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Ernüchternde Bilanz: Ein-Euro-Jobs bringen kaum bessere Jobchancen

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Martin Behrsing

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#1
Bei Jüngeren tritt kein Effekt einer Eingliederung auf
von Martin Behrsing
Nürnberg (pr-sozial) – 20 Monate nach Beginn eines Ein-Euro-Job ziegen sich lediglich bei einigen Teilnehmern derartiger Hartz IV-Maßnahmen positive Eingliederungswirkungen. Bei allen anderen dagegen nicht. Dies vor allem bei jungen Menschen unter 25 Jahren. Dort ist die Wirkung gleich Null. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Bei westdeutschen Frauen wirke sich die Teilnahme positiv auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit aus, geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Allerdings trägt der Ein-Euro-Job nicht zur Beendigung der Bedürftigkeit bei. Die Wahrscheinlichkeit, den Hartz IV-Bezug zu beenden, ist sogar geringer als bei vergleichbaren Arbeitslosen ohne Ein-Euro-Jobs. «Die
Ein-Euro-Jobs haben sich seit ihrer Einführung im Jahr 2005 zur quantitativ bedeutendsten Maßnahme der aktiven Arbeitsmarktpolitik im SGB II entwickelt. 2007 wurden mehr als 750.000 neue Förderungen begonnen», so das IAB.


weiterlesen auf: PR-SOZIAL, das Presseportal...
 
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#2
Ernüchternde Bilanz: Ein-Euro-Jobs bringen kaum bessere Jobchancen
Das wusste ich schon immer, nur mich fragt ja keiner :icon_dampf: und auch bezahlt man mir keine Beraterhonorare, damit ich mein Wissen preisgebe :icon_cry:.

Also müssen eben Pfuscher ran, die naturgemäß alles verpfuschen, damit man dann wieder erneut rumpfuschen kann.


1 € -Jobs sollten nie bessere Jobchancen bringen, es ist vielmehr eine Form der Sanktion.
 

Richardsch

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#3
1 € -Jobs sollten nie bessere Jobchancen bringen, es ist vielmehr eine Form der Sanktion.
Ich denke mit Sanktionen haben die 1-Euro-Jobs weniger zu tun. Die BRD hat von der EU die Auflage bekommen, dass die Beschäftigung in Deutschland bis 2010 70% betragen muss. Da es keine oder zu wenig reale Arbeitsstellen gibt, wurden eben Ersatzarbeitsplätze geschaffen um dieses Soll zu schaffen.

Gruß Richard
 
E

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Gast
#4
Dabei war das ja von Anfang an klar. Dafür wurden die 1 Euro Jobs ja auch nicht geschaffen. Die Regierung Schröder versprach Ersatz für die immer mehr zurückgehende Zahl der Zivildienstleistenden und der wurde in Form von 1 Euro Jobbern geschaffen. Diesbezüglich ein voller Erfolg. Und da der wirkliche Erfolg ja erreicht wurde, warum sollte man sie nun wieder abschaffen? Nur weil das Märchen sich als genau das entpuppte? Der Widerstand gegen 1 Euro Jobs ist ja selbst bei Betroffenen eher gering. Immer öfter hört man, daß die Leute froh sind aus dem Haus zu kommen. Man hört auch, wie dringend das wenige Geld der 1 Euro Jobs gebraucht wird.

Wie kann man etwas wieder loswerden gegen das nur eine Minderheit der Betroffenen wirklich kämpfen will?

Oder etwas härter formuliert:
Wie befreit man Sklaven, die sich freiwillig versklaven lassen und noch Gutes daran finden?
 
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#5
Allerdings trägt der Ein-Euro-Job nicht zur Beendigung der Bedürftigkeit bei. Die Wahrscheinlichkeit, den Hartz IV-Bezug zu beenden, ist sogar geringer als bei vergleichbaren Arbeitslosen ohne Ein-Euro-Jobs.
Und warum werden sie dann nicht abgeschafft?
Die BRD hat von der EU die Auflage bekommen, dass die Beschäftigung in Deutschland bis 2010 70% betragen muss.
Hast Du dazu bitte einmal einen Link oder eine Bezugsquelle?
 

wolliohne

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#7
Wird in d. Bürgerantrag (öffentl.Beschäftigung statt Ein Euro jobs)

mit einfliessen.
 
