Erstmalig arbeitslos und verschiedene Fragen (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, G├Ąste: 1)

Leiandri

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Hallo,
ich bin derzeit erstmalig offiziell arbeitslos (Wiedereinstieg nach Elternzeit) und deshalb auch Neuling wenn es um den Umgang mit der Arge und den dortigen Gepflogenheiten geht.

Und vorweg: Nein bei meinem ehemaligen AG kann ich nicht wieder einsteigen, da ich nur einen befristeten Vertrag hatte welcher (logischerweise) wg. der Schwangerschaft dann nicht verl├Ąngert wurde.


Nun hatte ich k├╝rzlich meinen ersten Termin mit meinem SB/Fallmanager und seitdem fasse ich mir fast t├Ąglich an den Kopf.

- erstmal waren meine Unterlagen und der ausgef├╝llte Fragebogen nicht zum Gespr├Ąch beim SB (obwohl rechtzeitig vorher pers├Ânlich bei der Arge eingeworfen), so dass meine Qualifikation im Schnellverfahren aufgenommen wurden

- meine W├╝nsche und Vorstellungen wurden gar nicht beachtet - getreu dem Motto: "Zumutbar ist das was wir Ihnen anbieten k├Ânnen..."

- Eingliederungsvereinbarung wurde unterschrieben - hier waren eigentlich keine Gemeinheiten oder ├╝berzogenen Anforderungen drin so das ich hier keine Probleme erwartet h├Ątte

Soweit zur Vorgeschichte nun zu meinen konkreten Fragen:

Lt. EGV muss ich 5 Bewerbungen pro Monat nachweisen, habe allerdings bereits jetzt schon innerhalb von 2 Wochen 9 Vermittlungsvorschl├Ąge mit Rechtsbehelfbelehrung erhalten (wobei die Stellen teilweise wirklich schlicht nicht auf mich passen).

Muss ich jetzt nur die in der Vereinbarung festgelegten 5 Bewerbungen nachweisen oder muss ich mich wirklich auf jeden Vorschlag mit Rechtsbehelf bewerben (egal wie sinnbefreit das in manchen F├Ąllen auch ist)?


Ein Vorschlag ist die T├Ątigkeit in einer kirchlichen Einrichtung (katholisch), lt. Leitbild der Homepage "...ein Haus, in dem der katholische Glaube gelebt wird."

Auf dem Papier bin ich zwar evangelisch, aber nun nicht wirklich religi├Âs. Kann ich so einen Vorschlag als unzumutbar ablehnen? Mit dem kath. Glauben bzw. bestimmten Einstellungen und Werten die die kath. Kirche vertritt kann ich mich nun ├╝berhaupt nicht identifizieren. Ist das im Sinne des SGB dann zumutbar mich zu "zwingen" f├╝r so eine Einrichtung t├Ątig zu sein?

Vielen Dank f├╝r euren Input
 

Lilastern

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Hallo,
ich bin derzeit erstmalig offiziell arbeitslos (Wiedereinstieg nach Elternzeit) und deshalb auch Neuling wenn es um den Umgang mit der Arge und den dortigen Gepflogenheiten geht.

Und vorweg: Nein bei meinem ehemaligen AG kann ich nicht wieder einsteigen, da ich nur einen befristeten Vertrag hatte welcher (logischerweise) wg. der Schwangerschaft dann nicht verl├Ąngert wurde.


Nun hatte ich k├╝rzlich meinen ersten Termin mit meinem SB/Fallmanager und seitdem fasse ich mir fast t├Ąglich an den Kopf.

- erstmal waren meine Unterlagen und der ausgef├╝llte Fragebogen nicht zum Gespr├Ąch beim SB (obwohl rechtzeitig vorher pers├Ânlich bei der Arge eingeworfen), so dass meine Qualifikation im Schnellverfahren aufgenommen wurden

- meine W├╝nsche und Vorstellungen wurden gar nicht beachtet - getreu dem Motto: "Zumutbar ist das was wir Ihnen anbieten k├Ânnen..."

- Eingliederungsvereinbarung wurde unterschrieben - hier waren eigentlich keine Gemeinheiten oder ├╝berzogenen Anforderungen drin so das ich hier keine Probleme erwartet h├Ątte

Soweit zur Vorgeschichte nun zu meinen konkreten Fragen:

Lt. EGV muss ich 5 Bewerbungen pro Monat nachweisen, habe allerdings bereits jetzt schon innerhalb von 2 Wochen 9 Vermittlungsvorschl├Ąge mit Rechtsbehelfbelehrung erhalten (wobei die Stellen teilweise wirklich schlicht nicht auf mich passen).

