Erste "Schritte" mit ALG 1 - 3 Monate sind vergange...

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Hallorenkugel

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Guten Tag liebe Forumsgemeinde,

meine ersten 3 Monate ALG 1 sind nun vorüber und wie erwartet/ befürchtet, konnte mich meine bisherige vorläufige SB nicht kurzfristig in Arbeit bringen. Mein nun fest zugewiesener SB - Typ jung dynamisch will aber direkt zeigen, wie es so geht und bombardiert mich mit Vermittlungsvorschlägen. Größtenteils sind diese für mich völlig ungeeignet, sowohl Tätigkeit als auch Vergütung betreffend.
Wie teile ich das dem Burschen am besten mit, beim nächsten Termin möchte er mir wohl auch eine EGV vorlegen. Möchte da in nächster Zeit ja keinen Fehler machen und bemühe mich ja auch selbst um Arbeit, aber ist es nicht so, dass sich die SB's nicht in etwa an den Zumutbarkeitsregelungen orientieren sollten? Die liegen, bedingt durch mein recht hohes ALG 1, entsprechend hoch. Kann ich mir damit ungenehme Vermittlungsvorschläge direkt vom Hals halten?

Vielleicht nochmal als Basiswissen kurz zu meiner jüngeren Vergangenheit.
Januar 2016 betriebsbedingt nach über 20 Jahren eine neue Tätigkeit als Betriebsleiter übernommen. Damit nicht zufrieden und nach einer neuen Tätigkeit gesucht. Diese sollte/ wollte ich dann Ende 2017 beginnen. Vertrag war unterschrieben, Kündigung eingereicht. Zum Ende der Kündigungsfrist erkranke ich bzw. erhalte ich eine niederschmetternde Diagnose, die mich bis Frühjahr 2018 aus dem Verkehr zieht. Danach habe ich dann für etwa 1,5 Wochen ALG 1 bezogen und im August 2018 mehr aus der Not heraus eine neue Tätigkeit aufgenommen. Leider passte hier von Beginn an nicht viel, man ließ mich aber dennoch bis zum letzten Tag der Probezeit arbeiten, um mir dann ohne vorheriges Gespräch die Kündigung einzuwerfen. Unschön aber so what....
So beziehe ich nun seit Februar 2019 wieder ALG 1.

Jedenfalls war ich über 20 Jahre als Betriebs- und Standortleiter tätig und erhalte nun Vorschläge als Bürokaufmann, Kundenbetreuer im Callcenter oder bei der Behörde mit Entgeltgruppe E 5 Öffentlicher Dienst. In meiner "Gehaltsklasse" habe man eben nix.

Neben meiner krankheitsbedingten Arbeitspause kommt aus meiner Sicht erschwerend hinzu, dass ich als junger Mann quasi in die Aufgabe reingewachsen bin und für solch eine Position nach heutigem Stand nicht die dafür nötige Ausbildung (Hochschulstudium o.ä.) besitze. Bin lediglich Industriekaufmann und habe dann berufsbegleitend 3,5 Jahre ein BWL Studium an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) gemacht. Dieses ist aber eben nicht mit einem Bachelor, Fachwirt oder Meister gleich zu setzen.
Nun kam ich auf die glorreiche Idee einer Aufstiegsfortbildung zum Industriefachwirt IHK und hoffte auf eine entsprechende Förderung. Für die AfA ist das Studium aber eben doch so etwas wie ein Abschluss und ich würde mit dem Fachwirt aus ihrer Sicht keinen nächsthöheren Abschluss erreichen. Stimmt aber faktisch nicht, da man mit dem Fachwirt die allgemeine Hochschulreife erreicht, für den VWA Abschluss gilt das nicht.
Kann ich irgendwie ganz offiziell einen Antrag auf einen Bildungsgutschein stellen oder liegt das immer im Ermessen des jeweiligen SB?

Darf ich den Thread hier als den meinne ansehen und in den nächsten Tagen wichtige Fragen bezüglich der Zusammenarbeit mit dem JC stellen? Würde mich sehr freuen und mir weiter helfen.

VG
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
Es gilt § 140 SGB III für die Zumutbarkeit von Stellenvorschlägen.
Du findest auch hier Im Forum genug zum Thema in der Suche.
Lies Dich ein und kläre die individuellen Schranken für Deine Situation.

Eine EGV nimmt man zur Prüfung mit. Keine spontane Unterschrift egal was der SB sagt.
Auch ein Klassiker im Forum.
 

Kerstin_K

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Kann ich irgendwie ganz offiziell einen Antrag auf einen Bildungsgutschein stellen oder liegt das immer im Ermessen des jeweiligen SB?
Einen Antrag kann man immer stellen, bitte schriftlich. Dann muss der SB eine Ablehnung auch schriftlich begründen und dann kann man ggf. den Rechtsweg beschreiten.
 

