Erster Kontakt des Jobcenters: Einladung zu einem telefonischen Vorabgespräch und Liste mit Unterlagen, die kurzfristig (25.09.) eingereicht werden müssen. Ich bitte um Hilfe beim Erstellen einer schriftlichen Antwort und dem Zusammenstellen der Dokumente

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VogelimKopf

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Hallo liebe Forenmitglieder.

Ich bräuchte nun eure ausführliche Hilfe. So langsam geht es ans Eingemachte.

Am 10.09. habe ich einen formlosen Antrag an mein zuständiges JC geschickt. Ich möchte Leistungen ab dem 01.10. beantragen.

Heute bekam ich per Post einen Haufen Unterlagen über Dokumente, die ich bis zum 25.09. einreichen soll (fängt ja schon gut an - nur 2 Tage Zeit :rolleyes:).
Dabei war auch ein Schreiben meiner zukünftigen SB (nehme ich an?), dass ich sie am 01.10. wegen des "Fallclearing" anrufen soll. Die Dame scheint meinen formlosen Antrag nicht richtig gelesen zu haben, da sie mir Anspruch ab dem 01.09. rüchwirkend einräumen will - nett, aber zu diesem Zeitpunkt habe ich noch gar keinen Anspruch.
Und ein Datenblatt mit Erklärungen und Hinweisen, das ich unterschreiben soll, war auch dabei.

Kurz zu meiner Situation: Ich bin Ü25 und wohne noch bei meinen Eltern in einer Mietwohnung. Mein Studium endet zum 30.09. Eine Exmatrikulationsbescheinigung liegt bereits vor. Zum 17.08. hatte ich eigentlich meinen allerersten sozialversicherungspflichtigen Job angetreten, bin aber leider zum 16.09. innerhalb der Probezeit gekündigt worden.

Nun habe ich mir die Liste der Dokumente, die eingereicht werden sollen, durchgelesen, und ich finde sie teils ziemlich willkürlich. Als ob alles, was ein Leistungsempfänger jemals vorlegen könnte, hier vermerkt ist. Vieles trifft auf mich gar nicht zu.
Zudem sind manche Sachen vermerkt, die ich doch gar nicht einreichen muss - Wie Einkommensbescheide aller im Haushalt lebenden Personen. Meine Eltern erteilen mir diesbezüglich natürlich keine Auskunft.

Den Mietvertrag oder meinen Personalausweis möchte ich nicht als Kopie dort einreichen. Reicht es da nicht, wenn ich darauf hinweise, dass ich solche Dinge bei einer persönlichen Vorsprache vorzeige?

Eigentlich wollte ich heute den formlosen Antrag per Einschreiben sowie per Fax mit Sendebericht abschicken.
Ich habe folgende Dokumente bislang vorbereitet:
- VA
- Anlage HG
- Schreiben der Eltern, dass keine Unterstützung ab Oktober mehr erfolgt
- Anlage KdU
- KBV
- Anlage EK
- Mitgliedsbescheinigung KK

Bei der Anlage VM war ich mir unsicher. Ist es nicht noch so, dass die Vermögensprüfung noch wegfällt?

Zu guter letzt, ich möchte die Dame gar nicht anrufen. Erstens möchte ich den Telefonkontakt mit dem JC auf Null reduziert halten. Zweites weiß ich nicht was die vorhaben wird (oder mir versprechen möchte) und will mich nicht überrumpeln lassen. Außerdem wird hier ja immer gesagt, dass Aussagen über ein Telefonat keine Nachweisbarkeit haben.

Ich habe die Schreiben hier mal anonymisiert beigefügt.

Was ich mir hier in diesem Beitrag erhoffe ist, wie ich am besten ein Schreiben formuliere, bei dem ich darauf hinweise, was ich an Dokumenten beilegen kann, was ich lieber persönlich vorzeigen möchte und auch, dass ich ausschließlich per Post kommunizieren möchte.

Zudem ürde ich gerne wissen, ob meine vorbereiteten Dokumente für eine erste Reaktion ausreichen oder ob es etwas gibt, was noch unbedingt dabei muss. Wie gesagt, der 25.09. als Deadline ist ja auch lächerlich kurz gesetzt...


