EM-Rente im Widerspruchsverfahren und ALG1

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

schubertbonn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Januar 2016
Beiträge
12
Bewertungen
1
Hallo,
wer kann mir bitte helfen?

Fakten:
EM-Rente Juli 2015 beantragt, läuft im Widerspruchsverfahren beim VdK
Ausgesteuert Ende Januar 2016
Arbeitslosgemeldet 29. Jan. 2016
ALG1-Bewilligung bekommen, nach §136, SGBIII, also keine Nahtlosigkeit, ist auch nicht so wichtig
Was bedeutet im Schreiben "Begutachtung durch Ärztlichen Dienst" der Passus "Ab sofort müßen Sie alle Arbeitsunfähigkeiten mitteilen und durch ärztliche Bescheinigungen nachweisen?
Ich bin ja bereits seit September 2014 arbeitsunfähig und bekomme laufend die neue AU vom Orthopäden. Muß ich diese Becheinigungen jetzt einreichen?

Vielen Dank.
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.183
Hallo Cerberus,

Klar, wenn Du AU geschrieben wirst, reichst Du das Exemplar für den Arbeitgeber bei der AfA ein.

das ist leider NICHT korrekt, wenn man nach der Aussteuerung bei der AfA ist und ALGI bekommt DARF man KEINE AU mehr einreichen bei der AfA, sonst ziehen die nach 6 Wochen den § 146 SGB III und schicken den Betroffenen zur "Krankengeldzahlung" an die KK zurück.

§ 146 SGB III Leistungsfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit

Da bekommt er aber NIX, weil er bereits ausgesteuert wurde für diese Krankheit also bitte genau lesen warum jemand ALGI bezieht ... nach einer Aussteuerung muss man sich immer mit seinem "Restleistungsvermögen" der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen, da darf man nicht komplett krank sein also gibt es auch KEINE AU FÜR DIE AFA ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.183
Hallo schubertbonn,

ALG1-Bewilligung bekommen, nach § 136, SGBIII, also keine Nahtlosigkeit, ist auch nicht so wichtig

Doch das ist sogar SEHR wichtig, im leistungsbescheid steht immer der § 136 SGB III, das bedeutet aber nicht, dass du nicht wegen der Nahtlosigkeit nach § 145 SGB III das ALGI bekommst, denn sonst hast du (bei weiterer Krankheit) nach der Aussteuerung überhaupt keinen Anspruch auf ALGI.

Das ist KEIN "Ersatzkrankengeld", die Nahtlosigkeit ergibt sich alleine schon aus der Tatsache der Aussteuerung UND dem gestellten Antrag auf EM-Rente auch wnn der aktuell bersit im Widerspruch ist handelt es sich weiterhin um ein "schwebendes" Rentenverfahren, lass dir dazu auch von der AfA nichts Anderes erzählen.

Die haben allerdings jetzt schon Angst um ihr Geld, weil die DRV zunächst keine Rente zahlen wird, also ist auch nicht mit Erstattungen von ALGI bei Beginn einer EM-Rente zu rechnen.
Man wird also gerne jede Möglichkeit nutzen dich vorzeitig aus der Leistung los werden zu können und die "Vorgaben" für deinen Arzt (wann der dich noch AU schreiben darf nach Meinung der AfA) gehört leider schon dazu.

Was bedeutet im Schreiben "Begutachtung durch Ärztlichen Dienst" der Passus "Ab sofort müßen Sie alle Arbeitsunfähigkeiten mitteilen und durch ärztliche Bescheinigungen nachweisen?

Hole dir bitte eine Kopie des kompletten Gutachtens (Teil A und Teil B) direkt beim Med. Dienst der AfA (dein SB bekommt nur den Teil B) ... dann wirst du wissen warum man meint du hast (eigentlich) gar nicht mehr krank zu sein bei der AfA ... die versuchen dann immer dafür zu sorgen dass du länger als 6 Wochen eine AU abgeben wirst und man dich dann wieder abgeben kann...