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#8
Danke,Richardsch

Die Mitgliedstaaten werden sich bemühen, dafür zu sorgen, dass eine ausreichende Zahl von Arbeitskräften .... zur Verfügung steht, um Wirtschaftswachstum .... zu stützen
Heißt das nun, viel bumsen wird gefördert, das eine Ausreichende Zahl an Arbeitskräften zur Verfügung steht? oder eher:
Es wird dafür Sorge getragen, das möglichst viele arbeitslos sind, denn erst dann stehen sie ja als Arbeitskräfte zur Verfügung(logisch: wer schon Arbeit hat, steht ja nicht mehr zur Verfügung)




auf eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung hinarbeiten, indem sie das Potenzial aller Bevölkerungsgruppen im Rahmen eines umfassenden Konzepts erschließen, das insbesondere folgende Aspekte abdeckt: Verfügbarkeit und Attraktivität von Arbeitsplätzen, Sorge dafür, dass sich Arbeit lohnt, Verbesserung der Qualifikationen und Bereitstellung geeigneter Unterstützungsangebote;
Das klingt ja wie im Schlaraffenland: Verfügbarkeit und Attraktivität von Arbeitsplätzen,Sorge dafür, dass sich Arbeit lohnt.
Ich glaub ich bin im falschen Film.Die wollen ja das selbe wie wir!
 

Richardsch

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#9
Ich glaub ich bin im falschen Film.Die wollen ja das selbe wie wir!
Schön wärs :) Lies mal weiter:

Im Klartext bedeutet dieses, nach dem Jahr 2010 sollen zwar nie mehr als 3% der erwerbsfähigen Personen in einem Land staatliche Lohnersatzleistungen beziehen, aber dafür 30% der erwerbsfähigen Personen in diesem Land von ihren Familien, Ehegatten, Eltern oder anderweitig privat ausgehalten werden; und zwar unabhängig davon, ob sie bereits gearbeitet haben oder irgendwelchen anderen persönlichen Umständen. Es sei denn, natürlich, sie haben genügend eigenes Vermögen, von dem sie leben können.
Das ist das, weshalb ich immer sage ab 2010 gibt es gar keine Sozialleistungen mehr, wie wir sie kennen.

Gruß Richard
 
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#10
Das heißt: Vollbeschäftigung ist offiziell dann erreicht, wenn 30% der erwerbsfähigen Personen nicht arbeiten. Andererseits versucht man erklärtermaßen die Arbeitslosigkeit bis zum Jahr 2010 in der EU vollständig zu "beseitigen", wobei ein Rest von 3% gemeldeten Arbeitslosen, falsch! "Arbeitsuchenden" Menschen als hinnehmbar und behandelbar, d.h. schnellstens wieder in Arbeit zu bringen gilt ( die so genannte Fluktuationsreserve, die automatisch durch Entlassung und Wiedereingliederung entsteht ).
Im Klartext bedeutet dieses, nach dem Jahr 2010 sollen zwar nie mehr als 3% der erwerbsfähigen Personen in einem Land staatliche Lohnersatzleistungen beziehen, aber dafür 30% der erwerbsfähigen Personen in diesem Land von ihren Familien, Ehegatten, Eltern oder anderweitig privat ausgehalten werden; und zwar unabhängig davon, ob sie bereits gearbeitet haben oder irgendwelchen anderen persönlichen Umständen. Es sei denn, natürlich, sie haben genügend eigenes Vermögen, von dem sie leben können.
Jetzt wird mir schon wieder schlecht. Ich sollte aufhören, ständig die Wahrheit zu lesen. Das erzeugt bei mir eine Mischung aus Wut und Verzweiflung.
 

