Ermittlung des Schweregrades einer Erkrankung

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franzi

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Liebe Mitleidenden,
bestimmt gibt es auch unter euch Kranke, die an "unsichtbaren" Erkrankungen leiden.
In meinem Falle ist es eine Polyneuropathie, also chronische Schmerzen.

Wie ermittelt der Amtsarzt (oder ein anderer Arzt) in diesem Falle die Schwere des Leidens? Die Stärke der Schmerzen kann er ja nicht messen?

Wie stellt er die Einsatzfähigkeit bzw. Belastbarkeit des Patienten fest?

In meinem Fall ist es so, dass die ursprüngliche Grunderkrankung gar nicht mehr besteht und sich im Laufe der Jahre eine Schmerzerkrankung daraus entwickelt hat, die sich auf sämtliche Körperbereiche ausgebreitet hat.

Diagnostisch ist das Übel also kaum fassbar. Wenn ich sage: "Herr Doktor, mir tut alles weh!" dann bin ich darauf angewiesen, dass er mir das glaubt.
Oder er misst den Verbrauch der Schmerzmittel, die ich täglich nehmen muss.
 
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in der Regel stützen sich die Amtsärzte auf die Aussagen/Behandlungen der Fachärzte. Die Amtstärzte können doch kaum was untersuchen, schon gar nicht in 30 Minuten
 
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Hab auch "nur" körperlich-organische Erkrankungen. Wenn ich nicht gerade Kreislauf-, Unterzuckerungs- oder sonstige Probleme hab, sieht man auch nix.

Allerdings kann man an der Medikation, Blutwerten, ggf. EKG usw. einiges erkennen....
 

Muzel

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Eine Polyneuropathie kann man ziemlich sicher objektiv feststellen.
 

Loewin

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Gut sollten Sie, weil sie selber kaum Ahnung haben.
Vielleicht haben die auch eine interne Quote :icon_twisted:, wenn 10% erreicht sind, sind die restlichen arbeitsfähig ...
Prozentrechnen ist zu schwer. Jeder 2te wird abgelehnt.
Tja, was soll ich sagen - ich war die zweite :biggrin:
 

Muzel

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Franzi, wenn deine Erkrankung auch durch objektive Methoden zu ermitteln ist, ist natürlich nicht jeder Amtsarzt dazu in der Lage. Meine dicke Schilddrüsenvergrößererung, die man von mehren Metern wahrnehmen kann, wurde vom Amtsarzt auch bestritten. Ich sprach eigentlich nur von objektiven Möglichkeiten durch einen FA und ein Amtsarzt ist eine andere Kategorie und ein Gutachter noch eine andere.
 

Piccolo

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@franzi
polyneuropathie lässt sich bei einer untersuchung der muskelreflexe feststellen. diese reflexe sind je na schwere der erkrankung nur noch schwach vorhanden oder lassen sich gar nicht mehr auslösen.
diese reflexuntersuchungen gehören eigentlich zu den standartuntersuchungen eines amtsarztes.
 

franzi

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Franzi, wenn deine Erkrankung auch durch objektive Methoden zu ermitteln ist, ist natürlich nicht jeder Amtsarzt dazu in der Lage. Meine dicke Schilddrüsenvergrößererung, die man von mehren Metern wahrnehmen kann, wurde vom Amtsarzt auch bestritten. Ich sprach eigentlich nur von objektiven Möglichkeiten durch einen FA und ein Amtsarzt ist eine andere Kategorie und ein Gutachter noch eine andere.
Der hat wohl Probleme mit der Sehkraft :icon_twisted:
 

franzi

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@franzi
polyneuropathie lässt sich bei einer untersuchung der muskelreflexe feststellen. diese reflexe sind je na schwere der erkrankung nur noch schwach vorhanden oder lassen sich gar nicht mehr auslösen.
diese reflexuntersuchungen gehören eigentlich zu den standartuntersuchungen eines amtsarztes.
Vielleicht sollte ich dem Doc mal zeigen, wie gut meine Muskelreflexe noch funktionieren ... :biggrin:
 
