Erdogan erklärt der Marktwirtschaft den Krieg

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Dagegen72

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Im Kampf gegen die Inflation hat die Türkei de facto Preiskontrollen angekündigt. Unternehmen sollen die Preise „freiwillig“ um zehn Prozent senken. Mit dem Vorstoß öffnet die Erdogan-Regierung das Tor für eine ökonomische Anarchie.

Ab sofort ist Freiheit in der Türkei ein absolutes Fremdwort. Hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zunächst die Meinungsfreiheit gestrichen und später das freie Wirken der Justiz unterbunden, bringt er jetzt auch noch die Marktwirtschaft zum Erliegen und öffnet damit Tür und Tor für ökonomische Anarchie. Im Kampf gegen die hohe Inflation hat die türkische Regierung bei zahlreichen Gütern eine Preissenkung um zehn Prozent angekündigt.

Oh my God! :doh: https://www.welt.de/finanzen/articl...n-erklaert-der-Marktwirtschaft-den-Krieg.html
 

vidar

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Wie wäre es denn, wenn unsere Bundesregierung in eine ähnliche Kerbe schlagen würde. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen wenn zumindest die Preise der wichtigsten Grundnahrungsmittel – z.B. Brot, Butter, Margarine, Milch, Eier, nationales Obst, nationales Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, Mehl, Zucker etc. - staatlich kontrolliert und dem Handel vorgegeben werden.
 

HartzVerdient

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Brot wird in der Türkei ohnehin staatlich subventioniert. Damit garantiert der Staat, dass auch die Ärmsten der Armen sich Brot leisten können.

Ich meine mich zu erinnern, dass der Staat 70% der Kosten für ein Laib Brot übernimmt.

Wir sind froh, dass es Brot im Discounter zu 1.29€ gibt. Aldi bietet diese runden Kugeln für 0.99€ das Stück an... Gehen weg wie Semmeln...

Beim Bäcker kostet das Brot locker 3-4€ und hält schon lange nicht mehr das, was es verspricht. Gelegentlich innen nicht ausgebacken, matschig usw... Das Risiko ist dann einfach zu groß...
 

vidar

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Selbstverständlich kann man bei den Discountern viele Lebensmittel kaufen, die in einigen Bereichen preislich innerhalb des unteren Preisniveaus angesiedelt sind. Wenn es dort doch so günstig ist, dann kann durchaus die Frage relevant sein, warum denn so viele Leute die Tafeln aufsuchen, um sich mit Esswaren eindecken zu müssen.
 

HartzVerdient

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Wenn es dort doch so günstig ist, dann kann durchaus die Frage relevant sein, warum denn so viele Leute die Tafeln aufsuchen, um sich mit Esswaren eindecken zu müssen.

Die Frage sollte lauten: Wieso überhaupt Tafeln benötigt werden. Vielleicht sollte man hier eher das Problem beobachten statt dem Symptom.

Es geht bei den Tafeln wohl eher um Produkte des mittleren und oberen Preissegmentes.

Betriebswirtschaftlich versucht der Staat die HartzIV Bezieher mit einer +/- 0 Nummer durch den Monat zu bekommen. Mit Bezug von Hilfsleistungen durch die Tafeln, schafft sich der Bezieher von Sozialleistungen einen kleinen Puffer.

Ich denke, da sind unterschiedliche Interessen verbunden. Einige gehen wegen den Lebensmitteln hin. Andere gehen wegen der Routine dort hin. Andere wegen der Tätigkeit. Andere, um sich mit anderen auszutauschen... Kann also unterschiedliche Gründe haben...
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Beim Bäcker kostet das Brot locker 3-4€ und hält schon lange nicht mehr das, was es verspricht. Gelegentlich innen nicht ausgebacken, matschig usw... Das Risiko ist dann einfach zu groß...

Na, der Bäcker versteht sein Handwerk nicht, obwohl es heute ja oft nur darin besteht, die Rohlinge entsprechend aufzubacken oder Mehlmischungen anzurühren.

Bei uns sind Lebensmittel auch subventioniert. Z.Bsp. durch niedrigere Steuersätze und Agrarsubventionen.
 

Dagegen72

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Die Fragen aufgrund o.g. Artikels ist aber, wie sich denn die Preissenkung, die den Unternehmern auferlegt werden soll auswirkt? Könnten Entlassungen die Folge sein? Oder Geschäftsschließungen? mehr Arbeitslosigkeit könnten die probleme weiter verschärfen.

Außerdem ist das Wort "Anarchie" vom Artikel-Ersteller wieder falsch genutzt. "Anarchie" bedeutet -> herrschaftsfrei!! d.h. manche Gruppen sagen "kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat" und Anarchie heißt selbstverwaltet im mitmenschlichem Sinne.
 
