Erwerbsminderungsrente Berufung zurück gewiesen. Was nun?

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qasimodo65

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Hallo alle zusammen.

Ich bin 52 Jahre alt, versuche mich kurz zu halten, was meine Geschichte anbelangt.

2005 - Bandscheibenvorfall, konservativ behandelt (Spritzen,Physio, CT-gestützte Injektionen) OP nach Krankenhausaufenthalt abgelehnt

2006 - Reha, weiter arbeitsunfähig entlassen, aber nicht auf Dauer

02/2007 ausgesteuert -> Arbeitgeberangebot Teilzeit, angenommen, nicht funktioniert wegen dauernder starker Rückenschmerzen

08/2007 - erneute Reha, arbeitsunfähig entlassen, aber nicht auf Dauer

09/2007 - Herzinfarkt, Stentimplantation, einen Tag später einen erneuten Totalverschluss mit erneut Stent

10/2007 - Reha, als immer noch arbeitsunfähig entlassen

03/2008 - Angebot Arbeitgeber Bürojob, angenommen mit Kernzeit 5 Std., immer wieder krank geschrieben, Schmerzen mittlerweile chronisch

Dazwischen 05/2006 - Talusfraktur Fuß rechts, konservativ (12 Wochen Liegegips) -> starker bis sehr starker Dauerschmerz, Gehen nur beschränkt möglich (Hinken)

03/2009 - Insolvenz meiner Firma, arbeitslos

05/2010 - massive Verschlechterung meines Gesundheitszustandes, Schmerzausbreitung in Knie, Schulter links, massive Rückenbeschwerden, Schmerzen in den Armen, festgestellt nach MRT, Szintigraphie u.a. Knorpelschaden Knie links, Impigment Schulter links, Arthrose & Zystenbildung Fuß rechts -> arbeitsunfähig

10/2010 - Reha, weiter arbeitsunfähig, aber nicht auf Dauer

02/2011 - Antrag auf Erwerbsminderungsrente nach Aufforderung durch Krankenkasse

11/2011 - Aussteuerung, dann ALG I

01/2012 - erneute Krankschreibung

08/2013 - Aussteuerung, ALG I

02/2013 - Entfernung der Ohrspeicheldrüse, bereits 2004 Halsspeicheldrüse entfernt, jeweils gutartige Tumor

09/2014 - Hartz4

seit 01/2016 erneut arbeitsunfähig, werde nun zum 4. Mal ausgesteuert.

Ich bin 7 oder 8x zum MDK geschickt worden. Immer arbeitsunfähig, aber nicht auf Dauer.
Seit 2014 endlich Termin beim Schmerztherapeuten und Psychotherapeuten.
Ich werde von all meinen Behandelnden Ärzten als nicht mehr arbeitsfähig eingeschätzt.

Rentenantrag natürlich abgelehnt. Widerspruch abgelehnt. Klage vor Sozialgericht nach Gutachter abgelehnt, da noch max. 6 Std. als Pförtner.
Berufung vor Landessozialgericht jetzt am 30.05.2017 zurück gewiesen. Begründung, erneutes Gutachten verweist abermals auf 6 Std. als Pförtner. Jedoch ohne Nachtschicht und ohne Publikumsverkehr. Über die Art und Weise der Begutachtung möchte ich mich hier nicht auslassen. War ein Psychologe, der in 20 min. meine orthopädischen Erkrankungen bestätigt hat und in einigen Tests auch psychische Einschränkungen diagnostiziert hat. Gesamtdauer 2 h, incl. einer 15 minütigen Raucherpause.
Einschätzung erfolgte auch nicht nach meinen festgestellten Einschränkungen, sondern nach der "Beobachtung meines Verhaltens während seiner mehrstündigen und anstrengenden Begutachtung."

Zusammenfassung: Chronische Schmerzerkrankung, Wirbelsäule, Schulter, Knie, Fuss, mittlerweile auch die andere Schulter, Herzinfarkt, sporadische Schmerzen im Gesicht nach OP, Tics, mittelschwere Depression, Angststörung, Opiatabhängigkeit.

Nun meine Frage. Hat man jetzt noch irgendeine Chance oder Möglichkeit, mein Rentenbegehren weiter zu verfolgen? Oder bin ich nun wirklich soweit, den Rest meines Lebens als Hartz4-Empfänger zu verleben?

Ich danke Euch schon mal im Voraus für Eure Antworten und Hilfe.


Grüsse qasimodo
 

Tica

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Hallo qasimodo,

das ist ja echt der Hammer. Dazu fällt einem nichts mehr ein...
Gib nicht auf!

Hier kennen sich sicher viele richtig aus. Aber nach meinem Empfinden, solltest Du einfach wieder einen neuen Antrag auf EM-Rente stellen. Nach einer gewissen Zeit. Doppeloma weiß sicher ganz genau Bescheid.
 

saurbier

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Hallo quasimodo65,

oh man, daß erinnert mich ein wenig an meine Geschichte (zumindest einem Teil davon), denn auch mich versuchte die DRV damals als Pfördner arbeitsfähig zu vermitteln.

Grundsätzlich ist mal festzustellen, solche Jobs gibt es so gut wie gar nicht mehr, denn das übernehmen heute Wachdienste.

Meine Frage wäre da einmal, wo du lebst und dann ob es in der gegend überhaupt Firmen gibt welche einen Pfördner (Torsteher) benötigen.

Da du ja schon beim LSG angekommen bist, muß ich mal fragen ob dich da ein Rechtsanwalt vertritt und wenn ja (ich gehe mal davon aus) ob der überhaupt fachlich kompetent ist.

Hier jetzt einen Rat zu geben ist leider sehr sehr schwer, weil sowas viele unterschiedlich betrachten werden, leider.

Mein persönlicher Rat wäre hier, die jetzige Klage entgültig dran zu geben und lieber zu einem späteren Zeitpunkt nochmals neu aufzurollen und aus den bisherigen Erfahrungen eben leider deine Lehren zu ziehen.

Ggf. könntest du dann ja in 6 oder 12 Monaten wegen einem neuerlichen Krankenschub direkt aus diesem heraus nochmals einen EMR-Antrag bei der DRV stellen, denn das kann dir niemand verwehren.

Beim neuerlichen Antrag würde ich dann z.B. darauf achten, daß sofern die DRV wieder einen Gutachter hinzu zieht, du unbedingt auf einen fachlich kompeten bestehst (Ortophäde) weil ja die meisten Probleme (Rücken/Schulter/Knie und chronischer Schmerzpatient) von da kommen. Ein Psychologe erscheint mir hier vollkommen fehl am Platz, weshalb ihn die DRV wohl auch eingesetzt hat.

