Erstantrag, 18 jährige nach schweren Unfall der Mutter mittellos, benötige Tipps zur Überbrückung

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Kenni

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Hallo Ihr Lieben,

folgender Sachverhalt:

- 18 jähriges Mädchen (Nov. 18 geworden)
- Wohnt mit 4 Geschwistern bei der Mutter
- Kindergeldverlängerung über 18 wurde von der Mutter nicht gestellt (wird nachgeholt)
- befindet sich in schulischer Ausbildung, BaFög Antrag im Oktober gestellt und befindet sich in Bearbeitung
---

Durch einen schweren Verkehrsunfall befindet sich die Mutter im Koma und der weitere Verlauf ist ungewiss. Die Geschwister befinden sich in Obhut der Verwanden. Ein ehrenamtlicher Betreuer für die Mutter ist bestellt, das Schriftliche muss vom Gericht noch geklärt werden.

Der Haushalt der Mutter wird bis Ende Januar aufgelöst. Eine Wohnung wurde für das Mädel zum Anfang März von der Wohnungsverwaltung reserviert, müsste noch bei der Arge beantragt werden.

Nun ist es aber so, dass dieses Mädel völlig mittellos ist. Sie übernachtet sozusagen bei Freunden bis sie den angstrebten Wohnraum beziehen kann.
Auch braucht sie ab kommende Woche eine fahrkarte von 72€ um auf Ausbildungsstelle zu kommen.

Es ist geplant, dass ich mit ihr am Freitag zum Jobcenter fahre und versuche eine Art Vorschuß zu erlangen, da die beiden Anträge (Kindergeld und Bafög) noch nicht bewilligt sind.

Was wäre die beste Vorgehensweise, gibt es da eine Härtefallregelung? Es ist bekannt, das das JC nicht gerne den Auszahlautomaten tätigt.

Für Tipps wäre ich euch sehr dankbar.


LG Kenni
 

HartzVerdient

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Ich möchte diesen Thread gerne nochmals nach oben schieben und bitte Mitforenten - sofern möglich - hier zu helfen. Gerne würde ich etwas hierzu schreiben wollen - denke jedoch, dass das meine persönliche Kompetenzen stark fordern würde.

Alles was ich hier empfehlen kann ist folgendes:

SoVD e.V.
VdK e.V.

Allerdings könnte ich mir in diesem Fall gut vorstellen, dass hier die Teamleitung des Jobcenters mit in's Boot geholt werden muss, damit eine reibunglose Hilfe (Ersthilfe) gewährleistet werden kann. Ggf. an den Bürgermeister der Stadt wenden.

Was die 72€ betreffen, so kann man sich u.U. einen Vorschuss beim Jobcenter oder Sozialamt geben lassen.

Allerdings ist hier - auf Grund des Sachverhaltes - schwer - richtigen Rat zu geben.
 

Seepferdchen 2010

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- befindet sich in schulischer Ausbildung, BaFög Antrag im Oktober gestellt und befindet sich in Bearbeitung

Mein Gedanke dazu ein Darlehn nach § 27 SGB II Abs.: 4 bitte formlos den Antrag stellen beim JC und lies bitte hier in diesem Link,
welche Option noch gibt, so zum Beispiel ein Vorschuss nach § 51 Abs. 2 BAföG
Gut wäre es wenn ein Beleg zu Hand ist für die Einreichung vom Antrag bzw. eine Eingangsbestätigung
von der BAfög für das Jobcenter bzw. bei der BAfög.


Eine Wohnung wurde für das Mädel zum Anfang März von der Wohnungsverwaltung reserviert, müsste noch bei der Arge beantragt werden.

Lies bitte mal hier zum Thema Wohngeldzuschuss

Der Wohnkostenzuschuss kommt nur für bestimmte Gruppen von Auszubildenden in Betracht. Grundsätzlich ist entscheidend, welche Art der Ausbildungsstätte ihr besucht und ob ihr bei euren Eltern wohnt oder nicht. Studierende an Hochschulen, die nicht bei ihren Eltern wohnen, können den Zuschuss nicht erhalten.

Quelle:Der Wohnkostenzuschuss (§ 27 Abs. 3 SGB II a.F.)

BAföG Vorschuss

.
 