Muss ich jetzt nur die in der Vereinbarung festgelegten 5 Bewerbungen nachweisen oder muss ich mich wirklich auf jeden Vorschlag mit Rechtsbehelf bewerben (egal wie sinnbefreit das in manchen F├Ąllen auch ist)?


Ein Vorschlag ist die T├Ątigkeit in einer kirchlichen Einrichtung (katholisch), lt. Leitbild der Homepage "...ein Haus, in dem der katholische Glaube gelebt wird."

Auf dem Papier bin ich zwar evangelisch, aber nun nicht wirklich religi├Âs. Kann ich so einen Vorschlag als unzumutbar ablehnen? Mit dem kath. Glauben bzw. bestimmten Einstellungen und Werten die die kath. Kirche vertritt kann ich mich nun ├╝berhaupt nicht identifizieren. Ist das im Sinne des SGB dann zumutbar mich zu "zwingen" f├╝r so eine Einrichtung t├Ątig zu sein?

Vielen Dank f├╝r euren Input
Also n├Ąchstes Mal diese EGV nicht mehr einfach so unterschreiben. Sondern zuerst zur Pr├╝fung mit nachhause nehmen.

Bei Vermittlungsvorschl├Ągen mit Rechtsfolgenbelehrung solltest du dich bewerben.

Beziehst du Leistungen?

Oft setzen solche kirchlichen Einrichtungen ihre Religion voraus. Somit bekommt du dann automatisch die Absage, wenn der Glaube abweicht.
 
E

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Nun hatte ich k├╝rzlich meinen ersten Termin mit meinem SB/Fallmanager und seitdem fasse ich mir fast t├Ąglich an den Kopf.

Hast du die EGV unterschrieben? Unterschreibe niemals eine EGV ohne vorherige Pr├╝fung und gehe niemals alleine zum JC, immer Beistand mitnehmen, der dann auf einem Block flei├čig notiert.

- erstmal waren meine Unterlagen und der ausgef├╝llte Fragebogen nicht zum Gespr├Ąch beim SB (obwohl rechtzeitig vorher pers├Ânlich bei der Arge eingeworfen), so dass meine Qualifikation im Schnellverfahren aufgenommen wurden

Unterlagen niemals einfach einwerfen! Bei den JCs verschwinden Unterlagen auf wundersame Weise meistens. Unterlagen immer kopieren, von JC best├Ątigen lassen, oder irgendeine andere M├Âglichkeit f├╝r Best├Ątigung suchen.

- meine W├╝nsche und Vorstellungen wurden gar nicht beachtet - getreu dem Motto: "Zumutbar ist das was wir Ihnen anbieten k├Ânnen..."

Hier mal Info, ist zwar von Januar, aber interessant!
Hartz-IV-Empf├Ąnger m├╝ssen nicht jeden Job annehmen

Verst├Â├čt ein Arbeitsangebot des Arbeitsamtes gegen das Arbeitsrecht, muss der Arbeitslose den Job nicht annehmen. Au├čerdem d├╝rfen wegen der Ablehnung keine Leistungen gek├╝rzt werden.
Auch wenn die angebotene T├Ątigkeit nicht der Ausbildung oder der letzten T├Ątigkeit des Hilfeempf├Ąngers entspricht, muss er nach ┬ž 10 SGB II (Sozialgesetzbuch II) in der Regel jede ihm zumutbare Arbeit annehmen, sofern er k├Ârperlich, seelisch oder geistig dazu in der Lage ist. Doch auch dieser Grundsatz gilt nicht hundertprozentig.

Sozialrecht: Hartz-IV-Empf├Ąnger m├╝ssen nicht jeden Job annehmen - WELT ONLINE



- Eingliederungsvereinbarung wurde unterschrieben - hier waren eigentlich keine Gemeinheiten oder ├╝berzogenen Anforderungen drin so das ich hier keine Probleme erwartet h├Ątte

Es gibt immer Probleme, wenn die EGV nicht zerbr├Âselt wird. Eine normale EGV gibt es fast nicht, ├╝berall versteckte, offene Fallen. F├╝r Laien oft schlecht erkennbar, leider!

