Erfahrung nach dem Bundesfreiwilligendienst - Langzeitarbeitslose Finger weg davon

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Bfdler aus Jena

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Ich habe vom 1. Januar 2015 bis 31. Januar 2016 Bundesfreiwilligendienst geleistet. Ich habe dies gerne gemacht und würde es auch weiterhin machen.
Zum 1. Februar sollte/wollte ich als Langzeitarbeitsloser eine geförderte Stelle über 3 Jahre antreten. Die Zuweisung vom zuständigen Jobcenter hatte ich, also habe ich zum 1. Februar 2016 meinen Bundesfreiwilligendienst beendet.

Als Bundesfreiwilliger unterschreibst du keinen Arbeitsvertrag sondern lediglich eine Vereinbarung, in welcher nochmals darauf hingewiesen wird das dadurch kein Arbeitsverhältnis begründet wird.

„Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer jeden Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren
Freiwilliges Engagement lohnt sich für Alle und ist gerade auch für die Engagierten ein großer persönlicher Gewinn.“​

Also ich hatte mich 13 Monate für das Allgemeinwohl engagiert und meinen Lohn dafür habe ich bekommen.

Ich habe eine Absage von der Gfaw bekommen mit der Begründung, das ich nicht arbeitslos war.

Zuwendungen dürfen gemäß der Textziffer 1.1 der oben genannten Richtlinie nur für langzeitarbeitslose Personen und arbeitslose Personen im Langzeitleistungsbezuggewährt werden. Mit dem Vorhaben sollte am 01.02.2016 unmittelbar nach Beendigung des Bundesfreiwilligendienstes durch die Teilnehmenden am 31.101.216 begonnen werden. Da der Bundesfreiwilligendienst eine versicherungspflichtige Beschäftigung nach § 25 Abs. 1 SGB III darstellt und immer mit mehr als 20 Wochenstunden ausgeübt wird, liegt Arbeitslosigkeit nicht vor ($53a Abs. 1 SGB II i.V. § 16 SGB III).​

Mein freiwilliges soziales Engagement wird belohnt,
  • ich habe Anspruch auf ALG I, klingt gut wird fast komplett beim ALG II angerechnet
  • ich bin nicht mehr Langzeitarbeitslos, sondern nur noch Arbeitslos
  • ich habe dazu beigetragen das es in Deutschland weniger Langzeitarbeitslose gibt
  • ich sichere nun noch auf einem weiterem Amt die Arbeitsplätze

würde gerne wegen der Absage etwas unternehmen und wäre für Ratschläge und Tipps Dankbar.

Mein Fazit für Langzeitarbeitslose
„Finger weg vom Bundesfreiwilligendienst“,​
denn danke sieht anders aus.

trauriger, enttäuschter, eigentlich sprachloser Bfdler aus Jena
 

Carin

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Leider kann ich diesen Rat nur bestätigen. Wer als Langzeitarbeitsloser Bundesfreiwilligendienst leistet, hat davon nur Nachteile. Den Idealismus einer solchen Beschäftigung bezahlt man teuer.
 

Carin

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Gegen die Entscheidung der GFAW ist noch immer eine Anfechtung seitens des Projektträgers möglich und hat, unter gewissen Umständen, sogar noch eine Aussicht auf Erfolg.
Eine Aussage dazu erhielt ich gestern schriftlich. Bei meiner Anfrage bezog ich mich auf folgende Passage, der von Dir geposteten Ablehnung:

" ... und arbeitslose Personen im Langzeitleistungsbezuggewährt werden "


Unter gegebenen Umständen zählt zumindest ein Teil der Betroffenen zweifelsfrei zu dieser Zielgruppe.
 

Carin

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Der Betreffende, der mir die Auskunft erteilt hat, ist Mitarbeiter beim JC und daher konnte (oder durfte/wollte) er mir nicht sagen, ob der Projektträger von dieser Möglichkeit Gebrauch machen will/wird. Kann man abwarten oder nachfragen. Dabei ist es immerhin möglich, sich auf die (schriftlich gegebene) Aussage zu berufen.
 

Carin

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Informationsupdate:

1. Der Widerspruch läut, wird aber wohl den bereits abgelehnten Bewerbern nichts mehr nutzen.

2. erhielt ich heute von einer Stelle unseres Landesministeriums folgende Antwort:


"Sehr geehrte Frau xxxxx,



ich nehme Bezug auf Ihre Email vom 09.03.2016 und habe die Äußerung Ihres Unmuts und Ihrer Enttäuschung auf die ablehnende Förderentscheidung des Projekts „Stromsparhelfer Jena“ mit Bedauern zur Kenntnis genommen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lassen sich allerdings keine Anhaltspunkte für eine Rücknahme der durch die Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaates Thüringen mbH (GFAW) getroffenen Entscheidung finden.

Da sich o.g. Angelegenheit außerdem in einem laufenden Widerspruchsverfahren befindet, bitte ich um Ihr Verständnis, dass ich Ihnen zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine detailliertere Antwort übermitteln kann.



Mit freundlichen Grüßen
xxxx"

Ich werde jetzt fünfmal ganz tief durchatmen und dann so freundlich, wie ich es noch schaffe, zurückfragen, ob ich diese Antwort vor der Presse zitierren darf, oder wenn ich andere Arbeitslose davor warne, Bundesfreiwilligendienst zu leisten.
 

Carin

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Aktualisierung zum Stand der Dinge. Habe heute eine eben so standardisierte Mailantwort vom Ministerium in Bonn bekommen.
Man müsste wirklich lächeln, denn eins haben all diese Antworten gemeinsam - die Aussage, dass man auf die Antwort einer der untergeordneten Stellen warte und erst dann Auskunft geben könne.
Erinnert fatal an den Der Posthilfsbote Säbelbein .
Darüber hinaus eine Lektion zum Thema Glaubhaftigkeit der Aussagen von Behörden. Nachdem mir schriftlich versichert wurde, ein bestimmtes Schriftstück sei der AA nie zugegangen, erhielt ich von einer/m genervten (und zurecht erbosten) Mitarbeiter(in) genau dort eine Kopie des besagten Schriftstückes, zum Beweis, dass sie doch eingegangen war.
Wieder mal der Hinweis - nichts glauben, immer wieder nachfragen.
Damit verabschiede ich mich und setze mich an die nächste Reihe von Schriftstücken in dieser Sache. Inzwischen bin ich selbst neugierig, wo das endet.

C.
 
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