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Erfahrungsbericht und vorläufiges Fazit zur 50+ Maßnahme

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zebulon

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#1
Ich bin selber seit Anfang August in einer der beschriebenen 50+ Maßnahmen. Zuerst sollte die Teilnahme freiwillig sein. Später wollte mich mein Fallmanager sogar ad hoc aus meiner EEJ herausnehmen um in die 50+ Maßnahme zu wechseln und von Freiwilligkeit war dann keine Rede mehr. Der Aspekt der Freiwilligkeit hat einen riesigen Einfluß darauf, wie so eine Geschichte empfunden wird. Das braucht man wohl nicht weiter auszuführen. Stattdessen fühle ich mich jetzt schon wieder als Teil einer Verfügungsmasse herumgeschubbst.

Das Ganze folgt im Übrigen einem altbekannten Muster: Die Maßnahme findet Vollzeit im Rahmen eines Computerkurses statt (schon wieder, das kennen wir doch). In meinem Fall besonders absurd, da meine vorherige EEJ mit einem Computerlehrgang verbunden war und ich sowieso aus der IT-Branche komme. In der 50+ Maßnahme fängt man wieder ganz von vorne an. Deswegen hat man mich nur in die bezuschußten Arbeitsvermittlung hereingenommen. Ich bekommen Stellenvorschläge, auf Wunsch kann ich meine Bewerbungsunterlagen und Anschreiben von einer Ansprechpartnerin des Maßnahmeträgers prüfen und korrigieren lassen und brauche nicht an dem Vollzeitlehrgang teilzunehmen.
Stattdessen wurde mir der Vorschlag gemacht, eine Fremdsprache zu lernen, da dies im grenznahen Raum meine Vermittlungschancen ins Nachbarland verbessert, was im Prinzip stimmt. Ich würde da auch gerne arbeiten, da man dort nämlich noch verhältnismäßig gut verdient. Allerdings soll ich die Fremdsprache komplett durch Eigenbemühung lernen, womit ich völlig überfordert bin, da ich nicht besonders sprachbegabt bin und mich auch Grammatik nie interessiert hat. Ein richtiger Sprachkurs, an dem ich noch gerne teilnehmen würde, wäre wohl zu teuer. Warum wird sowas nicht bezahlt ? Aussiedler, die bei uns erscheinen, bekommen ja auch Sprachunterricht bezahlt.

Ich denke mal, dass der Träger (und Fallmanager) geahnt hat, dass ich Schwierigkeiten mitbringe, deswegen dieses spezielle Arrangement, was dann mit mir vereinbart wurde.

Mittlerweile macht aber mein Fallmanager überraschend Druck in DER Form, dass er behauptet, er sei sich sicher dass ich im Rahmen dieser Maßnahme eine Stelle bekäme. Wenn dies nicht klappt, "würde es eng werden", was immer das auch heißen soll. Der Druck ist natürlich völlig kontraproduktiv und schürt eher Ängste, die letzlich einer erfolgreichen Bewerbung engegenstehen. Die Vermittlungsquote mit zweijährigen Zuschüssen (70%, 50% Lohnkostenzuschuss) beträgt in Wirklichkeit etwa 20% (also etwa jeder fünfte) statt 50%, wie mein Fallmanager behauptete. Das habe ich durch geschicktes Fragen herausgefunden. Ich halte im übrigen die Ansprechpersonen des Maßnahmeträgers für kompetent und auch für einigermaßen fair. Folgendes noch:

Die Katastrophe bei dieser Maßnahme ist, dass dadurch eine Arbeitsstelle, wenn sie denn zustandekommt, mitnichten mit einem existenzsichernden Lohn verbunden sein muss. Das ist ein Verdacht, der sich durch Nachfragen eines befreundeten Arbeitsvermittlers beim Maßnahmeträger verdichtet hat. Demnach wäre eine Konstellation denkbar, in der ich eine solchermaßen bezuschusste Vollzeitstelle antreten würde/müsste, deren Lohn SO niedrig sein kann, dass ich trotzdem noch ergänzendes ALG II beantragen müsste. Das heisst in letzter Konsequenz, dass hier "die Alten" in einer Form missbraucht werden, dass sie mit Geldern aus der Kasse der Arbeitnehmer oder auch aus Steuergeldern finanziert, als zusätzliche Konkurrenz gegen die beschäftigten Arbeitnehmer in den Krieg geschickt werden, um deren Löhne zu kürzen oder zumindest Ansprüche auf angemessene Lohnerhöhungen zu unterdrücken.