Edit: Unterlagen nochmals anonymisiert. Ich hoffe, das reicht so.
 

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VogelimKopf

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Den Mietvertrag wirst du wohl komplett einreichen müssen, da reicht eine Vorlage nicht aus.
Also eine Kopie einreichen?
Ich hatte mich hierauf bezogen: https://elo-forum.org/index.php?topic=32844.0

Edit: Hm, er ersetzt den Link immer zur Hauptseite hier. Ich meinte bei hartz info > Thema: Welche Dokumente & Nachweise darf das JobCenter fordern?
Da steht: "
  • Mietverträge
    Hier gilt:
    Es gibt die Möglichkeit, entweder den Mietvertrag zur Einsichtnahme vorzulegen oder eine Vermieterbescheinigung einzureichen.
    Achtung: Die Forderung von Mietvertrag UND Vermieterbescheinigung wäre eine unzulässige doppelte Datenerhebung, da beide die selben Daten enthalten. Mit der Vorlage des Mietvertrages ist man seinen Mitwirkungspflichten nachgekommen. Die Vermieterbescheingung kann dann gemäß § 65 SGB I und § 67a SGB X nicht mehr gefordert werden.
Der BfDI sagt u. a: "Die Form der Datenerhebung muss dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit entsprechen.""
 

TazD

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er ersetzt den Link immer zur Hauptseite hier. Ich meinte bei hartz info >
Aus gutem Grund. Die Informationen dort sind teilweise mit Vorsicht zu genießen.

Und ja, das JC darf entweder Mietvertrag oder Mieterbescheinigung anfordern. Dann wäre der Mietvertrag eben in Kopie einzureichen, denn du hast keinen Anspruch darauf, dass sich der SB auf eine reine Vorlage beschränkt und dann einen mehrseitigen Vertrag in dem Moment prüft, in dem du diesen vorlegst.
 

VogelimKopf

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Aus gutem Grund. Die Informationen dort sind teilweise mit Vorsicht zu genießen.

Und ja, das JC darf entweder Mietvertrag oder Mieterbescheinigung anfordern. Dann wäre der Mietvertrag eben in Kopie einzureichen, denn du hast keinen Anspruch darauf, dass sich der SB auf eine reine Vorlage beschränkt und dann einen mehrseitigen Vertrag in dem Moment prüft, in dem du diesen vorlegst.
Das macht einem Hilfesuchenden die Entscheidung, ob eine Quelle vertrauenswürdig ist oder nicht, leider nicht leichter...


So, ich habe zwischenzeitlich zwei Schreiben aufgesetzt.
Im ersten teile ich der SB bezüglich des Telefontermins mit:

"Sehr geehrte Frau ...,

ich habe Ihre Anfrage zu einem telefonischen Gespräch erhalten. Gemäß §1 der Erreichbarkeits-Anordnung (EAO) bin ich jedoch ausschließlich per Post zu erreichen. Sollten Sie das Bedürfnis haben, eine Korrespondenz mit mir zu führen, schreiben Sie mich gerne jederzeit an."


Das zweite Schreiben an die Leistungsabteilung:

"Sehr geehrte Frau ...,

Dieses Schreiben bezieht sich auf meinen Leistungsantrag vom 10.09.2020 zum 01.10.2020.

Folgende Unterlagen sind diesem Schreiben beigefügt:

- VA
- Anlage HG
- Schreiben der Eltern, dass keine Unterstützung mehr ab Oktober erfolgt
- Anlage KdU
- Kostenbeteiligungsvereinbarung zwischen [Kind] und [Eltern]
- Anlage EK
- Anlage VM
- Kontoauszüge Girokonto
- Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse
- Exmatrikulationsbescheinigung zum 30.09.2020


Fehlende Unterlagen reiche ich bei entsprechendem Wunsch unverzüglich nach. Bei Fragen oder weiteren Anliegen stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit postalisch zur Verfügung."