Nur wird die KK auch nicht mehr zahlen, weil du dort ja immer noch nicht gesund bist ...

Ich bin ja bereits seit September 2014 arbeitsunfähig und bekomme laufend die neue AU vom Orthopäden. Muß ich diese Becheinigungen jetzt einreichen?

Mach das auf keinen Fall so wie die AfA das jetzt gerne hätte, deinem Arzt brauchst und solltest du solchen Unsinn gar nicht erst vorlegen, die AfA hat deinem Arzt keine Vorschriften zu machen.
Zu Meldeterminen musst du aber hin, denn deine aktuelle AU darf dafür nicht mehr verwendet werden (bei der AfA) natürlich bleibst du weiter AU geschrieben, sonst brauchst du auch keine EM-Rente ...

Ich habe das alles hinter mir, aber mir hat die AfA damals selbst noch "angeraten" auf keinen Fall mehr eine AU-Bescheinigung einzureichen ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Fabiola

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
12 Mai 2015
Beiträge
2.244
Bewertungen
3.406
Zu Meldeterminen musst du aber hin, denn deine aktuelle AU darf dafür nicht mehr verwendet werden (bei der AfA) natürlich bleibst du weiter AU geschrieben, sonst brauchst du auch keine EM-Rente ...
Verständnisfrage:
TE ist doch im Widerspruchsverfahren gg. die DRV - demnach doch weiterhin in der Nahtlosigkeit bis zur Bescheidung des Widerspruchs.
Weshalb muss TE dann trotzdem zu Meldeterminen erscheinen? TE ist doch durch den Widerspruch (schwebendes Verfahren) noch immer in der Nahtlosigkeit .
Ist damit gemeint, dass TE Meldetermine wg. des Restleistungsvermmögen wahrnehmen muss?
 

schubertbonn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Januar 2016
Beiträge
12
Bewertungen
1
Guten Morgen und danke für die Rückantworten.
Im Brief der Afa steht dri n, dass nun das Gutachten vorliegt und dass lt. dem Ergebnis des Gutachtens die Vorraussetzungen für die Nahtlosigkeit nicht erfüllt sind. Wie soll ich dem Arbeitsvermittler klar machen, dass die Nahtlosigkeit doch greift? Greift die Nahtlosigkeit auf jeden Fall oder hängt das evtl. von der Leistungsfähigkeit ab, also z. B. 15 St./Woche.
Vielen Dank.
 

Anna B.

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 Juli 2011
Beiträge
7.798
Bewertungen
5.420
@Fabiola,


er muß sich, um überhaupt Geld zu bekommen, dem ARbeitsmarkt mit seinem Restleistungsvermögen zur Verfügung stellen....und der ÄD der Agentur stellt dann fest, welches Restleistungsvermögen noch vorliegt und auf dieses zugeschnitten, muß er dann entsprechend vermittelbar sein.

viel Theorie...in der Praxis sieht es tatsächlich oft anders aus...

also unbedingt die Termine wahrnehmen..da ansonsten die Zahlungen eingestellt werden könnten...
 

schubertbonn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Januar 2016
Beiträge
12
Bewertungen
1
Standard AW: EM-Rente im Widerspruchsverfahren und ALG1
Guten Abend und danke für die Rückantworten.
Im Brief der Afa steht dri n, dass nun das Gutachten vorliegt und dass lt. dem Ergebnis des Gutachtens die voraussetzungen für die Nahtlosigkeit nicht erfüllt sind. Wie soll ich dem Arbeitsvermittler klar machen, dass die Nahtlosigkeit doch greift? Greift die Nahtlosigkeit auf jeden Fall oder hängt das evtl. von der Leistungsfähigkeit ab, also z. B. 15 St./Woche.
Vielen Dank.
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.183
Hallo schubertbonn,

Im Brief der Afa steht dri n, dass nun das Gutachten vorliegt und dass lt. dem Ergebnis des Gutachtens die voraussetzungen für die Nahtlosigkeit nicht erfüllt sind.