Zuletzt bearbeitet:

RA16

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Wenn ich alles richtig gelesen habe, wurden noch keine Leistungen beim JC beantragt. Das sollte so schnell wie möglich nachgeholt werden, formlos und möglichst schriftlich so wie Seepferdchen es sagt. Zusammen, am besten am gleichen Tag der Beantragung, schriftlich ein Darlehen beantragen auf 1) 72 € Fahrtkosten 2) auf Regelleistung, denn sie braucht ja wohl irgend etwas um sich Essen zu kaufen und 3) auf Zusicherung zur Anmietung der eigenen Wohnung und auf Übernahme der Mietkaution. Das alles schriftlich (formlos, Wohnungsangebot dazulegen), nachweislich und nicht abwimmeln lassen.

Ferner würde ich raten zum Eilantrag an das zuständige Sozialgericht, weil JC Anträge in der Regel schneller bearbeiten, wenn ein Eilverfahren bei Gericht ist.
Antrag sollte lauten auf Leistungen nach SGB II als Darlehen zum Leben. Das reicht. In die Begründung muß dann die derzeitige Situation und die finanzielle Lage aufgenommen werden, damit das Gericht sich ein Bild machen kann. Dafür entstehen keine Kosten. Bei weiteren Fragen gerne Post an mich.

Zusätzlich sollte beim Bafög-Amt ein Vorschuss beantragt werden ( § 51 BaföG ) da die Antragstellung länger als 10 Wochen zurückliegt. Auch dieser Antrag auf Bafög und der Bearbeitungsstand soll dem Sozialgericht mitgeteilt werden.
Wohngeld halte ich für unwichtig, weil es noch keinen Mietvertrag gibt bzw. wenn ja, das Wohngeld geringer ist als der Zuschuß nach § 27 SGB II.

Und ja, ich weiß, dass bei schulischer Ausbildung kein Anspruch auf SGB II Regelbedarf besteht, deshalb Antrag auf Darlehen.
 

Couchhartzer

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Auch wenn es dringend ist, gleich zum Gericht zu laufen halte ich für verfrüht.
Nicht nur das, dieser Ratschlag ist mal wieder kompletter falschberatender Unfug, denn es wurde ja gemäß eigener Schilderung des Unfuganratenden mit der Ausführung
Wenn ich alles richtig gelesen habe, wurden noch keine Leistungen beim JC beantragt.
offenbar noch nicht einmal ein Antrag gestellt, der irgendeine Rechtsweg (wie auch immer) überhaupt eröffnend möglich machen könnte.
 

Kenni

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Dankeschön für eure Antworten.

Kurze Frage.

Darlehn nach § 27 SGB II Abs.: 4 gibt es doch so nicht mehr? Wäre es dann nun Absatz 3 ?

LG Kenni
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ich finde den Vorschlag mit dem Jugendamt gut. Die können bis 21 zuständig sein und in der Konstellation findet sich da vielleicht auch schnelle Hilfe. Für die jüngeren Geschwister müsste es da doch bereits eine zuständige Person geben, oder?
Außerdem könnte man den Sozialdienst des Krankenhauses, in dem die Mutter liegt, ansprechen. Teilweise taugen die Sozialdienste nix, aber manche sind ziemlich motiviert. Die können zwar "nur" telefonieren, aber erreichen dann eher etwas als Ottonormalverbraucher.

Die Schule, die das Mädel besucht, kann vielleicht auch helfen. Bei ausreichender Größe gibt es evtl. eine Sozialberatung und/oder Hilfemöglichkeiten für Schüler in Notlagen, vielleicht könnte man darüber schnell und unproblematisch Geld für die Fahrkarte bekommen, vielleicht auch kostenfreie Mittagsverpflegung o.ä..
Wenn eine Uni am Wohnort vorhanden ist, könnte man es auch bei der Sozialberatung des dortigen AStA versuchen. Die sind zwar offiziell nicht zuständig, kennen aber solche Situationen ganz gut und haben da oft Dokumente, die gut zusammenfassen, in welcher Reihenfolge man sich an welches Amt wenden muss (und welche Gesetzestexte man unwilligen SB vorlegen sollte), die sie sicher auch mit einem Schüler in Notlage teilen würden.
 

liriel

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Genau wie Caye beschreibt: breit aufstellen und alle Möglichkeiten ausloten. (y)
Das JC ist meiner Meinung nach die schlechteste Lösung in diesem Fall:confused:
LG
 
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