Erbschein in Kopie abgeben.... (1 Betrachter)

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Schraubendreher

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Hallo liebe Forengemeinde,

ich bin ein sogenannter Aufstocker und habe das Erbe meiner Mutter angetreten. Das Ableben habe ich dem Jobcenter umgehend mitgeteilt und sie aufgefordert mich umfassend und wahrheitsgemäß über meine Rechte und Pflichten in diesen Zusammenhang schriftlich aufzuklären. Bis zum heutigen Tag nach fast 7 Monaten erfolgte in dieser Hinsicht keine Reaktion durch das Jobcenter.

Nachdem ich also den Wiederholungsantrag gestellt habe bekam ich die "Aufforderung zur Mitwirkung" und soll die Anlage Vermögen und eine komplette Kopie des Erbscheins dort abgeben.

Meine Fragen dazu sind:

1. Wozu braucht das Jobcenter eine Kopie des Erbschein, somal sie dort nur meinen Namen und den des Erblassers entnehmen kann ?

2. Warum soll ich denen eine Kopie auf meine Kosten machen bzw. kann ich die Kopiekosten von denen zurückverlangen ?

3. Was soll ich in der Anlage VM bei der Frage nach Grundstücken eintragen, somal diese Angelegenheit noch nicht abschließend geklärt ist da es sich um eine Erbgemeinschaft in einer noch laufenden Erbauseinandersetzung handelt.Es ist der Nachlaß von meinen Großvater, welcher 1,5 Jahre vor meine an Krebs erkrankten Mutter verstorben ist.
Meine Mutter und meine Cousins waren bzw. sind Teil dieser Erbgemeinschaft und somit bin ich jetzt an die Stelle meiner Mutter getreten. Es liegt zwar ein notarieller Vertrag vor, welcher aber vom Vormundschaftsgericht (behinderte Cousins) noch nicht abgesegnet bzw. abgelehnt wurde.

4. Das Konto meiner Mutter habe ich wegen der ausstehenden Betriebskostenabrechnung noch nicht aufgelöst. Ebenso verlangt der Vermieter noch vermeintliche Renovierungskosten (DDR-Mietvertrag) und hat somit beim Amtsgericht Klage gegen mich als Erbe eingereicht.
Ich Frage mich bzw. Euch jetzt, darf das Jobcenter den Kontobetrag mir als Einkommen anrechnen oder muß es warten bis alle Kosten aus dem Nachlaß davon abgezogen sind auch wenn es länger dauert ?

Ich hoffe Ihr könnt mir ein paar Ratschläge dazu geben !
 

Claus.

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1. Wozu braucht das Jobcenter eine Kopie des Erbschein, somal sie dort nur meinen Namen und den des Erblassers entnehmen kann ?
Infos sammeln? Sinn, Nowendigkeit und Zulässigkeit lasse ich da mal außen vor. Hab nur die Erfahrung gemacht, daß die beim Wort ´Erbe´ komplett hohlzudrehen anfangen. Wie wenn die damit absolut nicht klarkämen.

Hast du den Erbschein denn schon? Normal ist das ein gemeinschaftlicher Erbschein, in dem genau aufgeschlüsselt ist, wer was und zu wieviel Anteilen geerbt hat. Bei einer Erbengemeinschaft sind also alle anderen Erben mit aufgeführt. Die Möglichkeit eines Teil-Erbscheines macht das ganze zudem auch nicht gerade einfacher.

2. Warum soll ich denen eine Kopie auf meine Kosten machen bzw. kann ich die Kopiekosten von denen zurückverlangen ?
Die werden wohl eine beglaubigte Kopie wollen; schätze deshalb fragst du. Die Kosten dafür sind von dir zu tragen. Allerdings gibt es beim Nachlassgericht/Amtsgericht eine Härtefallregelung.
Denen klagst du einfach dein Leid mit AlgII und JC ´hätte gerne´, dann stellen die kostenlos eine Abschrift davon aus (auf die kommt dann aber ein Stempel "Nur zur Vorlage bei ......".

3. Was soll ich in der Anlage VM bei der Frage nach Grundstücken eintragen, somal diese Angelegenheit noch nicht abschließend geklärt ist da es sich um eine Erbgemeinschaft in einer noch laufenden Erbauseinandersetzung handelt.
Nix, oder ein Fragezeichen, oder "noch nicht geklärt" ggf. mit dem Zusatz "- gerichtsanhängig".
Solche Formulare musst du als Teil einer Erbengemeinschaft früher oder später etwas lockerer sehen. Oder hast du schon mal ein Formularfeld gesehen ala ´mir gehört 1 Grundstück zu 12,50%"?

4. Das Konto meiner Mutter habe ich wegen der ausstehenden Betriebskostenabrechnung noch nicht aufgelöst.
Gehört einem so ein Konto bzw. dessen Inhalt überhaupt schon? Oder verwaltet man das vielleicht erst noch eine ganze Zeit lang lediglich treuhänderisch?

-> Ach du Schreck, das sind ja 2 unterschiedliche Erbfälle. Langsam dämmerts; ob das das JC auch schon geschnallt hat?
 

Schraubendreher

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Also der Erbschein ist als zweite Ausfertigung vorhanden, doch das Jobcenter möchte, daß ich diesen wahrscheinlich in nochmaliger kopierter Form denen überlassen soll.