Was da drin steht ist "Wurscht", ohne die Anwendung der Nahtlosigkeit nach § 145 SGB III würde Niemand nach der Aussteuerung überhaupt ALGI bekommen können, das ist gesetzlich extra dafür so geschaffen worden

Wie soll ich dem Arbeitsvermittler klar machen, dass die Nahtlosigkeit doch greift? Greift die Nahtlosigkeit auf jeden Fall oder hängt das evtl. von der Leistungsfähigkeit ab, also z. B. 15 St./Woche.

Dem Arbeitsvermittler brauchst du das nicht klar machen wollen, der weiß sehr genau was im Gesetz dazu steht also lass dich gar nicht auf Diskussionen dazu ein, das bringt dich nicht weiter.

Auch mit einer Leistungsfähigkeit unter 15 Wochenstunden bist du verpflichtet dich der Vermittlung mit deinem "Restleistungsvermögen" zur Verfügung zu stellen, das wird dann nur von der AfA nicht "umgesetzt" weil die auch wissen wie unsinnig das wäre Jemanden dann in Arbeit vermitteln zu wollen.

Fordere dir das komplette "Gutachten" beim ÄD ein und dann soll dein SB dich mal schön beraten was du bei welchem AG (im näheren Wohnumfeld) noch mit deinen "Resten" (lt. ÄD) anfangen kannst, dafür werden die schließlich bezahlt, keine Sorge außer "Pförtner" wird da vermutlich auch bei dir NIX kommen ... :icon_evil:

Dagegen spricht dann aber der § 140 SGB III und den solltest du dir SEHR gut durchlesen (vielleicht sogar ausdrucken) und mal deine SB direkt fragen, wie das (was dir so vorgeschlagenen wird gerade) damit in Einklang zu bringen ist ... oder ob sie diesen § des SGB III nicht kennt, der gilt nämlich auch nach einer Aussteuerung ... :icon_hihi:

§ 140 SGB III Zumutbare Beschäftigungen

Vermutlich wird dem SB dazu nicht viel einfallen außer "betreten zu Schweigen" und dich besser nicht zu oft zum Gespräch über deine "berufliche Situation" einzuladen ... denn das ist deine beste Waffe gegen zu viel Sehnsucht deiner Arbeitsberater ...

Du möchtest dich natürlich nicht "unter Wert" anbieten und verkaufen müssen und das brauchst du auch nach der Aussteuerung nicht hinzunehmen, damit kommst du schneller zur Ruhe bei denen, als wenn du die Nahtlosigkeit in den Vordergrund rücken willst, es ändert NICHTS, du MUSST dich "zur Verfügung" stellen sonst gibt es tatsächlich kein Geld (mehr) von der AfA.

Die Termine nehme ich natürlich wahr, das ist überhaupt kein Problem. Nur die Nahtlosigkeitsregelung macht zu schaffen.

Was macht dir denn daran "zu schaffen", du bekommst dein Geld in der gleichen Höhe und für die gleiche Dauer, ganz gleich welchen Namen die bei der AfA dafür finden möchten und wirklich vermittelt wurde ein Ausgesteuerter nach meiner Kenntnis noch nie ... die haben doch nicht mal vernünftige Arbeit für gesunde Arbeitslose anzubieten. :icon_evil:

Nach einem ersten "Sturm im Wasserglas" wird das Interesse an deiner "Vermittlung" schnell abkühlen, besonders wenn du kluge (aber den SB sehr unangenehme) Fragen stellst, weil du ja unbedingt Vollzeit arbeiten möchtest mit deinem "Restleistungsvermögen" aber natürlich nicht für ein "Trinkgeld" ...

Dreh den Spieß um auf eine intelligente Weise, dann kommen die nämlich mit DIR nicht klar und nicht umgekehrt ... wenn du knallhart die umfassende Beratung zum Arbeitsmarkt vor Ort einforderst, für die diese Herrschaften u. A. auch aus deinen Beiträgen jeden Monat bezahlt werden.