E

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Gast
Wie wäre es denn, wenn unsere Bundesregierung in eine ähnliche Kerbe schlagen würde. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen wenn zumindest die Preise der wichtigsten Grundnahrungsmittel – z.B. Brot, Butter, Margarine, Milch, Eier, nationales Obst, nationales Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, Mehl, Zucker etc. - staatlich kontrolliert und dem Handel vorgegeben werden.

Täusche dich da mal nicht.
https://www.wiwo.de/unternehmen/han...ppen-nach-grossbritannien-ueber/13630774.html
In keiner Industrienation sind die Lebensmittelpreise so niedrig wie in Deutschland, zeigt eine neue Studie. Jetzt greift der Discounter-Effekt auch auf andere Länder über.

Was bei uns rein haut sind definitiv die Mieten.
Die Väter aller Übel sind die niedrigen Löhne!!

Der Reallohnzuwachs ist in den letzten 27 J. kaum gestiegen.
https://www.bpb.de/politik/innenpol...hnentwicklung-in-deutschland-und-europa?p=all
Die Reallöhne sind in Deutschland zwischen 1991 und 2012 um lediglich 3,1 Prozent gestiegen, obwohl im gleichen Zeitraum eine Nominallohnsteigerung von 36,7 Prozent festzustellen ist. Zurückzuführen ist dies auf die Entwicklung der Verbraucherpreise (Steigerung um 33,9 Prozent zwischen 1991 und 2012), die die jährlichen Raten der Reallohnentwicklung nivellierten. Insbesondere seit 2000 ist ein kontinuierliches Sinken der Reallöhne zu beobachten gewesen, weil die Höhe der Inflationsrate (Steigerungsrate der Verbraucherpreise) beinahe durchweg über der Höhe der Nominallohnrate lag.

Hinzu kommt aus meiner Sicht auch die nicht zu unterschätzende https://de.wikipedia.org/wiki/Geplante_Obsoleszenz
Wenn man alle paar Jahre neue Gräte kaufen muss läppert sich das. Rohstoffe und seltene Erden verteuern sich zusätzlich und das wird umgelegt auf die Produkte. S. o Entwicklung der Verbraucherpreise.

Die Energieriesen legen alle Kosten auf und um, bekommen irre viel Subventionen, Sozialisierung von Verlusten bei gleichzeitiger Privatisierung von Gewinnen.
Das saugt die breite Bevölkerungsschicht aus.


Würden die "Konzernsteuern" (Körperschaftssteuer) erhöht, legale Steuersparmodelle für Großverdiener gestopft, Spitzensteuersatz wie unter den blühenden Landschafen Kohls wieder nach oben, Luxussteuern einführen, könnte man die MwSt. senken und die ärmeren Leute entlasten.
Die MwSt. als Verbrauchssteuer belastet die unteren Einkommen überproportional. Denn das Meiste geht für den Grundbedarf drauf.

Baby- Kinderartikel (außer Spielzeug) müssten steuerlich absetzbar sein, oder Ust. frei (Vorsteuer) wie bei einem Unternehmen.
Ach da könnte man einiges umstrukturieren um die Umverteilung wieder in die richtige Richtung zu bringen.
Von oben nach unten!

Wer hat uns verraten?
 

Dagegen72

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Für bestimmte Lieferungen und Leistungen ermäßigt sich dieser allgemeine Steuersatz gemäß § 12 Abs.2 UStG auf derzeit 7%. Lieferungen und Leistungen, die dem ermäßigten Steuersatz unterliegen sind zum Beispiel:

- Lebensmittel
- Bücher und Zeitungen
- Kunstgegenstände
- Hotelübernachtungen (neu seit 01012010).

Dabei gibt es eine ganze Reihe nur schwer nachvollziehbarer Unterschiede. So werden zB. Getränke generell mit 19% besteuert. Ausnahmen: Mineralwasser und Milch. In der Gastronomie unterliegt Essen zum Mitnehmen und neu auch die Übernachtung dem ermäßigten Steuersatz von 7%, während Speisen, die im Lokal verzehrt werden, mit dem allgemeinen Steuersatz von 19% besteuert werden. Das System aus Steuervergünstigungen ist unübersichtlicher und widersprüchlicher denn je.
https://www.steuerberaten.de/tag/umsatzsteuersatz/
ein gesättigter Mensch ist ein zufriedener Mensch, meine ich dazu ;)

@Realo: du müsstest dich zu Anarchie mal einlesen. Horst Stowasser war ein Anarchist. Leider ist er an einer Sepsis im Krankenhaus gestorben (wikipedia).
außerdem gibt es in Hamburg einen anarchistischen Verlag die Edition Nautilus.
https://www.deutschlandfunkkultur.d...n-druckbar.954.de.html?dram:article_id=281949
https://edition-nautilus.de/kategorie/neuerscheinungen/

Das Wort Anarchie leitet sich vom griechischen "an - archia" ab und meint Herrschaftslosigkeit. Dementsprechend liegt allen Strömungen des Anarchismus, so unterschiedlich diese zum Teil auch sein mögen, die Utopie einer Gesellschaft ohne Herrschaft zu Grunde.