Ich möchte dazu nicht unerwähnt lassen, daß es hierfür von erheblichen Vorteil ist, wenn dich deine bisher behandelnden Ärzte auch unterstützen und du sofern erforderlich auch bei diesen in fortlaufender Behandlung bleibst.

Deine jetzige Situation mit Hartz IV ist sicherlich nicht die schönste, aber zumindest ist dir dadurch mal eine gewisse Absicherung geboten. Auch für die Vermittlung beim JC dürften ja so diverse berufliche Einschränkungen vorliegen auf die du dann unbedingt achten solltest.

Da du ja neben alle dem noch mit deinem Herzen Probleme hast, würde ich diese Karte nebenbei auch unbedingt beim JC ziehen. Keinen Streß sonst macht das Herz nicht mit und wenn der SB mit blödsinn kommt, wovon man ja ausgehen darf, dann würde ich direkt auf die Streßvermeidungskarte setzen, natürlich neben allen anderen gesundheitlichen Einschränkungen.

Klar das du als "Pfördner" noch ein paar Stunden irgendwo sitzend arbeiten könntest, nur den leichten Job soll dir erstmal das JC vermitteln, immerhin kannst du dich ja auf die richterliche Entscheidung berufen. Mal schauen was dann der SB sagen wird, weil solche Jobs sind mir leider nicht mehr bekannt.

P.S. Hast du auch mal über einen SchwerB-Ausweis nachgedacht. Der bringt aktuell nicht sehr viel, aber immerhin könntest du damit mit 63/65 je nach Geburtsjahr vorzeitig in Rente und bei Hartz IV zählt bekanntlich jeder Cent.

Ggf. kann Doppeloma sicherlich auch noch einiges positiv dazu beitragen.


Grüße saurbier
 

qasimodo65

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Hallo saurbier,

erstmal Danke für deine Antwort.

Die Sache mit dem LSG hat sich ja nun seit letzter Woche erledigt. Haben meine Berufung ja zurück gewiesen. Mit Anwalt, natürlich. Ob er in Sozialangelegenheiten kompetent war...wahrscheinlich hätte ich eine bessere Wahl treffen können. Aber wer weiß dies schon vorher. Der Erstkontakt war sehr vielversprechend, aber dann...! Beispielsweise hat er sich gegenüber dem LSG erst zu diesem Gutachten geäussert, nachdem ICH ihn auf mehrere Ungereimtheiten hingewiesen hatte. Ein richtig guter, fitter Anwalt hätte dieses Gutachten wahrscheinlich in der Luft zerrissen. Aber das ist jetzt egal. Ich hatte doch noch ein wenig Vertrauen ins LSG , aber dieses erstellt ja keine Gutachten selbst, sondern folgt den ergangenen Gutachten. Obwohl sie, bei eingehender Prüfung, hätten merken müssen, dass da einiges stinkt. Z.B. hat der Gutachter seine Praxis...unmittelbar neben der Rentenversicherung!!!
Und was diesen Pförtnerjob angeht. Erstens könnte ich auch diesen nicht vollschichtig ausführen. Ich kann weder längere Zeit sitzen, noch stehen oder laufen. Steht sogar so im Gutachten. Und ich könnte aus dem Stegreif 20-30 Leute nennen, die ebenfalls als Pförtner begutachtet worden. So viele Pförtnerstellen gibt es in der gesamten EU nicht. Aber das spielt ja keine Rolle. Weil...man könnte ja. Bei genauer Prüfung der Sachlage wäre ich auch als Regenmacher in Afrika tauglich.

Was ich im Eingangspost noch vergessen hatte. Die Agentur für Arbeit hat ebenfalls ein Gutachten in Auftrag gegeben gehabt. Ein Arbeitsmedizinisches. Dieses hat, glaube, länger gedauert, als alle Gutachten der RV zusammen. Ergebnis: arbeitsfähig für nur noch unter 3 Std! Aber dieses ist nirgends aufgetaucht oder erwähnt worden.

Und...ich war vor dieser ganzen Sch... nicht einen einzigen Tag arbeitslos. Ich habe immer irgendetwas gemacht. Betriebsschlosser, Möbelpacker, hab Küchen aufgebaut, Trockenbau. Und jetzt wird man fast hingestellt, als ob man keine Lust zum Arbeiten hat und lieber Rente will.
 

Klausi111

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Oh Mann, das treibt einem ja fast die Tränen in die Augen....
Du wirst nach geraumer Zeit wieder einen neuen Anlauf nehmen und die EM-Rente einreichen müssen.
Ich will jetzt nicht darüber sprechen, ob das alles gerecht zugeht ... Das ist ja Schikane, was man da mit Dir macht !
Ich würde in einen Sozialverband eintreten. Es gibt zwei: VdK und SoVD. Monatsbeitrag 6 €. Mir hat der SoVD bei meiner Rentenangelegenheit, die übrigens 5 Jahre gedauert hat, sehr geholfen.
Viel Glück und viel Kraft, diesen Kampf durchzustehen.
Nochmal und nicht aufgeben !!
 

saurbier

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Hallo quasimodo65,

na ja, so spielt eben das Leben.

Wäre natürlich schon vorteilhaft gewesen, wenn du dir damals die Begutachtung (sind eh nur zwei Blätter) des äD -Gutachters besorgt hättest. Das würde ich unbedingt nach holen, fordere es am besten direkt bei äD schriftlich an.

Da hast du schon mal was für nächste mal.

Genauso würde ich dir empfehlen alle anderen Gutachten für deine Akten unbedingt anzufordern, genauso wie alle bisherigen ärztlichen Unterlagen und das nach Möglichkeit auch immer auf dem laufenden zu halten.

Damit hast du dann zumindest beim nächsten Anlauf alles wichtige direkt zur Hand.

Wie gesagt, jetzt ist der Zug erst mal weg.

ich würde mindestens ein halbes bis ein Jahr ins Land gehen lassen und dann erneut einen EMR-Antrag stellen, denn das kann dir zum Glück niemand verwehren.

Es kann ja ohne weiteres sein, daß sich bis zum nächsten Antrag dein Gesundheitszustand nochmals verschlechtert hat. Das mag für dich persönlich zwar nicht schön sein, aber leider geht es nur so weiter.

Wenn ich dene Auflistung so durchschaue, dann stelle ich auch fest, daß du ja seit 2010 nicht mehr in einer reha warst. Vielleicht sollte man das für einen neuen Anlauf ins Auge fassen.

Nichts ist besser als aus einer Reha AU entlassen zu werden um einen EMR-Antrag zu stellen. Vielleicht solltest du dir auch mal überlegen dort ein wenig deine möglicher Weise Schauspielerischen Talente hervor zu kramen und deine Leiden minimal zu dramtisieren, wobei man nicht übertreiben sollte. Ein Aua hier ein Aua da und ein wenig schwerfällige Bewegungsabläufe könnten manchen Arzt etwas eher überzeugen, wenn nicht doch etwas vorfällt.