Nicht auf die beliebte SB-Frage "Was haben Sie sich denn jetzt so vorgestellt" eingehen, sondern direkt antworten, ich erwarte eigentlich die erforderliche Beratung von IHNEN was ich jetzt noch bei welchem AG machen könnte ... ich WILL arbeiten aber so richtig was vorgestellt habe ich mir dazu noch nicht ... da können SIE mir doch sicher weiter helfen ... ich kenne mich am aktuellen Arbeitsmarkt nicht so gut aus wie SIE ... :icon_frown:

Meist bleibt das dann für längere Zeit auch der letzte Termin beim Arbeitsberater. :biggrin:

MfG Doppeloma
 

AndreasB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Mai 2015
Beiträge
693
Bewertungen
386
Was da drin steht ist "Wurscht", ohne die Anwendung der Nahtlosigkeit nach § 145 SGB III würde Niemand nach der Aussteuerung überhaupt ALGI bekommen können, das ist gesetzlich extra dafür so geschaffen worden
Das ist nicht korrekt. Das BSG schreibt zum Sinn und Zweck der Nahtlosigkeitsregelung:
diese will nicht jedwede Leistungslücke ausschließen, sondern nur eine solche auf Grund unterschiedlicher Beurteilung der Erwerbsfähigkeit durch die Bundesagentur einerseits und den zuständigen Träger der gesetzlichen Rentenversicherung andererseits.
BSG · Urteil vom 10. Mai 2007 · Az. B 7a AL 30/06 R

Auch führt das BSG führt dazu aus:
Die Anwendung der Nahtlosigkeitsregelung des § 125 SGB 3 setzt voraus, dass die BA die tatbestandlichen Voraussetzungen dieser Norm - Minderung der Leistungsfähigkeit auf weniger als 15 Stunden wöchentlich für eine Dauer von über sechs Monaten - selbst ermittelt und feststellt.
(Der § 125 war zum damaligen Zeitpunkt der für Nahtlosigkeit zuständige Paragraph.)

Wenn die AfA den Betroffenen nicht für eingeschränkt leistungsfähig im Sinne des § 145 SGB III hält, dann gibt es auch kein Alg auf Grund von Nahtlosigkeit. Der Betroffene kann aber Alg nach § 136 SGB III erhalten, wenn er sich mit seinem Restleistungsvermögen der Vermittlung zur Verfügung stellt.
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.183
Hallo AndreasB,

Wenn die AfA den Betroffenen nicht für eingeschränkt leistungsfähig im Sinne
des § 145 SGB III hält, dann gibt es auch kein Alg auf Grund von Nahtlosigkeit. Der Betroffene kann aber Alg nach § 136 SGB III erhalten, wenn er sich mit seinem Restleistungsvermögen der Vermittlung zur Verfügung stellt.

Das mag ja alles sein, aber was ist daraus nun die "andere Essenz" für den TE, er hat einen Rechtsanspruch auf die (vorrangige) Zahlung einer Lohnersatzleistung und nur darum geht es letztlich aktuell.

Er will wissen wie er sich bei einem Gespräch mit dem Arbeitsberater verhalten soll, da nützt es ihm wenig wenn wir hier nun anfangen intensiv über BSG-Urteile zu fachsimpeln, soll er das dem Vermittler erzählen ??? :icon_kinn:

Wir beide wissen das und kennen uns nach langer Zeit einigermaßen damit aus, ich habe das versucht "laienverständlich" zu erklären und nicht immer ist es angebracht die User mit einem Packen Urteilen und Gesetzen zu überschütten, die sie selbst gar nicht verstehen und beim SB dann lieber nicht anwenden / ansprechen sollten.

§ 136 SGB III steht übrigens immer in den Leistungsbescheiden, auch dann wenn die Nahtlosigkeit ganz "offiziell" bei der AfA anerkannt wird. und die Leistungsfähigkeit dort vom ÄD nur noch unter 15 Wochenstunden eingeordnet wird.