Doppeloma

Super-Moderation
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Hallo Hallorenkugel,

meine ersten 3 Monate ALG 1 sind nun vorüber und wie erwartet/ befürchtet, konnte mich meine bisherige vorläufige SB nicht kurzfristig in Arbeit bringen. Mein nun fest zugewiesener SB - Typ jung dynamisch will aber direkt zeigen, wie es so geht und bombardiert mich mit Vermittlungsvorschlägen. Größtenteils sind diese für mich völlig ungeeignet, sowohl Tätigkeit als auch Vergütung betreffend.

Willkommen in der Realität der Arbeitsvermittlung bei der AfA, zumindest dürfte dir nun langsam klar geworden sein, dass du dir NUR SELBER helfen kannst wenn du (bald) wieder eine neue (und auch passende) Anstellung finden möchtest.
Auf VV die (nach § 140 SGB III) völlig ungeeignet / unzumutbar sind brauchst du dich gar nicht erst bewerben, auch dann nicht wenn die RFB was Anderes suggerieren, das ist eben der gewaltige Unterschied zum SGB II / Hartz 4.

Hatten die denn überhaupt alle auch RFB (Rechts-Folgen-Belehrungen), solche Massen kommen doch meist nur direkt aus der Job-Börse und gelten eher als "unverbindliche" Stellen-Informationen ???

Wie teile ich das dem Burschen am besten mit, beim nächsten Termin möchte er mir wohl auch eine EGV vorlegen.

Erstaunlich ist eher, dass du bisher noch gar keine EGV vorgelegt bekommen hast nach gut 3 Monaten Arbeitslosigkeit ... deine "Selbstverpflichtung" (gilt natürlich erst mit deiner Unterschrift) ist doch meist der erste Akt um dir klar zu machen, dass du auf echte Unterstützung der AfA dabei nicht zu hoffen brauchst. :icon_kinn:
Zeit genug dich hier dazu zu informieren hattest du also schon, bist ja auch nicht so ganz "neu" im Forum ... das bisher noch nicht zu tun, war eigentlich schon ein großer Fehler ...

Möchte da in nächster Zeit ja keinen Fehler machen und bemühe mich ja auch selbst um Arbeit, aber ist es nicht so, dass sich die SB's nicht in etwa an den Zumutbarkeitsregelungen orientieren sollten?

Die Vermittler müssen sich komplett an diese gesetzliche Regelung halten und nicht nur "in etwa", Abstriche liegen ganz alleine in deiner Entscheidung wenn dich ein Stellen-Angebot genug interessiert, darfst du natürlich auch darüber nachdenken es trotzdem anzunehmen, falls der AG dich nach einer Bewerbung einstellen möchte.


Eine EGV darf also keine Forderungen / Regelungen enthalten, die das Gesetz unterlaufen würden, das ist aber meist der Zweck einer solchen "Vereinbarung" und es wird nicht sehr geschätzt wenn man dann zu viel Ahnung von seinen Rechten aus dem SGB III hat ...
Warum wohl hat man dich dazu bisher nicht informiert und überhäuft dich mit (meist) unpassenden VV, der SB sollte das doch kennen (kennt auch dein ALGI vom Betrag her) und VV sind auf Zumutbarkeit VORHER vom Vermittler zu prüfen.

Die liegen, bedingt durch mein recht hohes ALG 1, entsprechend hoch. Kann ich mir damit ungenehme Vermittlungsvorschläge direkt vom Hals halten?

Bei ordentlicher Arbeit der Vermittler solltest du solche Vorschläge also gar nicht bekommen und wenn doch, dann kannst du bereits die Bewerbung mit dem "freundlichen" Hinweis auf die Unzumutbarkeit nach § 140 SGB III ablehnen...
Dann wird man es wohl bald reduzieren mit solchen Vorschlägen.

Vielleicht nochmal als Basiswissen kurz zu meiner jüngeren Vergangenheit.
Januar 2016 betriebsbedingt nach über 20 Jahren eine neue Tätigkeit als Betriebsleiter übernommen. Damit nicht zufrieden und nach einer neuen Tätigkeit gesucht. .... im August 2018 mehr aus der Not heraus eine neue Tätigkeit aufgenommen. Leider passte hier von Beginn an nicht viel, man ließ mich aber dennoch bis zum letzten Tag der Probezeit arbeiten, um mir dann ohne vorheriges Gespräch die Kündigung einzuwerfen. Unschön aber so what....
So beziehe ich nun seit Februar 2019 wieder ALG 1.

Wo liegt jetzt aktuell das Problem, selbst eine neue Stelle zu finden, eigentlich weißt du doch wie das gehen sollte, darf man fragen wie alt du bist ?

Jedenfalls war ich über 20 Jahre als Betriebs- und Standortleiter tätig und erhalte nun Vorschläge als Bürokaufmann, Kundenbetreuer im Callcenter oder bei der Behörde mit Entgeltgruppe E 5 Öffentlicher Dienst. In meiner "Gehaltsklasse" habe man eben nix.

