• Herzlich Willkommen!
    Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.

    Wir sind das Erwerbslosen Forum Deutschland und befassen uns vor allem mit den Problemen bei Erwerbslosigkeit, Armut und gesellschaftlicher Benachteiligung.
    Das wichtigste Ziel ist, dass jeder zu seinem Recht kommt und diese nicht von den Behörden vorenthalten werden. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre gewonnenen Informationen an andere weiter tragen. Bei den vielen völlig willkürlichen Handlungen von Behörden - und besonders bei Hartz IV - müssen Betroffene wissen, wie sie sich erfolgreich wehren können.
    Was man als Erwerbsloser zur Abwehr von Behördenwillkür alles wissen muss.
    Genauso wichtig ist es, dass Sie mit dazu beitragen, dass dieses unsägliche Gesetz Hartz IV überwunden werden muss. Deshalb brauchen wir auch aktive Unterstützer, die durch zivilen Ungehorsam, bei Demonstrationen etc. sich für diese Ziele einsetzen. Hierzu geben wir regelmäßig Informationen heraus.
    Mit diesen Zielen haben wir hier viele Menschen versammeln können, welche offen über sich diskutieren und ihre eigenen Erfahrungen hilfsbereit anderen mitteilen. Am besten ist es, wenn Sie sich kurz fürs Forum registrieren und Ihre Probleme, Meinungen und Ideen schreiben Das geht ganz schnell, ist kostenlos und bringt Ihnen nur Vorteile. So werden Sie sicherlich auf Gleichgesinnte stoßen, welche gerne versuchen, Ihnen weiter zu helfen, damit Sie den richtigen Weg finden. Ebenso habe Sie damit Zugriff auf unsere Vorlagen zu Widersprüchen, Klagebeispiele etc... Hier können Sie sich registrieren.

    Hoffentlich finden Sie, was Sie suchen.

EM-Rente/ Mini-Job und die magische 3 Std- Grenze

Larsson

Elo-User/in
  Th.Starter/in  
Mitglied seit
2 Jan 2019
Beiträge
197
Gefällt mir
199
#1
Ich bin seit 2010 in EM- Rente, nach 3 Verlängerungen seit Juli 2018 dauerhat.
Schon während der Befristung habe ich nebenbei etwas gearbeitet. Ca. 6 Monate in Form einer Arbeitstherapie (2x2Std/Woche, Aufwandentschädigung 1€/Std) meiner behandelnden Institutsambulanz. Hatte auch 4 Monate einen offiziellen Mini-Job und habe 1x die Woche 6 Std gearbeitet, war aber zuviel für mich. Hatte das auch immer angegeben. Zu dieser Zeit war mir diese 3 Std-Grenze auch garnicht bewusst, die Rente hat das wohl auch nicht sonderlich interessiert.
Seit Juli 2017 bin ich Hausbesitzer, geerbt und Schuldenfrei. Einen Anspruch auf Grundsicherung besteht nicht. Soweit auch ok für mich. Aber ich bekomme ja keine horende Rente, zum Leben reicht es gerade so. Aber für ein Haus braucht es Rücklagen, von der Rente kann ich die nicht ansparen. Also habe ich mir notgedrungen einen Minijob gesucht, 2x 3Std/Woche.
Daraufhin bin ich auf diese 3Std-Regelung gestossen und war mir unsicher. Habe daraufhin einen Anwalt befragt, der riet mir ab. Aber ich muss nun mal meine Existenz sichern und es ist nun mal so, dass Arbeitgeber nun mal mind. 3Std/Tag vorraussetzen.
Ich habe etwas rechachiert, der Bundesbeauftragte der Bundesregierung machte folgende Aussage:
Man gehe grundsätzlich von einer 5 Tage-Woche aus und darf daher keine 15 Wochenstunden arbeiten. Solle aber die Rentenversicherung fragen.
Hier mal ein Link eines Renteberaters:Rente wegen voller Erwerbsminderung
Hier geht man auch von einer 5 Tage-Woche aus.

