Ernüchternde Bilanz: Ein-Euro-Jobs bringen kaum bessere Jobchancen (1 Betrachter)

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Richardsch

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Otto find ich gut.Die haben auch schicke Busse, mit denen man dann im Sammeltransport im Lager abgeholt wird. Inzwischen gibt es Dutzende Firmen dort mit Arbeitsrobotern aus Deutschland. Hat sich wohl rumgesprochen, das die sich nicht wehren können.
Ja, was willste machen. Wir haben Holland besetzt und dann den Krieg verloren. Klar, das die sich jetzt mit Hilfe unserer Regierung an uns schadlos halten.
Nur, dass ich das richtig verstehe. Otto, also ein deutsches Versandkaufhaus hat sich in den NL niedergelassen. Dort arbeiten dann aber statt Holländer Deutsche? Weißt du wie sie dort ihren Arbeitsplatz bekommen haben bzw. ob es über ZA geht? Wenn nicht, werde ich mal guggeln.

Gruß Richard
 

ichnunwieder

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Nun ja, mancher sieht nicht nur das idealistische Ganze, sondern eben nur die eigene Position - bzw. nimmt das mit, was er bekommen kann. Dafür sollte man auch Verständnis aufbringen - und diese eben nicht verteufeln.
Für Egoismus bringe ich kein Verständnis auf. Genau das ist der Grund dafür, das sie es mit uns machen können.

Ich kann es niemandem verdenken, der von 347 EUR leben muss, wenn er so 180 EUR hinzubekommen kann
Von denen er dann ca.110 Euro behalten darf. Und damit dann gegebenenfalls mitgeholfen hat, einen richtigen Arbeitsplatz zu vernichten.

Ich habe nämlich noch nie etwas von zulässigen ( gemeinnützig und zusätzlich) 1 Euro-Jobs gehört, wie etwa das berühmte "Oma aus dem Buch vorlesen" Beispiel. Stets geht es nur darum, durch billige Sklaven die Kosten für die Komunen zu senken oder Jobs zu ersetzen.
 

ichnunwieder

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Richardsch

Nur, dass ich das richtig verstehe. Otto, also ein deutsches Versandkaufhaus hat sich in den NL niedergelassen.
Nein, um Gottes willy. Nicht der Otto, eine ZAF namens Otto. Robotet wird dann beispw. bei Flextronic.
 

Donauwelle

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Für Egoismus bringe ich kein Verständnis auf. Genau das ist der Grund dafür, das sie es mit uns machen können.



Von denen er dann ca.110 Euro behalten darf. Und damit dann gegebenenfalls mitgeholfen hat, einen richtigen Arbeitsplatz zu vernichten.

Ich habe nämlich noch nie etwas von zulässigen ( gemeinnützig und zusätzlich) 1 Euro-Jobs gehört, wie etwa das berühmte "Oma aus dem Buch vorlesen" Beispiel. Stets geht es nur darum, durch billige Sklaven die Kosten für die Komunen zu senken oder Jobs zu ersetzen.
Nun, wenn er Glück hat, kann er 180 EUR behalten - ich kenne ein paar solcher Fälle - mein Sohn bekommt bei 6 h täglich auch EUR 1,50 zuzüglich Fahrtkosten... - eine Anrechnung erfolgt ja nicht, da ja Mehraufwand und nicht Einkommen...

Letzteres ist uns doch allen klar - denen, die die 1-EUR-Jobs haben und damit zufrieden sind auch. Aber trotzdem kann ich es auch verstehen, wenn derjenige den einfacheren Weg geht -

d.h. keine Probleme mit dem Amt, ein paar Euro zusätzlich, ggf. auch eine Beschäftigung statt Löcher in die Luft zu starren (nicht jeder weiß sich alleine zu beschäftigen...)

anstatt

auf der Schwarzen Liste zu stehen, Sanktionen angedroht zu bekommen bzw. bereits Bescheide darüber zu bekommen, um seinen Regelunterhalt schon kämpfen zu müssen und nicht zusätzlich etwas zu bekommen... und als "fauler" Hund betitelt zu werden

------

Wer dort auf der moralisch richtigen Seite steht ist klar.