Ich werde das letzte Schreiben ergänzen, je nachdem, was mir hier noch vorgeschlagen wird. Datiert sind die Dokumente zu Morgen. Ich würde sie dann also per Fax und per Einschreiben einschicken, um die Frist zu wahren.

Wären diese Schreiben erstmal so in Ordnung?
 

HermineL

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Das macht einem Hilfesuchenden die Entscheidung, ob eine Quelle vertrauenswürdig ist oder nicht, leider nicht leichter...
Aber sicher dat! Denn wir weisen ja explizit daraufhin das diese Quelle eben nicht vertrauenswürdig ist. Genau aus diesem Grund blocken wir auch eine Verlinkung dorthin. Meistens fragen die User dann nach, wie du, so das wir dann darauf hinweisen.
 

VogelimKopf

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Aber sicher dat! Denn wir weisen ja explizit daraufhin das diese Quelle eben nicht vertrauenswürdig ist. Genau aus diesem Grund blocken wir auch eine Verlinkung dorthin. Meistens fragen die User dann nach, wie du, so das wir dann darauf hinweisen.
Ok, gut zu wissen 😅

Wenn ihr eine Kostenbeteiligungsvereinbarung habt, dann must du natürlich keinen Mietvertrag mitschicken, der Mietvertrag deiner Eltern geht das JC nichts an.
Ja, die werde ich auch an die Anlage KdU heften.
 

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abcabc

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Die Kostenbeteiligungsvereinbarung ist so NICHT optimal.
Bei der Formulierung kann das JC Belege für alles verlangen (Mietvertrag, Heizkosten,....).
Und falls z.B. die Heizkosten mal niedriger ausfallen und du es nicht unverzüglich meldest, droht evtl. sogar ein Bußgeld.

Besser einfach eine Pauschale für die Unterkunft und Nebenkosten vereinbaren; OHNE die Anmerkung, dass die Kosten durch die Anzahl der Bewohner geteilt werden und OHNE die Angabe, wie die Kosten sich zusammensetzen.
 

VogelimKopf

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Ich habe nun bei der KBV die Passage "anteilig nach Personenzahl (Kopfteilprinzip)" gestrichen, ebenso die Aufschlüsselung der Kosten.
In der Anlage KdU habe ich bei Grundmiete ("ohne Nebenkosten" durchgestrichen) 150€ eingetragen, alles andere freigelassen.

Ich nehme an, dass ich, neben dem Mietvertrag, so auch keine Nachweise über Betriebs-, Heiz-, Stromkosten etc. erbringen muss?
Unter "Energiequellen" musste ich ja ankreuzen, was auf uns zutrifft.


Noch etwas: Es wird nach einer "Erklärung, wovon/wie Sie bis jetzt Ihren Lebensunterhalt sicher gestellt haben" verlangt.
Nötig, oder kann das weg, weil sich das ja aus den anderen Unterlagen (Studium, von Eltern finanziert, was bald wegfällt) ergibt?
Geht es das JC überhaupt etwas an, wie ich bislang gelebt habe? Immerhin erfährt es durch die Vermögensprüfung, dass ich hilfebedürftig bin, das sollte doch reichen...?
 

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abcabc

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Bei 1. müsstest du noch den 1. Satz anpassen...
Es ist willkür, ob der SB die Kostenvereinbarung so akzeptiert oder versucht ein großes Affentheater zu veranstalten...


Wird die Erklärung im offiziellen Antrag verlangt oder ist das ein Fantasie-Formular vim JC?
 

Ramteid

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Anspruch ab dem 01.09. rüchwirkend einräumen
Bist du sicher das du nicht schon im September bedürftig bist? Hast ja nur bis mitte September gearbeitet, und somit nicht allzuviel verdienen können.
ALG II Anträge gelten rückwirkend für den Monat wo sie gestellt werden. Du hast auch ein Schonvermögen. Evt. solltest du mal hier aufführen wie dein Vermögen/Einkommen im Sept. ausschaut. Ich vermute fast du bist schon im Sept. anspruchsberechtigt, da du zuvor studiert und nur wenig verdienen konntest.
 

