endlich Teilzeitjob und plötzlich Androhung von Maßnahme - was soll das?

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May28

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hallo zusammen,

ich war lange zeit arbeitslos und habe seit ein paar wochen endlich einen teilzeitjob nachmittags. ich hatte nie probleme mit dem JC, musste einmal eine maßnahme machen, die aber wirklich sinnvoll war und mir auch mehr oder weniger geholfen hat.
nun macht mein sachbearbeiter plötzlich stress, weil ich bisher eben "nur" diesen teilzeitjob habe und in diesen wenigen wochen nach jahren der arbeitslosigkeit - oh wunder - noch keinen zweitjob für den vormittag gefunden habe. er hat gesagt, wenn ich binnen 6 wochen keine weitere stelle finde, steckt er mich in eine maßnahme, bei der ich lernen soll, bewerbungen zu schreiben.
das ist doch wohl ein schlechter scherz. ich habe sowohl während der maßnahme als auch zusammen mit IHM meine unterlagen geradezu perfektioniert. zudem habe ich studiert und habe in meinem leben schon in mehreren großen firmen gearbeitet. ich habe ihm gesagt, dass es sicher nichts damit zu tun hat, dass ich keine bewerbungen schreiben könnte. seine antwort: "egal, hauptsache sie sind vormittags beschäftigt."
ich suche selbst mit aller kraft nach einer vollzeitbeschäftigung, aber DAS kann es doch wirklich nicht sein?
ich bin fassungslos. kann ich dem irgendwie entgegenwirken?
 

Fabiola

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aber DAS kann es doch wirklich nicht sein?
ich bin fassungslos. kann ich dem irgendwie entgegenwirken?
1. Du bist ja als ALGII-ler verpflichtet Deine Hilfebedürftigkeit zumindst zu verringern.
Das hast Du gemacht, in dem Du jetzt eine Teilzeitarbeit angenommen hast, die Deine Hilfebedürftigkeit verringert!
2. Sollte Dich SB in eine (Vollzeit-)Maßnahme stecken wollen, dann vergrößert SB Deine Hilfebedürftigkeit - und wenn Du das dann noch mitmachst, dann vergrößerst Du ebenfalls Deine Hilfebedürftigkeit.
Wenn SB das nicht klar ist, dann verschaffe SB notfalls diese Klarheit!
Auf mich wirkt das SB-Gesabbel wie eine leere machtgeile Drohung, mit dem Ziel, Dich gefügig machen zu wollen.
Warte einfach ab, ob da wirklich ein nettes Maßnahme'angebot' kommt, dann bekommst Du hier genügend Munition dagegen.
Nur Mut, kann mir schwer vorstellen das SB die 'Drohung' in die Tat umsetzt - doch auf der Wiese der Dummheit grasen so manche SBs. Dein/e SB gehört hoffentlich nicht dazu.
Falls doch, dann wird Dir hier geholfen.
 

May28

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ok danke, das beruhigt mich etwas, wenn es tatsächlich nur eine drohung sein sollte. Allerdings sprach er ja auch nur von einer "beschäftigung" für den vormittag. Und ich arbeite ja bisher nur nachmittags?
 

vagabund

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Tip: Für eine Maßnahmezuweisung ist eine EGV erforderlich, die alles diesbezügliche regelt.

Und die musst Du nicht unterschreiben. Kommt ein EGV-VA, ist der garantiert fehlerhaft und kann mit Widerspruch angegriffen werden und ggfs. einstweiliger Anordnung.
Das kostet alles Zeit und meist erledigt sich das Ganze durch die Laufzeit der Verfahren von selbst.
 

Forster

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Tip: Für eine Maßnahmezuweisung ist eine EGV erforderlich, die alles diesbezügliche regelt.

Das stimmt so nicht (mehr). Vor Jahren gab es in der Tat eine Rechtsprechung, die Maßnahmen als Bestandteil einer Eingliederungsstrategie ansah, die insgesamt in einer EGV festzuhalten sei. Das ist aber nach etlichen Änderungen des SGB II überholt.

Heute ist allgemein nicht mehr streitig, dass Maßnahmen unabhängig von Eingliederungsvereinbarungen mit Verwaltungsakten zugewiesen werden können.
 

Doppeloma

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Hallo May28,

ich war lange zeit arbeitslos und habe seit ein paar wochen endlich einen teilzeitjob nachmittags. ich hatte nie probleme mit dem JC, musste einmal eine maßnahme machen, die aber wirklich sinnvoll war und mir auch mehr oder weniger geholfen hat.

