EOS / Saf Inkasso - total überfordert (1 Betrachter)

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Weinrebe

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Hallo. Ich habe vor einigen Tagen einen Brief von EOS / Saf bekommen mit einer älteren Forderung, leider habe ich nicht einmal den Mahnbescheid dafür bekommen (damals von Gericht auch nicht). Nun habe ich diesen bei EOS angefordert. Heute kam folgende Antwort.

Der Titel wurde durch das zuständige Mahngericht ..... unter Geschäftsnummer .... mit Datum vom 17.01.2006 erlassen. Bei Vorliegen eines rechtskräftigen Titel sind die von ihnen gemachten Einwendungen ausgeschlossen. Weshalb die Überlassung von Unterlagen nicht erfolgt.

Sie haben die letzte Gelegenheit bis 27.09. (fünf Tage!) die Summe von 424,00 Euro zu bezahlen. Danach wird die Vollstreckung eingeleitet.

Hauptforderung 116,00 Euro
Inkassovergütung 20,15 Euro
Anwaltsgebühren 88,00 Euro
Gerichtskosten 82,00 Euro
Zinsen 117,00 Euro
Gesamtbetrag 424,00 Euro

zzgl. 4,170% Zinsen.

Dazu liegt eine Vollmacht anbei (nur Kopie) von 2014. In der Vollmacht wird nur genannt "Mit der Forderungsnummer" "gegen". Die Felder sind leer. In der gesamten Vollmacht kommt mein Name und Adresse nicht vor. Es wird nur EOS genannt. Forderungsnummer und Gegen sind nur ausgeführt, aber ohne Namen und Nummer.

Wer kann da helfen? Bin total verzweifelt.
 

axellino

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Hallo Weinrebe,

erstmal ist ruhe zu bewahren.
Gab es denn zum damaligen Zeitpunkt irgendwo Zahlungsschwierigkeiten ??
Du könntest Dir jetzt erstmal Gewissheit verschaffen, ob ein vollstreckbarer Titel gegen dich vorliegt und auch ob der Dir wirksam zugestellt wurde.§§ 166ff, 338, 339 Abs 1 ZPO Dazu kannst Du Dir ein Auszug beim Schuldnerregister des Amtsgerichts holen. Ist die Forderung unberechtig, solltest Du die Forderung nachweislich widersprechen und abwarten was passiert, denn wo kein Titel, kann auch keine Vollstreckung eingeleitet werden. Mein weg wäre, ich würde mir aber auch Klarheit verschaffen wollen und dann ggfls. gegen die Bude rigoros vorgehen.

Leider ist es bei einigen unseriösen Inkassobüros Mode geworden, auf eine regelrecht kriminelle Art und Weise Geld zu scheffeln. Es werden sogenannte "faule Titel" billig aufgekauft und man versucht diese zu Geld zu machen. Da das Inkassobüro ganz genau weiss, dass es sich um faule Titel handelt, versucht es erst gar nicht, das Geld bei den echten Schuldnern beizutreiben, bzw. dies wird vielleicht allenfalls in einigen wenigen Fällen unternommen. Sondern das Inkassobüro sucht willkürlich und mutwillig aus Telefonverzeichnissen, Adressregistern o.ä. irgendwelche Namensvettern heraus, also völlig Fremde, die das Pech haben, genau so zu heißen wie die Schuldner. An diese Namensvettern stellt das Inkassobüro jetzt böse Mahnbriefe zu. Es gebe da eine alte Forderung, es gebe auch einen Vollstreckungstitel, man habe zu zahlen, ansonsten käme der Gerichtsvollzieher, das Gehalt beim Arbeitgeber oder das Konto werde gepfändet. Zahlbar bis in einer Woche. Zack, rumms. Vielleicht trifft das ganze ja auf dich zu. Aufjedenfall, bis zur Klärung, kein weiteren Kontakt mit der Bude, nix unterschreiben, keine Zahlung oder Teilzahlung leisten.
 

Inkasso

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Inkassofirmen haben es bekanntermasen faustdick hinter den Ferengi Ohren aber wenn besagter Inkassoladen (Der Größte in Deutschland ) mit nicht vorhandenen Titeln operieren würde wäre schluss mit lustig

Gib mal Infos zum finanziellen Status von Dir
(P Konto , Gehalt , verh , kids , andere Schulden, ev etc pp )

p.s
Nichts unterschreiben und keine Ratenzahlungsvereinbarungen
 

Weinrebe

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P-Konto habe ich, allerdings nur zur Vorsicht.
Ich bekomme ALG2. Soll aber in 12 kommen.
Keine Kinder. Singel.

Der gleiche Inkasso Dienst hat mir bereits vor Wochen eine andere Forderung geschickt, auf meine Anfrage hat das Amtsgericht keinen Titel gehabt. Die Forderung dort bestand zwar mal, wurde aber nie tituliert.

Außerdem bin ich beim angeblichen "Gläubiger" in einer Geschäftsbeziehung (Internet/Telefon) seit 10 Jahren. Bei Schulden hätten die doch gesperrt oder?

EV oder sonstiges habe ich nicht.
 

axellino

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Hey @Inkasso,

mit dein "schluss mit lustig" mag ich Dir widersprechen.
Sollte es zu Strafermittlungen kommen, dann versichert der Betreiber des Inkassobüros mit treuherzigem Augenaufschlag, das alles sei ein "bedauerliches Versehen und eine Verwechslung", selbstverständlich nehme man die Sache zurück, und so weiter. Die Tatsache, dass es bei einigen Inkassobüros verdächtig viele solcher "bedauerlichen Verwechslungen" gibt, interessiert die Staatsanwälte dann leider nicht weiter. In der Regel werden diese Verfahren leider eingestellt, und das Inkassobüro macht bei anderen Betroffenen lustig weiter mit der Masche.
Wenn "faule Titel" mit 10 Prozent der ursprünglichen Forderungssumme aufgekauft werden und 10 Prozent der Betroffenen sich von dem bösen Mahnschreiben einschüchtern lassen und zahlen, dann geht die Rechnung für das Inkassobüro auf. Alle Zahler über die 10 Prozent hinaus liefern dann den Reingewinn für das Inkassobüro. Das "Geschäftsmodell", so widerlich und kriminell es auch ist, erscheint damit durchschaubar.

Aber das gehört jetzt nicht hierher.
Mach mal weiter hier, mir zu verworren.
 
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