Ende KG + Antrag ALG / Erwerbsminderungsrente ODER Abschlagfreie Rente mit Schwerbehinderten-Ausweis? / Antrag online?

Papiergruschtler

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Hallo ihr liebe Foristen und Moderatoren, Danke für Eure Arbeit! Bin neu hier und sehr dankbar für die vielen Informationen. Jetzt habe ich aber doch noch Fragen. Dazu meine Geschichte:

Ich war langjährig Vollzeit beschäftigt. Nach Unfall 2015: Mehrere Operationen, Verletztengeldzahlungen und Wiedereingliederungen. Nachdem ich dann ein paar Monate wieder Vollzeit gearbeitet habe, kamen andere Krankheiten dazu. Seit Januar 2018 durchgehend AU und Krankengeld. Jetzt kam von der Krankenkasse die Mitteilung zum Ablauf des Krankengeldes Ende Juli.

ALG-I-Ansprüche sind vorhanden (bin seit 30 Jahren beschäftigt). Ich habe einen Schwerbehinderten-Ausweis und könnte zum Dezember (also in ca. einem halben Jahr) abschlagfrei in Rente gehen. Wenn ich den Antrag bei der AfA auf Nahtlosigkeit nun stelle, was ist dann evtl. zu beachten? Es wird z.B. geraten, das Arbeitslosengeld so lange wie möglich zu kassieren, da sich damit Monat für Monat die spätere Rente erhöht. Lässt sich das überhaupt steuern? Oder kann man mich nötigen, die mir zustehende Rente für Schwerbehinderte gleich zu beantragen? Die Zeit bis zum regulären Rentenalter als Zurechnungszeit zu erhalten und erstmal Erwerbsminderungsrente zu beantragen, ist das für mich denkbar?

Noch ein Aspekt: Die Schwerbehinderung ist bis exakt Dezember 2019 attestiert. Sollte aufgrund gesundheitlicher Besserung oder amtlicher Fehleinschätzung diese nicht weiter über 2019 hinaus gelten, könnte mir das bei der Beantragung der abschlagfreien Rente für Schwerbehinderte Probleme bereiten, wenn alles verzögert wird?

Zuletzt interessiert mich noch, ob die Antragstellung im Onlineportal sinnvoll ist? Ich habe einen Zugang mit Personalausweis und könnte den Antrag auf ALG online ausfüllen. Eine tolle Anleitung, was genau angekreuzt werden muss (für die Nahtlosigkeit) habe ich ja hier gefunden.
 

Fabiola

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Zuletzt interessiert mich noch, ob die Antragstellung im Onlineportal sinnvoll ist?
So weit ich das hier wiederholt gelesen habe, eignet sich der Online-Antrag nicht für Ausgesteuerte (Nahtlosigkeitsregelung).
Und: Du solltest den (persönlichen) Antrag erst kurz vor der Aussteuerung (ca. 2 - 3 Wochen vorher) stellen. Andernfalls setzt Du Dich den z.T. unsäglichen Mühlen der Afa viel zu früh aus.
 

saurbier

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Hallo Papiergruschtler,

ALG-I-Ansprüche sind vorhanden (bin seit 30 Jahren beschäftigt). Ich habe einen Schwerbehinderten-Ausweis und könnte zum Dezember (also in ca. einem halben Jahr) abschlagfrei in Rente gehen.
Bist du dir wirklich sicher, daß dir die DRV überhaupt eine SchwerB-Rente gewähren würde.

Für die SchwerB-Rente muß man die Mindestversicherungszeit (35 Beitragsjahre) erfüllt haben, wäre das bei dir tatsächlich der Fall, weil du ja zuvor erwähnt hast das du 30 Jahre beschäftigt warst. Mir z.B. fehlten zum Zeitpunkt meiner ersten Rentenbewilligung Ende der 90er Jahre (Teil-EMR) noch 6 Monate für eine SchwerB-Rente welche ich erst im Nachhinein durch meine sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeit erreicht hätte, aber da ist fraglich ob das noch berücksichtigt würde.


Solltest du die Voraussetzungen ggf. nicht erfüllen, dann bliebe dir wohlmöglich ja ggf. noch eine EMR, sofern du dafür die notwendigen Voraussetzungen erfüllst (Reha mit entsprechender Begutachtung).