Du solltest immer daran denken es geht um deine Zukunft, nicht die der DRV oder anderer.

Den Rat mit VdK oder SoVD mußt du dir selbst überlegen, ich persönlich halte nicht viel von denen. Mir wäre da schon ein guter Fachanwalt für Sozialrecht (DRV ) weit lieber, aber wie ja jetzt schon festgestellt hast, ist der nicht so leicht zu finden.

Mein damaliger war auch nicht die Sonne, aber zumindest gab er mir die Möglichkeit meine von mir ausgearbeiteten Schriftsätze leicht überarbeitet zu übernehmen. Damit habe ich meinen Rentenprozeß zumindest gewonnen und beim LSG einen annehmbaren Vergleich erzieht.

Mehr bliebe bis hier leider nicht zu sagen, außer viel Glück für deinen neuerlichen Anlauf. Du kannst dich ja hier jeder Zeit wegen einer Unterstützung wieder melden, nur bitte dann vorher.


Grüße saurbier
 

Doppeloma

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Hallo qasimodo65, :welcome:

Rentenantrag natürlich abgelehnt. Widerspruch abgelehnt. Klage vor Sozialgericht nach Gutachter abgelehnt, da noch max. 6 Std. als Pförtner.

Deine Stationen und deine Leidensgeschichte kommt mir auch sehr bekannt vor, allerdings betrifft das (mit den umfangreichen orthopädischen Problemen) meinen Partner ... der hatte bereits mit Mitte 30 (1992) die erste Bandscheiben-OP, ist also auch kein Garant für ein gesünderes weiter leben können ... :icon_evil:

Berufung vor Landessozialgericht jetzt am 30.05.2017 zurück gewiesen. Begründung, erneutes Gutachten verweist abermals auf 6 Std. als Pförtner. Jedoch ohne Nachtschicht und ohne Publikumsverkehr.

Hatte eigentlich angenommen, dass man vom "Pförtner-Job" inzwischen abgekommen ist, denn der wird tatsächlich inzwischen über Wachschutz-Unternehmen abgewickelt und die wollen belastbare / flexible Mitarbeiter haben, die auch bereit sind 12- Stunden-Schichten regelmäßig zu leisten.

Vermutlich saßen auch genau solche Mitarbeiter bei Gericht und haben die gründliche Einlass-Kontrolle vorgenommen :idea:... mein Männe war übrigens damals selbst noch als "Pförtner und Empfangskraft" bei einem solchen Dienstleister fest angestellt.

Man hatte ihm aber bereits (über Reha und DRV -Gutachten) "empfohlen, sich eine "andere Arbeit" zu suchen ... weil er höchstens noch 8 Stunden täglich arbeiten solle und keine Schicht-Dienste mehr ... ja "grau ist alle Theorie" ...

Sehr interessant war da schon die Meinung der DRV -Reha-Klinik im letzten Reha-Bericht (von vielen in den letzten 20 Jahren), dass denen dort selber bereits KLAR sei, dass es so auch finanziellen Gründen schon nicht machbar ist im aktuellen Tätigkeitsfeld ...

Es gab sogar eine "Arbeitsplatz-Besichtigung" (es war eine ambulante Reha am Heimatort, weil ich zu der Zeit auch schon schwer krank war) und sein Chef hat in den Gesprächen bereits sehr deutlich gemacht, dass er im aktuellen Zustand mit Männe NICHTS mehr anfangen kann ... im Objektschutz, als "Pförtner" ...

Trotzdem war es dann lt.Reha-Bericht die ideeale Tätigkeit, wenn die benannten Einschränkungen beachtet werden, sonst sei seine weitere Erwerbsfähigkeit stark gefährdet ... :icon_dampf:

Er war bis dahin ein 2. Mal an den Bandscheiben operiert worden (1999), hatte auch schon einen Infarkt erlitten und von Schlafapnoe bis Arthrose in fast allen Gelenken / Knien gab es kaum noch was "Gesundes" an ihm ... bei allen passenden Fachärzten und in der Schmerztherapie war er auch schon länger in Behandlung.

So wurde dann auch ein Antrag auf EM-Rente gestellt nach dieser so "erfolgreichen" letzten Reha ... aus der er auch AU entlassen wurde ... das alleine interessiert die DRV nicht wirklich ... auch NICHT was die behandelnden Ärzte so dazu meinen, soweit jedenfalls unsere Erfahrungen dazu ... :icon_neutral:

Auch dieser Antrag wurde "natürlich" abgelehnt, er ging in Widerspruch und später wurde auch die Klage am SG eingereicht ... immer wieder wurde er nur von reinen Orthopäden "begutachtet", ohne schmerztherapeutische Zusatz-Qualifikationen.

Die schauten sich die "Bilder" an und haben dann entschieden was ihm weh zu tun hat und was nicht, damit er "problemlos Vollzeit" arbeiten könne, sollten die BTM-Schmerzmittel entsprechend höher dosiert eingenommen werden, damals Opiate inzwischen Morphine ... :idea:

Die ausführlichen Berichte von 2 verschiedenen Spezial-Kliniken wurden als "irrelevant" ignoriert, obwohl der Gutachter schon fachlich gar nicht in der Lage war die ernsthaft "auszuwerten" (multimodale Schmerzklinik, da arbeiten mehrere Fachrichtungen von Kardiologe bis Psychologe eng zusammen und schreiben dann den Bericht) ...

Am SG wurde Männe dann nach so einem Orthopäden-Gutachten angeraten die Klage zurück zu nehmen, weil sie keinen Erfolg haben würde ... darüber waren sich "der Richter und die Beklagte (DRV ) schon einig" als wir den Raum betreten haben ... :doh:

Männes Anwältin saß da wie ein "Schaaf" und nickte alles ab, wir haben dann die Klage zurück genommen, wissen eigentlich bis heute nicht genau warum er für diese "Farce" überhaupt unbedingt an der Verhandlung teilnehmen musste.

Auf eine Abweisung wäre das schon am SG hinausgelaufen, an das LSG wären wir gar nicht erst gegangen ... wir brauchten eine Pause nach dem bisherigen Kampf (Anfang 2007 - Ende 2009), zumal in meiner EM-Rentensache inzwischen auch schon der Widerspruch im Gange war.

Über die Art und Weise der Begutachtung möchte ich mich hier nicht auslassen.

Kann ich verstehen, dazu habe ich an anderen Stellen hier im Forum auch schon berichtet, ich möchte dich da jetzt nicht mit Wiederholungen langweilen ... es sei denn du möchtest hier in deinem Fall mehr dazu wissen.