Letztlich "schließt" sich die AfA beim TE schon wieder einer vermeintlichen "Entscheidung" der DRV an (er ist nicht EM, also kann er arbeiten) weil bereits der Widerspruch läuft im EM-Rentenverfahren und da würden die am Liebsten gar nicht mehr zahlen, wenn sie nicht (trotzdem) müssten ... also konzentrieren wir uns bitte gemeinsam auf das, was (wahrscheinlich) verhindern wird, ihm die Leistung komplett wieder einstellen zu können.

In diesem Sinne ... :icon_daumen:

MfG von der Doppeloma
 

schubertbonn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Januar 2016
Beiträge
12
Bewertungen
1
Guten Tag,
also, diese Nahtlosigkeit macht mir nicht zu schaffen, das war etwas mißverständlich ausgedrückt; der Begriff nervt mich nur, weil ich dafür schon unzählige Erklärungen und (Miß)deutungen bekommen habe.

Gestern hat z. B. der Sozialverband Vdk eine Nachricht geschickt, wonach die Nahtlosigkit bei mir nicht greift, weil bereits das Widerspruchsverfahren zur EM-Rente läuft.

Bedeutet also = EM-Rente beantragt, aber noch nicht entschieden=Nahtlosigkeit / EM-Rente beantragt, ist im Widerspruchsverfahren=keine Nahtlosigkeit.


Im Übrigen, hat der Begriff Nahtlosigkeit dem Arbeitsberater/Arbeitsvermittler bei der ersten Kontaktaufnahme überhaupt nichts gesagt (oder nichts sagen wollen). Er wollte mich direkt zum Jobcenter/HartzIV weiterleiten. Der Teamleiter war auch damit überfordert, dem habe ich dann den ausgedruckten $145 SGB gezeigt, worauf der dann nur meinte: "Ja ok, so was gibt es, aber steht ja auch drin, kann und ist somit eine Kannregelung. Der näächste Arbeitsberater/Arbeitsvermittler meinte direkt, für mich kommt keine Nahtlosigkeit in Frage, weil ich vollschichtig arbeiten kann. Bis heute rätsele ich daran, woher der Mensch seine Diagnose her hat, das war für ihn eine Entscheidung von Minuten und er hat mich direkt als Pförtner verdonnert, ohne ärztliches Gutachten eingeleitet zu haben. Das ganze Verfahren ist von Anfang an falsch gelaufen, aber ich habe dann irgendwann aufgegeben, mußte allerdings 8 mal nachfragen, wie denn nun die Regelung für das ALG1 aussehen wird und vor ein paar Tagen habe ich dann den Bewilligungsbescheid bekommen, nach $136SGB und das reicht jetzt auch.

Ich bekomme ja nun das ALG1 nach $136 SGB und das ist ja auch ok. Bis jetzt sind auch keine Bewerbungen verlangt worden und ich danke der "Doppeloma" für die Verhaltenshinweise bei der Afa. Die werde ich berücksichtigen ,wenn ich zum Gespräch muß.
 

AndreasB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Mai 2015
Beiträge
693
Bewertungen
386
Bedeutet also = EM-Rente beantragt, aber noch nicht entschieden=Nahtlosigkeit / EM-Rente beantragt, ist im Widerspruchsverfahren=keine Nahtlosigkeit.
Das ist nicht korrekt. Aber das bestätigt nur, dass die Zuständigen beim VdK oftmals auch keine Ahnung haben.

Entscheidend für die Nahtlosigkeit ist, dass die AfA den Betreffenden für unter 3 Stunden erwerbsfähig hält. In diesem Fall dient die Nahtlosigkeit dazu, dass die AfA nicht die Leistungen einstellen kann, bevor der Rentenversicherungsträger in der Sache rechtskräftig entschieden hat. Ob dabei ein Widerspruchsverfahren oder sogar schon eine Klage vor dem Sozialgericht anhängig ist, spielt überhaupt keine Rolle.