Ich habe daraufhin meine Rentversicherung informiert, dass ich beabsichtige 2x 3Std/Woche zu arbeiten beabsichtige. Dass dies meine persönliche Grenze aufgrund meiner Gesundheit ist, ich aber zur Existenzsicherung gezwungen bin und wie mein Verdienst ist.
Mit der Bitte, ob etwas dagegen spräche.
Die Antwort:
Da ich die Hinzuverdienstgrenze nicht überschreite, spricht nichts dagegen, sie behalten sich aber offen, den Hinzuverdienst zu prüfen. Ok, können sie gerne tun, ich komme da niemals nicht drüber.

Zum gesundheitlichen Aspekt haben sie natürlich nichts geschrieben, aber steht ja schon im Bescheid, dass sie sich offen halten diesen zu überprüfen.

Ich werde wohl weiterhin mit meiner Angst leben müssen, dass sie aufgrund des Minijobs auf dumme Gedanken kommen.

Habt ihr dahingehend Erfahrungen gemacht?

Im Prinzip ist die Aussage basierend auf einer 5 Tage-Woche ja nachvollziehbar. Ab 15 Wochenstunden handelt es sich um eine sozialversicherungspflichtige Arbeit.
Und wenn jemand 6Std die Woche arbeitet, kann ja nicht von Erwerbsfähigkeit sprechen.
 

Ularfa

X X X

Elo-User/in
Mitglied seit
8 Dez 2018
Beiträge
67
Gefällt mir
39
#2
Daraufhin bin ich auf diese 3Std-Regelung gestossen und war mir unsicher.
Das ist eigentlich alles ganz einfach. Bei voller EMR kannst du (theoretisch) unter 3 Stunden täglich (5 Tage Woche) einer Beschäftigung nachgehen. Was nichts anderes heisst wie, 2 Stunden 59 Minuten ist OK, aber 3 Stunden wäre schon nicht mehr OK. Man kann auch nicht einen Tag für 5 Stunden gehen, oder so etwas.

Das andere ist dann der Hinzuverdienst den man erzielen darf ohne das man seine Rentenzahlung gefährdet, oder angerechnet wird.
 

axellino

Mitarbeiter
Super-Moderator/in
Mitglied seit
30 Jul 2013
Beiträge
2.236
Gefällt mir
1.718
#3
dass ich beabsichtige 2x 3Std/Woche zu arbeiten beabsichtige
Genau genommen und da schreibe ich Dir ggfls. auch nix neues, wer nur noch "weniger" als 3 Stunden täglich arbeiten kann, gilt als voll erwerbsgemindert und hätte ggfls. Anspruch auf eine Volle Erwerbsminderungsrente, also Obacht !!
Hunde können gefährlich werden. Solange sie schlafen, geht aber keine Gefahr von ihnen aus ;)

Ich werde wohl weiterhin mit meiner Angst leben müssen, dass sie aufgrund des Minijobs auf dumme Gedanken kommen.
Habt ihr dahingehend Erfahrungen gemacht?
Ich nicht oder ebend noch nicht, stecke aber auch gewissermassen in so einer innerlichen Zwickmühle wie Du, nur ebend nicht als Hausbesitzer :wink:
Bezug einer unbefristeten v. Erwerbsminderungsrente, davon ist Kindesunterhalt zu entrichten und der alle 14 Tage stattfindende Umgang mit meiner Tochter zu finanzieren, aus den ollen Beitragsservice komme auch nicht raus und auf aufstockende Leistungen zur Rente habe ich keinen Anspruch, alles schon mehrfach durchgekaut, SGB Xll o. Wohngeld, bin paar Euro drüber und die von mir zu entrichtende Warmmiete, hält derzeit den Angemessenheitskriterien nicht stand und übersteigt diese um einige Euros.
Somit habe ich natürlich finanziell auch ganz schön knapsen und ggfls. kleine Rücklagen bilden, falls ggfls. mal die Waschmaschine etc. ihren Geist aufgibt, ist, wie auch eine grossartige Teilnahme am Sozialen Leben, gar nicht oder kaum zu denken.

