Erstantrag für ALG II,wahnsinn, was muss ich alles an Unterlagen noch abgeben,Lebenslauf,Zeugnisse usw.? (1 Betrachter)

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Jelena1122

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Hallo liebe Forengemeinde.

Ich habe mich hier angemeldet, weil ich grade total geschockt bin.

Da mein Lebensgefährte nun vor 6 Wochen ins ALGII gefallen ist, haben wir einen Erstantrag ausgefüllt und abgegeben.

Nun haben wir heute, nach 4! Wochenendlich eine Antwort bekommen. Und die hat es absolut in sich!

Wir sind eine Lebensgemeinschaft bestehend aus meinem Partner, Mir und 2 Kindern ( 4 und 6)

Jetzt haben wir heute ein Schreiben bekommen in dem wir fast alles an persönlichen Unterlagen abgeben sollen.

Ich würde nun gerne von euch wissen, welche Unterlagen ich vorzulegen habe, und welche nicht. es ist u.a. die Rede von Lebenslauf und Zeugnissen...

Wir hatten vor 5 Jahren mal einen ALGII Antrag gestellt und bewilligt bekommen. Das war kein Vergleich zu dem was die nun haben möchten. Ich habe das Gefühl das man uns hier ganz gewaltige Erschernisse in den Weg legen will. Zumal wir seit 4 Wochen kaum Geld zum Lebensunterhalt haben

Ich gehe zwar auf Teilzeit arbeiten, aber davon kommt man leider mit 2 Kindern nicht weit.

Es wird u.a. verlangt:

- Eine Kopie von unseren Personalausweisen

-Eine Kopie der Geburtsurkunden unserer Kinder

- Mitgliedsbescheinigungen der Krankenkassen

- Lebenslauf und Schulzeugnisse

-Beitragsmitteilungen zur Grundsteuer und Gebäudeversicherung(Wir wohnen zur Miete)

- eine Kopie meines Arbeitsvertrages

-eine Kopie unseres Fahrzeugbriefes

-eine Beitragsfestsetzung meiner Kfz Versicherung

- Nachweis über den Zahlungseingang meines Gehaltes

Das ist ja alles totaler Wahnsinn. Was müssen wir davon überhaupt abgeben? Es scheint mir sehr fadenscheinig zu sein. Mein Partner musste nichtmal beim ALGI auf dem Arbeitsamt seine Zeugnisse und seinen Lebenslauf abgeben.

Es wäre toll wenn mir jemand etwas dazu sagen könnte der sich im SGB etwas auskennt.
Für den Fall, das wir uns einen Anwalt nehmen, wäre die Frage wer bezahlt diesen?
Vorstrecken könnten wir die Kosten uU. aber das ist doch alles schon mehr als dreist oder?

Ich hoffe auf Hilfe von euch

Lieben Gruss
Jelena
 

Doppeloma

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Hallo Jelena1122, :welcome:

Da mein Lebensgefährte nun vor 6 Wochen ins ALGII gefallen ist, haben wir einen Erstantrag ausgefüllt und abgegeben.
Klingt immer etwas eigenartig, ins ALGII "fällt man nicht so einfach rein", in der Regel bekommt man erst ALGI wenn man arbeitslos wird oder ist / war er krank ?

Entschuldige bitte wenn mir diese Fragen auch "auf der Zunge liegen" wenn 2 Kinder zu versorgen sind ...

Nun haben wir heute, nach 4! Wochenendlich eine Antwort bekommen. Und die hat es absolut in sich!
Warum wartet ihr so lange "geduldig" ab, wenn keine Finanzen mehr vorhanden sind, ich nehme mal an der Ausweis wurde bereits bei der Abgabe des Antrages kontrolliert ?

Davon braucht das JC schon mal KEINE Kopie, der PA dient der Legitimation, da nützt keine Kopie was in der JC-Akte für. :icon_evil:

Wir sind eine Lebensgemeinschaft bestehend aus meinem Partner, Mir und 2 Kindern ( 4 und 6)
Jetzt haben wir heute ein Schreiben bekommen in dem wir fast alles an persönlichen Unterlagen abgeben sollen.
Du schreibst weiter, dass schon mal (als Bedarfsgemeinschaft) ALGII bezogen wurde, da sollte doch schon bekannt sein, dass ALLE Einkommens- und Vermögensverhältnisse dafür geprüft werden und auch Nachweise dazu vorzulegen sind ?

