Entweder Prostitution – oder Geld weg (1 Betrachter)

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wolliohne

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Berliner Kampagne gegen Hartz IV prangert mit einer Broschüre staatliche Sanktionspraxis an

Von Sarah Liebigt
Verena Storm ist Mutter eines neunjährigen Sohnes und erhält Arbeitslosengeld II. Ihr wurde eine Kürzung um 30 Prozent angedroht, als sie sich weigerte, eine Vereinbarung zu unterschreiben, die sie zur Prostitution als Nebenerwerb verpflichtete. Einen Monat zuvor hatte sie ihrer Betreuerin mitgeteilt, die Prostitution aus psychischen Gründen beendet zu haben. Frau Storm ist eine von zehn Personen, die in der Studie »Wer nicht spurt, kriegt kein Geld« zu Wort kommen. Die Namen wurden von den Autoren vollständig anonymisiert.



19.01.2009: Entweder Prostitution – oder Geld weg (Tageszeitung Neues Deutschland)
 

nane

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AW: Entweder Prostitution – oder Geld weg

Das ist ja zum :icon_kotz:
:eek:
 

Andi_

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An sich ist die Forderung legitim. Sie übte vorher die Prostitution aus und lediglich das Vorbringen, den alten Beruf aus psychologischen Gründen nicht mehr ausüben zu können, reicht nicht. Man benötigt dazu zumindest ein ärztliches Gutachten. Auch die Reinigungskraft kann nicht einfach sagen, dass sie aus psychologischen nun keine Klos mehr putzen möchte. Prostitution ist insofern gesellschaftlich anerkannt, weshalb also die Aufregung? Etwas anderes wäre es, wenn Prostitution wie früher verboten oder zumindest sittenwidrig wäre. Allerdings muss man auch klar sagen, dass es nach wie vor Zuhälterei ist, wenn jemand einen Anderen zur Prostitution nötigt. Hier wäre also die einfache Möglichkeit gegeben, den Zuhälter (in diesem Fall die ARGE) anzuzeigen.
 

Volker

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An sich ist die Forderung legitim. Sie übte vorher die Prostitution aus und lediglich das Vorbringen, den alten Beruf aus psychologischen Gründen nicht mehr ausüben zu können, reicht nicht.
Aber sonst geht dir gut? Ja? Prima.
Das ist schon fast Nötigung, was von der ARGE da kommt. Und es findet sich
immer einer der das gut findet. Das ist konsquent abzulehnen.:icon_evil:

Im uebrigen ist das ein Forum für die Betroffenen nicht gegen sie.

Volker
 
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Gast
An sich ist die Forderung legitim. Sie übte vorher die Prostitution aus und lediglich das Vorbringen, den alten Beruf aus psychologischen Gründen nicht mehr ausüben zu können, reicht nicht. Man benötigt dazu zumindest ein ärztliches Gutachten. Auch die Reinigungskraft kann nicht einfach sagen, dass sie aus psychologischen nun keine Klos mehr putzen möchte. Prostitution ist insofern gesellschaftlich anerkannt, weshalb also die Aufregung? Etwas anderes wäre es, wenn Prostitution wie früher verboten oder zumindest sittenwidrig wäre. Allerdings muss man auch klar sagen, dass es nach wie vor Zuhälterei ist, wenn jemand einen Anderen zur Prostitution nötigt. Hier wäre also die einfache Möglichkeit gegeben, den Zuhälter (in diesem Fall die ARGE) anzuzeigen.
Das stimmt nicht. Prostituierte können ihren Beruf jederzeit aufgeben, ohne vom SB dafür sanktioniert zu werden!
Nicht zu vergessen, wie du ja selbst schreibst, dass ein SB, der sie unter Androhung einer Strafe (Sanktion!) zur Prostition verpflichten oder zwingen will, die Prostition fördert (Zuhälterei!). Das steht auch heute noch, wo Prostition als Beruf anerkannt ist, unter Strafe.

LG
 

Andi_

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Etwas anderes habe ich auch nicht gesagt. Es ist und bleibt Zuhälterei, jemanden zur Prostitution zu nötigen. Man kann im übrigen jeden Beruf freiwillig aufgeben, den man nicht mag. Das Grundgesetz garantiert diese Freiheit. Allerdings ist es eine andere Frage, ob man sich diese Freiheit vom Sozialstaat bezahlen lassen kann. Wenn ich heute meinen bisherigen Beruf / Arbeitsplatz ohne besonderen Grund aufgebe, kann ich in der Regel keine Unterstützung erwarten. Bei ALG Anspruch erwartet mich eine Sperrzeit, in der ich regelmäßig keinen Anspruch auf ALG2 habe. Wenn man also Prostitution als Beruf anerkennt, muss dafür im Rahmen der Gleichbehandlung das Gleiche gelten, wie für andere Berufe. Ich kündige also zum Beispiel meinen Beruf als Lagerist, weil ich keine Lust mehr habe, Regale zu füllen. Dann erwartet mich eine Sperrzeit beim ALG und ich habe auch keinen Anspruch auf ALG2. Beziehe ich irgendwann ALG2 und weigere mich, wieder als Lagerist zu arbeiten, weil ich keine Lust mehr dazu habe, riskiere ich Sanktionen. In der EGV kann mir auch aufgegeben werden, mich sinnvoll als Lagerist zu bewerben. Bei der Prostitution liegt lediglich noch die Besonderheit vor, dass die Nötigung dazu strafbar ist, die Aufnahme in einer EGV von daher zumindest sittenwidrig, weshalb die Frau das an sich einfach ignorieren kann. Oder sollte ich mich irren?
 