Ich habe schon einige Minijobs auf meine Suche hin angeboten bekommen, 5-6 Woche je zweieinhalb Stunden für eine Grossbäckerei Waren ausfahren, 3-4 Woche je 2-3 Std. putzen gehen etc. Pipapo.
Doch in allen, wenn es diesbezüglich konkret wurde, ging mir der :poop: in der Hose und ich habe gekniffen.
Natürlich ist mir bekannt, das eine Aberkennung einer unbefr. v. Erwerbsminderungsrente für die DRV nicht so einfach ist, nach Widersruch darauf, müssten die erstmal klagen und bis abschliessend rechtskräftig darüber entschieden wurde, könnten durchaus ggfls. Jahre ins Land gehen und solange müsste die von ihnen einmal anerkannte Rente weiter bezahlt werden.
Ich kann mich natürlich im ganzen nicht beklagen, im Gegensatz sicher zu manch anderen, abgesehen mal von der unheilbaren chronischen Erkrankung, und zwar, was die Höhe der mir zugesprochenen Rente betrifft und das ich mich somit nicht ggfls. mit den Sozialamt rumschlagen brauch, jedoch so finanziell bis zum Lebensende rumknapsen und allen was ebend damit verbunden ist, möchte ich eigentlich nicht mehr und darum, muss ein kleiner finanzieller Aufschlag und wenns auch nur ein kleiner ist, aufstockend zur Rente her und das war diesmal auch mein Neujahrswunsch, den ich auch angehen werde und auch schon dabei bin.

Nun, habe mich auch mal hier ausgelassen, aber Du siehst, Du hast hier gewissermassen ein Gleichgesinnten getroffen und die Entscheidung ob wir ein Minijob im gesetzlich erlaubten Rahmen zu unser zugesprochenen Rente machen, können wir im ganzen sowieso nur selbst treffen.
Meine dazu ist gefallen und ich werde mir ein Minijob suchen und diesen dann auch antreten und nicht mehr davor kneifen, denn so wie bisher, gehts für mich auch nicht mehr weiter und auch, wenn mir in Foren oder von der DRV telefonisch, schriftlich oder in deren Rentenchat bestätigt wird, ein Minijob im gesetzl. Rahmen zur Rente wäre unschädlich und ich trete einen an und irgendwann daraufhin meint die gute DRV, ach axellino kann täglich eine halbe Stunde länger arbeiten und somit steht ihn nur noch eine teilweise Erwerbsminderungsrente zu, na dann sollen die doch klagen, die Hürde müssen sie erstmal knacken und dieses aber ganz gewiss nicht ohne Gegenwehr ;)

Viele Grüße
axellino
 

Ularfa

X X X

Elo-User/in
Mitglied seit
8 Dez 2018
Beiträge
67
Gefällt mir
39
#4
Bezug einer unbefristeten v. Erwerbsminderungsrente, davon ist Kindesunterhalt zu entrichten und der alle 14 Tage stattfindende Umgang mit meiner Tochter zu finanzieren, aus den ollen Beitragsservice komme auch nicht raus und auf aufstockende Leistungen zur Rente habe ich keinen Anspruch, alles schon mehrfach durchgekaut, SGB Xll o. Wohngeld, bin paar Euro drüber und die von mir zu entrichtende Warmmiete, hält derzeit den Angemessenheitskriterien nicht stand und übersteigt diese um einige Euros.
Da kann ich dir die Hand reichen, dachte gerade ich lese etwas von mir selber. Lediglich Tochter müsste ich mit Sohn austauschen.
 

