Entweder Prostitution – oder Geld weg

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B. Trueger

Gast
Für die genannten Straftaten ist es Voraussetzung, dass sie zum Zweck der Bereicherung geschehen. Hier hat aber niemand die Absicht, sich an der Prostituierten zu bereichern. Sie tangieren einfach die Arbeitsvermittlung nicht, da Prostitution eine Berufsausübung ist. Prostituierte zahlen Steuern und Sozialabgaben etc., sind damit anderen Berufstätigen weitgehend gleich gestellt. Eine Förderung von Arbeit kann deshalb auch die Förderung der Arbeit Prostituition beinhalten, ohne die Förderung der Prostitution zu beinhalten. Vielleicht war das jetzt besser verständlich?


Andi, begreifst du das nicht? Prostitution ist eine Berufsausübung, wenn sie auf freiwilliger Basis geschieht, was die Frau früher machte, nicht aber, wenn man dazu gezwungen wird. Und gezwungen wird man, in dem man der Frau mit Leistungskürzung droht.
 

Andi_

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Da schreiben wir aneinander vorbei. Ich sagte schon, dass ich die Androhung von Sanktionen bei eine Nichtaufnahme der angebotenen Tätigkeit für rechtswidrig halte. Hier sind wir uns einig. Solche wäre zumindest sittenwidrig. Mir ging es darum klar zu stellen, dass die Vermittlung in Prostitution nicht strafbar sein kann, wenn keine Ausbeutung etc. der Prostituierten statt findet. Wie gesagt habe ich mich nur auf den rechtlichen Aspekt des O-Kommentar bezogen. Dabei hat ein Gericht (s.o.) bereits festgestellt, dass kein Anspruch auf eine solche Vermittlung seitens des Auftraggeber (Bordell-Betreiber) besteht. Auch dies habe ich verlinkt.
 

maria62

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Also ich finde das eine riesen Frechheit! :eek:
Ob rechtlich legitim oder nicht - finde das total schlimm, dass dieser Frau eine Leistungskürzung angdroht wurde und sehe, dass auch so, dass sie durch diese Leistungskürzung quasi in die Prostitution gezwungen wird.
 
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ExitUser

Gast
Dabei hat ein Gericht (s.o.) bereits festgestellt, dass kein Anspruch auf eine solche Vermittlung seitens des Auftraggeber (Bordell-Betreiber) besteht. Auch dies habe ich verlinkt.
Es ging aber in den Posts nicht darum, dass ein Bordellbetreiber sich über das AA Arbeitskräfte verschafft, sondern einzig darum, dass ein SB eine Person zwingen kann, die Prostitution aufzunehmen oder durch Sanktionen verhindern kann, aus der Prostitution auszusteigen.
Und es ist nunmal auch heute noch so, dass jede Person, die eine andere durch Androhung irgendeiner Strafe ( weiter) zur Prostitution zwingt, der Zuhälterei strafbar macht. Und das gilt auch für eine Pap-Nase, einen FM, SB und wie die Würste auf der Arge heißen.....

LG
 
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B. Trueger

Gast
Da schreiben wir aneinander vorbei. Ich sagte schon, dass ich die Androhung von Sanktionen bei eine Nichtaufnahme der angebotenen Tätigkeit für rechtswidrig halte. Hier sind wir uns einig. Solche wäre zumindest sittenwidrig. Mir ging es darum klar zu stellen, dass die Vermittlung in Prostitution nicht strafbar sein kann, wenn keine Ausbeutung etc. der Prostituierten statt findet. Wie gesagt habe ich mich nur auf den rechtlichen Aspekt des O-Kommentar bezogen. Dabei hat ein Gericht (s.o.) bereits festgestellt, dass kein Anspruch auf eine solche Vermittlung seitens des Auftraggeber (Bordell-Betreiber) besteht. Auch dies habe ich verlinkt.


Also, ich sehe in deinem verlinkten Text lediglich die Aussage einer RA. Urteil kann ich da nicht einsehen. Und was RA erzählen ist nicht unbedingt bindend, nicht wahr?