VogelimKopf

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Ich müsste es so lassen, denke ich. Mein Vater hat gerade das Haus verlassen; er kann nicht mehr unterschreiben. Ich möchte/muss den Antrag aber heute abgeben...

Wie der SB tickt, kann ich ja leider nicht beeinflussen. Nur hoffen, dass es so reicht.

Da ich formlos ALG2 beantragt habe, wissen die gar nichts über mich. Nicht mal, dass ich noch bei meinen Eltern wohne. Da mir aber hier eine KBV empfohlen wurde, dachte ich, ich nehme das Ganze vorweg. Ich möchte so wenig Stress mit dem JC wie möglich.

Ich denke nicht, dass ich das bin. Offiziell bin ich nämlich noch immatrikuliert. Die Exmatrikulation tritt erst mit dem 30.09. in Kraft.
 

abcabc

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Gibt keinen Grund anzugeben, wovon du gelebt hast, wenn die nicht danach fragen. Das kann in deinem Fall eher schaden, wenn der SB dann glaubt, dass deine Eltern dich vielleicht weiter unterstützen würden...


Wenn du immatrikuliert bist und nicht beurlaubt, könnte es maximal ALG II geben, wenn du sonst aus finanziellen Gründen das Studium nicht beenden könntest. Aber damit wirst du Ende September nicht mehr durchkommen.....
 

VogelimKopf

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Wenn du immatrikuliert bist und nicht beurlaubt, könnte es maximal ALG II geben, wenn du sonst aus finanziellen Gründen das Studium nicht beenden könntest. Aber damit wirst du Ende September nicht mehr durchkommen.....
Genau deshalb habe ich bereits im formlosen Antrag erwähnt, dass ich ab dem 01.10. Leistungen beantragen will. Ich weiß ja, dass ich für September nichts bekommen kann.
Genau dann sollen auch die Ansprüche meiner Eltern mittels KBV in Kraft treten - Dann bin ich kein Student mehr und sie unterstützen mich offiziell nicht mehr.

Das JC hat das aber scheinbar überlesen und möchte mir rückwirkend zum 01.09. Leistungen berechnen. Das wird nicht klappen. Deshalb erwähne ich im Schreiben an die Leistungsabteilung nochmal, dass ich für den September keine Leistungen beantrage, sondern erst ab Oktober.
Genau wie ich im VA und in der Anlage KdU den Vermerk "ab dem 01.10.2020" bei "Ich wohne zur Miete" hinzugefügt habe.
 

VogelimKopf

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Ich habe den Antrag nun per Fax übersandt. Gleich gehe ich los und sende ihn noch einmal per Einschreiben.
Ich bin gespannt, was daraus wird.
 

VogelimKopf

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Liebe Forenmitglieder,

dieses Anliegen bezieht sich hierauf: https://www.elo-forum.org/threads/e...und-dem-zusammenstellen-der-dokumente.217400/

Das JC hat auf meinen Antrag und den eingereichten Unterlagen nun reagiert und mir das beigefügte Schreiben geschickt (siehe Anhang). Einige Punkte daraus verunsichern mich (gelb markiert).
Wie sollte ich vorgehen?

Personalausweis, Sozialversicherungsnummer/-ausweis, Krankenkassenkarte:
Den Personalausweis werde ich garantiert nicht einschicken. Eine Bekannte, die beim JC jemanden kennt, hat auch gemeint, dass Kopien unzulässig sind.
Die Sozialversicherungsnummer steht doch im VA. Wozu noch mal einreichen?
Ich habe bereits eine Mitgliedsbescheinigung der KK eingereicht. Die Krankenkassenkarte ist somit hinfällig?

Kundennummer der Agentur:
Welche Agentur? BfA oder JC? Nötig?

Bescheinigung vom Vermieter / Mietvertrag:
Ich habe eine KBV eingereicht. Es war zwar ein Risiko, ob das JC Mucken macht deswegen, aber ist so etwas denn noch nötig? Oder reicht es auf die KBV zu verweisen und darauf, dass ich auf den Mietvertrag meiner Eltern keinen Zugriff habe?

Prüfung der Leistungsfähigkeit der Verwandten:
Ich bilde mit Ü25 doch meine eigene BG. Darf doch also nicht geprüft werden?

Unterkunftskosten/Betriebsabrechnung etc.:
Kenne ich nicht. Ist auch Sache meiner Eltern. Wie vorgehen?

Kontoauszüge:
Habe ich eingereicht. Angeblich nicht vollständig lesbar. Ich habe tatsächlich etwas geschwärzt – Aber nur zu den Ausgaben und nur die Namen der Empfänger, aber keinerlei Beträge. Ich habe gehört, dass es z.B. wegen religiösen Gründen erlaubt ist, solche Auskünfte zu schwärzen (genaue Rechtslage?)

Erklärung, warum Leistungen der Unterstützung von meinen Eltern wegfallen (Höhe, Dauer, Grund):
Warum reicht die Angabe nicht, dass die Leistungen zum 01.10. wegfallen?
Außerdem, genaue Höhen sind nicht bekannt, wie ich bislang mitfinanziert wurde.

Unterschriebenes Infoblatt Grundsicherung:
Habe ich nicht bekommen, erst recht nicht 2x.

„Mit Datum vom 24.09. haben Sie nach bereits angezeigter Antragstellung am 11.09. eine Kostenbeteiligungsvereinbarung mit Ihren Eltern unterzeichnet.
Teilen Sie bitte mit, warum Sie sich verpflichtet haben Kosten zu leisten, von denen Ihnen bereits im Vorfeld bekannt war, dass sie diese nach aktueller Lage nicht bewerkstelligen können.“

Da bin ich völlig überfragt. Was soll ich hierauf antworten?

„Im Schreiben vom 09.09. haben Sie angegeben, dass sich Ihr Antrag auf folgende Leistungen bezieht: Regelbedarfe, Mehrbedarfe, Kosten der Unterkunft, sowie Leistungen zur Bildung und Teilhabe. Bitte teilen Sie mit, welche Leistungen zur Bildung und Teilhabe Sie konkret beantragen.“
Diese Aufteilung habe ich aus einer Vorlage für einen formlosen Antrag. Ich weiß nicht, was ich genau da angeben soll. Leistungen zur Bildung und Teilhabe – da interpretiere ich die Kostenübernahme von zielführenden Weiterbildungskursen, etc.
Was angeben?

Verdienstabrechnungen/Kündigungsschreiben/letzter Arbeitsvertrag/Lohnabrechnung:
Ich habe Geld bezogen für August/September, da ich einen Job hatte, in welchem ich jedoch innerhalb eines Monats gekündigt wurde.
Sind Verdienstabrechnung und Lohnabrechnung nicht dasselbe? Ich nehme an, es wäre besser, die Lohnabrechnung vorzulegen?
Ich kann noch nachvollziehen, dass ich das Kündigungsschreiben vorlegen muss, aber weshalb der Arbeitsvertrag?


Ich habe nun bis zum 11.10. Zeit, alles nachzureichen. Ich hoffe auf eure adäquate Hilfe – Ich bin etwas beunruhigt gerade.
Hilfe für die Formulierung einer Antwort zu den einzelnen Punkten (gerne auch mit Rechtsgrundlage) wäre großartig...


PS. Wenn ich etwas nicht vorlegen kann, weil es nicht existiert (z.B. Kfz), soll ich eine Liste anführen mit eben mit diesen Punkten, um noch mal weitere Nachfragen zu umgehen?
 

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grün_fink

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Hallo,
ich versuche mal, auf einzelne deiner Punkte etwas zu schreiben.

Kundennummer der Agentur:
Welche Agentur? BfA oder JC? Nötig?
Da dürfte die K-Nr. der AfA gemeint sein.

Bescheinigung vom Vermieter / Mietvertrag:
Ich habe eine KBV eingereicht. Es war zwar ein Risiko, ob das JC Mucken macht deswegen, aber ist so etwas denn noch nötig? Oder reicht es auf die KBV zu verweisen und darauf, dass ich auf den Mietvertrag meiner Eltern keinen Zugriff habe?
Da würde ich einfach weiter drauf verweisen, dass du mit deinen Eltern keinen Mietvertrag hast und den Mietvertrag deiner Eltern mit ihrem Vermieter nicht kennst.

Prüfung der Leistungsfähigkeit der Verwandten:
Ich bilde mit Ü25 doch meine eigene BG. Darf doch also nicht geprüft werden?
Sie versuchen, eine Haushaltsgemeinschaft zu konstruieren, weil du bisher finanziell unterstützt wurdest. Diese Unterstützung ist ja jetzt weg gefallen. Dabei würde ich bleiben.

Unterkunftskosten/Betriebsabrechnung etc.:
Kenne ich nicht. Ist auch Sache meiner Eltern. Wie vorgehen?
Hm, siehe oben, Begründung zur Kostenbeteiligungsvereinbarung.

Kontoauszüge:
Habe ich eingereicht. Angeblich nicht vollständig lesbar. Ich habe tatsächlich etwas geschwärzt – Aber nur zu den Ausgaben und nur die Namen der Empfänger, aber keinerlei Beträge. Ich habe gehört, dass es z.B. wegen religiösen Gründen erlaubt ist, solche Auskünfte zu schwärzen (genaue Rechtslage?)
Weiß nicht, die schreiben ja nicht, was sie nicht lesen können. Sollen sie mal konkretisieren, oder falls es nur ein Blatt betrifft, das nachfordern.

Erklärung, warum Leistungen der Unterstützung von meinen Eltern wegfallen (Höhe, Dauer, Grund):
Warum reicht die Angabe nicht, dass die Leistungen zum 01.10. wegfallen?
Außerdem, genaue Höhen sind nicht bekannt, wie ich bislang mitfinanziert wurde.
Soll wohl der Prüfung dienen, ob jetzt eine Haushaltsgemeinschaft gemacht werden könnte. Da sollen sie sich an deine Eltern selber wenden, wenn sie mögen.

Unterschriebenes Infoblatt Grundsicherung:
Habe ich nicht bekommen, erst recht nicht 2x.
Das könnte im Internet zu finden sein, haben sie dazu etwas geschrieben?

„Mit Datum vom 24.09. haben Sie nach bereits angezeigter Antragstellung am 11.09. eine Kostenbeteiligungsvereinbarung mit Ihren Eltern unterzeichnet.
Teilen Sie bitte mit, warum Sie sich verpflichtet haben Kosten zu leisten, von denen Ihnen bereits im Vorfeld bekannt war, dass sie diese nach aktueller Lage nicht bewerkstelligen können.“

Da bin ich völlig überfragt. Was soll ich hierauf antworten?
Puh. Das JC möchte allen Ernstes wissen, wieso du ohne Einkommen zu haben deinen Eltern etwas zu den Wohnkosten beisteuern möchtest. Jo. Warte mal, was die anderen dazu schreiben.
Für mich klingt das nach Abwimmelstrategie.

„Im Schreiben vom 09.09. haben Sie angegeben, dass sich Ihr Antrag auf folgende Leistungen bezieht: Regelbedarfe, Mehrbedarfe, Kosten der Unterkunft, sowie Leistungen zur Bildung und Teilhabe. Bitte teilen Sie mit, welche Leistungen zur Bildung und Teilhabe Sie konkret beantragen.“
Diese Aufteilung habe ich aus einer Vorlage für einen formlosen Antrag. Ich weiß nicht, was ich genau da angeben soll. Leistungen zur Bildung und Teilhabe – da interpretiere ich die Kostenübernahme von zielführenden Weiterbildungskursen, etc.
Was angeben?
Bildung und Teilhabe dürfte auf dich eher nicht mehr zutreffen.