Donauwelle

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#12
Der Beitrag bezieht sich bei U25 nur auf 1-EUR-Jobs und nicht auf sonstige Maßnahmen, oder?

Maßnahmen, die für eine Ausbildung qualifizieren oder einen Schulabschluss beinhalten, empfinde ich selbst für diese Altersgruppe sicherlich als förderlich. Wobei mir dafür natürlich die Zahlen fehlen, also spreche ich hier nur aus reiner Lebenserfahrung.

1-EUR-Jobs für diese Altersgruppe sind doch absolut sinnlos. Oh, man bekommt sie für eine Weile von der Straße und sie lernen früh aufstehen, ggf. ist das sogar besser als nichts - aber eigentlich sind es verlorene Jahre, wenn keine Ausbildung etc. da ist.
 
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#13
Das ist das, weshalb ich immer sage ab 2010 gibt es gar keine Sozialleistungen mehr, wie wir sie kennen.
Das sage ich übrigens auch schon lange. Nur so ein Gefühl. Ich meine, Lagerhaltung ist nicht nur bei Legehennen, sondern auch schon wieder bei Arbeitsrobotern angezeigt, wie ich bei einem Besuch in einer umgebauten Kaserne bei Kleve am Niederrhein feststellen durfte. Dort wird ein Großteil der "Arbeitskräfte" gehalten, die in Holland zum Reichtum der Unternehmen beitragen. Die Tafeln und "Sozialkaufhäuser" weisen in die gleiche Richtung.

Die "Isolierung" der nicht arbeitenden Bevölkerung wird automatisch durch die Mietpreisregulierung auf die dafür vorgesehenden Stadtteile gelenkt, so viel ist sicher.In 15 Jahren wohnen die Hartzies in den großen Städten in den für sie vorgesehenden Hartzquatieren im Stadtteil Assitown mit bis zu 4 jungen Männern auf einem Zimmer. (Argument: Ihr müßt dem Staat so wenig wie möglich auf der Tasche liegen und bei der Bundeswehr ist es doch auch so)
Gute Idee, wer nach der Bundeswehr keinen Job nachweisen kann, muss gleich dableiben und kann seinen Wehrdienst bis zur Rente ausdehnen. So ist er auch gleich E-Pack mäsig ausgerüstet und fällt dem Staat nicht weiter zur Last. Als kleine Gegenleistung für so viel Güte kann er dann im Sommer auf den Feldern bis zu 10 Stunden robotern(Erspart den Polen
die lange Anfahrt)und im Winter Schnee fegen. Ist keiner da, werden sie "Ausgeliehen" für 20 Euro die Stunde an die Schweiz und Österreich, die haben genug davon.

Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Und bald schon so oder so ähnlich Realität.
 
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#14
Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Und bald schon so oder so ähnlich Realität.
genau so ist es, wenn da nicht diese "was nicht sein kann, darf einfach nicht sein" Realitsverweiger wären. Ich weiss im Moment nicht was mich eigentlich mehr ankotzt, diese Faschisten die uns behandeln wie ein Stück Vieh und versklaven, oder die welche immer noch nicht begriffen haben um was es hier eigentlich geht, diese "wird ja alles schon nicht so schlimm" sager. :icon_dampf:
 

Richardsch

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#15
Der Beitrag bezieht sich bei U25 nur auf 1-EUR-Jobs und nicht auf sonstige Maßnahmen, oder?
Im Artikel lese ich auch nur was von 1-Euro-Jobs. Diese gängigen Massnahmen wir Bewerbungstraining etc. ebnen aber auch nicht gerade den Weg zu einem guten Arbeitsplatz und ist verschenkte Zeit.

Maßnahmen, die für eine Ausbildung qualifizieren oder einen Schulabschluss beinhalten, empfinde ich selbst für diese Altersgruppe sicherlich als förderlich. Wobei mir dafür natürlich die Zahlen fehlen, also spreche ich hier nur aus reiner Lebenserfahrung.
Für die Ausbildung und/oder Schulabschluss, sehe ich das auch so. Nur habe ich da meine Bedenken, dass dies häufiger geschieht.