Falls du tatsächlich die Voraussetzungen für eine SchwerB-Rente erfüllen solltest, könnte es dir durchaus passieren, daß du dazu seitens der AfA durchaus aufgefordert wirst. Dies könnte sich schon daraus ergeben, daß du nach der Aussteuerung bei der KK dich nun bei der AfA meldest und man dich dort ggf. nach dem äD-Gutachten als Nathlosigkeitsfall betrachtet (§ 145 SGB III). Dann nämlich würde dich die AfA sicherlich auffordern binnen einem Monat einen Reha-/Renten-Antrag bei der DRV zu stellen und wenn diese dann anhand deiner dort mit dem Antrag eingereichten Unterlagen feststellt das du ja eine SchwerB-Rente beantragen kannst, dich ggf. auch dazu auffordern. Damit wäre dann dein Wunsch noch möglichst lange ALG-I zu erhalten hinfällig.

Etwas anders sähe es aus, wenn du eben die Wartezeit für eine SchwerB-Rente noch nicht erfüllt hättest, dann müßte die DRV entscheiden ob bei dir ggf. eine EMR in Frage käme, immer vorausgesetzt du hast bereits eine Reha hinter dir. Sofern du noch keine Reha bei der DRV gemacht hast, käme die zuvor bevor die DRV eine abschließende Feststellung bezügl. einer Rente treffen würde (im Regelfall Reha vor Rente, was jedoch nicht unbedingt zwingend ist). Da stünde dann jedoch immer noch die Frage im Raum, ob Teil-EMR oder eben volle EMR, denn selbst in deinem (unseren) Alter gibt es die noch lange nicht so einfach.

Falls dein SchwerB-Ausweis nur bis Ende 2019 befristet ist, erscheint dies auch nicht gerade so positiv, denn zumeist geschieht eine Befristung ja nur wenn man damit rechnet/hofft das sich wieder etwas positiv verändern könnte. Eine Einschätzung die wohlmöglich auch die DRV in Betracht ziehen könnte.

Du hast natürlich recht, daß wenn dein befristeter SchwerB-Ausweis nicht verlängert würde, dann würde dir ab da auch die Möglichkeit einer SchwerB-Rente genommen, dann bliebe halt nur noch eine EMR ganz gleich welcher Art.

In deinem / unseren Alter natürlich nicht gerade positiv, denn für eine Vermittlung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sähe es schon des Alters wegen nicht gerade positiv aus, leider.


Grüße saurbier
 

Papiergruschtler

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VIELEN Dank Fabiola und saurbier !!
Du solltest den (persönlichen) Antrag erst kurz vor der Aussteuerung (ca. 2 - 3 Wochen vorher) stellen.
Ok, dann lösche ich meinen Online-Zugang und gehe ohne Termin zu den Öffnungszeiten mit Ausweis und Aussteuerungsmitteilung der KK zum AfA? Und nehme den ausgehändigten Antrag mit nach Hause, fülle ihn aus und gebe ihn dann ab?
Bist du dir wirklich sicher, daß dir die DRV überhaupt eine SchwerB-Rente gewähren würde
Habe in der DRV-Rentenauskunft nachgesehen:
"Altersrente für schwerbehinderte Menschen ... Die Wartezeit für diese Rente beträgt 35 Jahre mit Beitragszeiten, Ersatzzeiten, Anrechnungszeiten und Berücksichtigungszeiten. Diese Wartezeit ist erfüllt." ... "Kein Rentenabschlag bei einem Rentenbeginn ab 01.12.2019".
Die erwähnten 30 Beschäftigungsjahre bezogen sich nur auf den letzten AG (ok, hätte ich schreiben sollen, damit rechnet heute ja keiner mehr... :sorry:)

Dann nämlich würde dich die AfA sicherlich auffordern binnen einem Monat einen Reha-/Renten-Antrag bei der DRV zu stellen und wenn diese dann anhand deiner dort mit dem Antrag eingereichten Unterlagen feststellt das du ja eine SchwerB-Rente beantragen kannst, dich ggf. auch dazu auffordern
Es wäre halt nur elegant, wenn es beim 1. Dezember auch wirklich bleibt, und ich nicht noch früher mit Abschlägen in Rente muss.