Verdienstabrechnungen/Kündigungsschreiben/letzter Arbeitsvertrag/Lohnabrechnung:
Ich habe Geld bezogen für August/September, da ich einen Job hatte, in welchem ich jedoch innerhalb eines Monats gekündigt wurde.
Sind Verdienstabrechnung und Lohnabrechnung nicht dasselbe? Ich nehme an, es wäre besser, die Lohnabrechnung vorzulegen?
Ich kann noch nachvollziehen, dass ich das Kündigungsschreiben vorlegen muss, aber weshalb der Arbeitsvertrag?
Wenn du Lohn bezogen hast, ist die Lohnabrechnugn eine Verdienstabrechnung. Lohn ist ja eine Art von Verdienst, wobei es ja auch andere Verdienstarten gibt. Sie verwenden also nur den Oberbegriff für alle Arten von Verdienst.

PS. Wenn ich etwas nicht vorlegen kann, weil es nicht existiert (z.B. Kfz), soll ich eine Liste anführen mit eben mit diesen Punkten, um noch mal weitere Nachfragen zu umgehen?
Einfach schreiben: Trifft nicht zu, nicht vorhanden.

Warte mal, was die anderen so dazu schreiben.
Mir klingt das Schreiben nach Abwimmelstrategie.
 

abcabc

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Wahnsinn, was der SB alles verlangt.

ich würde an deiner Stelle die Liste nehmen und dann in einem Schreiben die Punkte abarbeiten.


Personalausweis:
Meinen Personalausweis werde ich gerne bei einem persönlichen Termin vorzeigen.

Sozialversicherungsnummer:
siehe Antrag [wenn du die dort schon angegeben hast - gibt keine Pflicht Daten doppelt anzugeben]

Krankenversicherungskarte:
Eine Mitgliedsbescheinigung habe ich am xx.xx.xxxx eingereicht. Meine Versicherungsnummer steht außerdem im Hauptantrag. Bitte genaue Rechtsgrundlage benennen, nach der ich die Krankenkassenkarte einreichen oder vorzeigen muss (ein allgemeiner Hinweis auf die Mitwirkungspflichten ist nicht ausreichend).
Da es nur ein Stichpunkt ist, aus dem nicht hervorgeht, was genau gemeint ist, beantworte ich diesen wie folgt: Ja, ich besitze eine Krankenversicherungskarte.

Angabe der Kundenummer der Agentur:
Welche Agentur?

Kraftfahrzeug:
Ich besitze kein Auto.

Bescheinigung vom Haupt-Vermieter, Betriebs und Heizkostenabrechnung, Strom- und Heizkosten:
Die schriftliche Kostenvereinbarung habe ich am xx.xx.xxxx eingereicht. Ich habe weder Zugriff auf den Mietvertrag, noch bin ich verpflichtet Verträge zwischen Dritten gegenüber dem JC offenzulegen.

Art der Warmwasserzubereitung:
Gas/Strom/Öl, aber nicht Leistungsrelevant, da pauschale Kostenbeteiligung.

Kontoauszüge aller Personen im Haushalt:
Ich bin Ü25 und bin meine eigene Bedarfsgemeinschaft. Mit den anderen Personen, die hinter der Haustür wohnen, bilde ich eine Wohngemeinschaft (WG) und wirtschafte getrennt. Es gibt keinerlei finanzielle Unterstützung. Abgesehen davon habe ich weder Zugriff auf die Daten, noch haben sie das Recht Daten von unbeteiligten Dritten anzufordern.
Meine Kontoauszüge habe ich bereits am xx.xx.xxxxx eingereicht. Da Sie offensichtlich mit den Schwärzungen nicht einverstanden waren, schicke ich sie erneut im Anhang zu.

Erklärung Unterstützungen:
Meine Eltern haben mein Studium finanziell unterstützt. Wie sie anhand der eingereichten Exmatrikulationsbescheinigung sehen können, habe ich das Studium Ende September beendet. Abgesehen haben weder Sie noch ich einen Anspruch auf schriftliche Erklärungen von Dritten, die beim JC keine Kunden sind. Sollten Sie weiterhin anderer Meinung sein, so nennen sie mir bitte die exakte rechtliche Grundlage, nach der Dritte verpflichtet wären diese Erklärung schriftlich abzugeben, die noch dazu keine Sozialleistungen beziehen. Hinzu kommt, dass ich Ü25 bin und die Erstausbildung erfolgreich abgeschlossen habe - dementsprechend sind meine Eltern nicht mehr Unterhaltspflichtig.