Ich würde nun gerne von euch wissen, welche Unterlagen ich vorzulegen habe, und welche nicht. es ist u.a. die Rede von Lebenslauf und Zeugnissen...
Lebenslauf und Zeugnisse sind zumindest NICHT leistungsrelevant, du solltest das Schreiben bitte mal anonymisiert einstellen, die genannten Rechtsgrundlagen dafür sind notwendig, nicht einfach nur "Mitwirkungspflicht" ...

Wir hatten vor 5 Jahren mal einen ALGII Antrag gestellt und bewilligt bekommen. Das war kein Vergleich zu dem was die nun haben möchten.
Na-Ja, die Gesetze sind inzwischen mehrfach "überarbeitet" worden und teilwese auch verschärft gegenüber vor 5 Jahren.

Zudem wird auch eine Rolle, spielen wie da die konkrete Konstellation eurer BG gewesen ist, zumindest gab es erst 1 Kind (wenn ich richtig rechnen kann :bigsmile:), wer war damals arbeitslos und wer in Arbeit oder war es ein Vollbezug von ALGII für die ganze BG ?

Das könnte manche aktuelle Nachweisforderung in anderem Licht erscheinen lassen.

Ich habe das Gefühl das man uns hier ganz gewaltige Erschernisse in den Weg legen will. Zumal wir seit 4 Wochen kaum Geld zum Lebensunterhalt haben
Es gibt immer gewaltige Erschwernisse, besonders wenn man sich nicht intensiver darum kümmert, dass man nicht so lange ohne Geld da stehen wird ... solche Zeiträume sind (zumindest mir) immer etwas zu lang, wenn man kein Geld mehr hat ...

Warum seid ihr noch nicht (wieder persönlich) beim Amt gewesen und habt den Bescheid oder wenigstens einen Vorschuss verlangt, wenn das schon so lange dauert ???

Ich gehe zwar auf Teilzeit arbeiten, aber davon kommt man leider mit 2 Kindern nicht weit.
Dann hätte ja (vermutlich) dein Partner schon Zeit gehabt, das mal für euch zu erledigen, er ist ja auch nicht ganz "unbeteiligt" oder ???
Kinder in dem Alter kann man zur Not auch mitnehmen zum Amt, dann sehen die gleich mal wer da langsam Hunger bekommt, ohne vernünftiges Familien-Einkommen ... :sorry:

Sorry, wenn mir dafür immer wieder ein wenig das Verständnis fehlt, besonders wenn auch Kinder betroffen sind, wartet man doch nicht wochenlang still auf eine Entscheidung vom Amt, wenn es schon "brennt" in der Familienkasse.

- Eine Kopie von unseren Personalausweisen
Das ist lt. Datenschutz nicht zulässig und zudem ist eine Kopie vom Ausweis überflüssig in der JC-Akte, die belegt KEINEN Anspruch auf ALGII.

-Eine Kopie der Geburtsurkunden unserer Kinder
Die Existenz der Kinder sollte (eigentlich) auch aus dem Bescheid der Familienkasse hervorgehen, der wurde ja sicher schon mit eingereicht ?

Ob da zusätzlich die Geburtsurkunden nötig sind, halte ich zumindest für Fragwürdig aber vielleicht geht es dabei, um die Vaterschaft und Klärung von Unterhalts-Ansprüchen an den Vater ???

- Mitgliedsbescheinigungen der Krankenkassen
Das ist zulässig, aber auch ausreichend wenn noch keine anderen Kranken-Versicherungs-Nachweise vorgelegt wurden (Kassenkarten dürfen auch NICHT als Kopie in die Akte).

- Lebenslauf und Schulzeugnisse
Der Lebenslauf ist zumindest für den Leistungs-Anspruch NICHT erforderlich und für die Vorlage von Schulzeugnissen gibt es überhaupt KEINE Berechtigung, was will man denn daraus entnehmen können, für deine Arbeitsvermittlung ???

Ich nehme auch stark an, dass deine / eure Schulzeit schon länger zurück liegt, Ausbildungs-Abschlüsse können natürlich (später) für die Klärung der Vermittlungsmöglichkeiten erforderlich sein, ein Lebenslauf höchstens "fiktiv" für die Arbeitsberatung.

Aber die wäre ja erst nach Klärung des Leistungs-Anspruches durchzuführen, darüber ob ihr JETZT bedürftig und mittellos seid, kann man daraus NICHTS erfahren.

-Beitragsmitteilungen zur Grundsteuer und Gebäudeversicherung(Wir wohnen zur Miete)
Dann habt ihr ja für die KdU sicher auch den Mietvertrag vorgelegt, das hat zu genügen, der Vermieter ist nicht verpflichtet dem Amt solche Auskünfte zu geben ... der will ja kein Geld vom JC sondern von euch.