Larsson

Elo-User/in
  Th.Starter/in  
Mitglied seit
2 Jan 2019
Beiträge
197
Gefällt mir
199
#5
Ich habe schon für mich überlegt, was ich gesundheitlich überhaput leisten kann und was dann bei rum kommt finanziell. Ich hatte ja mal einen Minijob im erlernten Beruf, wie gesagt 1x die Woche 6 Std, die Rente hatte daran keinen Anstoß genommen, sonst hätte sie wohl nicht verlängert. Ich musste aber feststellen, 6 Std am Tag schaffe ich nicht, auch nicht wenn nur 1x die Woche. Chef hatte Verständnis und wir machten 2x 3Std draus. Aber auch das schaffte ich nicht, der Beruf war zu anspruchsvoll für meine Konzentration.
Ich könnte auch nicht 5 Tage die Woche arbeiten und sei es unter 3 Std, das ist mir zu viel. Ich kann nicht so oft raus unter Menschen, das überfordert mich, ebenso.
Ich hatte vor meiner anerkannten Ausbildung in der Sytemgastronomie gearbeitet, sogar in leitender Funktion. Da gibt es verschiedene Tätigkeitsfelder und nicht jedes kann ich erfüllen. Angefragt habe ich trotzdem, da es ein Arbeitsfeld gibt, welches ich leisten kann und es hat geklappt.
Ich denke, sollte mir die RV da ans Bein pissen wollte, was ich nicht glaube, hätte sie längst gekonnt, dann gibt es genug Argumente.
Ich bin nicht Erwerbunfähig, sondern erwerbsgemindert
3Std/ tägl. bezieht sich auf eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit, sprich 15Std/Woche (sagt selbst der Bundesbeauftragte und die haben die Gesetze gemacht, allerdings wie immer mit Interpretationsspielraum)
Ich arbeite nicht tägl. bezogen auf eine normale 5-Tage Woche, sondern nur 2 Tage die Woche
Ich bin nicht in der Lage 5 Tage die Woche zu arbeiten, nicht 6 Std und mehr, aber auch nicht 1-3Std.
Ich fühle mich gerade so in der Lage 2 Tage die Woche zu arbeiten, aber auch nicht mehr als 3 Std, und ich hoffe, dass ich es durchhalte.
Und letztlich glaube ich auch, dass es darauf ankommt, welche regionale RV dahinter steckt, da scheint es auch Unterschiede zu geben.

Axellino, ich hoffe du findest etwas, was du leisten kannst. Ich liege wie du nicht allzuviel über der Grenze, würde ich Grundsicherung beziehen, würden Instandhaltungskosten durchaus übernommen fürs Haus. Ich bin aber froh, dass ich nicht zum Sozialamt muss.
 

Larsson

Elo-User/in
  Th.Starter/in  
Mitglied seit
2 Jan 2019
Beiträge
197
Gefällt mir
199
#6
neues, wer nur noch "weniger" als 3 Stunden täglich arbeiten kann, gilt als voll erwerbsgemindert und hätte ggfls. Anspruch auf eine Volle Erwerbsminderungsrente, also Obacht !!
Genau an dieser Aussage scheiden sich ja die Geister. Es heisst täglich, nicht am Tag. Täglich setzt für mich eine 5 Tage Woche vorraus.
 

Ularfa

X X X

Elo-User/in
Mitglied seit
8 Dez 2018
Beiträge
67
Gefällt mir
39
#7
Täglich setzt für mich eine 5 Tage Woche vorraus.
Ja, aber wohl nur für dich, ich denke die Beurteilung des Restleistungsvermögen ist eindeutig. Einfach mal einen Blick in das Gutachten der DRV werfen, da steht das eindeutig drin. Da gibt es nur Definitionen von:
  • 6 Stunden und mehr
  • 3 bis unter 6 Stunden
  • Unter 3 Stunden
Kein Spielraum für Spekulationen oder eigene Definitionen
 

Larsson

Elo-User/in
  Th.Starter/in  
Mitglied seit
2 Jan 2019
Beiträge
197
Gefällt mir
199
#8
einen Blick in das Gutachten der DRV werfen, da steht das eindeutig drin. Da gibt es nur Definitionen von:
  • 6 Stunden und mehr
  • 3 bis unter 6 Stunden
  • Unter 3 Stunden
Dafür brauche ich das Gutachten nicht. Das ergibt ja schon aus dem Bescheid "volle Erwerbsminderungsrente" Und ein Gutachten liegt mir nicht vor.