E

ExitUser

Gast
Etwas anderes habe ich auch nicht gesagt. Es ist und bleibt Zuhälterei, jemanden zur Prostitution zu nötigen. Man kann im übrigen jeden Beruf freiwillig aufgeben, den man nicht mag. Das Grundgesetz garantiert diese Freiheit. Allerdings ist es eine andere Frage, ob man sich diese Freiheit vom Sozialstaat bezahlen lassen kann. Wenn ich heute meinen bisherigen Beruf / Arbeitsplatz ohne besonderen Grund aufgebe, kann ich in der Regel keine Unterstützung erwarten. Bei ALG Anspruch erwartet mich eine Sperrzeit, in der ich regelmäßig keinen Anspruch auf ALG2 habe. Wenn man also Prostitution als Beruf anerkennt, muss dafür im Rahmen der Gleichbehandlung das Gleiche gelten, wie für andere Berufe. Ich kündige also zum Beispiel meinen Beruf als Lagerist, weil ich keine Lust mehr habe, Regale zu füllen. Dann erwartet mich eine Sperrzeit beim ALG und ich habe auch keinen Anspruch auf ALG2. Beziehe ich irgendwann ALG2 und weigere mich, wieder als Lagerist zu arbeiten, weil ich keine Lust mehr dazu habe, riskiere ich Sanktionen. In der EGV kann mir auch aufgegeben werden, mich sinnvoll als Lagerist zu bewerben. Bei der Prostitution liegt lediglich noch die Besonderheit vor, dass die Nötigung dazu strafbar ist, die Aufnahme in einer EGV von daher zumindest sittenwidrig, weshalb die Frau das an sich einfach ignorieren kann. Oder sollte ich mich irren?
Weißt du was, @Andi, du hast recht. Ich war total auf dem Holzweg. Zu meinem Entsetzen, kann die AA Frauen tatsächlich in die Prostition vermitteln, eben weil es als Beruf anerkannt ist.
Arbeitsamt vermittelt Prostituierte!

Das muss ich erstmal verdauen.

LG
 
B

B. Trueger

Gast
Weißt du was, @Andi, du hast recht. Ich war total auf dem Holzweg. Zu meinem Entsetzen, kann die AA Frauen tatsächlich in die Prostition vermitteln, eben weil es als Beruf anerkannt ist.
Arbeitsamt vermittelt Prostituierte!

Das muss ich erstmal verdauen.

LG

Wir können doch nix dafür.....

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muss man gleich so böse werden?

  • Frauen zur Prostitution
  • genötigt werden
 
F

FrankyBoy

Gast
Für mich sind solche Forderungen Verfassungswidrig

Artikel 1 Grundgesetz (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.



Und strafbar nach

den §§ 174 ff StGB


[SIZE=+1]Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung[/SIZE]

§ 174
[Sexueller Mißbrauch von Schutzbefohlenen]


(1) Wer sexuelle Handlungen


  1. an einer Person unter sechzehn Jahren, die ihm zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut ist,
  2. an einer Person unter achtzehn Jahren, die ihm zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut oder im Rahmen eines Dienst- oder Arbeitsverhältnisses untergeordnet ist, unter Mißbrauch einer mit dem Erziehungs-, Ausbildungs-, Betreuungs-, Dienst- oder Arbeitsverhältnis verbundenen Abhängigkeit oder
  3. an seinem noch nicht achtzehn Jahre alten leiblichen oder angenommenen Kind
vornimmt oder an sich von dem Schutzbefohlenen vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Wer unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 Nr.1 bis 3


  1. sexuelle Handlungen vor dem Schutzbefohlenen vornimmt oder
  2. den Schutzbefohlenen dazu bestimmt, daß er sexuelle Handlungen vor ihm vornimmt,
um sich oder den Schutzbefohlenen hierdurch sexuell zu erregen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (3) Der Versuch ist strafbar.
(4) In den Fällen des Absatzes 1 Nr.1 oder des Absatzes 2 in Verbindung mit Absatz 1 Nr.1 kann das Gericht von einer Bestrafung nach dieser Vorschrift absehen, wenn bei Berücksichtigung des Verhaltens des Schutzbefohlenen das Unrecht der Tat gering ist.
§ 174a
[Sexueller Mißbrauch von Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen]


