Erwerbsminderungsrente wurde von der Rentenversicherung abgelehnt - Widerspruch wurde fristwahrend eingelegt. Wie geht es nun weiter ? (1 Betrachter)

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LexLaber

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Hallo liebe Forenmitglieder,

ich bin neu hier und freue mich dieses Forum gefunden zu haben.

Vor genau einem Jahr habe ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt, der letzte Woche per Schreiben abgelehnt wurde. Nun habe ich gegoogelt und gelesen, wie ich nun den Widerspruch einzureichen habe. Ich werde nun einen Widerspruch ohne BegrĂŒndung schreiben und zeitgleich Akteneinsicht verlangen. Dann steht in den Quellen, die ich gefunden habe, dass ich dann erst eine gezielte BegrĂŒndung fĂŒr meinen Widerspruch angeben kann. Gleichzeitig steht da aber auch, dass die Rentenversicherung Einspruch gegen meinen Widerspruch einlegen wird und ich dann vor das Sozialgericht ziehen muss.

Was tu ich aber, wenn Einspruch gegen meinen Widerspruch eingelegt wird, ohne dass ich Akteneinsicht erhalten habe, und diesen gar nicht mehr begrĂŒnden kann?
 

HermineL

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Hallo @LexLaber und Willkommen im Forum

Ich war so frei und hab' den Titel Deines Fadens mal etwas griffiger gestaltet.

ich möchte dir noch mal auf die Forenregel #11 hinweisen, bitte immer eine aussagekrĂ€ftige Überschrift zu wĂ€hlen.
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekrĂ€ftige Überschrift zu wĂ€hlen. Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!! sowie Topics mit irrefĂŒhrenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne AnkĂŒndigung entfernt![/B]
Ein ganzer Satz oder eine vollstÀndige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergÀnzend verweise ich auch auf die Forenregel 11.

Unser TechAdmin hat sich die MĂŒhe gemacht und den Editor fĂŒr die Überschrift auf 150! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...
und im Texteingabefeld bei der Überschrift findest du dazu auch den Hinweis von unserem Admin:
Bitte den Themeninhalt kurz umreisen
Schau bitte in diesen Link, hier hat unser @Admin2 genau erklĂ€rt warum eine aussagekrĂ€ftige Überschrift so wichtig ist:

Ich wĂŒnsche dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im Forum.

---------

Zu deinem Anliegen:

Du hast den Widerspruch zunĂ€chst ohne BegrĂŒndung fristwahrend eingelegt und dann Akteneinsicht beantragt. Das war schon einmal absolut richtig.
Gegen den Widerspruch kann die Rentenversicherung keinen Einspruch einlegen. ZunĂ€chst einmal hat die Rentenversicherung die Akteneinsicht zu gewĂ€hren und abzuwarten wie du deinen Widerspruch begrĂŒndest.

Wenn deine BegrĂŒndung vorliegt hat die Rentenversicherung um den Widerspruch zu bescheiden. Entweder sie gibt diesem Widerspruch statt und gewĂ€hrt dir die EMR-Rente oder sie lehnt den Widerspruch ab was dann dazu fĂŒhren wĂŒrde das du dies entweder akzeptieren kannst oder Klage einreichst.

Bevor du keine Akteneinsicht hattest und deine BegrĂŒndung abgegeben hast kann die Rentenversicherung nichts machen. Das einzige was möglich wĂ€re ist wenn du dir nach der Akteneinsicht zu lange Zeit mit der BegrĂŒndung lĂ€sst. Dann kann dir die Rentenversicherung einer Erinnerung mit einer Frist setzen und dir androhen wenn du diese Frist verstreichen lĂ€sst ohne BegrĂŒndung deinerseits ĂŒber den Widerspruch zu befinden.
 

saurbier

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Hallo LexLaber,

nun ja, wenn die DRV bereits 1 Jahr fĂŒr deinen Rentenantrag gebraucht hat, dann hĂ€ttest du eigentlich schon viel frĂŒher mal was dagegen unternehmen können. Z.B. nach 6 Monaten steht dir das Recht auf eine UTK (UntĂ€tigkeitsklage) zu, damit die DRV mal in die Pötte kommt.