Aktuell sehe ich aber wenig Hoffnung dir für dein weiteres Vorgehen die machbaren Tipps geben zu können, hat dir denn der Anwalt niemals angeraten eine Klagerücknahme mal zu überdenken ???
Zudem fehlen auch noch einige Infos wie der aktuelle Stand, besonders fibnanziell / familiär so ist und ob du IMMER durchgehend (seit WANN genau ?) AU geschrieben warst. :icon_kinn:

Das ist nicht ganz unwichtig, auch wenn es für die DRV kein "Hauptkriterium" ist zu einer EM-Rente positiv zu entscheiden, aber ohne AU stellst du dich (auch beim JC ) Vollzeit der Arbeitsvermittlung zur Verfügung.

Die verschiednen Begutachtungen sind in der Regel so unterschiedlich wie die Gutachter und das Ergebnis ist oft vom Auftraggeber schon "vorgegeben", soweit hast du das durchaus richtig verstanden ... wenn dann noch die Fachrichtung falsch ist KANN das eigentlich nur schief gehen.

Ob du selbst während der Begutachtungen eher den Eindruck hinterlassen hast noch "recht belastbar" zu sein, kann von hier auch nicht eingeschätzt werden ...

Im Fall von Männe hat die Schmerztherapeutin umgehend einen erneuten Klinik-Aufenthalt organisiert (sie konnte gar nicht fassen, dass man die EM-Rente auch bei Gericht abgelehnt hatte) und nach Erhalt des Berichtes haben wir direkt einen neuen Antrag auf EM-Rente gestellt, die bei Gericht ignorierten Berichte haben wir auch erneut mit eingereicht ...

Das war so ca. 6 Monate nach Rücknahme der Klage zum 1. Antrag ...

Du hast nun aber einen schweren Nachteil in deiner Renten-Akte bei der DRV , deine Klage wurde am LSG abgewiesen und so wird die DRV auch bei einem neuen Antrag nicht so schnell bereit sein, sich mit ernsthafter Überprüfung deiner Gesundheit zu befassen, sie hat ja gerade erst "Recht" bekommen, dass du keine Rente brauchst, sogar vom LSG ... :icon_neutral:

Hat man dir wirklich nie angeboten die Klage besser zurück zu nehmen, weil das DEINE Position für einen neuen Antrag verbessern würde ... das bedeutet nur "Atempause" und die Möglichkeit bessere medizinische Munition in den nächsten Antrag einzubringen.

In der Regel ist der Richter verpflichtet das VOR einer Abweisung / einem Urteil dem Kläger anzubieten, auch dein Anwalt wäre verpflichtet gewesen dich entsprechend zu beraten ...

Es tut zunächst genau so weh wie die Abweisung aber man kann selbst besser was draus machen, das Verfahren gilt als habe es nie stattgefunden und man hat Zeit einen neuen Antrag besser vorzubereiten ...

Für den 2. Antrag konnten wir dann die EM-Voll-Berentung durchsetzen (ohne Widerspruch und Klage), sogar ohne Anwalt ... knapp ein Jahr nach der gescheiterten Verhandlung bekam er den Bescheid zur EM-Rente (rückwirkend ab 2. Antragstellung) direkt bis zum Übergang in die reguläre Altersrente. :icon_daumen:

So "einfach" wie ich das hier jetzt aufschreibe war es zwar auch nicht, aber das würde hier jetzt zu weit führen ... und dieser Weg ist dir auch durch die gerichtliche Abweisung so nicht mehr möglich.

Einen neuen Antrag auf EM-Rente kannst du natürlich jederzeit wieder stellen, das darf dir Niemand verbieten aber ich befürchte die DRV wird dann auch erneut "alle Register ziehen", wie es ja schon einmal funktioniert hat ...

MfG Doppeloma
 

Muzel

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2. Erst eine Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen begründet die Pflicht zur Benennung einer konkreten Verweisungstätigkeit. Notwendig ist eine Mehrheit von wenigstens zwei ungewöhnlichen Leistungseinschränkungen. Das Zusammentreffen einer ungewöhnlichen mit einer oder mehrerer gewöhnlicher Leistungseinschränkungen genügt nicht.(Rn.22)

Gericht:
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 16. SenatEntscheidungsdatum:20.12.2016Aktenzeichen:L 16 R 657/14Dokumenttyp:Beschluss
Diese Klägerin hat ein Merkzeichen " G" und "B" im Schwerbehindertenausweis. Das Gericht sieht aber bei Klägerin die Gehfähigkeit nicht eingeschränkt (ein Hammer).
Weiter schreibt das Gericht, dass es überhaupt nicht mehr eine Verweisungstätigkeit angeben muss wegen ihres Geburtsdatum. Man hatte auch auf den Beruf der Pförtnerin verwiesen.

Ich habe diesen Satz aus dem Leitsatz des Urteils kopiert, falls bei dir diese Voraussetzungen vorliegen. Damit könntest du in Revision gehen, falls du die Zulassung vom LSG hast.
 

qasimodo65

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Hallo an Alle,

seit dem letzten Posting hier ist ja nun mittlerweile etwas Zeit vergangen.
War mir nicht sicher, ein neues Thema zu erstellen, oder hier weiter zu schreiben. Weil...es geht wieder um Erwerbsminderungsrente.
Im Lauf des Jahres hat sich mein Gesundheitszustand, wie im 1. Posting umrissen, weiter verschlechtert. Ich hab starke Schmerzen in beiden Schultern dazu bekommen. So stark, dass ich manche Tage nicht mal eine Tasse aus dem Schrank nehmen kann. Festgestellt wurde nun Impigement-Syndrom in beiden Schultern, Arthrose, nur durch Operation eventuell linderbar. Nun wird eine OP durch den Chirurgen aber momentan abgelehnt, da bei einer Blutuntersuchung erhöhte Entzündungswerte (logisch, bei all den aktivierten Arthrosen) und erhöhte Leberwerte festgestellt wurden. Aber keine alkoholbedingten Leberwerte, sondern irgendetwas zerstört meine Leberzellen. Diagnostik in der Beziehung läuft, muss jetzt zur Biopsie.

Nun will ich im neuen Jahr einen erneuten Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen. Kurz zur Erinnerung: erster Antrag abgelehnt, auch gerichtlich. Vom Landessozialgericht Berufung abgelehnt. Damals Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe bekommen.