Soweit zur Vorgeschichte nun zu meinen konkreten Fragen:

Lt. EGV muss ich 5 Bewerbungen pro Monat nachweisen, habe allerdings bereits jetzt schon innerhalb von 2 Wochen 9 Vermittlungsvorschl├Ąge mit Rechtsbehelfbelehrung erhalten (wobei die Stellen teilweise wirklich schlicht nicht auf mich passen).

9 VV pro Woche :confused: ???? Ne, was sind die flei├čig, die wollen doch wirklich mal arbeiten? *ironie* aus. Nochmal ein ernstes W├Ârtchen im Beisein eines Beistands mit SB reden.

Muss ich jetzt nur die in der Vereinbarung festgelegten 5 Bewerbungen nachweisen oder muss ich mich wirklich auf jeden Vorschlag mit Rechtsbehelf bewerben (egal wie sinnbefreit das in manchen F├Ąllen auch ist)?

Solange die mit Rechtshilfebelehrung kommen, kann bei Unt├Ątigkeit von dir sanktioniert werden.:icon_pause:


Sinnfrei- du musst da nochmal mit Beistand nachharken, wenn es nicht aufh├Ârt Beschwerde, Versuch wert.
 

Leiandri

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Also Beistand war dabei, die EGV wurde auch in bestimmten Punkten nach meinen W├╝nschen angepasst, so dass es hier kein 08/15 Standard war. Hatte mich im Vorfeld auch schon ein wenig informiert, so dass es soweit auch passen sollte.

Aber was mir eben nicht so klar ist: Ich war davon ausgegangen, dass die EGV als ├Âffent.-recht. Vertrag zwischen mir und der Arge auch beide Parteien bindet, insofern dass die Arge mir zwar gern mehr als 5 Vorschl├Ąge pro Monat schicken kann, dann aber eben ohne den Rechtsbehelf.

Aber offenbar ist die Auslegung der Arge so, dass ich zwar verpflichtet bin 5 Bewerbungen pro Monat nachzuweisen, dass aber vollkommen unabh├Ąngig davon die mir XY Vorschl├Ąge mit RBH aufdr├╝cken k├Ânnen...


Leistungen beziehe ich derzeit noch nicht, weil denen noch bestimmte Informationen des letzten Arbeitgebers fehlen. Es geht mir grds. auch weniger ums Geld, wir sind - zum Gl├╝ck - im Endeffekt nicht drauf angewiesen. Von daher werde ich ganz bestimmt keine Stelle antreten in einem Bereich in dem ich ganz und gar nicht arbeiten will (auch wenn das ggf. eine Sperre nach sich zieht), aber ich werde mir von dem SB nicht meinen Lebenslauf runieren lassen nur weil er zuf├Ąllig gerade viele Stellen zu vergeben hat von denen er der Meinung ist die w├╝rden doch ganz toll zu mir passen.

Was das Thema kirchlicher AG angeht:
Ich bin ja aktuell erstmal im SGB III also ALG 1 und nicht HartzIV, insofern sind die Voraussetzungen ja doch noch etwas anders.
Theoretisch kann ich ja eine Stelle gem. ┬ž 140 SGB III ablehnen wenn diese aus pers├Ânlichen Gr├╝nden unzumutbar ist. Im Gesetz selbst steht nur was von Pendelzeiten etc. pp. aber nicht was sonst noch alle personenbezogene Gr├╝nde sein k├Ânnen.

Von daher die Frage, ob jemand diesbez├╝glich schon Erfahrungen hat, es kann m.E. doch nicht sein, dass ich mich ggf. mit einem Arbeitgeber auseinandersetzen muss dessen Einstellungen und Werte ich nicht vertrete, insbesondere wenn von mir erwartet wird diese Werte dann auch noch selbst zu vermitteln.
 

Leiandri

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Nachtrag:
Es wird f├╝r die Stelle grds. die Mitgliedschaft in einer kirchlichen Organisation gefordert (die Kirchen sind da im Sinne des AGG wohl auch etwas anders gestellt als der "normale" AG).

Aber hier geht es ja konkret darum, dass der potentielle AG erwartet das ein mir (fremder) Glaube im Arbeitsalltag "gelebt" und vermittelt wird.
 

Doppeloma

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Hallo Leiandri,

Ich bin ja aktuell erstmal im SGB III also ALG 1 und nicht HartzIV, insofern sind die Voraussetzungen ja doch noch etwas anders.
Richtig, darum ist es auch besser von der AfA (Agentur f├╝r Arbeit) zu schreiben und NICHT von der Arge, denn dort gab es mal Hartz 4...seit 01.01.2011 gibt es nicht mal mehr die Arge, denn seitdem hei├čen die ALLE JobCenter, sind aber immer noch NUR f├╝r Hartz 4 zust├Ąndig.