 

Fabiola

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... und gehe ohne Termin zu den Öffnungszeiten mit Ausweis und Aussteuerungsmitteilung der KK zum AfA? Und nehme den ausgehändigten Antrag mit nach Hause, fülle ihn aus und gebe ihn dann ab?
Ja, genau so.
Eine tolle Anleitung, was genau angekreuzt werden muss (für die Nahtlosigkeit) habe ich ja hier gefunden.
Perfekt. Bitte Punkt für Punkt so wie im genannten Musterantrag von @Doppeloma ausfüllen.
Bei Fragen dazu einfach hier in Deinem Thema melden.
 

saurbier

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Nun ja, ob die AfA mitspielt, das kann dir hier sicherlich keiner sagen, denn das wäre ein Blick in die Glaskugel.

Wenn du dich dort meldest und deinen ALG-I Antrag ab gibst, dann wird man dich sicherlich nach der Aussteuerung bei der KK umgehend zum äD-Gutachter schicken, daß bedeutet aber keineswegs das du dort persönlich untersuchst wird denn das kann auch per Aktenlage erfolgen.

Je nachdem zu welchem Schluss der Gutachter kommt (ggf. Nathlosigkeitsfall gemäß § 145 SGB III) wird dich dann die AfA auffordern binnen einem Monat einen Reha-/Renten-Antrag bei der DRV zu stellen. Da kommst du dann leider nicht herum, denn das wird so vom Gesetz vorgegeben. Da läge es dann durchaus in der Entscheidung der DRV ob man dir jetzt die SchwerB-Rente ab Dezember 2019 bewilligt oder doch eine EMR eben mit entsprechenden dauerhaften Abschlägen.

Für dich scheint es ggf. vorteilhaft die Zeit bis zum Dezember irgendwie zu überbrücken, nur das sind eben noch mehr als 6 Monate und ob da die AfA zu bereit wäre - nun das steht wieder in den Sternen.

Im Renten-Antragsformular R0100 kann man aber auch ohne weiteres auch ein Kreuz bei der SchwerB-Rente setzen. Dann würde die DRV eben prüfen. Da stünde dann die Frage im Raum, ob du ggf. jetzt bereit wärst einen Abschlag (ca. 1,8%) hinzunehmen, denn bei einer EMR egal ob Teil-/ oder volle EMR würde der ja weit mehr betragen und wir sollten hierbei bitte nicht vergessen du kommst jetzt bereits in den Genuss einer weit besseren Rente als noch unsereins (neuestes Rentenrecht). Ob dir da ggf. 20,-€/mtl. weniger (natürlich Lebenslang) was ausmachen, nun das kannst nur du selbst entscheiden.


Grüße saurbier
 
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Papiergruschtler

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Vielen Dank, saurbier !
Wenn ich mir die Schicksale und Probleme der Menschen in diesem Forum anschaue, dämmert mir, dass ich noch mit verhältnismäßig rosigen Voraussetzungen in den Ring der Bürokratiemühle steige…
....wir werden sehen was passiert, ich werde berichten…
Danke soweit schon mal!;)
 

Doppeloma

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Hallo Papiergruschtler, :welcome:

Wenn ich mir die Schicksale und Probleme der Menschen in diesem Forum anschaue, dämmert mir, dass ich noch mit verhältnismäßig rosigen Voraussetzungen in den Ring der Bürokratiemühle steige…
....wir werden sehen was passiert, ich werde berichten…
Damit hast du schon den "Kern der Sache" bei dir getroffen und ich kann mich meinem Vorschreiber nur anschließen und dich fragen warum du überhaupt noch darüber nachdenkst, dich (länger als nötig) auf den "Tanz" mit der AfA einzulassen nach der Aussteuerung ... ???

Es ist aber NICHT richtig, dass du auch (wahlweise) Rente für Schwerbehinderte beantragen "darfst" wenn die AfA dich (nach der ÄD-"Begutachtung" schriftlich auffordert Reha oder eine Rente wegen Erwerbsminderung zu beantragen. :icon_evil:
Dabei hofft ja die AfA darauf, dass es (rein theoretisch) noch eine rückwirkende Bewilligung von EM-Rente geben könnte und somit die Erstattung von Leistungen der AfA ... eine Rente für Schwerbehinderte beantragt man aber (in der Regel) erst für die Zukunft.
Über die sonstigen finanziellen Nachteile dieser Renten-Art wurdest du ja schon informiert, darf man fragen wie alt du konkret aktuell bist ???