Nur, ich gehe davon aus, dass viele auch den "Kämpfer" für dumm halten, weil er es sich viel schwieriger macht, als es sich einfach zu machen...

-----

Ist es nicht doof, dass nicht mal die Betroffenen untereinander Verständnis füreinander haben...
 

ichnunwieder

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Richardsch

Weißt du wie sie dort ihren Arbeitsplatz bekommen haben bzw. ob es über ZA geht?
Natürlich weiss ich, wie sie dort Ihren Arbeitsplatz bekommen haben.
Das ist ganz einfach. Du wohnst beispw. irgendwo an der holländischen Grenze und wirst jetzt arbeitslos. Jetzt rufst Du bei Deiner ARGE an und sagst: Guten Tag, mein Name ist sowieso und ich hätte gerne einen Termin um mich arbeitssuchend zu melden" ." Na prima" sagt Dir dein Gesprächspartner ganz freundlich und dann schon bestimmter: " Sie kommen jetzt sofort hier vorbei und bringen sich regenfeste Kleidung mit.Denn in einer halben Stunde nach unserem Gespräch werden sie im Stadtpark Blätter aufsammeln, genau wie morgen und übermorgen. Spätestens nächste Woche sind sie dann in Holland"
So einfach geht das.
 

ichnunwieder

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Nur, ich gehe davon aus, dass viele auch den "Kämpfer" für dumm halten, weil er es sich viel schwieriger macht, als es sich einfach zu machen...
Natürlich hast Du recht. Ich bin aber nicht freiwillig "Kämpfer" geworden, sondern gleich durch den dreimaligen Verlust meiner Nebenkostenabrechnung für 2004 zum "Kämpfer" gemacht worden. Nachdem ich sie 3 mal abgegeben hatte, wurde mir das Guthaben in Höhe von 240 Euro von der Regelleistung abgezogen.Die Vermieter aber hatte die 240 Euro mit der Jan.Miete 2005 verrechnet, sodas die ARGE, wie Ihnen bekannt war durch die Nebenkostenabrechnung nur eine um den Betrag verringerte Miete an den Vermieter zu überweisen brauchte. Die haben natürlich den vollen Betrag überwiesen und mir dann die 240 Euro noch einmal in Rechnung gestellt. Prompt wurden dann im Februar 2005 noch einmal 240 Euro einbehalten.
Nach meiner Beschwerde über die offensichtliche Unfähigkeit der Mitarbeiter
bekam ich dann einen Eintrag in den Computer, in dem andere Mitarbeiter vor mir gewarnt wurden. Bis heute.So glaubt da jeder der Fuzzies , der meinen Namen liest: Den muß ich jetzt mal eins auswischen!
Und Du hast Recht: andere lachen über die Geschichte und freuen sich klammheimlich, das sie nicht selbst betroffen sind. Und das macht es diesen Verbrechern so einfach. Und deshalb gibt es nur einen Weg, auch wenn es schwer ist : Auch mal den Hintern bewegen und ein bisschen was riskieren!
 
E

ExitUser

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2005 vefiel ich dem Irrglauben, daß ich über die Ein-Euro-Jobs wieder den Weg zurück in den 1. Arbeitsmarkt finden würde.

Ich bin mittlerweile von diesem Glauben befreit.

In Zukunft werde ich jeden Sklaven-Job ablehnen.
 

Donauwelle

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@catweazle und @ichnunwieder

Es gibt aber eben solche und solche Menschen. Es begegnen einem auch viele dieser Arten im normalen Berufsleben.

Da gibt es eben die einen, die einfach möglichst unauffällig ihre Ruhe haben möchten - und die anderen, die möglichst lautschreiend wegen jedwedes Unrechtes rufen.

Ich gehöre auch zu letzteren - das ist mir in der Vergangenheit auch nicht gut bekommen - moralisch der Gewinner zu sein bringt einen nicht unbedingt im Gesamten auf die Gewinnerseite...