Ich beziehe mich im Ernstfall auf den Bundesbeauftragten, auf dessen Seite steht, dass sich das unter 3Std tägl. auf eine 5 Tage- Woche bezieht, ich arbeite aber nicht täglich und somit nicht 5 Tage die Woche.
 

Larsson

Elo-User/in
  Th.Starter/in  
Mitglied seit
2 Jan 2019
Beiträge
197
Gefällt mir
199
#10
Hier mal die Antwort vom Beauftragten der Bundesregierung für Menschen mit Behinderung:

"Allgemein können wir Ihnen mitteilen, dass die Bewilligung einer vollen Erwerbsminderungsrente neben den versicherungsrechtlichen Bestimmungen voraussetzt, dass Ihr Restleistungsvermögen täglich unter 3 Stunden liegt, ausgehend von einer 5-Tage Woche. Dieses stellt somit die Grundlage dar, um eine volle Erwerbsminderungsrente erhalten zu können.

Beim Hinzuverdienst geht es in erster Linie um die Höhe des Hinzuverdienstes und erst dann um die Arbeitszeit. Wenn Sie jedoch über Ihr festgestelltes Restleistungsvermögen hinaus arbeiten, kann Ihr Rentenanspruch sogar ganz entfallen.

Das Restleistungsvermögen liegt bei der Rente wegen voller Erwerbsminderung unter drei Stunden täglich.

Nur wenn Sie mehr arbeiten, gefährden Sie unter Umständen Ihren Rentenanspruch.

Entsprechend Ihre Angaben, liegt keine tägliche Arbeitszeit von 3 Stunden vor. Es ist nicht davon auszugehen, dass Sie Ihren Rentenanspruch gefährden."


Wie gesagt, meine Angabe war 2 Tage jeweils 3Std, genauso hatte ich es der RV auch mitgeteilt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Ularfa

X X X

Elo-User/in
Mitglied seit
8 Dez 2018
Beiträge
67
Gefällt mir
39
#11
@Larsson
Auf welche Art und Weise und auf wessen Aussage, oder allgemeine Angabe, jemand seine EMR gefährdet, muss ja jeder selber wissen. Ein Beauftragter der Bundesregierung wäre jetzt nicht mein Fall das zu glauben.
Ich weiss von EM Rentnern, welche zum Zuverdienst aufgrund geringer Rente angewiesen waren und über den 3 Stunden Arbeitszeit waren. Was dann zur Überprüfung und Neubewertung der EMR geführt hat.
 

Larsson

Elo-User/in
  Th.Starter/in  
Mitglied seit
2 Jan 2019
Beiträge
197
Gefällt mir
199
#12
Auf welche Art und Weise und auf wessen Aussage, oder allgemeine Angabe, jemand seine EMR gefährdet, muss ja jeder selber wissen. Ein Beauftragter der Bundesregierung wäre jetzt nicht mein Fall das zu glauben.
Ich weiss von EM Rentnern, welche zum Zuverdienst aufgrund geringer Rente angewiesen waren und über den 3 Stunden Arbeitszeit waren. Was dann zur Überprüfung und Neubewertung der EMR geführt hat.
Ja, wie gesagt, sicher kann man nicht sein. Bin ich auch nicht. Interessanterweise gibt ausgerechnet die RV dazu überhaupt keine klare Aussage, das Einzige was die sagen, selbst auf schriftl. Nachfrage, "wie behalten uns vor, das erneut zu prüfen." Prüfen können sie ja, habe ich nix dagegen.
Und wenn sie auf die Idee kommen sollten, plötzlich etwas anderes zu bescheiden, dann muss ich kämpfen.

Und wie gesagt, die RV weiss, dass ich 2x3Std arbeite, genauso habe ich das mitgeteilt.

