Erwerbsminderungsrente ablehnen,geht das?

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berkno

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Hallo,
bin kurz vor dem Renteneintrittsalter(61 und 7 Monate)
bekomme ab September kein KG mehr (78 Wochen )
Habe jetzt über die KK einen Antrag auf Teilhabe eingereicht der auch als Rentenantrag für Erwerbsminderung steht.
Sollte diese Erwerbsminderungsrente gestattet werden und mir ist das zu wenig Geld,kann ich dese ablehnen?
Ich muß ja schließlich mit diesem Geld mein Leben bestreiten und ein Haus unterhalten.

MfG Bernd
 

AsbachUralt

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Sollte man Dir eine EM-Rente zusprechen, kannst Du das nur ablehnen, wenn Du von keinem anderen Träger Sozialleistungen wie ALGII beanspruchst. Ansonsten kannst Du, falls die Rente zu niedrig ausfällt, Aufstockendes ALGII beantragen dass dann bei Antritt der Altersrente in Sozialhilfe nach SGB XII umgewandelt wird. Vorausgesetzt die Bedingungen für den Bezug dieser Leistungen sind vorhanden.

Sonst bliebe nur die Möglichkeit Dich bis zum Rentenbeginn von Deinem Vermögen zu leben, falls vorhanden.
 

saurbier

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bin kurz vor dem Renteneintrittsalter(61 und 7 Monate)

Was für ein Renteneintritt so das denn bitte schön sein?

Leider fehlen hier konkrete Angaben und geziehlt zu antworten.

Also pauschal.

Falls du die SchwerB-Rente meinen solltest, nun ja das sieht nicht schön aus.

Falls man deinen Antrag tatsächlich umdeuten sollte, dann bleibt dir leider nichts anderes übrig und du müsstest mit der kleinen Rente bis zum Ende leben - die natürlich vom Amt auf Grundsicherung aufgestockt würde. Die Abhängigkeit bliebe jedoch.

Du darfst aber nicht übersehen, dass du natürlich auch nach 78 Wochen AU jederzeit wieder eine reguläre Arbeit aufnehmen darfst, sofern du dich dazu in der Lage versetzt siehst.

Dann müsstest du eben Versuchen die letzten 2 1/2 Jahre dich durch zu beißen.

Aber die Frage dabei wäre natürlich, ist deine zu erwartende Rente mit 65 überhaupt so hoch, dass du davon ohne Aufstockung leben kannst.

Aktuell dürfte dies eine Rechenaufgabe sein, womit du dich besser stellst. EMR jetzt mit kräftigen Abschlägen auf Dauer, oder eben normale Altersrente in 2 1/2 Jahren und dafür diese Zeit mit möglichen Schmerzen überbrücken. Oder wohlmöglich die Rente mit 63 nach 45 Berufsjahren, wer weiß.

Diese Frage kannst nur du dir selbst beantworten.

Ich persönlich würde sofern es möglich ist, versuchen meinen Arbeitsplatz solange wie möglich zu halten und nicht kurz vor der regulären Rente in EMR zu kommen.


Grüße saurbier
 

saurbier

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So sehe ich das auch.

Das Thema Teilhabe erscheint mir ab mitte 50 eh nur noch der Versuch zu sein die DRV von dauerhaften Rentenzahlungen zu entlasten.

Andererseits ist es hier beim TE schon keine schöne Situation so kurz vor der regulären Altersrente von einer EMR bedroht zu sein.


Grüße saurbier
 
E

ExitUser

Gast
Hallo berkno!

Die Frage ist nicht in erster Linie, ob das Geld reicht, sondern ob du erwerbsfähig bist oder nicht. Wie hoch eine mögliche EM-Rente ausfällt, kannst du auf deiner aktuellen Renteninformation nachlesen.

Was stellst du dir denn vor, wenn du die EM-Rente ablehnst, wovon du leben willst?

