Erfahrungsbericht, Untersuchung beim Ärztlichen Dienst der AfA

lemmy

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Hallo zusammen,

ich habe hier von einigen Mitgliedern gelesen, dass sie nicht wissen auf was sie sich einstellen müssen, wenn der ÄD der AfA zur Untersuchung einläd.

Ich hatte am Mittwoch meinen Termin zur Untersuchung.
Seitdem der Termin feststand habe ich hier im Forum viel gelesen, da auch ich nicht wusste, was da so auf mich zukommt.

Deshalb schreibe ich Euch mal was die Ärztin da so mit mir veranstaltet hat.

Mein größtes gesundheitliches Problem ist COPD 4 und ich habe mir gedacht, dass die das sowiso nur nach Aktenlage prüfen können und insofern da auch nicht viel laufen wird.

Aber weit gefehlt.....

Es ging erstmal mit einer längeren Fragerunde los wo die Ärztin alles Mögliche über meine Krankheit und andere Gebrechen wissen wollte. Natürlich auch welche Medikamente ich einnehme und wie lange schon. Welche Behandlungen schon gemacht wurden, ob ich Drogen nehme usw.
Meinen Arbeitsplatz, an dem ich nicht mehr arbeiten kann hat sie sich auch erklären lassen. Wegen den Belastungen.

Dann folgten die üblichen Sehtests: Nahsicht, Fernsicht, Räumliches Sehen und Farbunterscheidung.

Danach dann Gehörtest und Blutdruckmessung.
Dann Größe und Gewicht. (das hat sie aus meinen anderen ärztlichen Unterlagen entnommen)

Als ich schon dachte das war es jetzt, sagte sie: Da vorne ist die Umkleidekabine. Bitte machen sie sich einmal frei bis auf die Unterhose.
Dann folgten so einige Übungen: Auf einem Bein stehen, Bücken, Oberkörper drehen, Arme hin und her, Kopf drehen, mit geschlossenen Augen mit dem Zeigefinger die Nasenspitze treffen (wie bim Alk-Test der Trachtengruppe)

Dann musste ich mich auf eine Liege legen und sie hat dann alle Gelenke untersucht und mit so´m Klopfhammer Reflexe getestet.
Ich habe jetzt mit Sicherheit einiges vergessen hier zu erwähnen, aber im Großen und Ganzen war es das.
Ich durfte mich dann wieder anziehen und mich dann zum Abschlußgespräch wieder zu ihr an den Schreibtisch setzen.

Sie meinte, dass meine Lungenerkrankung ja wohl recht heftig wäre und fragte mich, ob ich selbst denn überhaupt der Meinung wäre noch arbeiten zu können. (Ich hatte nach den Übungen und dem Aus- und Anziehen ziemliche Luftnot)

Ich sagte ihr darauf: Aber natürlich, sonst wäre ich ja nicht hier. Ich brauche nur den passenden Arbeitsplatz.

Sie meinte dann zu mir, dass sie mich für eine leichte Bürotätigkeit arbeitsfähig schreiben würde und alle Einschränkungen, auszuschließende Belastungen usw. in dem Gutachten erwähnen würde.

Der ganze "Spass" hat ca. 40 Minuten gedauert.

Urin- und Bluttests wurden keine gemacht, auch kein EKG.

Ich denke mal, dass jede Untersuchung anders sein wird und dass jede/r Ärztin/Arzt anders vorgehen wird und viell. auch andere Schwerpunkte setzt.

Ich habe hier jetzt einfach mal meine Erfahrungen runtergeschrieben und hoffe, dass viell. der/die ein oder andere damit was anfangen kann.


Viele Grüße

lemmy
 
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Hannes63

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AW: Untersuchung beim Ärztlichen Dienst der AfA

Was sind das dort für Ärzte?

Also ich kenne das so, dass jeder Arzt immer sein Spezialgebiet hat, also z.B. HNO Arzt, Orthopäde, Hautarzt etc.

Dort scheinen die Ärzte ja Multitalente zu sein wenn die alles untersuchen können ...
 

lemmy

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Hallo Hannes63,

Was sind das dort für Ärzte?

Also ich kenne das so, dass jeder Arzt immer sein Spezialgebiet hat, also z.B. HNO Arzt, Orthopäde, Hautarzt etc.

