Entscheidungshilfe benötigt, Jobwechsel ja oder nein? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Maverick71

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
29 Juli 2012
Beiträge
60
Bewertungen
14
Hallo Leute, ich soll mich entscheiden...
Folgendes Szenario, ich zur Zeit Fachinformatiker Systemintegration, hatte zu DDR-Zeiten mal Teilfacharbeiter Dreher gelernt = Dreher konv.
Letzte Woche, bei meinem SB-Termin, bekam ich nun die Wahl gestellt, ich solle mir überlegen was ich nun machen will, eine Schulung (mit fragwürdigen Aussichten) zur Auffrischung meiner theoretischen Kenntnisse als Fachinformatiker Si.
Denn meine Kenntnisse sind noch aus 2002 (Abschlussjahr der Umschulung) und mittlerweile, auf Grund fehlender Berufspraxis, fast gar nicht mehr vorhanden.
Was ich aber mit einem momentanen geringfügigen 100 Euro-Job in einem privatunternehmen zu verbessern versuche.
Praktisch beherrsche ich mein Tätigkeitsfeld, aber wenns an theoretische Fragen geht steh ich im sprichwörtlichen Schnee.

Nun kam die Empfehlung eben einen CNC-Schein zu machen um wenigstens Vermittlungsaussichten über Zeitarbeit zu haben.
Schön und gut, würde ich auch machen, schliesslich beherrsche ich das Handwerkliche als konv. Dreher immernoch - hab dementsprechend vor ein paar Jahren in einer 1,75-Job-Maßnahme das unter Beweis stellen können.
Selbst Werkzeuge scharfschleifen (frei Hand) klappte noch wunderbar.
Allerdings sind meine Kenntnisse da noch ungleich eingerosteter, was die Theorie angeht.
Schliesslich war das Abschlussjahr dafür 1989 und bis vor ein paar Jahren hab ich dann nie wieder als Dreher gearbeitet (wer meine Bewerberseite kennt kennt meinen Lebenslauf ja).
Alles theoretisch notwendiege Wissen, wie Werkstoffkunde, Berechnungswege für Schnittgeschwindigkeiten etc., ist also gar nicht mehr vorhanden.

Macht es da Sinn jetzt den CNC-Schein abzulegen und dann zu versuchen sich bei Zeitarbeit zu bewerben oder ist das auch eine Totgeburt?
Oder sollte ich lieber weiter auf einem Auffrischungskurs für die Theorie der Fi-Si-Ausbildung, zumindest bestimmter lückenhafter Teile bestehen?

Wie sieht es eigentlich aus wenn ich mich bei IT-Unternehmen bewerbe (hab ich bisher immmer vermieden) die verhandlungssichere Englischkenntnisse in Wort und Schrift verlangen?
Schrift klappt ja in sofern, dass ich Englisch lesen und sinngemäß übersetzen und verstehen kann.
Aber verhandlungssicheres Englisch ist was anderes.
Also, um wieder auf den Punkt zu kommen, macht es Sinn diesen Unternehmen vorzuschlagen, dass ich bei einer Einstellung sofort über Abendschule meine Englischkenntnisse zu verbessern bereit bin, dann gerne auch auf eigene Kosten?
Hab nämlich ein entsprechendes Stellenangebot gefunden und bin mir da im Moment etwas unsicher...

Ich soll mich diese Woche entscheiden und stecke grad ziemlich in Schwierigkeiten, deshalb schonmal Dankeschön für eure Ratschläge...
 

Tollkirsche

Elo-User*in
Mitglied seit
11 Juni 2010
Beiträge
207
Bewertungen
98
Zu den Englischkenntnissen:

Es ist sicher eine gute Idee, sich zu bewerben und den konkreten Stand Deiner Englischkenntnisse anzugeben verbunden mit dem von Dir skizzierten Angebot ("auf eigene Kosten" würde ich nicht erwähnen).
Du mußt aber damit rechnen, dass die Bewerber bevorzugt eingestellt werden, die das "ganze Paket" anbieten.
Viele Unternehmen übertragen auch in den Anzeigen und sind dann in der Realität mit weniger zufrieden.
Vielleicht ist der Arbeitgeber auch so begeistert von Deinen anderen Qualifikationen, dass er Dir Zeit läßt, Deine Englischkenntnisse aufzubauen. Es dauert, bis Sprachkenntnisse verhandlungssicher sind.