Es kommt auch immer auf die Vorgeschichte an. Wenn du jetzt 78 Wochen AU warst, wird jetzt nicht mit einer plötzlichen Genesung zu rechnen sein. Letztendlich kann dich aber niemand zwingen, Rente zu beantragen. Wenn du die Zeit aus eigenen Reserven überbrücken kannst, zieh doch einfach den Rentenantrag zurück.
 

saurbier

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Hallo,

das Problem ist doch jetzt, dass die Sache von der KK gekommen ist.

Die Frage die da im Raum steht wäre eh, wie sie die DRV sieht.

Die KK will ihn doch nur als Leistungsempfänger los werden.

Ich persönlich würde (eben in Unkenntnis der vorliegenden gesundheitlichen Einschränkungen) mit fast 62. jetzt den Versuch unternehmen die letzten Jahre bis zur regulären Rente noch zu schaffen. Das vor allem schon deshalb weil doch die Mehrheit dieser Jahrgänge sich zumeist einen Anspruch auf die Rente mit 63 nach 45 Berufsjahren erworben haben dürfte.

Kurz vor der regulären Altersente in eine EMR zu gehen, wäre mir - sorry für den Ausdrück - zu blöd. Damit würde ich der Rentenkasse ja Geld schenken und mir meine Rente unnötig kürzen.

Aber wie gesagt, es sind spekulationen, denn wir kennen die genaue Geschichte incl. Vorgeschichte ja gar nicht.

Eine Rentenauskunft könnte dem TE zumindest über seine finanzielle Situation Auskunft geben.


Grüße saurbier
 

Doppeloma

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Hallo berkno,

bin kurz vor dem Renteneintrittsalter(61 und 7 Monate)
bekomme ab September kein KG mehr (78 Wochen )

Dann hast du doch (wahrscheinlich) zunächst mal noch Anspruch auf ALGI gemäß "Nahtlosigkeit" (§ 145 SGB III), in deinem Alter in der Regel für bis zu 24 Monate.

Kann dein Problem also nicht wirklich nachvollziehen, letztlich ist die DRV in keinem Lebensalter sehr "wild" darauf eine EM-Rente zu bewilligen, die sehen doch auch in deinem Rentenkonto wann du eine vorzeitige oder reguläre Altersrente in Anspruch nehmen könntest.

Habe jetzt über die KK einen Antrag auf Teilhabe eingereicht der auch als Rentenantrag für Erwerbsminderung steht.

Und warum machst du so was, hat dich die KK dazu aufgefordert ???
Im Übrigen reicht man bei der KK keine Anträge ein, die ohnehin (nach neugieriger Sichtung deiner Eintragungen) nur an die DRV (weil dafür zuständig) weiter geleitet werden.

Die KK bietet selbst keine Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben an, wenn dieser Antrag von der KK gefordert wurde (schriftlich mit Frist von 10 Wochen), dann hast du nicht mehr zu entscheiden, ob du eine EM-Rente möchtest oder nicht, falls die DRV das doch so sehen möchte wie deine KK .

Die haben dann nämlich das "Dispositionsrecht" aber ich denke mal die DRV wird dir gerne eine LTA bewilligen als Zuschuss für einen AG, der dich gerne noch einstellen möchte "so wie du bist" ... :peace:

Das kostet die DRV NIX (weil das kein AG haben will) und du hast eigentlich auch nur einen sinnlosen Bescheid im Schrank liegen, der die AfA dann hindert dich in "ungeeignete" Arbeit (für die Nutzung dieser DRV -Förderung) zu vermitteln.

Damit kannst du dann relativ bequem deine Altersrente abwarten, wer wird dich noch "leidensgerecht und versicherungspflichtig" einstellen wollen ... :icon_kinn:

Die theoretische Illusion der KK kannst du (wahrscheinlich) vergessen, dass dein Antrag auf LTA in eine EM-Rente "umgedeutet" werden könnte, warum sollte die DRV das tun wollen, ein AG-Zuschuss tut denen doch deutlich weniger weh als eine EM-Rente zahlen zu müssen ...