Die "Verbesserungen" (der Zurechnungszeiten bei Erwerbsminderung) ab 01.01.2019 werden für dich kaum noch große Auswirkungen haben, denn eine "Hochrechnung" bis zur regulären Altersgrenze gibt es ja bisher gar nicht und das kann ja (bei dir) auch nicht mehr so viel ausmachen wenn du schon Ü 60 bist ...
Dafür zieht man dir insgesamt bis zu 10,8 % ab bei einer EM-Rente und das bleibt dann auch lebenslang so. :idea:

Ich gehe noch mal in deinen Erstbeitrag zurück, auch wenn davon Einiges schon beantwortet wurde ...

Ich war langjährig Vollzeit beschäftigt. ....... Seit Januar 2018 durchgehend AU und Krankengeld. Jetzt kam von der Krankenkasse die Mitteilung zum Ablauf des Krankengeldes Ende Juli.
ALG-I-Ansprüche sind vorhanden (bin seit 30 Jahren beschäftigt).
Soweit alles folgerichtig und wenn in deiner Renteninformation der Anspruch auf eine Rente wegen Schwerbehinderung schon festgestellt wurde, sind auch die Wartezeiten dafür bereits erfüllt, allerdings MUSS der Ausweis zum Zeitpunkt dieser Berentung auch immer noch gültig sein ...

Du schreibst ja von einer Befristung (des Schwerbehinderten-Ausweises) und das Risiko wäre mir zu hoch, wenn es aktuell (zum Ende des Jahres 2019) noch sicher möglich ist, diese Renten-Art in Anspruch zu nehmen.
Denn eine EM-Rente bekommt man nicht unbedingt, nur weil man die beantragen soll "auf Wunsch der AfA", das darf ich dir aus eigener Erfahrung bestätigen, zudem würde ich in deiner Situation die höheren Abschläge darauf nicht mehr in Kauf nehmen wollen ...

Jedenfalls nicht wenn es sich ganz einfach und problemlos vermeiden lässt. :icon_evil:

Ich habe einen Schwerbehinderten-Ausweis und könnte zum Dezember (also in ca. einem halben Jahr) abschlagfrei in Rente gehen.
Dann solltest du nicht mehr lange zögern den Antrag darauf auch offiziell zu stellen, das geht übrigens bei der DRV (mit Ausweis) sehr gut online, habe ich selber gemacht beim Antrag auf Übergang in die Altersrente letztes Jahr. :icon_daumen:
Dann kannst du diese Antragstellung (im Juli genügt) auch der AfA schon nachweisen und es wäre widersinnig wenn die dann noch einen Antrag auf EM-Rente verlangen würden ...
Den würde die DRV wohl auch gar nicht mehr bearbeiten (müssen) wenn bereits ein Antrag auf eine andere Rentenart von dir VORHER schon gestellt wurde.

Wenn ich den Antrag bei der AfA auf Nahtlosigkeit nun stelle, was ist dann evtl. zu beachten? Es wird z.B. geraten, das Arbeitslosengeld so lange wie möglich zu kassieren, da sich damit Monat für Monat die spätere Rente erhöht. Lässt sich das überhaupt steuern?
Du kommst ganz wie üblich zur AfA wegen der Aussteuerung aus dem Krankengeld (und beantragst deswegen dein ALGI), wenn du bereits einen Antrag auf die Rente wegen Schwerbehinderung laufen hast solltest du durchaus offen damit umgehen und mit etwas Glück wird dich die AfA bis zum Übergang in diese Rente dann in Ruhe lassen.

Denn ernsthaft "vermitteln" kann man dich (aus vielen Gründen) sowieso nicht mehr und der Zeitraum ist ja dann recht "überschaubar", wer bitte hat dir denn geraten lieber das ALGI noch "voll zu nutzen" anstatt recht bald deine Ruhe zu haben und dein Rentnerleben genießen zu können ???

Die AfA kann dafür auch verlangen, dass du dich um (andere) Arbeit kümmern sollst und sei es nur, um dir dein Dasein dort nicht zu leicht zu machen ... dass es völlig unrealistisch ist wissen die auch aber das werden sie dir gegenüber nicht zugeben ... es liegt IMMER NUR AN DIR ... 🙄

Oder kann man mich nötigen, die mir zustehende Rente für Schwerbehinderte gleich zu beantragen?
NEIN, dazu kann und darf dich die AfA NICHT zwingen aber man kann dir gerne dort das Leben so zur "Hölle" machen, dass du es freiwillig machen wirst spätestens zum Dezember, denn es ginge ja auch schon sofort mit sehr geringem Abschlag wie @saurbier schon angemerkt hat

Die AfA darf aber (gesetzlich nach SGB III) NUR verlangen eine reguläre Altersrente (also mit 65 + X Monaten) zu beantragen oder eben die EM-Rente die es aber NUR aus rein gesundheitlichen Gründen gibt, wenn überhaupt.