Das f├╝hrt hier schnell zu Irritationen und falschen Informationen (aus dem Bereich des SGB II) die mit deiner Frage gar nichts zu tun haben.

Theoretisch kann ich ja eine Stelle gem. ┬ž 140 SGB III ablehnen wenn diese aus pers├Ânlichen Gr├╝nden unzumutbar ist. Im Gesetz selbst steht nur was von Pendelzeiten etc. pp. aber nicht was sonst noch alle personenbezogene Gr├╝nde sein k├Ânnen.
Wie steht es denn um die Einkommensrelevanten Gr├╝nde des ┬ž 140 SGB III oder geben die f├╝r dich nichts her, weil du wenig verdient hast...dann ist das Spektrum der VV-Angebote nat├╝rlich auch im SGB III schon deutlich gr├Â├čer.

Wie steht es um die Unterbringung deines Kindes bei den verschiedenen Angeboten /Arbeitszeiten (Schichtarbeit z.B), das k├Ânnten noch wichtige pers├Ânliche Gr├╝nde sein.

Denn dein Kind (das Kindeswohl) hat IMMER Vorrang, die Versorgung / Betreuung MUSS immer gew├Ąhrleistet sein.

Auch gesundheitliche Einschr├Ąnkungen k├Ânnen die eine oder andere T├Ątigkeit unm├Âglich machen...es ist klar, dass nicht alle nur denkbaren pers├Ânlichen Gr├╝nde in einem Gesetzeswerk erfa├čt sein k├Ânnen, darum haben die SB das ja dann nach "Ermessen" zu pr├╝fen...

Von daher die Frage, ob jemand diesbez├╝glich schon Erfahrungen hat, es kann m.E. doch nicht sein, dass ich mich ggf. mit einem Arbeitgeber auseinandersetzen muss dessen Einstellungen und Werte ich nicht vertrete, insbesondere wenn von mir erwartet wird diese Werte dann auch noch selbst zu vermitteln.
Ich denke mal dass religi├Âse Gr├╝nde durchaus Anerkennung finden m├╝ssen, die Bewerbung direkt abzulehnen, da braucht man nicht erst die "Ablehnung" des AG abzuwarten, meines Wissens zahlen die kirchlichen AG auch oft sehr schlecht. :icon_evil:

Du schreibst ja, dass es f├╝r dich keine sehr gro├čen Probleme g├Ąbe bei einer Leistungssperre, im Prinzip ist die Zumutbarkeit (auch die finanzielle) vorab vom SB zu pr├╝fen, wie geht das, wenn du noch nicht mal einen Bescheid hast und einen Leistungsbetrag...

Da w├╝rde ich doch auch mal direkt die (schriftliche) Frage an den SB stellen, wer die Kosten f├╝r die vielen Bewerbungen tragen soll, auch im SGB III gibt es Bewerbungskosten auf Antrag erstattet.

Von NIX kann und braucht man sich auch nicht bewerben, hast du an die Aufnahme der Erstattung dieser Kosten (AUCH f├╝r VV vom Amt !!!) gedacht bei deinen "EGV-Verhandlungen"...ich vermute mal NEIN...

Sowas unterschreibt man einfach NICHT, schon gar nicht im SGB III, dort werden eher selten dann wirklich ersetzende VA erstellt, denn die EGV ist ein "Kind von Hartz 4", es gibt bei ALGI nicht mal spezielle ┬ž┬ž f├╝r Sperren aus einer EGV...

Die Sperrtatbest├Ąnde gem├Ą├č ┬ž 158 SGB III ergeben sich generell NUR aus dem gesetzlichen Regelwerk, eine EGV wird darin nicht mal erw├Ąhnt.

┬ž 159 SGB III*Ruhen bei Sperrzeit

Der Gesetzgeber schreibt NUR vor, dass man sich bewerben MUSS und gibt KEINE festen Zahlen vor, warum verpflichtest du dich "freiwillig" mit deiner Unterschrift dazu MEHR zu tun als das Gesetz tats├Ąchlich verlangt...

Dann solltest du wenigstens darauf achten, dass VV vom Amt gleichwertig als Bewerbungen/Bewerbungs-Bem├╝hungen mitz├Ąhlen und anerkannt werden, schlie├člich machen die sich ja nicht ALLEINE und Geld kosten sie auch.

