Erstantrag - Fragen zu Eigenkündigung/Sperre und Mietbescheiningung (1 Betrachter)

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Venomous X

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Hallo zusammen,

im Rahmen einer Erstantragstellung für ALG II hätte ich noch ein paar Fragen, die mir hoffentlich einigermaßen gut beantwortet werden können - ich habe zwar selbst schon recherchiert, aber teils widersprüchlich Aussagen hierzu bekommen.

Und dieses Forum ist mir aufgrund hilfreicher Aussagen empfohlen worden.


[1.] Eigenkündigung & Sperre
12 Monate durchgängige Beschäftigung habe ich nicht ganz erreicht, weshalb allenfalls ein Anspruch auf ALG II besteht. Meine letzte Beschäftigung habe ich gekündigt, da einerseits die Gesinnungslage nach der Probezeit seltsamerweise komplett gegen mich umschlug; erst war man sehr zufrieden, dann wurde das Arbeitsumfeld gegen Ende des letzten Jahres/Anfang 2012 "wegrationalisiert" und ich musste plötzlich völlig andere Tätigkeiten ausüben (als Mobilfunktechniker eingestellt und nun Verpacker).

Vorher bestand die Arbeitskleidung aus einem Antistatik-Kittel, in der Verpackung wäre dringend eine dicke Jacke nötig gewesen (Anlieferung direkt angrenzend > Zugluft, offene Lagerhalle).

Nach dem Einsatz war ich mit einer halben Lungenentzündung drei Wochen außer Gefecht gesetzt und arbeitsunfähig attestiert; als ich zurückkam, steigerte sich das nochmals, nach dem Motto: ich weiß gerade nicht, was ich Dir zum Arbeiten geben könnte ...

Als ich später eine neue Brille benötigte, weil meine alte kaputt gegangen war, bat ich unverschämterweise, mich für ca. 1 Woche da einzusetzen, wo keine Feinarbeiten nötig gewesen wären (Gläser sind Spezialanfertigung), worauf der Vorarbeiter meinte, dann müsste ich wohl heimgehen ... letztendlich blieb mir an diesem Tag nichts anderes übrig, ich wurde sprichwörtlich im Regen stehen gelassen ...

Ein guter Bekannter, der auf einer Geschäftsstelle beim Arbeitsgericht arbeitet, meinte, ich solle diesbezüglich vorsichtig sein und zur Sicherheit eine AU vom (Augen-)Arzt vorlegen - er hätte schon genügend Fälle mitbekommen, bei denen der Arbeitgeber so versucht hat, später dem Arbeitnehmer eine Strick daraus zu drehen (Stichwort "unerlaubtes Fernbleiben"). Also legte ich eine AU vor, bei ich drei Tage später meine neue Brille hatte.

Letztendlich verbesserte sich die Lage nicht, im Gegenteil, weshalb ich das Beschäftigungsverhältnis gekündigt habe.

Meine Frage: beim heutigen ersten Termin mit dem Jobcenter wurde mir gleich eine Sperre angekündigt - wie sieht diese genau aus? Komplette Sperre? 30-prozentige Kürzung auf den Regelsatz? Und kann die Sperre ggf. entkräftet werden, wenn beispielsweise der Arzt eine Bescheinigung ausstellte (Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses nahegelegt)? Ich war wegen dem ganzen Stress auch bei ihm in Behandlung, ist bei ihm also dokumentiert)?


[2.] Mietbescheinigung
Es wurde auch eine Mietbescheinigung mit ausgehändigt. Ich wohne zur Untermiete - ist diese nun vom Untervermieter (eigentlicher Vermieter) oder vom Vermieter (der gesamten Wohnung) auszufüllen?


Es wäre äußerst hilfreich, hierzu ein paar Tipps von Euch zu erhalten.
 

alexander29

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Eine Bescheinigung vom Arzt sollte angedrohte Sanktionen enträften, da du dann einen wichtigen Grund hattest, das Arbeitsverhältnis zu kündigen.

Derjenige, mit dem du den Mietvertrag abgeschlossen hast (also der Hauptmieter, nicht der Vermieter der ganzen Wohnung) müsste die Mietbescheinigung ausfüllen.
 

sandy30j

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Derjenige, mit dem du den Mietvertrag abgeschlossen hast (also der Hauptmieter, nicht der Vermieter der ganzen Wohnung) müsste die Mietbescheinigung ausfüllen.
Müsste...wofür?

Wenn aus dem vorgelegten Mietvertrag alle relevanten Daten hervorgehen bedarf es keiner "Mietbescheinigung" im Bezug von ALG II.
 

Venomous X

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Danke für die Antworten.