Interessant wäre es, zu erfahren, ob bei solche 50+ Maßnahmen zusätzlich der Träger noch durch EU-Mittel unterstützt wird.

Ich habe gegenüber meinem Fallmanager kürzlich mein Unbehagen zur Sprache gebracht, mit dem ich im Falle eines Vorstellungsgespräches in eine Lohnverhandlung eintreten würde und ihn um seine Meinung gefragt. Er meinte, ich müsse wohl das nehmen, was ich angeboten bekäme. Ein Bruttolohn von 1600.- Euro (Vollzeitjob) war bei diesem Gespräch eine Richtgröße.


@Arco zu seiner Bemerkung im Thread Projekt IDAHO
Und wenn einigen Langzeitarbeitslosen durch bestimmte Programme darin unterstützt werden in das Arbeitsleben zurückzufinden dann ist es mir, ich schreibe es mal etwas grass, Scheißegal ob für eine kurze Zeit auch eine MAE dabei herausspringt.
Ich hätte für deinen Standpunkt Verständnis, wenn die MAE's freiwillig wären. Dann würden bestimmt viele Personen ü50 gerne ihre Erfahrung an jüngere Existenzgründer weitergeben. Unter den bestehenden Umständen ist das aber doch völlig indiskutabel und würde von den meisten als Demütigung empfunden. Wie sollte das funktionieren ?

Obwohl zur Freiwilligkeit auch noch zu sagen wäre:
Was passiert, wenn der Fallmanager zu der Auffassung kommt, dass jetzt genug "freiwillige" Maßnahmen abgelehnt wurden ? Das relativiert den Begriff Freiwilligkeit wieder ganz schön,wie ich finde.
 

Arco

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#2
@Arco zu seiner Bemerkung im Thread Projekt IDAHO
Zitat:
Und wenn einigen Langzeitarbeitslosen durch bestimmte Programme darin unterstützt werden in das Arbeitsleben zurückzufinden dann ist es mir, ich schreibe es mal etwas grass, Scheißegal ob für eine kurze Zeit auch eine MAE dabei herausspringt.
... da du den alten Thread anspricht, hast du den ja wohl ganz gelesen und meine Anmerkungen ...

Nur zu deiner Anmerkung, meine Maßnahme 50+ ist eine nach § 16 SGB II und verpflichtend gem. EGV - aber die von mir angesprochenen Programme (die ich jedenfalls bis jetzt kenne) sind wirklich freiwillig und es geht da auch wirklich nach berufliche Vorbildung - ansonsten kommt man da nicht rein, zum Teil mit Aufnahmeprüfung .....

Ob das was gutes rausspringt, frage mich mal in 4 bis 5 Monaten nochmal ;) ;) ;)

Damit möchte ich deine anderen Anmerkungen nicht werten sonder in fast allen Punkten zustimmen ....
 

Zwergenmama

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#3
Seid mir nicht böse. Aber als stellvertretende Filialleitung im Einzelhandel, 40 Std.-Woche, unbezahlten Überstunden und Wechselschichten, habe ich ein Bruttoeinkommen von 1700 € erhalten. Ehrlich gesagt wäre ich froh, wenn ich jetzt noch einmal ein derartiges Jobangebot erhalten würde.
 

zebulon

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#4
habe ich ein Bruttoeinkommen von 1700 € erhalten.
Na das ist doch für den Arsch. Ich weiß auch nicht, ob man sowas als Argument anführen soll. Das sind Armutslöhne. Damit kann man vielleicht leben, wenn der Partner auch noch arbeitet und man sein Geld in einen Topf wirft und vielleicht noch eine günstige Wohnung hat. Ich lebe aber alleine und möchte mich auch nicht nötigen lassen, in einer Zweierbeziehung leben zu müssen, wenn ich das nicht will. Wo soll das dann hinführen ?