Paragraph 43 SGB sagt:
" voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Begingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens 3 Std tägl. erwerbstätig zu sein."
Die "üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes" hat der Gesetzgeber schwammig ausgedrückt. Für mich sind das, eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit, die m Allgemeinen eine 5 Tageswoche vorraussetzt.
 

saurbier

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
7 Mrz 2013
Beiträge
2.791
Gefällt mir
1.892
#13
Hallo Larsson,

also ich konnte mir diese unsinnige Gesetzeslage damals bei meinem BU-Verfahren aus erster Hand vor Gericht anhören. Als es dann endlich mal zum Prozeß kam wegen meiner BU-Verrentung (Reha war im Sommer 1998) kam, war bereits die unsägliche Umstellung auf diese Zeitgrenzen im neuen Rentenrecht gesetzt.

Aus meiner Prozeßerfahrung und genau der dortigen Argumentation der Rentenversicherung kann ich nur jedem dringend anraten, die Zeitgrenzen immer im Auge zu behalten. Auch bei mir argumentierte die DRV damit und versuchte so eine Ablehnung meiner Rente. Nun ihr Pech waren halt die gesammten Umstände (plötzlicher Abbruch einer Umschulung seitens der DRV mit der Verweigerung sie erneut anzugehen), die den Richter mächtig sauer machten so das er kurz entschlossen einen Schlussstrich setze.

In meinem Verfahren war zuerst eine Teil-EMR ins Auge gefaßt worden, was eben genau an der jetzt zeitlichen Einschränkung scheiterte (kann ja noch 6 Std./tägl. arbeiten) woraufhin man mir dann aufgrund der überdurchschnittlichen beruflichen Qualfikation dennoch die BU zubilligte.

Schon damals wurde restriktiv auf die zeitlichen Grenzen abgestellt, was der Richter auch mit den Worten bestätigte - da muß man eben irgendwo eine Grenze einziehen -.

Also wer eine volle EMR erhält, sollte immer daran denken das er diese nur deshalb erhält weil er eben keine 3 Std./tägl. arbeiten kann. Ob er jetzt 2 Std. und 59 Min. arbeiten kann, nun das hat man ja nicht expliziet geprüft, weil alles unterhalb von 3 Std. nicht zu disposition stand/steht.

Ich kenn das aus eigener Erfahrung wie schwer es jetzt ist, hier eine passende Arbeitsstelle für einen Minijob zu finden, aber es gibt solche Minijobs. Ich z.B. gehe so einem seit Jahren nach - selbst wenn es zu Lasten meiner Gesundheit geht, denn im Anschluss muß ich mich immer erst mal hinlegen und erholen. Allerdings wollen wir nicht vergessen, die wenigsten EMR sind finanziell so gut gestellt das sie ein wirklich auskömmliches Leben führen können, da fehlt es immer an Kleinigkeiten und sei es nur für Rücklagen.

Letztendlich ist es inzwischen dank dem Mindestlohn aber auch so, daß eigentlich ja keiner mehr diese Zeitgrenze überschreiten dürfte, denn 450,-€/mtl. geteilt durch aktuell 9,19 € sind immerhin 48,96 Std./mtl. und diese durch 4,33 geteilt (Wochenschnitt aufs Jahr gerechnet) ergibt 11,30 Wochenstunden was wiederum bei einer 5 Tagewoche lediglich noch 2,26 Std./tägl. ergibt.

Was man persönlich mit dem Chef in einem Arbeitsvertrag niederschreibt, bleibt letztlich immer den Vertragspartnern überlassen, genauso wie man dann alles umsetzt. Für die DRV zählt im Falle des Falles nur das was schriftlich vorliegt. Eine einzige Ausnahme dürfte lediglich dann gegeben sein, wenn man einen Minijob nachgeht, den man schon aus gesundheitlichen Gründen gar nicht nachgehen kann, da dürfte die DRV im Falle eine Prüfung bestimmt sehr hellhörig werden und ganz genau nachschauen/prüfen.

Also mein persönlicher Rat, seit auf der Hut, denn was tausend mal gut gegangen ist - kann auch einmal schief gehen.