Dort scheinen die Ärzte ja Multitalente zu sein wenn die alles untersuchen können ...
Das hier schreibt die Bundesagentur für Arbeit dazu:



Der Ärztliche Dienst unterstützt die Fachkräfte der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter dabei, für Arbeitsuchende und Beschäftigte mit gesundheitlichen Einschränkungen passende Lösungen zu finden. Dazu beurteilen die Ärztinnen und Ärzte individuell in jedem Einzelfall:

gesundheitliche Einschränkungen
die Leistungsfähigkeit oder Erwerbsfähigkeit
die Eignung für bestimmte Berufe
die Eignung speziell von Jugendlichen für bestimmte Berufe
welche Reha bei einer Erkrankung oder nach einem Unfall helfen kann

Diese Aufgaben erfüllen derzeit etwa 350 Ärztinnen und Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen in den Agenturen für Arbeit. Dazu kommen nach Bedarf Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, die zum Beispiel in Praxen und Kliniken arbeiten. Alle sind sozialmedizinisch spezialisiert und erfahren. Außerdem stellen Fortbildungen sicher, dass Sie qualifizierte Unterstützung erhalten. Das Qualitätsmanagement des Ärztlichen Dienstes ist zertifiziert. Das heißt, es wird regelmäßig durch eine unabhängige Stelle kontrolliert.



Und nun meine persönliche Meinung:

Ich gehe davon aus, dass es sich in der Regel um Allgemeinmediziner handelt.
In meinem Fall war es eine Ärztin für Allgemeinmedizin (mit Dr. - Titel)
Von meiner Lungenerkrankung hatte sie auf jeden Fall nicht soviel Ahnung. Mehrere von mir eingereichte Protokolle von meinen Lungenfunktionstests legte sie sofort Beiseite ohne sich die kritischen Werte überhaupt anzusehen.
Ich glaube sie hat meine Lungenerkrankung danach eingeschätzt, das ich nach den ganzen Übungen und dem Aus- und Ankleiden doch ziemliche Luftnot hatte.

Die ganze Untersuchung hat mich doch sehr stark an meine Musterung bzw. die Untersuchung für damals Zivildienstleistende vor 40 Jahren erinnert. War ähnlich, nur diese Tante hat mir nicht an den Sack gepackt und ich brauchte auch nicht zu husten. Damals gab es sogar (im Gegensatz zu heute) noch so ein recht einfaches mechanisches Gerät, mit dem das Lungenvolumen gemessen wurde.

Ich hatte bei meinem Termin beim ÄD der AfA das Gefühl, dass hier von den Ärztinnen / Ärzten ziemlich subjektiv geprüft werden soll, ob jemand arbeiten kann und vor Allem auch will.
Die Hygiene in der Umkleidekabine ließ sehr zu wünschen übrig (d. h.: da drin sah es aus wie Sau) Der Rest dieser Einrichtung war auch nicht sonderlich gepflegt!
Nach meiner Begrüßung per Handschlag und nach der Untersuchung ging Frau Dr. auch jedesmal sofort zu einem Wandspender um sich die Hände zu desinfizieren.

Ich habe es nicht persönlich gesehen, aber das ganze spricht doch vielleicht für einen Umgang mit Kunden, die es mit der Körperhygiene nicht ganz so genau nehmen.

Habe gerade mit der Post mein Gutachten Teil B bekommen.
Bin mal gespannt was sie da so reingeschrieben hat.
Melde mich morgen mal wieder dazu.

Viele Grüße

lemmy
 

cibernauta

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AW: Untersuchung beim Ärztlichen Dienst der AfA

Dort scheinen die Ärzte ja Multitalente zu sein wenn die alles untersuchen können ...
Die verschaffen sich einen Überblick über den allgemeinen Gesundheitszustand, wie jeder gute Allgemeinmediziner. Vorliegende fachärztlichen Befunde können hinzugezogen werden und bei Zweifeln auch weitere fachärztliches Gutachten angefordert werden.

Welche Fachrichtung die haben, darf man durchaus beim Termin fragen. Oft kann man es sich auch ergockeln.

Vor meiner (beruflichen) Reha hatte ich auch so eine gründliche Untersuchung, dann beim Rehaträger noch eine mit Beteiligung eines Facharztes.

Weitere Termine waren überwiegend kurz und man schrieb aus den vorherigen Gutachten ab, wobei die eine oder andere Unstimmigkeit auftrat.

Man sollte diese Gutachten nicht überbewerten. Sie dienen internen Zwecken der Arbeitsvermittlung. In einem Fall haben wir (ich und die Behörde) uns nicht an das Gutachten gehalten, weil es einfach nicht realistisch war.

Wenn es um Leistungsbewilligung geht, spielen Budgetfragen sicher auch eine Rolle und man darf dann auch mal anzweifeln, ob das wirklich alles so im Sinne des Patienten ist.

Mir hat die Psychologin sogar direkt ins Gesicht gesagt, die von mir angestrebte Maßnahme sei ja sehr teuer. Gemacht habe ich sie dann irgendwann dennoch, gehen ihre Empfehlung.
 

Kerstin_K

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Manchmal kann man da echt nur stauenen, nicht nur bei der AfA.

meine Bekannte musste ja zum MDK. Ichhabe die Ärztin dann mal geegoogelt. Das war eine Gynäkologin. Meine Bekannte hat Depressionen, PTBS und dazu Fibromyalgie und ein paar internistische Probleme.

DAs Gutachten passte bare soweit einigermassen.
 
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