Bei mir käme im übrigen noch eine Fahrzeit von 120 km täglich hinzu, ein riesiger Kostenfaktor. Bei dir sind es auch noch mal 100.- Euro mehr. Es ist total lächerlich.
 

Zwergenmama

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#5
Das war nicht persönlich gemeint.
Ich habe mit diesem Gehalt ein Nettoeinkommen von 1100 € erhalten. Davon habe ich mich jahrelang ALLEINE finanziert. Wohnung, Auto, Wochenenden.
Ich hatte im Monat nach Abzug aller Kosten 400 € zum Leben. Das geht.

Mir fällt nur leider auf, daß ich in diesem Forum von Gehaltsvorstellungen höre, die jeder Wirklichkeit spotten. Ich bin ganz sicher kein Bejaher von "Hungerlöhnen". Aber wenn jmd als Alleinstehender ein Nettoeinkommen von über 1000 € angeboten bekommt, dann ist dies, verglichen mit den übrigen Gehältern, schon "viel". Zumindest in meinem Fall würde ich annehmen. Und das, obwohl ich alleinerziehend bin.
 

zebulon

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#6
Also, für dieses Nettogehalt würde ich auch heute noch arbeiten gehen. Ich bezweifle aber, dass das bei Lohnsteuerklasse I rauskommt. Wenn ich von 45% Abzüge ausgehe, dann verblieben bei 1600.- Brutto netto vielleicht 880.- Euro, wovon ich dann noch die Fahrkosten bezahlen müsste. Also ich glaube nicht, dass man man davon menschenwürdig leben kann, von 1100.- Euro schon eher.

Du darfst aber auch nicht den politischen Aspekt dieser Lohnsubvention vergessen, den ich anfangs beschrieben habe, der ja letztlich die Lohnspirale wieder zusätzlich nach unten drückt.
 

Arco

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#7
zebulon sagte :
Also, für dieses Nettogehalt würde ich auch heute noch arbeiten gehen. Ich bezweifle aber, dass das bei Lohnsteuerklasse I rauskommt. Wenn ich von 45% Abzüge ausgehe, dann verblieben bei 1600.- Brutto netto vielleicht 880.- Euro, wovon ich dann noch die Fahrkosten bezahlen müsste. Also ich glaube nicht, dass man man davon menschenwürdig leben kann, von 1100.- Euro schon eher.

Du darfst aber auch nicht den politischen Aspekt dieser Lohnsubvention vergessen, den ich anfangs beschrieben habe, der ja letztlich die Lohnspirale wieder zusätzlich nach unten drückt.
... also bei meinem Lohnsteuerrechner wären das knapp 1.050 Euro netto und da sind die hohen Fahrtkosten noch nicht von mir steuerlich berücksichtigt die mindernt dazukommen könnten bis hin zu keine Steuer mehr ( dann bis zu 150 Euro + ) :pfeiff: :pfeiff:
 

zebulon

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#8
Du brauchst nicht zu pfeifen. Ich müsste es mal nachrechnen ob das stimmt. Das Geld für die Fahrkosten ist trotzdem zunächst mal weg, auch wenn man es am Jahresende viellicht zurückbekommt, fehlt es ber zunächst mal.
 

Arco

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#9
zebulon sagte :
Du brauchst nicht zu pfeifen. Ich müsste es mal nachrechnen ob das stimmt. Das Geld für die Fahrkosten ist trotzdem zunächst mal weg, auch wenn man es am Jahresende viellicht zurückbekommt, fehlt es ber zunächst mal.
... ich gehe mal davon aus das du mein :pfeiff: :pfeiff: falsch aufgefaßt hast - ist aber auch nicht so schlimmmmmmm