Die Zeit bis zum regulären Rentenalter als Zurechnungszeit zu erhalten und erstmal Erwerbsminderungsrente zu beantragen, ist das für mich denkbar?
Vergiss nicht, dass die DRV auch rechnen kann und eine EM-Rente bekommt man nicht mal eben so weil man meint das wäre "günstiger" für die eigenen Finanzen ... dazu hast du ja bereits Berichte gelesen und ich selbst musste auch fast 3 Jahre um die EM-Rente kämpfen.

Aber ich hatte keine andere Wahl (nach der Aussteuerung aus dem Krankngeld), damals war es für mich noch lange hin bis zur Altersrente (war erst Mitte 50) und einen Schwerbehinderten-Ausweis habe ich auch nie bekommen (habe es "nur" bis GdB 40 geschafft).

Noch ein Aspekt: Die Schwerbehinderung ist bis exakt Dezember 2019 attestiert. Sollte aufgrund gesundheitlicher Besserung oder amtlicher Fehleinschätzung diese nicht weiter über 2019 hinaus gelten, könnte mir das bei der Beantragung der abschlagfreien Rente für Schwerbehinderte Probleme bereiten, wenn alles verzögert wird?
Der Ausweis wurde nicht "attestiert" sondern befristet bewilligt und wenn man sich dazu so die neuesten Informationen durchliest, soll auch im Schwerbehinderten-Recht wieder mal so Manches "erschwert" (und noch genauer geprüft) werden ... da würde ich mich lieber nicht auf eine problemlose Verlängerung (nach aktuellem Ablauf) verlassen wollen. :icon_evil:

Wie lange die DRV dann braucht bis du den Bescheid bekommst ist dafür unwichtig, du stellst den Antrag zur Zahlung dieser Rente ab dem Tag "X" ( z.B. 01.12.2019 soll diese Rente beginnen) und das gilt dann auch, an diesem Tag "X" (also am 01.12.2019) MUSS dein Ausweis noch gültig sein ... was danach kommt ist völlig EGAL ...

Ab wann genau du diese Rente in Anspruch nehmen möchtest ist deine freie Entscheidung wenn du die Möglichkeit (lt. deinem Renten-Konto) bereits erworben hast, dann legst du selbst diesen Tag / Monat "X" fest und die DRV hat sich danach zu richten.
Zusätzliche Bedingung ist aber IMMER, dass der Schwerbehinderten-Ausweis an diesem Tag "X" auch noch gültig ist ...

Man könnte sich noch über Widerspruch und Klage gegen eine Aufhebung der Schwerbehinderung wehren aber wer möchte das schon unbedingt, wenn er das nur "passend" (und früh genug) planen braucht ... und diese Rente dann auch mit Sicherheit bewilligt bekommen muss ???

Der Antrag auf eine Altersrente (auch auf eine vorgezogene oder die wegen Schwerbehinderung) sollte ohnehin ca. 6 Monate vor dem geplanten Beginn gestellt werden, damit der Bescheid rechtzeitig da ist und die Zahlungen der Rente dann auch pünktlich aufgenommen werden.

Die AfA muss aus der Nahtlosigkeit noch bis zum Vormonat (also 11/ 2019) weiter ALGI zahlen und sollte sich was verzögern (bei der DRV) muss sie auch noch weiter zahlen und kann dann (ab Dezember) Erstattungen dafür von der DRV verlangen.
Kommt aber bei solchen Renten-Anträgen eher sehr selten vor wenn der Antrag früh genug gestellt wurde und das Rentenkonto bereits geklärt ist ...

