Ende Nahtlosigkeits ALG1 - bestehender Arbeitsvertrag - Arbeitsmarktrente

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Daniel11

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Hallo liebes Forum,

1,5 Jahre sind vergangen in denen ich alleine weiter kämpfen konnte. Jetzt benötige ich wieder Euren Expertenrat.
Hier bei Bedarf ein Link zu dem alten Thread:

Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Ich beziehe weiter eine unbefristete teilweise Erwerbsminderungsrente und habe weiter einen GdB von 50.
Mein Nahtlosigkeits ALG1 endet demnächst, ich habe noch immer einen Arbeitsvertrag.
Während dem Bezug des N-ALG1 hat die AfA keine Versuche unternommen mit auf eine andere Stelle zu vermitteln.
Ich erfülle nicht die Bedürftigkeit um ALG2 zu beantragen.

Ich bin unsicher in der weiteren Vorgehensweise mit dem Ziel eine Arbeitsmarktrente zu bekommen.
Ich hatte mir das folgendermassen gedacht und bitte um Eure Meinung dazu.

Umgehend nach Ende das Bezugs von N-ALG1 gehe ich zu meinem Arbeitgeber und bitte um einen Aufhebungsvertrag aus gesundheitlichen Gründen, dabei versuche ich eine Abfindung herrauszuhandeln. Die Abfindung sollte keine nachträglichen Auswirkungen auf den N-ALG1 Bezug haben, oder?
Umgehend danach melde ich mich wieder bei der AfA, ich habe keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen von denen. Aber ich (bzw. die AfA) muss ja Bemühungen anstellen um eine (eventuelle) Verschlossenheit des Arbeitsmarktes nachzuweisen. Nach Ablauf von einem Jahr ohne Erfolg, oder wenn der Sachbearbeiter der AfA schon eher eine Verschlossenheit des Arbeitsmarktes feststellt, stelle ich einen formlosen Antrag bei der DRV, die Voraussetzungen für die Arbeitsmarktrente zu prüfen.

Bin ich so auf dem richtigen Weg?
Vielen Dank für Euren Rat.
 

saurbier

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Hallo Daniel11,

du beziehst aktuell ALG-I nach § 145 SGB III, daß demnächst ausläuft und auf ein ALG-II hast du keinen Anspruch.

Nun dann dürfte es wohl eher nicht gerade gut ausschauen für dich, wenn du deine Arbeit nicht beim alten Arbeitgeber fortführen willst.

Grundsätzlich dürfte hier eigentlich schon von Anfang an ein Fehler unterlaufen sein und zwar bei der AfA. In Fällen wo das ALG-I nach § 145 SGB III gewährt wird, ist die AfA eigentlich dazu verpflichtet dich Leistungsempfänger umgehend aufzufordern einen Reha-/ bzw. Renten-Antrag bei der DRV zu stellen, nicht jedoch einfach weiter ALG-I zu zahlen.

Denn das ALG-I nach § 145 SGB III soll dich ja solange aus der aktiven Vermittlung halten, bis die DRV eine abschließenden Beurteilung erstellt hat, ob du eine Teil- bzw. volle EMR erhälst oder eben nicht. Im letzteren Fall würde dann der Nathlosigkeitsfall entfallen und man würde in die Vermittlung übergehen.

Also warum bitte hast du bisher keinen Reha-/ Renten-Antrag gestellt?

Deine jetzige Überlegung wird dich nicht viel weiter bringen und ehr noch Geld kosten.

Hättest du unverzüglich einen Renten-Antrag gestellt, was hier ja fraglich ist, dann hättest du bestimmt schon eine Entscheidung der DRV und damit dann wohlmöglich in irgend einer Form eine Rente oder eben keine Rente.

Nun has du 1,5 Jahre Zeit verloren, denn wenn du jetzt erst den Rente-Antrag stellst, dann bekommst du ja von niemanden mehr für die Zeit der bearbeitung Geld und noch viel schlimmer du mußt dich privat KK versichern und genauso gut fehlt es an der Nathlosigkeit bei den Sozialkassen, was du entweder selbst privat zahlen müßtest oder aber in der Rentenbiografi dann ebenfalls fehlen wird, was eine mögliche Rente verringert.

Da hast du wohl nicht aufgepaßt, oder.