(1) Wer sexuelle Handlungen an einer gefangenen oder auf behördliche Anordnung verwahrten Person, die ihm zur Erziehung, Ausbildung, Beaufsichtigung oder Betreuung anvertraut ist, unter Mißbrauch seiner Stellung vornimmt oder an sich von der gefangenen oder verwahrten Person vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer eine Person, die in einer Einrichtung für kranke oder hilfsbedürftige Menschen stationär aufgenommen und ihm zur Beaufsichtigung oder Betreuung anvertraut ist, dadurch mißbraucht, daß er unter Ausnutzung der Krankheit oder Hilfsbedürftigkeit dieser Person sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt.
(3) Der Versuch ist strafbar.
§ 174b
[Sexueller Mißbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung]


(1) Wer als Amtsträger, der zur Mitwirkung an einem Strafverfahren oder an einem Verfahren zur Anordnung einer freiheitsentziehenden Maßregel der Besserung und Sicherung oder einer behördlichen Verwahrung berufen ist, unter Mißbrauch der durch das Verfahren begründeten Abhängigkeit sexuelle Handlungen an demjenigen, gegen den sich das Verfahren richtet, vornimmt oder an sich von dem anderen vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
§ 174c
[Sexueller Mißbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses]


(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person, die ihm wegen einer geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung einschließlich einer Suchtkrankheit zur Beratung, Behandlung oder Betreuung anvertraut ist, unter Mißbrauch des Beratungs,- Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer sexuelle Handlungen an einer Person, die ihm zur psychotherapeutischen Behandlung anvertraut ist, unter Mißbrauch des Behandlungsverhältnisses vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt.
(3) Der Versuch ist strafbar.
§ 175 (aufgehoben)

§ 176
[Sexueller Mißbrauch von Kindern]


(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer ein Kind dazu bestimmt, daß es sexuelle Handlungen an einem Dritten vornimmt oder von einem Dritten an sich vornehmen läßt.
(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer


  1. sexuelle Handlungen vor einem Kind vornimmt,
  2. ein Kind dazu bestimmt, daß es sexuelle Handlungen an sich vornimmt, oder
  3. auf ein Kind durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen, durch Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhalts oder durch entsprechende Reden einwirkt.
(4) Der Versuch ist strafbar; dies gilt nicht für Taten nach Absatz 3 Nr.3.
§176a
[Schwerer sexueller Mißbrauch von Kindern]


(1) Der sexuelle Mißbrauch von Kindern wird in den Fällen des § 176 Abs.1 und 2 mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, wenn


  1. eine Person über achtzehn Jahren mit dem Kind den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an ihm vornimmt oder an sich von ihm vornehmen läßt, die mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind,
  2. die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird,
  3. der Täter das Kind durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung oder einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwichlung bringt oder
  4. der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre wegen einer solchen Straftat rechtskräftig verurteilt worden ist.
(2) Mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren wird bestraft, wer in den Fällen des § 176 Abs.1 bis 4 als Täter oder anderr Beteiligter in der Absicht handelt, die Tat zum Gegenstand einer pornographischen Schrift (§ 11 Abs.3) zu machen, die nach § 184 Abs.3 oder 4 verbreitet werden soll.
(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu erkennen.
(4) Mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren wird bestraft, wer das Kind in den Fällen des § 176 Abs.1 und 2


  1. bei der Tat körperlich schwer mißhandelt oder
  2. durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt.
(5) In die in Absatz 1 Nr.4 bezeichnete Frist wird die Zeit nicht eingerechnet, in welcher der Täter auf behördliche Anordnung in einer Anstalt verwahrt worden ist. Eine Tat, die im Ausland abgeurteilt worden ist, steht in den Fällen des Absatzes 1 Nr.4 einer im Inland abgeurteilten Tat gleich, wenn sie nach deutschem Strafrecht eine solche nach § 176 Abs.1 oder 2 wäre.
§ 176b
[Sexueller Mißbrauch von Kindern mit Todesfolge]


Verursacht der Täter durch den sexuellen Mißbrauch (§§ 176 und 176a) wenigstens leichtfertig den Tod des Kindes, so ist die Strafe lebenslange Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren.
§ 177
[Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung]


(1) Wer eine andere Person


  1. mit Gewalt
  2. durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder
  3. unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist,
nötigt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft. (2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn

  1. der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an dem Opfer vornimmt oder an sich vornehmen läßt, die dieses besonders erniedrigen, insbesondere, wenn sie mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind (Vergewaltigung), oder
  2. die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird.
(3) Auf Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter


  1. eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt,
  2. sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden, oder
  3. das Opfer durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.
(4) Auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter


  1. bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet oder
  2. das Opfer
    1. bei der Tat körperlich schwer mißhandelt oder
    2. durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt.
(5) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen der Absätze 3 und 4 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.
§ 178
[Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge]