Für Anarchistinnen und Anarchisten bedeutet Herrschaftslosigkeit jedoch keineswegs Unordnung und heilloses Durcheinander, sondern eine Möglichkeit, in Freiheit, Gleichberechtigung und Selbstverantwortung miteinander zu leben.

Anarchie ist für uns gesellschaftliche Ordnung ohne Herrschaft.

Anarchistinnen und Anarchisten begreifen den Menschen als ein soziales Wesen, das in der Lage ist, sein Leben zwar gemeinschaftlich, vor allem aber selbstverantwortlich gegenüber sich und seiner Umwelt zu organisieren.

Anarchistinnen und Anarchisten lehnen seit jeher jeden Staat und Stellvertreter/innenpolitik in jeglicher Form ab wie z. B. Alleinherrscher oder Herrschaftscliquen, Funktionärstum und Parteien.
https://www.anarchismus.de/libertaere-tage/lt1993/lt93doku/eroeffnung/was-anarchie.htm

kurz: es braucht keine Kirche die mir sagt, ich sei eine Sünderin, keinen Mann, der mir in den Mantel hilft und mir den Stuhl zurecht schiebt weil ich selbst als Frau vermutlich zu blöd dazu bin, keinen Staat und keine Gesellschaft, die mir sagt, worin ich meinen Sinn im Leben zu sehen habe.

ich vermute aber, dass wenn Anarchie real umgesetzt würde, dann würde eine Demokratie draus werden mit sozialer Marktwirtschaft, also das, was derzeit in der BRD der Fall ist.

wie Deutschland eine Demokratie wurde:
https://www.bpb.de/politik/grundfra.../138699/deutschlands-weg-zur-demokratie?p=all

@entoma: vielleicht würden Firmen und Konzerne dann wirklich Deutschland verlassen, wenn sie mehr Steuern zahlen müssten?
 
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@entoma: vielleicht würden Firmen und Konzerne dann wirklich Deutschland verlassen, wenn sie mehr Steuern zahlen müssten?
Welche Steuern ;) Di paar Peanuts gemessen an den Gewinnen?

Abwandern haben viele gemacht und sind wieder zurück gekehrt. Arbeitsqualität schlechter, Infrastruktur schlechter.


https://www.tagesspiegel.de/wirtsch...erne-sparen-150-milliarden-euro/11322760.html
v. 4.2.15
Konzerne sparen 150 Milliarden Euro
Multinationale Unternehmen nutzen geschickt Steuerlöcher und verschaffen sich dadurch Vorteile im Wettbewerb. Die EU-Kommission will diese Praxis nun stoppen.
Gemerkt habe ich davon nichts. Schäuble hat das sogar aktiv geblockt, obwohl er sich offiziell für die Bankenregulierung uns Austrocknung der Steueroasen ausgesprochen hat.
Innerhalb der EU machen sich einige Länder als Steueroasen doch schon Konkurrenz. Das wird nix, die wollen/schafften eine Gemeinschaft, in der jeder fast seine volle Souveränität behalten kann und will.

Das funktioniert nicht. Ohne angeglichene Sozialsysteme, Steuerpolitik, Bankenregulierung und inzw. Einwanderungs- und Asylpolitik kann das nicht klappen.
Die Länder haben noch genug Gesetze, in denen sie souverän bleiben können.
Strafrecht, Bürgerrecht, Mwst., Rüstungsausgaben, Wahlrecht.....

Die EU ist wie die Gründung einer Patchwork Familie, wo es kaum gemeinsame Regeln gibt und jeder schaut, dass er innerhalb der Familie(!!) am besten weg kommt, ohne Rücksicht auf seine Mitbewohner.
Sozial, unsozial asozial...
 

Dagegen72

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und von der Digitalsteuer, da wäre google wohl auch von betroffen gewesen, hat man inzwischen wieder abgesehen. Andere Länder müssten halt mit an einem Strang ziehen. Aber wenn in arme bis ärmste Länder wie Rumänien abgewandert wird was will man da ?noch tun? Andererseits haben dann wenigstens die Rumänen Arbeit?

Hierzulande entstehen Geisterstädte, weil kleine Läden schließen nach und nach - und kein Juweilier mehr da ist, bei dem nicht mal eine Scheibe eingeschlagen wurde.

Das Konerzen abwandern soll von mancher Menschen Idee dadurch geschehehn, dass im Ausland nach deutschem Steuerrecht abgerechnet werden soll. Die Idee hat glaube ich einen Haken: Dann wird eben gleich im Ausland produziert.
 
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