventuell) noch gar keine Ansprüche aus Beiträgen erworben hat oder diese wegen Bezug von Sozial-HILFE vielleicht inzwischen schon "verfallen" sind ... :icon_kinn:

Mein Tagesablauf sieht auch nicht so aus das ich jeden Morgen hoch motiviert bin, aber ich denke das bringt einfach die Krankheit mit sich.

Das bringt auch das ganz "normale Leben" mal mit sich, in fast 40 Berufsjahren bin ich auch nicht jeden Morgen "hochmotiviert" gewesen ... du solltest versuchen zu lernen ganz "normale" Verhaltensweisen nicht immer mit deiner Krankheit "begründen" zu wollen ...

Was mal kommt in der Zukunft an Krankheiten oder sonstigen Schicksalsschlägen, das kann Niemand für sich voraussehen ...
Gerade mit Depressionen sollte man besser in kleinen Schritten arbeiten und sich möglichst nicht mit kompletten Lebensplanungen (eher wohl Wunsch -Träumen) schon völlig überfordern ... das wird nicht funktionieren. :icon_evil:

Ich würde gerne deshalb auch Selbständig sein, weil ich dann das machen kann, wenn ich es kann. Ich weiß das ich jeden Tag "gute Momente" hab, in denen es mir besser geht und ich etwas schaffen kann, manchmal sogar ein paar Tage am Stück.
Und in dieser Zeit würde ich gerne etwas schaffen können.
Was nicht heißt, das ich aufhören würde daran zu arbeiten, wenn es mir mal nicht so gut geht, obwohl noch Arbeit ansteht.

Das klingt theoretisch sehr gut und sehr richtig aber du stellst ja im letzten Satz schon selber fest, dass es auch dann nötig sein wird zu arbeiten wenn es einem gerade nicht so gut geht ...
Dieser Druck ist in der Selbstständigkeit noch deutlich höher als bei einer Anstellung als abhängig Beschäftigter.

Da kann man sich zur Not vom Arzt AU schreiben lassen und muss nicht arbeiten wenn es nicht geht ...
Mit einer Selbstständigkeit ist eben auch immer viel zusätzliche Bürokratie verbunden, das beginnt schon mit der Gewerbe-Anmeldung und hört beim Finanzamt noch lange nicht auf.
Auch diese Behörden fragen dann nicht danach wie man sich gerade so fühlt ... wenn bestimmte Nachweisfristen einzuhalten sind.

Vom Sozial-AMT bekommst du dafür weder Unterstützung noch sonstige Erleichterungen, bei genug Arbeits-Fleiß wird man dich zum JC zurück schicken ... damit zeigst du ja selbst, dass eine volle "Erwerbsunfähigkeit" (berufliche Belastbarkeit UNTER 3 Stunden) offenbar gar nicht mehr besteht.

MfG Doppeloma
 
E

ExUser 2606

Gast
Wenn Du SGBXII bist, muss es schon eine Beurzeilung Deiner Erwerbsfähigkeit durch die DRV geben. Dann ist ziemlich sicher, dass du keinen Anspruch auf Rente hast.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Wenn Du SGBXII bist, muss es schon eine Beurzeilung Deiner Erwerbsfähigkeit durch die DRV geben. Dann ist ziemlich sicher, dass du keinen Anspruch auf Rente hast.

Nö, muss es nicht, in vielen Städten machen die Ämter das ohne DRV, nur mit ihren eigenen Gutachten. Dürfen sie zwar nicht und grade wenn man etwas Schonvermögen hat, keine gute Sache, aber das hält JC und Sozialamt natürlich von nix ab. ;)

Bzgl Rente: Es kommt da ganz arg darauf an, wann die Erwerbsminderung eingetreten ist. Das ist bei schleichenden Krankheitsverläufen nicht so einfach und kann relativ offen so gelegt werden, wie es passt (von beiden Seiten ;) ).

