Erhalte Grundsicherung im Alter, soll in kleinere Wohnung ziehen (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

fredi48

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
4 Februar 2020
Beiträge
1
Bewertungen
0
Guten Tag,
ich habe doch schon fast verzweifelt nach Hilfe gesucht und ich hoffe sehr, sie bei Euch zu finden. Für mich ist
Manches immer noch ganz neu, tw überraschend und vor Allem auch verunsichernd.

Ich bin 72, Österreicher, freischaffender Künstler und wohne seit 2009 im Süden Bayerns. Mein gesundheitlicher
Zustand ist nicht gerade gut, aber wahrscheinlich auch nicht ganz schlecht (Asthma, große Kreuz-und Beinprobleme,
Reflux, große Probleme mit den Zähnen..). Seit mehr als zwei Jahren erhalte ich Grundsicherung im Alter, jetzt
gerade ist diese wieder um ein Jahr verlängert worden.

Es gibt ein Problem, dass mich seit Beginn der GS verfolgt, meine Wohnung ist zu groß (59 m2, insg 580,-). Ich
wurde vom Amt her aufgefordert in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Seit etwa zwei Jahren bemühe ich mich
darum, bisher ohne Erfolg (es gibt auch hier wo ich wohne kaum kleine Wohnungen die im Rahmen sind). Das
belastet mich sehr, weil ich weiß, dass ich da weg muss, Vieles weggeben muss usw.. Jetzt ist es so, dass hier
eine Wohnbaufirma ein Areal bebaut hat, auch mit Sozialwohnungen. Nun ich habe mich da beworben und
erfahre aber jetzt vom Amt, dass ich die Küche (die in diesen Wohnungen nicht vorhanden ist) und Einiges
andere auch noch (ua. Duschvorhang, WC-Deckel..) selbst bezahlen muss, oder ein Darlehen bekomme.
Begründert wird das damit, dass ich ja schon einmal eine Küche gehabt hätte (vor doch schon längerer Zeit..):
Außerdem müsste ich auch die Mietkaution selbst bezahlen, oder da auch ein Darlehen nehmen. D.h. ich
würde durch den Umzug in so eine Wohnung auch noch tief in die Schulden kommen, die ich höchstwahrsch
niemals tilgen würde können. Ich glaube nicht, so eine Wohnung nehmen zu können.

Insgesamt ist der Druck, eine kleine Wohnung suchen zu müssen, ohne große Chancen eine zu finden, für
mich ziemlich belastend geworden.

Meine Frage jetzt an Sie:
Könnte ich dem Amt mitteilen, dass ich (mal) in der (zu großen) Wohnung bleibe? Wenn das möglich ist,
gäbe es da für mich Sanktionen, oder könnte mir überhaupt die Grundsicherung entzogen werden?

Ich bitte Sie da sehr herzlich um Auskunft!
fredi48
 

vidar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
27 Januar 2014
Beiträge
2.612
Bewertungen
3.908
Moin @fredi48 und :welcome:

Schaue in die KDU (Kosten der Unterkunft) - Richtlinie deines Ortes nach. Dort sind die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme (d)einer Wohnung aufgeführt. Die Größe der Wohnung ist nicht generell entscheidend, denn es kommt hier auch auf die Gesamtkosten an. Je nach Einzelfall können die Wohnraumkosten auch eine Abweichung von bis zu 10 % haben.

Örtliche Richtlinien

Falls noch nicht geschehen, beginne damit deine Wohnungssuche akribisch zu dokumentieren. Dein Ziel soll/muss es sein, das Amt eindeutig nachzuweisen, dass es in deiner Stadt/deinem Wohnort keine Möglichkeit gibt eine Wohnung in Rahmen der KDU - Richtlinie anzumieten. Wichtig zu dokumentieren wären z.B.: Wohnungsanzeigen, Kontakte zu den Vermietern, deine Anfragen/Rückmeldung bei/von allen am Ort befindlichen Wohnungsbaugesellschaften. Also alles das, was einen Umzug in Frage stellen könnte.

Zu deinem Angebot eine Wohnung anmieten zu können.

Da das Amt dich auffordert deine Kosten zu senken bzw. dir auch ein Umzug in eine günstigere Wohnung nahelegt, dürfte das Amt auch nicht darum herum kommen, dir die Kosten einer erforderlichen Grund-Erstausstattung für die neue Wohnung zu gewähren. Ob hier die Einbauküche ausgeschlossen werden kann, ist abhängig davon, ob diese sich noch in deinem Besitz befindet und somit auch in die neue Wohnung mitgenommen, eingebaut und installiert werden kann. Für die Kaution gibt es vom Amt ein rückzahlbares Darlehn. Dir würden hier wahrscheinlich dann 10 % (ca. 43 €) deines Regelleistungsbetrags monatlich in Anzug gebracht werden. Anderseits müsstest du aber auch noch die Kaution aus deiner jetzigen Wohnung erstattet bekommen.
.
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
24.324
Bewertungen
15.826
Guten Tag fredi48

wohne seit 2009 im Süden Bayerns.
Also schon fast 10 Jahre in der selben Wohnung, das bedeutet hier kann wie @vidar bereits angesprochen, die
10% über die angemessene Miete liegen auch die gesundheitliche Einschränkung ist zu beachten, hier ist
auch ein ärztliches Attest hilfreich.

Dir würden hier wahrscheinlich dann 10 % (ca. 43 €) deines Regelleistungsbetrags monatlich in Anzug gebracht werden.
Du bekommst nach dem 4.Kapitel SGB XII Grundsicherung daher wird ein Darlehn mit 5% vom Regelsatz 432€ gerechnet

§ 37 SGB XII

(4) 1Für die Rückzahlung von Darlehen nach Absatz 1 können von den monatlichen Regelsätzen Teilbeträge bis zur Höhe von jeweils 5 vom Hundert der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28 einbehalten werden. 2Die Rückzahlung von Darlehen nach *) Absatz 2 erfolgt in gleichen Teilbeträgen über das ganze Kalenderjahr.


und schau bitte in diesen Link deiner Stadt örtliche Richtlinie *klick*





 
Oben Unten