Verursacht der Täter durch die sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung (§ 177 wenigstens leichtfertig den Tod des Opfers, so ist die Strafe lebenslange Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren.
§ 179
[Sexueller Mißbrauch widerstandsunfähiger Personen]


(1) Wer eine andere Person, die

  1. wegen einer geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung einschließlich einer Suchtkrankheit oder wegen einer tiefgreifenden Bewußtseinsstörung, oder
  2. körperlich
zum Widerstand unfähig ist, dadurch mißbraucht, daß er unter Ausnutzung der Widerstandsunfähigkeit sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer eine widerstandsunfähige Person (Absatz 1) dadurch mißbraucht, daß er sie unter Ausnutzung der Widerstandsunfähigkeit dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen.
(3) Der Versuch ist strafbar.
(4) Auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr ist zu erkennen, wenn


  1. der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an ihm vornimmt oder an sich von ihm vornehmen läßt, die mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind,
  2. die Tat von mehreren gemeinschftlich begangen wird oder
  3. der Täter das Opfer durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung oder einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung bringt.
(5) In minder schweren Fällen der Absätze 1, 2 und 4 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.
(6) § 176a Abs.4 und § 176b gelten entsprechend.
§ 180
[Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger]


(1) Wer sexuellen Handlungen einer Person unter sechzehn Jahren an oder vor einem Dritten oder sexuellen Handlungen eines Dritten an einer Person unter sechzehn Jahren

  1. durch seine Vermittlung oder
  2. durch Gewähren oder Verschaffen von Gelegenheit Vorschub leistet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Satz 1 Nr.2 ist nicht anzuwenden, wenn der zur Sorge für die Person Berechtigte handelt; dies gilt nicht, wenn der Sorgeberechtigte durch das Vorschubleisten seine Erziehungspflicht gröblich verletzt.
(2) Wer eine Person unter achtzehn Jahren bestimmt, sexuelle Handlungen gegen Entgelt an oder vor einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen, oder wer solchen Handlungen durch seine Vermittlung Vorschub leistet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(3) Wer eine Person unter achtzehn Jahren, die ihm zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut oder im Rahmen eines Dienst- oder Arbeitsverhältnisses untergeordnet ist, unter Mißbrauch einer mit dem Erziehungs-, Ausbildungs-, Betreuungs-, Dienst- oder Arbeitsverhältnis verbundenen Abhängigkeit bestimmt, sexuelle Handlungen an oder vor einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(4) In den Fällen der Absätze 2 und 3 ist der Versuch strafbar.
§ 180a
[Förderung der Prostitution]


(1) Wer gewerbsmäßig einen Betrieb unterhält oder leitet, in dem Personen der Prostitution nachgehen und in dem

  1. diese in persönlicher oder wirtschaftlicher Abhängigkeit gehalten werden oder
  2. die Prostitutionsausübung durch Maßnahmen gefördert wird, welche über das bloße Gewähren von Wohnung, Unterkunft oder Aufenthalt und die damit üblicherweise verbundenen Nebenleistungen hinausgehen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer

  1. einer Person unter achtzehn Jahren zur Ausübung der Prostitution Wohnung, gewerbsmäßig Unterkunft oder gewerbsmäßig Aufenthalt gewährt oder
  2. eine andere Person, der er zur Ausübung der Prostitution Wohnung gewährt, zur Prostitution anhält oder im Hinblick auf sie ausbeutet.
(3) bis (5) (aufgehoben)
§ 180b
[Menschenhandel]


(1) Wer auf eine andere Person seines Vermögensvorteils wegen einwirkt, um sie in Kenntnis einer Zwangslage zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution zu bestimmen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Ebenso wird bestraft, wer auf eine andere Person seines Vermögensvorteils wegen einwirkt, um sie in Kenntnis der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, zu sexuellen Handlungen zu bringen, die sie an oder vor einer dritten Person vornehmen oder von einer dritten Person an sich vornehmen lassen soll.
(2) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer

  1. auf eine andere Person in Kenntnis der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, oder
  2. auf eine Person unter einundzwanzig Jahren einwirkt, um sie zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution zu bestimmen, oder sie dazu bringt, diese aufzunehmen oder fortzusetzen.
(3) In den Fällen des Absatzes 2 ist der Versuch strafbar.
§ 181
[Schwerer Menschenhandel]


(1) Wer eine andere Person

  1. mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution bestimmt,
  2. durch List anwirbt oder gegen ihren Willen mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List entführt, um sie in Kenntnis der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, zu sexuellen Handlungen zu bringen, die sie an oder vor einer dritten Person vornehmen oder von einer dritten Person an sich vornehmen lassen soll, oder
  3. gewerbsmäßig anwirbt, um sie in Kenntnis der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution zu bestimmen, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.
(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.
§ 181a
[Zuhälterei]


