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Entlassene Arbeiter drohen mit Fabriksprengung

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Hotti

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#1
In Frankreich drohen entlassene Arbeiter eines Zulieferers der Autokonzerne Renault und PSA Peugeot Citroën mit der Sprengung ihrer Fabrik. Die 366 Beschäftigten des Werkes New Fabris im westfranzösischen Châtellerault stellten ihrem Management ein Ultimatum bis zum 31. Juli, um jeweils 30.000 Euro Abfindung zu erhalten. "Wir haben Gasflaschen in die Fabrik gebracht", sagte Gewerkschaftsvertreter Guy Eyermann. "Alles ist bereit, damit sie explodieren."
Quelle
 

Paolo_Pinkel

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#2
Hi,

ja die Franzosen. Die wissen wie man die Konjunktur schlagartig belebt:icon_twisted:

Gruss

Paolo
 
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ExitUser

Gast
#5
na endlich mal ne praktische variante des widerstandes...
nicht nur bla-bla wie in old germany....
 

twaini

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#7
Kann mich den Vorrednern nur anschliessen, die Franzosen wissen wie es geht und haben uns einiges voraus.
 

ela1953

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#10
Ein mir bekannter Kraftfahrer war mal dabei, als die Franzosen eine Autobahn sperrten, so ca eine Woche.

Die Lebensmittel aus den LKW wurden brüderlich geteilt, auch klappte das Heranbringen von Getränken usw.

Da die Forderungen nicht erfüllt wurden, wollten die Franzosen auch die LKWs in die Luft sprengen.

Und die Franzosen setzten sich durch.

Für meinen Bekannten war das ein großes Erlebnis, Er erzählt noch heute, dass er unter Palmen auf der Autobahn saß. Ein LKW hatte die geladen und kurzerhand wurden die Teile ausgeladen.
 

FAR2009

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#11
Es mögen Mentalitätsunterschiede sein, aber auch eine Prägung durch freigeistige Erziehung und positiven Umgang mit der eigenen Geschichte, die Franzosen für soziale und wirtschaftliche Probleme empfindlicher macht.
Liberté, Egalité und Fraternité, sind das Ergebnis einer Revolution durch das Volk, welches gemeinsam und solidarisch eine unmenschliche und repressive Regierungsform durch eine menschenfreundliche und selbstbestimmende Republik abgelöst hat. In den Franzosen sitzt diese Bewusstsein ganz tief drin. Und wird auch gepflegt und gehegt, nicht nur am 14. Juli.

Beim deutschen Michel sind diese Begriffe und dieses Wir-Bewusstsein dagegen nur relativ leere Worthülsen und von abstrakter Natur.
Auf solche Aktionen wie die der Arbeiter und LKW-Fahrer in Frankreich wird man bei uns vergebens warten - es geht weiter wie bisher.
Vive la Trance!
 
E

ExitUser

Gast
#12
Es mögen Mentalitätsunterschiede sein, aber auch eine Prägung durch freigeistige Erziehung und positiven Umgang mit der eigenen Geschichte, die Franzosen für soziale und wirtschaftliche Probleme empfindlicher macht.
Liberté, Egalité und Fraternité, sind das Ergebnis einer Revolution durch das Volk, welches gemeinsam und solidarisch eine unmenschliche und repressive Regierungsform durch eine menschenfreundliche und selbstbestimmende Republik abgelöst hat. In den Franzosen sitzt diese Bewusstsein ganz tief drin. Und wird auch gepflegt und gehegt, nicht nur am 14. Juli.

Beim deutschen Michel sind diese Begriffe und dieses Wir-Bewusstsein dagegen nur relativ leere Worthülsen und von abstrakter Natur.
Auf solche Aktionen wie die der Arbeiter und LKW-Fahrer in Frankreich wird man bei uns vergebens warten - es geht weiter wie bisher.
Vive la Trance!
:icon_daumen:

Das hast Du sehr schön gesagt.
 

Bienchen

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#13
Genau so muss es sein!!:icon_daumen:

Das nenne ich Zusammenhalt der Bevölkerung!!!:icon_daumen:

Die Franzosen müssten mal als Lehrer nach Deutschland kommen und den Menschen Zusammenhalt beibringen. Natürlich gehört da auch dazu, dass man mit offenen Augen durch das Land geht und sich nicht von den Politikern verarschen lässt.
 

