EM- Rente/ Grundsicherung und Nebengewerbe anmelden

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Sani73

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Hallo zusammen,

ich bekomme eine EM-Rente und noch etwas mit Grundsicherung aufgebessert wird.

Vor gut einem Jahr habe ich meine kreative Ader entdeckt. ;-)
Ich arbeite gerne mit Gips, Modelliermasse und gelegentlich entsteht auch das ein oder andere Bild auf einer Leinwand.

Für meine Arbeiten wird meine Wohnung inzwischen zu klein und deshalb habe ich mich dazu entschlossen was zu verkaufen.
Dazu wurde mir auch schon von einigen geraten. Ein kleiner Hausbasar ist auch schon recht gut angekommen.

Jetzt wurde mir aber gesagt das ich dazu ein Nebengewerbe anmelden muss. Ist das wirklich so? Würde gerne öfter (3-4 mal im Jahr) so einen Hausbasar machen weil ich mehr körperlich gar nicht schaffe.
Eine Bakannte will mit mir immer einen Stand auf Kunstmärkten usw. aber das ist für mich dann doch etwas zu viel und auch zu anstrengend.

Kann mir jemand vielleicht sagen ob ich zum einen die Einnahmen, die nicht gerade hoch sind wenn ich Materialkosten und Arbeitszeit gegenrechne, dem Grundsicherungsamt mitteilen muss?
Muss ich den Verkauf als Nebengewerbe anmelden?
Wie ist das mit einer Meldung bei der Rentenversicherung?

Würde mich über die ein oder andere Antwort freuen

gruß
Sani
 

saurbier

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Hallo Sani73,

was soll man dir denn jetzt dazu raten.

Es liegt doch alleine in der persönlichen Verantwortung wie du ggf. mit den Risiken umzugehen gedenkst, oder.

Grundsätzlich gilt, wer vom Amt Geld bekommt, ist verpflichtet dort auch alle Einkünfte anzugeben. So schreibt es der Gesetzgeber halt vor.

Wenn du mit dem Risiko leben kannst, daß ggf. um die Ecke mal ein Neider auftaucht der dem Amt das steckt, nun dann bitte.

Du solltest bei alle dem nicht vergessen, es geht hier ja auch nicht nur um die Grundsicherung, auch das Finanzamt spielt da ggf. mit (Stichwort: Gewerbe-/Betriebsumsätze) und wie man ja weiß, forschen die inzwischen selbst bei Ibäh nach, um Nebengewerbetreibenden auf die Spur zu kommen.

Du kannst durchaus dein Hobby so betreiben das du damit zumindest kostendeckend arbeitest. Wir kennen ja nicht die Einnahmen die man damit erwirtschaften kann.

Da kannst du dich ggf. mit der/dem SB beim Grundsicherungsamt ja mal freundlich in einem persönlichen Gespräch austauschen (vielleicht so das du sagst du machst es Hobbymäßig deiner Psyche wegen als Ablenkung vom tristen Alltag), vielleicht weiß man ja Rat. Ein möglicher Gewerbeschein beim Amt kostet zumindest nicht viel und was das Finanzamt dann verlangt ist eben neben der Buchführung (geht heute eh elektronisch) und Steuererklärung (falls es nicht mangels Umsätze als Hobby abgetan wird, eben die Umsatzsteuer auf deine Erlöse. Damit schmälert sich allerdings dein Umsatz/Gewinn aus den Verkäufen beträchtlich. Ob sich das dann lohnt, kannst nur du selbst abschätzen.

So manch einer hat aus seinem belächelten Hobby schon ein tolles Unternehmen aufgebaut, wer weiß.

Bill Gates fing mit einem Freund mal in einer Garage an und ist heute Milliardär - nicht war.


Grüße saurbier
 

Sani73

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Hallo Saurbier,

danke für die Antwort.

Ich bin mir eben auch total unsicher mit der ganzen Angelegenheit.
Gut eine Gewerbeanmeldung sollte kein Ding sein, auch wenn ich mir fast sicher bin das mich das Fianzamt mit der Minitätigkeit als Liebhaberei einstufen wird.

Dem Amt könnte ich die Einnahmen mitteilen aber wie würden die das rechnen? Da müsste ich ja dann auch so eine Art Einnahme/ Ausgabeliste anfertigen? Oh man das würde mich wieder total überfordern.
Gut wozu habe ich eine Alltagsbegleiterin an meiner Seite, die mich zu dem Schritt total ermutigt.

Mal sehen vielleicht haben wir morgen die Zeit und können uns mal beraten lassen.

Gruß
Sani
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Bzgl. Gewerbe lies dich mal ins Stichwort "Liebhaberei" ein. Aktuell liegst du sicher noch in dem Bereich, die Übergänge können da aber fließend sein.
 
