Erste Aufforderung zur Einreichung der Heiz- und Betriebskostenabrechnung nach 15 Jahren Bezug

G

Gelöschtes Mitglied 68036

Gast
Liebes Forum,

Ich habe heute eine Aufforderung zur Einreichung meiner Betriebs- und Heizkostenabrechnungen aus den letzten beiden Jahren bekommen. Das ist das erstemal überhaupt, dass ich das bekomme. Nun bin ich verunsichert.

Bisher habe ich mich nie darum gekümmert, in den Anträgen habe ich bei den Wohnungskosten etc immer "genausoviel wie im Jahr davor" hingeschrieben. Stimmt ja auch, die Abschläge blieben über die Zeit unverändert. Aus den Abrechnungen ergab sich bei mir eine NK-Rückerstattung von ca 18,-€ im Monat, das sind mehrere tausend Euro über den ganzen Zeitraum. Ich beziehe Alg2, seit es Alg2 gibt. Zuverdienst hatte ich nur sporadisch, habe also keinen "Eigenanteil" an den Wohnkosten bezahlt. Heiz- und Betriebskosten-Abrechnungen habe ich zuletzt mit dem Erstantrag eingereicht.

Meine Vermutungen:
- Die letzten 2 Jahre werden jedenfalls zurückgefordert, diese Abrechnungen reiche ich jetzt ein. Soweit so klar.
- Die Rückzahlungen der vorangegangenen Jahre standen mir vermutlich nicht zu und könnten jetzt zurückgefordert werden. Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Abrechnungen jetzt auch angefordert werden?
- Die Rückforderungen können die letzten 10 Jahre betreffen (Amt hat die Abrechnungen noch nicht bekommen). Wann ist der Stichtag, an dem diese 10-jahres Frist beginnt? Drei Möglichkeiten fallen mir ein: A, B und C.
A) Der Tag, an dem ich die Abrechnungen einreiche.
B) Der Tag, an dem ich die Aufforderung zum Einreichen der Abrechnungen erhalte.
C) Heute - weil ich heute die Aufforderung zur Einreichung der letzten beiden Jahre bekam.

Bei der Gelegenheit ist mir aufgefallen, dass ich über die Jahre nichts für die Warmwasseraufbereitung mit dem Elektrobeuler bekommen habe. Habe auch nie einen Antrag gestellt. Kann man da noch irgendwas rückwirkend machen. Das wäre ja schonmal etwas mehr als die Hälfte dessen, was ich eventuell zuviel bekommen habe.

Stimmt das alles so? Habe ich was übersehen? Hat jemand ne Idee dazu? Gibt´s schon nen besseren Thread? Ich habe ihn nicht gefunden.
Ich bin neu hier, bitte verprügelt mich nicht, falls ich gegen irgendwas verstoßen habe.
Liebe Grüße
Astrid
 

Imaginaer

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DU bist verpflichtet jeglichen Zufluss (u.a Nebenkostenabrechung und eventuelles Guthaben) selbst zu melden. Bei Nachzahlungen obliegt es DIR diese zu melden damit das Jobcenter diese Dir überweisen kann und Du dem Vermieter.

Meldest Du das Guthaben im Leistungsbezug nicht, tritt keine Verjährung ein. Das einzige was auf Dich zukommt ist für jedes nicht gemeldete Guthaben jeweils ein Bußgeldverfahren + Anzeige wegen Betrug (Sozialbetrug). Die Meldung hat nachweisbar zu geschehen. Die einzig nachweisbaren Möglichkeiten sind Faxversand mit Sendebericht und/oder Abgabe gegen Empfangsbestätigung beim Jobcenter. Alles andere geht auf dein Risiko!

Rückwirkend hat man grundsätzlich schlechte Karten etwas zu bekommen. Man könnte 1 Jahr rückwirkend per Überprüfungsantrag versuchen. Darüber hinaus sinken die Chancen gegen null. Man müsste dem Jobcenter groben Verstoß bei ihren Pflicht zur Aufklärung, Beratung und Auskunft nachweisen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Nena

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Hallo.