Jetzt meine Frage! Bekomme ich für den Fall einer erneuten Rentenantragstellung einen neuen Beratungsgutschein bewilligt, da ich ja in meiner Rentenangelegenheit bereits einen hatte. Oder zählt jetzt der neue Rentenantrag als neues Verfahren? Ich möchte dieses Mal von Anfang an einen "richtigen" auf Sozialrecht spezialisierten Anwalt zu Rate ziehen, um mir ähnliches wie im ersten Verfahren zu ersparen. Also...gilt das neu zu eröffnende Rentenbegehren als vollkommen neuer Fall und es besteht Anspruch auf einen Beratungsschein? Oder ist dieser durch das abgelehnte erste Rentenverfahren ausgeschlossen?

Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine und bedanke mich schon mal für Eure Antworten.

Liebe Grüße

Qasimodo
 

saurbier

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Hallo qasimodo65,

also zuerst mal, bleib bei deinem jetzigen Tread, dann ist die Sache übersichtlicher, auch wegen der Vorgeschichte.


So nun zu deinem Impigement-Syndrom in beiden Schultern. Na ja kommt mir auch bekannt vor, denn ich hab das selbe Problem. Da half auch nur eine OP um etwas gegen die enormen Schmerzen (vor allem Nachts) zu unternehmen. Aber stell dir das bitte nicht so leicht vor, denn wenn bei dir auch die Schlüsselloch-OP durchgeführt wird, wird ein Muskelstrang abgetrennt um überhaupt dran zu kommen. Der Vorteil dabei ist eben die minimale Wundversorgung.

Als Nebeneffekt kannst du dann nicht mehr soviel Kraft in den Armen entwickeln wie vorher, mein Arzt meinte damals so zwischen 60-85% wären nur noch drin. Darüber hinaus ist es auch fraglich, wie weit du dann noch Überkopf Tätigkeiten ausführen kannst, denn ich z.B. kann meinen Arm nicht mehr gerade hoch strecken.

Die Heilungsphase bei mir dauerte fast ein ganzes Jahr, was mein Pysiotherapeut im Rehahaus auch als eher normal anmerkte, ganz im Gegensatz zu den Prognosen der Ärzte die von ca. 3-6 Monaten sprechen.

Wenn du nach der OP und anschließender Reha einen neuen EMR-Versuch starten möchtest, dann gilt der Rentenantrag als Neuantrag.

Das gute dabei ist dann, dass neuerliche Krankheitsbilder hinzu gekommen sind, die deine beruflichen Perspektiven weiter einschränken werden.

Ich würde dann an deiner stelle von Anfang an einen guten Fachanwalt zu Hilfe nehmen, sobald eine Ablehnung von der DRV auf deinen EMR-Antrag erfolgen sollte.

Halt uns einfach auf dem laufenden.

Nichts desto trotz ein gutes und vor allem besinnliches Weihnachtsfest.


Grüße saurbier
 

qasimodo65

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Anspruch auf Beratungsschein bei erneutem Rentenantrag

Hallo,

hab jetzt doch nochmal ein neues Thema erstellt.

Kurzfassung: Erwerbsminderungsrente abgelehnt, Berufung vorm Landessozialgericht abgelehnt.
Hatte damals einen Beratungsschein und Prozesskostenhilfe bewilligt bekommen.
Ich beabsichtige nun, einen erneuten Rentenantrag zu stellen. Und zwar dieses Mal von Anfang an mit Hilfe eines auf Sozialrecht spezialisierten Fachanwalts.
Habe ich jetzt für diesen erneuten Rentenantrag einen Anspruch auf einen Beratungsschein? Oder ist dies, da ich in Sachen Rentenverfahren bereits schon einen hatte, ausgeschlossen? Gilt dieser neue Versuch, meine Rentenansprüche durchzusetzen, als vollkommen neues Verfahren? Oder als gleiches wie beim ersten, eben nur als neuer Versuch.

Ich hoffe, ihr versteht mein Anliegen und bedanke mich schon mal für eure Antworten.

Liebe Grüße

Qasimodo
 

qasimodo65

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Danke saurbier für die schnelle Antwort.
Hab jetzt doch grad nochmal nen neuen Thread geschrieben. Aber egal.
Mit deiner Schulter klingt ja auch nicht grad erfreulich. Hab da auch so meine Bedenken, ob ich mich, noch dazu an beiden Schultern, operieren lasse. Ohne Garantie. Klar, die hat man nie. Aber mittlerweile bin ich 9x operiert worden. Hab`s einfach satt. Und jedesmal das Risiko mit meiner Herzvorgeschichte. Aber die Hauptsache in diesem Hoch-Sozialstaat ist, man kann dennoch arbeiten. Und wenn es für höchstens 6 Stunden als Pförtner, aber ohne Nachtschicht und Publikumsverkehr ist.
Daher muss ich jetzt einfach versuchen, die Rente nochmal neu zu beantragen.
Weil...Im Namen des Volkes verurteilt zu Hartz4 bis zum Ende, ist nicht so DIE Perspektive.
 

TazD

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AW: Anspruch auf Beratungsschein bei erneutem Rentenantrag

Für eine reine Antragstellung wird generell keine Beratungshilfe bewilligt, da hier noch keine rechtliche Beeinträchtigung vorliegt.
 

qasimodo65

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AW: Anspruch auf Beratungsschein bei erneutem Rentenantrag

Danke für die Antwort. Also muss ich den erneuten Antrag erst einmal ohne anwältliche Hilfe stellen. Und wenn dieser dann, wie zu erwarten, abgelehnt wird, zählt dieses dann als vollkommen neues Verfahren mit Anspruch auf einen Beratungsschein?
 

Doppeloma

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Hallo qasimodo65,

Hab jetzt doch grad nochmal nen neuen Thread geschrieben. Aber egal.

Das ist eben nicht "egal", wenn du hier bleibst kann man wenigstens nachlesen, was du im ersten Beitrag schon so alles aufgezählt und geschrieben hast, zu deinen gesundheitlichen Problemen. :idea:

Daher habe ich mir erlaubt das zusammenzufügen, du bist lange genug hier angemeldet um zu wissen, dass es nicht gut ist zur gleichen Problematik immer neue Themen auf zu machen. :icon_evil:

Zudem kannst du auch gerne mal was nachlesen, was dazu schon von anderen Usern geschrieben wurde, denen es ähnlich wie dir ergangen ist.

Man muss nicht die selben Dinge immer wieder neu schreiben wollen. :icon_evil:

Ich beabsichtige nun, einen erneuten Rentenantrag zu stellen. Und zwar dieses Mal von Anfang an mit Hilfe eines auf Sozialrecht spezialisierten Fachanwalts.

Der kann dir dabei auch nicht helfen, du brauchst ÄRZTE die hinter dir stehen und Berichte / Befunde (vorwiegend NEU aus der Zeit nach dem letzten Verfahren), die klar bestätigen dass du NICHT (mehr) Erwerbsfähig bist.