Das machen die Beh├Ârden nur zu gerne, diese VV bei den Bewerbungen auszuschlie├čen und die Leute dann mit ihren "tollen Angeboten" totzuwerfen, auch MIT RFB braucht man sich nicht zu bewerben, wenn das Angebot schon grunds├Ątzlich "unzumutbar" ist.

Das sollte man dann allerdings schon eindeutig begr├╝nden (k├Ânnen), was im SGB III (schon dank der Einkommensregeln, wenn man vorher recht passabel verdient hat jedenfalls) allgemein noch deutlich einfacher ist, als im SGB II... denn dort ist wirklich fast ALLES "zumutbar"...

Man darf sich die Rechte nat├╝rlich nicht durch die Unterschrift auf einer (vermeintlich) "gut verhandelten" EGV "abkaufen" lassen...letztlich ist man aus dieser (ALGI)- EGV aber auch nicht rechtlich einwandfrei zu sperren...

Wenn du den Atem hast und notfalls bis vor das Sozialgericht gehen w├╝rdest, dann lehne jeden unzumutbaren Vorschlag mit dieser Begr├╝ndung ab und wenn man dich sperren will, dann gehst du damit (├╝ber einen abgelehnten Widerspruch zur Sperre) vor Gericht...

Solange du wenigstens 5 - 6 sinnvolle Bewerbungen monatlich get├Ątigt hast und nachweisen kannst, d├╝rfte JEDER Richter diese Sperre kippen, wenn man dir im Monat noch so 5 - 10 zus├Ątzliche, sinnlose VV zugesendet hat, ohne dir wenigstens die Kosten-├ťbernahme daf├╝r (f├╝r ALLE Berwerbungen!!!) zu garantieren.

MfG Doppeloma
 

Leiandri

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Schon mal vielen Dank f├╝r die ausf├╝hrlichen Antworten. Ok das mit der AfA vs. Arge zeigt das ich mit den Vereinen bislang (zum Gl├╝ck) noch nicht wirklich viel zu schaffen hatte.

Hinsichtlich der EGV: Wie gesagt ich hatte mich im Vorfeld da auch schon ein wenig schlau gemacht, ja lt. Gesetz gibt es keine feste Anzahl von Bewerbungen insofern stellt man sich durch die EGV selbst "schlechter", die geforderte Anzahl finde ich aber durchaus im Bereich des m├Âglichen (solange dann eben nicht noch eine un├╝berschaubare Anzahl von sinnlosen VVs zus├Ątzlich draufgepackt wird). Dar├╝ber hinaus habe ich den Text nach meinen W├╝nschen anpassen lassen, ich glaube der SB wei├č gar nicht das er sich durch die nun verwendete Formulierung im Streitfall selbst ins Knie geschossen hat... ;)

Soweit das ich Vergleiche hinsichtlich der Verg├╝tungen der potentiellen Stellen machen k├Ânnte bin ich noch gar nicht, in den VVs steht da wenig bis gar nichts - insofern m├╝sste man das dann mit dem jeweiligen AG abkl├Ąren ob die Stelle dann ggf. wg. finanzieller Unzumutbarkeit abgelehnt werden kann - wobei alzu gro├če Hoffnungen habe ich hier nicht.

Und das religi├Âse Gr├╝nde wohl auch als pers. Gr├╝nde anzusehen sind klingt schon mal sehr gut.

Hinsichtlich der Anmerkung hinsichtlich der Kindesbetreuung noch eine Frage: Grds. muss ja die Betreuung des Kindes gew├Ąhrleistet sein, sonst steht man effektiv ja dem Arbeitsmarkt nicht zur Verf├╝gung.

Kann ich dann aber Stellen die eben z.B. bis 18 Uhr sind als unzumutbar ablehnen weil man normalerweise hier wenig bis keine Betreuungsangebote findet? (Au├čer man leistet sich den Luxus einer Tagesmutter).

Und wie sieht das bei Stellen mit "flexibler" Arbeitszeit aus, im konkreten Fall ist es eine Teilzeitstelle mit wechselnden Arbeitszeiten (tagesweise, vormittags/nachmittags). Ich habe jetzt ja nur die M├Âglichkeit mein Kind im Kita entweder halbtags oder ganztags unterzubringen aber nicht im Wechsel und erst recht nicht kurzfristig auf Zuruf durch den AG. Oder kann von mir erwartet werden, dass der Nachwuchs die ganze Woche Vollzeit in die Kita muss (bei entsprechenden Kosten) nur damit ich so eine Stelle dann auch wahrnehmen kann?
 