Ganz bestimmt kannst Du diese Anzeige - und möglichst noch andere in der Art - dazu benutzen, Deinen SB davon zu überzeugen, Dir einen Englischkurs zu finanzieren....der Markt verlangt es ja.:cool:
 
R

Rounddancer

Gast
Wie sieht es eigentlich aus wenn ich mich bei IT-Unternehmen bewerbe (hab ich bisher immmer vermieden) die verhandlungssichere Englischkenntnisse in Wort und Schrift verlangen?
Schrift klappt ja in sofern, dass ich Englisch lesen und sinngemäß übersetzen und verstehen kann.
Aber verhandlungssicheres Englisch ist was anderes.
Geh mal einfach davon aus, daß die meisten Stellenausschreibungen das beschreiben, was der Vorgesetzte des gesuchten Mitarbeiters können müßte (und nicht selten selbst gar nicht voll kann).
Das heißt oft: Es reicht, wenn man ca. 70 Prozent der in dem Stellenangebot geforderten Kenntnisse hat. Viel Wert ist, daß man schon in der Bewerbung rüberbringt, daß man der Richtige ist, ins Team paßt und die Probleme, weswegen die Firma einen Mitarbeiter
einstellen will, erkennt und anzupacken bereit ist.

Je länger unsere Erwerbslosigkeit andauert, desto weniger trauen wir uns zu. Weil uns jede Absage ein bißchen mehr Selbstbewußtsein raubt.

Besser: Sehen, was uns an Übung oder Fähigkeiten fehlt, und dann Wege finden, das Fehlende zu erlernen oder zu kompensieren.

Bei Sprachen, ich kenn das von mir, ist, nachdem man viele Wörter gelernt hat, und verstehen, ja, übersetzen kann, die allergrößte Hürde, sich zu trauen, mit einem menschlichen Gegenüber in dieser fremden Sprache zu reden.

Wir haben Sorge, daß wir versagen, daß wir kein Wort herausbringen, daß uns unser Gegenüber nicht nur nicht versteht, sondern verlacht, verhöhnt.

Dabei ist unser Gegenüber nicht selten auch nervös, hat ähnliche Ängste noch, oder hatte sie, als er so mal anfing. Und schon ist alles nicht mehr so schlimm. Denn wenn er was nicht verstand, fragt er nach, - so wie wir ja auch meist erstmal unser Gegenüber darum bitten, etwas langsamer zu sprechen, bzw. etwas zu wiederholen.

Wenn wir in einer fremden Sprache verhandeln sollen, in der wir noch unsicher sind,- dann müssen wir uns eben fachlich ein Stück besser und sorgfältiger auf diese Verhandlung vorbereiten, müssen unser Ziel fest haben, und unseren Verhandlungsspielraum. Wir müssen auch aus der Sicht unseres Verhandlungsgegners sehen, was der für Ziele, für Limits haben wird und was der an Argumenten bringen könnte. Je besser wir darauf vorbereitet sind, desto leichter wird uns dann auch das Verhandeln in der fremden Sprache fallen.

Also: Wir müssen uns trauen. Dann packen wir das schon.

Trotzdem: Es gibt online Konversationsgruppen, auch in Englisch. Teilweise sogar gratis. Dann gibt es Konversationsgruppen mit einem Muttersprachler,- sei es bei Berlitz, Wallstreet, Volkshochschule, oder auch solche, die sich über ein Kleinanzeigenblatt zusammenfnden. Und auch Arbeitslosen-Selbsthilfegruppen, die sowas anbieten.
Bei uns beispielsweise myself e. V., die haben einen Muttersprachler, der kostet pro Stunde ca.40 Euro,- und die werden durch die Zahl der Anwesenden geteilt. Es sind meist um die zehn Teilnehmer da,- es hält sich also von den Kosten her im Rahmen.
Denn wie gesagt: Das größte Problem ist, die Angst zu überwinden, man könnte was Falsches sagen und verlacht werden.
Ist das mal überwunden, geht fast alls fast wie von selbst.

Also, um wieder auf den Punkt zu kommen, macht es Sinn diesen Unternehmen vorzuschlagen, dass ich bei einer Einstellung sofort über Abendschule meine Englischkenntnisse zu verbessern bereit bin, dann gerne auch auf eigene Kosten?
ich würde da nicht erst auf die Einstellungszusage warten, sondern gleich nach einer Konversationsgruppe suchen, und teilnehmen. Und sei es online.

Hab nämlich ein entsprechendes Stellenangebot gefunden und bin mir da im Moment etwas unsicher...
Keine Angst, sorge Dich nicht, bewirb Dich!


Und ruf vorher an, ob die Stelle noch frei ist und wer der Entscheider dafür ist ...

Viel Erfolg!
 

Keshy

Elo-User*in
Mitglied seit
14 Juli 2012
Beiträge
189
Bewertungen
88
Wenn man nicht grad das große Talent hat Sprachen zu lernen, dann muss man sich echt dahinter klemmen um dann mit der jeweiligen Sprache sicher im sprechen zu sein.

