Erstmalig arbeitslos und verschiedene Fragen

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Leiandri

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Hallo,
ich bin derzeit erstmalig offiziell arbeitslos (Wiedereinstieg nach Elternzeit) und deshalb auch Neuling wenn es um den Umgang mit der Arge und den dortigen Gepflogenheiten geht.

Und vorweg: Nein bei meinem ehemaligen AG kann ich nicht wieder einsteigen, da ich nur einen befristeten Vertrag hatte welcher (logischerweise) wg. der Schwangerschaft dann nicht verlängert wurde.


Nun hatte ich kürzlich meinen ersten Termin mit meinem SB/Fallmanager und seitdem fasse ich mir fast täglich an den Kopf.

- erstmal waren meine Unterlagen und der ausgefüllte Fragebogen nicht zum Gespräch beim SB (obwohl rechtzeitig vorher persönlich bei der Arge eingeworfen), so dass meine Qualifikation im Schnellverfahren aufgenommen wurden

- meine Wünsche und Vorstellungen wurden gar nicht beachtet - getreu dem Motto: "Zumutbar ist das was wir Ihnen anbieten können..."

- Eingliederungsvereinbarung wurde unterschrieben - hier waren eigentlich keine Gemeinheiten oder überzogenen Anforderungen drin so das ich hier keine Probleme erwartet hätte

Soweit zur Vorgeschichte nun zu meinen konkreten Fragen:

Lt. EGV muss ich 5 Bewerbungen pro Monat nachweisen, habe allerdings bereits jetzt schon innerhalb von 2 Wochen 9 Vermittlungsvorschläge mit Rechtsbehelfbelehrung erhalten (wobei die Stellen teilweise wirklich schlicht nicht auf mich passen).

Muss ich jetzt nur die in der Vereinbarung festgelegten 5 Bewerbungen nachweisen oder muss ich mich wirklich auf jeden Vorschlag mit Rechtsbehelf bewerben (egal wie sinnbefreit das in manchen Fällen auch ist)?


Ein Vorschlag ist die Tätigkeit in einer kirchlichen Einrichtung (katholisch), lt. Leitbild der Homepage "...ein Haus, in dem der katholische Glaube gelebt wird."

Auf dem Papier bin ich zwar evangelisch, aber nun nicht wirklich religiös. Kann ich so einen Vorschlag als unzumutbar ablehnen? Mit dem kath. Glauben bzw. bestimmten Einstellungen und Werten die die kath. Kirche vertritt kann ich mich nun überhaupt nicht identifizieren. Ist das im Sinne des SGB dann zumutbar mich zu "zwingen" für so eine Einrichtung tätig zu sein?

Vielen Dank für euren Input
 

Lilastern

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Hallo,
ich bin derzeit erstmalig offiziell arbeitslos (Wiedereinstieg nach Elternzeit) und deshalb auch Neuling wenn es um den Umgang mit der Arge und den dortigen Gepflogenheiten geht.

Und vorweg: Nein bei meinem ehemaligen AG kann ich nicht wieder einsteigen, da ich nur einen befristeten Vertrag hatte welcher (logischerweise) wg. der Schwangerschaft dann nicht verlängert wurde.


Nun hatte ich kürzlich meinen ersten Termin mit meinem SB/Fallmanager und seitdem fasse ich mir fast täglich an den Kopf.

- erstmal waren meine Unterlagen und der ausgefüllte Fragebogen nicht zum Gespräch beim SB (obwohl rechtzeitig vorher persönlich bei der Arge eingeworfen), so dass meine Qualifikation im Schnellverfahren aufgenommen wurden

- meine Wünsche und Vorstellungen wurden gar nicht beachtet - getreu dem Motto: "Zumutbar ist das was wir Ihnen anbieten können..."

- Eingliederungsvereinbarung wurde unterschrieben - hier waren eigentlich keine Gemeinheiten oder überzogenen Anforderungen drin so das ich hier keine Probleme erwartet hätte

Soweit zur Vorgeschichte nun zu meinen konkreten Fragen:

Lt. EGV muss ich 5 Bewerbungen pro Monat nachweisen, habe allerdings bereits jetzt schon innerhalb von 2 Wochen 9 Vermittlungsvorschläge mit Rechtsbehelfbelehrung erhalten (wobei die Stellen teilweise wirklich schlicht nicht auf mich passen).