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Und das religi├Âse Gr├╝nde wohl auch als pers. Gr├╝nde anzusehen sind klingt schon mal sehr gut.
Mal ein Nachtrag von meiner Wenigkeit: die Kirchen haben aufgrund der diversen Staatskirchenvertr├Ąge einen arbeitsrechtlichen Sonderstatus, wie du schon erkannt hast. Sie brauchen also bei der Einstellung von Mitarbeitern nicht weltanschaulich neutral zu handeln. Es wird im Vorstellungsgespr├Ąch fr├╝her oder sp├Ąter die bekannte "Gretchenfrage" gestellt werden, und zwar hier zul├Ąssigerweise.

Du brauchst eigentlich nur darauf zu warten. Das ist wahrscheinlich risikoloser als mit "pers├Ânlicher Unzumutbarkeit" zu argumentieren, denn von dir wird vermutlich in der Praxis auch dort lediglich die ordentliche Erf├╝llung deiner Arbeit verlangt werden.

Hinsichtlich der Anmerkung hinsichtlich der Kindesbetreuung noch eine Frage: Grds. muss ja die Betreuung des Kindes gew├Ąhrleistet sein, sonst steht man effektiv ja dem Arbeitsmarkt nicht zur Verf├╝gung.

Kann ich dann aber Stellen die eben z.B. bis 18 Uhr sind als unzumutbar ablehnen weil man normalerweise hier wenig bis keine Betreuungsangebote findet? (Au├čer man leistet sich den Luxus einer Tagesmutter).

Und wie sieht das bei Stellen mit "flexibler" Arbeitszeit aus, im konkreten Fall ist es eine Teilzeitstelle mit wechselnden Arbeitszeiten (tagesweise, vormittags/nachmittags). Ich habe jetzt ja nur die M├Âglichkeit mein Kind im Kita entweder halbtags oder ganztags unterzubringen aber nicht im Wechsel und erst recht nicht kurzfristig auf Zuruf durch den AG. Oder kann von mir erwartet werden, dass der Nachwuchs die ganze Woche Vollzeit in die Kita muss (bei entsprechenden Kosten) nur damit ich so eine Stelle dann auch wahrnehmen kann?
Du kannst deine Verf├╝gbarkeit bez├╝glich der Lage der Arbeitszeit nur einschr├Ąnken (beispielsweise auf "halbtags vormittags"), wenn so eine Arbeitszeit in deiner Branche ├╝blich oder jedenfalls nicht vollkommen un├╝blich ist. Bei einer typischen B├╝rot├Ątigkeit wirst du also beispielsweise nicht verlangen k├Ânnen, nur nachts zu arbeiten, in der Krankenpflege hingegen w├Ąre das schon m├Âglich.

So eine grunds├Ątzliche Einschr├Ąnkung m├╝├čtest du der Arbeitsagentur mitteilen, bevor dir ein entsprechender Vermittlungsvorschlag gemacht wird, denn "aus Anla├č" eines Vorschlages darf so eine Einschr├Ąnkung nicht gemacht werden, sondern nur vorher.

Bedenke au├čerdem: wenn du bisher Vollzeit gearbeitet hast und deine Verf├╝gbarkeit bez├╝glich der Wochenarbeitszeit einschr├Ąnkst (beispielsweise nur noch 30 statt 40 Wochenstunden), bekommst du nur noch anteilig ALG, in diesem Beispiel also 3/4 deines eigentlichen Anspruchs. Wenn du damit leben kannst, ist es aber auch dein Recht, dies zu tun, solange du mindestens 15 Wochenstunden verf├╝gbar bleibst und die Arbeitszeit in der Branche realisierbar erscheint.

Mit "Kindeswohl hat Vorrang" kann man im Bereich des normalen ALG leider nicht argumentieren, weil es hier schlicht und einfach auf den zeitlichen Umfang der objektiv verbleibenden Verf├╝gbarkeit ankommt. Auch wenn man noch so gute Gr├╝nde hat, nur noch zeitlich eingeschr├Ąnkt verf├╝gbar zu sein, w├╝rde man nur noch anteilig oder eventuell gar nicht mehr ALG bekommen. Im Bereich ALG II, ├╝ber den wir hier ja nicht reden, w├Ąre dies anders.
 