Gerade kurz nach der Ausbildung käme für dich die vorzeitige Wartezeiterfüllung in Frage. In den ersten sechs Jahren nach einer Ausbildung (dabei ist es egal, ob das eine RV-pflichtige Ausbildung war, Studium, schulische Ausbildung, sogar berufsvorbereitende Maßnahmen zählen auch) reicht es, ein Jahr in den letzten zwei Jahren (verlängert um Zeiten der schulischen Ausbildung ü18) vor dem Eintritt der EM RV-pflichtig gewesen zu sein.

Auf die Weise kommt oft sogar eine ganz taugliche Rente heraus, da die ersten drei RV-pflichtigen Ausbildungsjahre mit höheren Entgeltpunkten belegt werden, als man mit dem Azubigehalt hatte.

Die Renteninfo hilft dir da nicht viel, da die vom heutigen Tag als Eintritt der EM ausgeht, wenn der aber schon vor zwei Jahren war (oder noch länger her, bei mir wurde der Leistungsfall fast zehn Jahre zurückdatiert), sieht auch die Rentenhöhe ganz anders aus.

Bzgl Rentenhöhe ist das ein Roulettespiel, das kannst du vorher kaum herausfinden.
Den Zeitpunkt des Eintritts der EM kannst du aber mal "herumschieben" und auf die Voraussetzungen prüfen.
 

Larissa93

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Warum sollten die sich bei dir melden wollen, dort gehen deine Beiträge ein wenn du Versicherungspflichtig beschäftigt bist (oder Lohnersatz-Leistungen beziehst) und man muss sich dort schon selber melden wenn man den Stand der Dinge dazu wissen möchte.
Ich muss ganz ehrlich sagen ich habe mich damit nie befasst. Mir wurde nur gesagt dass man früher oder später durch die DRV beurteilt wird. Weiter hatte ich mich nicht dafür interessiert, war vielleicht blöd im Nachhinein von mir.

Bisher habe ich das so verstanden, dass du vom JC (wegen langer Krankheit) an das Sozial-AMT "abgeschoben" wurdest und eine (eigentlich gesetzlich erforderliche) Prüfung deiner Erwerbsfähigkeit (durch die DRV) noch gar nicht vorgenommen wurde. :icon_kinn:
Das wäre jedenfalls der rechtlich einwandfreie Weg nach § 44a SGB II gewesen, in der Regel bekommt man auch vorher gar kein Geld vom Sozial-AMT und die (beim Sozial-AMT) sind berechtigt das (jederzeit) selber zu veranlassen.
Ja das hast du richtig verstanden. Ich war von Juni 2015 - Okt. 2018 beim Jobcenter.
Im März 2017 wurde ich vom JC das erste mal zum Amtsarzt des Jobcenters geschickt. Der hatte mich für max. 6 Monate Erwerbsunfähig geschrieben.
Im September 2017 wurde ich erneut hingeschickt, auch da wurde wieder max. 6 Monate Erwerbsunfähigkeit festgestellt.
Dann im März 2018 wieder max. 6 Monate.
Und im September 2018 wurde dann 12 Monate festgestellt und im gleichen Monat kam noch der Antrag vom Sozialamt. Und seit Oktober 2018 bin ich nun beim Sozialamt.

Es mag dir (aus deiner Sicht) so "angenehmer" gewesen sein aber das wird auf die Dauer nicht so bleiben ohne Überprüfung durch die DRV, auch das Sozial-AMT möchte dich irgendwann mal wieder los werden aus dem Leistungsbezug ...
Mir war es zu dem Zeitpunkt ehrlich gesagt egal woher ich das Geld für meine Brötchen bekomme...
Außerdem wurde mir vom JC gesagt, ich habe gar keine andere Wahl.

Im Bezug von Leistungen des SGB XII erwirbt und bewahrt man übrigens auch keinerlei Renten-Ansprüche mehr, seit wann bekommst du denn schon dein Geld vom Sozial-AMT wegen der (bisher offenbar einzigen "amtlichen") Feststellung des JC-ÄD, dass du Erwerbsunfähig sein sollst ... ???
Beim Sozialamt bin ich seit 1. Oktober 2018.