HartzDieter

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#14
Genau so muss es sein!!:icon_daumen:

Das nenne ich Zusammenhalt der Bevölkerung!!!:icon_daumen:

Die Franzosen müssten mal als Lehrer nach Deutschland kommen und den Menschen Zusammenhalt beibringen. ...

Tja, in Frankreich tut sich viel. Bei uns aber kommt davon in den Medien so gut wie nix an, so, als wäre dieses Land sehr weit weg. Dabei ist es unser Nachbar.
Daß die französische Bevölkerung einen Zusammenschluss mit der hiesigen Bevölkerung erreicht, wird man schon im Vorab verhindern, z.B. durch das Schweigen der Medien.
 

edy

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#15
a) Französische Arbeiter drohen: "Wir jagen alles in die Luft!"

„Bürgerliche deutsche Medien sind entsetzt: "Der Chef in Geiselhaft, die
Fabrik in Schutt und Asche - entlassene Franzosen greifen zu immer
drastischeren Mitteln", warnt der "Focus". In Frankreich greife man zu
"unerlaubten Mitteln" im Arbeitskampf. Der sei bereits zur "rechtsfreien
Zone der Republik Frankreich" verkommen…“ Artikel von Richard Grove in
Linke Zeitung vom 13.07.2009
LINKEZEITUNG.DE - Französische Arbeiter drohen: "Wir jagen alles in die Luft!"

b) Arbeitskampf: Druck machen mit angedrohter Sprengung?

„Die Vertretung von Angestellten eines französischen
Autozuliefererbetriebs, der gerade abgewickelt wird, droht mit der
Sprengung des Werkes, falls sich die Großkunden Peugeot-Citroen und
Renault zu keiner Abschlagszahlung bereit erklären..“ Artikel von Thomas
Pany in telepolis vom 13.07.2009
Telepolis pnews: Arbeitskampf: Druck machen mit angedrohter Sprengung?

Aus dem Text: „… Die massive Drohung der Angestellten trifft, wie schon
zuvor die "vorübergehenden Gefangennahmen von Managern" (siehe Revolution
liegt in der Luft) , nicht auf ein unbeugsames Nein auf Seiten der
Konfliktpartei, sondern auf Zeichen des Entgegenkommens: Die Chefetage von
Renault reagiert laut jüngsten Nachrichten mit einer Einladung zu
Verhandlungen am kommenden Donnerstag. Renault und PSA orderten 90 Prozent
der Aufträge für New Fabris. Bisher unbekannt ist jedoch, ob und wieviel
Versicherungen im Fall einer Sprengung für die aufgegebene Fabrik
erstatten würden: Bei Automobilen zahlen die Halter älterer Modelle
teilweise sogar für deren Zerstörung, um so noch ein Geschäft zu machen….“

c) Explosive Argumente in Frankreich

Bilderserie von Martin Richter und Vanessa Wormer in der FDT
FTD.de - Bilderserie: Explosive Argumente in Frankreich - Industrie
 

Tarps

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#19
Kann mich den Vorrednern nur anschliessen, die Franzosen wissen wie es geht und haben uns einiges voraus.
... einiges voraus? :confused:

Da kommen wir nie hin.

Die Franzosen arbeiten um zu leben und die Deutschen leben um zu arbeiten.
 

kleine

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#20
Die Franzosen arbeiten um zu leben und die Deutschen leben um zu arbeiten.
Dem kann ich mich nur anschließen.

Als hier im Norden einer der größten Arbeitgeber sein Werk geschlossen hat gabs lange Gesichter und mieses Betriebsklima. Aber niemand hat Kontra gegeben. Naja, war ja auch ein Ami-Unternehmen das Mobiltelefone herstellt. Ich war als Zeitarbeiter dort und habe sowohl den Aufbau als auch das Ende dieses Werkes miterlebt. Einfach ätzend. :icon_kotz:
 