1-EUR-Jobs für diese Altersgruppe sind doch absolut sinnlos. Oh, man bekommt sie für eine Weile von der Straße und sie lernen früh aufstehen, ggf. ist das sogar besser als nichts - aber eigentlich sind es verlorene Jahre, wenn keine Ausbildung etc. da ist.
Das nichts für eine Ausbildung getan wird, hatte ich schon bei der HAB bemängelt. Bevor der 1-Euro-Job kam, wurden dorthin Sozialhilfeempfänger vermittelt, die auch ein gutes Gehalt bekamen, sozialpflichtig. Normalerweise liefen diese Jobs über 1 Jahr, konnten aber auf 2 oder 3 Jahre verlängert werden. In dieser Zeit hätte man die Leute gut im Maler-, Tischler- oder Bürobereich ausbilden können. Stattdessen wurden sie nur angelernt und auf die Menschen losgelassen. Standardspruch in Hamburg war immer: Oh Gott, keinen von der HAB, dann muss ich anschließend einen Fachbetrieb bestellen :)
Gruß Richard
 

Richardsch

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#16
Das sage ich übrigens auch schon lange. Nur so ein Gefühl. Ich meine, Lagerhaltung ist nicht nur bei Legehennen, sondern auch schon wieder bei Arbeitsrobotern angezeigt, wie ich bei einem Besuch in einer umgebauten Kaserne bei Kleve am Niederrhein feststellen durfte. Dort wird ein Großteil der "Arbeitskräfte" gehalten, die in Holland zum Reichtum der Unternehmen beitragen.
Ging es da in Holland um das Maatwerk?

Die Tafeln und "Sozialkaufhäuser" weisen in die gleiche Richtung.
Sind wie Richard Burton und Liz Taylor. Man kann nicht mit ihnen aber auch nicht ohne sie :)

Die "Isolierung" der nicht arbeitenden Bevölkerung wird automatisch durch die Mietpreisregulierung auf die dafür vorgesehenden Stadtteile gelenkt, so viel ist sicher.In 15 Jahren wohnen die Hartzies in den großen Städten in den für sie vorgesehenden Hartzquatieren im Stadtteil Assitown mit bis zu 4 jungen Männern auf einem Zimmer. (Argument: Ihr müßt dem Staat so wenig wie möglich auf der Tasche liegen und bei der Bundeswehr ist es doch auch so)
Ich denke die Städteplanung wird bald wieder anders aussehen. Ich weiß nicht, ob dir der Begriff "Maumau" bekannt ist. Ich kenne es aus den 50er Jahren. Das ist nun schon so lange her und ich weiß nicht mehr wer es finanzierte, Kommune oder Land, ist auch egal. Auf jeden Fall wurden Baracken gebaut, in die die Leute kamen, die ihre Miete nicht (mehr) selbst bezahlen konnten. Ich habe das bei einem Nachbarskind erlebt. Der Vater war Musiker und bekam keine Arrangements mehr. Da sie keine Miete mehr zahlen konnten, mussten sie dann in diese "Maumau". Nach ca. 6 Monaten zogen sie dann in einen alten Campingbus, weil sie das Leben in diesem Ghetto nicht mehr aushielten. Ich denke diese Zeit wird wiederkommen.
Gruß Richard
 
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#17
Oder etwas härter formuliert:
Wie befreit man Sklaven, die sich freiwillig versklaven lassen und noch Gutes daran finden?
Kratze den Blattgoldbelag an deren Käfigstangen ab, damit sie nur noch den blanken Stahl sehen.

Ich kenne solche freiwilligen Sklaven aus meiner Nachbartschaft. Da hilft nur eine gewaltige Portion verbalen Sarkasmus um den schönen Schein wegzuätzen und denen die Augen zu öffnen.

Aber es gibt auch Menschen deren Begriffsvermögen ist nun einmal zu gering, um ihre eigene Lage realistisch einzuschätzen.
 