Selbst wenn es mal Ansprüche auf eine EM-Rente gegeben haben sollte sind die nach mehr als 2 Jahren Bezug von Sozial-HILFE real nicht mehr vorhanden. :icon_evil:
Auch die DRV möchte Geld sparen und wird sich das zu Nutze machen, wenn deine Erwerbsfähigkeit (früher oder später) doch mal dort regulär überprüft werden soll ...
Also 2 Jahre sind es noch nicht, eher 6 Monate.

Na-Ja, auch gesunden Menschen fällt es nicht jeden Tag leicht aufstehen (zu müssen) ... das darfst du mir glauben ... und einen geregelten Tagesablauf bekommt man schon "automatisch" wenn man seinen Lebensunterhalt selber verdienen muss ...
Erwerbsgemindert / Erwerbsunfähig ist man (nach Rentenrecht) NUR wenn es nicht möglich ist (aus rein gesundheitlichen Gründen) dafür wenigstens 3 Stunden täglich / 15 Wochenstunden zu arbeiten, dabei ist es egal, ob man das Selbstständig macht oder in einem Arbeitsverhältnis bei einem AG.
Das genügt (zumindest am Beginn einer Selbsständigkeit) zwar meist auch noch nicht für den gesamten Lebensunterhalt ABER, man gehört dann wieder zum JC (SGB II) und NICHT mehr zum Sozial-AMT wenn das gesundheitlich möglich ist ...
Die letzte Arbeit die ich hatte war 4 Stunden pro Tag, die hatte ich nicht mehr geschafft.

Und wer soll dir das finanzieren, vom Sozial-AMT bekommt man üblicherweise keine berufliche Förderung bezahlt, das Vermittlungs-Budget gibt es nur bei der AfA und beim JC ... und das soll vorrangig einer Vermittlung in eine versicherungspflichtige Stelle dienen.
Was genau finanzieren? Meinst du das Selbständig machen?
Als Programmierer würden natürlich nicht so hohe Kosten anfallen wie wenn ich jetzt eine Schreinerei aufmachen wollte.
Aber um ganz ehrlich zu sein, bevor ich den Plan konkretisiert hätte, währe es mir auch darum gegangen herauszufinden, ob ich das überhaupt machen darf.

Damit sieht es dort also schlecht aus, denn wer weniger als 3 Stunden Erwerbsfähig sein soll bekommt keine berufliche Förderung für den Aufbau einer Selbstständigkeit UND jedes zusätzliche Einkommen ist natürlich auch dort anzugeben und wird dann vom laufenden Leistungsbetrag (überwiegend = 70 € von 100 € aus Erwerbseinkommen werden angerechnet) in Abzug gebracht ...
d.h. wenn ich jetzt - woher auch immer - 200€ verdienen würde, dürfte ich 60€ behalten und 140€ würden mir quasi vom Leistungsbetrag abgezogen werden, ja?

Beruflich bedingte Ausgaben sollen anerkannt werden aber die musst du dann dem Sozial-AMT auch jeweils gut nachweisen und belegen können.
Die Sozial-HILFE (SGB XII) soll ja nur ausgleichen was du selbst eben wegen (nachgewiesener) Krankheit NICHT verdienen KANNST für mehr ist das gar nicht vorgesehen. :icon_evil:
Heißt eigentlich währ es denen lieber ich würde rumsitzen und däumchen drehen?!

Das wird man schon vom Sozial-AMT aus in Gang bringen wenn du regelmäßig Angaben dazu machst was du (in welcher Zeit ca.) verdient hast und dazu bist du verpflichtet.
Du selbst kannst nur eine Renten-Information anfordern (wie es dir schon angeraten wurde), um mal zu sehen ob und welche Ansprüche du überhaupt an die Rentenkasse haben würdest.
Kann ich die Online beantragen?

