Entschädigung ehrenamtliche Tätigung (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

AnjaSD

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Hallo,

ich habe da mal eine Frage. Muss ich als Hartzerin Einnahmen aus einer ehrenamtliche Tätigung angeben? Und wenn ja, wird mir dann deshalb was abgezogen (ich rede von einem Betrag von unter 50.- Euro)

Ich kenn mich damit leider garnicht aus.

Danke, falls jemand dazu genauere Informationen geben kann.

LG Anja
 

gelibeh

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Meines Wissen nach sind 175€ frei.
 

AnjaSD

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Ja, das weiss ich, als Zusatzverdienst. Aber meines war ja ehrenamtlich. Ich habe bereits 2 Minijob bei denen ich auch zusammengernechnet nicht auf 175.- komme.

Aber danke für deine Antwort. Vielleicht weiss jemand noch genauer Bescheid?

LG Anja
 
S

Snickers

Gast
schaue mal hier:

Zur Ermittlung der Freibeträge wird nur das Bruttoeinkommen herangezogen. Es gilt ein Grundfreibetrag von 100 Euro € (pauschal). Wer also nur 100 € im Monat dazuverdient, kann dieses Nebeneinkommen vollständig behalten! Der Erwerbstätigenfreibetrag beträgt zusätzlich für jeden Euro über 100 €:

- bis 800 € gelten 20 % (0,20 € von 1 €)
- von 800 bis 1.200 € gelten 10 % (0,10 € von 1 €)
- von 1.200 € bis 1.500 € gelten weitere 10 %,
jedoch nur für Personen mit mindestens einem minderjährigen Kind (0,10 € von 1 €). Darüber liegendes Einkommen (netto) wird voll angerechnet!

Ausnahmeregelung: Bei einem Einkommen über 400 € können auf Antrag statt der 100-€-Grundpauschale auch die tatsächlichen höheren Kosten geltend gemacht werden (Nachweis erforderlich).

Nicht zu berücksichtigende Einkommen (müssen aber angegeben werden) sind:
- Grundrenten nach dem Bundesversorgungsgesetz
- Erziehungsgeld
- Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung
- Eigenheimzulage, soweit sie nachweislich zur Finanzierung einer nicht als Vermögen zu berücksichtigenden Immobilie verwendet wird (selbst bewohnte angemessene Immobilie)
- Kindergeld, das an volljährige Kinder, die nicht mehr im Haushalt leben, weitergeleitet wird
- 100 € monatlich aus Erwerbseinkommen bei Sozialgeldempfängern unter 15 Jahren (wenn die/der Jugendliche z.B.
Zeitungen austrägt und sich was hinzuverdient).
- Einnahmen, die 50 € pro Jahr nicht übersteigen (z.B. einmalige Zinszahlungen) werden nicht berücksichtigt.
Hartz IV: Was darf man hinzuverdienen?

Wie oft bekommst du diese 50,- Euro? monatlich, täglich......stündlich wohl nicht :rolleyes:
 

AnjaSD

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Hallo Snicker´s ( bei deinem Namen hab ich gleich die Werbung in Gedanken...Diva - Hunger - Snickers = alles gut ;-) )

Also, dieser ehrenamtliche Betrag war einmalig. Ich habe einen 2ten Minijob angenommen und die erste Probewoche wurde ich als ehrenamtlich geführt und auch so bezahlt (in der Abrechnung steht dafür exakt "entschädigung ehrentamtliche Tätigung". Für den Rest der Zeit habe ich eine normale Abrechnung erhalten die ich auch einreichen/vorlegen werde. Ich bin nur nicht sicher ob ich den Beleg über die ehrenamtliche Einnahme auch abgeben muss?

LG Anja
 

HajoDF

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Bei gemischten Formen sind Einnahmen aus Erwerbseinkommen (100,- €) und Ehrenamtlichen Aufwandsentschädigungen insgesamt 175,- € anrechnungsfrei.
Siehe auch § 11, 11a, 11b SGB II
 

biddy

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@Snickers

Die von Dir eingestellten Links sind beide veraltet (steht auch über einem der Artikel). Ebenso gilt der Satz mit den "Einnahmen, die 50 € im Jahr nicht übersteigen" schon lange nicht mehr ;)

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Seit März 2013 (Ehrenamtsstärkungsgesetz Artikel 8 - dadurch Änderung des § 11b SGB II) sind rückwirkend ab dem 1.1.2013 bei Alg-II-Bezug 200 € erhöhter Grundfreibetrag frei (siehe § 11b Abs. 2 SGB II).
Zusätzlich gibt's - und gab's auch im Vorjahr schon - auch Freibeträge nach § 11b Abs. 3 SGB II (20 % von X € usw.)

Hat man nebenher noch einen Minijob oder sozialvers.pflichtigen Job oder überhaupt halt Erwerbseinkommen, weiß ich nur, wie's bei z.B. der Übungsleiterpauschale läuft (Deine Aufwandsentschädigung für's Ehrenamt müsste aber dann m. E. genauso berechnet werden, wenn es Einnahmen aus einer Tätigkeit nach *klick* § 3 Nr. 12, Nr. 26, Nr. 26a oder Nr. 26b EStG sind):

Die beiden Gesamteinnahmen ("Brutto") werden addiert.
Erstmal sind die 200 € frei; dazu noch 20 % des "Brutto" ab 100 € bis Gesamtbrutto X €.
Dieser Gesamtfreibetrag wird dann vom Netto abgezogen, der Rest auf's Alg II angerechnet.

Hier steht an verschiedenen Stellen auch etwas dazu (allerdings noch mit den früheren 175 € Grundfreibetrag (rückwirkend ab 1.1.2013 wie gesagt 200 €):

*klick* https://www.arbeitsagentur.de/zentr...stext-11-11b-SGB-II-Zu-beruecks-Einkommen.pdf

Dort kannst Du auch nachlesen (ab Randziffer 11.166) an Beispielrechnungen der BA, dass, weil Deine Aufwandsentschädigung nur ca. 50 € beträgt, in Deinem Fall (zusammen mit dem Minijobverdienst) Du "nur" die "normalen" 100 € Grundfreibetrag bekommst ... jedenfalls legt die BA den § 11b SGB II so aus.

Bei gemischten Formen sind Einnahmen aus Erwerbseinkommen (100,- €) und Ehrenamtlichen Aufwandsentschädigungen insgesamt 175,- € anrechnungsfrei.
Das hängt von der Höhe der Aufwandsentschädigung ab.
Liegt diese z.B. bei 200 € und beträgt der Minijobverdienst 100 € (Gesamteinnahmen also 300 €) sind frei:

200 € erhöhter Grundfreibetrag nach § 11b Abs. 2 SGB II
+ 40 € (20 % des Gesamt"brutto" ab 100 bis 300 €, also 20 % von 200 €) nach § 11b Abs. 3 SGB II
-----------
= 240 € Gesamtfreibetrag


Bei 50 € Aufwandsentschädigung und 100 € Minijobverdienst (gesamt 150 €) wären frei:

100 € Grundfreibetrag nach § 11b Abs. 2 SGB II
+ 10 € (20 % des Gesamt"brutto" ab 100 bis 150 €, also 20 % von 50 €) nach § 11b Abs. 3 SGB II
------------
= 110 € Gesamtfreibetrag
 
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