Erstausbildung finanzierung bei Schwerbehinderung (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Roboter

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
11 September 2011
Beiträge
5
Bewertungen
0
Hallo,

ich hoffe ich habe die richtige Ecke ausgewählt. Da bei mir mehrere Dinge zusammenkommen.

Zunächst zu mir. Ich bin schwerbehindert und habe einen entsprechenden Ausweis. Bin zwischen 25-30 Jahre alt.

3-4 Jahre lang habe ich versucht mich durch ein Studium zu quälen. Am Ende ist es an vielen Dingen gescheitert. Finanzen, seelische Gesundheit usw. waren einfach nur noch Katastrophal. Inzwischen steht für mich fest, ein Vollzeitsstudium auf Basis eines Bachelors ist nichts für mich. Der Bachelor ist für mich einfach die perversion eines Studiums.

Also habe ich in den letzten 1-2 Jahren versucht eine betriebliche Ausbildung zu ergattern. Bewerbungsorgien führten zu kaum Erfolgen. Eine Handvoll von Bewerbungsgesprächen mit Absage und zwei Praktika bzw. Probearbeitstermine kamen zustande.

Beim ersten Praktikum wurde ich einfach verarscht. Man versprach eine Ausbildung, wenn ich mich bewähren würde. Stets wurde ich im Praktikum gelobt und bestätigt, dass ich eine Ausbildung machen könne. Man gab mir sogar schon die entsprechenden Unterlagen "zum vorbereiten". Kurz vor dem Praktikumsende, wo es heiß wurde und es um den tatsächlichen Ausbildungsvertrag ging, wurde ich rausgeschmissen. Einzige dürre Erklärung: "Finanzlage der Firma sei nicht so gut." Etliche Monate verlor ich so deswegen.

Beim zweiten Praktikum war es nicht besser. Der Vorgesetzte überlud einem mit Arbeit wo es nur ging. Wie lange man umsonst "probearbeiten" sollte wurde nicht eindeutig kommuniziert. Als ich am zweiten Tag konkretere Aussagen verlangte wurde von "mindestens zwei Wochen kostenloser Probearbeit inkl. den bereits geleisteten Stunden" gesprochen. Nicht zu vergessen, dass der Chef einen von Anfang an dermaßen mit Arbeit überlud, und auch verlangte, dass zuhause gearbeitet werde und ich eindeutig bereits Wertschöpfung für die Firma betrieb. Dem wurde mit der Pauschalaussage widersprochen: "Probearbeiter können nun mal nicht Produktiv sein." Also habe ich dieses Abenteuer sehr schnell beendet.

Hartz IV habe ich bisher immer vermieden, ich möchte auf keinen Fall von Sachbearbeiter schikanieren lassen wo es nur geht. Man lebt vom gesparten und die unterstützung der Familie. Meine Erfahrungen mit dem Amt sind einfach nur negativ. Dazu jetzt gleich mehr.

Wie ihr lesen konntet, lief es einfach nur bescheiden. Da ich aber unbedingt eine Ausbildung haben möchte, denn ohne lebt es sich nun mal so, oder so schlecht, habe ich mich über schulische Ausbildungen informiert. Ich möchte gerne etwas in Richtung Fachinformatiker machen.

Leider liegen die Ausbildungspreise eigentlich immer im Bereich um 11000€ bis 12000€ die ich nicht habe. Also habe ich mich um einen Termin beim JC bemüht.

Der erste SB wollte nichts mit mir zu tun haben, als er erfuhr, dass ich schwerbehindert bin und nahm nur meine Daten auf, sowie gab er mir einen Termin für eine SB in einer anderen Abteilung. Diese Abteilung sei "absoluter Spezialist für schwerbehinderte Fälle" wurde mir noch überschwenglich mitgeteilt.

Also paar Wochen gewartet, den ganzen Behördenkram ausgefüllt, abgesendet und mich detailliert für diesen Termin vorbereitet. Also Informationen zusammengetragen, wieviel die schulische Ausbildung kosten soll, was diese beinhaltet. wo diese stattfinden sollte usw.

Beim Termin kam die SB schon deutlich zu spät, als beim Termin der schriftlich genannt wurde. Dann wurde ich noch später aufgerufen. Die SB hatte überhaupt keine Ahnung von meinem Fall, obwohl ihr die Unterlagen vorlagen, die ich schon vor Wochen zugesendet hatte. Also alles erklärt und sobald ich mein Anliegen "schulische Ausbildung, aufgrund Vorgeschichte" vortrug, war eigentlich auch schon alles von meiner Seite aus gesagt.