(1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

  1. eine andere Person, die der Prostitution nachgeht, ausbeutet oder
  2. seines Vermögensvorteils wegen eine andere Person bei der Ausübung der Prostitution überwacht, Ort, Zeit, Ausmaß oder andere Umstände der Prostitutionsausübung bestimmt oder Maßnahmen trifft, die sie davon abhalten sollen, die Prostitution aufzugeben,
und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhält, die über den Einzelfall hinausgehen. (2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer gewerbsmäßig die Prostitutionsausübung einer anderen Person durch Vermittlung sexuellen Verkehrs fördert und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhält, die über den Einzelfall hinausgehen.
(3) Nach den Absätzen 1 und 2 wird auch bestraft, wer die in Absatz 1 Nr.1 und 2 genannten Handlungen oder die in Absatz 2 bezeichnete Förderung gegenüber seinem Ehegatten vornimmt.
§ 181b
[Führungsaufsicht]


In den Fällen der §§ 174 bis 174c, 176 bis 180 und der §§ 180b bis 181a und 182 kann das Gericht Führungsaufsicht anordnen (§ 68 Abs.1).
§ 181c
[Vermögensstrafe und Erweiterter Verfall]


In den Fällen der §§ 181 und 181a Abs.1 Nr.2 sind die §§ 43a, 73d anzuwenden, wenn der Täter als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat. § 73d ist auch dann anzuwenden, wenn der Täter gewerbsmäßig handelt.
§ 182
[Sexueller Mißbrauch von Jugendlichen]


(1) Eine Person über achtzehn Jahre, die eine Person unter sechzehn Jahren dadurch mißbraucht, daß sie

  1. unter Ausnutzung einer Zwangslage oder gegen Entgelt sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt oder
  2. diese unter Ausnutzung einer Zwangslage dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Eine Person über einundzwanzig Jahre, die eine Person unter sechzehn Jahren dadurch mißbraucht, daß sie

  1. sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt oder
  2. diese dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen,
und dabei die fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (3) In den Fällen des Absatzes 2 wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.
(4) In den Fällen der Absätze 1 uns 2 kann das Gericht von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn bei Berücksichtigung des Verhaltens der Person, gegen die sich die Tat richtet, das Unrecht der Tat gering ist.
§ 183
[Exhibitionistische Handlungen]


(1) Ein Mann, der eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.
(3) Das Gericht kann die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe auch dann zur Bewährung aussetzen, wenn zu erwarten ist, daß der Täter erst nach einer längeren Heilbehandlung keine exhibitionistischen Handlungen mehr vornehmen wird.
(4) Absatz 3 gilt auch, wenn ein Mann oder eine Frau wegen einer exhibitionistischen Handlung

  1. nach einer anderen Vorschrift, die im Höchstmaß Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe androht, oder
  2. nach § 174 Abs.2 Nr.1 oder § 176 Abs.3 Nr.1
bestraft wird. § 183a
[Erregung öffentlichen Ärgernisses]


Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 183 mit Strafe bedroht ist.
§ 184
[Verbreitung pornographischer Schriften]


(1) Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs.3)

  1. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überläßt oder zugänglich macht,
  2. an einem Ort, der Personen unter achtzehn Jahren zugänglich ist oder von ihnen eingesehen werden kann, ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
  3. im Einzelhandel außerhalb von Geschäftsräumen, in Kiosken oder anderen Verkaufsstellen, die der Kunde nicht zu betreten pflegt, im Versandhandel oder in gewerblichen Leihbüchereien oder Lesezirkeln einem anderen anbietet oder überläßt,
    3a. im Wege gewerblicher Vermietung oder vergleichbarer gewerblicher Gewährung des Gebrauchs, ausgenommen in Ladengeschäften, die Personen unter achtzehn Jahren nicht zugänglich sind und von ihnen nicht eingesehen werden können, einem anderen anbietet oder überläßt,
  4. im Wege des Versandhandels in den räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes einzuführen unternimmt,
  5. öffentlich an einem 0rt, der Personen unter achtzehn Jahren zugänglich ist oder von ihnen eingesehen werden kann, oder durch Verbreiten von Schriften außerhalb des Geschäftsverkehrs mit dem einschlägigen Handel anbietet, ankündigt oder anpreist,
  6. an einen anderen gelangen läßt, ohne von diesem hierzu aufgefordert zu sein,
  7. in einer öffentlichen Filmvorführung gegen ein Entgelt zeigt, das ganz oder überwiegend für diese Vorführung verlangt wird,
  8. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält oder in den räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes einzuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummern 1 bis 7 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, oder
  9. auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Ausland unter Verstoß gegen die dort geltenden Strafvorschriften zu verbreiten oder öffentlich zugänglich zu machen oder eine solche Verwendung zu ermöglichen,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer eine pornographische Darbietung durch Rundfunk verbreitet.
(3) Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs.3), die Gewalttätigkeiten, den sexuellen Mißbrauch von Kindern oder sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren zum Gegenstand haben,