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Hallo,

es besteht nach meiner Ansicht die Gefahr, dass versucht werden kann, Dich auf die Psychoschiene zu verfrachten.
Da man es in amtsärztlichen Stuben mit adäquaten Untersuchungen nicht so wirklich hat (ein Reflextest mit Hämmerchen ist kaum ausreichend) und bei allem, was unter ICD10 gelistet ist, reflexartig die Psychoschublade öffnet, sollte Franzi auch auf solche Reaktionen vorbereitet sein.
Die "Anamnese" könnte auch nicht wirklich angenehm werden, da bei der Poly, wenn Diabetis nicht mit im Spiel ist, sehr schnell seitens der Kapazität in weiß Alkoholmißbrauch unterstellt wird.
Ich möchte keine Ängste auslösen, habe das Thema aber (andere chronifizierte Schmerzerkrankung) selbst hinter mir.
Seinerzeit war ich geschockt, was mir alles unterstellt wurde.
Im Anschluss an den ÄD war dann ein Termin beim PD fällig, danach war Ruhe, weil meine Rente nicht abgelehnt wurde.
Mein Tip:
Wenn Deine Schmerzen seitens des AA belächelt oder nicht ernstgenommen werden, wenn man versucht, Dich in eine Schublade zu stecken, wo Du nicht hingehörst, lass Dich bitte nicht provozieren und bleibe kühl!
Jedwede emotionale Reaktion bestätigt den Untersucher in seinem (meist schon vorher feststehenden) Urteil.
Nimm, wenn es irgendwie geht, eine Freundin als Beistand mit, das ist erlaubt.
Alles Gute.

ciao
Christine
 

franzi

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Danke für den Hinweis. Habe derartige "Bemühungen" bereits erlebt.
Das fängt an bei der Unterstellung, man sei unglaubwürdig oder man sei ein Simulant und geht bis zu fragwürdigen Ratschlägen, bei denen ein gewisser Zynismus mitschwingt:

"Das kann doch gar nicht weh tun."
"Das glaube ich Ihnen nicht."
"Sie müssen nur mehr Sport machen, dann renkt sich das wieder ein."
"Sie müssen ja furchtbar leiden! Sie sind bestimmt depressiv!"
"Hatten Sie schon mal Suizid-Gedanken?"
"Reißen Sie sich zusammen!"
"Sie haben eine Gehbehinderung? Das ist mir aber noch nie aufgefallen!"

etc ...

:icon_party:
 
E

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besteht nach meiner Ansicht die Gefahr, dass versucht werden kann, Dich auf die Psychoschiene zu verfrachten.
wäre das so schlimm, wenn sie aufgrund der Psyche die Rente bekommt? Auch eine körperliche schwere Erkrankung kann sich negativ auf die Psyche auswirken!
 
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Gast
wäre das so schlimm, wenn sie aufgrund der Psyche die Rente bekommt? Auch eine körperliche schwere Erkrankung kann sich negativ auf die Psyche auswirken!
Nein, natürlich wäre es nicht schlimm, wenn Franzi die Rente möchte und sie nach einer solchen Begutachtung auch bekäme.
Wichtig ist, was hinten rauskommt :biggrin:
Da aber die Berentung meist im ersten Durchgang abgelehnt wird, bliebe bei Verbleib im ALG2 ein weiterer "Stempel", der des Simulanten.Das dies nicht unbedingt erstrebenswert ist, dürfte unstrittig sein.
Auch dürfte (Franzi schrieb es selbst) es nicht eben schön für einen Schmerzpatienten sein, nicht ernstgenommen zu werden.
Da braucht man Nerven wie Drahtseile, um bei Bemerkungen a la
"nu haben Sie sich nicht so" oder "das kann gar nicht wehtun" noch ruhig zu bleiben.Diese Nerven hat man nicht unbedingt, wenn man eigentlich schon gar nicht mehr weiß, was schmerzfrei ist und sich über jeden schmerzarmen Tag freut.
Wie geschrieben, ich habe es hinter mir und mein Vertrauen in Weißkittel und co ist nach langjähriger Odyssee nurmehr minimal.
Ich empfehle auf jeden Fall noch das Führen eines Schmerztagebuches,
Das Schmerztagebuch
welches man dann bei der Untersuchung auch mitnehmen sollte.

ciao
Christine
 
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Gast
so ein Schmerztagebuch sollte doch vom Facharzt für Schmerztherapie empfohlen werden.
 

franzi

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Da ich keine psychischen Erkrankungen habe, wäre es für mich sehr schwierig, soetwas zu "simulieren". Ich bin kein Schauspieler.
 
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