Apropo nachrechnen - hier mal ein Lohnrechner den man kostenlos im Internet bekommt

www.topix.de

... und dann noch, bei so hohen Fahrtkosten/Werbungskosten kann man sich da einen Freibetrag in die Lohnsteuerkarte eintragen lassen (ohne :pfeiff: ) ;)
 

zebulon

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#10
Ja, genau. Das hab ich gemeint :sleep: :sleep:

HEEeee...! Außerdem sehe ich gerade, das dieses Smilie nicht pfeiffen, sondern schlafen bedeutet.
Nagut, ich will trotzdem annehmen, dass du ein aufgeweckter Kerl bist und lade mir den Rechner mal runter. :mrgreen:
 

zebulon

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#11
Hallo Arco,

ich hab mir den Rechner runtergeladen und es mal durchgerechnet. Ich komme sogar auf 1090. Das ginge sogar noch. Hätte nicht gedacht, dass doch noch netto soviel übrigbleibt. Ist zwar nicht üppig, aber wäre machbar.
 

Arco

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#12
zebulon sagte :
Hallo Arco,

ich hab mir den Rechner runtergeladen und es mal durchgerechnet. Ich komme sogar auf 1090. Das ginge sogar noch. Hätte nicht gedacht, dass doch noch netto soviel übrigbleibt. Ist zwar nicht üppig, aber wäre machbar.
.... ich auch ;) ;) - wollte aber keine Freude aufkommen lassen :mrgreen: :mrgreen:

Und wenn Freibetrag auf Lohnsteuerkarte dann sähe es noch "besser" aus - gellllll :pfeiff: :pfeiff: ;)

.... übrigens ich bin kein Kerl, sondern ein Rüde - vom Bild aus gesehen :lol: :lol: :lol:
 

zebulon

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#14
Bei mir steht über dem Smilie Pfeifen Pfeiff
Ja ich weiß. Wollte nur provozieren. Das ist auch der Grund, warum ich bei Arbeitgebern nicht so gut gelitten bin. :mrgreen:
 

anne

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#16
Also, wenn ich dass alles so mitkriege, was hier in Bezug auf Gehälter geschrieben wird, schwillt mir echt der Kamm. Ich habe noch Anfang 2003 im Baugewerbe gearbeitet und wir haben "Schüler in den Ferien zur Aushilfe eingestellt", die haben einen "Baumindestlohn" von 18,70 DM, (vor der Einführung des "T"-Euro oder Inflationero", was ungefähr 9,00 € entspricht, als Stundenlohn erhalten.
Was geschieht in unserer Republik ???? Kann es wirklich sein, dass sich ein paar Manager Gewinnmaximierung ,auf dem Rücken der Bevölkerung, auf die Fahne geschrieben haben und wir einfach verheizt werden sollen und dieses auch noch tatenlos geschehen lassen ???
Sind wir wirklich ein Volk der "Jasager" geworden??? Es hat den Anschein, dass dies alles bittere Realität ist.
Ich möchte in diesem Land mit der jetzigen, gewollten und bewußt gesteuerten Politik nicht mehr alt werden und mich bei meinen Söhnen dafür entschuldigen, dass ich sie in einer dermaßen pervertierten Gesellschaft " Ausnahmen bestätigen die Regel " leben sollen, ohne Perspektiven und eigentlich gezwungen "ihr Heimatland zu verlassen". Ups, das gab`s doch schon oft, aber nicht für Bundesrepublikaner" - So ändern sich die Zeiten......

Anne

t
gen)geboren habe....

