Erstantrag bei ALG 2 bei 15jährigem Mitglied der Bedarfsgemeinschaft

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Rotten

Elo-User*in
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Hallo, liebe Leute,

ich habe in meinem Freundeskreis eine Familie, deren Tochter nun Ende des Jahres 15 wird, damit "arbeitsfähig". Zu Zeit ist sie noch in der Bedarfsgemeinschaft der Eltern geführt. Meines Wissens muss mit dem 15. Geburtstag ein eigener Antrag gestellt werden?! Das Mädchen WIRD 2024 Abitur machen, geht aufs Gymnasium.

Die Familie will nicht, dass die Jugendliche viel Kontakt mit dem Jobcenter hat, zu bekannt sind die Fälle, dass die Kinders da unter Druck gesetzt werden, doch die Schule abzubrechen und in die Leiharbeit zu gehen.

Jetzt die Fragen:

Muss das Mädchen unbedingt persönlich beim JC vorsprechen oder können das die Eltern für sie übernehmen, schliesslich ist sie noch nicht volljährig.
Oder reicht es, dem JC eine Schulbescheinigung zu schicken und alles läuft dann so weiter wie jetzt?

Wenn die Jugendliche da nicht hin will, wenn sie eingeladen wird, zum "Arbeitsvermittler" (das ist ja eh sinnlos, weil sie eh zur Schule geht) und die Eltern untersagen es ihr als Erziehungsberechtigte, was passiert dann?

Ich will da helfen, kann aber keine sichere Antwort geben.
 

Sowhat

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Also ich bekam ALGII auch vor acht Jahren über mein 15jähriges Kind, das aufs Gymnasium ging. Es ging nicht anders, weil ich noch nicht wieder erwerbsfähig war nach
Schlaganfall und mittellos in Scheidung lebend. Es war damals irgendwie kein anderes Amt für mich zuständig.
Nachdem ich mehrmals vom Sozialamt zum JC und zurück geschickt wurde am Stock humbelnd übrigens, kam man nach einem Schreikrampf meinerseits dann doch auf die Idee man könne es ja über das Kind laufen lassen.
Aber das war halt nur so weil ich krank war und mein Nochmann als Selbständiger damals halt nichts zahlen musste.
Mein Kind war der einzige in der Familie, der erwerbsfähig war über 3 Stunden zu dem Zeitpunkt. Kind Nummer zwei war ja da erst 12.

Ich musste nur die Schulbescheinigung einreichen und als dann ein Meldetermin kam, habe ich angerufen (damals war das noch kein Drama) und sagte dem SB bei der Jugendabteilung der damaligen Arge, dass mein Kind keinesfalls der Schule fern bliebe (er würde Abitur machen und studieren, es gäbe gar nichts zu reden) und falls er jemanden sehen wolle, dann käme ich. Wurde akzeptiert und ich war dieses eine Mal dort, glaube ich. Bis auf immer wieder Schulbescheinigungen einreichen lies man uns in Ruhe. Es war ein recht humaner SB damals.
Aber mein Kind musste da nie hin, habe mich mit Händen und Füssen gewehrt.

Nach 6 Monaten war ich dann wieder erwerbsfähig und somit Vorstand unserer BG.
Mein Kind hat heute ein duales Studium (Handelsfachwirt) und ein erstes Staatsexamen in Jura hinter sich. Das andere Kind ist inzwischen Techniker.
Die einzige, die den Rest ihres Lebens auf ALGII und dann Armutrente mit Aufstockung sitzen bleibt bin und bleibe ich. EMR-Rente wurde mir versagt wegen 36/60.

Kann natürlich sein, dass sich heute jedes 15jährige Kind eines AlGII Empfängers dann auch beim Amt melden muss. Was bin ich froh, dass das meinen Kindern erspart blieb.
Sie haben sich so schon genug geschämt für mich.
 
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