Von da an wurde eigentlich nur monologartig erläutert, dass sowas nie, niemals, auf keinen Fall, schon gar nicht, null, überhaupt nicht, usw. finanziert werde. Das Einzige was man für mich tun könne, sei mich in eine Arbeit vermitteln. Toll, nur blöd wenn man keine Berufsausbildung hat. Gefühlsmäßig hatte ich den Eindruck, dass man mich schon in einer Behindertenwerkstatt tätig sah.

Alle Versuche scheitern an dieser SB. Egal was ich versuche. Ich lande automatisch bei dieser SB. "Normale SB" wollen sich einfach nicht meines Falles annehmen. Das höchste der Gefühle war ein angebliches nachfragen bei Kollegen, was aber natürlich nur das Ergebnis brachte, dass dies niemals, nie, überhaupt nicht usw. bezahlt werde. Zugehört wird mir nie. Ich kann genauso mit einer Wand sprechen.

So lautet meine Frage an euch, was ich nun da tun kann? Ich bin schon extrem frustriert. Gibt es sinnvolle rechtliche Grundlagen? Widerspruchsfähige Bescheide/Schreiben erhalte ich nie. Immer wird versucht per Anruf, Mail etc. und dürren Texten abzusagen.
 
G

gast_

Gast
Meine Erfahrungen mit dem Amt sind einfach nur negativ.

Negative Erfahrungen habe wir alle zur Genüge...


Da ich aber unbedingt eine Ausbildung haben möchte, denn ohne lebt es sich nun mal so, oder so schlecht, habe ich mich über schulische Ausbildungen informiert. Ich möchte gerne etwas in Richtung Fachinformatiker machen.

Wie sind denn da die Chancen auf dem Arbeitsmarkt?

Förderungen gibt es nur, wenn die Leute gesucht werden...Anträge müssen da sehr gut begründet sein.

Also alles erklärt

aber keinen schriftlichen Antrag abgegeben? Dann hole das bitte nach - Abgabe gegen Empfangsbestätigung auf einer Kopie.

Von da an wurde eigentlich nur monologartig erläutert, dass sowas nie, niemals, auf keinen Fall, schon gar nicht, null, überhaupt nicht, usw. finanziert werde.

Nichts Neues... das ist Standart.


Widerspruchsfähige Bescheide/Schreiben erhalte ich nie.

Die sollte man gleich im Antrag einfordern, z.B. drunterschreiben: Ich erwarte einen rechtsmittelfähigen schriftlichen Bescheid, in dem Ihre Entscheidung ausführlich zu begründen ist, wenn Sie meinen Antrag ablehnen.

Immer wird versucht per Anruf, Mail etc. und dürren Texten abzusagen.
Anruf?

Du wußtest sicher nicht, daß du keine Telefonnummer angeben mußtest bzw auch nie solltest?

Man telefoniert einfach NIE mit denen...

also: Im Downloadbereich gibt es einen Antrag auf Datenlöschung - den sofort anpassen und gegen Empfangsbestätigung abgeben!
 

Roboter

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
11 September 2011
Beiträge
5
Bewertungen
0
Das mit der Telefonnummer habe ich schon vor einer Weile geklärt.

Deine Tips werde ich beherzigen.

Der letzte Versuch liegt schon eine ganze Weile zurück. Muss ich mich da erstmal wieder "registrieren" lassen. Oder reicht es da ein formloses Schreiben abzugeben?
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
Beiträge
12.325
Bewertungen
847
Da ich nicht weiß, ob du das schon kennst und noch weniger, ob das für dich was ist, isses mit Vorsicht zu genießen: Für die Erstausbildung schwerbehinderter Menschen gibt es auch sog. BBW - Berufsbildungswerke. In deinem Fall könnte ggf. auch ein BFW - Berufsförderungswerk infrage kommen. Allerdings ist das eben nicht immer das Richtige, je nach Charakter, Vorlieben, ... des Betroffenen.

Mario Nette
 

nordlicht22

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 Juni 2010
Beiträge
3.754
Bewertungen
1.032
such mal nach dem Behindertenbeauftragten in Deiner Umgebung. Der/die wird Dir die notwendigen Kontakte nennen können.

Integrationsamt ist eigentlich für Dich zuständig. Auch dort mal Dein Glück versuchen.

Rede vor allem nicht so lange drum herum.

Stelle einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben. Reichst Du das bei der DRV ein wird die weiter reichen oder bestätigen für Dich zuständig zu sein. Dann geht es zum Gutachter usw.
Ich gehe mal davon aus das ausreichend med. Gutachten vorliegen.

Wirst Du weiter gereicht geht es eigentlich ähnlich vor.

Gut wäre es, wenn Du Dich vorher bereits erkundigst wo Du die Ausbildung machen willst und als was. Dazu kannst Du unter Startseite  - bfw - Unternehmen für Bildung schon mal eine Menge Info´s finden.
 
Oben Unten