  1. verbreitet,
  2. öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht oder
  3. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, in den räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes einzuführen oder daraus auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummern 1 oder 2 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen,
wird, wenn die pornographischen Schriften den sexuellen Mißbrauch von Kindern zum Gegenstand haben, mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, sonst mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (4) Haben die pornographischen Schriften (§ 11 Abs.3) in den Fällen des Absatzes 3 den sexuellen Mißbrauch von Kindern zum Gegenstand und geben sie ein tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen wieder, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzes Begehung solcher Taten verbunden hat.
(5) Wer es unternimmt, sich oder einem Dritten den Besitz von pornographischen Schriften (§ 11 Abs.3) zu verschaffen, die den sexuellen Mißbrauch von Kindern zum Gegenstand haben, wird, wenn die Schriften ein tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen wiedergeben, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Ebenso wird bestraft, wer die in Satz 1 bezeichneten Schriften besitzt.
(6) Absatz 1 Nr.1 ist nicht anzuwenden, wenn der zur Sorge für die Person Berechtigte handelt. Absatz 1 Nr.3a gilt nicht, wenn die Handlung im Geschäftsverkehr mit gewerblichen Entleihern erfolgt. Absatz 5 gilt nicht für Handlungen, die ausschließlich der Erfüllung rechtmäßiger dienstlicher oder beruflicher Pflichten dienen.
(7) In den Fällen des Absatzes 4 ist § 73 anzuwenden. Gegenstände, auf die sich eine Straftat nach Absatz 5 bezieht, werden eingezogen. § 74a ist anzuwenden.
§ 184a
[Ausübung der verbotenen Prostitution]


Wer einem durch Rechtsverordnung erlassenen Verbot, der Prostitution an bestimmten Orten überhaupt oder zu bestimmten Tageszeiten nachzugehen, beharrlich zuwiderhandelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen bestraft.
§ 184b
[Jugendgefährdende Prostitution]


Wer der Prostitution

  1. in der Nähe einer Schule oder anderen Örtlichkeit, die zum Besuch durch Personen unter achtzehn Jahren bestimmt ist, oder
  2. in einem Haus, in dem Personen unter achtzehn Jahren wohnen, in einer Weise nachgeht, die diese Personen sittlich gefährdet,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. § 184c
[Begriffsbestimmungen]


Im Sinne dieses Gesetzes sind

  1. sexuelle Handlungen nur solche, die im Hinblick auf das jeweils geschützte Rechtsgut von einiger Erheblichkeit sind,
  2. sexuelle Handlungen vor einem anderen nur solche, die vor einem anderen vorgenommen werden, der den Vorgang wahrnimmt.
Und da hier Amtsträger diese Unmenschliche Behandlung zu Teil werden lassen, sehe ich weitere, strafrechtliche Relevanz nach den §§ 331 ff. StGB

30. AbschnittStraftaten im Amt (§§ 331 - 358)


§ 331 Vorteilsannahme
§ 332 Bestechlichkeit
§ 333 Vorteilsgewährung
§ 334 Bestechung
§ 335 Besonders schwere Fälle der Bestechlichkeit und Bestechung
§ 336 Unterlassen der Diensthandlung
§ 337 Schiedsrichtervergütung
§ 338 Vermögensstrafe und Erweiterter Verfall
§ 339 Rechtsbeugung
§ 340 Körperverletzung im Amt
§§ 341-342 (weggefallen)
§ 343 Aussageerpressung
§ 344 Verfolgung Unschuldiger
§ 345 Vollstreckung gegen Unschuldige
§§ 346-347 (weggefallen)
§ 348 Falschbeurkundung im Amt
§§ 349-351 (weggefallen)
§ 352 Gebührenüberhebung
§ 353 Abgabenüberhebung, Leistungskürzung
§ 353a Vertrauensbruch im auswärtigen Dienst
§ 353b Verletzung des Dienstgeheimnisses und einer besonderen Geheimhaltungspflicht
§ 353c (weggefallen)
§ 353d Verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen
§ 354 (weggefallen)
§ 355 Verletzung des Steuergeheimnisses
§ 356 Parteiverrat
§ 357 Verleitung eines Untergebenen zu einer Straftat
§ 358 Nebenfolgen
Ich denke die Murksel ist da charakterlich viel besser zu geeignet als viele Hartz-IV Betroffene.
 

Andi_

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ARGE Aachen vermittelt Prostituierte - RA-Blog verweist auf das Sozialgericht Speyer (AZ: S 10 AL 1020/04) wo entschieden wurde, dass ein Bordell-Betreiber keinen Anspruch auf die Vermittlung von Prostituierten bei der Arbeitsagentur hat. Sie kann also wohl vermitteln, muss es aber nicht. Dass sie es nicht dürfte, konnte ich auf die Schnelle nicht recherchieren.
 
E

ExitUser

Gast
Etwas anderes habe ich auch nicht gesagt. Es ist und bleibt Zuhälterei, jemanden zur Prostitution zu nötigen. Man kann im übrigen jeden Beruf freiwillig aufgeben, den man nicht mag. Das Grundgesetz garantiert diese Freiheit.
Richtig!

