Erbschaft in Sicht - wie verhalte ich mich ? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Rolf777

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Lieber Forum-Kollegen,

brauche guten Rat zum Thema Erbschaft und ALG 2:

Es sieht so aus, als ob ich in absehbarer Zeit eine grössere Erbschaft
von einer Cousine im Ausland erhalten würde, und zwar evtl. 100 - 200.000 Euro.
Wie soll ich vorgehen?

> Wann wäre der richtige (rechtzeitige) Zeitpunkt, sich selbst beim JC abzumelden ?

> Da man bei einer Erbschaft in grösserer Höhe ja sowieso aus dem Leistungsbezug fliegt, so wie ich hier im Forum schon gelesen habe,
würde ich das eigentlich lieber selber managen, um so vielleicht mit dem Geld etwas eigenes aufzubauen o. ä. . . .

> Will natürlich auch nicht absichtlich und frontal gegen irgendwelche Gesetze verstossen.


Ich bitte Euch höflich um sinnvollen Rat in dieser Sache - herzlichen Dank dafür !!

Schönen Gruss
Rolf
 

Muzel

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Du musst die Erbschaft ja nicht annehmen.
 

Rolf777

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Vielen Dank Cerberus, für den Link und die Info -- sehr hilfreich !!

Danke auch für die anderen Hinweise !


Noch eine Überlegung von mir:
MUSS ich die Erbschaft überhaupt dem JC melden, oder kann ich mich nicht einfach
abmelden vom Leistungsbezug ohne Erklärungen, falls die Erbschaft doch höher ausfällt ?
Wenn das gehen würde, wann wäre da der exakt richtige Zeitpunkt ?


Danke für Eure Hilfe und Geduld . . .

Schönen Abend noch
Rolf
 
E

ExitUser

Gast
Wie man die kennt, werden sie eine Erklärung haben wollen. Ob sie dazu berechtigt sind, weiß ich nicht genau.
 
E

ExitUser

Gast
Und wenn du dich irgendwann wieder anmeldest beim Amt, könnten Fragen kommen, wovon du in der Zwischenzeit gelebt hast. Möglicherweise wird dir dann auch noch Verschwendungssucht vorgehalten. Leben soll man ja heute nur noch auf Sparflamme :/
 

Robbie! Yeah!

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Wann wäre der richtige (rechtzeitige) Zeitpunkt, sich selbst beim JC abzumelden ?
Die maßgeblichsten Paragraphen dürften § 60 Abs. 1 Satz 2 SGB I sein und § 11 Abs. 3 SGB II.

Es gilt immer das Zuflussprinzip. Solange das Vermögen also nicht "flüssig" ist (und auch nicht ohne Weiteres gemacht werden kann), ist es nicht leistungsrelevant, muss daher im laufenden Leistungsbezug auch nicht angemeldet werden.
Sobald es aber flüssig, verfügbar wird, ist es, dann als Einkommen, bei laufendem Leistungsbezug erst im Folgemonat zu berücksichtigen.

Jedenfalls erscheint mir das so plausibel.
 

Rolf777

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Wie man die kennt, werden sie eine Erklärung haben wollen. Ob sie dazu berechtigt sind, weiß ich nicht genau.
Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen -- weiss hier jemand etwas über eine
"Auskunftspflicht über die Gründe einer Abmeldung vom ALG 2 - Leistungsbezug" ?


Danke auch für den Steuer - Link, Marion63 !
Ich hätte kein Problem, die 30% Erbschaftssteuer abzudrücken, aber dann würde ich
nicht auch noch jeden sonst noch (JC) weiter in der Sache herumschnüffeln lassen.
Habe schon viel mitgemacht (Scheidung, einige Jahre alleinerziehender Vater, mehrmals schwer krank etc.,u.v.a.m.)
und würde gerne mal mein Leben ein paar Jahre geniessen...