- eine Kopie meines Arbeitsvertrages
Dein Arbeitsvertrag geht das JC nicht viel an (eigentlich haben die Lohnabrechnungen zu genügen und der Zuflusstag von Lohn auf dem Konto), allerdings ist das etwas "umstritten".

Denn dein Einkommen wird natürlich (auf bewilligte Leistungen) angerechnet und man möchte schon gerne wissen, wie so die vereinbarten Bedingungen sind, um vielleicht auf Erweiterung deiner Arbeitszeit drängen zu können.

-eine Kopie unseres Fahrzeugbriefes
Wozu, da sollte man die Rechtsgrundlage erfragen, möglich, dass man daraus (Erstzulassung) etwa den Fahrzeugwert entnehmen möchte, ein PKW pro erwachsener Person bis 7500 € Wert ist allerdings erlaubt.

-eine Beitragsfestsetzung meiner Kfz Versicherung
Das kann mit in deine Absetzbeträge (aus dem Erwerbseinkommen) reingehen (Kfz-Versicherung pro Monat), weil du ja berufstätig bist ... muss also nicht zu deinem Nachteil sein ... :icon_evil:

- Nachweis über den Zahlungseingang meines Gehaltes
Logisch, es gilt das "Zufluss-Prinzip" und was du verdienst wird natürlich auf den Gesamtbedarf der BG angerechnet ... das darf verlangt werden ... und man wird es immer wieder neu verlangen ...

Das ist ja alles totaler Wahnsinn. Was müssen wir davon überhaupt abgeben? Es scheint mir sehr fadenscheinig zu sein.
Es ist (überwiegend) der "ganz normale Wahnsinn" wenn man "Sozial-HILFE" für Arbeitslose beantragt, nichts anderes ist die sogenannte "Grundsicherung des SGB II" ...

Wenn dir was "fadenscheinig" vorkommt verlange die Rechtsgrundlagen (schriftlich bitte) oder frage mal, wie das mit dem Datenschutz oder unnötiger Datensammelei zusammen passt ... dafür reichen die allgemeinen Mitwirkungspflichten (nach §§ 60 ff. SGB I) nicht immer wirklich aus.

Mein Partner musste nichtmal beim ALGI auf dem Arbeitsamt seine Zeugnisse und seinen Lebenslauf abgeben.
Das ist ja auch gar nicht vergleichbar, ALGI ist eine betragsbasierte Lohnersatz-Leistung, da interessiert auch noch kein Partner-Einkommen oder Vermögen ...

Lebenslauf und Zeugnisse (zumindest Ausbildungs-Nachweise), werden da in den Vermittler-Gesprächen durchaus auch mal verlangt, allerdings nicht schon für die Antragstellung.

Es wäre toll wenn mir jemand etwas dazu sagen könnte der sich im SGB etwas auskennt.
ALGI und ALGII unterscheiden sich jedenfalls NICHT nur durch die unterschiedlichen "Zahlen" hinter dem ALG ... sondern es sind insgesamt zwei ziemlich unterschiedliche Leistungen ... die aus sehr unterschiedlichen Finanzquellen gezahlt werden.

ALG I = selbstgezahlte Beiträge der versicherungspflichtigen Beschäftigten = Anspruch als Lohnersatzleistung
ALG II = soziale Transferleistung aus Steuergeldern für Bedürftige / Mittellose Erwerbsfähige (und ihre Kinder).

Für den Fall, das wir uns einen Anwalt nehmen, wäre die Frage wer bezahlt diesen?
Niemand, wofür braucht ihr einen Anwalt, klärt die Fragen vor Ort und fordert euren Leistungsbescheid ein, es kann auch "vorläufig" beschieden werden, wenn die endgültige Bearbeitung noch länger dauern wird.

Wenn ihr (per Konto-Auszüge) nachweisen könnt, dass (fast) kein Geld mehr da ist, muss auch ein Vorschuss (gemäß § 42 Abs.(1) SGB I) gezahlt werden, immerhin ist die Antragstellung schon 4 Wochen her (was ihr hoffendlich auch beweisen könnt).

Mit Nachdruck kann man sich da gerne auf § 17 SGB I berufen ...
Zunächst muss man allerdings immer erst versuchen seine Ansprüche selber intensiver geltend zu machen und durchzusetzen, da kann man nicht immer gleich einen Anwalt einschalten wollen. :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Sprotte

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Ergänzend zu Doppelomas Beitrag : Zulässig,nicht zulässig,nicht erforderlich ---> KLICK ab ca. Seite 9 ........ :icon_wink:
 
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