Du hast seit 2005 weder eine Mieterhöhung noch eine Anpassung der Nebenkosten gehabt? Und durchgehend 18 zu viel bezahlt?

Bisher habe ich mich nie darum gekümmert, in den Anträgen habe ich bei den Wohnungskosten etc immer "genausoviel wie im Jahr davor" hingeschrieben. Stimmt ja auch, die Abschläge blieben über die Zeit unverändert. Aus den Abrechnungen ergab sich bei mir eine NK-Rückerstattung von ca 18,-€ im Monat, das sind mehrere tausend Euro über den ganzen Zeitraum. Ich beziehe Alg2, seit es Alg2 gibt. Zuverdienst hatte ich nur sporadisch, habe also keinen "Eigenanteil" an den Wohnkosten bezahlt. Heiz- und Betriebskosten-Abrechnungen habe ich zuletzt mit dem Erstantrag eingereicht.

Das ist so unwahrscheinlich, dass sich kaum eine Antwort lohnt.

Oder willst Du nochmal sortieren?
 

Imaginaer

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@Nena Warum nicht!? 12 x 18,00 Euro = 216,00 Euro. 14 x 216 Euro = 3024,00 Euro. Genaue Aufrechnung ist das nicht, da das Jahr 2019 noch nicht rum ist und zudem die 18 Euro ca. Angaben.

Wäre aber nett wenn Threadsteller mal die genauen Summen der Jahresabrechnungen aufzählt. Ich lese das so raus das Sie durchweg die 14 Jahre Guthaben hatte und diese nicht gemeldet hatte.
 

Imaginaer

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Sie schreibt ca. 18 Euro. Jedenfalls ist Guthaben erwirtschaftet worden, das nicht gemeldet wurde. Aber hast Recht...Threadsteller soll Butter bei die Fische tun und konkrete Beträge bzw. Endsumme nennen.
 

bondul

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Die letzten 2 Jahre werden jedenfalls zurückgefordert, diese Abrechnungen reiche ich jetzt ein.


Mehr würde ich erst einmal auch nicht machen, danach abwarten, ob das JC überhaupt weitere BK Abrechnungen anfordert. Den Mehrbedarf für dezentrale Warmwasserbereitung würde ich für die Zukunft auf jeden Fall beantragen.

lg, bondul
 

Seepferdchen 2010

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Guten Tag AstridU und :welcome:

Aus den Abrechnungen ergab sich bei mir eine NK-Rückerstattung von ca 18,-€ im Monat,

was ich nicht verstehe beim Weiterbewilligungsantrag steht doch dieser Satz im Formular:

Personen, die Leistungen nach dem SGB II beantragen oder erhalten, sind mitwirkungspflichtig: Das bedeutet, alle Angaben im Antrag und in den hierzu eingereichten Anlagen müssen richtig und vollständig sein und Änderungen, die nach der Antragstellung eintreten und sich auf die Leistungen auswirken können (z. B. Arbeitsaufnahme, Umzug), sind dem zuständigen Jobcenter unverzüglich mitzuteilen. Die Mitwirkungspflichten sind von allen Mitglie-dern einer Bedarfsgemeinschaft zu beachten.

und per Unterschrift bestätigst du die Richtigkeit deiner Angaben.

habe also keinen "Eigenanteil" an den Wohnkosten bezahlt. Heiz- und Betriebskosten-Abrechnungen habe ich zuletzt mit dem Erstantrag eingereicht.

Das heißt das JC hat die Kosten der Unterkunft voll übernommen, daher steht dem JC die Gutschrift zu.
 

Helga40

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Mehr würde ich erst einmal auch nicht machen, danach abwarten, ob das JC überhaupt weitere BK Abrechnungen anfordert.

Nun ja, eine Selbstanzeige wäre wahrscheinlich strafmildernd beim OwiG oder Betrugsverfahren, aber wieso auch dazu raten, es betrifft einen ja selbst nicht, oder?!
 