Muss ich jetzt nur die in der Vereinbarung festgelegten 5 Bewerbungen nachweisen oder muss ich mich wirklich auf jeden Vorschlag mit Rechtsbehelf bewerben (egal wie sinnbefreit das in manchen Fällen auch ist)?


Ein Vorschlag ist die Tätigkeit in einer kirchlichen Einrichtung (katholisch), lt. Leitbild der Homepage "...ein Haus, in dem der katholische Glaube gelebt wird."

Auf dem Papier bin ich zwar evangelisch, aber nun nicht wirklich religiös. Kann ich so einen Vorschlag als unzumutbar ablehnen? Mit dem kath. Glauben bzw. bestimmten Einstellungen und Werten die die kath. Kirche vertritt kann ich mich nun überhaupt nicht identifizieren. Ist das im Sinne des SGB dann zumutbar mich zu "zwingen" für so eine Einrichtung tätig zu sein?

Vielen Dank für euren Input
Also nächstes Mal diese EGV nicht mehr einfach so unterschreiben. Sondern zuerst zur Prüfung mit nachhause nehmen.

Bei Vermittlungsvorschlägen mit Rechtsfolgenbelehrung solltest du dich bewerben.

Beziehst du Leistungen?

Oft setzen solche kirchlichen Einrichtungen ihre Religion voraus. Somit bekommt du dann automatisch die Absage, wenn der Glaube abweicht.
 
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Nun hatte ich kürzlich meinen ersten Termin mit meinem SB/Fallmanager und seitdem fasse ich mir fast täglich an den Kopf.

Hast du die EGV unterschrieben? Unterschreibe niemals eine EGV ohne vorherige Prüfung und gehe niemals alleine zum JC, immer Beistand mitnehmen, der dann auf einem Block fleißig notiert.

- erstmal waren meine Unterlagen und der ausgefüllte Fragebogen nicht zum Gespräch beim SB (obwohl rechtzeitig vorher persönlich bei der Arge eingeworfen), so dass meine Qualifikation im Schnellverfahren aufgenommen wurden

Unterlagen niemals einfach einwerfen! Bei den JCs verschwinden Unterlagen auf wundersame Weise meistens. Unterlagen immer kopieren, von JC bestätigen lassen, oder irgendeine andere Möglichkeit für Bestätigung suchen.

- meine Wünsche und Vorstellungen wurden gar nicht beachtet - getreu dem Motto: "Zumutbar ist das was wir Ihnen anbieten können..."

Hier mal Info, ist zwar von Januar, aber interessant!
Hartz-IV-Empfänger müssen nicht jeden Job annehmen

Verstößt ein Arbeitsangebot des Arbeitsamtes gegen das Arbeitsrecht, muss der Arbeitslose den Job nicht annehmen. Außerdem dürfen wegen der Ablehnung keine Leistungen gekürzt werden.
Auch wenn die angebotene Tätigkeit nicht der Ausbildung oder der letzten Tätigkeit des Hilfeempfängers entspricht, muss er nach § 10 SGB II (Sozialgesetzbuch II) in der Regel jede ihm zumutbare Arbeit annehmen, sofern er körperlich, seelisch oder geistig dazu in der Lage ist. Doch auch dieser Grundsatz gilt nicht hundertprozentig.

Sozialrecht: Hartz-IV-Empfänger müssen nicht jeden Job annehmen - WELT ONLINE



- Eingliederungsvereinbarung wurde unterschrieben - hier waren eigentlich keine Gemeinheiten oder überzogenen Anforderungen drin so das ich hier keine Probleme erwartet hätte

Es gibt immer Probleme, wenn die EGV nicht zerbröselt wird. Eine normale EGV gibt es fast nicht, überall versteckte, offene Fallen. Für Laien oft schlecht erkennbar, leider!