Wovon hast du denn bisher gelebt, bzw. wie wurde dein Lebensunterhalt sicher gestellt.

Ein paar kleine weitere Informationen wÀre ggf. vorteilhafter um die Sache etwas nÀher beurteilen zu können, wie z.B. wie Alt du bis (ungefÀhr), was so alles vor der Antragstellung denn gelaufen ist (KG ?, ALG-I ?, ALG-II ?, bis zum in BeschÀftigung etc.).

Im Netzt und auch hier steht sehr viel zu dem Thema, aber man sollte dabei immer berĂŒcksichtigen jeder Fall ist dennoch ein Einzelfall mit entsprechender BerĂŒcksichtigung der UmstĂ€nde.

Vorab kann einfach, auf jedenfall binnen der Widerpruchsfrist umbedingt den Widerspruch schriftlich und am besten per Einschreiben mit RĂŒckschein einreichen. Denn damit hast du die persönliche Sicherheit das der Widerspruch auch wirklich bei der DRV angekommen ist. Leider kommt es immer wieder vor, daß die DRV im Nachhinein behauptet unliebsame Post nicht erhalten hat.

Du kannst dann mit dem Widerspruch zusammen oder extra gleich mal entsprechende Akteneinsicht gemĂ€ĂŸ § 25 SGB X einfordern, bedenke das du dann zu der DRV GeschĂ€ftsstelle hin mußt.

Je nach dem wie kompliziert dein Rentenverfahren ist (gesundheitliche EinschrĂ€nkungen und eigene Kenntnisse im Rentenverfahren bzgl. Widerspruch und Klage) könnte es auch vorteilhaft sein, sich von Anfang an einen kompetenten Fachanwalt zu nehmen. Wichtig ist bei alle dem auch, daß man ĂŒber aktuelle Ă€rztliche Befunde verfĂŒgt und auch die Ärzte in einem Klageverfahren hinter einem stehen, was die Erfolgsaussichten erhöhen dĂŒrfte.

Gleichzeitig steht da aber auch, dass die Rentenversicherung Einspruch gegen meinen Widerspruch einlegen wird und ich dann vor das Sozialgericht ziehen muss.
Also die Rentenversicherung wird keinen Einspruch gegen deinen Widerspruch einlegen (woher hast du das denn). Wenn ĂŒberhaupt wird die Rentenversicherung (DRV) bestenfalls deinen Widerspruch als unbegrĂŒndet zurĂŒck weisen, womit dir dann nur die Klage ĂŒberig bliebe.

Auch wird man versuchen, dich dazu zu drĂ€ngen deinen formlosen Widerspruch unter kurzer Fristsetzung zu begrĂŒnden. Davon solltest du dich aber nicht beiiren lassen, dir steht das Recht zu erst nach entsprechender Akteneinsicht eine WiderspruchsbegrĂŒndung zu schreiben, solange du keine Akteneinsicht hattest, solange kannst du auch nicht Stellung beziehen. Also nicht beiiren lassen, zur Not wird hier ggf. weiter geholfen.

Sobald du dann nach Akteneinsicht deine BegrĂŒndung geschrieben hast, wird die DRV darĂŒber weiter zu entscheiden haben, entweder zustimmen oder halt ablehnen. Sollte sie den Widerspruch ablehnen, nun dann bleibt dir leider nur der Weg ĂŒber eine Rentenklage. Auch in dem Fall gilt halt wieder die Widerspruchsfrist auf welche dann die Klage vor dem örtlichen Sozialgericht zu erfolgen hat.


GrĂŒĂŸe saurbier
 

Kerstin_K

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Du kannst dann mit dem Widerspruch zusammen oder extra gleich mal entsprechende Akteneinsicht gemĂ€ĂŸ § 25 SGB X einfordern, bedenke das du dann zu der DRV GeschĂ€ftsstelle hin mußt.
Muss man nicht. Man kann sich die Stellungnahme des sozialmedizinischen Dienstes der DRV auch zuschicken lassen. Eventuell muss man dan die Kopien bezahlen, aber das kann nicht die Welt kosten.
 