Oder hast du schon längst einen Renten-Antrag gestellt, auf dessen Ergebnis du seitens der DRV wartest. Nun auch dann hast du falsch reagiert, denn nach spätestens 6 Monaten hättest du eine UTK bei zuständigen SG einreichen müßen, damit die DRV entlich eine Entscheidung trifft.

So oder so, scheint mir hier einiges im argen zu liegen.

Vielleicht kannst du uns dazu mal genauer informieren. So scheint zumindest die Zeit arg zu drücken.


Grüße saurbier
 

Daniel11

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Hallo saurbier,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ergänzen kann ich noch dass ich in 2017 und in 2018 jeweils eine Reha gemacht habe, aus beiden wurde ich zu dem jeweiligen Zeitpunkt arbeitsunfähig aber generell noch für 3-6 Stunden erwerbsfähig entlassen. Eine teilweise Erwerbsminderungsrente beziehe ich unbefristet, einen Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente hab ich nicht. Die Reha in 2018 war während des Bezuges des Nahtlosigkeitsarbeitslosengeldes. Die AfA hat danach ohne weitere Prüfung oder Schriftverkehr und auch ohne einen persönlichen Termin einfach das N-ALG1 weiter gezahlt.

Die Arbeitsmarktrente wäre sozusagen mein letzter Rettungsanker.
Anspruch auf Arbeitsmarktrente hat man nur wenn für einen der (Teilzeit) Arbeitsmarkt verschlossen ist, hat man eine Teilzeitstelle (so wie ich) auf der man aber nicht mehr arbeiten kann (will) muss man kündigen (bisher wurde mir immer, auch hier, von einer Kündigung abgeraten, aber jetzt ist es wohl unvermeidbar) und wenn man dann innerhalb einer gewissen Zeit (ich glaube 1 Jahr) nicht in eine passende Stelle von der AfA vermittelt wird, hat man die Möglichkeit eine Arbeitsmarktrente zu beantragen. So hatte ich es bisher zumindest verstanden. Dass ich in dieser Zeit ohne eine zusätzliche Leistung zu meiner teilweisen Erwerbsminderungsrente da stehe ist mir klar, aber da ich etwas beiseite gelegt habe nicht so schlimm für mich.

Ich hoffe meine Situation wird so etwas klarer.
 

Doppeloma

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Hallo Daniel11,

Ergänzen kann ich noch dass ich in 2017 und in 2018 jeweils eine Reha gemacht habe, aus beiden wurde ich zu dem jeweiligen Zeitpunkt arbeitsunfähig aber generell noch für 3-6 Stunden erwerbsfähig entlassen.

Wichtig sind die Aussagen (in den Reha-Berichten) ob du deine aktuelle Tätigkeit wieder aufnehmen könntest (letzte Tätigkeit UNTER 3 Stunden ???), denn davon ist abhängig ob der erforderliche Teilzeit-Arbeitsmarkt für dich nach Ablauf des ALGI als "verschlossen" anzusehen wäre oder nicht.

Eine teilweise Erwerbsminderungsrente beziehe ich unbefristet, einen Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente hab ich nicht. Die Reha in 2018 war während des Bezuges des Nahtlosigkeitsarbeitslosengeldes. Die AfA hat danach ohne weitere Prüfung oder Schriftverkehr und auch ohne einen persönlichen Termin einfach das N-ALG1 weiter gezahlt.

Üblicherweise wird das ja auch von der DRV geprüft durch schriftliche Anfragen an deinen AG, ob er dich (bei einer Teilberentung) in Teilzeit "leidensgerecht" wieder beschäftigen könnte (und möchte) eventuell auch an einem anderen geeigneten Arbeitsplatz.
Ich habe jetzt nicht nachgelesen, ob solche Anfragen schon erfolgt sind und welche Aussagen dein AG dazu gemacht haben könnte.

Die Arbeitsmarktrente wäre sozusagen mein letzter Rettungsanker.

In den geklärten Fällen wird die DRV nach Ablauf des ALGI-Anspruches selbst die "Umwandlung" in eine (volle) Arbeitsmarktrente vornehmen, die dann allerdings nur befristet (bis zu 3 Jahren) bewilligt wird.
Du hast die Teil-EM-Rente bereits als "unbefristet" vorliegen, spätere Verlängerungen dürften also nur noch reine "Formsache" sein, die Verbesserungen am Teilzeit-Arbeitsmarkt für Teil-EM-Rentner gibt es ja schon lange nicht ernsthaft.