Allerdings ist es eine andere Frage, ob man sich diese Freiheit vom Sozialstaat bezahlen lassen kann.
Du darfst da die Sicherung eines Existenzminimums und einer "Bezahlung" im herkömmlichen Sinne ebensowenig verwechseln wie einen normalen Job und das verkaufen des Körpers zum direkten Gebrauch durch Freier, also nicht nur (s)eine Arbeitskraft wie dies beim "Lagerarbeiter" der Fall ist.

Zum Psychologischen Aspekt.
Geh doch mal her und stelle deinen Hintern (als Mann) oder Geschlecht (als Frau) gegen Bezahlung zur Verfügung, dann erst erkennst Du - insbesondere wenn dann auch noch staatlicher Zwang im Spiel ist - den Unterschied zwischen nur über solcherlei zu Reden und dem selbst erleben fest.
Das ist fast so wie bei HartzIV. Zu viele die keine wirkliche Ahnung haben was sie da verlangen/anrichten, (wollen) bestimmen!

Gruß, Anselm
 

Andi_

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Tacheles e.V. / Haralds Ecke hat das Thema schon mal ausführlicher behandelt. Deren Fazit: Keine Zumutbarkeitsuntergrenze - Frauen müssen als Prostituierte arbeiten. Man kann darüber denken wie man will, ich betrachtete bei meinem Kommentar nur den rechtlichen Aspekt.
 

Andi_

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@B.Trueger Der § 180 StGB richtet sich gegen Zuhälter, nicht gegen die ARGE. Er greift ohnehin nicht bei der reinen Vermittlung. Selbst wenn dafür eine Gebühr verlangt wird.
 
B

B. Trueger

Gast
@B.Trueger Der § 180 StGB richtet sich gegen Zuhälter, nicht gegen die ARGE. Er greift ohnehin nicht bei der reinen Vermittlung. Selbst wenn dafür eine Gebühr verlangt wird.

Ich schrieb ja auch 180a

§ 180a
Ausbeutung von Prostituierten



2. eine andere Person, der er zur Ausübung der Prostitution Wohnung gewährt, zur Prostitution anhält oder im Hinblick auf sie ausbeutet.
 
E

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Gast
Hier könnte vielleicht sogar § 180a StGb greifen.

Ich würde hier ansetzen:

§ 180b
[Menschenhandel]


(1) Wer auf eine andere Person seines Vermögensvorteils wegen einwirkt, um sie in Kenntnis einer Zwangslage zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution zu bestimmen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Ebenso wird bestraft, wer auf eine andere Person seines Vermögensvorteils wegen einwirkt, um sie in Kenntnis der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, zu sexuellen Handlungen zu bringen, die sie an oder vor einer dritten Person vornehmen oder von einer dritten Person an sich vornehmen lassen soll.
(2) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer

  1. auf eine andere Person in Kenntnis der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, oder
  2. auf eine Person unter einundzwanzig Jahren einwirkt, um sie zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution zu bestimmen, oder sie dazu bringt, diese aufzunehmen oder fortzusetzen.
(3) In den Fällen des Absatzes 2 ist der Versuch strafbar.
§ 181
[Schwerer Menschenhandel]


(1) Wer eine andere Person

  1. mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution bestimmt,
  2. durch List anwirbt oder gegen ihren Willen mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List entführt, um sie in Kenntnis der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, zu sexuellen Handlungen zu bringen, die sie an oder vor einer dritten Person vornehmen oder von einer dritten Person an sich vornehmen lassen soll, oder
  3. gewerbsmäßig anwirbt, um sie in Kenntnis der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution zu bestimmen, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.
(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.
§ 181a
[Zuhälterei]


(1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

  1. eine andere Person, die der Prostitution nachgeht, ausbeutet oder
  2. seines Vermögensvorteils wegen eine andere Person bei der Ausübung der Prostitution überwacht, Ort, Zeit, Ausmaß oder andere Umstände der Prostitutionsausübung bestimmt oder Maßnahmen trifft, die sie davon abhalten sollen, die Prostitution aufzugeben,
und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhält, die über den Einzelfall hinausgehen.
(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer gewerbsmäßig die Prostitutionsausübung einer anderen Person durch Vermittlung sexuellen Verkehrs fördert und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhält, die über den Einzelfall hinausgehen.
(3) Nach den Absätzen 1 und 2 wird auch bestraft, wer die in Absatz 1 Nr.1 und 2 genannten Handlungen oder die in Absatz 2 bezeichnete Förderung gegenüber seinem Ehegatten vornimmt.
Ich würde in dem fall, wo man als Frau genöigt werden soll, sich zu prostituieren, da ansetzen.

LG
 

Andi_

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Es ging nicht um a oder nicht, sondern darum, welchen Zweck der Gesetzgeber mit einem Gesetz verfolgt. Das Gesetz richtet sich gegen Zuhälter, Ausbeuter etc. und nicht gegen die Arbeitsvermittlung. Damit kommt eine Verfolgung der Arbeitsvermittlung aufgrund dieses Gesetzes nicht in Frage.
 
B

B. Trueger

Gast
Es ging nicht um a oder nicht, sondern darum, welchen Zweck der Gesetzgeber mit einem Gesetz verfolgt. Das Gesetz richtet sich gegen Zuhälter, Ausbeuter etc. und nicht gegen die Arbeitsvermittlung. Damit kommt eine Verfolgung der Arbeitsvermittlung aufgrund dieses Gesetzes nicht in Frage.

Ein Zuhälter ist eine Person, die Prostituierte für sich arbeiten lässt und von deren Einnahmen lebt. Teilweise handelt es sich dabei um den Inhaber eines Bordells. Nach der Definition des deutschen Strafgesetzbuches bedeutet Zuhälterei "die Ausbeutung einer Person, die der Prostitution nachgeht" und "die gewerbsmäßige Förderung der Prostitution". Zuhälterei ist in in vielen Ländern, einschließlich Deutschland, Österreich und der Schweiz, unter verschiedenen Voraussetzungen strafbar.
Und eine SB kann Prostitution nicht fördern?
 

Andi_

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Die Arbeitsvermittlung vermittelt Arbeit nicht in der Absicht, von der Arbeit der vermittelten Person leben zu wollen.
 
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Es ging nicht um a oder nicht, sondern darum, welchen Zweck der Gesetzgeber mit einem Gesetz verfolgt. Das Gesetz richtet sich gegen Zuhälter, Ausbeuter etc. und nicht gegen die Arbeitsvermittlung. Damit kommt eine Verfolgung der Arbeitsvermittlung aufgrund dieses Gesetzes nicht in Frage.
Ein Arbeitsvermittler, der meine Zwangslage (Mittellosigkeit) ausnutzt, und mich unter Androhung einer Strafe (Sanktion) zwingen will, der Prostituion nachzugehen, erfüllt sehr wohl den Tatbestand dieser Gesetze
Die §§ 180b und 181 beziehen sich nicht allein auf den Menschenhandel, sondern darauf, dass generell die Notlage eines Menschen unter Drohungen ausgenutzt werden soll.
Anders verhält es sich beim § 181a, der die Zuhälterei unter Strafe stellt.
Ein SB, der die Fortsetzung der Prostitution in einer EGV festschreiben will, erfüllt für mich durchaus den Tatbestand der Zuhälterei, da er so, unter Androhung von Sanktionen, verhindern will, dass eine Person die Prostitution aufgeben kann.

LG
 
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B. Trueger

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Die Arbeitsvermittlung vermittelt Arbeit nicht in der Absicht, von der Arbeit der vermittelten Person leben zu wollen.
Es geht nicht um das davon leben wollen, es geht um die Förderung Andi. Ein SB einer Arge lebt nicht auf dem Olymp, verstehst du?
 

Andi_

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Für die genannten Straftaten ist es Voraussetzung, dass sie zum Zweck der Bereicherung geschehen. Hier hat aber niemand die Absicht, sich an der Prostituierten zu bereichern. Sie tangieren einfach die Arbeitsvermittlung nicht, da Prostitution eine Berufsausübung ist. Prostituierte zahlen Steuern und Sozialabgaben etc., sind damit anderen Berufstätigen weitgehend gleich gestellt. Eine Förderung von Arbeit kann deshalb auch die Förderung der Arbeit Prostituition beinhalten, ohne die Förderung der Prostitution zu beinhalten. Vielleicht war das jetzt besser verständlich?
 
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Die Arbeitsvermittlung vermittelt Arbeit nicht in der Absicht, von der Arbeit der vermittelten Person leben zu wollen.
§ 180a Förderung der Prostitution
(1) Wer gewerbsmäßig einen Betrieb unterhält oder leitet, in dem Personen der Prostitution nachgehen und in dem

  • 1. diese in persönlicher oder wirtschaftlicher Abhängigkeit gehalten werden oder
  • 2. die Prostitutionsausübung durch Maßnahmen gefördert wird, welche über das bloße Gewähren von Wohnung, Unterkunft oder Aufenthalt und die damit üblicherweise verbundenen Nebenleistungen hinausgehen,
  • wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
  • (2) Ebenso wird bestraft, wer
  • 1. einer Person unter achtzehn Jahren zur Ausübung der Prostitution Wohnung, gewerbsmäßig Unterkunft oder gewerbsmäßig Aufenthalt gewährt oder
  • 2. eine andere Person, der er zur Ausübung der Prostitution Wohnung gewährt, zur Prostitution anhält oder im Hinblick auf sie ausbeutet.
Es reicht bereits ein Tatbestand, um einen Menschen wegen Zuhälterei zu belangen.
 
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