Ich nehme mal stark an, dieser Teilzeit-Job war KEINE Vermittlungs-Arbeit, die dein SB geleistet hat und wenn du schon so lange überhaupt keinen Job hattest, lag das ja nicht alleine an dir.

Du solltest dir da etwas mehr Selbstbewusstsein zulegen und den SB mal direkt fragen, wo denn seine Unterstützung dabei gewesen ist, dass du jetzt deine Hilfebedürftigkeit verringern konntest, da braucht er dir nun auch keine "Vormittagsbeschäftigung" verschaffen wollen. :icon_evil:

nun macht mein sachbearbeiter plötzlich stress, weil ich bisher eben "nur" diesen teilzeitjob habe und in diesen wenigen wochen nach jahren der arbeitslosigkeit - oh wunder - noch keinen zweitjob für den vormittag gefunden habe. er hat gesagt, wenn ich binnen 6 wochen keine weitere stelle finde, steckt er mich in eine maßnahme, bei der ich lernen soll, bewerbungen zu schreiben.

Was er dazu "sagt" ist zunächst mal unwichtig und schriftlich wird er kaum eine plausible Begründung für eine solche Maßnahme formulieren können, denn für den Teilzeit-Job hast du ja offenbar auch eine gute Bewerbung anfertigen können, was soll dir da die Zeitverschwendung am Vormittag noch an neuen Erkenntnissen bringen können ???

Solche Maßnahmen sollen ja keine bloße "Beschäftigungs-Therapie" sein, wenn er meint du brauchst Arbeit für den Vormittag, dann soll er SEINE Arbeit machen und dir (dazu) passende Angebote vorweisen, damit du (vielleicht) ganz aus dem Leistungsbezug kommen kannst.

Eine "Bewerbungsmaßnahme", damit dir "Vormittags nicht langweilig wird" ist eher eine (unnötige) zusätzliche Geld-Ausgabe, weil sie deinen "Hilfebedarf" eher wieder erhöhen wird.

Da gibt es wohl noch freie Plätze bei den "Bewerbungs-MT", die wollen natürlich auch Geld verdienen aber das muss ja nicht ausgerechnet an dir sein, die gerade einen Job gefunden hat (wenn auch vorerst nur Teilzeit) ...

Was bitte hat denn dein "Arbeitsvermittler" dazu beigetragen über die Jahre, dass du überhaupt wieder Arbeit findest ... besonders viel war es ja offenbar nicht ... :icon_neutral:

das ist doch wohl ein schlechter scherz. ich habe sowohl während der maßnahme als auch zusammen mit IHM meine unterlagen geradezu perfektioniert. zudem habe ich studiert und habe in meinem leben schon in mehreren großen firmen gearbeitet. ich habe ihm gesagt, dass es sicher nichts damit zu tun hat, dass ich keine bewerbungen schreiben könnte. seine antwort: "egal, hauptsache sie
sind vormittags beschäftigt."

Das ist allerdings "ein sehr schlechter Scherz", würdest du die gleiche Arbeit am Vormittag ausüben wäre das also kein Problem ... oder gibt es dann "Teilzeit-Bewerbungs-Training" am Nachmittag, damit du dann auch "beschäftigt bist" ... :icon_hihi:

Eine Vollzeit-Maßnahme geht ja schon mal nicht, weil du ja vorrangig deiner neuen Arbeit nachgehen musst, es sei denn er gibt dir schriftlich, dass du dort kündigen sollst, damit du Vollzeit "Bewerbungen" schreiben üben kannst ... ich glaube nicht, dass er das tun wird ... :icon_evil:

Was WILL er denn überhaupt, aus der ALO-Statistik bist du doch raus auch mit einer Teilzeit-Beschäftigung, wann du dieser Tätigkeit nachgehst ist doch dafür völlig irrelevant ...

ich suche selbst mit aller kraft nach einer vollzeitbeschäftigung, aber DAS kann es doch wirklich nicht sein?
ich bin fassungslos. kann ich dem irgendwie entgegenwirken?

Ja kannst du, indem du zunächst mal NICHTS unterschreiben wirst was er dir dazu vorlegen würde, dann ist er gezwungen das per Zuweisung "anzuordnen" und damit kann man auch dagegen vorgehen, zumal angeordnete Maßnahmen auch besser zu begründen sind, als nur deine "Vormittags-Freizeit" damit sinnvoll füllen zu wollen.