Ansonsten hat Doppeloma ja schon geschrieben, wie Du Dich verhalten solltest. Wenn der zuständige Sachbearbeiter halbwegs kompetent ist, wird er keine Bewerbungsbemühungen verlangen. Vermutlich niemand stellt einen Bewerber ein, der gesundheitlich stark eingeschränkt ist und zudem in der Bewerbung angibt, dass eine Erwerbsminderungsrente beantragt ist ...
 

schubertbonn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Januar 2016
Beiträge
12
Bewertungen
1
Hallo und danke,
ist ja wirklich klasse mit dieser Nahtlosigkeit. Ich war auch etwas erstaunt über die Nachricht vom VdK.
Nun gut, ich warte ab, bis der Einladungstermin von der Afa kommt.
Letzte, abschließende Frage: Macht die Afa nicht evtl. Probleme, wenn ich den Bewerbungen, falls ich welche schreiben muß, darauf hinweise, daß eine EM-Rente beantragt wurde?
Vielen Dank.
 

AndreasB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Mai 2015
Beiträge
693
Bewertungen
386
Macht die Afa nicht evtl. Probleme, wenn ich den Bewerbungen, falls ich welche schreiben muß, darauf hinweise, daß eine EM-Rente beantragt wurde?
Vielen Dank.
Zum einen bist Du verpflichtet, gesundheitliche Einschränkungen mitzuteilen, die Dich bei der Aufnahme einer Tätigkeit einschränken würden, zum anderen - auf welcher Rechtsgrundlage sollte Dich die AfA sanktionieren, wenn Du wahrheitsgemäße Angaben zu Deiner Person in Deine Bewerbungen schreibst.

Ist ja nicht Deine Schuld, falls die Dich zu sinnlosen Bewerbungen zwingen.
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.183
Hallo schubertbonn,

ist ja wirklich klasse mit dieser Nahtlosigkeit. Ich war auch etwas erstaunt über die Nachricht vom VdK.

Der VDK hat (überwiegend) keine blasse Ahnung von § 145 SGB III und die "Empfehlung" oben, des AfA-SB doch lieber gleich Hartz 4 zu beantragen ist eine bodenlose Frechheit.

JEDE beitragsbasierte Lohnersatzleistung hat schon gesetzlich Vorrang vor einer staatlichen Sozial-Leistung und zudem bekommt gar nicht jeder auch "so einfach" ALGII, weil die AfA nicht zahlen will ... das ist ja keine persönliche Einzelleistung mehr, unabhängig von eventuellem Partner-Einkommen oder (gemeinsam) vorhandenen Vermögenswerten. :icon_evil:

Die JobCenter wollen nämlich als Erstes eine Bescheinigung der AfA, dass dort keine Ansprüche mehr bestehen, da können mir die AfA - SB auch nicht weismachen wollen, dass sie das nicht genau wissen, man versucht leider inzwischen mit allen "unlauteren" Mitteln den Ausgesteuerten möglichst schnell abzuschieben und abzuwimmeln, besonders wenn der Antrag auf EM-Rente bereits im Widerspruch oder in der Klage ist.

Ich staune immer wieder wie "unbekannt" die Nahtlosigkeit angeblich bei der AfA so ist, das gibt es schon länger als 30 Jahre, damals war das noch § 125 SGB III und nach erster Ablehnung eines Antrages auf EM-Rente wurde immer schon versucht das Verfahren als "abgeschlossen" anzusehen und die Zahlung von ALGI möglichst zu beenden.

Dazu gab es dann schon sehr viele Gerichtsurteile (ein sehr Bekanntes vom BSG 1999) die zumindest das "schwebende Rentenverfahren" bestätigt haben und damit die Pflicht der AfA (damals noch Arbeitsamt) das ALGI entsprechend weiter zu zahlen, auch bei Widerspruch und Klage im Rentenverfahren, es ist eben noch NICHTS abschließend entschieden bei der DRV. :icon_evil:

Gerade diese "Wartezeit" auf eine (wirklich) endgültige Entscheidung der DRV (zur Erwerbsfähigkeit) soll ja mit dem ALGI nach §145 SGB III "nahtlos" überbrückt werden, natürlich gilt das auch nur bis dieser persönliche Anspruch an die AfA dann ebenfalls abgelaufen ist.