HermineL

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Man kann sich die Stellungnahme des sozialmedizinischen Dienstes der DRV auch zuschicken lassen. Eventuell muss man dan die Kopien bezahlen, aber das kann nicht die Welt kosten.
Wenn es nur um den SMD geht ja aber bei einer Akteneinsicht nach § 25 SGB X geht es eher um die gesamte Akte.
 

LexLaber

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Hallo!

Vielen Dank erst einmal fĂŒr die Antworten.

Danke fĂŒr das Hervorheben meines Threads, aber eigentlich war das gestern noch nicht korrekt. Ich habe heute erst den Widerspruch abgeschickt. Einschreiben mit RĂŒckschein, die sichere Variante also, genauso wie ich es auf den meisten Seiten gelesen habe. Was ich aber auch wirklich krass finde, ist, dass der Bescheid der Ablehnung vom 19.09.2019 ist, und erst Samstag am 30.09 angekommen ist. Wie ich gelesen habe, gilt fĂŒr die 1 monatige Frist das Datum vom 19.09. FĂŒr mich wiederum aber erst, wenn mein Einspruch bei der DRV eingegangen ist. So habe ich jetzt schon fast einen halben Monat meiner Frist verloren. Aber egal. Ich habe es heute gleich abgeschickt, also sollte das fristgerecht sein.

Das Schreiben (weil einige wegen Akteneinsicht etc. gefragt haben):

Sehr geehrte Damen und Herren,


am 30.09.2019 habe ich Ihren Bescheid vom 19.09.2019 erhalten, in dem Sie erklÀren, dass meinem Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente nicht entsprochen werden kann.

Gegen diesen Bescheid lege ich zunĂ€chst fristwahrend Widerspruch ein. Gleichzeitig beantrage ich Akteneinsicht. Bitte schicken Sie mir Kopien der Unterlagen, die Grundlage Ihrer Entscheidung waren, zu. Insbesondere bitte ich um eine Ausfertigung der Stellungnahme Ihres Ärztlichen Dienstes. SelbstverstĂ€ndlich ĂŒbernehme ich die Kosten fĂŒr die Kopien und den Versand. Sollte das Zuschicken der Unterlagen nicht möglich sein, bitte ich um die Angabe eines Termins zur Akteneinsicht. Eine schriftliche WiderspruchsbegrĂŒndung wird nachgereicht.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Ich lebe im moment von ALG II. Das seitdem ich 2013 meinen ersten epileptischen Anfall hatte.

Jemand hat geschrieben, dass ich mir jetzt schon einen Anwalt nehmen sollte. Könnte ich das denn? Also selber kann ich ihn mir nicht leisten. Kann ich dafĂŒr solch einen Schein beantragen, damit mir diese Kosten erstattet werden? Oder geht das erst, wenn es zur Klage kommen sollte?

Entschuldigt wegen der Verwirrung mit dem Einspruch auf meinen Widerspruch. Ich meinte natĂŒrlich die Ablehnung meines Widerspruchs. Hatte mich da nur falsch ausgedrĂŒckt.
 

HermineL

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Einschreiben mit RĂŒckschein, die sichere Variante also, genauso wie ich es auf den meisten Seiten gelesen habe.
Ich weiß nicht wo du das gelesen hast aber es ist definitiv falsch. Mit einem Einschreiben mit RĂŒckschein kannst du nur nachweisen das du etwas geschickt hast aber nicht was. Der sichere und kostengĂŒnstigere Weg ist immer der per Fax mit qualifiziertem Sendebericht und per normaler Briefpost. Bei einem Fax mit qual. Sendebericht kannst du exakt den Zugang nachweisen und was du gesendet hast. Alles andere ist nicht sicher, außer vielleicht vom Gerichtsvollzieher zustellen zu lassen.
 