Anspruch auf Arbeitsmarktrente hat man nur wenn für einen der (Teilzeit) Arbeitsmarkt verschlossen ist, hat man eine Teilzeitstelle (so wie ich) auf der man aber nicht mehr arbeiten kann (will) muss man kündigen (bisher wurde mir immer, auch hier, von einer Kündigung abgeraten, aber jetzt ist es wohl unvermeidbar)

Da beginnt bei mir gerade etwas das Grübeln, denn es ist unerheblich, ob du dort noch (oder wieder) in Teilzeit arbeiten "willst", wenn es (nach Ansicht deines AG und der DRV) aber theoretisch möglich und dir gesundheitlich zumutbar wäre.
Da hilft dir auch eine überflüssige Eigenkündigung (oder ein Aufhebungsvertrag) NICHT raus, der Teilzeit-Arbeitsmarkt war offenbar NICHT "verschlossen" für dich, also hast du auch keinen Anspruch auf eine "Arbeitsmarktrente" weil du deinen (theoretisch auch Teilzeit) noch vorhandenen Arbeitsplatz "freiwillig" aufgegeben hast. :icon_evil:

und wenn man dann innerhalb einer gewissen Zeit (ich glaube 1 Jahr) nicht in eine passende Stelle von der AfA vermittelt wird, hat man die Möglichkeit eine Arbeitsmarktrente zu beantragen.

Die Arbeitsmarktrente kannst du überhaupt NICHT selber beantragen, die wird dir (bei bereits bewilligter Teil-EM-Rente) von der DRV "automatisch" zugesprochen / bewilligt wenn du keinen zumutbaren ("leidensgerechten") Teilzeit-Arbeitsplatz hast und dir auch keiner von der AfA vermittelt werden konnte ...

Dazu gibt es interne Abstimmungen zwischen AfA und DRV, ob der entsprechende Teilzeit-Arbeitsmarkt als "verschlossen" anzusehen ist oder nicht, das hängt natürlich auch von der konkreten Tätigkeit ab.

Wenn Jemand z. B. im Büro einen Arbeitsplatz hat und dort (bei seinem vorhandenen AG) auch weiter (Teilzeit) arbeiten könnte, dann gilt der Teilzeit-Arbeitsmarkt für diese konkrete (mögliche) Tätigkeit (und für diese Person) komplett NICHT als "verschlossen", es gibt ja nicht NUR diesen einen AG, wo man diese (gleiche / ähnliche) Arbeit machen könnte, für persönliche Wünsche und Vorstellungen ist da leider kein Platz.

So hatte ich es bisher zumindest verstanden. Dass ich in dieser Zeit ohne eine zusätzliche Leistung zu meiner teilweisen Erwerbsminderungsrente da stehe ist mir klar, aber da ich etwas beiseite gelegt habe nicht so schlimm für mich.

Das hast du dann leider sehr falsch verstanden, es geht nicht um ein Jahr dabei sondern um die grundsätzliche Tatsache, dass der Teilzeit-Arbeitsmarkt für dich eben (vermutlich) NICHT als "verschlossen" anzusehen ist, die freiwillige Aufgabe eines vorhandenen Arbeitsplatzes ändert daran NICHTS ... das bewirkt dann auch keinen Anspruch auf die Zahlung der Arbeitsmarktrente ... :icon_evil:

Die wird nur gezahlt wenn es aus Arbeitsmarktgründen tatsächlich erforderlich ist, es ist überflüssig dafür seinen vorhandenen Arbeitsplatz aufgeben zu wollen.
Wenn man dort auch in Teilzeit (aus rein gesundheitlichen Gründen und / oder weil der AG keine Teilzeitarbeit anbietet oder das komplett ablehnt) gar nicht mehr arbeiten KANN, dann bekommt man die Arbeitsmarktrente trotzdem., wenn es auch sonst keine passenden"leidensgerechten / versicherungspflichtigen" Teilzeit-Arbeitsplätze gibt in die man von der AfA vermittelt werden könnte.

So habe ich das selbst erlebt, ich war im CallCenter beschäftigt zuletzt, das sollte ich aber auf KEINEN Fall mehr machen, auch nicht in Teilzeit (was bei meinem AG an sich kein Problem gewesen wäre, wir hatten viele Teilzeitkräfte) ... eine andere "stressfreie" Tätigkeit (ohne Telefonarbeit und gleichzeitig am PC) gibt es aber in einem reinen CallCenter nun mal NICHT ... also war eine Rückkehr an den vorhandenen Arbeitsplatz völlig ausgeschlossen.

