Erwerbsminderung, aber kein Rentenanspruch, was nun?

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Elke68

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Hallo Forum,

wohl aufgrund widriger Umstände in meiner Kindheit geht es mir schon mein ganzes Leben lang ziemlich schlecht. Von massiven Eßstörungen über Angststörungen, Depressionen, Selbstverletzungen etc. habe ich ziemlich alles durchgemacht und mache ich immer noch durch.

Seit ungefähr 1995 wurde das alles so schlimm, dass ich mehr und mehr meine Arbeitszeit reduzierte, zuletzt bis auf 3 Stunden täglich. Bis ich nicht mal mehr die 3 Stunden täglich ausgehalten habe und mich dann 1998 ohne Bezüge beurlauben ließ (ich bin im öffentlichen Dienst angestellt). Diese Beurlaubung habe ich Jahr für Jahr verlängert, immer in der Hoffnung mich per Heimarbeit finanziell über Wasser halten zu können (was nicht klappte), bis ich so finanziell ruiniert war, dass ich in 2006 trotz meiner Krankheit meine Arbeit wieder angetreten habe. Es ging einfach nicht mehr anders, meine Geldreserven waren mittlerweile völlig aufgebraucht und ich sah keine andere Möglichkeit, als wieder arbeiten zu gehen.

Nachdem ich mittlerweile ja 7 Jahre daheim gewesen war und Wege gefunden hatte, gut mit meiner Krankheit umzugehen und zu leben, funktionierten diese Wege dann nicht mehr, als ich wieder dem Stress meines Jobs ausgesetzt war. Ich schaffte es ganze zwei Jahre, den Job irgendwie "auszuhalten", aber rutschte in dieser Zeit so weit ab, dass ich momentan das Gefühl habe, nie wieder auf die Beine zu kommen. Ich bin jetzt seit August 2008 (also schon seit 9 Monaten) krank geschrieben. Da meine Krankheit schon mein Leben lang andauert und damit chronisch ist, waren mehrere Versuche, einen Therapeuten zu finden, erfolglos. Jeder lehnte mich ab, und so bin ich jetzt seit ein paar Wochen in einer psychiatrischen Tagesklinik. Endlich erhalte ich jetzt nach dieser langen "Wartezeit" eine Behandlung. Aber ich habe das Problem, dass ich es fast nicht schaffe, überhaupt dort zu erscheinen. Jeder Tag den ich dort hin muss ist eine Qual für mich, ähnlich wie damals die täglichen Wege zur Arbeit. Und das trotz dass alle Leute dort sehr nett sind und ich wirklich keine Angst vor dem Kontakt mit ihnen habe. Aber ich bin einfach zu erschöpft, ich packe das einfach nicht. Mir ist nur nach Schlafen zumute, ich weiß, dass ich das nicht mehr lange durchhalten werde. Aber wenn ich es nicht durchhalte, werde ich wohl den Krankengeldanspruch verlieren. Ich bin wirklich ziemlich verzweifelt.

Meine eigentliche Frage ist die: Ich habe ja eigentlich gar keinen Rentenanspruch, da ich während der letzten fünf Jahre nicht drei Jahre Pflichtbeiträge eingezahlt habe (ich habe es nach meiner Auszeit ja nur zwei Jahre geschafft, zur Arbeit zu gehen, dann kam die Krankschreibung). Und wie man mir sagte, habe ich wahrscheinlich nicht mal dann Rentenanspruch, wenn ich das 3. Jahr irgendwie noch voll bekäme (durch die Zeit der Krankschreibung, evtl. durch Arbeitslosigkeit oder doch nochmal einen Versuch der Erwerbstätigkeit). Denn der Rententräger könnte den Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit einfach zurückdatieren bis zu meiner ersten Krankschreibung wegen der Sache, also zurück bis August 08. Und im August 08 hatte ich halt wegen nur zwei Beitragsjahren in den letzten fünf Jahren keinen Rentenanspruch.

Ist das denn wirklich so? Kann es mir wirklich angelastet werden, dass ich die 7 Jahre auf eigene Kosten daheim geblieben bin, obwohl es wegen gesundheitlicher Probleme war? Kann das wirklich die Ursache dafür sein, dass ich nun keinen Rentenanspruch habe? Ich habe doch wirklich alles versucht ... mich völlig unabhängig vom Staat "irgendwie" selbst zu ernähren mit einer Beschäftigung, die ich aushalten kann. Ich habe mein gesamtes Vermögen aufgebraucht, nur um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen mit meiner Krankheit. Ja, es hat letztlich nicht geklappt, mich von daheim aus selbst zu ernähren und ich stehe nun am Abgrund. Aber ich habe doch früher schon etliche Jahre in die Rentenkasse eingezahlt, und mein Erwerbsleben nur wegen meiner Krankheit unterbrochen für die 7 Jahre. Habe ich denn irgendeine Möglichkeit, doch EU-Rente zu erhalten?

Ich weiß, dass ich das Erwerbsleben nicht mehr schaffen werde. Ich schaffe ja nicht mal die Tagesklinik. Und es ist halt nicht so, dass das mal "vorübergehend" halt so ist, sondern ich quäle mich schon mein ganzes Leben. Früher konnte ich es mir immerhin noch leisten, halbtags arbeiten zu gehen oder sogar bis zu 3 h täglich zu reduzieren. Danach fiel ich dann immer gleich ins Bett. Aber heute kann ich mir das gar nicht mehr leisten, weil ich überhaupt keine Geldreserven mehr habe und auch weil ich nicht mal das mehr überhaupt schaffen würde. Ich bin dermaßen fertig mit der Welt, ich weiß absolut nicht mehr weiter.

Was kann ich tun?

Liebe Grüße
Elke
 
E

ExitUser

Gast
Hi Elke,

herzlich willkommen im Forum.

Am besten wendest Du Dich an einen Sozialverband (z.B. VDK) oder an einen Sozialdienst in einer Klinik.

Ich würde mich dort beraten lassen (nimm alles mit was Du an Unterlagen hast). Der Sozialverband vertritt Dich auch in diesen Dingen.

LG und alles Gute
 

Muzel

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Hast du schon einen Antrag beim Versorgungsamt gestellt? Es gibt auch Behindertenbeauftragte. Die sitzen in NRW im Ministerium für Arbeit. Die vermitteln einen an die zuständige Stelle, die dann kostenlos ist. In manchen Gegenden gibt es auch einen Versicherungsobmann. Von diesen habe ich viel Gutes gehört.
 
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