Kerstin_K

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Wie ich gelesen habe, gilt fĂŒr die 1 monatige Frist das Datum vom 19.09. FĂŒr mich wiederum aber erst, wenn mein Einspruch bei der DRV eingegangen ist. So habe ich jetzt schon fast einen halben Monat meiner Frist verloren.
Wo hast du denn den Unsinn gelesen? Die Frist beginnt erst zu laufen, wenn der Bescheid in Deinen Einflusbereich gelngt ist also am 30.09.
 

Doppeloma

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Hallo LexLaber, :welcome:

Danke fĂŒr das Hervorheben meines Threads, aber eigentlich war das gestern noch nicht korrekt. Ich habe heute erst den Widerspruch abgeschickt.
Was meinst du damit, es wurde nichts "hervorgehoben" und es ist auch nicht wichtig (hier fĂŒr dein Thema und wo es hinpasst) wann du nun den Widerspruch eingelegt hast.
Bleibe bitte mit ALLEN weiteren Fragen zu deiner EM-Renten-Angelegenheit hier in diesem Thema, sonst blickt da bald keiner mehr durch.

Einschreiben mit RĂŒckschein, die sichere Variante also, genauso wie ich es auf den meisten Seiten gelesen habe.
Vor Allem ist es die teuerste Variante an der die Post sehr gut verdient, in der Regel reicht ein "Übergabe-Einschreiben" (kostet nur die HĂ€lfte) und man kann sich den Zugangsbeleg (beim EmpfĂ€nger) dann selber ausdrucken ...


Ein Fax mit Sendebericht mag noch sicherer sein, ist aber in den meisten FĂ€llen nicht nötig, man wird ja kaum eine Einladung zum "Kaffee-KrĂ€nzchen" an die DRV gesendet haben und hat die entsprechenden Schreiben sicher auch noch als eigene Kopie zur Hand (oder auf dem PC), bisher hat das (zumindest bei mir) so auch als Nachweis (fĂŒr den fristgerechten Eingang bei der Behörde) gereicht.
Sogar bei Gericht genĂŒgte das, um die Klage-Frist nicht zu verpassen ...

Bisher hat es jedenfalls noch keine Behörde versucht den Zugang "in Frage" zu stellen, wenn ich den Zugangs-Nachweis (der Post) dafĂŒr vorlegen konnte, wann das dort eingegangen sein MUSS.

Was ich aber auch wirklich krass finde, ist, dass der Bescheid der Ablehnung vom 19.09.2019 ist, und erst Samstag am 30.09 angekommen ist. Wie ich gelesen habe, gilt fĂŒr die 1 monatige Frist das Datum vom 19.09. FĂŒr mich wiederum aber erst, wenn mein Einspruch bei der DRV eingegangen ist.
Im Ernstfall hat die Behörde nachzuweisen, dass dir die Post frĂŒher zugegangen sein soll, was bei normaler Post unmöglich ist und diese Bescheide werden ja immer mit "normaler Post" verschickt ...
Deine regulÀre Widerspruchs-Frist beginnt mit der Kenntnis-Nahme, denn Post die du noch gar nicht bekommen hast, kannst du ja auch nicht "zur Kenntnis" nehmen.

In der Regel ist es zwar ganz praktisch das Erstelldatum eines Bescheides / Schreibens als "Richtschnur" zu nehmen aber man sollte sich auch das Eingangs-Datum (auf dem Schreiben, NICHT auf dem Umschlag) notieren, falls das mal wichtig werden könnte.

Aktuell bist du auf der sicheren Seite denn es wĂ€re ja (theoretisch) noch am 20.10. (eigentlich am 29.10.) frĂŒh genug, dass dein Widerspruch bei der DRV nachweislich eingeht.

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 30.09.2019 habe ich Ihren Bescheid vom 19.09.2019 erhalten, in dem Sie erklÀren, dass meinem Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente nicht entsprochen werden kann.

Gegen diesen Bescheid lege ich zunÀchst fristwahrend Widerspruch ein. Gleichzeitig beantrage ich Akteneinsicht............................
Dein Text ist soweit OK, du hast hoffendlich im Briefkopf deine Renten-Versicherungs-Nummer / Aktenzeichen des Bescheides nicht vergessen, damit das auch zugeordnet werden kann bei der DRV.
Um eine "Akten-Einsicht" vor Ort wĂŒrde ich NICHT bitten, das machen die schon von selber zu gerne in letzter Zeit, damit den Antragstellern die "Lust auf Akteneinsicht" schnell vergehen soll.

