Erfolgreich auf Entschädigung nach AGG geklagt!

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KARLderWEHRER

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Hallo Forumianer,

sorry für die falsche Überschrift!

hat von euch jemand schon einmal erfolgreich eine sogenannte "AGG-Klage" beim Arbeitsgericht durchgeboxt?

Ich selbst habe schon öfter aufgrund von in der Bewerbungsabsage angegebenen Indizien (..."wir teilen Ihnen mit, dass wir uns für eine Bewerberin entschieden haben..." das stand so wortwörtlich in der Absage drinnen!) geklagt. Ich habe das ArbG genommen und mir insbesondere mit dem "AGG" eine schöne Klage gebastelt.

Die Beklagte hat dann auch immer richtig Angst gekriegt und gleich einen FA für Arbeitsrecht beauftragt. Dieser hat dann eine mehrseitige Stellungnahme geschrieben. In der anberaumten Güteverhandlung fiel die Sache dann aber leider immer in sich zusammen.

Hat von euch jemand Erfahrungen gemacht?

Würde eine mögliche Entschädigung ggf. auf das ALG-II angerechnet werden?

Das ist doch eigentlich ein tolles, wenn auch wirklich unmoralisches, Geschäftsmodell, oder nicht?

Schließlich kann man max. 3 Monatsgehälter, also i. d. Regel mehrere Tausend Euros, gewinnen!

Der Arbeitsmarkt ist momentan eh richtig schlecht, sodass es doch egal ist, wenn ich es mir bei ein paar wenigen Arbeitgebern verscherze. Die "Datenbank" für die sogenannten "AGG-Hopper" ist ja von Datenschützern sowieso aufgelöst worden :biggrin:

Na, welche Meinung habt ihr dazu?

Wäre es vielleicht ein kluger Schachzug, eine entsprechende Klage einzureichen und sobald die Ladung für den Gütetermin vom Arbeitsgericht da ist, sich mit der Beklagten in Verbindung zu setzen, um eine außergerichtliche Einigung anzuregen?

Klar, kann man das auch als eine Art Abzocke sehen, ich denke aber, dass sich die Arbeitgeber auch an Recht halten müssen!
Gruß
 

Lecarior

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Ich selbst habe schon öfter aufgrund von in der Bewerbungsabsage angegebenen Indizien (..."wir teilen Ihnen mit, dass wir uns für eine Bewerberin entschieden haben..." das stand so wortwörtlich in der Absage drinnen!) geklagt. Ich habe das ArbG genommen und mir insbesondere mit dem "AGG" eine schöne Klage gebastelt.
Wenn du das bereits als Indiz für eine Diskriminierung wertest, ist mir völlig klar, warum du stets abschmierst. Da hilft es auch nichts, dass es keine öffentliche Datenbank für AGG-Hopper gibt, denn bei deinem ArbG bist du als solcher bereits bekannt. Darauf kannst du einen lassen.

Die Beklagte hat dann auch immer richtig Angst gekriegt und gleich einen FA für Arbeitsrecht beauftragt. Dieser hat dann eine mehrseitige Stellungnahme geschrieben. In der anberaumten Güteverhandlung fiel die Sache dann aber leider immer in sich zusammen.
Was hat denn das mit "Angst" zu tun? Kriegt der Elo bei einem Ablehnungsbescheid auch "immer richtig Angst", wenn er damit zu einem FA für Sozialrecht geht? :icon_neutral: Dass man sich am besten einen RA nimmt, der auf das betreffende Rechtsgebiet spezialisiert ist, versteht sich doch wohl von selbst.

Na, welche Meinung habt ihr dazu?
Die behalte ich lieber für mich, sonst verklagst du mich noch... :biggrin:

Wäre es vielleicht ein kluger Schachzug, eine entsprechende Klage einzureichen und sobald die Ladung für den Gütetermin vom Arbeitsgericht da ist, sich mit der Beklagten in Verbindung zu setzen, um eine außergerichtliche Einigung anzuregen?
Macht nur dann Sinn, wenn der Ausgang des Verfahrens offen ist. Wenn sich der Beklagte sicher ist, dass er gewinnt, lässt er dich am langen Arm verhungern.

Klar, kann man das auch als eine Art Abzocke sehen, ich denke aber, dass sich die Arbeitgeber auch an Recht halten müssen!
Wie gut, dass wir dich haben. Heldenhaft und unter Einsatz deines Lebens stellst du die Bösewichte und machst ihnen den Garaus, auf dass die anständigen Menschen wieder ruhig schlafen können... :icon_daumen:
 

Couchhartzer

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Schließlich kann man max. 3 Monatsgehälter, also i. d. Regel mehrere Tausend Euros, gewinnen!
Fest steht in deinem hier geschilderten Fall:
Die Chance auf einen Gewinn in Höhe von mehreren tausend Euro dürfte beim Lottospiel um ein vielfaches höher sein, als bei einer Klage auf eine Bewerberabsage, die lediglich folgendes ausführt
Ich selbst habe schon öfter aufgrund von in der Bewerbungsabsage angegebenen Indizien (..."wir teilen Ihnen mit, dass wir uns für eine Bewerberin entschieden haben..." das stand so wortwörtlich in der Absage drinnen!) geklagt.
und damit lediglich besagt, dass man sich einfach halt nur für eine Bewerberin entschieden hat.


In der anberaumten Güteverhandlung fiel die Sache dann aber leider immer in sich zusammen.
DAS wundert mich nicht auch im Geringsten, denn für derartige Klageversuche, die schon den Eindruck von paranoid anmutenden Zügen beinhalten, sind Rechtsinstanzen schlichtweg einfach nicht gedacht und man kann schon glücklich sein, wenn das Gericht einem nicht einfach mal wegen Mißbrauch des Rechtsweges eine ordentliche Mißbrauchsgebühr aufs Auge drückt (aber bei Fortsetzung derartiger Dinge besteht hier ja eventuell noch Aussicht auf "Erfolg" für solch eine Gebühr). :icon_wink:
 

KARLderWEHRER

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Hallo zusammen,

vielen Dank für eure ehrliche, wenn auch negativen Feedbacks!

Ich habe das bisher insgesamt 3 mal gemacht.

Künftig werde ich solche Klagen nicht mehr einreichen, es sei denn der Arbeitgeber teilt mir wirklich und explizit mit, dass er mich aufgrund meines Geschlechts, etc. nicht genommen hat. Das mit der Gebühr habe ich gar nicht gewusst!

Gruß

KdW
 

Roter Bock

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Meine jetzige Ehefrau hatte eine diskriminierende Absage bei Ihren Bewerbungen, die sogar mit Ihrem Anschreiben zurück kam.

Negativ hervorgehoben ihr Alter und Ihr Aussehen (Ausländerin, schwarzhaarig). Das wäre eine Steilvorlage für eine Klage gewesen und da hätte sich der potentielle Arbeitgeben nicht rauswinden können. Die Diskriminierung war schriftlich dokumentiert.

Ich bedauere noch heute, das Sie nicht geklagt hat.

Bei so einer Steilvorlage - sofort klagen.

Lass Lecarior quatschen - manche AG lassen die Personalauswahl im unteren Management machen - ein Teil davon segelt auf dem Schiff der Ahnungslosen und lässt was diskriminierendes raus.

Ich persönlich habe bei Ablehnungen oft zurückgeschrieben an den AG und ihn hoffentlich in "Schwingungen" versetzt und damit wahrscheinlich intern einiges Chaos angerichtet. Das mache ich bewusst. In meinem Alter braucht man keine Rücksichten auf AG zu nehmen.

Roter Bock
 
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