Du kannst natürlich auch einfach mal "testweise" den Antrag auf EM-Rente stellen, dann wirst du das auch sehr schnell mitgeteilt bekommen, ob deine Versicherungszeiten dort für eine EM-Rente reichen können.
Also ich habe von 2010 - 2011 als 450,-€ Kraft gejobbt,
2011 - 2013 Teilzeit gejobbt,
2013 - 2015 Ausbildung, aber nach 2,5 Jahren abgebrochen.
Selbst wenn die Zeiten reichen, würde ich damit doch kaum mehr bekommen als nur durch Sozialamt, oder?

Wenn nicht, dann untersucht dich die DRV NUR auf Anforderung des Sozial-AMTES, wenn die mal nicht mehr weiter für dich zahlen wollen.
Bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit mit einem Umfang von mehr als ca. 15 Wochenstunden wird das nicht lange dauern ... denn damit gehörst du ja wieder zum JC (= wenigstens 3 Stunden Erwerbsfähigkeit genügen dort ja schon für den Anspruch auf ALGII).
Heißt das nur mal theoretisch: Ich könnte mich jetzt Selbständig machen, würde das ganze dem Sozialamt melden, die würden die DRV einschalten welche mich begutachten, für Erwerbsfähig einstufen, dann zurück zum JC schicken und das JC würde mir (höchstwarscheinlich) die Selbständigkeit wieder ausreden um direkt Arbeiten zu gehen?

Würde ich eigentlich eine Strafe bekommen wenn ich jetzt auf einmal sag, ich kann wieder Arbeiten und z.b. Anfange Teilzeit zu arbeiten, obwohl ich noch Erwerbsunfähig beim Sozialamt hänge?

Das kann ich durchaus verstehen aber das Sozial-AMT ist üblicherweise nicht für Berufsförderung zuständig und aus den entsprechenden Ansprüchen bei der DRV dafür hat man dich (sehr wahrscheinlich) schon mit dieser unzulässigen "Abschiebung" herausgedrängt.
Wieder was dazugelernt...
Mir ging es vorallem darum: Ich könnte Selbständig mehr arbeiten als ich es aufgrund meiner Krankheit in einem Betrieb machen könnte.

Das JC wird (leider) wenig Interesse haben, dich wirklich in die Richtung zu fördern in die du gerne möchtest, die wollen auch nur, dass du möglichst schnell dann beginnst etwas (mehr) Geld zu verdienen, um deine Leistungen kürzen oder mal ganz einstellen zu können ...
Ich weiß nur das ich aktuell nicht lange in einer festen Beschäftigung aushalten würde und ich auch keine bescheidenen Maßnahmen des JC mitmachen will.

Hast du einen Behindertengrad / Schwerbehinderten-Ausweis ?
Nein und auch ehrlich gesagt keine Ahnung wie man sowas bekommt, ich les nur immer wieder davon.

Von der DRV bekommt man auch so leicht NIX, schon gar nicht wenn man dort (eventuell) noch gar keine Ansprüche aus Beiträgen erworben hat oder diese wegen Bezug von Sozial-HILFE vielleicht inzwischen schon "verfallen" sind ... :icon_kinn:
Das lese ich auch öfter, das man dort nicht leicht etwas bekommt, vorallem auch dass die EM Rente schwer zu bekommen ist.

In meiner Therapie lerne ich dass jeder Mensch gleich viel Wert ist, egal was er tut, aber es fällt einem sehr schwer zu glauben wenn man das Gefühl hat bei sämtlichen Ämtern und in der Gesellschaft nichts Wert zu sein, wenn man es nicht schafft "ganz normal" Arbeiten zu gehen.

