Erstpraktikum als ALG2er und was koste ich einen Arbeitgeber? (1 Betrachter)

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AntiHartz

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Hallo Ihr Lieben!

Bin ALG2 Empfänger. Ich sollte mir ein Praktikumsplatz suchen.
Nun fragte mich die Firma die Interesse hat, was ich sie kosten werde?
Praktikum mach ich natürlich umsonst. Beantragung Fahrtkosten vorher beim JC.
Dauer Praktikum 2-4 Wochen, Erlaubnis hole ich mir dann von der Arbeitsvermittlerin noch vorher schriflich.

Aber was muss der AG für mich bezahlen? Z.B. bei IHK oder muss er irgendwas an Soziabgaben zahlen? Irgendeine Versicherung? Irgendwas anderes?
Oder bin ich quasi bei Genehmigung "Gast" und das JC zahlt alles weiter, nur das ich halt zum AG fahre?

Gibt es noch weitere Fallstricke?
Nur mal zur Info. Ich will da arbeiten! Dass das Praktikum kein Einkommen für mich bedeutet ist mir egal. Deshalb darüber bitte keine Diskussion.

VG und DANKE

AntiHartz
 

Lilastern

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@=AntiHartz;

Dieser Arbeitgeber muss mit dir einen Praktikumsvertrag abschließen.

Und zwar muss das Jobcenter das Praktikum genehmigen.

Fahrtkosten unbedingt vorher beim Jobcenter beantragen.

Unbezahltes Praktikum für 1 bis 2 Tage ist in Ordnung. Aber doch nicht 2 bis 4 Wochen.

Du willst dich freiwillig vom Arbeitgeber ausnutzen lassen? Da fehlen einem die Worte.

Hast du dich darüber schon informiert, wieviele Leistungsempfänger von ALG 2 wurde nach dem Praktikum eine Übernahme in Aussicht gestellt und nachdem Praktikum wurden Sie plötzlich doch nicht genommen. Merkst du nicht, dass die Betriebe solche Situationen nur ausnutzen und für diese Zeit kostenlose Arbeitskräfte haben. Wie blauäugig muss man sein, um diesen Sachverhalt zu begreifen?
 

AntiHartz

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@Lilastern

Es ist ganz lieb das Du warnst. Und Du hast grundsätzlich Recht.
Wenn ich Dir nun sage, das gar keine Stelle hinter dem Praktikum steht, wirste wahrscheinlich hochgehen. Is tatsächlich so. Die SB meinte, Stelle ist egal, Hauptsache ich mache Praktikum.

Aber ich habe natürlich einen Grund, wieso ich das unbedingt unter allen Umständen durchziehen will. Das grundsätzlich ein Praktikum Ausbeutung ist, diese Meinung teile ich auch!

Fahrtkosten werd ich beantragen. Das BSG Urteil um die 20 cent durchzudrücken liegt vor.
Die EGV sagt zu dem ganzen nichts, also mach ich das in einem Abwasch mit der Praktikumsgenehmigung.

Soweit sogut, aber was kostet man nun einen AG?
Weiß das jemand?
 

Hainbuche

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Guten Abend AntiHartz,

Es gibt da diesen Wikipedia-Artikel:

Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung ? Wikipedia

Und darin steht:

"Dem Arbeitgeber entstehen lediglich Kosten für die gesetzliche Unfallversicherung."

Wieviel das ist, dürfte davon abhängen, zu welcher Berufsgenossenschaft der AG gehört, aber die Beiträge "seiner" BG sollte jeder AG kennen.

Falls der AG generell mit Praktika und Praktikanten keine nennenswerte Routine hat, machen Sie ihm doch die Freude und bringen Sie ihm folgende IHK-Abhandlung dazu mit:

https://www.ihk-nuernberg.de/de/media/PDF/Publikationen/Recht-Steuern/Praktika_148.pdf

(ist auch für den Praktikanten selbst nicht uninteressant).

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen.
 

AntiHartz

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Der AG hatte bislang ausschliesslich Schülerpraktikanten.
Noch nie einen ALG2 Praktikanten. Und da ich als ALG2er auch noch nie ein Praktikum hatte treffen da 2 Neulinge aufeinander.

Wenn ich mir das so durchlese frag ich mich langsam, ob ich selbst nicht auch noch irgendwas zahlen muss.
 

Lilastern

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@AntiHartz;


Wenn ich mir das so durchlese frag ich mich langsam, ob ich selbst nicht auch noch irgendwas zahlen muss.
Wieso das wäre es noch, für das Praktikum Geld bezahlen. Dieser Arbeitgeber kann sich doch beim Jobcenter erkundigen, was er genau tun muss.

Meines Wissens geht es lediglich um Unfallversicherung, falls dir bei der Arbeit dort etwas passiert, sonst hast du keinen Versicherungsschutz, auch deine Krankenkasse würde sich in dem Fall weigern die Behandlungskosten zu bezahlen.

Ich hoffe das Praktikum ist wenigstens ein Fachgebiet das dich interessiert.

Es ist nicht böse gemeint, die SB schlagen Praktikums vor, weil die in Wirklichkeit auch nicht wissen, was sie mit den elos machen sollen. Praktikum ist ja auch sinnvoll, wenn man beispielsweise eine Umschulung machen will.

Ich meine nur damit, wieviele Leistungsempfänger wurde eine Übernahme nach dem Praktikum in Aussicht gestellt, aber alles nur erstunken und erlogen.

Und was du als Praktikant den Arbeitgeber bei der Berufsgenossenschaft kostet, das muss er schon selber abklären. Es kommt ja darauf an, wieviel er zahlt. Kommt auf die Branche an.

Es auch nicht deine Aufgabe dich darum zu kümmern. Lediglich dass du die Genehmigung für das Praktikum vom Jobcenter bekommst und deswegen muss der Arbeitgeber für das Jobcenter Formulare ausfüllen.

Es ist dem Arbeitgeber seine Aufgabe sich darum zu kümmern, wie er das mit Praktikanten abwickeln muss. Außerdem müsste das der Arbeitgeber auch wissen, dass er sich bei der zuständigen Handwerkskammer oder Industrie- und Handwerkskammer informieren kann.
 
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