Die Zusendung der Unterlagen soll ja der WiderspruchsbegrĂŒndung dienen, darum hat man auch ein Recht darauf und sollte nicht zu viel "bitten" ... sondern seine Rechte klar einfordern ... es ist keine Gnade der DRV sondern ihre Verpflichtung dir das zu ermöglichen.
Ich habe dann immer darauf hingewiesen, dass ich nach Zugang und PrĂŒfung der angeforderten Unterlagen die WiderspruchsbegrĂŒndung nachreichen werde.

Meist setzen die dann einen (willkĂŒrlichen) Termin der recht knapp ist, den muss man aber nicht akzeptieren, eine gesetzliche Frist gibt es NUR fĂŒr den Widerspruch an sich, aber nicht fĂŒr die BegrĂŒndung.

Ich lebe im moment von ALG II. Das seitdem ich 2013 meinen ersten epileptischen Anfall hatte.
Jemand hat geschrieben, dass ich mir jetzt schon einen Anwalt nehmen sollte. Könnte ich das denn?
Wenn du schon so lange im ALGII-Bezug bist, dann dĂŒrftest du kaum "ReichtĂŒmer" ĂŒber den erlaubten Grenzen besitzen (5000,- € Vermögen) und kannst dir beim Amtsgericht einen Beratungshilfeschein ausstellen lassen, man wird dir dort helfen das richtig zu beantragen und dann kannst du dir damit einen Anwalt suchen.

Das geht auch fĂŒr den Widerspruch schon, ich hatte GlĂŒck und der Anwalt hat mich dann spĂ€ter weiter zuverlĂ€ssig begleitet, als ich an das Sozialgericht gehen musste wegen der EM-Rente ... dafĂŒr bekommt man dann (auf Antrag) auch Prozess-Kosten-Hilfe (PKH) wenn ein Anwalt dabei sein soll.

Also selber kann ich ihn mir nicht leisten. Kann ich dafĂŒr solch einen Schein beantragen, damit mir diese Kosten erstattet werden?
Den Schein musst du VORHER (beim Amtsgericht) beantragen, damit du nur 15,- € beim Anwalt deiner Wahl bezahlen brauchst, das bekommst du auch nicht "erstattet", der Anwalt bekommt dann sein sonstiges Geld vom Staat und darf auf diese 15,- € auch verzichten (muss er aber nicht und kann trotzdem gut sein).

Oder geht das erst, wenn es zur Klage kommen sollte?
FĂŒr eine notwendige Klage ist es gar nicht so schlecht wenn der Anwalt deinen Fall schon (aus dem Widerspruchs-Verfahren) kennt und weiß was bisher unternommen wurde, um deine AnsprĂŒche bei der DRV durchzusetzen, AnwĂ€lte bekommen auch komplette Akten-Einsicht bei der DRV und finden eher schon mal "Angriffs-Punkte", die man selber (als Laie) ĂŒbersehen wĂŒrde.

Aus diesem Grunde sehe ich die "Akteneinsicht" vor Ort fĂŒr den Antragsteller sehr skeptisch, wer weiß denn (als juristischer Laie) schon genau worauf er da "unter stĂ€ndiger Aufsicht" achten und was er sich unbedingt kopieren (lassen) oder abfotografieren sollte ...
In unseren Verfahren bekamen wir noch alle Gutachten / Unterlagen (in Kopie) zugeschickt, die fĂŒr das Verfahren und die Widerspruchs-BegrĂŒndung wichtig waren ...

MfG Doppeloma
 

LexLaber

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Hallo!

Das meiste davon habe ich hier gelesen:


Dann hoffe ich mal, dass ich nicht vor Ort dort hin muss wegen der Akteneinsicht. Verdammt, hĂ€tte ich das mal so nicht geschrieben. RĂŒckgĂ€ngig kann ich das ja jetzt nicht mehr machen. Wenn es soweit kommen sollte, gibt es denn da noch eine bessere Möglichkeit? Darf ich die Unterlagen denn wenigstens alle abfotografieren? Oder ist das untersagt, wenn man unter stĂ€ndiger Aufsicht ist?
 