Das bringt auch das ganz "normale Leben" mal mit sich, in fast 40 Berufsjahren bin ich auch nicht jeden Morgen "hochmotiviert" gewesen ... du solltest versuchen zu lernen ganz "normale" Verhaltensweisen nicht immer mit deiner Krankheit "begründen" zu wollen ...
Das war auch nicht wörtlich so gemeint. Ich kenne schon auch den Unterschied ob man morgens mit Depressionen aufsteht oder ohne, war ja nicht mein ganzes Leben lang krank. Sicher, deprimiert ist morgens jeder mal und jedem fällt es (vllt. sogar immer wieder mal) schwer morgens aufzustehen. Wenn ich ganz ehrlich bin gibt es keinen Tag an dem ich hochmotiviert bin, weil ich aktuell keine Lebensfreude empfinde. Das ist etwas das können Umstände mitbringen, oder auch eine Krankheit. Aufgrund der länge die das ganze andauert, tippe ich nunmal auf letzteres.

Was mal kommt in der Zukunft an Krankheiten oder sonstigen Schicksalsschlägen, das kann Niemand für sich voraussehen ...
Gerade mit Depressionen sollte man besser in kleinen Schritten arbeiten und sich möglichst nicht mit kompletten Lebensplanungen (eher wohl Wunsch -Träumen) schon völlig überfordern ... das wird nicht funktionieren. :icon_evil:
Stimmt, aber ich brauch einfach ein Ziel im Leben das mir das Gefühl gibt, das ich etwas erreichen kann. Mir reicht es nicht Stolz auf mich zu sein, weil ich den Tag geschafft habe und all meine Aufgaben erledigt habe. Und vorallem wenn das Ziel "gesund werden" noch so weit weg in der Zukunft liegt..

Das klingt theoretisch sehr gut und sehr richtig aber du stellst ja im letzten Satz schon selber fest, dass es auch dann nötig sein wird zu arbeiten wenn es einem gerade nicht so gut geht ...
Dieser Druck ist in der Selbstständigkeit noch deutlich höher als bei einer Anstellung als abhängig Beschäftigter.
Da kann man sich zur Not vom Arzt AU schreiben lassen und muss nicht arbeiten wenn es nicht geht ...
Mit einer Selbstständigkeit ist eben auch immer viel zusätzliche Bürokratie verbunden, das beginnt schon mit der Gewerbe-Anmeldung und hört beim Finanzamt noch lange nicht auf.
Auch diese Behörden fragen dann nicht danach wie man sich gerade so fühlt ... wenn bestimmte Nachweisfristen einzuhalten sind.
Das glaube ich und ich würde es trotzdem bevorzugen.
Lieber scheitere ich eines Tages als es nie versucht zu haben.

Vom Sozial-AMT bekommst du dafür weder Unterstützung noch sonstige Erleichterungen, bei genug Arbeits-Fleiß wird man dich zum JC zurück schicken ... damit zeigst du ja selbst, dass eine volle "Erwerbsunfähigkeit" (berufliche Belastbarkeit UNTER 3 Stunden) offenbar gar nicht mehr besteht.
So könnte ich mich also theoretisch gegen solch eine Einschätzung wehren, ja?
 
E

ExUser 2606

Gast
Heißt eigentlich währ es denen lieber ich würde rumsitzen und däumchen drehen?!
Nein, die wollen ja auch sparen, wo es geht.
Kann ich die Online beantragen?
JA, auf der DRV Homepage.Musst nur Deine Sozialversicerungsnimmer eingeben.
Selbst wenn die Zeiten reichen, würde ich damit doch kaum mehr bekommen als nur durch Sozialamt, oder?
Lies Dir nochmal den Beitrag von Caye durch. Es käme datrauf an, für wann die DRV den Eintritt Deiner Erwerbsunfähigkeit feststellen würde. Von da an wird dann bis zum 62. Lebensjahr hochgerechnet. Es wirs also qusi so getan, als hättest du bis zum 62.Lebensjahrgearbeitet. Das heisst, es könnte doch einiges dabei herauskommen.
Würde ich eigentlich eine Strafe bekommen wenn ich jetzt auf einmal sag, ich kann wieder Arbeiten und z.b. Anfange Teilzeit zu arbeiten, obwohl ich noch Erwerbsunfähig beim Sozialamt hänge?
Nein, Du musst es nur melden. Könnte ja sein, dass sich dien Gesundheitszustand gebessert hat, warum sollte man dich dafür bestrafen?
Nein und auch ehrlich gesagt keine Ahnung wie man sowas bekommt, ich les nur immer wieder davon.
Dann Google doch einfach mal Schwerbehindertenausweis +deine Stadt.
 