physicus

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#21
Als hier im Norden einer der größten Arbeitgeber sein Werk geschlossen hat gabs lange Gesichter und mieses Betriebsklima. Aber niemand hat Kontra gegeben. Naja, war ja auch ein Ami-Unternehmen das Mobiltelefone herstellt. Ich war als Zeitarbeiter dort und habe sowohl den Aufbau als auch das Ende dieses Werkes miterlebt. Einfach ätzend
aber nokia meinst du nicht?
das wäre ja auch kein amiunternehmen, die sind übrigens in rumänien so gut wie pleite gegangen ^^ :icon_klatsch:
 

kleine

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#22
Ich habe heute zufällig einen Artikel gelesen, in dem die streikenden Erzieher vom AS (Arbeiter Samariterbund) scharf angesprochen und kritisiert wurden. Aus meiner sicht einfach nur ungerecht. Sowas ist Alltag in Deutschland.

Ich bin ja mal gespannt was in Frankreich passiert. Ich glaube sogar dass die es wirklich tun und ihre Drohungen in die Tat umsetzen.

Was meint ihr würde passieren, wenn wir uns mal alle auf die Strasse bewegen und blockieren würden? Ach ja, das geht ja nicht, hier darf Streik ja verboten werden ... :icon_kotz: Aber stellt euch vor, die Erwerbslosen und Urlauber würden ... ach nee, da gibt es noch die Sache mit der Ortsabwesenheit. Was wäre, wenn jeder anfängt in seinem Ort etwas zu bewegen?
 

Hotti

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#23
Arbeiter erhalten nach Sprengdrohung höhere Abfindung

In Zeiten der Wirtschaftskrise hat sich in Frankreich das soziale Klima deutlich verschärft. Erst nahmen von Entlassung bedrohte Mitarbeiter ihre Manager als Geiseln, inzwischen drohen in einigen Firmen die Beschäftigten sogar mit der Sprengung von Betriebsmitteln. In einem Fall haben sich die Arbeiter jetzt mit ihrer umstrittenen Taktik durchgesetzt. In der Nacht zum Freitag einigten sich Arbeitnehmervertreter des Maschinenbauers JLG mit der Geschäftsführung auf außerordentliche Prämien von 30.000 Euro, wie der Betriebsrat bekannt gab.

Quelle


Herzlichen Glückwunsch. :icon_klatsch:

Aber es ist traurig, das es erst mit Gewaltandrohung zu bewerkstelligen ist. Ich frage mich, "warum nicht gleich so?"
 

dr.byrd

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#24
AW: Arbeiter erhalten nach Sprengdrohung höhere Abfindung


Quelle


Herzlichen Glückwunsch. :icon_klatsch:

Aber es ist traurig, das es erst mit Gewaltandrohung zu bewerkstelligen ist. Ich frage mich, "warum nicht gleich so?"
Erst wenn sie Angst bekommen, kann man wieder Respekt erwarten. Die nächsten Demos sollten durch die Villenviertel gehen.
 

Bienchen

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#25
Ich gratuliere ebenfalls :icon_daumen: :icon_klatsch:

Man kann sich nur so Gehör verschaffen. Es gibt ein schönes Sprichwort:
"Wie du mir, so ich dir."

Die Arbeiter werden unter fadenscheinigen Gründen (schlechte Auftragslage usw) gezwungen für immer weniger Geld zu arbeiten. Wer nicht mitmacht, der wird entlassen. Jetzt hat man die Spiess einmal umgedreht und auch erreicht, was man wollte.

Wann wird dies in diesem Lande endlich auch einmal begriffen??

Der Hosenanzug wird weder die Hartz IV-Sätze erhöhen, noch dafür sorgen, dass die Menschen für einen anständigen Lohn arbeiten gehen, im Gegenteil.
Sie hat doch erst kürzlich von sich gegeben, dass eine Anhebung der Sätze nicht infrage kommt, da der finanzielle Abstand zur arbeitenden Bevölkerung gewahrt werden muss. (mit eigenen Worten erzählt)

Wenn ich so etwas höre, weiß ich schon wohin die "Reise" geht. Die Löhne werden weiter sinken die Sätze werden auch weiter sinken. Schließlich brauchen Sie ja das Geld für sich und vor allem für die Banken, da sie selbst viel zu sehr darin mit verstrickt sind und nichts an die Oberfläche kommen darf!!!!! :icon_twisted:
 
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