Doppeloma

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Hallo LexLaber,

lass dich nicht von der "Eigen-Werbung" des VDK "blenden", die "kochen auch nur mit Wasser" und sind ĂŒberwiegend an zahlenden Mitgliedern interessiert, die ihnen möglichst wenig MĂŒhe machen werden.
Es mag regional begrenzte Ausnahmen geben aber es gibt auch hier viele Erfahrungen die das (leider) bestÀtigen ...

Wer schon mit einem abgelehnten EM-Renten-Antrag kommt und dort Hilfe erwartet muss erst mal reichlich BeitrÀge zahlen ... vorher gibt es nicht mal eine ordentliche Beratung.
Ich habe mir dann doch lieber einen unabhÀngigen Anwalt auf "Beratungs-Hilfe" gesucht, denn der VDK wollte nicht mal Widerspruch einlegen ..., das habe ich dann auch selber gemacht, um die Frist nicht zu verpassen.

Aus dem "Sozial"-Verein bin ich dann schnellstens wieder ausgetreten ... man ist aber IMMER wenigstens ein volles Jahr "gebunden" ...

Dann hoffe ich mal, dass ich nicht vor Ort dort hin muss wegen der Akteneinsicht. Verdammt, hĂ€tte ich das mal so nicht geschrieben. RĂŒckgĂ€ngig kann ich das ja jetzt nicht mehr machen. Wenn es soweit kommen sollte, gibt es denn da noch eine bessere Möglichkeit? Darf ich die Unterlagen denn wenigstens alle abfotografieren? Oder ist das untersagt, wenn man unter stĂ€ndiger Aufsicht ist?
In meinem Falle hat sich die DRV dann schon viel Zeit genommen, um ĂŒberhaupt auf den Widerspruch zu reagieren und die angeforderten Unterlagen wurden mir erst geschickt, als der Anwalt dann eingeschaltet war und die DRV daran erinnert hat und, dass er jetzt meine Rechte vertreten wird in der Sache.

Es ist natĂŒrlich NICHT untersagt die Unterlagen abzufotografieren, du kannst auch vor Ort Kopien verlangen, von den Sachen die dir sehr wichtig erscheinen aber genau das ist ja das Problem, wie willst du dort "in Ruhe" (als juristischer Laie) entscheiden können, was wirklich wichtig ist ... ???


Je nach Umfang deiner Renten-Akte dĂŒrfte es ziemlich schwierig werden "die ganze Akte" abzufotografieren, es gibt auch gewisse Grenzen dafĂŒr (es geht ja nur um die Verfahrensrelevanten Sachen) und bei medizinischen Unterlagen (erstellte Gutachten, um die es ja meist gehen wird dabei) kann man das sogar verweigern und du sollst einen Arzt angeben, der dir das dann "erklĂ€ren" soll, was da drin steht.

NatĂŒrlich angeblich Alles "nur zu deinem Schutz", wobei ich mich immer wieder frage, was da Schlimmes drin stehen kann wenn man doch VOLL ErwerbsfĂ€hig sein soll und die Rente deswegen abgelehnt wurde. :icon_kinn:

Vieles davon ist einfach nur "Verzögerungs-Taktik" der DRV in der Hoffnung, du wirst dann bald aufgeben und den Widerspruch zurĂŒck nehmen ...

MfG Doppeloma
 

LexLaber

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Je nach Umfang deiner Renten-Akte dĂŒrfte es ziemlich schwierig werden "die ganze Akte" abzufotografieren, es gibt auch gewisse Grenzen dafĂŒr (es geht ja nur um die Verfahrensrelevanten Sachen) und bei medizinischen Unterlagen (erstellte Gutachten, um die es ja meist gehen wird dabei) kann man das sogar verweigern und du sollst einen Arzt angeben, der dir das dann "erklĂ€ren" soll, was da drin steht.
Das verstehe ich nicht ganz. Der DRV kann mir die medizinischen Unterlagen verweigern?
 