Doppeloma

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Hallo Leiandri,

Soweit das ich Vergleiche hinsichtlich der Verg├╝tungen der potentiellen Stellen machen k├Ânnte bin ich noch gar nicht, in den VVs steht da wenig bis gar nichts - insofern m├╝sste man das dann mit dem jeweiligen AG abkl├Ąren ob die Stelle dann ggf. wg. finanzieller Unzumutbarkeit abgelehnt werden kann - wobei alzu gro├če Hoffnungen habe ich hier nicht.
Die Erst-Pr├╝fung der Zumutbarkeit von VV obliegt dem SB und der hat wohl kaum die M├Âglichkeit irgendwas mit deinem letzten Einkommen zu vergleichen, wenn du noch nicht mal einen Leistungsbescheid vorliegen hast.

Allerdings sind die Regelungen auch im ALGI inzwischen so verkommen, dass in vielen VV noch nicht mal genau drin steht, f├╝r welche T├Ątigkeit man sich bewerben soll oder eben auch die vorgesehenen Arbeitszeiten, die gerade f├╝r Eltern eine wichtige Rolle spielen.

Und das religi├Âse Gr├╝nde wohl auch als pers. Gr├╝nde anzusehen sind klingt schon mal sehr gut.
Ich denke nicht, dass ich mich bei einem kirchlichen AG ├╝berhaupt erst vorstellen m├Âchte, wenn der "Glaube" an diese Konfession schon als Voraussetzung in der Stellenbeschreibung gefordert ist.

Es spielt dann f├╝r mich keine Rolle, ob ich in der T├Ątigkeit selber damit direkt konfrontiert werde, ich stehe NICHT hinter solchem Denken und dann m├Âchte ich mich auch nicht t├Ąglich Vollzeit "verbiegen m├╝ssen", NUR um eine Stelle zu haben...

Ich dachte die Zeiten, wo man sich selbst und seine Weltanschauung verleugnen soll/muss, sind inzwischen vorbei...:eek:

Hinsichtlich der Anmerkung hinsichtlich der Kindesbetreuung noch eine Frage: Grds. muss ja die Betreuung des Kindes gew├Ąhrleistet sein, sonst steht man effektiv ja dem Arbeitsmarkt nicht zur Verf├╝gung.

Kann ich dann aber Stellen die eben z.B. bis 18 Uhr sind als unzumutbar ablehnen weil man normalerweise hier wenig bis keine Betreuungsangebote findet? (Au├čer man leistet sich den Luxus einer Tagesmutter).
Was bei bestimmten ├ľffnungszeiten der Kita durchaus zu beachten w├Ąre, das hat (aus meiner Sicht) nicht generell mit Einschr├Ąnkung der Verf├╝gbarkeit zu tun.

Man KANN ja auch Vollzeit im B├╝ro von 8 - 16/17 Uhr arbeiten, jeden Tag die Woche und f├╝r diesen Zeitraum ist in der Regel auch die Kita-Betreuung gedeckt.

Ich glaube nicht, dass man auch noch zus├Ątzlich eine Tagesmutter parat halten muss (die kommt ├╝brigens auch NICHT Nachts), um z.B. Schichtarbeit, stark wechselnde Arbeitszeiten oder tageweise Abwesenheit usw. abzudecken...:icon_evil:

Die "Vereinbarkeit" von Familie und Beruf wird doch immer so gerne propagiert, die kann ja nun nicht erst bei Bezug von ALGII beginnen...

Ich denke mal die Verf├╝gbarkeit f├╝r Vollzeitbesch├Ąftigung generell und die Zumutbarkeit extremer Arbeitszeiten, muss man schon irgendwie trennen/ber├╝cksichtigen wenn Kinder zu versorgen sind, auch im ALG I.
Die Kindereinrichtungen sind da leider nicht halb so flexibel, wie es die AG oft gerne h├Ątten, andererseits kann es ja auch nicht angehen, dass schon Kinder an "Schichtdienst" gew├Âhnt und "angepasst" werden m├╝ssen...:icon_dampf:

Am Besten mal die "Landesmutti" fragen, wie man das so als verantwortungsvolle Mami hinbekommt...:cool:

MfG Doppeloma
 

Leiandri

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Ok, danke f├╝r den vielen Input. Das der SB hinsichtlich der Verg├╝tung erstmal nichts vergleichen kann wenn weder der AG eine konkrete Aussage macht ("branchen├╝bliche Verg├╝tung") und meine Unterlagen auf dem Amt als verschollen gelten ist logisch...