Je mehr du mit dieser Sprache aktiv kommunizierst, desto besser werden deine Sprachkenntnisse.

Als ich nach meinem befristeten Vertrag damals ins ALG1 rutschte und noch unwissend war, steckte man mich auch in so einen Weiterbildungskurs für Englisch. Das ganze Bestand darauf 8 Stunden lang am Bildschirm sitzen und im irgendwelchen Billig-Programm irgendwas sinnloses einzutippen...und das 3 Monate lang.
Aktiv mit dieser Sprache zu kommunizieren, war komischerweise nicht drin, es war kein Chat oder Voice-Over-Chat im diesem Programm integriert :icon_neutral:
Also diese verschwendete Steuergelder hätte man sich auch sparen können...

Was ich neulich entdeckt habe ist:

busuu - Learn languages for free online

Find ich sehr gut aufgebaut, mit einem Test am Anfang der deinen Wissensstand festlegt um dann in die entsprechenden Lektionen einzusteigen. Ein Chat und Voice-Over sind auch integriert.
Vielleicht mal bißchen anschauen ob dir das zusagt ;)
 
G

gast_

Gast
Letzte Woche, bei meinem SB-Termin, bekam ich nun die Wahl gestellt, ich solle mir überlegen was ich nun machen will, eine Schulung (mit fragwürdigen Aussichten) zur Auffrischung meiner theoretischen Kenntnisse als Fachinformatiker Si.

Such dir doch lieber selber eine sinnvolle Fortbildung und beantrage die schriftlich.

Nun kam die Empfehlung eben einen CNC-Schein zu machen um wenigstens Vermittlungsaussichten über Zeitarbeit zu haben.

Möchtest du in die Zeitarbeit?


Macht es da Sinn jetzt den CNC-Schein abzulegen und dann zu versuchen sich bei Zeitarbeit zu bewerben oder ist das auch eine Totgeburt?

Nur du kannst entscheiden, was für dich das Richtige ist.
Eine Garantie hat man nie, daß man sich richtig entscheidet und einen Arbeitsplatz bekommt.

Das ist ja auch nicht nur von einem Schein abhängig...


Wie sieht es eigentlich aus wenn ich mich bei IT-Unternehmen bewerbe (hab ich bisher immmer vermieden) die verhandlungssichere Englischkenntnisse in Wort und Schrift verlangen?
Da würde ich auch mal schauen welche Fortbildungsmöglichkeiten es gibt und die beantragen - oder die bisher erhaltenen Ratschläge mal durchdenken.
 

Maverick71

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
29 Juli 2012
Beiträge
60
Bewertungen
14
Danke erst einmal für eure Tipps zu den Englischkursen, ich werde sie mir mal alle anschauen und dann den für mich passendsten nutzen.

Was den CNC-Schein betrifft und die Zeitarbeit, eigentlich möchte ich Zeitarbeit vermeiden - denn da weiss ich bereits, ist der Auftrag zuende und grad Flaute sitzt man gleich wieder auf dem JC.
Auch, wie bereits beschrieben, sind als Dreher die theoretischenKenntnisse eben gar nicht mehr vorhanden, beim Fi-Si hab ich sie wenigstens noch, wenn auch (zugegeben) Lückenhaft.

Das müsste ich z. Bsp. als Fi-Si aufgefrischt bekommen, hingegen als Dreher müsste ich mit den theoretischen Kenntnissen ganz von vorne beginnen:
 

Anhänge

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
16.580
Bewertungen
19.096
Was auch hilft, ist englishsprachige Nachrichten/ Sendungen hören.... und mit der Zeit auch immer besser zu verstehen. Dass funktioniert sozusagen nebenbei. BBC z.b.

Ansonsten wenn ein headset vorhanden auch mal in english-sprachigen Chat-rooms ,die Voice unterstützen, tummeln.
 
R

Rounddancer

Gast
Hm, wie schon erwähnt: Verhandlungssicher in einer fremden Sprache wird man nur dadurch, daß man sich traut,- und dann durch Übung. Immer wieder Übung.

Wenn noch was an Englisch fehlt,- und wenn man Alg-I bezieht,- oder man Alg-II über die BA bekommt (nicht in einer Optionskommune),
dann findet man auf seinem offiziellen Zugang zur Jobbörse der Bundesagentur "Lernbörse exklusiv".
Dort gibt es etliche Onlinekurse gratis. Unter anderem auch einen Sprachkurs in Englisch. Mit Einstufungstest und auch einem Business-Englisch-Teil.
Aber sprechen lernt man nur durch sprechen, durch Konversation.
 
Oben Unten