Was lernen die bei der AfA eigentlich für ihren Job, so unheimlich viele §§ sind es doch gar nicht im SGB III und immerhin kommt 145 noch VOR §159 SGB III (Sperren) und den kennen die ganz genau, auch bis zum § 309 SGB III (Meldepflicht) sind sie schon gekommen, es sei denn sie lesen selbst nicht, was sie da in die Einladung zum Meldetermin drucken ... :icon_kinn:

Wenn es nicht so traurig wäre könnte man drüber lachen, genau so "blöde" haben die sich bei mir schon 2009 gestellt, da "wusste" angeblich (zumindest in der Leistungsabteilung später bei der Antragsabgabe) noch Niemand was davon, dass es so was im SGB III überhaupt gibt ... komisch die SB, die mich aufgenommen hat beim Erstbesuch schien ganz gut Bescheid zu wissen, ob das wohl daran lag, dass ich meinen Männe als Beistand dabei hatte. :icon_hihi:

Das war nun wieder für diese SB "ungewohnt", dass sie erst einen zweiten Stuhl holen musste für meinen "Kerl wie ein Baum", nun wusste sie wohl nicht mehr wie weit sie so gehen sollte / konnte mit irgendwelchen Fehlinformationen ... jaja, mein Männe kann "sehr bedrohlich wirken", dabei ist der ganz harmlos und froh wenn ihm Keiner was tut ...:biggrin:

Nun gut, ich warte ab, bis der Einladungstermin von der Afa kommt.
Genau und wenn du jemanden mitnehmen kannst als Beistand wäre das besonders gut ...

§ 13 SGB X Bevollmächtigte und Beistände

der soll nur gut zuhören und fleißig Protokoll führen ... :biggrin:

Letzte, abschließende Frage: Macht die Afa nicht evtl. Probleme, wenn ich den Bewerbungen, falls ich welche schreiben muß, darauf hinweise, daß eine EM-Rente beantragt wurde?
Da wäre ich vorsichtig zumal das einen "potenziellen" AG auch nicht zu interessieren hat welche Anträge du so irgendwo gestellt hast und welche gesundheitlichen Einschränkungen du hast, du brauchst dich ja nur mit den noch vorhandenen Fähigkeiten und gesundheitlichen Möglichkeiten auf "passende" Stellen bewerben.

Was aus diesen Gründen nicht gehen kann ist schon nach § 140 SGB III gar nicht zumutbar also brauchst du dich dort auch nicht bewerben ... das gleiche gilt für den Einkommensbereich / Entfernung zum Arbeitsort usw... :icon_evil:

Gib keine Telefon-Nummer an in den Bewerbungen, das zwingt die AG dir schriftlich zu antworten, wird dem SB nicht gefallen, ist aber deine freie Entscheidung, inzwischen soll man sogar Geburtstag und Foto weg lassen dürfen, aber dafür fehlen mir gerade die rechtlichen Grundlagen, hat irgendwas mit der Gleichbehandlung der Bewerber unabhängig von Alter / Geschlecht und Aussehen zu tun...

Im Lebenslauf ist es natürlich auch sehr praktisch, wenn man noch einen Arbeitsplatz hat, den man dann erst zum XX (meist in mehreren Monaten) kündigen kann um die Arbeit ab YY dann aufzunehmen, so hat es meist sogar noch einen positiven Effekt in der bisherigen Firma eine "Kartei-Leiche" zu sein.

Ansonsten wirst du dann wohl hinschreiben müssen, dass du seit XY leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr berufstätig gewesen bist und auch ab YX den letzten Job verloren hast ... :icon_cry:
Ab Ü 50 hält sich das Interesse an der Einstellung älterer Mitarbeiter die schon längere Zeit "raus" sind ohnehin in engen Grenzen, darum ist das Geburts-Datum vielleicht doch "ganz praktisch" ...