Soweit zur Vorgeschichte nun zu meinen konkreten Fragen:

Lt. EGV muss ich 5 Bewerbungen pro Monat nachweisen, habe allerdings bereits jetzt schon innerhalb von 2 Wochen 9 Vermittlungsvorschläge mit Rechtsbehelfbelehrung erhalten (wobei die Stellen teilweise wirklich schlicht nicht auf mich passen).

9 VV pro Woche :confused: ???? Ne, was sind die fleißig, die wollen doch wirklich mal arbeiten? *ironie* aus. Nochmal ein ernstes Wörtchen im Beisein eines Beistands mit SB reden.

Muss ich jetzt nur die in der Vereinbarung festgelegten 5 Bewerbungen nachweisen oder muss ich mich wirklich auf jeden Vorschlag mit Rechtsbehelf bewerben (egal wie sinnbefreit das in manchen Fällen auch ist)?

Solange die mit Rechtshilfebelehrung kommen, kann bei Untätigkeit von dir sanktioniert werden.:icon_pause:


Sinnfrei- du musst da nochmal mit Beistand nachharken, wenn es nicht aufhört Beschwerde, Versuch wert.
 

Leiandri

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Also Beistand war dabei, die EGV wurde auch in bestimmten Punkten nach meinen Wünschen angepasst, so dass es hier kein 08/15 Standard war. Hatte mich im Vorfeld auch schon ein wenig informiert, so dass es soweit auch passen sollte.

Aber was mir eben nicht so klar ist: Ich war davon ausgegangen, dass die EGV als öffent.-recht. Vertrag zwischen mir und der Arge auch beide Parteien bindet, insofern dass die Arge mir zwar gern mehr als 5 Vorschläge pro Monat schicken kann, dann aber eben ohne den Rechtsbehelf.

Aber offenbar ist die Auslegung der Arge so, dass ich zwar verpflichtet bin 5 Bewerbungen pro Monat nachzuweisen, dass aber vollkommen unabhängig davon die mir XY Vorschläge mit RBH aufdrücken können...


Leistungen beziehe ich derzeit noch nicht, weil denen noch bestimmte Informationen des letzten Arbeitgebers fehlen. Es geht mir grds. auch weniger ums Geld, wir sind - zum Glück - im Endeffekt nicht drauf angewiesen. Von daher werde ich ganz bestimmt keine Stelle antreten in einem Bereich in dem ich ganz und gar nicht arbeiten will (auch wenn das ggf. eine Sperre nach sich zieht), aber ich werde mir von dem SB nicht meinen Lebenslauf runieren lassen nur weil er zufällig gerade viele Stellen zu vergeben hat von denen er der Meinung ist die würden doch ganz toll zu mir passen.

Was das Thema kirchlicher AG angeht:
Ich bin ja aktuell erstmal im SGB III also ALG 1 und nicht HartzIV, insofern sind die Voraussetzungen ja doch noch etwas anders.
Theoretisch kann ich ja eine Stelle gem. § 140 SGB III ablehnen wenn diese aus persönlichen Gründen unzumutbar ist. Im Gesetz selbst steht nur was von Pendelzeiten etc. pp. aber nicht was sonst noch alle personenbezogene Gründe sein können.

Von daher die Frage, ob jemand diesbezüglich schon Erfahrungen hat, es kann m.E. doch nicht sein, dass ich mich ggf. mit einem Arbeitgeber auseinandersetzen muss dessen Einstellungen und Werte ich nicht vertrete, insbesondere wenn von mir erwartet wird diese Werte dann auch noch selbst zu vermitteln.
 

ZynHH

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Oft setzen solche kirchlichen Einrichtungen ihre Religion voraus. Somit bekommt du dann automatisch die Absage, wenn der Glaube abweicht.
Na da würde ich mich auf die Ablehnung freuen... AGG... Das ist Diskriminierung° grins
 

Leiandri

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Nachtrag:
Es wird für die Stelle grds. die Mitgliedschaft in einer kirchlichen Organisation gefordert (die Kirchen sind da im Sinne des AGG wohl auch etwas anders gestellt als der "normale" AG).

Aber hier geht es ja konkret darum, dass der potentielle AG erwartet das ein mir (fremder) Glaube im Arbeitsalltag "gelebt" und vermittelt wird.
 

Doppeloma

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Hallo Leiandri,

Ich bin ja aktuell erstmal im SGB III also ALG 1 und nicht HartzIV, insofern sind die Voraussetzungen ja doch noch etwas anders.
Richtig, darum ist es auch besser von der AfA (Agentur für Arbeit) zu schreiben und NICHT von der Arge, denn dort gab es mal Hartz 4...seit 01.01.2011 gibt es nicht mal mehr die Arge, denn seitdem heißen die ALLE JobCenter, sind aber immer noch NUR für Hartz 4 zuständig.

Das führt hier schnell zu Irritationen und falschen Informationen (aus dem Bereich des SGB II) die mit deiner Frage gar nichts zu tun haben.

Theoretisch kann ich ja eine Stelle gem. § 140 SGB III ablehnen wenn diese aus persönlichen Gründen unzumutbar ist. Im Gesetz selbst steht nur was von Pendelzeiten etc. pp. aber nicht was sonst noch alle personenbezogene Gründe sein können.
Wie steht es denn um die Einkommensrelevanten Gründe des § 140 SGB III oder geben die für dich nichts her, weil du wenig verdient hast...dann ist das Spektrum der VV-Angebote natürlich auch im SGB III schon deutlich größer.

Wie steht es um die Unterbringung deines Kindes bei den verschiedenen Angeboten /Arbeitszeiten (Schichtarbeit z.B), das könnten noch wichtige persönliche Gründe sein.

Denn dein Kind (das Kindeswohl) hat IMMER Vorrang, die Versorgung / Betreuung MUSS immer gewährleistet sein.

Auch gesundheitliche Einschränkungen können die eine oder andere Tätigkeit unmöglich machen...es ist klar, dass nicht alle nur denkbaren persönlichen Gründe in einem Gesetzeswerk erfaßt sein können, darum haben die SB das ja dann nach "Ermessen" zu prüfen...

Von daher die Frage, ob jemand diesbezüglich schon Erfahrungen hat, es kann m.E. doch nicht sein, dass ich mich ggf. mit einem Arbeitgeber auseinandersetzen muss dessen Einstellungen und Werte ich nicht vertrete, insbesondere wenn von mir erwartet wird diese Werte dann auch noch selbst zu vermitteln.
Ich denke mal dass religiöse Gründe durchaus Anerkennung finden müssen, die Bewerbung direkt abzulehnen, da braucht man nicht erst die "Ablehnung" des AG abzuwarten, meines Wissens zahlen die kirchlichen AG auch oft sehr schlecht. :icon_evil:

Du schreibst ja, dass es für dich keine sehr großen Probleme gäbe bei einer Leistungssperre, im Prinzip ist die Zumutbarkeit (auch die finanzielle) vorab vom SB zu prüfen, wie geht das, wenn du noch nicht mal einen Bescheid hast und einen Leistungsbetrag...

Da würde ich doch auch mal direkt die (schriftliche) Frage an den SB stellen, wer die Kosten für die vielen Bewerbungen tragen soll, auch im SGB III gibt es Bewerbungskosten auf Antrag erstattet.

Von NIX kann und braucht man sich auch nicht bewerben, hast du an die Aufnahme der Erstattung dieser Kosten (AUCH für VV vom Amt !!!) gedacht bei deinen "EGV-Verhandlungen"...ich vermute mal NEIN...

Sowas unterschreibt man einfach NICHT, schon gar nicht im SGB III, dort werden eher selten dann wirklich ersetzende VA erstellt, denn die EGV ist ein "Kind von Hartz 4", es gibt bei ALGI nicht mal spezielle §§ für Sperren aus einer EGV...

Die Sperrtatbestände gemäß § 158 SGB III ergeben sich generell NUR aus dem gesetzlichen Regelwerk, eine EGV wird darin nicht mal erwähnt.

§ 159 SGB III*Ruhen bei Sperrzeit

Der Gesetzgeber schreibt NUR vor, dass man sich bewerben MUSS und gibt KEINE festen Zahlen vor, warum verpflichtest du dich "freiwillig" mit deiner Unterschrift dazu MEHR zu tun als das Gesetz tatsächlich verlangt...

Dann solltest du wenigstens darauf achten, dass VV vom Amt gleichwertig als Bewerbungen/Bewerbungs-Bemühungen mitzählen und anerkannt werden, schließlich machen die sich ja nicht ALLEINE und Geld kosten sie auch.

Das machen die Behörden nur zu gerne, diese VV bei den Bewerbungen auszuschließen und die Leute dann mit ihren "tollen Angeboten" totzuwerfen, auch MIT RFB braucht man sich nicht zu bewerben, wenn das Angebot schon grundsätzlich "unzumutbar" ist.

Das sollte man dann allerdings schon eindeutig begründen (können), was im SGB III (schon dank der Einkommensregeln, wenn man vorher recht passabel verdient hat jedenfalls) allgemein noch deutlich einfacher ist, als im SGB II... denn dort ist wirklich fast ALLES "zumutbar"...

Man darf sich die Rechte natürlich nicht durch die Unterschrift auf einer (vermeintlich) "gut verhandelten" EGV "abkaufen" lassen...letztlich ist man aus dieser (ALGI)- EGV aber auch nicht rechtlich einwandfrei zu sperren...

Wenn du den Atem hast und notfalls bis vor das Sozialgericht gehen würdest, dann lehne jeden unzumutbaren Vorschlag mit dieser Begründung ab und wenn man dich sperren will, dann gehst du damit (über einen abgelehnten Widerspruch zur Sperre) vor Gericht...

Solange du wenigstens 5 - 6 sinnvolle Bewerbungen monatlich getätigt hast und nachweisen kannst, dürfte JEDER Richter diese Sperre kippen, wenn man dir im Monat noch so 5 - 10 zusätzliche, sinnlose VV zugesendet hat, ohne dir wenigstens die Kosten-Übernahme dafür (für ALLE Berwerbungen!!!) zu garantieren.

MfG Doppeloma
 

Leiandri

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Schon mal vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Ok das mit der AfA vs. Arge zeigt das ich mit den Vereinen bislang (zum Glück) noch nicht wirklich viel zu schaffen hatte.

Hinsichtlich der EGV: Wie gesagt ich hatte mich im Vorfeld da auch schon ein wenig schlau gemacht, ja lt. Gesetz gibt es keine feste Anzahl von Bewerbungen insofern stellt man sich durch die EGV selbst "schlechter", die geforderte Anzahl finde ich aber durchaus im Bereich des möglichen (solange dann eben nicht noch eine unüberschaubare Anzahl von sinnlosen VVs zusätzlich draufgepackt wird). Darüber hinaus habe ich den Text nach meinen Wünschen anpassen lassen, ich glaube der SB weiß gar nicht das er sich durch die nun verwendete Formulierung im Streitfall selbst ins Knie geschossen hat... ;)

Soweit das ich Vergleiche hinsichtlich der Vergütungen der potentiellen Stellen machen könnte bin ich noch gar nicht, in den VVs steht da wenig bis gar nichts - insofern müsste man das dann mit dem jeweiligen AG abklären ob die Stelle dann ggf. wg. finanzieller Unzumutbarkeit abgelehnt werden kann - wobei alzu große Hoffnungen habe ich hier nicht.

Und das religiöse Gründe wohl auch als pers. Gründe anzusehen sind klingt schon mal sehr gut.

Hinsichtlich der Anmerkung hinsichtlich der Kindesbetreuung noch eine Frage: Grds. muss ja die Betreuung des Kindes gewährleistet sein, sonst steht man effektiv ja dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.

Kann ich dann aber Stellen die eben z.B. bis 18 Uhr sind als unzumutbar ablehnen weil man normalerweise hier wenig bis keine Betreuungsangebote findet? (Außer man leistet sich den Luxus einer Tagesmutter).

Und wie sieht das bei Stellen mit "flexibler" Arbeitszeit aus, im konkreten Fall ist es eine Teilzeitstelle mit wechselnden Arbeitszeiten (tagesweise, vormittags/nachmittags). Ich habe jetzt ja nur die Möglichkeit mein Kind im Kita entweder halbtags oder ganztags unterzubringen aber nicht im Wechsel und erst recht nicht kurzfristig auf Zuruf durch den AG. Oder kann von mir erwartet werden, dass der Nachwuchs die ganze Woche Vollzeit in die Kita muss (bei entsprechenden Kosten) nur damit ich so eine Stelle dann auch wahrnehmen kann?
 
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Und das religiöse Gründe wohl auch als pers. Gründe anzusehen sind klingt schon mal sehr gut.
Mal ein Nachtrag von meiner Wenigkeit: die Kirchen haben aufgrund der diversen Staatskirchenverträge einen arbeitsrechtlichen Sonderstatus, wie du schon erkannt hast. Sie brauchen also bei der Einstellung von Mitarbeitern nicht weltanschaulich neutral zu handeln. Es wird im Vorstellungsgespräch früher oder später die bekannte "Gretchenfrage" gestellt werden, und zwar hier zulässigerweise.

Du brauchst eigentlich nur darauf zu warten. Das ist wahrscheinlich risikoloser als mit "persönlicher Unzumutbarkeit" zu argumentieren, denn von dir wird vermutlich in der Praxis auch dort lediglich die ordentliche Erfüllung deiner Arbeit verlangt werden.

Hinsichtlich der Anmerkung hinsichtlich der Kindesbetreuung noch eine Frage: Grds. muss ja die Betreuung des Kindes gewährleistet sein, sonst steht man effektiv ja dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.

Kann ich dann aber Stellen die eben z.B. bis 18 Uhr sind als unzumutbar ablehnen weil man normalerweise hier wenig bis keine Betreuungsangebote findet? (Außer man leistet sich den Luxus einer Tagesmutter).

Und wie sieht das bei Stellen mit "flexibler" Arbeitszeit aus, im konkreten Fall ist es eine Teilzeitstelle mit wechselnden Arbeitszeiten (tagesweise, vormittags/nachmittags). Ich habe jetzt ja nur die Möglichkeit mein Kind im Kita entweder halbtags oder ganztags unterzubringen aber nicht im Wechsel und erst recht nicht kurzfristig auf Zuruf durch den AG. Oder kann von mir erwartet werden, dass der Nachwuchs die ganze Woche Vollzeit in die Kita muss (bei entsprechenden Kosten) nur damit ich so eine Stelle dann auch wahrnehmen kann?
Du kannst deine Verfügbarkeit bezüglich der Lage der Arbeitszeit nur einschränken (beispielsweise auf "halbtags vormittags"), wenn so eine Arbeitszeit in deiner Branche üblich oder jedenfalls nicht vollkommen unüblich ist. Bei einer typischen Bürotätigkeit wirst du also beispielsweise nicht verlangen können, nur nachts zu arbeiten, in der Krankenpflege hingegen wäre das schon möglich.

So eine grundsätzliche Einschränkung müßtest du der Arbeitsagentur mitteilen, bevor dir ein entsprechender Vermittlungsvorschlag gemacht wird, denn "aus Anlaß" eines Vorschlages darf so eine Einschränkung nicht gemacht werden, sondern nur vorher.

Bedenke außerdem: wenn du bisher Vollzeit gearbeitet hast und deine Verfügbarkeit bezüglich der Wochenarbeitszeit einschränkst (beispielsweise nur noch 30 statt 40 Wochenstunden), bekommst du nur noch anteilig ALG, in diesem Beispiel also 3/4 deines eigentlichen Anspruchs. Wenn du damit leben kannst, ist es aber auch dein Recht, dies zu tun, solange du mindestens 15 Wochenstunden verfügbar bleibst und die Arbeitszeit in der Branche realisierbar erscheint.

Mit "Kindeswohl hat Vorrang" kann man im Bereich des normalen ALG leider nicht argumentieren, weil es hier schlicht und einfach auf den zeitlichen Umfang der objektiv verbleibenden Verfügbarkeit ankommt. Auch wenn man noch so gute Gründe hat, nur noch zeitlich eingeschränkt verfügbar zu sein, würde man nur noch anteilig oder eventuell gar nicht mehr ALG bekommen. Im Bereich ALG II, über den wir hier ja nicht reden, wäre dies anders.
 

Doppeloma

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Hallo Leiandri,

Soweit das ich Vergleiche hinsichtlich der Vergütungen der potentiellen Stellen machen könnte bin ich noch gar nicht, in den VVs steht da wenig bis gar nichts - insofern müsste man das dann mit dem jeweiligen AG abklären ob die Stelle dann ggf. wg. finanzieller Unzumutbarkeit abgelehnt werden kann - wobei alzu große Hoffnungen habe ich hier nicht.
Die Erst-Prüfung der Zumutbarkeit von VV obliegt dem SB und der hat wohl kaum die Möglichkeit irgendwas mit deinem letzten Einkommen zu vergleichen, wenn du noch nicht mal einen Leistungsbescheid vorliegen hast.

Allerdings sind die Regelungen auch im ALGI inzwischen so verkommen, dass in vielen VV noch nicht mal genau drin steht, für welche Tätigkeit man sich bewerben soll oder eben auch die vorgesehenen Arbeitszeiten, die gerade für Eltern eine wichtige Rolle spielen.

Und das religiöse Gründe wohl auch als pers. Gründe anzusehen sind klingt schon mal sehr gut.
Ich denke nicht, dass ich mich bei einem kirchlichen AG überhaupt erst vorstellen möchte, wenn der "Glaube" an diese Konfession schon als Voraussetzung in der Stellenbeschreibung gefordert ist.

Es spielt dann für mich keine Rolle, ob ich in der Tätigkeit selber damit direkt konfrontiert werde, ich stehe NICHT hinter solchem Denken und dann möchte ich mich auch nicht täglich Vollzeit "verbiegen müssen", NUR um eine Stelle zu haben...

Ich dachte die Zeiten, wo man sich selbst und seine Weltanschauung verleugnen soll/muss, sind inzwischen vorbei...:eek:

Hinsichtlich der Anmerkung hinsichtlich der Kindesbetreuung noch eine Frage: Grds. muss ja die Betreuung des Kindes gewährleistet sein, sonst steht man effektiv ja dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.

Kann ich dann aber Stellen die eben z.B. bis 18 Uhr sind als unzumutbar ablehnen weil man normalerweise hier wenig bis keine Betreuungsangebote findet? (Außer man leistet sich den Luxus einer Tagesmutter).
Was bei bestimmten Öffnungszeiten der Kita durchaus zu beachten wäre, das hat (aus meiner Sicht) nicht generell mit Einschränkung der Verfügbarkeit zu tun.

Man KANN ja auch Vollzeit im Büro von 8 - 16/17 Uhr arbeiten, jeden Tag die Woche und für diesen Zeitraum ist in der Regel auch die Kita-Betreuung gedeckt.

Ich glaube nicht, dass man auch noch zusätzlich eine Tagesmutter parat halten muss (die kommt übrigens auch NICHT Nachts), um z.B. Schichtarbeit, stark wechselnde Arbeitszeiten oder tageweise Abwesenheit usw. abzudecken...:icon_evil:

Die "Vereinbarkeit" von Familie und Beruf wird doch immer so gerne propagiert, die kann ja nun nicht erst bei Bezug von ALGII beginnen...

Ich denke mal die Verfügbarkeit für Vollzeitbeschäftigung generell und die Zumutbarkeit extremer Arbeitszeiten, muss man schon irgendwie trennen/berücksichtigen wenn Kinder zu versorgen sind, auch im ALG I.
Die Kindereinrichtungen sind da leider nicht halb so flexibel, wie es die AG oft gerne hätten, andererseits kann es ja auch nicht angehen, dass schon Kinder an "Schichtdienst" gewöhnt und "angepasst" werden müssen...:icon_dampf:

Am Besten mal die "Landesmutti" fragen, wie man das so als verantwortungsvolle Mami hinbekommt...:cool:

MfG Doppeloma
 

Leiandri

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Ok, danke für den vielen Input. Das der SB hinsichtlich der Vergütung erstmal nichts vergleichen kann wenn weder der AG eine konkrete Aussage macht ("branchenübliche Vergütung") und meine Unterlagen auf dem Amt als verschollen gelten ist logisch...

Hierzu hätte ich allerdings auch noch mal eine Frage hinsichtlich des § 140 Abs. 3 SGB III:

"wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt"

Jetzt habe ich vorher Vollzeit 38,5 Std. gearbeitet und bekomme einen VV für "Vollzeit mit 32,5 Std." - logischerweise bekommt man dann auch weniger gezahlt. Kann ich - da es mir ja als vermeintliche Vollzeitstelle angeboten wird - dann ablehnen wenn eben es über 20% weniger des für die Bemessung des ALG 1 zugrunde liegenden Entgeltes sind, oder würde hier dann "hochgerechnet" werden was man bei der Stelle bekommen würde wenn man denn 38,5 Std. arbeiten könnte und erst dann wird verglichen?
 
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Hierzu hätte ich allerdings auch noch mal eine Frage hinsichtlich des § 140 Abs. 3 SGB III:

"wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt"

Jetzt habe ich vorher Vollzeit 38,5 Std. gearbeitet und bekomme einen VV für "Vollzeit mit 32,5 Std." - logischerweise bekommt man dann auch weniger gezahlt. Kann ich - da es mir ja als vermeintliche Vollzeitstelle angeboten wird - dann ablehnen wenn eben es über 20% weniger des für die Bemessung des ALG 1 zugrunde liegenden Entgeltes sind, oder würde hier dann "hochgerechnet" werden was man bei der Stelle bekommen würde wenn man denn 38,5 Std. arbeiten könnte und erst dann wird verglichen?
Nein, die Umrechnung auf Stundenzahl ist nur für Fälle vorgesehen, wo jemand länger arbeiten würde als im Bemessungszeitraum, nicht umgekehrt.

Anders ausgedrückt: die Beschäftigung muß "zumutbar" sein
1. in Hinblick auf die absolute Höhe der monatlichen Bezahlung und
2. in Hinblick auf den Stundenlohn.

Würdest du also beispielsweise eine Stelle mit 40 Wochenstunden Arbeitszeit angeboten bekommen und hättest du vorher 2000 Euro brutto monatlich verdienst, läge dein Vergleichsmaßstab bei 40/38,5 x 2000 Euro = 2078 Euro (beziehungsweise 80 % oder 70 % davon).

Im umgekehrter Richtung (Arbeitszeit kürzer als zuvor) darf das jedoch nicht gemacht werden. Hier gehst du einfach vom Monatsverdienst aus.
 
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Hierzu hätte ich allerdings auch noch mal eine Frage hinsichtlich des § 140 Abs. 3 SGB III:

"wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt"

Jetzt habe ich vorher Vollzeit 38,5 Std. gearbeitet und bekomme einen VV für "Vollzeit mit 32,5 Std." - logischerweise bekommt man dann auch weniger gezahlt. Kann ich - da es mir ja als vermeintliche Vollzeitstelle angeboten wird - dann ablehnen wenn eben es über 20% weniger des für die Bemessung des ALG 1 zugrunde liegenden Entgeltes sind, oder würde hier dann "hochgerechnet" werden was man bei der Stelle bekommen würde wenn man denn 38,5 Std. arbeiten könnte und erst dann wird verglichen?
Das kann ich aus der entsprechenden Geschäftsanweisung der Bundesagentur für Arbeit nicht herauslesen. Dort steht:

Arbeitsentgelt (140.5)

(1) Arbeitsentgelt i. S. von § 140 Abs. 3 ist das Bruttoarbeitsentgelt einschließlich Einmalzahlungen (§ 14 Abs. 1 SGB IV). Der Beginn der 3-Monatsfrist richtet sich nach dem Zeitpunkt der Entstehung des Stammrechts; sie umfasst nur Zeiten der Arbeitslosigkeit.
Lies Dir bitte den entsprechenden Passus in dieser Geschäftsanweisung komplett durch auf https://www.arbeitsagentur.de/bund/generator/goto?id=673052 , und zwar das Kapitel

3. Personenbezogene Gründe, die der Zumutbarkeit entgegenstehen
, dort die Randziffern 140.5 bis 140.11a (PDF-Seite 5 bis 7)
 
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