Und bitte noch eins, was im Falle einer aus rein gesundheitlichen Gründen vollen EMR gilt, gilt natürlich nicht für die Fälle wo eine volle EMR nicht nur aus gesundheitlichen sondern auch wegen der Verschlossenheit des Arbeitsmarktes bewilligt wurde. Bei Arbeitsmarktrentner gilt nur die 15 Wochenstunden Grenze, denn ab der gilt man bereits als erfolgreich in Arbeit vermittelt. Arbeitsmarktrentner dürfen durchaus bis zu 5 Std. und 59 Min. tägl. arbeiten, aber eben in einer 5-Tagewoche lediglich 14 Std. und 59 Min. (theoretisch also 3 Tage á 5 Std.) immer unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Einschränkungen, sofern sie ihre Rente nicht verlieren möchten. Trotzdem würde ich persönlich auch da zu nicht mehr als 2 Std. und 59 Min. raten.


Grüße saurbier
 

Kerstin_K

Star VIP Nutzer/in
Mitglied seit
11 Jun 2006
Beiträge
12.828
Gefällt mir
6.674
#14
Und bitte noch eins, was im Falle einer aus rein gesundheitlichen Gründen vollen EMR gilt, gilt natürlich nicht für die Fälle wo eine volle EMR nicht nur aus gesundheitlichen sondern auch wegen der Verschlossenheit des Arbeitsmarktes bewilligt wurde. Bei Arbeitsmarktrentner gilt nur die 15 Wochenstunden Grenze, denn ab der gilt man bereits als erfolgreich in Arbeit vermittelt. Arbeitsmarktrentner dürfen durchaus bis zu 5 Std. und 59 Min. tägl. arbeiten, aber eben in einer 5-Tagewoche lediglich 14 Std. und 59 Min. (theoretisch also 3 Tage á 5 Std.) immer unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Einschränkungen, sofern sie ihre Rente nicht verlieren möchten. Trotzdem würde ich persönlich auch da zu nicht mehr als 2 Std. und 59 Min. raten.
Kannst du den letzten Satz mal begründen?
 

Larsson

Elo-User/in
  Th.Starter/in  
Mitglied seit
2 Jan 2019
Beiträge
197
Gefällt mir
199
#15
Danke für deine Einschätzung Saubier. Für mich stellt sich das halt, ganz ab von dem, was die RV sagt halt folgendermassen da.
Ich bekomme Mindestlohn, für mich auch ok. Wenn ich auf ca. 250€ kommen will, denn das ist das was ich brauche, dann muss ich mind. 6 Std die Woche arbeiten. Natürlich ist das durch 3 teibar, so dass ich auf 3 Tage für 2 Std käme. Das ist mir aber schon ein Tag zuviel, 2 Tage sind schon Herausforderung, weil ich es nicht gut aushalte unter vielen Menschen. Am liebsten wäre mir 1 Tag die Woche, aber 6 Std am Stück ist konzentrations- und stressmässig ein Problem.
Natürlich muss man eine allgemeine Obergrenze ziehen, aber da ist das Individium mit seiner eigenen Erkrankung nun mal nicht erfasst.
Und ich muss dieses Geld verdienen, denn eine neue Heizung zahlt mir keiner.
Und Gesetze sind meist nicht sehr genau definiert, auch dieses nicht. Es bleibt Spielraum für Auslegungen. Somit kann jede Institution seine eigene Rechtsordnung daraus machen, ist auch so gewollt. Und über diese 3Std-Regelung gibt es m. Wissens noch kein Urteil.
Ich hatte es mal 2016 erlebt, da erlies SH ein neues Hundegesetz, das Hunde so gekennzeichnet sein müssen, dass der Halter zu ermitteln ist. Daraufhin erlies die Hansestadt Lübeck eine Rechtsverordnung und definierte: Hunden müssen mit einer Kennzeichnung versehen werden, wo Name und Adresse des Halters draufstehen.

Nach langem suchen habe ich diesen Link wiedergefunden:
Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel - Erwerbsminderungsrente
 
Oben Unten