Lass dir Behandlungs-Berichte ausdrucken, die bei der DRV noch NICHT vorliegen, alles was im ersten Verfahren vorgelegt wurde hat ja offenbar nicht ausgereicht um zu beweisen, dass du eine Tätigkeit "von wirtschaftlichem Wert" am "allgemeinen Arbeitsmarkt" nicht mehr ausüben KANNST, um deinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen.

Der Verweis auf den "Pförtner" ist doch Unsinn und das wissen die eigentlich auch alle sehr genau aber damit kann man die Antragsteller eben "los werden" ...

Es sei denn sie waren zuletzt schon jahrelang als "Pförtner" beschäftigt und werden selbst dafür von der DRV "ausgemustert" (wie mein Männe damals), dann gibt es ja noch "leichte Klebe- und / oder Montage-Arbeiten" ... die man noch 6 und mehr Stunden verrichten könnte (in ständig wechselnden Körperhaltungen :doh:).

So stand es wörtlich im Gerichts-Gutachten drin ... allerdings haben wir rechtzeitig selber die Klage zurück gezogen, als die Aussichtslosigkeit am SG immer offensichtlicher wurde...

Wo das Ganze letztlich stattfinden sollte (das Kleben und Montieren :icon_hihi:) konnte ihm nicht mal die AfA erklären und das JC noch weniger ...

Hast du denn das AfA -Gutachten mal abgeholt und selbst irgendwo (DRV / Gericht) mit eingereicht ???

Mir ist allerdings auch bekannt, dass diese Einschätzung der AfA keinen wirklich interessiert, wenn es um die EM-Rente geht, auch was der MDK meint ist dabei irrelevant.

Wenn das nun schon Jahre her ist, kannst du das auch vergessen jetzt noch mit einzubringen.
Du solltest mal stationär in eine Schmerzklinik gehen und einen Klinikbericht mit einreichen können, das wäre eher sinnvoll als jetzt schon über Anwalt und Beratungs-Hilfe nachzudenken.

Ohne ausreichend aktuelle medizinische "Munition" wirst du auch nicht weiter kommen als beim letzten Antrag, zumal die Abweisung deiner Klage am LSG (als von dir verlorener Prozess) ja auch in deiner Renten-Akte steht.

Gilt dieser neue Versuch, meine Rentenansprüche durchzusetzen, als vollkommen neues Verfahren?

Das wird ein vollkommen neues Verfahren, darum brauchst du ja auch genug neue medizinische Argumente, das Alte liegt ja alles schon in deiner Renten-Akte und da wird die DRV sicher fleißig drin nachlesen, was du kaum verhindern kannst. :icon_evil:

Oder als gleiches wie beim ersten, eben nur als neuer Versuch.

Das erste Verfahren gilt als endgültig abgeschlossen, jedenfalls für dich, theoretisch hat sich auch die DRV nun an den aktuellen Stand zu halten ab neuer Antragstellung, ob sie es auch tun wird ist eine ganz andere Frage.

Offiziell verwendet werden darf aus dem alten Verfahren NICHTS mehr (auch keine Gutachten), um zu deinem neuen Antrag zu entscheiden, eine EM-Rente würde auch frühestens zum Termin der 2. Antragstellung beginnen können, so war es jedenfalls bei Männe damals.

Die Bewilligung erfolgte dann zum Datum des 2. Antrages rückwirkend, so hatte die DRV immerhin noch fast 3 Jahre seine Rente sparen können ... :icon_neutral:

MfG Doppeloma
 

qasimodo65

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6
Danke dir, Doppeloma, für deine ausführliche Antwort.

Ich bin gerade dabei, mir alle neuen Befunde zusammen zu holen. Von all meinen behandelnden Ärzten werde ich als nicht mehr arbeitsfähig eingeschätzt. Aber dies interessiert die RV ja bekanntlich nicht. Hast du eine Ahnung, aus deinen umfangreichen Erfahrungen, ob man von seinen Ärzten eine solche Einschätzung auch schriftlich bekommen kann? Oder muss ich dann wieder auf die Anforderung der RV warten?
Schmerzklinik ist jetzt auch ins Auge gefasst. War aber während dem laufenden Rentenverfahren nicht machbar. Und das hat knapp 8 Jahre gedauert. Unter anderem auch, weil die RV meine Rentenakte hat ca. 2 Jahre "nicht hat finden" können. Sie waren, angeblich, weg. Erst der letzte Gutachter hatte sie plötzlich. Psychologisches Gutachten, bei rein orthopädischen bzw. kardiologischen Erkrankungen. Na ja...
Also werde ich jetzt mal versuchen, meine Hausaufgaben zu machen. Alles so gut wie möglich zusammentragen. Und dann...Auf ein Neues.
 

saurbier

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Hallo qasimodo65,

nimm dir die Worte hier von Doppeloma zu Herzen!

Von all meinen behandelnden Ärzten werde ich als nicht mehr arbeitsfähig eingeschätzt.

Eingeschätzt reicht eben leider nicht aus, daß muss schriftlich dargelegt werden, damit ein eventueller Gutachter auch weiss was Sache ist.

Hast du eine Ahnung, aus deinen umfangreichen Erfahrungen, ob man von seinen Ärzten eine solche Einschätzung auch schriftlich bekommen kann?

Klar, kannst du bekommen, aber das kostet dann halt Geld.

Was anderes wäre es, wenn die DRV dort schriftlich anfragt und der Arzt sich ausführlich dazu äußert.

Schmerzklinik ist jetzt auch ins Auge gefasst.

Das muss man nicht ins Auge fassen, daß muss man angehen und zwar schnellst möglich. Suche dir einen Schmerztherapeuten und sprech diesen am besten auf eine stationäre Behandlung an, eben weil du seit Jahren mit diesen unerträglichen Schmerzen leben musst.

Psychologisches Gutachten, bei rein orthopädischen bzw. kardiologischen Erkrankungen. Na ja...

Nun ja, du musst ja keinen Gutachter akzeptieren, der nicht Fachspezifisch begutachtet. Wenn dich die DRV zu einem solchen Termin bittet, dann schreib denen zurück, dass du um eine Fachspezifische Begutachtung bittest und den eventuellen Fachfremden Gutachter wegen mangelnder fachkenntnisse ablehnst. In der Regel geht die DRV - wenn auch widerwilllig darauf ein. Dazu hast du auch ein Recht.

Leider ist es heutzutage ja nichts neues mehr, dass die DRV /KK viel zu gerne so manche orthopädische Erkrankung auf die Psyche abschiebt.


Grüße saurbier
 

Doppeloma

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Hallo qadimodo65,

Ich bin gerade dabei, mir alle neuen Befunde zusammen zu holen. Von all meinen behandelnden Ärzten werde ich als nicht mehr arbeitsfähig eingeschätzt.