Ob man da noch über (vielleicht) 20 € Rente mehr oder weniger lange nachdenken sollte, wage ich zu bezweifeln aber das ist nur meine persönliche Meinung denn der Gesundheit dient das in der Regel nicht und Niemand bekommt den "Garantieschein" für ein besonders langes Rentnerleben zusammen mit dem Bescheid geliefert. :icon_evil:

Zuletzt interessiert mich noch, ob die Antragstellung im Onlineportal sinnvoll ist? Ich habe einen Zugang mit Personalausweis und könnte den Antrag auf ALG online ausfüllen. Eine tolle Anleitung, was genau angekreuzt werden muss (für die Nahtlosigkeit) habe ich ja hier gefunden.
Dazu wurde dir ja schon geantwortet, der Online-Antrag ist völlig ungeeignet nach einer Aussteuerung auch wenn das gerne von den AfA-SB anders behauptet wird und angeblich schneller geht ...
Nach dem Absenden hast du keine Kontrolle mehr darüber wo dein Antrag bleibt und wann der überhaupt mal bearbeitet wird, es ist aktuell ohnehin noch viel zu früh dafür.

Auch dazu kannst du hier viel nachlesen, du hättest dich frühestens Anfang / Mitte Juli dort melden müssen, aktuell bist du noch weiter AU und die KK "ist dein Boss" und zahlt dir weiter Krankengeld bis zur Aussteuerung ... die AfA ist erst am Tag NACH der Aussteuerung für dich zuständig.

Das nimmt die AfA aber oft auch nicht mehr so ernst wenn man sich dort schon deswegen gemeldet hat und macht viele Dinge schon (Begutachtungen deines "Restleistungsvermögens" / Einladungen um über deine berufliche Situation mit dir sprechen zu wollen z.B.) , die eigentlich erst NACH der Aussteuerung erfolgen dürfen ...

MfG Doppeloma
 

ABSW

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Hallo,
ich würde dir dringend empfehlen dich bei der
Rentenversicherng beraten zu lassen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten.
Auch Probeberechnungen der einzelnen Rentenarten sind möglich.
Aufgrund der Neuregelungen der Erwerbsminderungsrenten ab 2019
EM-Rente 2019 höher als eine Altersrente: Neuregelung des § 89 SGB VI
Es müssen 2 Rentenanträge dann gestellt werden.
 

HermineL

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Auch Probeberechnungen der einzelnen Rentenarten sind möglich.
Aufgrund der Neuregelungen der Erwerbsminderungsrenten ab 2019
EM-Rente 2019 höher als eine Altersrente: Neuregelung des § 89 SGB VI
Es müssen 2 Rentenanträge dann gestellt werden.
Hierbei ist aber zu beachten das dies nur für Leistungsfälle zutrifft bei denen das Leistungs auslösende Ereignis in 2019 statt fand. Das Datum der Antragstellung ist hierbei nicht maßgebend. Das dürfte beim TE nicht der Fall sein da er schon länger krank ist und damit, wenn überhaupt, die Rente rückwirkend wäre so das er nicht in den Genuss der höheren Leistungen ab 2019 kommt.
 

ABSW

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Hallo HermineL,
Du liegst falsch.
Die Neuregelung ist am Tage nach der Verkündung am 05.12. 2018 in Kraft getreten,

Damit ist dies für 2018 bereits gültig.

Deshalb mein Vorschlag sich ausreichend beraten zu lassen.

Gruß
 

HermineL

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Du liegst falsch.
Die Neuregelung ist am Tage nach der Verkündung am 05.12. 2018 in Kraft getreten,
Ich liege absolut nicht falsch.

Damit ist dies für 2018 bereits gültig.
Stimmt da hast du Recht aber nicht für das komplette Jahr 2018 sondern ab 05.12.2018,

Losgelöst davon ist dabei nicht maßgebend wann man den Antrag stellt sondern wann das Ereignis respektive die Erkrankung die zur Erwerbsunfähigkeit führte eingetreten ist. Hat jemand z.B. im Sommer 2018 einen Schlaganfall der jetzt, im Mai 2019, zur Antragstellung auf eine EMR führt wird die DRV im Falle das es eine EMR Bewilligung gibt die Rente rückwirkend zum Sommer 2018 bewilligen. Damit ist auch das zu diesem Zeitpunkt geltende Recht maßgebend und nicht das Recht ab 2019. Hierbei spielt selbst bei einer Antragstellung im Mai 2019 es keine Rolle ob diese Änderung am 05.12.2018 oder zum 01.01.2019 in Kraft getreten ist.

Anders sähe das aus wenn der Schlaganfall nach dem 05.12.2018 als auslösendes Ereignis stattgefunden hätte.