Am "allgemeinen Arbeitsmarkt" gab es aber auch kein Möglichkeiten für so eine "stressfreie" Tätigkeit (wie sich die DRV das vorgestellt hatte) also wurde mir dann die Arbeitsmarktrente bewilligt, obwohl ich noch immer im festen Arbeitsvertrag gewesen bin.

Der "ruhte" weiter und wurde dann erst ordentlich "aufgelöst" als mir in der Verlängerung dann die Volle (reguläre) EM-Rente bis zur Altersrente bewilligt wurde ...

Es gibt hier auch schon irgendwo Fälle, wo das schon richtig schief gegangen ist, weil sich die Betroffenen auch gedacht hatten, sie kündigen mal und dann wäre ja der Arbeitsmarkt "verschlossen" ... das sieht die DRV dann aber ganz anders und zahlt KEINE "Arbeitsmarktrente" nur weil man zu dem vorhandenen AG (auch in Teilzeit) nicht mehr zurück wollte ...

Ein AG muss dir übrigens auch keine Abfindung zahlen (wollen) wenn du freiwillig gehst, darauf gibt es keinen Rechtsanspruch ... das ist auch so ein weit verbreiteter Irrtum ... das wird meist nur von den AG versucht, um Schwerbehinderte oder Gleichgestellte ohne Beteiligung des Integrations-Amtes (vielleicht) los werden zu können ...
Wenn der AG dich entlässt könnte das (theoretisch) etwas anders aussehen, mit der "Verschlossenheit" des Arbeitsmarktes, das ist aber auch von der konkreten Tätigkeit abhängig, es gibt Berufe / Tätigkeiten wo es als zumutbar (und möglich) angesehen wird, sich einen anderen Job zur "Halben"-EM-Rente dazu wieder zu suchen.

MfG Doppeloma
 

Daniel11

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Hallo Doppeloma,

vielen Dank für deine Antwort.

Leider steht bei beiden Entlassberichten, letzte Tätigkeit 3-6 Stunden.

Ich hatte bereits in 2014 eine LTA gemacht und wurde bei meinem Arbeitgeber auf eine damals leidensgerechte Stelle (auch Änderung auf Teilzeit) versetzt. 2016 sind aber noch 2 andere Erkrankungen dazugekommen, so dass diese Stelle jetzt auch nicht mehr als leidensgerecht anzusehen ist, zumindest von meiner Seite und der Seite meiner Ärzte vorort, die Rehaentlassberichte sehen das ja anders.

Ich würde in den Aufhebungsvertrag reinschreiben lassen, aus gesundheitlichen Gründen, und habe auch Schreiben von 2 Ärzten vorliegen die das bestätigen. Ich kann für mich ausschliessen jemals wieder da zu arbeiten, wenn was passendes gefunden wird gerne woanders aber nicht mehr dort. Evtl. könnte ich auch eine Kündigung durch meinen Arbeitgeber „organisieren“, würde ich aber nur machen wenn mir das einen wirklichen Vorteil gegenüber des Aufhebungsvertrages bringt.
 

Doppeloma

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Hallo Daniel11,

zumindest von meiner Seite und der Seite meiner Ärzte vorort, die Rehaentlassberichte sehen das ja anders.

Dann kannst du nur über einen erneuten Reha-Antrag oder auch "ganz frech" über einen Antrag auf volle EM-Rente versuchen zu erreichen, dass die DRV das anders einschätzen muss.
Immerhin bist du ja bisher auch weiter durchgehend AU gewesen für den (angeblich) geeigneten Teilzeit-Arbeitsplatz, du solltest dann versuchen daraus was für dich zu machen ...

Ich würde in den Aufhebungsvertrag reinschreiben lassen, aus gesundheitlichen Gründen, und habe auch Schreiben von 2 Ärzten vorliegen die das bestätigen.

Das ist Mumpitz, ein Aufhebungsvertrag ist und bleibt eine "freiwillige" Aufgabe des (bisher lt. DRV) zumutbaren Teilzeit-Arbeitsplatzes ... deine Ärzte können mit Fortführung der AU (auch der DRV) am besten "beweisen", dass du dort nicht mehr arbeiten KANNST aber nicht indem dir geraten wird, den Arbeitsplatz aus gesundheitlichen Gründen aufzugeben.

Weil es einfach überhaupt NICHT erforderlich ist solange du dafür weiter AU geschrieben bist, musst du dort ja auch nicht hin und arbeiten ... diese Bescheinigungen deiner Ärzte werden die DRV dabei nicht überzeugen, das wollen die schon selber feststellen dürfen ... :icon_evil:

Ich kann für mich ausschliessen jemals wieder da zu arbeiten, wenn was passendes gefunden wird gerne woanders aber nicht mehr dort.

Wenn du selber meinst, dass es einen solchen Arbeitsplatz noch geben könnte, dann mach dich auf die Suche und wenn du sicher sein kannst auch eingestellt zu werden, wartet der neue AG bestimmt auch gerne deine Kündigungsfrist ab oder du kannst DANN mit deinem AG einen Aufhebungsvertrag schließen ... weil du eine andere Stelle aufnehmen wirst / möchtest.

Evtl. könnte ich auch eine Kündigung durch meinen Arbeitgeber „organisieren“, würde ich aber nur machen wenn mir das einen wirklichen Vorteil gegenüber des Aufhebungsvertrages bringt.

Die Kündigung durch den AG kannst du selbst (vermutlich) kaum beeinflussen, jedenfalls wenn es keine besonderen (in deiner Person liegenden) Gründe für eine Entlassung gibt, habe gerade vergessen, ob du einen Schwerbehinderten-Ausweis hast oder die Gleichstellung, dann wird sich der AG nicht darauf einlassen (können) dich ohne besondere Gründe zu entlassen, er braucht die Zustimmung vom Integrationsamt.

Ansonsten findet sich für die AG immer ein "Grund", der muss ja gar nicht angegeben werden in einer Kündigung, ob du dann Anspruch auf die "Arbeitsmarktrente" haben würdest, kann ich dir nicht garantieren ... es könnte aber einfacher sein, als wenn du selbst das Arbeitsverhältnis beendest, weil du dort nicht mehr arbeiten "willst" ... das genügt leider nicht ...:icon_evil:

Von einer Bekannten weiß ich, dass sie auch mit einer bewilligten EM-Teilrente lange weiterhin AU geschrieben war (für den vorhandenen, zumutbaren Teilzeit-Arbeitsplatz) und dann über einen neuen EM-Renten-Antrag (auf EM-Vollrente) da raus gekommen ist.
Es hat wohl länger gedauert, ich weiß auch nicht mehr, ob sie noch mal zur Reha musste, aber der Arbeitsvertrag wurde erst regulär beendet, als sie den neuen EM-Rentenbescheid (EM-Voll-Rente) dann durchgesetzt hatte.

Von alleine wird man dir die Änderung in eine EM-Vollrente (aus rein gesundheitlichen Gründen) nicht "anbieten" solange (für die DRV) noch Hoffnung besteht, dass du wenigstens Teilzeit wieder arbeiten kannst "irgendwann", egal ob bei diesem oder bei einem anderen AG.

MfG Doppeloma
 

saurbier

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Hallo Daniel11,

also es gibt bereits ein Urteil des BSG, daß die Ausführungen von Doppeloma bezgl. der eigenen Kündigung eines Teilzeitarbeitsplatzes um dann in den Genuss einer Arbeitsmarktrente zu gelangen bestätigt. Das wäre also mal kontraproduktiv.

Hier bliebe dir nun als aktueller Teil-EMR tatsächlich nur, dich selbst nach einem neuen Arbeitgeber umzuschauen, wenn du wirklich da weg willst.

Die DRV wird sich eh mit dem Arbeitgeber in Verbindung setzen um zu prüfen ob der Arbeitsplatz für deine jetzigen gesundheitlichen Einschränkungen geeignet ist, oder ob man da seitens der DRV mit Fördermittel etwas zum erhalt des Arbeitsplatzes ändern kann (so war es bei mir damals - 2001 - auch). Nur wenn sich der Arbeitgeber da gegenüber der DRV nicht zu bereit erklären würde, hättest du eine Chance ggf. noch abhängig von der Arbeitsmarktlage (Vermittlungsmöglichkeit) bei der zuständigen AfA dann doch eine Arbeitsmarktrente zu erhalten.

Ansonsten würde es auf eine Teil-EMR hinaus laufen, mit der du ja jede andere dir genehme Arbeit (entsprechend der gesundheitlichen Einschränkungen) nachgehen kannst.