Hierzu h├Ątte ich allerdings auch noch mal eine Frage hinsichtlich des ┬ž 140 Abs. 3 SGB III:

"wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt"

Jetzt habe ich vorher Vollzeit 38,5 Std. gearbeitet und bekomme einen VV f├╝r "Vollzeit mit 32,5 Std." - logischerweise bekommt man dann auch weniger gezahlt. Kann ich - da es mir ja als vermeintliche Vollzeitstelle angeboten wird - dann ablehnen wenn eben es ├╝ber 20% weniger des f├╝r die Bemessung des ALG 1 zugrunde liegenden Entgeltes sind, oder w├╝rde hier dann "hochgerechnet" werden was man bei der Stelle bekommen w├╝rde wenn man denn 38,5 Std. arbeiten k├Ânnte und erst dann wird verglichen?
 
E

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Hierzu h├Ątte ich allerdings auch noch mal eine Frage hinsichtlich des ┬ž 140 Abs. 3 SGB III:

"wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt"

Jetzt habe ich vorher Vollzeit 38,5 Std. gearbeitet und bekomme einen VV f├╝r "Vollzeit mit 32,5 Std." - logischerweise bekommt man dann auch weniger gezahlt. Kann ich - da es mir ja als vermeintliche Vollzeitstelle angeboten wird - dann ablehnen wenn eben es ├╝ber 20% weniger des f├╝r die Bemessung des ALG 1 zugrunde liegenden Entgeltes sind, oder w├╝rde hier dann "hochgerechnet" werden was man bei der Stelle bekommen w├╝rde wenn man denn 38,5 Std. arbeiten k├Ânnte und erst dann wird verglichen?
Nein, die Umrechnung auf Stundenzahl ist nur f├╝r F├Ąlle vorgesehen, wo jemand l├Ąnger arbeiten w├╝rde als im Bemessungszeitraum, nicht umgekehrt.

Anders ausgedr├╝ckt: die Besch├Ąftigung mu├č "zumutbar" sein
1. in Hinblick auf die absolute H├Âhe der monatlichen Bezahlung und
2. in Hinblick auf den Stundenlohn.

W├╝rdest du also beispielsweise eine Stelle mit 40 Wochenstunden Arbeitszeit angeboten bekommen und h├Ąttest du vorher 2000 Euro brutto monatlich verdienst, l├Ąge dein Vergleichsma├čstab bei 40/38,5 x 2000 Euro = 2078 Euro (beziehungsweise 80 % oder 70 % davon).

Im umgekehrter Richtung (Arbeitszeit k├╝rzer als zuvor) darf das jedoch nicht gemacht werden. Hier gehst du einfach vom Monatsverdienst aus.
 
G

Gast1

Gast
Hierzu h├Ątte ich allerdings auch noch mal eine Frage hinsichtlich des ┬ž 140 Abs. 3 SGB III:

"wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt"

Jetzt habe ich vorher Vollzeit 38,5 Std. gearbeitet und bekomme einen VV f├╝r "Vollzeit mit 32,5 Std." - logischerweise bekommt man dann auch weniger gezahlt. Kann ich - da es mir ja als vermeintliche Vollzeitstelle angeboten wird - dann ablehnen wenn eben es ├╝ber 20% weniger des f├╝r die Bemessung des ALG 1 zugrunde liegenden Entgeltes sind, oder w├╝rde hier dann "hochgerechnet" werden was man bei der Stelle bekommen w├╝rde wenn man denn 38,5 Std. arbeiten k├Ânnte und erst dann wird verglichen?
Das kann ich aus der entsprechenden Gesch├Ąftsanweisung der Bundesagentur f├╝r Arbeit nicht herauslesen. Dort steht:

Arbeitsentgelt (140.5)

(1) Arbeitsentgelt i. S. von ┬ž 140 Abs. 3 ist das Bruttoarbeitsentgelt einschlie├člich Einmalzahlungen (┬ž 14 Abs. 1 SGB IV). Der Beginn der 3-Monatsfrist richtet sich nach dem Zeitpunkt der Entstehung des Stammrechts; sie umfasst nur Zeiten der Arbeitslosigkeit.
Lies Dir bitte den entsprechenden Passus in dieser Gesch├Ąftsanweisung komplett durch auf https://www.arbeitsagentur.de/bund/generator/goto?id=673052 , und zwar das Kapitel

3. Personenbezogene Gr├╝nde, die der Zumutbarkeit entgegenstehen
, dort die Randziffern 140.5 bis 140.11a (PDF-Seite 5 bis 7)
 
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