Als Erbe meiner Mutter bin ich als Alleinerbe eingetragen.
Ich habe demnach das Konto meiner Mutter geerbt, Ihre Mietwohnung mit Hausrat (wurde schon beräumt und entsorgt) sowie Ihren Anteil aus der Erbauseinandersetzung des Nachlaßes von ihrem Vater. Dieser Anteil der Erbauseinandersetzung wurde, wie schon geschrieben, durch das Vormundschaftsgericht noch nicht genehmigt. Auf die Idee das Feld mit dem Hinweis "gerichtsanhängig" hätte ich auch selbst kommen können, da ich ja schon in der Sache "DDR-Mietvertrag" meiner verstorbenen Mutter die Prozeßkostenhilfe durch den Anwalt beantragen ließ.

Kann man denn als Alleinerbe überhaupt ein Konto treuhänderisch verwalten oder ist man aus der Sicht des Jobcenters bereits mit dem Zugang des Erbscheins bei mir als Kontoinhaber deklariert?
 

Alterweg

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Hallo Schraubendreher,
so wie ich das sehe ist erst der Vater deiner Mutter gestorben, danch deine Mutter. Das Erbe (guthaben deiner Mutter) hast du schon in Verwaltung.
Ich würde jetzt alle Maßnahmen ( für instandhaltung der Wohnung deiner Mutter) von dem Konto deiner mutter bezahlen. Wenn alles abgewickelt ist, würde ich ds Konto auflösen und das geld mir auf das Konto auszahlen lassen, das geht m.E. bei der Bank mit dem Erbschein.
Das ist der erste Erbfall.
Zweiter Erbfall ist ja wie du sagst noch nichts entschieden!
Du musst dem Amt nur das mitteilen was geschehen ist. Zuflussprinzip!
Das heißt wann fließt die Einkommen zu! im ersten fall ist dass, zeitpunkt der Kontoschließung und überweisung auf dein Konto! (den Zeitpunkt kannst du also beeinflussen)
Und wann du 12,5% des Grundstücks erhälts, kannst du nicht beeinflussen! Aber du kannst dem Amt mitteilen, das über das erbe des Großvaters noch nicht abschließen entschieden wurde. Entscheidung liegt bei Gericht XY mit der Aktennummer xyz.
Dann solltest du der Mitwirkungspflicht nachgekommen sein.

Erbschein, frag das Amt nach welcher gesetzten Grundlage so etwas von dir verlangt werden darf! Ansonsten zählt m.e. der Zufluss des Geldes! Sag dem Amt, wenn du Geld/Grundstück erhälst, dann wirst du das Mitteilen.
 

Kerstin_K

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Irgenhdwie muss das ein Reflex sein, bei Todesfall erstmal Erbschein verlangen.....

Ich bin ja auch noch mit dem Nachlass meiner Mutter beschäftigt, sowas kann dauern, da wird sich auch das JC gedulden müssen.

Von mir wollte die Bank nen Erbschien. Gibt es nicht, ne Sterbeurkunde haben sie bekommen, sogar Original, Kosten 5,50 EUR. So ein Erbschein kann nämlich richtig teuer werden, die Kosten dafür richten sich nach dem Wert des Nachlasses, das sind schnell mehrere hundert Euro.

In meinem Fall ist der echt unnötig, es gibt ein handschriftliches Testament meiner Mutter, darin ist alles geregelt. ausserdem habe ich eine Vollmacht über die Konten meiner Mutter, die über den Tod hinaus gültig ist. Trotzdem wollte die Bank nen Erbschein. Als ich dann nachgefragt habe wozu, wenn die Vollmacht doch weiter gilt, war dann Ruhe. Allerdings, wenn Häuser und Grundstücke im spiel sind, geht es glaub ich nicht ohne.

Auch die Telekom wollte interessanterweise einen Erbschein für die Ummeldung des Telefones (Ich bleibe in der Wohnung, in der ich vorher mit meiner Mutter zusammen gelebt habe, Telefon lief auf Ihren Namen.) Aussserdem sollten die Ummeldung alle 6 Erben unterschreiben, was bedeutet hätte, ich hätte diese kreuz und quer durch Deutschland schicken müssen. Für eine Abmeldung hätte meine Unterchrift und eie Sterbeurkunde gereicht. Ich meinte dann nur: "Dann ist das doch ganz einfach, ich melde den Anschluss ab. Ob ich dann den neunen wieder bei Ihnen anmelde, muss ich dann nochmal überlegen......" 5 Minuten später Rückruf: Ummeldung geht jetzt doch ganz unbürokratisch......

Also, auch wenn es in dieser situation besonders schwer fällt, schön den Kopf eingeschaltet lassen und den Sinn der Vorlage von Unterlagen immer hinterfragen.
 

Schraubendreher

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Vielen Dank an Euch alle für die Tips.

Ich werde ein kurzes Schreiben an die VM-Anlage anheften, worin das JC auf die entsprechenden Gerichtsunterlagen hingewiesen wird. Weiterhin werde ich nach der Rechtsgrundlage fragen, warum ich für das JC Kopien anfertigen muß wenn das SGB uns nur zur Vorlage verpflichtet.

Ich möchte ja fast eine Kopie vom Erbschein für die anfertigen und gleichzeitig dafür einen Antrag zur Kostenübernahme dem Brief beifügen. Das JC müßte bei Antragsablehnung ja begründen warum ich verpflichtet bin denen Kopien auf meine Kosten anzufertigen.:icon_hihi:
 
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