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Erwerbsminderungsrente und 450€ Job statt HZL?

MiyaShily

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Hallo,

ich wäre sehr dankbar für ein paar Gedankenanstöße.

Ich beziehe seit 3 Jahren volle EMR und habe bis Mitte des Jahres gleichzeitig aufstockend Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten. Aufgrund einer Nachzahlung aus dem Ausland (habe auch dort Versicherungszeiten) wurde die HzL für sechs Monate eingestellt. (Leider musste alles kompliziert mit Anwalt geregelt werden & es gibt noch keine Rückmeldung vom Amt. Laut ihm müsste ich jedoch ab Januar wieder Leistungen bekommen). Meine EMR wurde inzwischen für die nächsten zwei Jahre weiterbewilligt und ich stelle mir nun die Frage, wie es für mich zukünftig weitergehen kann.

Mit der Nachzahlung aus dem Ausland bekam ich auch einen Bescheid über weitere regelmäßige Zahlungen, die natürlich zukünftig vom Sozialamt als Einkommen angerechnet werden (würden).

Jetzt beschäftigt mich folgender Gedanke: 450€ Job als Ersatz für Hzl?

Der Betrag, den ich nach den 6 Monaten bei der Neubeantragung des HzL vom Amt bekommen würde, wäre niedriger, als das, was ich bei einem 450€ Job verdienen würde. Da man ja während des Bezugs von HZL nur 30% des Einkommens behalten darf, frage ich mich, ob es sinnvoller wäre, die HzL gar nicht mehr zu beantragen und es mit 450€ zu versuchen (Arbeitsplatz besteht noch)?

Auf der anderen Seite bin ich natürlich nicht ohne Grund erwerbsgemindert und kann nicht aus voller Inbrunst behaupten, dass ich zuversichtlich bin, was meine Kraft und das Arbeitsleben angeht. Außerdem ist die Zeit, die ich noch hätte, um rechtzeitig vor der Neubeantragung der HzL mit Arbeiten anzufangen, sehr knapp. Ich komme nur gefühlt unter Druck, mich für etwas entscheiden zu müssen und versuche, den besten Weg zu finden, der mich auch finanziell nicht benachteiligt. Gleichzeitig wäre es schön, zumindest ein Amt weniger am Bein zu haben und sich dort nicht weiter rechtfertigen zu müssen. Jeder Schritt ist so unendlich schwer.

Es wäre rational gesehen sicher sinnvoll, bevor ich jetzt etwas übers's Knie breche, wieder HzL zu beantragen und dann eben damit zu leben, dass mir im Falle des Arbeitsantritts 70% abgezogen werden.
Gibt es denn die Möglichkeit, dem Amt während des Bezugs & gleichzeitigem (erfolgreichem) Ausüben eines 450€ Jobs zu melden, dass man auf die HzL verzichten und stattdessen komplett die 450€ behalten möchte? Freuen die sich, wenn man auf ihre Leistung verzichtet oder steckt man dann im System von 30%/70% fest? Vielleicht weiß jemand von euch eine Antwort. Ich würde mich sehr freuen. Auch über offene Gedanken, die zum Thema passen.

Vielen Dank.
 

doppelhexe

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hast du keine angst, das die DRV auf dumme gedanken kommen könnte?

wieviele stunden wären das bei einem 450€-job?

wenn man 2,5h am tag arbeiten kann könnte die DRV auch gut auf den trichter kommen, das dann ja wohl auch 3 stunden kein problem sein können...

mal davon ab, das ich nicht mal 2,5h stunden schaffen würde... wäre mir das dann doch zu heiss... sorry
 

MiyaShily

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Natürlich mache ich mir darüber auch Gedanken, wie über alles.
Ein Teil von mir hat allerdings auch nicht vor, für immer und ewig in dieser Situation festzustecken. Ich bin noch relativ jung und hatte gehofft, durch die EMR etwas zur Ruhe kommen zu können aber leider gibt es am laufenden Band neue Herausforderungen.

Als Alternativen nach vorne kämen in Frage der 450€ Job, eine Maßnahme über die DRV, (in der aber wieder jemand nach kurzer Zeit entscheiden würde, wie ich entlassen werde, daher bin ich da kontra) oder eine Arbeit in der WFB. Der einzige Weg wäre nunmal, etwas zu versuchen. Von 0 auf 100 wird wohl niemand schaffen. Leider gibt es ja keinen, der einem im Detail jeden Schritt mit allen Konsequenzen vorhersagen kann, bzw weiß, was das Richtige ist. Das Meiste lernt man ja durch Ausprobieren.
Wie es genau laufen würde mit dem 450€ Job müsste noch geklärt werden. Natürlich wären es definitiv unter 15 Std in der Woche und am Tag unter 3 Std. Es gibt dafür auch noch kein festgelegtes Datum. Ist alles Theorie.

Ich kämpfe seit Jahren mit so vielen Stellen, manchmal denke ich wirklich, es wäre einfacher, wenigstens teilweise arbeiten zu gehen. Natürlich sieht das in der Praxis nicht unbedingt so aus. Aber ich brauche so viel Kraft, um Formulare auszufüllen, Gutachtergespräche zu führen und Anwälte zu nehmen, es gibt dauernde Überprüfung von allen Seiten... ich frage mich, ob die Kraft nicht woanders besser aufgehoben wäre und sich so auch ein besseres Gefühl für mich einstellen könnte.
 