Herzlichen Gruss
Rolf
 
D

Don Vittorio

Gast
-Erst einmal kommt es auf die Höhe der Erdschaft an. Wenn sie nicht so hoch ist, kannst du ja einen Angehörigen bitten für dich die Erbschaft anzunehmen.
Unterlasse es doch,Fragenden Tipps zum Betrug zu geben.
Ausserdem hast Du keine Ahnung wie es mit Erbschaften läuft,da kann man nicht so einfach irgendwelche Angehörigen vorschieben.
Es gibt Testamente,Erbverträge und Erbscheine und Gutaben werden dann grundsätzlich nur an die Leute ausgezahlt,die dort auch als Erben benannt sind.
Ich habe in letzter Zeit sehr viel persönlich mit dem Thema Erben zu tun gehabt,ich weiss wovon ich rede.
Mit einer größeren Summe wie sie hier wohl erwartet wird,gibt es nur eine Möglichkeit,ohne Ärger zu erben.
Bei Zufluß des Erbes sofort aus dem Alg II Bezug abmelden.Dazu muss man auch keine Gründe angeben.
Man lebt vom Erbe,wenn man Glück hat kann man sich auch etwas aufbauen um zuküntig nicht mehr vom JC abhängig zu sein.
Wenn nicht und irgendwann das Erbe aufgebraucht ist,kann man wieder Alg II beantragen.
Natürlich wird das JVC dann fragen,wovon man gelebt hat und es wird prüfen,ob man sich vorsätzlich wieder bedürftig gemacht hat,soll heissen,das Geld zum Fenster herausgeworfen hat.
Dass Du Dir dann aber Wohneigentum im Rahmen der Grenzen anschaffst,kann Dir niemand verbieten.Aber selbst wenn jemand das Geld in kurzer Zeit mit Weibern und Suff verbraten hat,sobald er wieder bedürftig ist,muss das JC ihm wieder Leistungen zahlen,verhungern lassen dürfen sie niemanden.
 

Texter50

Super-Moderation
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§ 46 Verzicht
(1) Auf Ansprüche auf Sozialleistungen kann durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Leistungsträger verzichtet werden; der Verzicht kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.(2) Der Verzicht ist unwirksam, soweit durch ihn andere Personen oder Leistungsträger belastet oder Rechtsvorschriften umgangen werden.
§ 46 SGB I Verzicht - dejure.org

Du kannst dem JC eine Verzichtserklärung nachweisbar zukommen lassen und den letzten Kontoauszug, der zur Leistung berechtigt.
Beispiel: zum Ende März den Verzicht erklären und am letzten Tach des März nen Kontoauszug ziehen, noch ohne Erbe. Den Kontoauszug schickste hinterher.
Die Meldung eher zeitich absenden, damit es keine Überzahlung gibt, der Kontoauszug kann dann später folgen. :wink:

Dann die Knete bis zum Freibetrach, der von Deinem Alter abhängt verbrauchen.
Hast Du kein Geld mehr, außer dem Freibetrach, kannste Dich wieder anmelden, was ich Dir nicht wünsche. :biggrin:
 

Rolf777

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VIELEN DANK
für Eure hilfreichen Antworten hier,
auch besonders für die letzten zwei . . .

Habt mir sehr geholfen !!!

Schönen Gruss
Rolf
 

KarlApitalismus

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siehe auch Tacheles Rechtsprechungsticker KW 09/2015

Siehe hierzu auch aktuell den Tacheles Rechtsprechungsticker KW 09/2015 https://www.elo-forum.org/aktuelle-...heles-rechtsprechungsticker-kw-09-2015-a.html und dort unter 4.

4. Anmerkung von RAin Ilka Turnau zu LSG Niedersachsen-Bremen: Durch den Testamentsvollstrecker freigegebenes Einkommen aus einer Erbschaft ist zur Deckung des Lebensbedarfs heranzuziehen. (...)
Siehe dortige Erläuterungen, weiterführende Links und den Praxishinweis.
 