Jeder, der das Konstrukt der ein-Euro-Jobs mal durchschaut hat, weiß doch eigentlich, dass die Chance, dadurch einen normalen Job zu erhalten, recht niedrig ist bzw. gegen Null geht. Den Trägern ist das nicht mal zu verdenken - auch hier ist die Moral recht egal (mal festgestellt, dass Moral und Gerechtigkeit Worte sind, die es eigentlich in der Praxis gar nicht mehr gibt...) - warum viel Geld ausgeben, wenn man es viel billiger haben kann.

Geiz ist geil - eben nicht nur beim Mediamarkt, sondern in allen Branchen. Am besten das Gewissen und alle Moralvorstellungen in den Wind geblasen - die Dickens Weihnachtsgeschichte ist doch sowieso ein Märchen...

Warum in aller Welt sollte man dann gerade von denjenigen, die schon um ihren reinen Lebenserhalt kämpfen, große Moral erwarten, wenn diejenigen, die es finanziell könnten, diese schon lange in den Wind geschrieben haben?

Kompromisse muss jeder von uns machen - ohne könnten wir uns gleich ein Grab schaufeln. Ich weiß z.B. was meine Arbeitskraft wert ist - ich arbeite wahnsinnig gerne, so lange es sich um Tätigkeiten handelt, die zumindest einen Teil meines Hirns zum Kochen bringen und in denen man nicht ganz abstumpft und ich bin verdammt gut darinnen. Ich bin aber trotzdem bereit, mich weit unter meinem Preis zu verkaufen - das ist der Kompromiss im ganzen. Momentan frage ich mich, inwieweit ich mich verramschen lassen würde... - wie tief ist man bereit, sich zu beugen. Demut ist leider auch nicht meine Stärke...

Was mir nur wichtig ist - selbst wenn es nicht der eigene Weg ist, weil man eben anders gestrickt ist - Verständnis für andere sollte trotzdem dabei sein - und nicht Verachtung, nur weil diese andere Ziele haben. Es bringt anders nichts...
 

Mario Nette

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Bezüglich dieser Jobs - ist Folgendes schon einmal passiert, wisst ihr da was?: Man hat in den Wintermonaten so einen tollen Job ausgeführt, 30 Stunden die Woche. 1 1/2 Jahre später kommt die Heizkostenabrechnung für den Folgewinter nach dem EEJ. Die ist natürlich höher, weil man nicht wie im EEJ 6 Stunden nicht zu Hause war, sondern zu Hause war und geheizt hat. Es wird einem unwirtschaftliches Verhalten unterstellt.

Mario Nette
 
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Bezüglich dieser Jobs - ist Folgendes schon einmal passiert, wisst ihr da was?: Man hat in den Wintermonaten so einen tollen Job ausgeführt, 30 Stunden die Woche. 1 1/2 Jahre später kommt die Heizkostenabrechnung für den Folgewinter nach dem Ein-Euro-Job. Die ist natürlich höher, weil man nicht wie im Ein-Euro-Job 6 Stunden nicht zu Hause war, sondern zu Hause war und geheizt hat. Es wird einem unwirtschaftliches Verhalten unterstellt.

Mario Nette
Wer jedesmal die Heizung abstellt, wenn er aus dem Haus oder zur Arbeit geht, muss sich nicht wundern, wenn die Rechnung höher ausfällt, als sonst.
Das ist dann in der Tat unwirtschaftliches Verhalten. ;-)
 
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Ein-Euro-Jobs bringen kaum bessere Chancen

verwundert das irgendwen der klar denken kann? so viel Verständnis, Wissen hat doch jeder der dadurch betroffen ist scheinbar unsere Politiker nicht die in einer traumwelt vor sich hin regieren und dabei die Realität außer Acht lassen oder nicht wissen was los ist.
aber ist das ein Wunder? weil es oft Theoretiker sidn die nie in der Praxis tätig waren udn so Fakten nur von Statistiken und infos her wissen.

diese JOBS sicherlich für die Betroffenen ein geringes Zubrot zu dem Regelsatz der arg bemessen ist aber eine Perspektive ist ebenso unrealistisch wie ein Politiker der immer die Wahrheit sagt auch nach der Wahl und davor
 
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