Anne
 

anne

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#17
Also, wenn ich dass alles so mitkriege, was hier in Bezug auf Gehälter geschrieben wird, schwillt mir echt der Kamm. Ich habe noch Anfang 2003 im Baugewerbe gearbeitet und wir haben "Schüler in den Ferien zur Aushilfe eingestellt", die haben einen "Baumindestlohn" von 18,70 DM, (vor der Einführung des "T"-Euro oder Inflationero", was ungefähr 9,00 € entspricht, als Stundenlohn erhalten.
Was geschieht in unserer Republik ???? Kann es wirklich sein, dass sich ein paar Manager Gewinnmaximierung ,auf dem Rücken der Bevölkerung, auf die Fahne geschrieben haben und wir einfach verheizt werden sollen und dieses auch noch tatenlos geschehen lassen ???
Sind wir wirklich ein Volk der "Jasager" geworden??? Es hat den Anschein, dass dies alles bittere Realität ist.
Ich möchte in diesem Land mit der jetzigen, gewollten und bewußt gesteuerten Politik nicht mehr alt werden und mich bei meinen Söhnen dafür entschuldigen, dass ich sie in einer dermaßen pervertierten Gesellschaft " Ausnahmen bestätigen die Regel " leben sollen, ohne Perspektiven und eigentlich gezwungen "ihr Heimatland zu verlassen". Ups, das gab`s doch schon oft, aber nicht für Bundesrepublikaner" - So ändern sich die Zeiten..... ."Das Volk der neuen Gastarbeiter" Ach ja, wir müssen global denken und flexibel sein, sorry, dafür reicht mein Spatzenhirn nicht *gg*

Anne
 

zebulon

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#18
Hallo Anne,

Ich gebe dir Recht, nur müssen wir ja trotzdem irgendwie überleben. Ich bin von so einem Lohn wahrlich nicht begeistert. Trotzdem muss ich mich ja irgendwo plazieren, wenn es zu einem Arbeitsangebot kommt.
 

Zwergenmama

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#19
Na siehst.. ist ja nun doch nicht so schlimm! :hug:

Kannst mit dem Gehalt keine großen Sprünge machen, aber für ein recht "normales" Leben reicht es! Das Gehalt ist unterste Grenze, aber mehr ist momentan nicht drin. Da kann man jammern, wie man will. Habe als Aushilfe vor 10 Jahren auch noch 18 DM brutto erhalten, aber daran kann man heutige Einkommen nicht mehr fest machen. Und solange sich Jobangebote in diesem Rahmen bewegen, geht es gerade noch.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg !!!
 

zebulon

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#20
@Zwergenmama:

Ich seh' das trotzdem nicht sehr optimistisch, obwohl ich angenehm überrascht war, weil ich mich Brutto/Netto verschätzt habe.

Das Gehalt kannst du in zwei/drei Jahren nämlich auch in der Pfeife rauchen. Dann reicht's nicht mehr zum Leben und Gehaltserhöhungen gibt es keine, zumindest nicht für uns Mumien.
 

Zwergenmama

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#21
Wenn Du dich jetzt schon fragst, was ich 3 Jahren sein wird... sorry, aber dann kannst Du es bleiben lassen. Chancen bestehen jetzt und nicht in 3 Jahren. Du wirst es nie wissen, wenn Du es nicht versuchst. Und vielleicht sagst Du ja in 3 Jahren "Zum Glück kabe ich angenommen".

Ist besser als weiter von H 4 abhängig zu sein.
 

zebulon

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#22
Und vielleicht sagst Du ja in 3 Jahren "Zum Glück kabe ich angenommen".
Bei meiner letzten Arbeitsstelle war das nicht der Fall. Das widerspricht völlig meinen bisherigen Erfahrungen. Leider habe ich Arbeiten bisher immer als Schikane ohne jegliche Möglichkeit einer Veränderung zu besseren Verhältnissen, und zwar nicht nur finanziell, wahrnehmen können.

Ich finde aber auch wie ich schon sagte, dass du den Aspekt des Lohndumpings bei dei deinen Posting bisher völlig weggeblendet hast. Wenn man die Erwerbslosigkeit komplett individualisiert, und lässt diese systemische Lohndumpingspirale, die ja durch 50+ noch forciert wird, außer acht, dann kann man das so sehen, wie du.