Das mögen deine Ärzte ja so sehen, hat aber im ersten Verfahren offenbar Niemanden interessiert. :icon_evil:

Es ist auch völlig egal, ob die dich als "Arbeits-UNFÄHIG" (dafür zählt als Nachweis rechtlich NUR eine durchgehende AU -Bescheinigung) einschätzen oder nicht.
Das ist ein Begriff der Krankenkasse und sagt NICHTS dazu aus, ob man Erwerbsfähig ist oder nicht (lt.Rentenrecht) und NUR das hat eine Bedeutung für EM-Rente.

Dieser ziemlich gewaltige Unterschied (schon in der Bezeichnung) ist leider auch vielen behandelnden Ärzten überhaupt nicht klar. :icon_evil:

Aber dies interessiert die RV ja bekanntlich nicht.

Genau so ist es, man kann "gerne" jahrelang Arbeits-Unfähig sein (bist du es denn auch, nachweisbar mit durchgehend laufender Bescheinigung AU ???), das wird von der DRV als vorübergehender Zustand gewertet, der nicht zwangsläufig auch zur kompletten Erwerbsminderung führen muss.

Hast du eine Ahnung, aus deinen umfangreichen Erfahrungen, ob man von seinen Ärzten eine solche Einschätzung auch schriftlich bekommen kann?

Deine Ärzte haben andererseits aber auch allgemein deinen Gesundheits-Zustand einzuschätzen und nicht zu entscheiden, ob du Erwerbsgemindert bist, du brauchst möglichst durchgehende Arztberichte / Arztbesuche / Behandlungs-Nachweise und die festgestellten Diagnosen.

Davon sollte es ja schon genug in deinen Patienten-Akten geben, was du dir für den Antrag ausdrucken lassen kannst.
Es bringt NICHTS, dafür Extra-Atteste schreiben zu lassen, oft gegen Bezahlung aus der "eigenen Tasche", das wird von der DRV als reine "Gefälligkeit" angesehen.

Oder muss ich dann wieder auf die Anforderung der RV warten?

Beide Wege MÜSSEN genutzt werden, denn auf Anforderungen der DRV bei deinen Ärzten hast du keinen Einfluss, obwohl es eigentlich (gesetzlich) deren Aufgabe ist, sich die nötigen Informationen zur Prüfung deiner Gesundheit selbst zu beschaffen ( Untersuchungs-Grundsatz nach § 20 SGB X).

Dafür unterschreibt man auf dem Antrag immerhin auch eine umfangreiche Schweigepflicht-Entbindung, unsere Ärzte wurden von der DRV (in insgesamt 3 EM-Renten-Verfahren) NIE direkt angeschrieben ... :icon_evil:

Schmerzklinik ist jetzt auch ins Auge gefasst. War aber während dem laufenden Rentenverfahren nicht machbar.

Dazu habe ich gerade die Tage in einem ähnlichen Fall was geschrieben, das solltest du ruhig parallel mal mit verfolgen, dort geht es auch, um einen neuen Antrag auf EM-Rente nach dem Scheitern am Sozialgericht.

https://www.elo-forum.org/schwerbeh...antrag-stellen-grad-behinderung-erhoehen.html

Und das hat knapp 8 Jahre gedauert.

Eine Erklärung dafür ist das aber nicht, warum du in der ganzen Zeit noch nie in einer Fachklinik gewesen bist, das macht man ja (eigentlich) nicht "für die DRV und den EM-Renten-Antrag" sondern besonders im eigenen Interesse.

Unter anderem auch, weil die RV meine Rentenakte hat ca. 2 Jahre "nicht hat finden" können. Sie waren, angeblich, weg.

Das kann ich nicht beurteilen, ist aber auch kein Grund dafür sich nicht in einer Schmerzklinik mal behandeln zu lassen, die sind in der Regel DRV -Unabhängig und richten sich nicht nach deren "Wünschen und Vorstellungen" ... :icon_evil:

Das ist (leider) auch keine "Erfolgsgarantie", wie mein Männe ja feststellen musste, denn es gab schon 2 solcher Klinik-Berichte (aus 2 verschiedenen Kliniken) als das der 1. Antrag am SG gewesen ist.

Der dort beauftragte (rein orthopädische) "Gutachter", hat die einfach als "irrelevant für dieses Verfahren" bezeichnet und der Richter fand das dann "in Ordnung", weil er ja diesem Gutachter schon seit vielen Jahren vertraut.

Da war es also völlig unwichtig, ob der rein fachlich überhaupt in der Lage wäre einen solchen Bericht (mehrerer Fachrichtungen !!!) korrekt zu beurteilen, da haben wir dann "die Reißleine" gezogen.

Auch diese beiden Klinik-Berichte wurden dann zum neuen Antrag in Kopie beigefügt, sie waren ja bisher völlig ignoriert worden, sogar bei Gericht ... :icon_dampf:

Nun MUSSTE man sich damit dann doch noch befassen bei der DRV und ein ganz aktueller Bericht war auch noch dabei ...
Diese Kliniken wissen auch die Bedeutung von reiner AU und Erwerbsfähigkeit auseinander zu halten, aber wenn es Niemanden interessiert ist man DRV und Gericht auch machtlos "ausgeliefert" ...

Erst der letzte Gutachter hatte sie plötzlich. Psychologisches Gutachten, bei rein orthopädischen bzw. kardiologischen Erkrankungen. Na ja...

Dazu gerne auch mal im verlinkten Thema nachlesen, denn letztlich hat dann das (auch uns völig unverständliche) "Psychiatrische DRV -Gutachten" den 2. Antrag zum Erfolg gebracht, Männe war auch NIE wegen seiner Psyche in Behandlung oder gar deswegen mal AU geschrieben .... :icon_evil:

Empfehle dir dazu besonders Post #6 nachzulesen ...

Aber diese merkwürdigen Vorgehensweisen der DRV "erklären" wohl auch, dass "lt. Statistik" die EM-Berentungen wegen psychischer Probleme stark zugenommen haben, während besonders die orthopädischen EM-Rentengründe deutlich zurück gegangen sind. :icon_hihi:

Wer nun wieder meint daraus zu lesen, dass man mit "Psyche" schneller eine EM-Rente bekäme, der sei gewarnt.

Ich war jahrelang vom Psychiater AU geschrieben (habe zusätzlich auch ein schweres internistisches Problem) und konnte deswegen letztlich nicht mehr arbeiten ... trotzdem musste ich erst bis zum SG , um nach knapp 3 Jahren endlich EM-Rente zu bekommen.