Martin Behrsing

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Lieber Forum-Kollegen,

brauche guten Rat zum Thema Erbschaft und ALG 2:

Es sieht so aus, als ob ich in absehbarer Zeit eine grössere Erbschaft
von einer Cousine im Ausland erhalten würde, und zwar evtl. 100 - 200.000 Euro.
Wie soll ich vorgehen?

> Wann wäre der richtige (rechtzeitige) Zeitpunkt, sich selbst beim JC abzumelden ?

> Da man bei einer Erbschaft in grösserer Höhe ja sowieso aus dem Leistungsbezug fliegt, so wie ich hier im Forum schon gelesen habe,
würde ich das eigentlich lieber selber managen, um so vielleicht mit dem Geld etwas eigenes aufzubauen o. ä. . . .

> Will natürlich auch nicht absichtlich und frontal gegen irgendwelche Gesetze verstossen.


Ich bitte Euch höflich um sinnvollen Rat in dieser Sache - herzlichen Dank dafür !!

Schönen Gruss
Rolf
Die Erbschaft wird - auch rückwirkend - vom Tag des todes angerechnet. Von daher gbit es keine Möglichkeit da zu schützen. Dann müsstest Du schon vo dem Todestag aus dem Bezug vom ALG II raus gehen. Ich bitte hier alle anderen Tipps sein zu lassen. Es haben in letzter Zeit genügend Strafanzeigen wegen solcher Versuche bekommen. Leider funzt der Datenabgleich inzwischen so super, dass die Behörden das sofort raus bekommen.
 

Robbie! Yeah!

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Vorangestellt: Es fällt mir nicht leicht, die Aussagen von jemand so Engagiertem und Erfahrenem anzuzweifeln.
Die Erbschaft wird - auch rückwirkend - vom Tag des todes angerechnet.
Das ist leider sehr schwammig ausgedrückt, widerspricht aber auch allen mir zur Verfügung stehenden Informationen, darunter insbesondere:

  • den in #14 und #19 dieses Threads gegebenen und verlinkten Grundsatzinformationen,
  • auch dem BSG-Urteil vom 25.1.2012, B 14 AS 101/11 R, der diese Zusammenhänge eindeutig bestätigt,
  • und weiterhin der Rechtsauffassung aller Fachquellen, die mir bei meinen Recherchen zum Thema untergekommen sind.
Daher fände ich es wünschenswert, entgegengesetzte Aussagen zu belegen.
Es haben in letzter Zeit genügend Strafanzeigen wegen solcher Versuche bekommen. Leider funzt der Datenabgleich inzwischen so super, dass die Behörden das sofort raus bekommen.
Hierzu habe ich noch keine Recherchen betrieben, kann aber nicht erkennen, ob hier, und wenn ja, welche Straftatsbestände vorliegen könnten. Immerhin handelt es sich zunächst einmal um rein zivilrechtliche Angelegenheiten (SGB und BGB).

Auch hier wären wären Belege oder Quellenangaben hilfreich.

P.S.: Jetzt bin ich mal gespannt, wer sich traut, mir hierfür ein "Danke" zu geben. :wink:
 
D

Don Vittorio

Gast
Auch ich lese aus dem BSG Urteil etwas anderes heraus :

Dieses Einkommen ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt auf die Bedarfe der Kläger anzurechnen, zu dem der Vermögenszuwachs aus der Erbschaft tatsächlich zu realisieren war und den Klägern mit der Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens am 14.4.2008 als "bereite Mittel" zur Verfügung stand
BSG-Urteil vom 25.1.2012, B 14 AS 101/11 R
 

doppelhexe

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naja, was martin eigentlich meint (denk ich jetzt mal) ist folgendes szenario:

erblasser stirbt am 15.3.

erbe meldet sich am 16.3. ab

erbe kassiert am 15.4. 25.000€

erbe meldet sich am 2.5. wieder an und denkt, das erbe ist nun freibetrag...