Dann müsste ja bald auch folgendes Szenario zu sehen sein:

Der Wehrpflichtige Obergefreiter Andi, vom Hügelbewachungsbatallion 1 Lüneburgerheide, der nach 1 jährigem Auslandseinsatz aus Afghanistan aus dem Militär entlassen wird, vermutlich Kampferfahrung hat, könnte, wenn er sich arbeitslos meldet von der Arbeitsagentur oder gar Arge in Kriegsgebiete vermittelt werden. Vielleicht an Blackwater als Söldner. Es wäre ihm ja zuzumuten, da er diesen Beruf ja vorher auch ausübte.
 
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ExitUser

Gast
https://www.tacheles-sozialhilfe.de/harry/view.asp?ID=1386. Man kann darüber denken wie man will, ich betrachtete bei meinem Kommentar nur den rechtlichen Aspekt.

Hoppala, gibt es dazu schon Urteile? Zwar ist es nach Lage der "Gesetze" durchaus möglich dass ein SB versuchen kann eine Frau (oder auch einen Mann!) zu zwingen weiter der Prostitution nach zu gehen, das aber dürfte bei keinem Deutschen Gericht durchgehen! Ebenso sollte man den dabei zuständigen SB auf seinen geisteszustand hin überprüfen, denn kein gesunder und mündiger Staatsbürger würde einer Frau so etwas gegen ihren Willen zumuten - auch nicht wenn es hierbei durch den damals zuständigen, unfähigen Gesetzgeber eine Regelungslücke gibt..

Rein "rechtlich" gesehen kann ich Kraft dieses "Gesetzes" einen HE auch Betteln schichken, er ist ja gezwungen alles zu tun seine Bedürftigkeit zu vermindern und Betteln ist nichts Verbotenes. Diwe Frage auch dabei ist aber wo verletze ich - insbesondere als Mitarbeiter einer staatlichen Behörde - die Grundrechte eines HE? Ist es noch Menschenwürdig Betteln gehen zu müssen? Sich prositituiren zu müssen, seine Organe verkaufen zu müssen um den "Steuerzahler" zu entlasten?

Nein, dahingehend hat das BVerfG bereits geurteilt denn Grundsicherung soll einen HE gerade vor Ausgrenzung, Entwürdigung und derlei Ähnlichem schützen.

Gruß, Anselm
 

Andi_

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@B.Trueger: Unter dem Text ist ein AZ. Google einfach mal danach. @Anselm: Wie gesagt, solange Prostitution ein anerkannter Beruf ist, kann man auch Arbeitskräfte dahin vermitteln. Es wird auch gemacht, soweit ich weiß nur auf freiwilliger Basis. Urteile zu Sanktionen sollte es dabei eigentlich nicht geben, da spätestens im Widerspruch (falls Leser Jurist) klar erkennbar ist, dass eine Sanktion zumindest sittenwidrig wäre. Strafbar für den SB wird sie dadurch nicht. Darum ging es zuletzt in der Diskussion. Vielleicht hat da nur mal wieder ein fähiger SB vergessen, ein Formblatt -nicht- anzuhängen. Die Praxis war in früheren Sozialämtern durchaus nicht unüblich, viele SB haben den Weg von dort in die Arbeitsvermittlung geschafft ;)
 

jane doe

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nötigung!

das problem ist doch, daß jeder frau gestattet wird, nicht der prostitution nachzugehen. dieser frau aber nicht. und nur deshalb, weil sie schon einmal angeschafft hat.

ich denke mit hinweis auf artikel 3 gg ist damit die begründung egal, warum die frau nicht der prostitution nachgehen will. ihr vorleben hat keine wirkung.

an der stelle, wo die entscheidung nicht respektiert wird, wird die forderung seitens staatlicher stellen zu zwang. dann greifen die gesetze, die prostitution unter zwang verbieten. und zwar unabhängig, ob jemand (vorher) angeschafft hat oder nicht.
 

münchnerkindl

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Damit kommt eine Verfolgung der Arbeitsvermittlung aufgrund dieses Gesetzes nicht in Frage.