Mach eine "Spar-Bewerbung" (Lebenslauf / Anschreiben) für den notwendigen Bedarf und biete im Anschreiben an weitere umfassende Unterlagen zu deinem beruflichen Werdegang gerne zu einem Vorstellungstermin mitzubringen ...
Du bist natürlich sehr interessiert und freust dich schon auf die Einladung.

Wenn deine SB das bemängelt hat sie Pech gehabt, es gibt kaum noch AG die deine Unterlagen zurück senden werden, wenn sie kein Interesse an dir haben und du hast schließlich auch keinen "Dukaten-Ka**er" zu Hause ... das kostet alles DEIN Geld, was die AfA nur bei "Überschreitung der Belastungsgrenzen" auf Antrag erstatten muss.

Schriftlich ist ohnehin besser, dann kannst du Reisekosten für den Vorstellungstermin bei der AfA beantragen, besonders wenn das weiter entfernt wäre ... telefonische Einladungen kannst du ja nicht bei der AfA vorlegen und die Bestätigung dass der AG die Kosten dafür nicht übernehmen wird, steht meist schon in der Einladung zum Gespräch ...

MfG Doppeloma
 

janahexi

Elo-User*in
Mitglied seit
7 März 2016
Beiträge
1
Bewertungen
0
Hallo an Alle...ich bin in der gleichen Situation wie der s.o. genannte Fragesteller/Hilfesteller,und habe dazu auch noch eine wichtige Frage,ich hoffe mir kann dazu geholfen werden,und vorab um entschuldigung das ich in einem fremden post um Hilfe suche,aber dieses posting trifft auf mich vollkommen zu und besser hätte ich es nicht beschreiben können...Problem:AAMT zwingt mich dazu(mündlich) bei der nächsten Einladung(die kommt bestimmt bald) das ich meinem Arbeitgeber anschreiben soll,ob er mich mit Einschränkungen dort wieder arbeiten lässt(arbeitsverhältniss besteht noch) wenn ich dem nicht nachgehe gibt es sofort kein ALG1 mehr....Darf dass AAMT das?
 

Anna B.

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 Juli 2011
Beiträge
7.798
Bewertungen
5.420
Das darf das Amt nicht..

ich habe seinerzeit mit meinem AG darüber gesprochen...die haben dann gemeint, da soll die Arbeitsagentur doch mal schriftlich unter Nennung der rEchtsgrundlagen an den AG herantreten.

Das habe ich dann schriftlich der Agentur mitgeteilt und ich bekam nie wieder eine Antwort auf meine Anfrage...
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
5.719
Bewertungen
9.229
Ich möchte hier auch noch anmerken, daß es sogar ein BSG-Urteil gibt wonach bei einer KG-Leistung bis zur Aussteuerung davon auszugehen ist, daß bei dem Betroffenen sehr wohl von einer Nahtlosigkeitsregelung auszugehen ist.

Die Richter führten dazu aus: Wer bereits 78 Wochen eine dauerhafte AU erhielt, bei dem kann nicht einfach davon ausgegangen werden das dieser plötzlich wieder voll genesen ist.

Ich gehe eh davon aus, daß sich die Ablehnungsbescheide (145 SGB III) in absehbarer Zeit häufen dürften, gerade wenn die Asylbewerber auf den Arbeitsmarkt drängen werden. Dann nämlich steht dieser Personenkreis in direkter Konkurrenz zu den nur noch bedingt einsetzbaren Arbeitssuchenden.

Wie Doppeloma ausgeführt hat, sich nicht bange machen lassen und auf seine Versicherungsleistung hartnäckig bestehen.

HIer auch nur ein Urteil des SG Landshut https://openjur.de/u/662045.html

Ansonsten schaut mal dazu unter folgendem Google Link "Urteile zu § 145 SGB III Nahtlosigkeitsregelung"



Grüße saurbier
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten