Erfahrungsbericht über das tbz Leibzig-Lößnig

Großer Löwe

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Hallo alle.
Ich möchte gene einmal,über meine Erfahrungen schreiben,die ich im tbz erlebte.Ich war dort vor zwei Jahren für insgesamt 4 Monate.
Ich wollte mich beruflich umorientieren und geriet an eine SB,die aber meinte:
So´n Quatsch,Hauswirtschafterin ist doch ein toller Beruf,sie brauchen nur Praxis!
Also steckte sie mich in´s tbz,und ich war damals ziemlich ängstlich und in depressiver Grundstimmung,und hatte nicht dem Mut zu wiedersprechen.
Ich wusste ja nicht,das die wahren Qualen,erst beginnen sollten.

Im t(k)bz war ich also in der ServiceHölle eingesperrt(ausgerechnet in das Berufsbild,das mir Brechreiz verursacht) und musste den Sozialarbeitern das Essen an den Tisch bringen wie ein Bürger zweiter(dritter oder vierter)Klasse,und war ansonsten dazu verdammt,stumpfsinnige Deko und Serviettenfalttechnicken zu üben,gelangweilt an die Wand zu glotzen,weil sie uns das lesen verboten hatten...
Die Menschen um mich herum wurden alle Kaffee und Nikutinabhängig,und zogen sich regelmäßig Lebensmittelvergiftungen zu,weil sich das unbezahlte´Kantienenpersonal´aus Rache an seinen Unterdrückern die Hände nicht wusch.
Aber auch das bezahlte Personal wurde krank,stumpfsinnig und alkoholabhängig.
Sie saßen genauso wie wir den ganzen Tag herum und starrten auf die Uhr,und warteten darauf,endlich heim gehen zu dürfen.

Meine letzte Hoffnung bestand darin,in den Garten/Floristikbereich zu wechseln.
Das war von Anfang an mein Wunsch,weil ich als Hauswirtschafter eine Fehlbesetzung bin(und dann wurde nach langen Versprechungsarien doch nichts draus,was ich bis heute für eine perfiede Taktik halte,um auch auch das letzte bisschen Willen den man noch übrig hat zu zerbrechen)!!

Ansonsten gab es in diesem total verdreckten Ambiente nichts zu tun(Menstuationsblut an Toilettenwände geschmiert).
Ich versuchte also,mich darüber zu beschweren,und das einzige was ich hörte war:Eigeninitiative:"putzt doch selber"meinen die Sozies.Auch meine Ideen für PC,Englisch und Französischkurse wurden abgeschmettert(wegen unmotivierten miteingelagerten Arbeitslosen).
Also fing ich vor lauter Verzweiflung an zu putzen(verdreckte Umkleideräume,verdreckte Küchen usw.),denn wenn ich Probleme habe,entwickel ich einen bösen Putztick.
Ich bemerkte dabei schnell,das die Ungezieferplage im tbz nur von den zahlreichen Spinnennestern in Schach gehalten wurde.
Die einzige Abwechslung bot daher der Kammerjäger,der wegen der Ratten und Mäuse(und der Viehcher von denen man uns mit absicht nichts erzählte) regelmäßig reinschaute,oder die sinnlosen Ausflüge in irgendwelche Museen(an den tagen durften wir wenigstens eher gehen)

Überhaupt strahlt das ganze Gebäude eine solch tiefe Verzweiflung und Depression aus,wie ich es noch nie zuvor empfand.
Interessant war jedoch,das diese öde Realität von den Sozilaheinies anders dargestellt wurde:"Ach!Alles so toll hier!Und so viele Interessante Möglichkeiten,und Ach!Das ist doch alles garnicht so schlimm hier..."Und das mit einem entsätzlichen,gesteltzem Dauergrinsen,der einem nach einer Weile das Gefühl gibt,man hätte tatsächlich irgendeinen Wahrnehmungsfehler.
Ich brauchte danach ein Jahr,um mich von diesem Selbstbewusstseinsvernichter einigermaßen zu erholen!

Ich habe danach quasi jeden Blödsinn den das Amt für mich parat hatte,über mich ergehen,weil ich so depressiv und hoffnungslos geworden war!
Ich hoffe,das passiert mir nie wieder....

LG
Löwe.
 
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