Larissa93

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JA, auf der DRV Homepage.Musst nur Deine Sozialversicerungsnimmer eingeben.
Gefunden, habs beantragt.

Lies Dir nochmal den Beitrag von Caye durch. Es käme datrauf an, für wann die DRV den Eintritt Deiner Erwerbsunfähigkeit feststellen würde. Von da an wird dann bis zum 62. Lebensjahr hochgerechnet. Es wirs also qusi so getan, als hättest du bis zum 62.Lebensjahrgearbeitet. Das heisst, es könnte doch einiges dabei herauskommen.
Und von welchem Gehalt wird da ausgegangen?
Edit: Hab grad im Internet gesehen die Beispielrechnung:
Mann, 28 Jahre, Brutto-Gehalt von 1600 € bekommt 578,-€ Rente.
Ich habe nichtmal ansatzweiße soviel in meinem Leben verdient, nicht so lange gearbeitet und selbst wenn, währen 578€ weniger als das was ich vom Sozialamt bekomme.

Nein, Du musst es nur melden. Könnte ja sein, dass sich dien Gesundheitszustand gebessert hat, warum sollte man dich dafür bestrafen?
Ich geh bei Sozialamt, JC, Krankenkassen usw. immer davon aus das sie einen irgendwie bestrafen.
So weil wegen ich dann vllt. weniger lang Erwerbsunfähig war als die vorher geschrieben haben und dann rückwirkend Geld haben wollen.

Dann Google doch einfach mal Schwerbehindertenausweis +deine Stadt.
Dabei hab ich jetzt die Info bekommen, das man dafür (oder auch für den 50% Schwerbehindertenausweis) den Nachweis braucht, das man eine Behinderung hat.
Wie komme ich denn daran?
 
E

ExUser 2606

Gast
Wenn die Rente zu niedrig ist, kannst du mit Grusi aufstocken.

Drt Nachweis der Dchwerbehinderung läuft ueber deine Ärzte. Wichtig sind aber auch deine Einschraenkungen im täglichen Leben.
 

Larissa93

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Wenn die Rente zu niedrig ist, kannst du mit Grusi aufstocken.
wenn ich aufstocken müsste, würde ich dann nicht max. das bekommen was ich auch vom Sozialamt bekommen würde?

Drt Nachweis der Dchwerbehinderung läuft ueber deine Ärzte. Wichtig sind aber auch deine Einschraenkungen im täglichen Leben.
Muss ich erst einen Nachweis einholen oder im Zuge des Antrags den bei meinen Ärzten holen?
Und wenn: von welchem Arzt? Psychiater oder Hausarzt?
Meine Einschränkungen sind das ich täglichen Leben konzentrationsschwierigkeiten habe, Schwierigkeiten bei körperlichen Arbeiten und beim bewältigen des Haushaltes. Währen das bereits Gründe die dafür ausreichend sind?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ja Moment.... Du hast einen Teil meines Beitrags überlesen. ;) Zeiten der rv-pflichtigen Berufsausbildung (oder die ersten drei Jahre der rv-pflichtigen Arbeit nach Studium oder schulischer Ausbildung) werden für max. 3 Jahre und solange man unter 25 ist mit 0,75 Entgeltpunkten berechnet anstatt dem tatsächlichen "Wert". Das sind 75% des fiktiven Durchschnittseinkommens.