Ich sehe bei mir vor der Haustür immer mehr Menschen, auch alte Omas, Dosenpfand sammeln gehen, was ja letzlich dieselbe Ursache (Sozialabbau und Renditesteigerung mit der Auswirkung der Kostenexplossion von Miete und Energiekosten) hat. Mir wäre es daher lieber, die Menschen würden sich zusammentun und etwas mehr auf eine Systemveränderung hin zu einer besseren Verteilung des Wohlstands, wozu auch faire Löhne gehören, drängen, anstatt dass sie sich immer zufriedengeben und nach jeder Lohnsenkung sagen: Da, es geht ja noch irgendwie. Das macht mich traurig und es dämmert mir, die können da oben alles machen, weil sich niemand wehrt. :shock:

Man sollte vielleicht noch anfügen, dass es auch auf die Art des Jobs ankommt, ob ein Gehalt, wie wir es ausgerechnet haben, ok ist. Der Job, um den es konkret geht, ist Schichtarbeit und ein Knochenjob, den man vor zehn Jahren schon erheblich besser bezahlt hat. Also hör' mit diesem Friede-Freude-Eierkuchen insitieren auf, danach ist mir wirklich nicht zumute.
 

Zwergenmama

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#23
Da stimme ich Dir zu.
Aber die Situation ist nun einmal so, wie sie ist. Und nun muß jeder für sich das Beste daraus machen. Von Lohndumping kann bei mir keine Rede sein. Einzelhandelsfachangestellte fangen nach der Ausbildung mit einem Bruttoeikommen von 800 € an. Natürlich tariflich geregelt. Da waren meine 1700 € als ungelernte Quereinsteigerin geradezu Wucher.

Lass' den Kopf nicht hängen, auch ich habe schon Pfandflaschen gesammelt. Soll ich mich dafür schämen? Nein! Denn mein Zwerg hat vom Pfandgeld den heiß ersehnten Bagger bekommen. Und das war es mir wert !!
 

athene

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#24
was motiviert jemand an der Arbeit = die Bezahlung

wenn man heutzutage den Arbeitsdruck sieht, und mit 50+ ist es schwerer als mit 20 oder 30. Da ist die Bezahlung auch wichtig um durchzuhalten!
 

eisbaer

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#25
zebulon sagte :
habe ich ein Bruttoeinkommen von 1700 € erhalten.
Na das ist doch für den Arsch. Ich weiß auch nicht, ob man sowas als Argument anführen soll. Das sind Armutslöhne. Es ist total lächerlich.
Irgendwie scheint Dir der Realitätssinn verloren gegangen zu sein.
Wenn hier drüben jemand 1700 Euro brutto bekommen würde, würde der Luftsprünge machen! Hier kriegen die Leute kaum noch 1100 / 1200 Euro brutto.
 

Roter Pirat

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#26
Vorruhestand.

So ähnlich geht es mir und weiteren 4900 Kollegen auch.Sicherlich gibt es da welche drunter die Durch ihre Stellungen im Betrieb ab Meister aufwärts und zusätzliche Bildungsmassnahmen der Agentur für Arbeit auch jenseits der 50 noch in irgendeiner Tätigkeit vermittelbar währen. Es würde auch Sinn machen wenn solche Personen die Möglichkeit hätten aus ihrer langen Berufserfahrung heraus auch Jugendlichen noch was beizubringen. Es sind aber wenige Unternehmer die solche Leute noch einstellen. Der Grund wird wohl darin liegen das diese Leüte eigentlich im Sinne dann auch zu Teuer sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Solch ein Mann dann auch weniger Verdienen möchte wie früher in seiner alten Tätigkeit. Obwohl ich weiß auch das dies schon gängige Tatsache ist. Was mich betrifft, Ich habe außer zweier Anlernberufen keine Berufsausbildung und könnte auch niemanden viel beibringen. Alles was ich an Beruflicher Erfahrung habe weiß ich aus meiner letzten Tätigkeit im Schichtbetrieb eines großen Konzerns. Eine Umschulung mit sich vieleicht anschliesender Beruflicher wiedereingliederung und Wahrscheinlich geringeren Bezügen gegenübergestelten Vorruhestansbezügen die sowieso schon um 450 € geringer sind als der Duchschnitt meines letzten Jahresgehalts 2001 würde noch schlimmere folgen für mich haben. Ich denke das dies vielen Arbeitnehmern so geht die ähnliche Auflösungsverträge unterzeichnet haben. Nicht nur bei meinem früherem Arbeitgeber. Auch uns hat man mit sanften Druck in diese Reglungen geschickt. Laut meinem Auflösungsvertrag brauche ich aber keine Tätigkeit zu Beginnen die 30 % unter meinem früheren Gehalt oder der jetzigen Vorruhestandsbezügen liegt. Mann stelle sich vor ich hätte dann trotz besserer Ausbildung dann einen Lohn der Irgenwo zwischen 1500 und 1700 € Netto liegen würde. Aber viele Kollegen von mir und auch ich sind Realistisch und wissen selber, dass Sie aus diesen oben genanten Gründen nicht Vermittelbar sind. Zu dem welcher Arbeitgeber würde mit Mitarbeitern die durch die Art ihrer früheren Tätigkeit die auch Gesundheitliche Nachteile für viele von uns erbracht hat diese Risiken eingehen. Um aber einem Irrtum hier vorzubeugen , bei meinem ex Arbeitgeber hätte ich unter anderen Umständen in anbetracht meine Vorbildung und meines Gesundheitszustands auf einer anderen Stelle des Konzerns bis ins Rentenalter noch gearbeitet. Aber auch hier gilt wahrscheinlich hätte man dann den bis zu 30 % abschlag hinnehmen müssen und dass hätte derzeit für mich zur folge das ich meine Belastungen nicht mehr hätte tragen können.
Gruß
Roter Pirat
 