Grüße saurbier
 

Doppeloma

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Hallo saurbier,

Ansonsten würde es auf eine Teil-EMR hinaus laufen, mit der du ja jede andere dir genehme Arbeit (entsprechend der gesundheitlichen Einschränkungen) nachgehen kannst.

Bitte etwas sorgfältiger nachlesen, die Teil-EM-Rente gibt es ja schon bewilligt OHNE Befristung ...

Der vorhandene Arbeitsplatz ist bereits "angepasst", alles ist (bisher) geklärt, was diesen Bereich betrifft aber die AU für diese Teilzeit-Stelle läuft bisher auch weiter.
Dafür gab es bisher noch ALGI aus der Nahtlosigkeit, das wird aber auch bald enden und dann bekommt der TE nur noch die "halbe" Teil-EM-Rente wenn er nicht an den (angeblich geeigneten) Arbeitplatz zurück kehren wird und weiter AU geschrieben bleibt.

Der TE möchte dort nicht mehr arbeiten (egal ob das gesundheitlich von der DRV als zumutbar eingeschätzt wurde bisher), danach fragt aber Keiner wenn er selber den Arbeitsplatz aufgeben wird, bekommt er auch KEINE Arbeitsmarktrente.

Darüber sind wir uns ja schon alle einig und du hast auf ein BSG-Urteil dazu hingewiesen. was diesen Fakt auch bestätigt.
Die komplette Überprüfung ob er nicht die Volle EM-Rente bekommen müsste (weil es nun auch gesundheitlich Teilzeit nicht mehr geht) wäre der DRV zu überlassen.
Da muss er schon selbst den Antrag (auf "Änderung" in reguläre VOLLE EM-Rente) stellen und sollte auch gute medizinische Argumente dafür haben, denn "ich will da nicht mehr arbeiten" wird dafür nicht genügen. :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Daniel11

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Hallo Doppeloma, hallo saurbier,

vielen Dank für Eure Antworten.
Was würde ich nur ohne dieses Forum hier machen.

Doppeloma, noch zur Ergänzung, ja ich habe einen GdB von 50.
saurbier, kannst Du mir sagen wo ich das genannte Urteil des BSG nachlesen kann.

Grundsätzlich muss ich meine „Strategie“ dann wohl ändern.
Ich denke ich werde es so wie Doppeloma es vorgeschlagen hat mit einem neuen Antrag auf EM Rente probieren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ich nachdem ich bereits 2017 und 2018 in Reha war, auch in 2019 noch mal in Reha geschickt werde, vielleicht bekomme ich direkt einen Gutachtertermin.
 

Doppeloma

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Hallo Daniel11,

Doppeloma, noch zur Ergänzung, ja ich habe einen GdB von 50.

Das hatte ich nicht mehr in Erinnerung, dann kannst du eine Lösung über AG-Kündigung schon vergessen, der hat ganz sicher keine Lust sich dafür mit dem Intergrations-Amt anzulegen und ohne deren Zustimmung wäre eine Kündigung vom AG wirkungslos.
Dass du aktuell und womöglich noch länger AU sein könntest wird der AG nicht als Argument anführen können, ihm ist ja bekannt, dass du schwerbehindert bist und mit längeren Ausfallzeiten auch zu rechnen ist ...

saurbier, kannst Du mir sagen wo ich das genannte Urteil des BSG nachlesen kann.

Ich meine das auch schon mal gelesen zu haben, finde es aber im Moment nicht ... für einen Link wäre ich also auch sehr dankbar, die Frage kommt ja immer wieder mal auf.

Grundsätzlich muss ich meine „Strategie“ dann wohl ändern.
Ich denke ich werde es so wie Doppeloma es vorgeschlagen hat mit einem neuen Antrag auf EM Rente probieren.

Das dürfte wohl der einzig reelle Weg sein und die fortlaufende AU für den (vorhandenen) Arbeitsplatz belegt ja dann schon, dass es wohl gesundheitlich nicht passt, deine "persönlichen Probleme" mit der Rückkehr genau zu diesem AG solltest du dann aber besser für dich behalten.
Die Einlassungen deiner behandelnden Ärzte dürfen sich auch nicht konkret (nur) auf diesen Arbeitsplatz beziehen, es muss ihnen gelingen diese Arbeiten generell als geeignet in Frage zu stellen, denn es geht NICHT um den konkreten AG dabei, sondern NUR um deine gesundheitlichen Möglichkeiten / Einschränkungen diese Tätigkeit wenigstens noch Teilzeit ausüben zu können.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass ich nachdem ich bereits 2017 und 2018 in Reha war, auch in 2019 noch mal in Reha geschickt werde, vielleicht bekomme ich direkt einen Gutachtertermin.