Larsson

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Das verstehe ich nicht ganz. Der DRV kann mir die medizinischen Unterlagen verweigern?
Ja, kann sie, wenn sie der Meinung sind, dass du den Inhalt evtl. nicht verkraftest.
Ich habe auch meine Gutachten angefordert und habe gleich den behandelnden Arzt mit angegeben. Geschickt haben sie es dann zum Arzt, der hat es mir kopiert😃.
 

HermineL

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Ja, kann sie, wenn sie der Meinung sind, dass du den Inhalt evtl. nicht verkraftest.
Nein kann sie nicht, aber wenn unklar ist wie du das dort geschriebene verkraftest kann die DRV darauf bestehen das dir diese Daten von einem Mediziner eröffnet werden.
Das ist aber nicht gleichzusetzen mit einer Verweigerung.
 

LexLaber

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Was bedeutet denn "wenn ich den Inhalt nicht verkrafte"? Wie ist das zu verstehen?
 

grĂŒn_fink

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Ich wĂŒrde das so sehen: Wenn dir das Mitteilen des Inhalts der medizinischen Unterlagen so zusetzt, dass du einen schlimmen Krankheitsschub bekommst davon, also schwer psychotisch, depressiv, oder Gefahr fĂŒr dich und andere, oder so Zeugs.
 

LexLaber

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Verstehe ...

Aber noch eine andere Frage: Ich war jetzt 1 Woche krank, deswegen kommt die Frage erst jetzt: Wie mache ich das am besten jetzt mit einem Anwalt? Reicht es zum Amtsgericht zu gehen, und dort nach einem Schein zu fragen fĂŒr die KostenĂŒbernahme? Oder muss ich dafĂŒr noch etwas anderes tun?
 

LexLaber

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Ich nochmal!

Ich habe heute Post von der DRV bekommen. Ich hab das Schreiben mal abfotografiert. Es scheint ein Standardantwortsschreiben zu sein. Allerdings frage ich mich, ob da jetzt noch etwas von der DRV kommt? Denn ich hatte ja um Akteneinsicht gebeten. Sie fordern mich jetzt aber auf, den Widerspruch zu begrĂŒnden. Auf die Akteneinsicht wird ĂŒberhaupt nicht eingegangen. Was sollte ich jetzt als NĂ€chstes tun?

20191018_112139.jpg
 

CanisLupusGray

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Was sollte ich jetzt als NĂ€chstes tun?
Nun, unter Angabe von Versicherungsnummer (u. ggf. weiteren vorhanden Aktenzeichen) noch einmal darauf hinweisen, dass der Widerspruch erst nach Akteneinsicht begrĂŒndet werden kann / wird.

Und dabei vielleicht ganz groß
Antrag auf Akteneinsicht
dazu schreiben und nachweisbar der DRV zukommen lassen.
Der schwarze Peter muss von Dir weg. War das fĂŒr den Peter jetzt rassistisch?

GrĂŒĂŸe
CanisLupusGray
 

saurbier

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Hallo LexLaber,

na wie war das noch in meinen AusfĂŒhrungen in #3.

Auch wird man versuchen, dich dazu zu drĂ€ngen deinen formlosen Widerspruch unter kurzer Fristsetzung zu begrĂŒnden. Davon solltest du dich aber nicht beiiren lassen, dir steht das Recht zu erst nach entsprechender Akteneinsicht eine WiderspruchsbegrĂŒndung zu schreiben, solange du keine Akteneinsicht hattest, solange kannst du auch nicht Stellung beziehen. Also nicht beiiren lassen, zur Not wird hier ggf. weiter geholfen.
Genauso ist es jetzt gekommen. Man bestĂ€tigt deinen eigelegten Widerspruch und kommt gleich mal damit etwas Druck aufzubauen indem man dich dazu auffordert schnellstmöglich eine WiderspruchsbegrĂŒndung zu liefern.