Donauwelle

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#18
Nun - ich spreche da momentan aus den Erfahrungen, die ich mit meinem Sohn mache...

Momentan macht er einen 1-EUR-Job - quasi ist das ein verlorenes Jahr.

Zuhause möchte ich ihn natürlich auch nicht haben, einfach weil der Kerl sonst nicht wissen würde, wo er sein Ei hinlegen soll und ich das nicht besonders förderlich finde.

Den schulischen Teil, der in der Maßnahme beinhaltet ist, finde ich gar nicht so schlecht - so kommt er wenigstens zu seinen Bewerbungen und ein Verbessern der Mathematik- und Deutschkenntnisse oder zumindest ein Training zum Erhalt der Fähigkeiten ist nie schlecht - aber der praktische Teil ist einfach überflüssig bzw. passt eben nicht.

Der Junge will eine Ausbildungsstelle als Metallbauer - ich weiß nicht, ob es ihm irgendwie hilft, wenn er in einer Werkstätte mittags Kulturbeutel näht oder wie heute mittag, in einem Schulhof das Moos entfernt - mal abgesehen davon, dass letzteres eindeutig eine Aufgabe der Stadt ist, die keinesfalls irgendwie zusätzlich ist.

Es ist einfach so, dass man mit diesen "Aufbewahrungsmaßnahmen" die Vermittlungschancen nicht verbessert, sondern eher sogar hemmt.

Problem ist, dass er eben mitten im Jahr nicht einfach irgendeine Schulausbildung anfangen kann oder eine Ausbildungsstelle bekommt, sonst würde ich alle Hebel daran setzen, das zu beenden - aber besser als zuhause zu sitzen ist es allemal - und, da er ja, (wie im anderen Thread geschrieben) erstmal sanktioniert ist und die Aufhebung der Sanktionierung wohl etwas dauern wird, brauchen wir auch das Geld.
 

Donauwelle

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#19
Kratze den Blattgoldbelag an deren Käfigstangen ab, damit sie nur noch den blanken Stahl sehen.

Ich kenne solche freiwilligen Sklaven aus meiner Nachbarschaft. Da hilft nur eine gewaltige Portion verbalen Sarkasmus um den schönen Schein wegzuätzen und denen die Augen zu öffnen.

Aber es gibt auch Menschen deren Begriffsvermögen ist nun einmal zu gering, um ihre eigene Lage realistisch einzuschätzen.
Nun ja, mancher sieht nicht nur das idealistische Ganze, sondern eben nur die eigene Position - bzw. nimmt das mit, was er bekommen kann. Dafür sollte man auch Verständnis aufbringen - und diese eben nicht verteufeln.

Ich kann es niemandem verdenken, der von 347 EUR leben muss, wenn er so 180 EUR hinzubekommen kann (das sind mehr als 50 % mehr als der Regelsatz), insbesondere, wenn er keinen langen Fahrweg hat. Manch einer würde auch in einem normalen Arbeitsverhältnis nicht mehr bekommen.

Ich würde diesen Leuten nicht das Begriffsvermögen absprechen - dennoch bringt Idealismus normalerweise keinen Sonntagsbraten auf den Tisch...
 
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#20
Richardsch

Ging es da in Holland um das Maatwerk?
Otto find ich gut.Die haben auch schicke Busse, mit denen man dann im Sammeltransport im Lager abgeholt wird. Inzwischen gibt es Dutzende Firmen dort mit Arbeitsrobotern aus Deutschland. Hat sich wohl rumgesprochen, das die sich nicht wehren können.
Ja, was willste machen. Wir haben Holland besetzt und dann den Krieg verloren. Klar, das die sich jetzt mit Hilfe unserer Regierung an uns schadlos halten.
 

Richardsch

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#21
Otto find ich gut.Die haben auch schicke Busse, mit denen man dann im Sammeltransport im Lager abgeholt wird. Inzwischen gibt es Dutzende Firmen dort mit Arbeitsrobotern aus Deutschland. Hat sich wohl rumgesprochen, das die sich nicht wehren können.
Ja, was willste machen. Wir haben Holland besetzt und dann den Krieg verloren. Klar, das die sich jetzt mit Hilfe unserer Regierung an uns schadlos halten.
Nur, dass ich das richtig verstehe. Otto, also ein deutsches Versandkaufhaus hat sich in den NL niedergelassen. Dort arbeiten dann aber statt Holländer Deutsche? Weißt du wie sie dort ihren Arbeitsplatz bekommen haben bzw. ob es über ZA geht? Wenn nicht, werde ich mal guggeln.

Gruß Richard
 
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#22
Nun ja, mancher sieht nicht nur das idealistische Ganze, sondern eben nur die eigene Position - bzw. nimmt das mit, was er bekommen kann. Dafür sollte man auch Verständnis aufbringen - und diese eben nicht verteufeln.
Für Egoismus bringe ich kein Verständnis auf. Genau das ist der Grund dafür, das sie es mit uns machen können.

Ich kann es niemandem verdenken, der von 347 EUR leben muss, wenn er so 180 EUR hinzubekommen kann
Von denen er dann ca.110 Euro behalten darf. Und damit dann gegebenenfalls mitgeholfen hat, einen richtigen Arbeitsplatz zu vernichten.

Ich habe nämlich noch nie etwas von zulässigen ( gemeinnützig und zusätzlich) 1 Euro-Jobs gehört, wie etwa das berühmte "Oma aus dem Buch vorlesen" Beispiel. Stets geht es nur darum, durch billige Sklaven die Kosten für die Komunen zu senken oder Jobs zu ersetzen.
 
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#23
Richardsch

Nur, dass ich das richtig verstehe. Otto, also ein deutsches Versandkaufhaus hat sich in den NL niedergelassen.
Nein, um Gottes willy. Nicht der Otto, eine ZAF namens Otto. Robotet wird dann beispw. bei Flextronic.
 

Donauwelle

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#24
Für Egoismus bringe ich kein Verständnis auf. Genau das ist der Grund dafür, das sie es mit uns machen können.



Von denen er dann ca.110 Euro behalten darf. Und damit dann gegebenenfalls mitgeholfen hat, einen richtigen Arbeitsplatz zu vernichten.

Ich habe nämlich noch nie etwas von zulässigen ( gemeinnützig und zusätzlich) 1 Euro-Jobs gehört, wie etwa das berühmte "Oma aus dem Buch vorlesen" Beispiel. Stets geht es nur darum, durch billige Sklaven die Kosten für die Komunen zu senken oder Jobs zu ersetzen.
Nun, wenn er Glück hat, kann er 180 EUR behalten - ich kenne ein paar solcher Fälle - mein Sohn bekommt bei 6 h täglich auch EUR 1,50 zuzüglich Fahrtkosten... - eine Anrechnung erfolgt ja nicht, da ja Mehraufwand und nicht Einkommen...

Letzteres ist uns doch allen klar - denen, die die 1-EUR-Jobs haben und damit zufrieden sind auch. Aber trotzdem kann ich es auch verstehen, wenn derjenige den einfacheren Weg geht -

d.h. keine Probleme mit dem Amt, ein paar Euro zusätzlich, ggf. auch eine Beschäftigung statt Löcher in die Luft zu starren (nicht jeder weiß sich alleine zu beschäftigen...)

anstatt

auf der Schwarzen Liste zu stehen, Sanktionen angedroht zu bekommen bzw. bereits Bescheide darüber zu bekommen, um seinen Regelunterhalt schon kämpfen zu müssen und nicht zusätzlich etwas zu bekommen... und als "fauler" Hund betitelt zu werden

------

Wer dort auf der moralisch richtigen Seite steht ist klar.

Nur, ich gehe davon aus, dass viele auch den "Kämpfer" für dumm halten, weil er es sich viel schwieriger macht, als es sich einfach zu machen...

-----

Ist es nicht doof, dass nicht mal die Betroffenen untereinander Verständnis füreinander haben...
 
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#25
Richardsch

Weißt du wie sie dort ihren Arbeitsplatz bekommen haben bzw. ob es über ZA geht?
Natürlich weiss ich, wie sie dort Ihren Arbeitsplatz bekommen haben.
Das ist ganz einfach. Du wohnst beispw. irgendwo an der holländischen Grenze und wirst jetzt arbeitslos. Jetzt rufst Du bei Deiner ARGE an und sagst: Guten Tag, mein Name ist sowieso und ich hätte gerne einen Termin um mich arbeitssuchend zu melden" ." Na prima" sagt Dir dein Gesprächspartner ganz freundlich und dann schon bestimmter: " Sie kommen jetzt sofort hier vorbei und bringen sich regenfeste Kleidung mit.Denn in einer halben Stunde nach unserem Gespräch werden sie im Stadtpark Blätter aufsammeln, genau wie morgen und übermorgen. Spätestens nächste Woche sind sie dann in Holland"
So einfach geht das.
 
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#26
Nur, ich gehe davon aus, dass viele auch den "Kämpfer" für dumm halten, weil er es sich viel schwieriger macht, als es sich einfach zu machen...
Natürlich hast Du recht. Ich bin aber nicht freiwillig "Kämpfer" geworden, sondern gleich durch den dreimaligen Verlust meiner Nebenkostenabrechnung für 2004 zum "Kämpfer" gemacht worden. Nachdem ich sie 3 mal abgegeben hatte, wurde mir das Guthaben in Höhe von 240 Euro von der Regelleistung abgezogen.Die Vermieter aber hatte die 240 Euro mit der Jan.Miete 2005 verrechnet, sodas die ARGE, wie Ihnen bekannt war durch die Nebenkostenabrechnung nur eine um den Betrag verringerte Miete an den Vermieter zu überweisen brauchte. Die haben natürlich den vollen Betrag überwiesen und mir dann die 240 Euro noch einmal in Rechnung gestellt. Prompt wurden dann im Februar 2005 noch einmal 240 Euro einbehalten.
Nach meiner Beschwerde über die offensichtliche Unfähigkeit der Mitarbeiter
bekam ich dann einen Eintrag in den Computer, in dem andere Mitarbeiter vor mir gewarnt wurden. Bis heute.So glaubt da jeder der Fuzzies , der meinen Namen liest: Den muß ich jetzt mal eins auswischen!
Und Du hast Recht: andere lachen über die Geschichte und freuen sich klammheimlich, das sie nicht selbst betroffen sind. Und das macht es diesen Verbrechern so einfach. Und deshalb gibt es nur einen Weg, auch wenn es schwer ist : Auch mal den Hintern bewegen und ein bisschen was riskieren!
 
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#27
2005 vefiel ich dem Irrglauben, daß ich über die Ein-Euro-Jobs wieder den Weg zurück in den 1. Arbeitsmarkt finden würde.

Ich bin mittlerweile von diesem Glauben befreit.

In Zukunft werde ich jeden Sklaven-Job ablehnen.
 

Donauwelle

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#28
@catweazle und @ichnunwieder

Es gibt aber eben solche und solche Menschen. Es begegnen einem auch viele dieser Arten im normalen Berufsleben.

Da gibt es eben die einen, die einfach möglichst unauffällig ihre Ruhe haben möchten - und die anderen, die möglichst lautschreiend wegen jedwedes Unrechtes rufen.

Ich gehöre auch zu letzteren - das ist mir in der Vergangenheit auch nicht gut bekommen - moralisch der Gewinner zu sein bringt einen nicht unbedingt im Gesamten auf die Gewinnerseite...

Jeder, der das Konstrukt der ein-Euro-Jobs mal durchschaut hat, weiß doch eigentlich, dass die Chance, dadurch einen normalen Job zu erhalten, recht niedrig ist bzw. gegen Null geht. Den Trägern ist das nicht mal zu verdenken - auch hier ist die Moral recht egal (mal festgestellt, dass Moral und Gerechtigkeit Worte sind, die es eigentlich in der Praxis gar nicht mehr gibt...) - warum viel Geld ausgeben, wenn man es viel billiger haben kann.

Geiz ist geil - eben nicht nur beim Mediamarkt, sondern in allen Branchen. Am besten das Gewissen und alle Moralvorstellungen in den Wind geblasen - die Dickens Weihnachtsgeschichte ist doch sowieso ein Märchen...

Warum in aller Welt sollte man dann gerade von denjenigen, die schon um ihren reinen Lebenserhalt kämpfen, große Moral erwarten, wenn diejenigen, die es finanziell könnten, diese schon lange in den Wind geschrieben haben?

Kompromisse muss jeder von uns machen - ohne könnten wir uns gleich ein Grab schaufeln. Ich weiß z.B. was meine Arbeitskraft wert ist - ich arbeite wahnsinnig gerne, so lange es sich um Tätigkeiten handelt, die zumindest einen Teil meines Hirns zum Kochen bringen und in denen man nicht ganz abstumpft und ich bin verdammt gut darinnen. Ich bin aber trotzdem bereit, mich weit unter meinem Preis zu verkaufen - das ist der Kompromiss im ganzen. Momentan frage ich mich, inwieweit ich mich verramschen lassen würde... - wie tief ist man bereit, sich zu beugen. Demut ist leider auch nicht meine Stärke...

Was mir nur wichtig ist - selbst wenn es nicht der eigene Weg ist, weil man eben anders gestrickt ist - Verständnis für andere sollte trotzdem dabei sein - und nicht Verachtung, nur weil diese andere Ziele haben. Es bringt anders nichts...
 

Mario Nette

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#29
Bezüglich dieser Jobs - ist Folgendes schon einmal passiert, wisst ihr da was?: Man hat in den Wintermonaten so einen tollen Job ausgeführt, 30 Stunden die Woche. 1 1/2 Jahre später kommt die Heizkostenabrechnung für den Folgewinter nach dem EEJ. Die ist natürlich höher, weil man nicht wie im EEJ 6 Stunden nicht zu Hause war, sondern zu Hause war und geheizt hat. Es wird einem unwirtschaftliches Verhalten unterstellt.

Mario Nette
 
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#31
Bezüglich dieser Jobs - ist Folgendes schon einmal passiert, wisst ihr da was?: Man hat in den Wintermonaten so einen tollen Job ausgeführt, 30 Stunden die Woche. 1 1/2 Jahre später kommt die Heizkostenabrechnung für den Folgewinter nach dem Ein-Euro-Job. Die ist natürlich höher, weil man nicht wie im Ein-Euro-Job 6 Stunden nicht zu Hause war, sondern zu Hause war und geheizt hat. Es wird einem unwirtschaftliches Verhalten unterstellt.

Mario Nette
Wer jedesmal die Heizung abstellt, wenn er aus dem Haus oder zur Arbeit geht, muss sich nicht wundern, wenn die Rechnung höher ausfällt, als sonst.
Das ist dann in der Tat unwirtschaftliches Verhalten. ;-)
 
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#33
Ein-Euro-Jobs bringen kaum bessere Chancen

verwundert das irgendwen der klar denken kann? so viel Verständnis, Wissen hat doch jeder der dadurch betroffen ist scheinbar unsere Politiker nicht die in einer traumwelt vor sich hin regieren und dabei die Realität außer Acht lassen oder nicht wissen was los ist.
aber ist das ein Wunder? weil es oft Theoretiker sidn die nie in der Praxis tätig waren udn so Fakten nur von Statistiken und infos her wissen.

diese JOBS sicherlich für die Betroffenen ein geringes Zubrot zu dem Regelsatz der arg bemessen ist aber eine Perspektive ist ebenso unrealistisch wie ein Politiker der immer die Wahrheit sagt auch nach der Wahl und davor
 
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