Doppeloma

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Hallo MiyaShyli,

Es wäre rational gesehen sicher sinnvoll, bevor ich jetzt etwas übers's Knie breche, wieder HzL zu beantragen und dann eben damit zu leben, dass mir im Falle des Arbeitsantritts 70% abgezogen werden.
Du schreibst oben, dass du mit der zusätzlichen Rente weniger als 450 € vom Sozial-AMT bekommen würdest, dann ist dein Anspruch aber auch schnell aufgebraucht wenn du einen Minijob mit 450 € im Monat aufnehmen würdest.

Da gehst du vorwiegend für das Sozial-AMT arbeiten, denn davon werden ja dann schon 315 € auf deinen Anspruch angerechnet und wenn dabei noch "Null" Leistung übrig bleiben würde, stellt das Amt die Leistungen sowieso ein.

Gibt es denn die Möglichkeit, dem Amt während des Bezugs & gleichzeitigem (erfolgreichem) Ausüben eines 450€ Jobs zu melden, dass man auf die HzL verzichten und stattdessen komplett die 450€ behalten möchte?
Die Aufnahme einer Tätigkeit musst du dem Amt sowieso melden (und der DRV auch), dazu bist du schon verpflichtet ehe das erste Geld überhaupt auf dem Konto sein würde.
Dann sind regelmäßig Lohnabrechnungen einzureichen und deine Leistung wird jeweils entsprechend "angepasst" bis du vom Amt gar nichts mehr bekommen würdest.

Ab einer bestimmten Grenze (je nach Höhe deiner Miete und den örtlichen Richtlinien dafür) kann man dich auch an die Wohngeldstelle verweisen um Wohngeld zu beantragen, das Sozial-AMT muss also (z.B.) gar nicht mehr weiter zahlen (wollen) wenn du mit Wohngeld dazu auskommen könntest.

Freuen die sich, wenn man auf ihre Leistung verzichtet oder steckt man dann im System von 30%/70% fest?
Klar freuen die sich wenn du einen Leistungsverzicht erklärst (oder vorerst einfach keinen Antrag mehr stellst auf HzL), das kann dir Niemand verbieten, noch ist man NICHT verpflichtet staatliche Sozial-Leistungen in Anspruch zu nehmen wenn man das nicht möchte.

Krankenversichert bist du ja über deine EM-Rente und was du dazu verdienen kannst gehört dir dann ganz alleine.
Die DRV will zunächst mal nur eine Meldung haben (dass du neben der EM-Rente arbeitest) und wird kontrollieren ob du die "Zuverdienst-Grenze" nicht überschreitest (aktuell 6300 € im Kalenderjahr), ab der auch die EM-Rente gekürzt werden könnte.

Vielleicht weiß jemand von euch eine Antwort. Ich würde mich sehr freuen. Auch über offene Gedanken, die zum Thema passen.
Die Entscheidung kann dir natürlich Niemand abnehmen und die Warnung meiner Vorschreiberin ist auch nicht ganz unberechtigt, dass sich die DRV dazu (beim nächsten Verlängerungs-Antrag) ihre eigenen Gedanken machen könnte im Bezug auf deine gesamte Erwerbsfähigkeit.

Zumindest KANN das Sozial-AMT nicht verlangen, dass du weiter arbeiten musst wenn es doch nicht gehen sollte, dann muss man deinen Antrag auf HzL wieder annehmen und bearbeiten.

MfG Doppeloma
 

MiyaShily

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Hallo Doppeloma,

vielen Dank für Deine Worte.

Natürlich würde ich eine Arbeitsaufnahme sofort bei allen Stellen melden. Das mit dem Wohngeld hatte ich im Hinterkopf und auch früher mal mit der SB besprochen aber bisher hatte HzL die Priorität. Ich kenne leider nicht die genauen Regelungen, um zu wissen, ob sich das mit den Zahlungen (Einkommen) aus dem Ausland ändern würde.

Das Amt hat ursprünglich falsch reagiert was die einmalige Nachzahlung angeht und meinen Bescheid in abgeänderter Form für weitere zwei Monate weiter laufen lassen, die regelmäßigen Auslandszahlungen wurden aber miteinberechnet. Von daher schätze ich, es würde auch in Zukunft dabei bleiben? (auch wenn das alles lt Anwalt sowieso hinfällig ist und ich ihnen das Geld für die beiden Monate noch zurückzahlen muss, WENN sie reagieren. Die Nachzahlung wurde nicht im Zuflussmonat angerechnet sondern nach deren Lust und Laune).

Vll verschiebe ich das mit dem 450€ Job noch einige Monate, bis dahin hat sich auch hoffentlich die Anwaltsgeschichte erledigt. Der Kontakt zur ausländischen Behörde gestaltet sich leider auch schwierig, da diese sehr spät oder gar nicht antworten und ich mich telefonisch nicht gut in der Sprache verständigen kann.
Auch dort müsste ich einen 450€ Job melden, es gelten aber ähnliche Regeln wie in Deutschland, dh. ich dürfte geringfügig arbeiten, ohne die Leistung zu verlieren.

Den Gedanken, die HzL erst mal gar nicht mehr zu beantragen hatte ich auch schon. Wegen 1 oder 2 Monaten käme ich deswegen auch nicht in finanzielle Schwierigkeiten. Ja... ich weiß, ich schreibe über alle Eventualitäten und irgendwann sollte ich auch einmal eine Entscheidung treffen. Sehr schwer, wenn man gerne einen Schritt nach vorne machen möchte aber die Angst vor den Konsequenzen einen so gefangen hält.

Liebe Grüße
MiyaShily
 
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