Wenn der Leistungsfall z.B. direkt nach oder noch in der Ausbildung eingetreten ist, wirst du mit diesen 0,75 Entgeltpunkten pro Jahr hochgerechnet. Wenn der Leistungsfall auf einen späteren Zeitpunkt gelegt wird und damit Jahre in die Berechnung einfließen, in denen du nichts eingezahlt hast, sinkt der Betrag, weil dann die erwirtschafteten Entgeltpunkte (bei zweieinhalb Jahren Ausbildung also knapp unter 2) durch die erwerbsfähigen Jahre geteilt werden.

Wie bereits geschrieben, eine Rentenauskunft bringt dir diesbezüglich wenig, da die nicht berücksichtigen kann, von welchem Leistungsfall-Datum man ausgeht.

Ich habe 2017 die Rente beantragt, im Gerichtsverfahren damit Recht bekommen, dass der Leistungsfall bereits 2007 eingetreten ist. Zu dem Zeitpunkt hatte ich nur ein Jahr lang ein FSJ absolviert, bei dem ich so zwischen 700 und 800€ brutto verdient habe (war natürlich größtenteils Sachleistung, wie im FSJ üblich). Durch diese 0,75 Entgeltpunkte-Regelung habe ich 900€ Rente daraus.
 
E

ExUser 2606

Gast
Muss ich erst einen Nachweis einholen oder im Zuge des Antrags den bei meinen Ärzten holen?
Und wenn: von welchem Arzt? Psychiater oder Hausarzt?
Meine Einschränkungen sind das ich täglichen Leben konzentrationsschwierigkeiten habe, Schwierigkeiten bei körperlichen Arbeiten und beim bewältigen des Haushaltes. Währen das bereits Gründe die dafür ausreichend sind?
Für den Antrag auf Schwerbehinderung besorgst Du Dir erstmal ein Antragsformular.

Dem ausgefüllten Antrag kannst Du dann befunde beilegen, soweit sie Dir vorliegen und/oder Deine Ärzte von der Schweigepflicht befreien, dann schreibt das Versorgungsamt (Kann sien, dass das bei dir etwas anders heiss.) die Ärzte an und holt sich, was es braucht.

Ob Deine Einschränkunfen für eine Schwerbehinderung ausreichen, das ist schwer zu sagen. Es ist gut, dem Antrag einen Sogenannten Jammerlappen beizufügen, das ist eine Schilderung Deiner Beeinträchtigungen aus deiner Sicht. Ich empfehle da immer, mal so 2-4 Wochen eine Art kleines Tagebuch zu führen, was eiem so täglich an Beienträctigungen unterkommt und das dann zusammenzufassen. Wen man sich da spontan hinsetzt, vergisst man leicht die Hälfte.

Ich würde mich auch mal an den vdk wenden, das währ doch die richtige stelle für Hilfe bei sowas, oder?

Im Prinzip schon, aber erstens muss man da erstmal Mitglied werden und B>eiträge zahlen und dann hängt die Beratungsqualität sehr stark von den Mitarbeitern vor Ort ab. Und da haben wir hier schon Sachen lesen dürfen, da wären die Betroffenen ohne VDK wohl eher zu ihrem Recht gekommen.
 

Vetter aus Dingsda

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@Larissa93:
Wende Dich zielsicher z.B. an eine Psychiatrische Institutsambulanz. In deinem Fall kann dort gesundheitlich und sozialtherapeutisch oft bestens geholfen werden. Denen ist die Lage, in der du dich befindest, vertraut und die schaffen auf schnellstem Weg Verbindungen, Formulare, Termine bei Ärzten, Gutachtern. Sie haben auch einen Draht zu Versichertenberatern oder Rentenältesten, die beim Ausfüllen endloser Formulare Erfahrung und Routine haben und behilflich sind.

Ich bin heute froh, diesen Weg gegangen zu sein. Innerhalb eines Tags hatte ich einen vollen Terminkalender und es taten sich Gutachter und Wege auf, die ich nie allein hätte ergoogeln und erfragen können.
 
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