Roter Pirat

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#27
Lohn

Das ist es ja.. :p
Das :? ich auch ein Arzt Im Krankenhaus verdient im Vergleich zu meiner früheren Tätigkeit für diese Tätigkeit in der Stunde viel zu wenig. :( Ich hatte aber hier schon einige male Berichtet, dass meine Tätigkeit im Schichtbetrieb auch nicht gerade leicht war. :mrgreen: Mobbing und teilweiseschwere Arbeiten die auch im laufe der Jahre ihren Gesundheitlichen tribut forderten. Als ersatz Verdiente ich mit steigenden Löhnen in den Jahren meiner Tätigkeit bei meinem ex Arbeitgeber dafür das ich keinen Beruf gelernt habe immer gut bis sehr gut.mit Sozialleistungen von Betriebsrente und noch anderen kleineren Vergünstigungen.. Aber keine Angst diese Zeiten sind dort auch schon längst vorbei. Heutige jünger Mitarbeiter die dort Eingestellt werden oder die durch Umstrukturrierungen mit einhergehenden Umschulungen vorgenommen werden müssen sich heute auch mit viel weniger zufrieden geben. Die Lebenshaltungskosten sind in teilbereichen aber gleich geblieben wenn man mal von Aldi usw. absieht wenn nicht sogar teurer geworden. viele wie ich haben doch durch ihren hohen Verdienstzauch zB Gebaut oder haben anderweitigihr Geld VERPRASST. Wer gibt hier zu, ? dass er nicht, das eine oder andere mal über seine damaligen Verhältnisse gelebt hat. ! Viele haben früher nicht an Vorruhestandsreglungen oder Arbeitslosigkeit gedacht. Viele haben auch in guten Zeiten unterschiedlich gut bis über ihre Verhältnisse gelebt. Auch ich. Wenn ich auch hier Schreibe, dass ich mein Geld sinnvoll in Fam. und Wohlstand (Möbel Haus)gelegt habe. Ok,Ich war auch mal in Urlaub. Aber wer ehrlich ist,gibt zu, dass er auch nicht ganz so gelebt hat wie es bei einer Insollvens von einem persönlich verlangt wird. Viele Rauchen zB trotz Wirtschaftlicher Not. Das aber tue ich seit 28 Jahren nicht mehr. Wenn ich an Kultur denke so habe ich doch durch den Schichtbetrieb dies für uns (Fam) so gut wie kaum gehabt. Schützenfeste und da noch Mitmaschieren war Zeitmässig gar nicht so drin und hab ich auch nicht mitgemacht. Sonntägliche Frühschoppen gab es für mich nicht. An Sparen für die Rente habe ich damals aber auch nicht so gedacht. Auf Anfrage diesbezüglich hieß es immer du bist doch versorgt. Gut der eine oder andere hat trotzdem was getan, geb ich zu. Aber weder Gesetzgeberisch noch anders war es doch zwingend notwendig. oder ? :kinn: Gut es gab im Vorgesetztenbereich so gute Gehälter dennen es nichts aber auch gar nichts ausmacht das Sie heute auch im Vorruhestand meines ex Arbeitgebers sind. Diese Leute hatten immer schon bessere Möglichkeiten. Viele von denen haben Schuldenfreie Häüser und auch sonst geht es ihnen gut. Da macht es gar nichts, wenn auch Sie etwas weniger jetzt haben. Meisten war es auch noch so, dass dessen Frauen wenn nicht im gleichen Konzern so doch auch Beruflich tätig waren.. bei mir trifft das alles aber nicht zu. Ich war fast immer der Alleinverdiener und meine Frau hat sich um die Erziehung der Kinder gekümmert.
Gruß
Roter Pirat
 