Das kann man nicht beurteilen und voraus sehen wollen, für den Beweis dass doch noch eine teilweise Erwerbstätigkeit weiterhin möglich wäre, nimmt die DRV so Manches in Kauf ... eine EM-Vollrente (auf Dauer) wird bestimmt kostspieliger ... :icon_kratz:

Auch eine Begutachtung muss nicht so ausfallen wie du dir das wünschen möchtest, diese Gutachter werden immerhin von der DRV dann auch bezahlt und bekommen ganz sicher die bisherigen Reha-Berichte zur Auswertung mit vorgelegt ...
Du solltest also schon dem Antrag möglichst aussagefähige Behandlungs-Unterlagen der jüngeren Vergangenheit beifügen können (von deinen Ärzten ausgedruckt, NICHT extra geschrieben dafür), wo draus hervorgeht, dass dieser Arbeitsplatz eben auch nicht mehr "leidensgerecht" zu bewältigen ist für dich ... und du "dauerhaft" AU bleiben wirst dafür (aus ihrer ärztlichen Sicht).

Den Rest wirst du einfach abwarten müssen, aber deine Argumente dürfen immer nur die erforderlichenTätigkeiten betreffen und nicht diesen konkreten Arbeitsplatz bei diesem AG ... dann wird man dir auch nur raten dir einfach "eine entsprechende Tätigkeit bei einem anderen AG" zu suchen ... und sieht dieses Problem damit als "gelöst" an.

MfG Doppeloma
 

saurbier

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Hallo,

schau mal hier: Die Arbeitsmarktrente wegen teilweiser Erwerbsminderung

da gibt es ca. in der Mitte des Berichtes den Hinweis auf diverse Urteile - unter anderem die des BSG.

@ Doppeloma

Ansonsten würde es auf eine Teil-EMR hinaus laufen, mit der du ja jede andere dir genehme Arbeit (entsprechend der gesundheitlichen Einschränkungen) nachgehen kannst.

Diese Aussage bezog sich auf den Umstand, daß Daniel11 dann eben als Teil-EMR auf den allgemeinen Arbeitsmarkt jede seinen gesundheitlichen Einschränkungen passende Arbeit nachgehen darf, wenn man ihn dann überhaupt seitens der AfA vermitteln kann, so wie er sich ja auch eigenständig nach einem neuen Arbeitsplatz jederzeit umsehen darf. Da habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt.

Das er bereits eine unbefristete Teil-EMR bezieht war mir schon bekannt.

Sein Pech ist eben, daß er bereits einen Teilzeitarbeitsplatz als Teil-EMR inne hat, weshalb mal eine Arbeitsmarktrente vorläufig auszuschließen wäre.

Wie du natürlich schon richtig angemerkt hast, könnte ihm ggf. die Möglichkeit bleiben, daß seine Ärzte gesundheitliche Gründe anführen, welche ihm die Fortführung seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit im Betrieb für nicht Sinnvoll erachten. Ob das überhaupt möglich ist, ist allerdings fraglich, denn wir kennen ja nicht die speziellen Umstände hinsichtlich Krankheitsbild und Arbeitsanforderung. Das bliebe dann tatsächlich einem Gutachter der DRV überlassen, nur ob das dann positiv ausgeht - nun ja wir wissen ja wie die meisten DRV Gutachten ausgehen.

Vielleicht wäre es ja eine Überlegung wert, die DRV eine Prüfung des Arbeitsplatzes zu überlassen und abzuwarten ob der Arbeitgeber überhaupt bereit ist Daniel11 seine Arbeit wieder aufnehmen zu lassen, es kann ja genauso gut sein das der Arbeitgeber eben nicht bereit ist noch weitere Zugeständnisse zu machen. Dann hätte sich das Problem zumindest schon mal von selbst gelößt. Dann aber bliebe immer noch offen, ob eine Vermittlung seitens der AfA möglich ist oder eben nicht - bevor es zu einer Arbeitsmarktrente käme, denn auch hier gilt, wir kennen ja nicht den dortigen Arbeitsmarkt.


Grüße saurbier
 
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