Versicherungen:
Ich habe keine Leistungsrelevanten Versicherungen. Meine Haftpflichtversicherung ist nicht Leistungsrelevant und dementsprechend sind auch keine Nachweise einzureichen.

unterschriebenes Informationsblatt Grundsicherung:
Es gibt im SGB keine Pflicht zusätzlich zu den offiziellen Antragsformularen Informationsblätter zu unterschreiben. Sollten Sie weiterhin der Meinung sein, dass eine Unterschrift verpflichtend sei, so teilen Sie mir bitte die exakte rechtliche Grundlage hierfür mit (ein allgemeiner Verweis auf die Mitwirkungspflicht ist hier nicht ausreichend).

Unterschrift Kostenbeteiligungsverinbarung:
Ich wurde vor die Wahl gestellt, mich entweder an den Kosten zu beteiligen oder mir eine eigene Wohnung zu suchen. Da Obdachlosigkeit zwingend zu vermeiden ist (auch gemäß SGB), müssen diese Kosten durch das JC übernommen werden. Sofern Sie mir statt der Kostenbeteiligung in Höhe von xxx€ bei meinen Eltern lieber eine eigene Wohnung Mit Nebenkosten zzgl. Umzugskosten und Erstausstattung finanzieren möchte, bin ich gerne bereit umzuziehen.

Anlage SV:
Ich bin die einzige Person in meiner BG. Die Anlage habe ich bereits am xx.xx.xxxxx an Sie geschickt / Füge ich diesem Schreiben bei.

Einkommen:
- Verdienstsbescheingungen: Habe ich bereits am xx.xx.xxxx eingericht / Befinden sich im Anhang.
- Kündigungsschreiben: Habe ich am xx.xx.xxxx eingereicht / Befindet sich im Anhang [muss eingereicht werden, da leistungsrelevant wer und warum gekündigt hat]
- Arbeitsvertrag: Es gibt keine Pflicht einen Arbeitsvertrag vorzuzeigen oder einzureichen. Sollten Sie weiterhin anderer Meinung sein, nennen Sie mir bitte die exakte rechtliche Grundlage hierfür (ein allgemeiner Hinweis auf die Mitwirkungspflichten ist nicht ausreichend).
- Ich wohne weder mietfrei, noch erhalte ich Sachleistungen.
- Nachweis letzte Lohnauszahlung: Siehe Kontoauszüge
- Letzter Einkommensbescheid: bereits am xx.xx.xxxxx eingereicht / siehe Anhang
- Aktuelle Arbeitsverträge: Ich habe keine aktuellen Arbeitsverträge.



Das Ganze natürlich per Fax mit qualifiziertem Sendebericht einreichen..... Nicht, dass das noch im Aktenschredder landet, weil der SB kein Bock hat seinen Job zu machen....
Und natürlich nochmal alles durchlesen und überarbeiten. Ist nur ein Entwurf auf die Schnelle getippt.



Wieviel Schonvermögen hast du noch?
Du solltest jetzt keine Darlehen (oder sonstige Unterstützungen) von Verwandten annnehmen, sondern offiziell mittellos sein/werden und damit ein "Notfall" werden, bei dem sofortige Handlungspflicht durch das JC besteht. So kannst du einen Vorschuss verlangen und ggf. im Eilverfahren vor dem Sozialgericht mal eben husch-husch deine Rechte durchsetzen, falls der SB weiterhin versuchen sollte deinen Rechtsanspruch auf ALG II vorsätzlich hinauszuzögern oder zu umgehen.
Vor dem Sozialgericht sollte das schnell und unkompliziert laufen - vorausgesetzt es gibt keine versteckten Haken, die du hier nicht erwähnt hast.
 
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HermineL

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Was ist das für einen Bescheinigung die das JC da haben will ? (evtl. hochladen)
Wenn es eine Mietbescheinigung ist dann musst du nur eines vorlegen, entweder Mietvertrag oder Mietbescheinigung.
 
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