M

Märzenbecher

Gast
Angeblich - so war die Auskunft hier im forum an anderer Stelle, leider finde ich diese Stelle nicht mehr - ist bei künstlerischer Arbeit kein Gewerbeschein nötig.
Gewerbeschein sei nur für Freiberufler, so war die Aussage damals hier.
Ich zweifele das weiterhin an.

Grund: Bin selbst Künstler, in Vollrente und Grundsicherung. Habe mein Gewerbe bei Umzug abgemeldet, da eh kaum Umsatz. 2. Grund: Einnahmen müssen beim Amt per Einnahme-Überschußrechnung angegeben werden und vom Gewinn (! so er denn erwirtschaftet wird, bei mir war das nicht der Fall) sollen 4/7 abgegeben werden.

Außerdem hat man dann direkt das Finanzamt an der Backe; so war das jedenfalls bei mir, obwohl ich nachweislich über mehrere Jahre KEINEN Gewinn gemacht hat. Mir kam das immer so vor, als werde einem da nicht richtig geglaubt. Und weil mir das zuviel Streß war, hab ich das Gewerbe nicht mehr angemeldet.

Aber wie gesagt, ich zweifele die Aussage, daß kein Gewerbeschein nötig sei bei künstlerischer Tätigkeit und Verkauf der eigenen Werke, sowieso an. Meiner Meinung nach braucht man, sobald man etwas verkaufen will, einen Gewerbeschein.

Vielleicht können sich hier noch mal andere Leute dazu äußern.
 
E

ExUser 2606

Gast
Nach meinem Kenntnisstand ist der Springende Punkt die Gewinnerziehlungsabsicht.

Wenn man die Sachen zum Selbstkostenpreis ingeringem Umfang verkauft, weil irgendwann kein Platz mehr zu Hause ist, dann ist das sozusagen Vermögensumwandlung.

Wenn an die Kunstwerke von vorneherein mit der Absicht herstellt, diese zu verkaufen und dabei Gewinn zu erzielen, dann interessiert das das Finanzamt.

Der Übergang ist fleissend.
 
M

Märzenbecher

Gast
Nach meinem Kenntnisstand ist der Springende Punkt die Gewinnerziehlungsabsicht.

so ist auch mein Wissen.

Wobei das mit dem Selbstkostenpreis schwer ist denn ein Ölbild kostet mehr als Farbe und Leinwand. Dasselbe gilt für jede andere Kunst, die mit KÖNNEN verbunden ist, das Können muß vom Käufer auch bezahlt werden.

Können erwirbt man sich aber erst durch langjähriges Tun. Und dann kan ein Bild schnell teuer werden und dann steht schnell das FA vor der Tür.
 

Sprotte

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ist bei künstlerischer Arbeit kein Gewerbeschein nötig.
Stimmt. Der Status wäre Freiberufler,das heisst keine Gewerbeanmeldung,keine Gewerbesteuer,keine IHK . Einfache Buchführung.
Geregelt in § 18 EStG :
1) Einkünfte aus selbständiger Arbeit sind

1.Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit .
2.Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte..... künstlerische.......Tätigkeit.......

Gewerbeschein sei nur für Freiberufler
Ja (allerdings ohne "nur"),wenn es sich um eine Mischform handelt,z.B. selbst geschaffene Bilder = Freiberufler .....Verkauf von Rahmen für die Bilder = Gewerbetreibender.

Das Thema ist sehr kompliziert,es ist viel zu beachten.......hier mal eine kleine Übersicht : Klick.
 
M

Märzenbecher

Gast
Hab mir den link mal angesehen, wirklich gut erklärt, danke nochmals.

Was mich dabei stört, ist, daß das Finanzamt zu sagen hat, wer nun Freiberufler sein darf und wer nicht. Das scheint mir sehr willkürlich.
 

Sprotte

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Was mich dabei stört, ist, daß das Finanzamt zu sagen hat, wer nun Freiberufler sein darf und wer nicht.
Auch das FA ist an Vorgaben gebunden.Allerdings ist die Hürde für den Beantragenden hoch.
Ob es sich um eine rein künstlerische Tätigkeit handelt oder vielleicht doch eine Mischform.......nun,dafür braucht es z. B. einen Sachverständigen,spezialisierten Steuerberater,Anwalt.............aber eventuell kann auch der BBK weiterhelfen,die Künstlersozialkasse.

Nix ist einfach,wenn es um Geld geht : Cäsar will,was Cäsar gehört und Cäsar gehört grundsätzlich erstmal alles...... :icon_hmm:
 
M

Märzenbecher

Gast
Ja wo kein Geld ist, kann auch das FA nichts holen. Also ich wüßte nicht was bei einem bildenden Künstler (Ölmalerei, Zeichnung) bzw. bei einem Musiker der selber spielt, singt und aufnimmt, gewerblich sein sollte. Ich produziere schließlich keine Massenware, sondern Einzelstücke. Aber na ja egal, ich werde das nicht mehr anmelden.

Auch eines der Dinge die mich an diesem "Staat" so ankotzen. Es werden einem nur Steine in den Weg gelegt.
 
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