Den Beginn einer EM-Rente kann man sich grundsätzlich nicht aussuchen, der Rentenfall ist von einem med. Ereignis abhängig, den der med. Dienst der Rentenversicherung feststellt. Das ist in der Regel das auslösende Ereignis, in meinem Beispiel der Schlaganfall im Sommer 2018.
 

HermineL

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Offtopic
Die Neuregelung ist am Tage nach der Verkündung am 05.12. 2018 in Kraft getreten,
Da muss ich noch ein gesondertes Danke nachschieben denn mir persönlich hilft dieser Hinweis auf den 05.12.2018 doch sehr denn, auch wenn ich schon länger krank bin, bei mir ist das auslösende med. Ereignis am 17.12.2018 gewesen und ich hatte mich schon mit der Rentenhöhe Stand 2018 abgefunden. Dies eröffnet mir doch neue Perspektiven wenngleich ich erst einmal abwarten muss was die DRV daraus macht.

Offtopic Ende
 

ABSW

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Hallo,
einige Beispiele zu Berechnungen der verschiedenen Rentenarten:

Es ist leider sehr vielschichtig.
Die einzelnen Beratungen bei div. Stellen zeigen aber, dass wenn
man das Thema nicht anspricht auch keine Beratungen dazu erhält.
 

saurbier

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Das ganze Spiel ist leider immer von der DRV und deren dortigen Mitarbeitern abhängig.

Leute ich kann euch dazu aktuell mal wieder ein gutes Liedchen singen, welche Knüppel die DRV einem in die Beine zu schmeissen bereit ist.

Mir lehnt man nun aktuell die Weiterbewilligung meiner Arbeitsmarktrente mit der abenteuerlichen Begründung ab, daß meine medizinischen Unterlagen es nicht mehr hergeben würden. Dabei interessiert es die SB´s auch einen Dreck, daß ich bereits ein Gerichtsurteil seit Ende der 90er Jahre habe, das mir eine unbefristete Teil-EMR zugebilligt hat - worauf man auch bis 2012 pünktlich zahlte. Nun will man offenbar die Umstellung der bisherigen Teil-EMR in eine Arbeitsmarktrente in 2012 dazu verwenden, daß die damals gerichtlich festgestellten orthopädischen Leiden (Rücken kaputt) heute - mehr als 20 Jahre später per Wunderheilung - nicht mehr existent sind und das bei einem Ü60.

In meinem persönlichen Fall scheinen die Herrschaften mit diesem neuerlichen Vorgang wohl auch noch ihren persönlichen Groll gegen mich abreagieren zu wollen, war ich doch schon Ende der 90er Jahre so dreist mit Erfolg gegen die DRV zu Klagen und oh Weg hat man vor kurzem erneut einen Prozeß gegen mich verloren und muß auf viele tausend Euro verzichten. Sorry aber anders kann man sowas leider nicht sehen, da man seitens der DRV ja bereits im hierzu voran gegangenen Widerspruchsbescheid mit Fett markierten Text anmerkte meine Arbeitsmarktrente (im Weiterbewilligungsverfahren) nochmals einer ganz genauen Überprüfung zu unterziehen.

Die Herrschaften scheinen aktuell einfach auf Streit vorprogrammiert zu sein, indem sie offenbar die Rentenzugänge nochmals einer schärfteren Prüfung unterziehen wo die gringste Ermessensausübung moglich ist, vielleicht um so die "explodierenden" Kosten reduzieren zu können. Klar die letzten Rentenreformen kosten der DRV eine Menge Geld, inzwischen wohl wieder einmal nur auf unsere Kosten - wie immer.

Aus der neueren Erfahrung heraus (die keineswegs auf jeden zutreffen mag) kann ich da Papiergrutschler doch nur dazu raten, gemäß dem Spruch - lieber den Spatz in Hand als die Taube auf dem Dach - zu verfahren.

Ja es mag ggf. die Möglichkeit bestehen, hinsichtlich der neuen Gesetzesänderungen und hier eben den o.g. Hinweisen eine etwas bessere EMR zu erhalten, nur wer sagt einem da ob die DRV überhaupt eine volle EMR bewilligen würde, also ob dazu tatsächlich die Anspruchsvoraussetzungen für gegeben sind. Mit einer SchwerB-Rente fällt dies aber weg.