G

Gelöschtes Mitglied 68036

Gast
Danke für Eure schnellen Antworten!

kurz geklärt:
Die 18,- pro Monat sind ein geschätzter Durchschnittswert, die NK-Rückzahlungen variierten zwischen ca 30 und 350 Euro pro Kalenderjahr. Und ja, seit 2005 weder eine Mieterhöhung, noch eine Nebenkostenanpassung. Prinzipiell habe ich es mir zur Regel gemacht, in öffentlichen Foren keine Angaben zu machen, die direkt auf meine Person schließen lassen.

Mehr würde ich erst einmal auch nicht machen, danach abwarten, ob das JC überhaupt weitere BK Abrechnungen anfordert. Den Mehrbedarf für dezentrale Warmwasserbereitung würde ich für die Zukunft auf jeden Fall beantragen.
lg, bondul
Danke! Wird gemacht.

#seepferdchen
Ich verstehe nicht ganz, was Du nicht verstehst. Das war Laissez-Faire, doof, ja. Aber jetzt auch nicht völlig aus der Welt. Sonst hast Du wahrscheinlich recht.

An den Rest:
Panik und Falschinformationen sind schlechte Ratgeber. In die Ecke und schämen.
 

HermineL

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Hallo @AstridU und Willkommen im Forum

#seepferdchen
Ich verstehe nicht ganz, was Du nicht verstehst. Das war Laissez-Faire, doof, ja. Aber jetzt auch nicht völlig aus der Welt. Sonst hast Du wahrscheinlich recht.

An den Rest:
Panik und Falschinformationen sind schlechte Ratgeber. In die Ecke und schämen.
Du bist ja noch ganz frisch hier also ist es ja nicht so lange her das du die Forenregeln gelesen hast.
Zumindest hast du bestätigt diese gelesen zu haben.
Ich lege dir dort ganz besonders Forenregel 12 ans Herz denn darauf legen wir hier einen gesteigerten Wert
und wenn jemand der Meinung ist sich daran nicht halten zu müssen ist es ganz schnell vorbei mit dem
Laissez-Faire Führungsstil. Der Eingriff erfolgt dann in aller Regel auf dem Fuße.

In diesem Sinne noch angenehmen Aufenthalt hier im Forum.
 

bondul

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Nun ja, eine Selbstanzeige wäre wahrscheinlich strafmildernd beim OwiG oder Betrugsverfahren, aber wieso auch dazu raten, es betrifft einen ja selbst nicht, oder?!


Da das JC bisher lediglich die BK Abrechnungen der vergangenen zwei Jahre anforderte, würde ich (wenn es mich beträfe) diese einreichen und danach abwarten - warum „schlafende Hunde“ wecken?

Wenn du ihr eine Selbstanzeige vorschlägst, die sich „wahrscheinlich strafmildernd“ auswirken könnte, hätte @AstridU ja bereits eine Handlungsalternative.

Am Ende wird sie entscheiden müssen, ob sie den einen oder anderen Rat befolgt oder etwas völlig anderes unternimmt, sie riskiert ein Betrugsverfahren und muss genau abwägen, ob sie die sich daraus möglicherweise ergebenden Konsequenzen aushalten will/kann. Das dürfte ihr (spätestens) im Verlauf dieses Fadens deutlich geworden sein.

lg, bondul
 

Helga40

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Da das JC bisher lediglich die BK Abrechnungen der vergangenen zwei Jahre anforderte, würde ich (wenn es mich beträfe) diese einreichen und danach abwarten - warum „schlafende Hunde“ wecken?


Weil kein SB so blöd ist und fragt nicht, wenn er entdeckt, dass Guthaben erzielt wurde, was mit den Jahren davor war.


Wenn du ihr eine Selbstanzeige vorschlägst, die sich „wahrscheinlich strafmildernd“ auswirken könnte, hätte @AstridU ja bereits eine Handlungsalternative.

Nun ja, die Alternative hat offensichtlich nicht gefallen. Aber die Bußgeldstelle wird es freuen.
 
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