SOOOOO funktioniert das nicht. der erbfall ist im leistungsbezug eingetreten also wird das erbe als zufluss und nicht als freibetrag gerechnet.

anders wäre der fall, wenn man ne glaskugel hätte und sich nen monat vor dem todesfall aus dem leistungsbezug verbschieden würde :wink:
 

Robbie! Yeah!

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naja, was martin eigentlich meint (denk ich jetzt mal)
Man kann's so ja nicht wissen.
ist folgendes szenario: [...]

der erbfall ist im leistungsbezug eingetreten also wird das erbe als zufluss [...] gerechnet
Nicht, wenn sich der Erbe vor Beginn des Folgemonats aus dem Leistungsbezug abmeldet, nachdem ihm tatsächliche Einnahmen aus dem Erbe zufließen. Das war aber ja übrigens bereits in Beitrag #14 gezeigt worden.

Edit, und dicke Entschuldigung: Beim Beitrag "#14", den ich schon zweimal angeführt habe, handelt es sich um den Beitrag #11. Und beim angeführten Beitrag "#19" um den Beitrag #16.

Es tut mir Leid. Aber wer's nachvollziehen will aus tatsächlichem Interesse, der hat damit meinem Verständnis nach schon alle wesentlichsten Informationen. Schiete; dumm gelaufen.
 

doppelhexe

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ich meine was anderes.

erblasser stirbt am 15.3.

erbe meldet sich am 16.3. ab

erbe kassiert am 15.4. 25.000€

erbe meldet sich am 2.5. wieder an und denkt, das erbe ist nun freibetrag...
das heisst nicht, das der erbe das geld von märz zurückzahlen muss... muss er nicht, weil das erbe erst im april zufliesst...

aber erbe kann im mai nicht darauf pochen, das das gesamte erbe als freibetrag (vermögen) gerechnet wird, weil der erbfall eben im bezug (märz) eingetreten ist. er muss das erbe also ab mai als einkommen anrechnen lassen...

solcherart einkommen wird für 6 monate angerechnet. alles was dann übrig bleibt wird dem vermögen zugerechnet.

bsp: erbschaft 12.000€
normalerweise alg2 monatl. 1.000€
6 monate anrechnung 6.000€ (in der zeit muss die KK auch selber bezahlt werden)
der rest von 6.000€ wäre dann vermögen... wenn erbe mind. 40 jahre alt ist (150€ pro lebensjahr)
 

Robbie! Yeah!

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@doppelhexe: Grundsätzlich liegst Du meiner Einschätzung nach richtig, aber der Thread-Ersteller plant aufgrund der großen Höhe der Erbschaft keine kurzfristige Wiederbeantragung von ALG II.

– Und zum Beitrag von Martin Behrsing noch, der ja etwas schwer nachvollziehbar ist: Dieser hatte sich offenbar auf einen Thread-Beitrag eines Dritten bezogen, der inzwischen gelöscht ist, siehe Beitrag #13, der sich direkt auf den gelöschten Beitrag bezieht.

Leider ist die Beitragslöschung ohne jede Kennzeichnung erfolgt, so dass darunter die Nachvollziehbarkeit leidet. Für meine Begriffe hat da die Forumsmoderation ein konzeptionelles Problem.

Auch meine vorangegangene Verwirrung hinsichtlich der Beitragsnummern dürfte zumindest teilweise auf die nicht gekennzeichnete Löschung einer oder gleich mehrerer Beiträge dieses Threads zurückzuführen sein.

– Insgesamt halte ich die originäre Anfrage des Thread-Erstellers für umfassend beantwortet (was ein Erfolg ist!), auch wenn durch die Moderation sowie durch einzelne dadurch bezuglos gewordene Beiträge die Nachvollziehbarkeit bemerkenswert gelitten hat.
 
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