Norbert 10

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#28
Arbeitsamt verhindert erfolgreich Arbeitsaufnahme

Durch einen Nachbarn fand ich Arbeit als Monteur befristet, dachte mir besser als nichts, hatte mich vorher bei einer anderen Firma beworben in meinem Beruf wo mann mir 15,- Euro Stundenlohn zahlen wollte. In meinem Beruf guter Durschnitt, hatte vorher 20.- Euro.
Die neue Firma wollte die Förderungen vom Arbeitsamt haben, also ich zum Arbeitsamt wo mann mir sagte ich müsse erst Arbeitslos sein damit einer Förderung zugesagt wird . Gesagt getan, hab dann dem neuen Arbeitgeber eine Information vom Arbeitsamt mitgenommen in der steht
Für den Arbeitgeber gibt es

500.- Euro monatlich 1 Jahr lang,
500.- Euro Prämie nach einem halben Jahr.

400.- Euro monatlich im zweiten Jahr,
1000.- Euro Prämie nach einem Jahr.

3000.- Euro Prämie nach dreißig Monate.

Und weil ich 51 Jahre bin gib es noch mal einen Haufen obendrauff.

Er sagte dem Arbeitsamt schon nach drei Tagen die ich in seiner Firma gearbeitet habe er wolle mich unbedingt haben und ich würde gut bei ihm reinpaassen.

Der Arbeitgeberservice vom Arbeitsamt bot ihm an mich doch erst mal auszuprobieren sie würden auch mein Hartz IV 4Wochen weiterzahlen so das ihm keine Kosten enstünde.

HALLO ich kriege mein Geld im voraus, heißt ich kriege garnichts.

Als mein neuer Chef mir dieses mit einem Lächeln im Gesicht mitteilte kam ich mir natürlich total verarscht vor, denn ich habe mir diesen Arbeitsplatz selbst gesucht.

Ich hab ihm darauf hin gesagt das ich mir die Arbeitstelle nicht leisten
kann und er kann mir meine Papiere zuschicken.

War schon ein tolles Gefühl sich nicht zum Spielball machen zu lassen und in der heutigen Zeit zu sagen, du mich auch.
Zu meinem Glück hatte die Firma wo ich vorher gekündigt hatte noch keinen Ersatz und ich konnte heute sofort wieder anfangen. Meine Arbeitskollegen die auch schon ähnliches erlebt hatten meinten, haste gut gemacht lass dir nichts gefallen. Ich glaube mein kleiner Triumpf war auch irgendwie ihrer
Natürlich ist die Arbeit körperlich schwerer, und das Gehalt ist der geforderte Mindestlohn von der linken Partei aber immer noch besser als die Taube auf dem Dach.

An dieser Stelle noch ein dankeschön ans Arbeitsamt für inkompetenz am Arbeitsplatz. Dankeschön an die Politikern :laber: :laber: , Euren Vorgesetzten, den Hirnjongleuren des wahrhaftigen schwachsins, macht nur weiter so irgenwann kriegt ihr was auf auf die Fresse.

Und dem Vefassungsschutz viel Spass beim lesen, aber irgendwie seid Ihr doch auch nur Lakeien der Politiker. :D
 
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