Meiner "Psyche" hat das Alles nur zusätzlich geschadet, was dann aber wenigstens die gerichtlichen Gutachter (in meinem Falle) sehr klar gestellt haben, die DRV musste dann (fast 2 Jahre) rückwirkend die EM-Rente bewilligen.

Inzwischen sind wir zum Glück beide "unbefristet" EM-berentet und ich gehe nächsten Sommer in die Altersrente ... die DRV kann mich also inzwischen "ganz furchtbar gerne haben", was meiner Psyche und meinem Gesamtbefinden (auch internistisch) unheimlich gut tut ... :cheer2:

Männe ist natürlich immer noch chronisch Schmerzkrank, das ändert sich ja nicht durch den Renten-Bescheid, aber er ist weiterhin regelmäßig in sehr guter medizinischer Betreuung.

Bekommt inzwischen sogar Physio-Therapie (KG / Fango / Massage nach Bedarf und Befinden !) "auf Lebenszeit" verordnet, obwohl ihn das auch nicht mehr "gesund" machen wird. :icon_evil:

Seine Schmerztherapeutin meinte dazu, sie würde ihm ALLES verschreiben, (so lange die KK das zahlt) was ihm auch nur kurze Zeit Erleichterung verschaffen könne ...
Und die KK zahlt (Langzeit-Verordnung außerhalb des Regelfalles).
Man möchte ja nun einen (drohenden) teuren Pflegefall möglichst vermeiden, da soll es ihm möglichst "angenehm" gemacht werden, mit seinen Dauer-Schmerzen klar zu kommen. :peace:

MfG Doppeloma
 

qasimodo65

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Danke Doppeloma. Sehr ausführlich.
AU bin ich jetzt seit Mai 2010. Ausgesteuert, dann kurz Nahtlosigkeit. Sofort wieder erneute AU von nem anderen Arzt, wieder ausgesteuertund Nahtlosigkeit. Dann amtsärztliches Gutachten des AA. Unter 3 Stunden eingeschätzt. Nun seit Januar 2016, wieder von einem anderen Arzt, durchgehend AU .

Bin auch seit 4 Jahren in einer Schmerztherapie. Haben jetzt die Medikamentation umgestellt auf Morphon. Da geht es mir seit 4 Wochen ein bisschen besser. Vor allem diese unmenschliche Müdigkeit und Schlappheit hat sich gebessert. Und ich vertrage sie auch besser, als vorher Tilidin.

Jetzt schieb ich erstmal für ein paar Tage alles bei Seite, soweit es geht, und feiere Weihnachten.

Ich wünsche dir und allen Anderen hier ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch nach 2018.

Und dann...kämpfen wir weiter.
 

saurbier

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Hallo qasimodo65,

du verwirrst mich mit deiner jetzigen Aussage schon.

Bin auch seit 4 Jahren in einer Schmerztherapie.

Also wir raten dir das du dich in eine Schmerztherapie in eine stationäre Behandlung begeben sollst und nun schreibst du so nebenbei mal, daß du dich bereits seit 4 Jahren in einer schmerztherapeutischen Behandlung befindest.

Ja da frag ich mich jetzt ernsthaft, weshalb dich dein Arzt nicht schon mal in eine stationäre Behandlung überführt hat.

Haben jetzt die Medikamentation umgestellt auf Morphon. Da geht es mir seit 4 Wochen ein bisschen besser.

Was bitte ist Morphon. Ich kenne nur Morphin.

Das kann natürlich durchaus zutreffend sein, daß jetzt Morphin bei dir viel besser wirkt als z.B. Tilidin. Es ist doch nichts neues, daß jeder Mensch ganz unterschiedlich auf Medikamente reagiert. Ich fing damals auch mal mit Ibu an, um dann im Verlauf über Frobeen (bekam davon Magenbluten) zu Tramadol zu Valeron und nun auch zu Morphin (anfänglich kurzzeitig mit Flaster) zu wechseln. Ich wurde aber während einer stationären Behandlung durch meinen jetzigen Schmerztherapeuten auf meine jetzige Morphindosis eingestellt, welcher mir zuvor in einer 8-tägigen Behandlung mit einer Schmerzpumpe zum ersten mal nach vielen Jahren Dauerschmerz eine Phase der Schmerzlosigkeit schenkte. Inzwischen hat sich nach all den Jahren auch meine tägliche Dosis etwas erhöht.

Vor allem diese unmenschliche Müdigkeit und Schlappheit hat sich gebessert.

Verwunderlich ist für mich hier allerdings, daß du vorher mit einer unmenschlichen Müdigkeit gekämpft hast (bei Tilidin?) und jetzt offensichtlich nicht mehr.

Bei mir z.B. sind diese Nebenwirkungen erst mit Morphin so richtig aufgetreten, was mir neben meinem Hausarzt so auch mein Schmerztherapeut bestätigt hat.

Wenn du ja bereits so lange bei einem Schmerztherapeuten bist, ja bitte warum hast du mit diesem offensichtlich bisher noch nicht über einen stationären Aufendhalt gesprochen, z.B. 4 Wochen in einer Schmerzklinik.


Grüße saurbier
 
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qasimodo65

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@ saurbier

Sorry, war jetzt längere Zeit nicht hier.
Also, meine Medi war ein Fehler von mir. Tilidin ist schon lange durch. Hatte Tramadol genommen von welchem ich so müde war. Und jetzt nehm ich Hydromorphin. Hatte ich doch einiges durcheinander gebracht.
Zu deiner Frage bezüglich einer stationären Schmerztherapie. Natürlich ist ein Klinikaufenthalt schon zur Sprache gekommen. Aber dann kam mir der Tumor an der Ohrspeicheldrüse dazwischen. Und später wäre es schädlich für mein Rentenbegehren gewesen. So haben wir es erstmal aufgeschoben und versucht medikamentös in den Griff zu kriegen. Jetzt, mit diesem Hydromorphin gehts mir wenigstens im Alltag ein bisschen besser. Wie gesagt vor allem, was diese Müdigkeit und Erschöpfung angeht.
Nun muss ich kommenden Montag mal wieder ins Krankenhaus. Jetzt ist festgestellt worden, dass irgendetwas meine Leberzellen zerstört. Blutwerte stimmen nicht. Verschiedene Leberwerte zu hoch und langsam weiter steigend, Entzündungswerte sowieso und jetzt noch so ne Unterart der weißen Blutkörperchen. Da ich keinen Alkohol trinke und Medikamente als Ursache ausgeschlossen worden sind, wird nun eine Autoimmunsache vermutet. Das soll nun abgeklärt werden. Bin ich gespannt. Wenn man die Sch... einmal am A... hat. Aber da gehts mir ja hier nicht allein so. Also...Augen zu und mal wieder durch.
Danke auf jeden Fall für deine Antwort.

Grüsse

Qasimodo
 
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