Ach, dann dürfen im Zuge der "Arbeitsvermittlung" also geltende Gesetze gebrochen werden... Wenn das einreissen sollte sind wir ja dann bald wieder bei der Einrichtung von Arbeitslagern, oder?
 

münchnerkindl

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Da schreiben wir aneinander vorbei. Ich sagte schon, dass ich die Androhung von Sanktionen bei eine Nichtaufnahme der angebotenen Tätigkeit für rechtswidrig halte. Hier sind wir uns einig. Solche wäre zumindest sittenwidrig. Mir ging es darum klar zu stellen, dass die Vermittlung in Prostitution nicht strafbar sein kann, wenn keine Ausbeutung etc. der Prostituierten statt findet. Wie gesagt habe ich mich nur auf den rechtlichen Aspekt des O-Kommentar bezogen. Dabei hat ein Gericht (s.o.) bereits festgestellt, dass kein Anspruch auf eine solche Vermittlung seitens des Auftraggeber (Bordell-Betreiber) besteht. Auch dies habe ich verlinkt.

Sorry, hier geht es um die sexuelle Selbstbestimmung. Selbst WENN es eine Lebensphase gab wo die Frau freiwillig Freiern gestattet hat sexuelle Handlungen mit ihr vorzunehmen kann niemand von ihr verlangen daß sie dies auch gegen ihren WIllen wenn sie dies nicht mehr möchte tun MUSS.

Hier wird doch der Grundsatz gebrochen daß in diesem Land sexuelle Handlungen die gegen den Willen einer Person erfolgen strafbar sind.
 

münchnerkindl

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AW: nötigung!

das problem ist doch, daß jeder frau gestattet wird, nicht der prostitution nachzugehen. dieser frau aber nicht. und nur deshalb, weil sie schon einmal angeschafft hat.

ich denke mit hinweis auf artikel 3 gg ist damit die begründung egal, warum die frau nicht der prostitution nachgehen will. ihr vorleben hat keine wirkung.

an der stelle, wo die entscheidung nicht respektiert wird, wird die forderung seitens staatlicher stellen zu zwang. dann greifen die gesetze, die prostitution unter zwang verbieten. und zwar unabhängig, ob jemand (vorher) angeschafft hat oder nicht.

Und da ist dann der Schritt ziemlich klein daß JEDE Frau der Prostitution nachgehen MUSS, wenn es dieser einen zuzumuten ist bloss weil sie es in der Vergangenheit schonmal getan hat.
 

Andi_

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Sorry, hier geht es um die sexuelle Selbstbestimmung. Selbst WENN es eine Lebensphase gab wo die Frau freiwillig Freiern gestattet hat sexuelle Handlungen mit ihr vorzunehmen kann niemand von ihr verlangen daß sie dies auch gegen ihren WIllen wenn sie dies nicht mehr möchte tun MUSS.

Daran besteht kein Zweifel. Ich habe einen solchen Zweifel nicht aufgestellt ;)
 

Volker

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Soweit ich das mitbekommen habe, gab es die Aussage das eine Zuweisung zur Prostitution nicht geben soll. Es gab doch darüber eine öffentliche Diskussion.

Volker

Sorry, war wohl was vorschnell mit meinen ersten Beitrag, :)
 

MrsNorris

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Ich finde den Fall unglaublich, und ich finde es unglaublich, dass viele immer noch der Meinung sind, Prostitution wäre ein Job wie jeder andere.
Meiner Meinung nach ist Prostitution nie freiwillig, sondern wird immer aus finanziller Not, emotionaler oder stofflich gebundener Abhängigkeit begangen. Schlimm genug, dass unser Land da so tolerant drauf reagiert.
In Schweden ist Prostitution verboten, und die Freier werden bestraft. Und trotzdem gibt es nicht mehr Vergewaltigungen.
 