Nun, nach Vorsprache bei meinem Hausarzt meinte er, eine Bescheinigung werde er nicht vorab ausstellen, das Jobcenter solle sich inkl. eine Schweigepflichtsentbindung und genauer Fragestellung an ihn wenden, dann beantworte er das gerne; das Jobcenter müsse schließlich auch die entstandenen Kosten tragen ...

Ist nur die Frage, ob meine Mitwirkungspflicht erfüllt wäre, wenn ich in der Antragsbegründung darauf eingehe, oder ob ich eine solche Bescheinigung direkt vorlegen muss?

Beim Erstantrag liegt nämlich eine Antragsbegründung bei; sollte ich dann darin den Sachverhalt kurz erläutern und auf die (obige) Aussage des behandelnden Arztes verweisen? Genügt das, oder kann das Jobcenter die Bescheinigung unmittelbar verlangen?

Im Übrigen sind auch keine Vermögenswerte vorhanden - als ich noch gearbeitet habe, hatte ich Anfang des Jahres vom Finanzamt eine Steuerrückerstattung erhalten.

Ist diese eigentlich auch noch im Antrag (bei den Vermögensfragen) mit anzugeben, oder beziehen sich die Fragen auf den aktuellen (IST-)Stand? - Die Steuererstattung hatte ich nämlich für Mietzahlungen in den letzten Monaten verwendet; zum Jobcenter wollte ich eigentlich nicht, aber es lässt sich momentan nicht vermeiden.

MfG.
 

alexander29

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Dein Arzt ist wohl kein guter...
Denn du musst beweisen, dass du aufgrund gesundheitlicher Gründe die Stelle aufgeben musstest.
Ergo sollte der Arzt eine kurze Bescheinigung darüber ausstellen.

Ich frage mich, was die Schweigepflichtsentbindung damit zu tun hat.
Richtig, nix.

Die Kosten trägt die KK (ist ja bei Ärzten immer so); es sei denn, das JC fordert Bescheinigungen an, dann kann das anders sein.

Aber in deinem Fall forderst du die Beschenigungja an, um zu beweisen, dass du zu Recht gekündigt hast.
 

sonne66

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Müsste...wofür?

Wenn aus dem vorgelegten Mietvertrag alle relevanten Daten hervorgehen bedarf es keiner "Mietbescheinigung" im Bezug von ALG II.
Selbst wenn diverse Daten fehlen, wird der Mindestsatz zugrunde gelegt.
Ich habe es aus datenschutzrechtlichen Gründen abgelehnt diese Bescheinigung meinem VM vorzulegen.
Ebenso ist man NICHT dazu verpflichtet die Miete DIREKT an den VM bezahlen zu lassen !!!!
Dies wird oft so dargestellt vom JC.

Grüße
sonne
 

Venomous X

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Hallöchen nochmals,

soweit ist alles problemlos verlaufen, Sperre ist auch nicht verhängt worden.

Gerade hatte ich jedoch Besuch vom Jobcenter, zwecks Besichtigung der Wohnung bzw. Wohnsituation (Untermiete).

Wie ist das eigentlich, der MA vom JC hat mir wohl nicht geglaubt, dass ich auf der Couch schlafe (sollte ihm zeigen, wie ich da schlafe; Körpergröße passt aber zur Couch), außerdem schien er wegen angeblich nicht klar abgegrenztem Bereich im Kühlschrank (obwohl eigenes Fach) gemäkelt zu haben ... wie verhalten, wenn da Probleme auftreten?

Ich hatte ihm zwar gesagt, dass ich bislang noch keinen Bescheid erhalten habe, allerdings die erste Zahlung eingetroffen ist; Bett sollte angeschafft werden, wenn die Leistungen sichergestellt sind.

Was mich halt verwunderte, obwohl im Untermietvertrag Mitnutzung Küche/E-Geräte enthalten ist, dass hierauf wohl abgestellt wird?!

Wie am besten verhalten, wenn also diesbezüglich Schwierigkeiten auftreten?

MfG.
 

sonne66

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Also zunächst mal - musst Du niemanden unangemeldet in die Wohnung lassen.
Aber da sie ja schon da waren, kann Dir zumindest niemand einen Strick drehen.

Wenn Schwierigkeiten auftreten, so muss Dein Vermieter schriftlich an Eidesstatt versichern, dass Du zur Untermiete wohnst und die Küche,... mitbenutzen darfst.
Es sonst keinerlei privaten oder finanziellen Gemeinsamkeiten bestehen.

Ich denke es kann dir niemand vorschreiben worauf du schlafen möchtest.
Habe selbst auch nur eine Couch, und kein Schlafzimmer.

grüße
sonne66
 
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