Ein Arbeitskollege von mir hat damals als er die neue 63er Regelung in Anspruch nahm auch liebend gerne auf 60,-€/mtl. Rente verzichtet, hauptsache er konnte in Rente gehen und den Rest seines Lebens an den Kindern/Enkelkindern erfreuen. Es ist eben wie immer im Leben alles eine Frage der prioritäten.


Grüße saurbier
 

Papiergruschtler

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warum du überhaupt noch darüber nachdenkst, dich (länger als nötig) auf den "Tanz" mit der AfA einzulassen nach der Aussteuerung
siehe unten...
Ob man da noch über (vielleicht) 20 € Rente mehr oder weniger lange nachdenken sollte, wage ich zu bezweifeln
deutlich mehr als 20 €, es sind monatlich 1550 € stattt 1460 €, also 90 €mehr; Regelaltersrente danach 1590, also 130 € mehr (als die abschlagsfreie SchwerB-Rente).
EM-Rente 2019 höher als eine Altersrente: Neuregelung des § 89 SGB VI
Genau, aber entscheidend:
Die Neuregelung ist am Tage nach der Verkündung am 05.12. 2018 in Kraft getreten,
Damit ist dies für 2018 bereits gültig.
Das war's, mein Unfall war 2015. Danke für den Hinweis!
HATTE MICH OHNEHIN SCHON ENTSCHLOSSEN, KEINEN WEITEREN TANZ (Zitat Doppeloma) AUFZUFÜHREN UND DIE RENTE SOFORT ZU BEANTRAGEN. Mit der Hexenmaschinerie AfA/DRV/Ärzte/Gutachter/Sozialgerichte nichts zu tun zu haben, sollte einem einiges Geld wert sein (siehe auch Schilderung saurbier). Mir hat schon die Durchsetzung des GdB gereicht. Entsetzlich.
Bin in dies Forum gekommen, weil meine Krankenkasse per Brief gestresst hatte ("SOFORT beim Arbeitsamt melden") und mein Anwalt nicht erreichbar war.

DANKE FÜR ALLES!!!! :)
 

Fabiola

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Bin in dies Forum gekommen, weil meine Krankenkasse per Brief gestresst hatte ("SOFORT beim Arbeitsamt melden") und mein Anwalt nicht erreichbar war.
Demnach führen die gehäuft unsäglichen 'Stress-Schreiben' der KK wohl manchmal zu anderen Ergebnissen :icon_klatsch: als von der KK beabsichtigt.
Ironie an: :icon_party: Schade aber auch. :icon_party: Ironie aus.
 

saurbier

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Hallo Papiergrutschler,

deutlich mehr als 20 €, es sind monatlich 1550 € stattt 1460 €, also 90 €mehr; Regelaltersrente danach 1590, also 130 € mehr (als die abschlagsfreie SchwerB-Rente).
Diese Rechnung scheint mir aber doch etwas merkwürdig, denn wenn du jetzt die SchwerB-Rente in Anspruch nimmst, dann würden bei einer vorzeitigen Inanspruchnahme ja lediglich wenige Monate in Frage kommen, oder. Wie bitte soll es bei 0,3%/mtl. Abzug dann bitte zu so einem hohen Betrag kommen, wenn du die SchwerB-Rente ab Dezember 2019 beantragen kannst, das wäre von heute an gerechnet doch nur 7 Monate mal 0,3 gleich 2,1%.

Bei einer EMR gäbe es korrekt immer 10,8% Abzug und da ist der Betrag logisch lebenslang weit höher.

Und bitte, solche Dinge wie SchwerB-Rente oder gar EMR kann und darf man aus der notwendigkeit der Situation heraus bitte nicht mit der Höhe einer regulären Altersrente vergleichen. Ob du die Beträge tatsächlich bekommst, stellt sich doch erst heraus wenn der Tag X eingetreten ist, bis dahin sind es alles nur mögliche Hochrechnungen seitens der DRV.

Und ja, du hast natürlich recht, das du damit ggf. den ständigen Ärger mit der DRV und anderen umgehen kannst, wenn du jetzt den Antrag stellst.

In meinem zuvor schon oben geschilderten Fall läuft alles darauf hinaus das mir z.B. die DRV jetzt nach über 20 Jahren die Rente (trotz BU-Rentenurteil und 3 zwischenzeitlich negativer Rehas) nichts desto trotz streicht. Das bedeutet erneut ein langer Kampf vorm Sozialgericht und das mit inzwischen Ü60.


Grüße saurbier
 
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