Arania

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Darüber wurde doch nun schon genug diskutiert, doch es gibt freiweillige Prostitution, auch wenn Du es nicht glauben möchtest, es gibt Frauen die es ohne Zwang machen , und auch Spaß daran haben

Letztens habe ich erst selber mal wieder gestaunt wie das nun schon per Webcam angeboten wird, von Zuhause, nebenan Ehemann und Kinder, die es als das normalste von der Welt ansehen das Mama sich damit Geld verdient, nicht aus der Not heraus, sondern weil sie Spass daran hat
 
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Gast
Der Ausgangspunkt aber war dieser Beitrag:

Berliner Kampagne gegen Hartz IV prangert mit einer Broschüre staatliche Sanktionspraxis an
Von Sarah Liebigt
... Einen Monat zuvor hatte sie ihrer Betreuerin mitgeteilt, die Prostitution aus psychischen Gründen beendet zu haben. Frau Storm ist eine von zehn Personen, die in der Studie »Wer nicht spurt, kriegt kein Geld« zu Wort kommen. Die Namen wurden von den Autoren vollständig anonymisiert.



19.01.2009: Entweder Prostitution – oder Geld weg (Tageszeitung Neues Deutschland)
 

Arania

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sage ich ja, das ist eine andere Diskussion
 

Martin Behrsing

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wie wäre es denn, wenn man mal wieder zum Ausgangspunkt des Beitrages kommt? Und da ist der Skandal, was so plötzlich alles möglich wird. Es ist auch unsere Pflicht gegen so etwas vor zugehen
 

avalon

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Sehr richtig! Und ausnahmsweise ist das mal ein Fall, in dem das garnicht schwierig ist! Das muss einfach entsprechend publik gemacht werden. Einer der wenigen Fälle, in dem man auf breite Unterstützung und Empörung auch bei Nichtbetroffenen zählen kann!
 

Andi_

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@avalon Ach ja, geht es wirklich nur um die Ausschlachtung des Falles? Forum = Meinungen Propaganda
 

Martin Behrsing

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Es geht darum, wa Dank Hartz Iv alles möglich ist. Und unsere Pflicht muss es sein, dass wir dagegen vorgehen und nicht einfach zuschauen, wie die Entwicklungen weiter gehen.
@avalon Ach ja, geht es wirklich nur um die Ausschlachtung des Falles? Forum = Meinungen Propaganda
 

Jenie

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Der Staat bereichert sich sehr wohl an dieser Frau. er spart dadurch Geld ein und möcnte seinen verpflichtungen nicht nachkommen.

Es ist eine Moralfrage. Und eben genau das ist es, dank Hartz ist alles möglich und das kann nicht sein. Man man man aber heute ist so ein tag ich habe einfach keine Lust mich aufzuregen.:cool:
 

MenschMaier

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Zitat:
§ 180
  • (2) Ebenso wird bestraft, wer
  • 1. einer Person unter achtzehn Jahren zur Ausübung der Prostitution Wohnung, gewerbsmäßig Unterkunft oder gewerbsmäßig Aufenthalt gewährt oder
  • 2. eine andere Person, der er zur Ausübung der Prostitution Wohnung gewährt, zur Prostitution anhält oder im Hinblick auf sie ausbeutet.

Es reicht bereits ein Tatbestand, um einen Menschen wegen Zuhälterei zu belangen.

@ Hamburgeryn

Das ist falsch! Lies den Text mal richtig.

Punkt 2. eine andere Person, DER ER ZUR AUSÜBUNG ..WOHNUNG GEWÄHRT UND diese zur Prostitution zwingt....
Rechtlich kriegst Du die Arge damit nicht dran.

Wenn dann wohl nur über das was münchnerkindl schreibt.
Zitat:
Sorry, hier geht es um die sexuelle Selbstbestimmung. Selbst WENN es eine Lebensphase gab wo die Frau freiwillig Freiern gestattet hat sexuelle Handlungen mit ihr vorzunehmen kann niemand von ihr verlangen daß sie dies auch gegen ihren WIllen wenn sie dies nicht mehr möchte tun MUSS.
Zitat Ende.


mm


 
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