Logisch das man da nichts von deiner Akteneinsicht erwöhnt, wozu auch wĂŒrde sich damit ja begrĂŒnden lassen, das du eben noch keine WiderspruchsbegrĂŒndung verfassen kannst.

Wie zuvor von CanisLupusGray korrekt erwÀhnt,

Nun, unter Angabe von Versicherungsnummer (u. ggf. weiteren vorhanden Aktenzeichen) noch einmal darauf hinweisen, dass der Widerspruch erst nach Akteneinsicht begrĂŒndet werden kann / wird.

Und dabei vielleicht ganz groß
Antrag auf Akteneinsicht
dazu schreiben und nachweisbar der DRV zukommen lassen.
Ist es nicht toll, wie die Herrschaften auf unsere Kosten auf Zeit spielen, als ginge es fĂŒr unsereins um nichts. Nun ja, bestenfalls können wir unser bescheidenes Leben ja mit Hartz IV bestreiten, was solls.

Hier hilft leider nur noch Druck und eben alle rechtlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen, sonst wartest du noch die nÀchsten Jahre.

Schick denen das jetzt nochmals per Einschreiben und ggf. parallel per Fax.

Vielleicht solltest du auch anstatt Antrag auf Akteneinsicht in Fett ggf. schreiben - Erlaube ich mir Sie hiermit nochmals an meinen Antrag auf Akteneinsicht vom xx.xx.xxxx. zu erinnern - natĂŒrlich in Fett.


GrĂŒĂŸe saurbier
 

Kerstin_K

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Jetzt bleibt mal locker. Das ist nur eine Standard-eingangsbestĂ€tigung fĂŒr den Widerspruch. Ich sehe da noch keinen Druckaufbau. da steht ja nichtmal ein Datum, bis wann die BegrĂŒndung zu liefern ist. wenn die DRV damit anfĂ€ngt, dann kann man von Druckaufbau sprechen und entsprechend reagieren. Dazu sehe ich jetzt noch keine Notwendigkeit.
 

saurbier

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Hallo Kerstin_K,

nun ja ich sehr das etwas anders.

WĂ€re es nur eine EingangsbestĂ€tigung fĂŒr den Widerspruch, dann brĂ€uchte es wohl kaum den kleinen Zusatz

Sollten Sie Ihren Widerspruch noch nicht begrĂŒndet haben, bitten wir, dieses Zeitnah nachzuholen.
Das schreiben mag vieleicht freundlicher wie manch anderes rĂŒber zu kommen - nun ja auch die DRV lernt dazu -, nur zeigt alleine dieser Satz das man sich dort durchaus im klaren ist das es an einer sachlichen BegrĂŒndung fehlt und es gibt keinerlei Grund unmittelbar nach Eingang schon darauf hinzuweisen.

Zumal ja nicht ohne Grund um Akteneinsicht gebeten wurde.

Du wirst mir wohl glauben schenken, daß ich inzwischen weiß wie perfide diese Herrschaften vorgehen, oder.


GrĂŒĂŸe saurbier
 

Kerstin_K

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Surbier, ich weiss, was du meinst, aber glaub mir, das ist nur eine Stadardschreiben, sonst nihcts.

Ichhabe nict umsonst 2 Jahre mit denen gekÀpft, bis ich mal de Stellungnahme des sozialmedizinischen Dienstes vorliegen hatte.
 

saurbier

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Hallo Kerstin_K,

Ichhabe nict umsonst 2 Jahre mit denen gekÀpft, bis ich mal de Stellungnahme des sozialmedizinischen Dienstes vorliegen hatte.
Na toll, dann bin ich mal gespannt wann die mir die SMD-begutachtung zukommen lassen.

Ist doch toll, dann wird mein vorsorglicher Widerspruch halt mal 2 Jahre aufrecht gehalten, auch nicht schlecht oder.


GrĂŒĂŸe saurbier
 

Bitas

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Es ist echt unglaublich wie unterschiedlich die DRV entscheidet....ich habe innerhalb einer Woche alle Unterlagen bekommen die ich wollte, bei anderen zieht sich das Monate oder Jahre hin.....was ist bei denen nur los?
 
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