Sollte diese Erwerbsminderungsrente gestattet werden und mir ist das zu wenig Geld,kann ich dese ablehnen?

Die wird nicht "gestattet", sondern bewilligt, nachdem man dich gesundheitlich erst mal gründlich durch die "Mangel gedreht hat", die gibt es NICHT auf Wunsch deiner KK , sondern nur wenn die DRV das für nötig halten möchte.

Bei Aufforderung zu diesem Antrag durch die KK kannst du eine Bewilligung allerdings NICHT mehr ablehnen ..., die wollen dann schließlich (wenn möglich) auch noch was von deinem gezahlten Krankengeld aus der EM-Rente erstattet haben.

Ich muß ja schließlich mit diesem Geld mein Leben bestreiten und ein Haus unterhalten.

Das wird weder die KK noch die DRV besonders interessieren, was du davon alles bezahlen musst, das gilt ebenso für deine spätere Altersrente (egal für welche), ich weiß nicht was du dir da noch so vorstellst, ohne Beiträge aus Arbeitseinkommen bis dahin noch an Zuwachs zu erreichen ???

Aus Krankengeld und ALGI werden zwar auch Beiträge gezahlt, aber sicher nicht in der Höhe wie man dir das mal "Hochgerechnet" hatte, wenn deine Einkünfte weiter in gleicher Höhe (wie in den letzten 5 Jahren vor dieser Renten-Information) fließen. :icon_evil:

Letztlich wird JEDE Rente geringer ausfallen (müssen), die du vor deinem regulären Renten-Alter in Anspruch nimmst, denn es fehlen IMMER die Beiträge die du noch bis 65 + X Monate gezahlt hättest, bei Berufstätigkeit bis zum "bitteren Ende" ...

Wenn eine Rente (welche auch immer) irgendwann nicht zum Leben reicht, dann wirst du Wohngeld (Lastenzuschuß bei Wohneigentum) oder Grundsicherung im Alter (SGB XII / Kapitel 4) beantragen müssen.

Bisher hat Niemand einen Anspruch auf eine kostendeckende Rente, die ergibt sich letztlich immer nur aus den Beiträgen, die man mal dafür einzahlen konnte ...

Zudem darf man ja zu jeder Rentenart noch (wenigstens 450 €) dazu verdienen und mit Regel-Altersrente dann sogar unbegrenzt ... :first:

MfG Doppeloma
 

saurbier

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Hallo Doppeloma kleiner Tip am Rande, seit dem 01.07.2017 darf man nun 6.300,-€ jährlich hinzu verdienen.

Das war auch früher erlaubt, nur jetzt zählt nicht mehr jeder Monat (12x450,-€ plus 2x450,-€ Sonderzahlungen) sondern der jährliche Hinzuverdienst.

Steht sogar in meiner aktuellen Rentenanpassungsmitteilung zum 01.07.2017.


Grüße saurbier
 

Doppeloma

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Hallo saurbier,

Das war auch früher erlaubt, nur jetzt zählt nicht mehr jeder Monat (12x450,-€ plus 2x450,-€ Sonderzahlungen) sondern der jährliche Hinzuverdienst.

Soweit richtig und gelesen habe ich das auch schon, aber letzlich ist der Gesamtbetrag doch gleich geblieben, mit 450 € im Monat kann man (zur allgemeinen Information) erst mal NIX falsch machen, ich gehe schon immer noch davon aus, dass sich die Betroffenen bei Bedarf dazu auch noch selbst genauer informieren werden.

Allerdings wissen wir auch beide, dass Viele ihren Rentenbescheid nicht mal komplett und richtig lesen, denn da steht ALLES eigentlich schon drin dazu. :idea:

MfG Doppeloma
 
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