Bitte teile mal mit wie viele Stunden du jetzt arbeitest, damit man ungefähr einschätzen kann, wie viel Geld du dem "Staat" damit schon einsparst ... bezahlte Arbeit hat schon mal generell Vorrang vor ALLEN Maßnahmen, denn mit Maßnahmen wird die Leistung ja nicht verringert ... sie wird eher noch zusätzlich (vom Staat) finanziert durch die Maßnahmekosten.

Das hat auch irgendwie Wirtschaftlichkeitsgrenzen, diese Frage (nach der Wirtschaftlichkeit dieser angeblich notwendigen Vormittags-Beschäftigung) solltest du deinem SB mal direkt stellen, auch für den sinnvollen Umgang mit solchen Kosten ist er verantwortlich ... :wink:

Es gibt durchaus beide Möglichkeiten, für Maßnahmen, einige sind "freiwillig" (weil EU-gefördert) und KÖNNEN NUR per EGV "vereinbart" werden, eine Zuweisung ist nicht möglich, andere können einfach per Bescheid zugewiesen werden auch ohne EGV ...

Wem bitte ist dein JC untergeordnet, bekommst du dein Geld direkt von der "BA" überwiesen (steht auf dem Konto-Auszug) oder ist es eine Options-Kommune (Geld kommt vom Landkreis oder so ähnlich), das wäre wichtig für eine Beschwerde, falls dein SB das wirklich per Zuweisung durchsetzen will.

So lange du KEINE EGV unterschreibst und auch sonst keine schriftlichen BESCHEIDE / ZUWEISUNGEN (also keine Flyer oder so was, es MUSS ein Bescheid sein) bekommst, wo genau drauf steht (mit RFB) was du wo genau ab wann machen sollst, gibt es keinen Grund sich besonders aufzuregen ... was der so "erzählt" dazu solltest du entsprechend kontern ...

Genug Argumente hast du ja jetzt bekommen, du musst dich nicht "klein machen lassen", du solltest deinen Erfolg genießen wenigstens diesen Job schon mal zu haben ... der SB lässt offenbar gerne seinen Frust über die eigene Unfähigkeit an den LE aus, das brauchst du dir nicht gefallen lassen ... :icon_evil:

Auch der hat Vorgesetzte (Teamleiter /Geschäftsführer) und Einige mehr sitzen davon auch "ganz oben" in Nürnberg, da kann man sich gut per Mail beschweren aber nur wenn das JC auch der BA untergeordnet ist.

Bei den OP-Kommunen ist das etwas schwieriger aber auch dort ist das nicht unmöglich, wenn sinnlose Maßnahmen für Teilzeit-Beschäftigte "angedroht" werden, nur weil sie zur (vermeintlich) falschen Tageszeit arbeiten gehen.

Bei deinem SB braucht wohl auch ein Nacht-Arbeiter dann noch dringend Beschäftigung den Tag über ... :icon_hihi:

MfG Doppeloma
 

vagabund

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Das stimmt so nicht (mehr). Vor Jahren gab es in der Tat eine Rechtsprechung, die Maßnahmen als Bestandteil einer Eingliederungsstrategie ansah, die insgesamt in einer EGV festzuhalten sei. Das ist aber nach etlichen Änderungen des SGB II überholt.

Heute ist allgemein nicht mehr streitig, dass Maßnahmen unabhängig von Eingliederungsvereinbarungen mit Verwaltungsakten zugewiesen werden können.

Ok, dann wird das unterschiedlich gehandhabt.
Zumindest muss die Zuweisung schriftlich erfolgen. Ist sie nicht hinreichend bestimmt, ist sie rechtswidrig und mit WS angreifbar.
 

May28

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vielen dank für eure antworten. ich verdiene um die 550 euro.
mein sachbearbeiter sagte noch, dass ich dann jetzt eben auch "stellen bei mc donalds oder als putzfrau" annehmen soll um aus der hilfebedürftigkeit rauszukommen. der aspekt, dass das mit seiner hilfe ja ganz offenbar nicht adäquat hinzukriegen ist, ist übrigens gut. das werde ich nächste woche beim nächsten termin einmal anbringen.
dazu kommt jetzt, dass meine chefin mir gerade heute eine nicht geringe stundenaufstockung angeboten hat. das kommt natürlich gerade wie gerufen. angenommen ich arbeite dann zusätzlich zu den nachmittagen noch zwei oder drei vormittage, da kann mein sachbearbeiter mir doch nicht für die anderen vormittage noch eine maßnahme aufdrücken oder? dann komme ich auch auf über 14,9 stunden. was hat es denn mit der zahl auf sich?
 
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