Ich denke mal so viele solcher Leitungs-Positionen gibt es (im Tagespendelbereich) auch nicht, sonst hättest du wohl selbst schon was gefunden, die AfA vermittelt nach beruflichen Vorkenntnissen und Erfahrungen und nicht nach der früheren Gehaltsklasse und in CallCentern werden eben immer Leute gesucht. :rolleyes:

Neben meiner krankheitsbedingten Arbeitspause kommt aus meiner Sicht erschwerend hinzu, dass ich als junger Mann quasi in die Aufgabe reingewachsen bin und für solch eine Position nach heutigem Stand nicht die dafür nötige Ausbildung (Hochschulstudium o.ä.) besitze.

Das käme ja eher auf die Ansichten eines AG an, ob er deine praktischen, langjährigen Berufs-Erfahrungen zu schätzen weiß oder mehr Wert auf irgendwelche "Papier-Abschlüsse" legt ... :icon_kinn:
Mit deiner Ausbildung dürftest du aber trotzdem für diese VV-Angebote schon deutlich überqualifiziert sein.

Nun kam ich auf die glorreiche Idee einer Aufstiegsfortbildung zum Industriefachwirt IHK und hoffte auf eine entsprechende Förderung. Für die AfA ist das Studium aber eben doch so etwas wie ein Abschluss und ich würde mit dem Fachwirt aus ihrer Sicht keinen nächsthöheren Abschluss erreichen. Stimmt aber faktisch nicht, da man mit dem Fachwirt die allgemeine Hochschulreife erreicht, für den VWA Abschluss gilt das nicht.

Damit bin ich etwas "überfragt" und habe keine Vorstellungen was du dann (nach dem Abschluß) damit anfangen könntest was jetzt nicht möglich ist, denn du wirst ja damit dann auch keine Berufserfahrungen haben und bist dann noch länger aus der aktiven Berufstätigkeit raus ... :icon_kinn:

Kann ich irgendwie ganz offiziell einen Antrag auf einen Bildungsgutschein stellen oder liegt das immer im Ermessen des jeweiligen SB?

Anträge stellen kannst du immer, du solltest aber auch schon sehr genau wissen was du dann machen wirst / möchtest und die AfA muss bereit sein diese Fortbildung auch zu finanzieren.

Schau dich um im KursNet der AfA, ob es dort was gibt was passen könnte und dann stelle den Antrag auf Förderung aus dem Vermittlungs-Budget (sehr gut begründet) bitte schriftlich und nachweislich (also z.B. Abgabe beim SB NUR gegen Eingangsbestätigung auf einer Kopie davon), dann hast du Anspruch auf eine schriftliche Entscheidung.


Solche kostenintensiven Entscheidungen trifft in der Regel kein SB ganz alleine, die haben auch Vorgesetzte und es gibt eine Geschäftsleitung bei der man sich beschweren könnte wenn das einfach "abgewiegelt" wird.
Bei Ablehnung legst du Widerspruch ein und wenn der auch abgelehnt wird kannst du sogar auf Förderung klagen am Sozialgericht ...

Ob das eine Option für dich sein kann hängt auch etwas vom Alter ab und wie es generell mit deiner gesundheitlichen Leistungsfähigkeit für die Zukunft bestellt ist.

Hast du schon mal über eine med. Reha (über die DRV) nachgedacht, dort hast du (vermutlich) auch schon Ansprüche auf berufliche Förderung / Reha erworben ???

Darf ich den Thread hier als den meinne ansehen und in den nächsten Tagen wichtige Fragen bezüglich der Zusammenarbeit mit dem JC stellen?

Bitte bleibe mit deinen weiteren Fragen dazu hier in diesem Thema, sonst fehlen bald die Zusammenhänge und mit dem JC (JobCenter = Hartz 4 = SGB II) hast du vorerst noch gar nichts zu tun ... dort "ticken die Uhren" völlig anders, was die Zumutbarkeit von VV betrifft ...

Auch bei der AfA sollte man eine EGV aber nicht sofort unterschreiben sondern immer zur Prüfung zu Hause mitnehmen (am besten dann mal hier anonymisiert einstellen).
Die "Furcht" vor einem ersetzenden VA (im SGB III) ist völlig unbegründet, denn da kann auch nicht mehr drin stehen, als gesetzlich schon im § 159 SGB III vorgesehen ist ... die Sperrzeit-Tatbestände sind dort bereits abschließend geregelt ...


Dafür ist also weder ein Vertrag (EGV) noch ein ersetzender Verwaltungsakt erforderlich ... dich bei (vermeintlichem) Fehlverhalten gemäß SGB III "bestrafen" zu können ... :icon_evil:

Bei konkreter Zusage von Fördermaßnahmen kann eine EGV sinnvoll sein, dann muss das aber auch alles schon klar in einer EGV geregelt werden ... also Kurs X / Beginn am YY wird mit Bildungsgutschein (ausgestellt am ... ) übernommen ...
Für "leere Versprechungen" (und meist sehr einseitige Forderungen der AfA nach mindestens X Bewerbungen im Monat) braucht man keinen Vertrag mit dem AfA-SB abzuschließen.

MfG Doppeloma
 
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